Verluste beim IR 57 bei Sewastopol vor Fort Maxim Gorki II (2.7.1942)

  • Liebe Freunde,


    durch Erzählungen meines Vaters und Literatur weiss ich, dass es im Zusammenhang mit der Erstürmung des Forts Maxim Gorki II auf der Krim am 2.7.1942 zu Bombardierungen durch die Luftwaffe gekommen ist, die eigene Leute des IR 57 getötet haben. Weiß jemand wie viele damals durch "friendly fire" umgekommen sind ? Sind die Piloten, die durch die starke Rauchentwicklung die Orientierung verloren, dafür in irgendeiner Form zu Rechenschaft gezogen worden ?


    Gruß
    Heidfeller

  • Hallo Heidfeller,


    ich blättere mal in meinen Büchern nach.
    Wo in der Literatur hast Du die Infos zum 02.07.1942 gefunden? Welche Bücher hast Du schon ausgewertet?
    Interessant wären die Kriegstagebücher der 9. ID und des IR 57 vom Juli 1942.


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Guten Abend,


    Diese Information befindet sich bei Tieke "Kampf um die Krim" . IR 57 kommt am
    29.06. zur Krim . Das Regiment ist nicht der 9.ID unterstellt, sondern befindet sich
    am 02.07. unter dem Kommando der 72.ID (wenn ich das richtig nachvollzogen habe).
    Kampf um die Krim Seite 220-221/2.Juli 42
    "Die 72.ID stösst bis zum Meer nördlich von "Maxim Gorki II" durch und greift Widerstandsnester
    auf der Landzunge zwischen Kasatscha- und Kamyschewa-Bucht an . Hierbei gerät das IR 57
    in einen eigenen Stukaangriff und muss etwas zurück"


    Freundliche Grüsse
    Roger

  • Hallo Bernhard,
    hallo Eumex und Interessierte,


    zur Literatur meine ich in den Heften der Regimentskameradschaft ehem. 57er etwas gelesen zu haben, finde leider aber jetzt nichts auf die Schnelle.
    U.a. war bei den Gefallenen ein Lt. oder Olt. Waldrich, der am 1. oder 2. Juli durch dieses Unglück starb.
    Aus dem Manuskript der Erinnerungen meines Vaters zum 50. Jahrestag des Kriegsendes 1995 : " ... einmal hatten wir vor Sewastopol 32 (oder mehr?) tote Kameraden zu begraben, die innerhalb von wenigen Minuten gefallen waren. Die Stalinorgel schoss vielleicht 100 Raketen. Es gab eine große Staubwolke über unserer Stellung und die Stukas (90 ?) warfen ihre Bomben auf unsere Kameraden. Ich hatte nachher noch 5 Mann im Zug. (M.V. war Geschützführer eines 5 cm - PAK - Geschützes) . Ein Friedhof entstand am Fort Maxim Gorki II."
    Ich weiß nicht inwieweit die Zahlen stimmen. Die zu seinem Zug denke ich schon. Es wäre interessant, wenn man die Zahlen der Stukas und die der durch "friendly fire" Gefallenen überprüfen könnte.


    Kein Zweifel, es war das IR 57 ! Das gab es wenigstens bis zum 23. August 1942. An diesem Tag ist nämlich m. Vater in Neberdhajewskaja im Kaukasusvorland b.
    Noworisijsk schwer verwundet worden und das Verwundetenabzeichen, das er später bekam, bezieht sich noch auf das IR 57. Das Regiment wurde vom 2. - 4.7.42 zur Unterstützung im Endkampf um Maxim Gorki II angefordert.


    Gruß
    Dietrich

  • Hallo Dietrich,


    vielen Dank. Das sind klare Angaben. Auf der beiliegenden Karte (Internetfund) sind die Zahlen nicht eindeutig zu erkennen, es könnte aber das IR 57 eingezeichnet sein.


    Oberleutnant Waldrich ist beim Volksbund gelistet.


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Grüße Dietrich! Der von Ihnen beschriebene Fall vom 2.07.42 ist sehr interessant. An der Stelle des Forts Maxim Gorki 2 befindet sich heute ein riesiger Gedenkkomplex, in dem täglich Exkursionen stattfinden. Ich habe den Exkursionsleitern von diesem Fall erzählt und sie waren sehr interessiert daran. Ich habe versucht, die ROLL für 72 PD zu finden, mit dem Bericht für den 02.07.42, habe sie aber nicht gefunden, da 57 IR zur Verstärkung hinzugefügt wurden.

    Sagen Sie mir bitte "aus dem Manuskript Ihres Vaters zum 50. Jahrestag des Kriegsendes 1995", gibt es noch andere Memoiren über die Erstürmung von Sewastopol, außer dieser einen, mit großem Interesse und Respekt Roman.

    Auf der Suche nach einem Foto von Sewastopol 1941-1944.

    Arbeite für den Frieden:!:

  • Hallo,


    Anbei die Verlustkarte von Oberleutnant Waldrich.

    Diese Karte zeigt an, dass der Oberleutnant durch I.G. (Infanterie Geschoss) getötet wurde.

    Er war Teil des Infanterie-Regiments 57 und am 2.7.42 gefallen auf halbinsel Chersones, 2km südw. Sewastopol.

    An diesem Tag war die 72.ID beschäftigt eine Halbinsel zu erobern, siehe Anhang (Quelle: Auszug KTB 72.ID, CAMO_500_12477_494_0014).


    Edit: Verlustkarte als Anhang gelöscht.


    Mfg, Rick.

  • ... Anbei die Verlustkarte von Oberleutnant Waldrich ...

    Hallo,


    es gab vor einiger Zeit hier im Forum eine klare Ansage zu Regelungen im Umgang mit den Karteikarten der Gräberkartei von ancestry: Gräberkarteikarten gefallener Deutscher Soldaten online !!!


    Bitte beachten: Wer die Daten aus der Kartei weiterhin unerlaubt dupliziert und veröffentlicht, kann die Betreiber des FdW u.U. in große Schwierigkeiten bringen!

    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo Johann,


    Das war mir unbekannt, danke für den Kommentar.

    Ich habe die Verlustkarte entfernt. Ich habe gelesen, dass das Zitieren der Informationen möglich ist, das habe ich in meinem Original Text belassen.


    Mfg, Rick.