Letzte Panzerschlacht Einsatz der Frundsberg Div bei Sonnenwende

  • Liebe Mitarbeiter,


    ich wuensche Alle beste Gesundheit unde Erfolg im Neuen Jahr. Im Moment suche ich Quellen die die deutsche Aussicht zum Unternehmen Sonnewende um den 15 Feb ausserhalb Stargrad dokumentieren. Besonders interessiert mich den Einsatz der Frundsberg Division.


    mfg,
    Dieter

  • Hallo,


    unten die Lagekarte dazu aus:


    Rolf Michaelis: Die 10. SS-Panzer-Division Frundsberg, Michaelis-Verlag Berlin 2004 S. 121.


    Grüße
    Thilo

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    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Dieter,


    Ich gehe einmal davon aus, dass du Informationen hinsichtlich des Einsatzes der 10. SS-Panzer-Division im Rahmen des Unternehmens "Sonnenwende" suchst.
    In Bezug auf das Unternehmen "Sonnenwende" würde ich dir empfehlen das KTB der Heeresgruppe Weichsel für den Zeitraum 15.02. bis 20.02.1945 zu studieren.
    Nachstehend ein paar Infos zum Einsatz der 10. SS Panzer-Division :
    - Für das Unternehmen "Sonnenwende" unterstand die 10. SS-Panzer-Division zusammen mit der 4. SS-Panzergrenadier-Division, der Kampfgruppe der 28. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division "Wallonien und der 233. Panzer-Division "Holstein" dem XXXIX. Panzer-Korps unter dem Kommando von General der Panzertruppen Decker.
    - Das XXXIX. Panzer-Korps griff am 16.02.1945 aus der Linie Madü-See - Faule Ihna an und sollte zuerst den Schöning-Kanal erreichen.
    - Die 10. SS Panzer-Division marschierte am 15.02.1945 über Altdamm nach Stargard und musste bereits am 16.02.1945 an dem Unternehmen "Sonnenwende" teilnehmen. Die Division erhielt den Befehl am Morgen des 16.02.1945 aus dem Raum Schlötenitz in Richtung Margaretenhof - Uslar anzugreifen.
    Zu Beginn der Operation gab es bereits die folgenden Probleme :
    Das SS-Panzer-Grenadier-Regiment 22 und die I. Abteilung des SS Panzerregiments 10 befanden sich noch auf dem Transport.
    Die Divisionsführung hatte keine Gelegenheit gehabt sich vorab mit dem Gelände vertraut zu machen.
    - Der Angriff der 10. SS-Panzer-Division blieb liegen. Deshalb wurde die Division in den Angriffstreifen der 4. SS-Panzergrenadier-Division verlegt, da es dieser Division gelungen war in die feindlichen Stellungen bei Blumenberg und Brallenthin einzubrechen.
    - In der Nacht zum 17.02.1945 sammelte sich die 10. SS-Panzer-Division zusammen mit den noch am 16.02.1945 fehlenden Truppenteilen im Ihna-Brückenkopf von Blumenberg und sollte von hier aus über Muscherin und Lübtow nach Pyritz vorstossen, um dort die eingeschlossene Besatzung freizukämpfen.
    - Am Mittag des 17.02.1945 griffen die SS-Panzer-Aufklärungs-Abteilung 10, die II. Abteilung des SS-Panzerregiments 10 und das SS-Panzertgrenadier-Regiment 22 an und konnten Schöningsthal und Sallenthin einnehmen. Die I. Abteilung des SS-Panzerregiments 10 wurde der 4. SS-Panzergreandier-Division unterstellt und stand im Kampf um Dölitz.
    - Anschliessend blieb der Angriff des XXXIX.Panzer-Korps liegen und am 18.02.1945 verlief die HKL des Korps vom südlichen Rand des Madü-Sees über die Lindenberge - Sallenthin - Muscherin bis östwärts Dölitz.
    - Angesichts des unerwarteten sowjetischen Widerstands und der Zuführung von starken neuen feindlichen Panzerverbänden entschied die Heeresgruppe Weichsel bereits nach drei Tagen die Einstellung des Unternehmens "Sonnenwende" um eine wertlose Abnutzung der Angriffsverbände zu vermeiden.
    Im KTB der Heeresgruppe Weichsel wurde am 20.02.1945 vermerkt :
    "Durch den eigenen Angriff von Norden sind die Vorbereitungen der 2. und 1. (sowjetischen) Panzer-Armee (es handelt sich hierbei um die 1. und die 2. Garde-Panzer-Armee) nicht gestört worden, da der Feind dem Angriff neue Kräfte entgegenwarf."
    - Diese Entscheidung der Heeresgruppe Weichsel hatte zur Folge, dass die 10. SS-Panzer-Division am 19.02.1945 ihre Truppen wieder hinter die Faule Ihna zurückziehen musste. Der Rückzug der Division wurde durch einen Angriff der Roten Armee begleitet, bei dem es um Muscherin zu schweren Kämpfen kam.
    - Im Anschluss an den Rückzug wurde die 4. SS-Panzergrenadier-Division nach Westpreussen verlegt und die 10. SS-Panzer-Division musste ebenfalls deren Stellungen übernehmen. Die HKL verlief rund 5 Km südlich von Stargard und das Divisionshauptquartier befand sich bei Schöneberg.
    - Am 25.02.1945 wurde die 10. SS-Panzer-Division in den Raum Fürstenwalde/Oder verlegt.
    Gruss


    Wolfgang

  • Hallo Dieter


    Der Vater eines Arbeitskollegen war bei der 10.SS Division Frundsberg .Er lebt noch und ist jetzt 91 Jahre.
    Vor zwei Jahren hat er mir erzählt , das er bei Seelow in russische Gefangenschaft kam.


    Gruss Erich

    Freiheit ist das Recht anderen zu sagen was sie nicht hören wollen.
    George Orwell

  • Hallo Eberhard


    Er sagte das er bei Seelow in der Artillerie war . Auch Bilder zeigte er mir , auf denen eindeutig das Divisionsabzeichen der Frundsberg zu erkennen war. Er sagte noch das er vorher an der Westfront war. Es kann sein das die Bilder von dort stammen.
    Ich versuche im neuen Jahr nochmal nachzufragen.


    Gruss Erich

    Freiheit ist das Recht anderen zu sagen was sie nicht hören wollen.
    George Orwell

  • Hallo Erich,
    Westfront klar vermutlich war der Vater Deines Kollegen auch bei Arnheim im Einsatz (Operation Market Garden). Aber ein Einsatz bei Seelow in dieser Einheit? Würde mich interessieren, in der mir bekannten Literatur zur Div. Frundsberg wird Seelow nicht erwähnt. Vielmehr stand die Division im April südöstlich von Berlin, Richtung auf Hoyerswerda/Görlitz..
    Gruß
    Eberhard

    Suche alles über die 101. Jägerdivision.

  • Hallo zusammen,


    Wolfgang hat oben geschrieben, dass die Frundsberg am 25.2.45 in den Raum Fürstenwalde/Oder verlegt wurde.


    Wenn Fürstenwalde/Spree gemeint ist, dann könnte dass mit Seelow in etwa passen. Ist nur ca. 20 km weg.


    Wenn allerdings Fürstenberg/Oder gemeint ist, dann passt da nicht so richtig.


    Wolfgang: Kannst du bitte deine Quelle nochmals sichten?


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Hallo Roland, Wolfgang,
    auf jeden Fall war sie im April (ab wann?) in Spremberg, wurde dort eingekesselt (Siehe meinen Link weiter oben).
    Das widerspricht einem (kurz) vorherigen oder gleichzeitigen Einsatz bei Seelow, außer eben, einzelne Einheiten der Division waren an unterschiedlichen Abschnitten eingesetzt, was ja prinzipiell auch möglich wäre. Würd mich auch genauer interessieren.
    Gruß
    Eberhard

    Suche alles über die 101. Jägerdivision.

  • Hallo Zusammen,


    Effektiv war Ende Februar 1945 die Verlegung der 10. SS Panzer-Division in den Raum Rürstenwalde/Oder zur Verfügung der 9. Armee vorgesehen und auch angelaufen. Sie sollte dort im Rahmen der 9. Armee gegen sowjetische Brückenköpfe an der Oder eingesetzt werden.
    Während die 10. SS Panzer-Division verlegt wurde, begann am 01.03.1945 ein Grossangriff der Roten Armee entlang der Ihna, der innerhalb von wenigen Stunden die gesamte deutsche Front zum Einsturz brachte. Daraufhin wurden die Transporte der 10. SS Panzer-Division gestoppt und die Division wurde in den Raum Köslin befohlen. Bis zum 20.03.1945 kämpfte die Division dann im Raum nordöstlich von Stettin zwischen Naugard und Gollnow.
    Am 20.03.1945 zogen sich die Reste der 10. SS Panzer-Division hinter die Oder, westlich von Stettin - Raum Stettin - Brunn - Braunsfelde, zurück, um gemäss der neuen Gliederung "Panzer-Division 45" aufgefrischt und umorganisiert zu werden. Am 27.03.1945 erhielt die Division den Befehl hinsichtlich einer Verlegung nach Süden als bewegliche und operative Reserve für die Abwehr der erwarteten sowjetischen Grossoffensive. Zuerst wurde die Division nach Fürstenwalde (Spree ?) verlegt, um dann kurze Zeit später zur Heeresgruppe Mitte nach Niederschlesien verlegt zu werden. Sie lag dort an der Naht zwischen der 4. Panzer-Armee und der 17. Armee im Raum zwischen Görlitz und Lauban.
    Nach Beginn der sowjetischen Grossoffensive am 16.04.1945 verstärkte die 10. SS Panzer-Division zusammen mit der Führer-Begleit-Division ab dem 17.04.1945 die deutschen Kräfte im Raum Spremberg. Dort wurden beide Divisionen zusammen mit der 344. Infanterie-Division am 20.04.1945 von der Roten Armee eingekesselt. Entgegen dem Befehl von Hitler, der noch am 20.04.1945 den 3 Divisionen (10. SS Panzer-Division, Führer-Begleit-Division und 344. Infanterie-Division) befahl, die in der Zwischenzeit zur Korpsgruppe "Jolasse" (= Kommander der 344. Infanterie-Division, Generalleutnant Jolasse) zusammen gefasst wurden, einen Angriff in die Flanke der angreifenden sowjetischen Truppen zu führen und eine Verbindung zu den bei Cottbus kämpfenden Truppen herzustellen, entschlossen sich der Kommandeur der 10. SS-Panzer-Division, SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen SS Harmel und der Kommandeur der Führer-Begleit-Division, Generalmajor Remer, zum Ausbruch aus dem Kessel. Der für die 3 Divisionen verantworltliche Generalleutnant Jolasse, der sich anfangs einem Ausbruch aus dem Kessel von Spremberg widersetzte, wurde von Generalmajor Remer mit gezückter Pistole vor vollendete Tatsachen gestellt.
    Nach erfolgtem Ausbruch aus dem Kessel von Spremberg wurde am 27.04.1945 SS-Brigadeführer Harmel wegen der Misachtung des von Hitler am 20.04.1945 gegebenen Befehls das Kommando über die 10. SS-Panzer-Division entzogen und SS-Obersturmbannführer Roestel (Kommandeur der SS-Panzerjäger-Abteilung 10) übernahm das Kommando über die Reste der Division.
    Soweit eine Übersicht über die Kampeinsätze der Division zwischen Ende Februar 1945 und Ende April 1945. Vielleicht hilft diese bei der Klärung der strittigen Punkte.
    Gruss


    Wolfgang

  • Hallo Erich,



    frag mal Deinen Veteranen, ob er bei seinem Einsatz mit der "Frundsberg" verwundet wurde und anschließend auf den Tr.Üb.Pl. Beneschau zur dortigen Artillerie-Schule - Artillerie-Lehr-Regiment kam...


    Eine Abteilung dieses Regiments kam dann 1945 im Rahmen der Division "Kurmark" zum Einsatz....


    ansonsten wären natürlich Angaben zu seinem Einsatz bei der Frundsberg (welche Abteilung, Namen von Offizieren usw.) immer interessant... ;)


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Roland


    Ja, ich versuche noch etwas herauszufinden.
    Ich glaube von einer Verwundung hatte er gespochen.
    Aber wie schon geschrieben er ist jetzt 91 Jahre .
    Bei der Operation Market Garden war er eingesetzt das hat er mir erzählt.
    Sein Sohn hat ihm vor einiger Zeit ein Buch über Frundsberg geschenkt und er sagte dann zu ihm, ja das hab ich alles mitgemacht. Zur Waffen SS ist er eingezogen worden.
    Er ist erst 1951 aus russischer Gefangenschaft entlassen worden.


    Gruss Erich

    Freiheit ist das Recht anderen zu sagen was sie nicht hören wollen.
    George Orwell

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  • Hallo Wolfgang,



    du hast oben geschrieben,


    Quote

    in den Raum Rürstenwalde/Oder zur Verfügung der 9. Armee vorgesehen


    Steht das wirklich so in deiner Quelle? Diesen Ort kann ich nicht finden.


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
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  • Hallo,


    lt. Michaelis begann am 25.2.45 der Transport der Div. aus dem Versammlungsraum Stargard nach Fürstenwalde/Oder zur Verfügung der 9. Armee.


    Allerdings wurde der Transport gestoppt, nachdem die sowj. Großoffensive an der Ihna am 1.3..45 begonnen hatte und die Div. in den Raum Köslin befohlen.


    vergl. Michaelis S. 120f.


    Richtig müßte es heißen Fürstenwalde/Spree, denn es gibt kein Fürstenwalde an der Oder.


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

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  • Hallo zusammen


    Ich habe mit Kurt ( Veteran) gesprochen.
    Leider hat er seit meinem letzten Besuch merklich abgebaut.
    Trotz seiner 91 Jahre sagte er mir das er definitiv am 22.4.45 dei Seelow in russische Gefangenschaft kam und bis zum Ende bei der Frundsberg war.
    Dort war er in der schweren Artillerie eingesetzt. Er sagte das er sich noch gut an das Gewicht der Granaten erinnern konnte die fast 50 Kilo wogen.
    Verwundet wurde er zweimal in Frankreich durch Splitter. Einmal im Nacken und das zweite mal am Bein.
    Er zeigte mir sogar die Narben und seine tätowierte Blutgruppe am Arm ( A ).
    Sein Ausbilder hieß Graf von Holm. Mit Beneschau konnte er nichts anfangen. An andere Namen konnte er sich leider nicht mehr erinnern.
    Schade das er nicht noch mehr wußte , aber 70 Jahre sind doch einfach zu lang.


    Gruss Erich

    Freiheit ist das Recht anderen zu sagen was sie nicht hören wollen.
    George Orwell

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  • Hallo Erich
    finde ich interessant, weil es so eigentlich nicht in der Literatur zu finden ist...
    Ich gehe davon aus dass das was der Veteran sagt stimmen wird.
    Herzliche Grüße
    Eberhard

    Suche alles über die 101. Jägerdivision.

  • Hallo Erich,


    vielen Dank für die Nachfrage ^^


    Du hast einfach Recht, es ist alles viel zu lange her, und wenn nicht früher Aufzeichnungen gemacht wurden, kann heute aus dem reinen Gedächtnis leider nicht mehr viel "herausgequetscht" werden!! ;(


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo,


    bei dem Gewicht der Granate müsste es sich um eine 15cm schwere Feldhaubitze handeln. Der 22.04.45 und Seelow lassen sich schwer auflösen, die Front stand ja schon recht weit im Westen, in den Vororten von Berlin.




    Gruß



    Ulf

    Edited once, last by Ulf71 ().