Frühlingswind

  • Hallo,


    suche sowohl Zahlen und Daten als auch Karten und Bildmaterial über den deutschen Gegenangriff in amerikanische Bereitstellungen!


    In den Frühen Morgenstunden des 14. Februar 1943 rollt "Frühlingswind" an. Die Angriffsverbände sind im großen und ganzen die 10. Panzer-Division und die 21. Panzer-Division. Die Speerspitzen bilden Tigerpanzer der s.Pz.Abt. 504 (lnter Major Seidensticker), die an der Spitze der 10. Panzer-Division durch den Faid-Pass stoßen. Die 21. Panzer Division umgeht den Pass südlich durch die Wüste. Ziel war der Ort Sidi bou Zid.


    Die erste große Begegnung deutscher und amerikanischer Truppen Erfolgte dann in Form der "Panzerschlacht von Sidi bou Zid" am 14. Februar, nach dem die 10. Pz.Div. den Pass durchstoßen und nach Süden eingeschwenkt hat. Gegner war hier die 1. US-Panzer-Division, die sich den deutschen Truppen in den Weg stellte. Die beiden Divisionen gerieten schon bald in heftige Kämpfe, in denen sich besonders die Feuerkraft der Tigerpanzer bemerkbar machte. Dennoch sah es so aus, als ob die deutschen Kräfte schon bei dem ersten Ort aufgehalten werden würden, jedoch tauchte jetzt aus ost- und südostwärtiger Richtung die durch die Wüste gestoßende 21. Panzer-Division auf, so das sich die Amerikaner von drei Seiten erwehren mussten. Das 168. Panzer-Regiment wurde schwer eingedeckt und sein Kommandant (Oberst Alger) musste mit zusehen wie seine Kampfkraft dahin schmolz. Das 6. Panzer-Infanterie-Regiment versuchte vergebens dem Pz-Rgt zu Hilfe zu kommen.


    John D'Arcy-Dawason, Beobachter der Schlacht, schrieb in seinen Erinnerungen:


    "Was noch wenige Stunden vorher die ausgezeichnete Panzerwaffe des II. US-Korps ausgemacht hatte, war in den Abendstunden des 14. Februar nur noch ein Haufen glühender, qualmender Trümmer. Über 70 Sherman-Panzer lagen vernichtet, ausgebrannt und einige noch immer brennend, auf der Plaine bei Sidi bou Zid."


    An diesem 14. Februar verloren die Amerikaner 165 Panzer!


    Am frühen morgen stieß General Ziegler (Kommandeur der Angriffgruppe) mit seinen Divisionen weiter auf Sbeitla vor. Mittlerweile wurden beide Divisionen von ihm zu einer Gruppe zusammen gefasst. Die zwei amerikanischen Kampfgruppen A (Das erwähnte Panzer-Regiment) und C (Das erwähnte Panzer-Infanterie-Regiment) versuchten erneut die Deutschen aufzuhalten. Mittlerweile waren beide durch Reserven verstärkt worden. Wieder kam es zu einem Kampf, bei der die II./US-Pz.Rgt. 1 besonders hohe Verluste hatte. Oberst Alger geriet in deutsche Gefangenschaft.


    Am Abend des 15. wurde auch die Kampfgruppe B unter Generalmajor Robinett allamiert.


    Nach Eingang der Nachricht von der vernichtenden Panzerschlacht bei Sidi bou Zid, welche zugleich auch einer der ersten größeren Begegnung amerikanischer mit deutscher Truppen war, sagte Rosevellt:


    "Können unsere Jungs denn nicht kämpfen?"


    Am 16. Februar, als General Ziegler mit der 10. Pz.Div. auf Pichon einschwenkte wurden die Deutschen Truppen zum ersten Mal aufgehalten und der Angriff drang nicht durch. Auch die 21. Pz.Div. die sich auf den Kasserinpaß vorkempfte wurde aufgehalten. Durch nicht geplantes handeln von Rommel, aus der Mareth-Stellung auf Tebessa und an die Küste vorzustoßen, was erst abgelehnt, dann jedoch von Rommel durchgeführt wurde, wurde die Kampfgruppe Ziegler aufgelöst und die Verbände Rommel unterstellt, da sein Angriff erst erfolgsversprechend aussah. Alle Divisionen des DAK griffen jetzt nacheinander den Kasserinpaß an, einer Panzer-Abteilung gelang dann schließlich der Durchbruch.


    Der Kampf um den Kesserinpaß kostete die Amerikaner:


    169 Panzer
    95 Spähwagen
    36 Selbstfahrlafetten
    50 Geschütze


    Damit verlief sich der eigentlich geplante Angriff auf die amerikanischen Bereitstellungen, da jetzt Rommel seinen kühnen Plan in die Tat umsetzen wollte. Die ausgemärgelten Kräfte blieben bald vor den amerikanischen Kräften liegen und Rommels Plan war gescheitert, von dem Generaloberst Hans-Jürgen von Arnim (OB Pz-AOK 5) bereits bei den Vorbereitungen von "Frühlingswind" abrat, als Rommel seinen Vorschlag dort zu Tage brachte.


    Besonderst über Karten würde ich mich hier freuen!


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

    Edited once, last by Tobias Giebel ().

  • Hallo,


    das kommt dabei raus, wenn man Beiträge in Pausen schreibt! :rolleyes:


    Gruß
    Tobias

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    Kristian Eivind Espedal

  • Hallo.


    Ich nehme an, die Karte ist schon bekannt,stelle sie aber trotzdem mal ein:


    http://www.military.com/Resour…maps_map41_largerview.htm



    Gruß
    Jan


    ps: dazu empfehle ich auch das Buch von Edmund Theil,"Rommels verheitzte Armee",in dem er,als ehemaliger Ordonanzoffizier und Dolmetscher im Stab der "Heeresgruppe Afrika",aus dem KTB dieser schreibt.

    suche alles über das Gebirgs-Jäger-Regiment 756

    Edited once, last by fezzo1 ().

  • Ist bekannt welche Verluste die dt. Seite am Kasserine Pass selbst erlitten hat?


    Es interessiert mich dies den obwohl die Schlacht am KP selbst nicht von langer dauer war würde ich gerne wissen ob die dt. Verluste in dieser Operation eher auf die Kämpfe davor oder danach fallen. Es kann nähmlich sein dass trotz der nicht gerade beeindruckenden Leistung die US Army am KP "unabsichtlich" dazu führte dass Rommel danach zu "kleckern" begann und nicht in Richtung Tebessa "klotzte"...

  • Hallo,


    Weder in "Die deutsche Panzertruppe" von Jentz, noch in "Luftkampf über Fels und Wüste" von Shores, Ring und Hess, noch in "RKT des DAK" von Alman werden Angaben über deutsche Verluste gemacht!


    Wäre dann aber doch mal interessant zu Wissen unter welchen Verlusten die deutschen Streitkräfte diese enorme Anzahl an feindlichen Panzerkampfwagen abschießen konnten!


    Gruß
    Tobias

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    Kristian Eivind Espedal

  • Hallo.


    Die genauen Verlustzahlen liegen mir nicht vor,aber waren diese auch nicht ausschlaggebend.


    Der Grund,warum Rommel nicht weiter vorstieß,war die Uneinigkeit von Rommel und v. Arnim.Beide hatten grundsätzlich verschiedene Ansichten über die Kriegführung.


    Für das Unternehmen Frühlingswind wurden Rommel,als Befehlshaber,der schon zu Beginn der Offensive das Ziel Tebessa eingeplant hatte,die 21. und 10. Pz.Div. unterstellt.
    Dieser Plan wurde jedoch vom Commando Supremo nicht genehmigt,sondern eine "kleinere" Offensive.
    Die 10.Pz.Div.,die dem AOK 5 und somit v.Arnim unterstand,wurde von ihm nach dem Erfolg am KP kurzerhand zurückbefohlen.
    Ohne die Kampfkraft dieser Div. war es Rommel nicht mehr möglich,sein Vorhaben,die US-Streitkräfte komplett aufzureiben,durchzuführen.


    Gruß
    Jan

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    Edited once, last by fezzo1 ().

  • Hallo,


    das ist richtig!


    Allerdings wäre es mal interessant um die deutschen Erfolge und Leistungen richtig einschätzen zu können!


    Warum gibt es eigentlich so wenige Zahlen über deutsche Verluste?


    Gruß
    Tobias

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    Kristian Eivind Espedal

  • Hallo.


    Am 19.02.´43 ersucht Rommel nochmals das AOK 5, um seinen Vorstoß und damit die endgültige Vernichtung der US-Kräfte zu erreichen,um Unterstellung der beiden Pz.Div.
    In einer Stellungnahme teilt v.Arnim schriftl. mit:


    ".......An Kräften stehen zur Verfügung:
    10.Pz.Div. = 3 bewegl. Btlne. und 1 Pz.-Abtlg.
    21.Pz.Div. = 3 bewegl. Btlne. und 1 Pz.-Abtlg.
    ........"


    bei "Frühlingswind war u.a. auch die 1.Kp.sPz.-Abtlg. 501 mit 6 Tiger I und 9 Pz. III,der 10.Pz. unterstellt,beteiligt.



    Gruß
    Jan

    suche alles über das Gebirgs-Jäger-Regiment 756

  • Quote

    Wäre dann aber doch mal interessant zu Wissen unter welchen Verlusten die deutschen Streitkräfte diese enorme Anzahl an feindlichen Panzerkampfwagen abschießen konnten!


    Verloren heißt nicht gleichzeitg abgeschoßen sondern auch verlassen ;) Als ersten Grund würde ich die schlechte Erfahrung der US Truppen anführen, und zwar nicht die der regulären Soldaten sondern auch der Befehlshaber.


    fezzo1
    Das ist richtig (wobei das CS Rommel sehrwohl die beiden Pz.Div. unterstellte - jedoch wie du schreibst nur eine "kleine Offensive" wollte) trotzdem ist es Rommel zuzutrauen gewesen dass im Falle der Möglichkeit und des Überblicks er sein ursprüngliches Ziel (Tebessa) verfolgt hätte. Ob er dass mit den Verfügbaren Kräften machen würde? Deshalb ist es interessant zu Wissen welche Verluste bei Kasserine erlitten wurden (man trifft in der Literatur immer wieder auf das Wörtchen "blutig" - die Schlacht um den Pass selbst dauerte nicht gerade lange, wobei zwei richtige Angriffe stattfanden glaube ich) um einschätzen zu können ob falls diese geringer wären Rommel seinen ursprünglichen Plan womöglich verfolgt hätte...

  • Hallo,


    wieso verfolgt hätte??? Rommel hat seinen Plan verfolgt, der italienisch-deutsche Angriff ist allerdings vor Tebessa liegen geblieben!


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

  • Quote

    Original von Tobias Giebel
    Die Karte stelle mit Thomas mal zur Verfügung, die Quelle weiß ich leider nicht mehr, vielleicht meldet er sich ja noch!


    Hallo Tobias,


    war aus dem Panzerregiment 5.
    Grüße
    Thomas

  • Hallo Thomas,


    danke dir!


    Hast du was über die deutschen Verluste?


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

  • Tobias

    Quote

    Hallo, wieso verfolgt hätte??? Rommel hat seinen Plan verfolgt, der italienisch-deutsche Angriff ist allerdings vor Tebessa liegen geblieben!


    Da irrst du, Rommels ursprünglicher Plan war mit allen verfügbaren Kräften in Richtung Tebessa vorzustoßen, der Plan vom CS (die von fezzo angesprochene "kleine Offensive") war jedoch Richtung Thala usw. vorzugehen.
    So wurden die Kräfte nach der Eroberung des Kasserine-Passes geteilt (das "Kleckern" Richtung Tebessa und Thala - gut zu sehen an der Karte mitm link) und nur ein Teil der verfügbaren Kräfte griff in Richtung Tebessa an.
    Deshalb kann man bestimmt nicht meinen dass Rommel seinen ursprünglichen ("Alles" in Richtung Tebessa) Plan verfolgt hat.


    Ein anderer Punkt ist auch bereits angesprochen dass Arnim mehr Kräfte zurückhielt als er tatsächlich für seinen Ablenkungsvorstoß brauchte (die von fezzo angesprochenen "Unterschiedlichen Ansichten der Kriegsführung").

  • Hallo,


    du hast natülich Recht, slowik!


    Gibt es auser den passenden Chroniken eigentlich Literatur über Operation "Frühlingswind"?


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

  • Hallo Tobias,


    wenn man sich mit Nordafrika beschäftigen will, kommt man an Playfair (hier Band IV) nicht vorbei. Die Bücher gibts auch im billigeren Nachdruck, ganz ordentlich, aber nicht sehr bestandsfest, und ohne die supertollen Farbkarten im Original, die Nachdrucke sind s-w.


    Grüße
    Thomas

  • Moin.
    slowik
    Hätte Rommel alleinige Befehlsgewalt über die Divisionen gehabt,so hätte er,laut Theil,den Angriff wohl durchaus weitergeführt.
    Doch schon bei Rommels Planung des Unternehmens machte v.Arnim
    Gegenvorschläge,die dann dazu führten,daß der OB-Süd,Kesselring,die Leitung des unternehmens aufteilte.Weder das OKH noch CS konnten sich entschließen,Rommel den alleinigen Oberbefehl zu erteilen.


    Nach v.Arnim´s Ansicht war Rommels Plan viel zu gewagt und die eigenen Kräfte zu schwach.
    Nach Rommel jedoch,wurde sehr viel Zeit mit langwieriger Generalstabsarbeit (v.Arnim´s) verschenkt.


    Tobias
    Die o.g. Verlustzahlen der US-Kräfte geben leider nicht genau Auskunft denn es sind nur die der "Kampfgruppe Ziegler" und hinzu kommen noch 2876 Gefangene.Die Erfolge des DAK sind dort nicht eingerechnet.

    Gruß
    Jan

    suche alles über das Gebirgs-Jäger-Regiment 756

    Edited once, last by fezzo1 ().

  • Hallo,


    jan

    Quote

    Hätte Rommel alleinige Befehlsgewalt über die Divisionen gehabt,so hätte er,laut Theil,den Angriff wohl durchaus weitergeführt.Doch schon bei Rommels Planung des Unternehmens machte v.Arnim
    Gegenvorschläge,die dann dazu führten,daß der OB-Süd,Kesselring,die Leitung des unternehmens aufteilte.Weder das OKH noch CS konnten sich entschließen,Rommel den alleinigen Oberbefehl zu erteilen.


    Und da stellt sich für mich die Frage wie hoch (oder niedrig) die dt. Verluste am Kasserine selbst waren denn dann kommt man zu dieser Überlegung : Hätte Rommel vielleicht im Falle kaum aufgetretener Verluste am Kasserine Pass es doch vielleicht gewagt mit den zur Verfügung stehenden Kräften nur in Richtung Tebessa zu Klotzen (ohne der Teilung und des Kleckerns in Richtung Thala und Tebessa) ?
    Befehlsgewalt hin oder her, Rommel hat schon ganz andere Anweisungen des CS mißachtet.


    Im Falle der Fälle dass die dt. Verluste am Kasserine Pass selbst ausreichten um Rommel von einem "klotzendem" Vorgehen abzuhalten (wie gesagt, Rommel hat schon einige male davor auf Anweisungen "von oben" gepfiffen) hätten die US Kräfte am Pass trotz ihrer eher schwachen Vorstellung eine noch größere Niederlage abgewendet...


    Quote

    Nach v.Arnim´s Ansicht war Rommels Plan viel zu gewagt und die eigenen Kräfte zu schwach. Nach Rommel jedoch,wurde sehr viel Zeit mit langwieriger Generalstabsarbeit (v.Arnim´s) verschenkt.


    Ich weiß, in diesem Fall muß man Rommel jedoch, im nachhinein, recht geben.

  • Hallo.


    slowik


    "....im nachhinein, recht geben."


    Dem stimme ich zu !


    Die tatsächlichen Verluste dürfte man evtl. dem KTB der Heeresgruppe entnehmen,welches dem Buch von Theil als Vorlage diente und im MA liegt.
    Der Verlust durch das Herausziehen der 10.Pz.Div. auf Befehl v.Arnims dürfte allerdings sehr viel schwerwiegender gewesen sein.
    Direkt auf "Frühlingswind" wurde ja das Unternehmen "Tebessa-Le Kef" gestartet.Hierbei wurde die 10.Pz.Div.,gerade aus dem Gefecht kommend,auf dem Weg in die Ausgangsstellungen,sofort wieder zurückbefohlen.


    In dieser,aus Rommels Sicht sinnlos verstrichenen Zeit,hätte man sicherlich den US-Truppen eine noch größere Niederlage bereiten können.


    Gruß
    Jan

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