Ich lese gerade...

  • Hallo,


    ich möchte Euch hier ein Buch für kleines Geld vorstellen, für alle die, die sich für Sütterlin interessieren bzw dies erlernen möchten.


    Preis 5,80 Euro


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    Übersichtlich und logisch aufgebaut, zeigt dieses Büchlein verschiedene Lesproben der deutschen Schreib- und Druckschriften.
    Die Hauptgliederung ist zweiteilig 1. Schreibschrift und 2. Druckschrift.

    Grüße und bleib(t) Gesund - Matthias

  • Hallo zusammen!


    Ich lese gerade "The Italian Navy in World War II" von James Sadkovich.


    Das Buch geht detailliert auf das Leistungsvermögen der italienischen Marine (RMI) während des Zweiten Weltkrieges ein.


    Wie alle Aufsätze des Autors, die sich mit der militärischen Rolle des deutschen Achsenpartners befassen, ist auch seine Einzeldarstellung lesenswert. Warum sie ohne Sachkenntnis und textkritischen Zugang dennoch nur eingeschränkten Wert hat, versuche ich im Folgenden zu erörtern.


    Zunächst allerdings zum Kontext, in dem diese Arbeit entstanden ist. Seit rund zwei Jahrzehnten ist im englischen Sprachraum eine militärische Neubewertung Italiens zu beobachten, die in erster Linie durch den erstmaligen Rückgriff auf italienische Quellen angetrieben wird (Interessenten finden eine Literatur-Auswahl am Ende des Beitrags). Das ist immerhin ein deutlicher Fortschritt zur bis dahin gängigen Praxis, auf übersetztes deutsches Material (z.B. Rommel Papers) oder die alliierte Seekriegsgeschichte (z.B. Roskill) zurückzugreifen, denen man ohne weiteres eine einseitige Sichtweise attestieren kann. Die daraus resultierenden Stereotype wurden ja auch in der deutschen Sekundärliteratur zuverlässig reproduziert.


    Wenn der Autor also in der Einleitung die unausgewogene und durch (italienische) Quellen kaum haltbare Kritik an der Leistungsfähigkeit der RMI bemängelt, dann tut er das zu Recht. Umso bedauerlicher ist es dann, wenn er selbst eine klare Agenda verfolgt: Die Rehabilitation der Italiener um jeden Preis. Ein roter Faden, der sich leider durch alle Arbeiten des Autors zieht und umso ärgerlicher ist, weil er gar nicht nötig gewesen wäre, um zu beweisen, dass die RMI eben nicht feige und unfähig war.


    Wenn ich nun im weiteren Verlauf immer wieder italienische Versäumnisse herausstelle, dann dient das der Illustration der Parteilichkeit des Autors und nicht als Beweis für die Inkompetenz der RMI. In der Tat hat die italienische Marine, gerade auch angesichts ihrer unbestreitbaren technischen und materiellen Unzulänglichkeiten, die in sie gestellten Aufgaben oftmals erfüllt!


    Nun aber zum eigentlichen Kern:


    Während Sadkovich z.B. bei Tarent (erfolgreicher britischer Luftangriff auf die italienische Schlachtflotte) durchaus auf einige Schwächen in der Hafenverteidigung hinweist (bspw. war nur ein Teil der vorgesehenen Torpedonetze ausgelegt), verliert er in seinen Ausführungen kein Wort über die eigentliche Ursache für den Erfolg des Unternehmens: Die RMI war über den Stand der Torpedotechnik und den sich daraus ergebenden Einsatzmöglichkeiten schlicht nicht im Bilde. Siehe neuerdings Caravaggio, Angelo N.: The Attack at Taranto: Tactical Success, Operational Failure, in: Naval War College Review (2006): pp. 103-127


    Eine Nachlässigkeit, die der italienische Marine in den ersten Monaten des Krieges teuer zu stehen kommt. Und obwohl Sadkovich diese Verluste minutiös auflistet, steht für ihn vor allem die Feststellung im Vordergrund, dass nach Tarent kein italienisches Schiff mehr in einem Hafen durch Torpedoflugzeuge versenkt werden konnte.


    Ein weiteres Beispiel für die voreingenommene Argumentationsführung des Autors ist die Darstellung der Ereignisse im Rahmen der Beschießung Genuas durch die RN (Operation Grog) Anfang 1941. Obwohl es sich dabei um einen kühnen Vorstoß der britischen Flotte tief in den italienisch beherrschten Raum hinein handelte, ein Unterfangen das die RMI den gesamten Krieg über nicht wagte, ist er für Sadkovich lediglich der Beweis, dass die RN das von Italien (eigentlich den deutschen Fliegerkräften) kontrollierte zentrale Mittelmeer meiden wollte. Die Beschädigung von "nur" 32 der 55 Handelsschiffe im Hafen wertet der Autor schließlich als "sehr geringen Erfolg", als Propaganda-Coup.


    Warum es einer feindlichen Flotte gelang, unbemerkt (!) rund 1.200 KM zurückzulegen um schließlich völlig unbehelligt (!) einen der wichtigsten italienischen Häfen bei Tage (!) rund eineinhalb Stunden zu beschießen, um danach genauso unbehelligt wieder zurückzukehren, wird vom Autor nicht thematisiert. Dabei wären die in diesem Zusammenhang stehenden Schwächen der italienischen Luftaufklärung und des luft-, land- und seebasierten Objektschutzes einen Blick allemal wert gewesen.


    Zu dieser argumentativen Befangenheit gesellen sich leider auch ein paar inhaltliche Schnitzer: Die konzeptionellen Schwächen der italienischen Schiffskonstruktionen versucht der Autor etwa dadurch zu erklären, dass lediglich Frankreich eine Rolle in der italienischen Strategie gespielt habe, wenn tatsächlich das Gegenteil der Fall ist. Vergleiche hierzu wie im Folgenden die quellengesättigte Darstellung von Robert Mallet: The Italian Navy and Fascist Expansionism, 1935-1940, London 1998


    Immer wieder weist der Autor zudem auf das folgenreiche Fehlen von Trägern für die Kampfführung der RMI hin. Offenbar in der Annahme, dass es sich dabei um eine politische Entscheidung gehandelt habe, wenn es in Wahrheit die RMI selbst war, die noch zu einem Zeitpunkt Träger abgelehnt hat, als selbst eine Kontinentalmacht wie Deutschland welche im Bau hatte.


    Problematisch wird es allerdings erst, wenn es um die Bewertung deutscher Vorgänge geht. Hier leistet sich der Autor einige außerordentliche Fehleinschätzungen. Ein Blick in die Bibliografie ist dabei erhellend. Obwohl auch deutsche Quellen Eingang gefunden haben, ist ihre Auswahl nicht breit und aktuell, ihre Deutung nicht kenntnisreich genug. Der Einfluss der Marineführung auf die Formulierung der deutschen Kriegsziele wird beispielsweise vom Autor konsequent überschätzt und gründet sich in erster Linie auf einen (falschverstandenen) Beitrag Schreibers aus den 1980er Jahren. Dabei hat gerade Schreiber - vom Autor offenbar unbemerkt - die deutsche Mittelmeerstrategie ausführlich vorgestellt. Siehe dazu u.a. derselbe et al.: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Band 3, Der Mittelmeerraum und Südosteuropa. Von der "non belligeranza" Italiens bis zum Kriegseintritt der Vereinigten Staaten, Stuttgart 1984


    Und wenn Sadkovich schon gegenüber den ehemaligen Gegnern Italiens tendenziös argumentiert, dann gibt es für ihn beim einstigen Bündnispartner kein Halten mehr. Wenn die RMI erst nach der Seeschlacht von Matapan davon Kenntnis erhielt, dass Radaranlagen nunmehr auch auf Schiffen zu finden waren, dann war das vor allem die Schuld der Kriegsmarine, die sie - in der Annahme, derartiges wäre den Italienern ohnehin bekannt - nicht darüber in Kenntnis setzte. Und das, obwohl der Autor selbst festhält, dass den Italienern bereits lange davor Aufnahmen von Schiffen mit Radaranlagen vorlagen, offenbar aber nicht den entsprechenden Stellen zugegangen waren.


    Überhaupt war Matapan, die deutlichste Niederlage der RMI, in erster Linie ein deutsches Verschulden. Das fängt beim Drängen der deutschen Marineführung nach einer derartigen Operation an, obwohl - auch das hält der Autor fest - der italienische Flottenchef den Admiralstab in dieser Frage genauso bedrängte und letzterer in seiner Entschlussfassung immerhin eigenständig war. Weiter geht es mit einer fehlerhaften Meldung deutscher Fliegerverbände, die darauf schließen ließ, dass die RN nur noch über ein einsatzbereites Schlachtschiff im östlichen Mittelmeer verfügen würde, wenn es derer drei waren. In der Tat ein Problem, wenn die Richtigstellung nicht noch rechtzeitig den italienischen Stellen zugegangen wäre. Letztere waren jedoch nicht in der Lage diese Information dem Flottenchef zeitnah zur Kenntnis zu bringen. Und schließlich passte auch der Jagdschutz nicht, weil die Luftwaffe ihre Jagdflugzeuge in den Abendstunden nicht riskieren wollte, wenn das eigentliche Problem die Entscheidung des italienischen Flottenchefs war, kehrtzumachen und die Nacht über de facto bewegungslos in feindlichen Gewässern zu verbringen.


    Der militärische und wirtschaftliche Beitrag Deutschlands wird dagegen an jeder erdenklichen Stelle marginalisiert. Dabei war es im weiteren Kriegsverlauf z.B. die KM, die u.a. unter Aufgabe ihrer Fähigkeit zur Atlantikkriegführung mit schweren Überwasserstreitkräften, die RMI mit so viel Öl versorgte, dass sie wenigstens ihre dringendsten Aufgaben erfüllen konnte.


    Warum ist das Buch also dennoch lesenswert?


    Einerseits muss man festhalten, dass der Autor in der Beschreibung dieser Vorgänge durchaus dazu in der Lage ist der Argumentation gegensätzliches anzuführen. Meist geschieht dies in Fußnoten, immer wieder aber auch im Text (dort allerdings oftmals relativierend), sodass sich der aufmerksame Leser ein eigenes Bild machen kann. Der Autor rezipiert in diesem Zusammenhang praktisch die gesamte italienisch- und englischsprachige Literatur zum Thema und ermöglicht damit einem fremdsprachigen Publikum erstmals einen Einblick in die unterschiedlichen Auffassungen und den Stand der (RMI-)Forschung zu Beginn der 1990er Jahre. Darüber hinaus gibt es auch heute noch keine englischsprachige Darstellung, die über umfangreicheres statistisches Material zur RMI verfügt, als "The Italian Navy". In über 40 Tabellen wird auf eine Fülle von aufschlussreichen Einzelheiten eingegangen. Und schließlich gelingt dem Autor, trotz argumentativer Schlagseite, trotzdem der überzeugende Nachweis, dass die RMI weder feige noch ineffektiv oder inkompetent war. Und das ist gerade auch für das deutsche Publikum, dessen Wahrnehmung des italienischen Kriegsbeitrags gerne mal verzerrt ist, allemal lesenswert.


    Weiterführende Literatur:


    Battistelli, Pier et al.: Italian Medium Tanks, 1939-45, Oxford 2012
    Carrier, Richard: Some Reflections on the Fighting Power of the Italian Army in North Africa, 1940-1943, in: War in History (2015): pp. 503-528
    Ceva, Lucio: The North African Campaign, 1940-43: A Reconsideration, in: Journal of Strategic Studies XIII (1990): pp. 84-104
    Griffith, Paddy: World War II Desert Tactics, Oxford 2008
    Palermo, Michele: North Africa Air Battles, November-December, 1941, Rome 2011
    Sadkovich, James: Of Myth and Men: Rommel and the Italians in North Africa, 1940-1942, in: International History Review XIII (1991): pp. 284-313
    Sullivan, Brian: The Italian Soldier in Combat, June 1940-September 1943: Myths, Realities and Explanations, in: Time to Kill: The Soldier’s Experience of War in the West, London 1997


    MfG

    Whoever saves one life, saves the world entire.
    Talmud Jeruschalmi

    Edited 2 times, last by Rote-Kapelle ().

  • Hallo,
    ich lese gerade die Dissertation von Imke Wendt, - Im Osten Krieg - im Westen "Badebetrieb und Winterschlaf"? Der Zweite Weltkrieg an der Ost- und der Westfront aus Sicht ehemaliger Wehrmachtsangehöriger.-
    Wenn Frau mit über vierzig Mutter wird und nichtsdestotrotz über viele Jahre aufwendige Arbeit mit Zeitzeugen und Universitätsarchiven in Angriff nimmt, muss man eindeutig vom stärkeren Geschlecht sprechen.
    Herausgekommen ist ein gewaltiges Mammutwerk mit 1500 Seiten, die interviewten Kriegsteilnehmer (u.a. 16. Pz-Div, 24. Pz-Div, Div Großdeutschland) steuerten zum Teil ihre damaligen Tagebuchaufzeichnungen bei.
    Schon das in der Einleitung verwendete Zitat bezeugt ihre Unbefangenheit und die anklagefreie Umsetzung:


    „Geschichte ist nie eine gerade Strecke von A
    nach B. Das Problem vieler Historiker ist, dass sie
    von heute aus zurückblicken und, - weil sie alles
    besser wissen, von den Zeitzeugen verlangen, es
    auch schon zu wissen. Mich interessiert dagegen,
    wie die Zeitgenossen es damals sahen – und ich
    möchte ihnen Gerechtigkeit widerfahren lassen.“

    Als gedruckte Variante im Selbstverlag erhältlich (3 Bände) oder als PDF bei der Universität zum Herunterladen
    Dissertation Im Osten Krieg - im Westen „Badebetrieb und Winterschlaf
    http://ediss.sub.uni-hamburg.d…7665/pdf/Dissertation.pdf
    mfg petr

  • Hallo Petr,
    für eine Dissertation ein ungewöhnlich großer Umfang! Hab schon angefangen das zu lesen, sehr vielversprechend; auch die Ausführungen zur Methodik, Oral History, etc.
    Danke fürs Einstellen.
    Herzliche Grüße
    Eberhard

    Suche alles über die 101. Jägerdivision.

  • Moin,


    ich lese gerade "Höllensturz" von Ian Kershaw. Erschienen bei DVA (Deutsche Verlags-Anstalt), gebunden, 764S., 34,99€


    Im ersten von zwei Bänden beleuchtet der britische Historiker, dessen Hitler-Biographie große Beachtung fand, die Epoche von 1914 bis 1949 (!) und versucht, zukünftig komplettiert durch den von ihm angekündigten Folgeband 1950-1990, das für Europa so schicksalshafte 20. Jahrhundert politisch, gesellschaftlich, wirtschaftlich und militärisch aufzuarbeiten.


    Das Buch ist in neun Kapitel chronologisch unterteilt, so dass die Entwicklung der Katastrophe besser nachvollzogen werden kann. Kershaws Schreibstil ist unkompliziert, er hat viele Verweise auf Quellen, die er leider nicht mit Fußnoten unterlegt. Auch enthält das Buch recht viele persönliche Eindrücke Beteiligter, was explizit nicht der historisch-wissenschaftlichen Qualität, sondern der Veranschaulichung dienen soll. Ich finde, gelungen.


    Für mich persönlich ist dieses Werk eine Bereicherung und setzt meine Erkundung der Ursachen der gegenwärtigen gesellschaftlichen und politischen Probleme in Europa fort, die bereits mit der Lektüre der "Schlafwandler" von Christopher Clark, der das vorliegende Buch von Kershaw als "Meisterwerk" bewirbt, viele Antworten gefunden hat.


    Ich bin fest davon überzeugt, dass zum Verständnis der aktuellen Probleme im nahen Osten, am schwarzen Meer, im Baltikum (da schlummert die Krise noch), aber auch in Kerneuropa die Kenntnis der Entwicklung zum ersten Weltkrieg unabdingbar ist und Voraussetzung zum Verständnis der Entstehung und Auswirkung des zweiten Weltkriegs sein dürfte.


    Ich kann die Anschaffung (und Lektüre!) empfehlen.


    Lg Justus

  • Hallo Justus,


    wie ich ich bereits in meinem kurzen Thread vom Okt. d. l. J. zum Buch Höllensturz von Kershaw schrieb sind seine Sichtweisen oder Schlussfolgerungen manchmal höchst überraschend. Besonders wenn er eine - sozusagen - kontinentale Perspektive einnimmt. Für mich höchst bedrückend ist in welchem Maße europaweit die nationalistische und faschistische Karte von allen beteiligten Auguren und Politikern gespielt wurde und die Staaten in antagonistische Positionen trieben, mit einer erschreckenden Zwanghaftigkeit.


    Empfehlenswert zu diesem Zeitraum auch die Arbeit vom britischen Historiker Eric Habsbawm, Zeitalter der Extreme, dtv 1998.


    Beste saisonale Grüße


    Paul


    G-W-G'

  • Hallo zusammen,


    ich lese gerade "Meine Schulzeit im Dritten Reich"; Erinnerungen deutscher Schriftsteller; Herausgegeben von Marcel Reich-Ranicki.


    Erstaunt hat mich, wie detailliert sich die Autoren nach rund 50 Jahren an Ereignisse aus ihrer Schulzeit im Dritten Reich erinnern können (oder zu erinnern glauben). Hilfreich sind hierbei sicherlich die schriftstellerischen Fähigkeiten, die Gedächtnislücken mühelos füllen können.
    Die anfängliche Begeisterung der jugendlichen Schüler, die kaum erwarten konnten, von der Schulbank an die Front zu "dürfen", die spätere Ernüchterung angesichts der drohenden Niederlage, die vielen gefallenen Schulkameraden, all dies und mehr findet sich in den Erinnerungen der Schriftsteller.
    Dass Geschichte, wenn sie passiert, oft banal ist und ihre Bedeutung erst im Nachhinein gewinnt, dass man nichts wissen kann, wenn man es nicht selbst erlebt hat, diese Erkenntnisse haben sich mir bei der Lektüre dieses Buches (wieder einmal) bestätigt.


    Wer das Buch nicht kennt und es lesen möchte, dem schicke ich es gerne kostenfrei zu.


    Gruß Cristiane

    "Feigheit ist die Mutter der Grausamkeit" Montaigne


    Suche Einsatzorte 3./schwere Artillerie Abt. 848 ab Juni 1943


  • Hallo zusammen,


    ich lese z.Z. " Wir flogen gen Westen " von Jan Horn Band 1, "Die Chronik des Kampfgeschwaders 6 der deutschen Luftwaffe 1941-1945",
    Teil 1 gerade fertig gelesen und den zweiten Band gerade angefangen.
    Wie ich finde, eine sehr gut dokumentierte Chronik die keine Fragen offen läßt.
    Eingebunden sind immer wieder mal persönliche Erlebnisse der damaligen Geschwaderangehörigen.
    Das Bildmaterial sehe ich als tolle Ergänzung zum schriftlichen Teil der beiden Bände. Insgesamt sehr gut rechecherierte Geschwaderchronik, der Band 1 behandelt die ersten drei Gruppen und der zweite Band die IV Gruppe.
    Ergänzt wird die Chronik mit Verlustlisten und Fotos der Geschwaderangehörigen. Es tauchen ein paar Tippfehler und kleine Fehler beim Satz des Textes auf, die mich nicht weiter gestört haben. Sachlich und ohne Pathos geschrieben empfehle ich die beiden Bände sehr.
    Der einzige Wermutstropfen ist der recht hohe Preis für den Band Eins, der nicht mehr leicht zu bekommen ist.
    ISBN Band 1: 9783000132910 ab ca. 95,--Euro
    ISBN Band 2 : 9783000245794 ab ca. 65,--Euro


    Grüße aus dem wilden Süden
    Ivo

  • Hallo zusammen,


    ich lese gerade "Ein Grenadier entscheidet eine Schlacht" von Ingo Möbius...Die Erinnerungen von Günter Halm, RK Träger des Afrika Korps.
    Sehr unterhaltsam, viele Einblicke ins "normale" Soldatenleben und den Frontalltag. Überraschend viel geschichtliches Hintergrundwissen, Taktik
    und Karten zum Krieg in Afrika. Viele Bilder auch von anderen Personen der Zeitgeschichte die den Weg von G.Halm im Krieg kreuzten.
    29,90 in meinen Augen allerdings 5-10 Euro zuviel für eine Soldatenbiographie die es durch oben genannte Ausflüge dann doch auf knapp 380 Seiten bringt.
    Die Signatur von Herrn Halm wiegt dies aber für mich wieder auf.


    Grüße


    Stefan

    Suche sämtliches Bildmaterial der 8.Infanterie- / Jägerdivision.

  • Hallo Ivo,
    ...."der einzige Wermutstropfen" bei Deiner umfassenden Buchvorstellung: um WELCHES Geschwader handelt es sich??
    Ratlose Grüsse
    Ingo

  • Guten Morgen, mein lieber Ingo,


    ich habe weder Kosten noch Mühen gescheut, war schon völlig verzweifelt, bis mir der Gedankenblitz kam, die olle Tante Gugel zu konsultieren.
    Ich hatte Erfolg. :thumbsup:


    Beste Grüße Thomas



    Jan Horn: Wir flogen gen Westen


    Die Chronik des Kampfgeschwaders 6 der deutschen Luftwaffe 1941-1945
    Teil 1


    Die Gliederung des Inhalts:
    - Die Entstehung des Geschwaderstabes
    - Der Ausbau zu einem Kampfgeschwader
    - Zwischen Leningrad und Stalingrad
    - Pfadfinder und Beleuchter über England
    - Unterstützung für Rommel
    - Der Angriffsführer England
    - Operation Husky
    - Einsatz der II./KG 6 in der Ägäis
    - Operation Overlord
    - Umschulung zu Jagdfliegern in Prag
    - Mit der Me 262 in der Reichsverteidigung
    - Die Träger des Deutschen Kreuzes im Kampfgeschwader 6
    - Die Ritterkreuzträger im Kampfgeschwader 6
    - Ortsregister
    - Personenregister
    - Verbands- und Einheitenregister
    - Stellenbesetzung im KG 6
    - Quellen- und Literaturhinweise
    - Nachwort

    Dieses Buch schildert den Werdegang des jüngsten Kampfgeschwaders der deutschen Luftwaffe von
    seiner Aufstellung 1941 bis zum logischen Ende 1945 im Prager Raum. Ausgerüstet mit dem modernsten
    Gerät, wie Ju 88 A-14, Ju 188 E-1, Ju 188 A-2 sowie dem Strahljäger Messerschmitt Me 262, flogen
    die Besatzungen, am Kriegsende nur noch die Flugzeugführer, mit konsequentem Einsatz sich
    aufopfernd wollend, für ihr Vaterland.
    Pappeinband, 338 Seiten plus Bildanhang, SW-Abbildungen, Großformat.

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Lieber Thomas,
    wo Du recht hast, hast Du recht :-)
    An die gute Tante Gugel hatte ich garnicht gedacht....
    Aber bei der umfassenden Darstellung des Horn'schen Buches, wären' s einfach 3 Typs "mehr" gewesen.
    Ich gugel schon soo viel, da möchte "man" es sich schon ersparen :-)
    Ist ja kein Beinbruch; wir alle vergessen mal etwas in Threads (vor allem ich!).
    Insoweit war meine Replik kein Vorwurf an Ivo, sondern ledigl eine Anregung, "vor lauter Wald nicht den Baum zu vergessen"
    Beste Grüsse
    Ingo

  • Hallo Ingo,


    alles gut. ;)


    Habe den betreffenden Post um den Titel erweitert, Ivo wird es mir nachsehen.  8)


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo Ingo, Hallo Thomas,


    Die Einheit anzugeben habe ich glatt verschlafen, mia Culpa - ich gelobe Besserung


    Grüße aus dem wilden Süden
    Ivo

  • Hallo zusammen!


    Ich lese gerade "Japan im Pazifischen Krieg: Herrschaftssystem, politische Willensbildung und Friedenssuche" von Gerhard Krebs.


    Wer sich hier eine Abbildung militärischer Vorgänge im Pazifikkrieg erwartet, wird enttäuscht werden. Wie der Untertitel präzisiert, handelt es sich hierbei um einen Beitrag zur politischen Geschichte.


    Dabei umfasst der Betrachtungszeitraum nicht nur die Rolle Japans im Zweiten Weltkrieg, sondern auch dessen Vor- und (unmittelbare) Nachkriegsgeschichte.


    Ein Blick in das über einhundert Seiten umfassende Quellen- und Literaturverzeichnis offenbart dem Leser die Monumentalität dieses Vorhabens. Doch trotz der überaus umfangreichen Rezeption westlicher Literatur bleibt sie auffällig lückenhaft. Zur Nichtbeachtung bedeutender Werke zählen u.a. Michael Banharts: Japan Prepares for Total War. The Search for Economic Security, 1919–1941. Cornell 1988, John Dowers: Embracing Defeat. Japan in the Wake of World War II. New York 1999, wie auch Edward Millers: Bankrupting the Enemy: The U.S. Financial Siege of Japan before Pearl Harbor. Annapolis 2007.


    Ungewöhnlich ist außerdem die Praxis des Autors, die ins Literaturverzeichnis aufgenommenen Schriften nicht grundsätzlich auch zu verarbeiten. Ein Beispiel hierfür ist Jonathan Parshalls und Anthony Tullys Meisterwerk zur Trägerschlacht um Midway: Shattered Sword: The Japanese Story of the Battle of Midway. Dulles 2005. Ein Vorgehen, das wissenschaftliche Standards eigentlich verletzt.


    Dessen ungeachtet hat der Autor hier die umfangreichste, deutschsprachige Darstellung zur japanischen Weltkriegsgeschichte vorgelegt und damit einen unverzichtbaren Beitrag zur deutschen Japanforschung geleistet. Letztere ist leider über einige wenige Einzelbeiträge zur hier behandelten Showa-Periode nie hinausgekommen. Das Feld ist praktisch verwaist. Fast alle wesentlichen Beiträge stammen zudem vom Autor selbst. Daher ist es auch nicht verwunderlich, wenn es gerade Krebs gelingt, dem deutschsprachigen Publikum hiermit erstmals die wesentlichen politischen Entwicklungen innerhalb des japanischen Kaiserreiches jener Zeit darzustellen.


    Die ersten gut 250 Seiten widmet der Autor der Vorkriegszeit. Er nutzt diesen Raum nicht nur zur Beschreibung der relevanten politischen Vorgänge, sondern auch um die tragenden Institutionen und Akteure vorzustellen. Letztere sollen dann, ähnlich einem Schachspiel, in den folgenden Kapiteln "zum Laufen gebracht werden" (Krebs, 2010, S. 13).


    Diese Vorgehensweise ist durchaus begrüßenswert, scheitert jedoch aufgrund der Themenfülle an ihrer Oberflächlichkeit. Wenn bedeutende Aspekte des japanischen Herrschaftssystems, etwa seine Entscheidungsorgane, auf wenigen Seiten abgehandelt werden, wird das der Komplexität des Themas nicht gerecht.


    Kritik, die sich auch andere Abschnitte der Arbeit gefallen lassen müssen. Die Beschreibung der vielfältigen Vorgänge und Teilnehmer ist leider häufig kursorisch geblieben. Sicherlich auch ein Resultat der Ereignisdichte, die den verfügbaren Raum spürbar überfordert.


    Ein Problem, das der Autor durch eine thematische Gewichtung auszugleichen versucht, damit der Kritik jedoch Tür und Tor öffnet.


    Dazu zählt die flüchtige Behandlung der innermilitärischen Auseinandersetzungen der Vorkriegszeit, die insgesamt erhebliche innenpolitische Rückwirkungen entfalten sollten, genauso, wie die Überlegungen des amerikanischen Außenministeriums zur japanischen Nachkriegsordnung, denen im Verhältnis dazu deutlich mehr Raum zur Verfügung steht. Im Gegensatz dazu fristen dann z.B. die japanischen Unterhauswahlen aus dem Jahre 1942 auf acht Seiten ein geradezu unwürdiges Dasein, obwohl sich ihre ausführliche Erörterung, ob ihrer politischen Dimension, förmlich angeboten hätte. Der Autor versäumt es an dieser Stelle Edward Dreas Monographie: The 1942 Japanese General Election: political mobilization in wartime Japan. Kansas 1979, substanziell zu erweitern oder wenigstens nachvollziehbar wiederzugeben. Stattdessen hat der Leser, aufgrund der starken inhaltlichen Verdichtung des Autors, Mühe überhaupt dem Wahlausgang zu folgen.


    Bedeutend, und zwar über alle Sprachgrenzen hinweg, ist demgegenüber die Darstellung der verschiedenen Oppositionsgruppen und ihrer Tätigkeiten zur Kriegsvermeidung wie -beendigung. Hier hat der Autor, ohne grundsätzlich Neuland zu betreten, einen wesentlichen Forschungsbeitrag zum besseren Verständnis dieser politischen Gegenbewegungen geleistet.


    Von hohem Erkenntnis generierenden Wert ist in diesem Zusammenhang der extensive Rückgriff des Autors auf die zahlreichen schriftlichen Darlegungen der beteiligten Akteure, die in einem persönlichem Rahmen entstanden sind. Mit dem Tode Hirohitos, des Kriegskaisers, Ende der 1980er Jahre, setzte in Japan eine Veröffentlichungswelle von privaten Schriftstücken ein, die aus kaiserlicher Rücksichtnahme der breiten Öffentlichkeit zuvor unzugänglich waren. Daraus lassen sich zeitgenössische Perzeptionen der handelnden Persönlichkeiten genauso ersehen, wie Rückschlüsse auf deren Verhaltensmuster ziehen.


    Das reicht jedoch insgesamt nicht aus, um die hohen inhaltlichen Erwartungen - die sich der Autor selbst zum Ziele stellt - zu erfüllen.


    Zum einen ist dafür, neben den bereits erwähnten Einschränkungen, die Nichtbeachtung bekannter sozio-kultureller Eigenheiten verantwortlich.


    Dazu zählt u.a. das Prinzip der zwei Gesichter, des "honne" und "tatemae". Die soziale Interaktion wird in Japan maßgeblich durch die gesellschaftliche Situation bestimmt. In der Öffentlichkeit maskiert man persönliche Gefühle, die eigene Meinung und sogar seinen Willen zugunsten kollektiver, mit Funktion und Stellung verbundener Ordnungen. Individuelle Aspekte werden lediglich im kleinsten, privaten Kreise offenbart.


    Der Generalstabschef der japanischen Marine, Admiral Nagumo, wird vom Autor daher beispielsweise als Kriegstreiber verortet, weil er in den Konferenzen - in seiner Funktion - keine Vorstöße zur Friedenswahrung in Betracht zog, sondern ausschließlich auf die Kriegsvorbereitung und schließlich -eröffnung drängte und damit militärischen Gesichtspunkten folgte. Tatsächlich schien eine rasche Kriegseröffnung aus Sicht der Marine durchaus ratsam, da ihre Ölbestände täglich sanken und damit die Operationsfreiheit einzuschränken drohten.


    Seine Haltung wäre jedoch insgesamt wesentlich differenzierter zu beurteilen gewesen, da er privat völlig andere Ansichten vertrat, diese jedoch aufgrund der herrschenden gesellschaftlichen Strukturen nicht öffentlich artikulieren konnte. Auf diese facettenreichen Sozialinteraktionen und ihren Stellenwert für die Verortung ihrer Akteure hat zuletzt Eri Hotta kenntnisreich hingewiesen: Japan 1941: Countdown to Infamy. New York 2013


    Zum anderen stellt der Autor aber auch wichtige Fragen zum Herrschaftssystem, seinen Prozessen, Entwicklungen, Ergebnissen und Akteuren nicht.


    Wenn Krebs z.B. im Zusammenhang mit der Demission des Tojo-Kabinetts auf die sich verschlechternde Stimmungslage des Unterhauses gegenüber der Regierung hinweist, ohne dabei auf die Ursachen dafür einzugehen, kommt der Autor über die Wiedergabe (hinreichend) bekannter Fakten nicht hinaus. Das ist enttäuschend und führt dazu, dass sich der Erkenntnisgewinn der Arbeit für das versierte Publikum im Wesentlichen auf die bereits diskutierte oppositionelle Komponente des japanischen Staatssytems beschränkt. Wer hingegen durch eine Sprachbarriere am Zugang zu fremdsprachiger Literatur gehindert wird, kommt daran freilich nicht vorbei. Selten erschöpfend und nicht immer ausgewogen, gewährt der Autor dem Leser dennoch einen durchaus interessanten Einblick in die Materie.


    MfG

    Whoever saves one life, saves the world entire.
    Talmud Jeruschalmi

    Edited 4 times, last by Rote-Kapelle ().

  • Guten Abend,


    ich lese wiederholt ein Buch des Autors Heinrich Jaenecke über das Thema des spanischen Bürgerkrieges.


    Titel Es lebe der Tod: Die Tragödie des Spanischen Bürgerkrieges


    Heinrich Jaenecke / Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Jaenecke


    Das Buch aus dem Jahr 1983 ist vielleicht die beste deutschsprachige Abhandlung über diesen grausamen Bürgerkrieg, ein gutes Buch, ein wichtiges Buch.


    Gruß


    Micha

  • Guten Abend,


    ich habe die Tage "Ostpreußen - Biographie einer Provinz" von Hermann Pölking fertig gelesen.


    Sehr empfehlenswert. Anfangs nach etwas schwerem Zugang entfaltet sich schnell Land, Leute und Leiden von Ostpreußen.


    Worin ich gerne immer wieder blättere, so auch im Moment: "So sah die Welt von oben aus - Historische Aufnahmen aus dem Zeppelin" von Hans Jürgen Hansen.


    Ein "Bilderbuch", dass unzerstörte Städte und Landschaften zeigt.


    Grüße


    Uli

    *** Suche alles zum 22. SS-Panzergrenadier-Regiment (10. SS-Panzerdivision "Frundsberg") und R.A.D. 2/214 Oedt. Wer hat Informationen zum Schützen-Regiment 69 (1941)? Wer hat Informationen zur Flugzeugführerschule Crailsheim (1943-45)? Danke! ***

  • Morjen!
    Ich lese gerade:
    Ich war erst Fünfzehn. Ein selbst verfasster Erlebnisbericht von Hans B. In minimaler Ausgabe /kopiert hergestellt und in Leim gebunden. Vermutlich gab es nur wenige Exemplare für Familie und Freunde.
    Er diente bis Ende 1944 als Flakhelfer an der 8,8. in Münster. Januar 1945 ging es nach Lipno bei Thorn zum RAD. Dort eingekleidet und mit Kleinkaliber ging es direkt am folgenden Morgen auf heillosen Rückzug gen Westen.In Dresden schikanöser Drill beim Luftwaffen-Ausbildungsregiment. Einsatz im Erdkampf in einem Luftwaffen-Infanterie-Regiment an der Oder. Gefangennahme im April am Schloß bei Reichenow. Von Frankfurt/Oder ging es nach Sibirien bis 1949. Dort schwere Arbeit im Steinbruch und unter Tage. In den 80er Jahren besuchte er den Oderbruch und machte sich dort ein Bild im Frieden. In der Gefangenschaft lernte er den Opa meiner Freundin kennen.Erst letzte Woche haben sich die beiden wiedergesehen, bei einem Treffen im Heim. Der eine 89 Jahre, der andere 93. Das Exemplar, welches ich lese hat er dem Opa meiner Freundin geschenkt.Ein schonungloser Bericht der einem Gänsehaut kriegen lässt, wenn man bedenkt wie diese jungen Burschen verheizt wurden in den letzten Kriegswochen. Über chaotische Tage und skrupellose Offiziere. Und wie sie litten in Gefangenschaft. Während ich mit 16 nur an Mopeds dachte, verloren sie in dem Alter ihre Jugend. Ich habe den Namen des Verfassers bewusst nicht ausgeschrieben, da ich ihn nicht kenne und ich nicht weiss ob das gewünscht wäre.


    Gruß Oliver

    Tradition zu wahren, zu pflegen ist nicht die Anbetung der Asche. Es ist die Weitergabe des Feuers.
    *Erst wenn der letzte Soldat bestattet ist, dann ist der Krieg zu Ende* http://www.verdun14-18.de

    Edited once, last by Oliver ().

  • Moin,


    habe gerade Robert Harris Roman "München" durch, der sich mit der Münchner Konferenz 1938 beschäftigt. Wie auch schon in anderen (allen?) Romanen des britischen Autors eine gelungene Mischung zwischen gut recherchierten Fakten und geschickt eingestreuter Fiktion. Diese Melange erfordert gelegentlich, mal den einen oder anderen Namen oder Sachverhalt nachzuschlagen, was den Lerneffekt verstärkt. Spannend geschrieben, leicht zu lesen, wechselnde Perspektiven.


    So ganz nebenbei, weil fesselnd, habe ich den im letzten Jahr erschienenen Roman "Trut z" von Christoph Hein verschlungen. Hier geht es um ein Familienschicksal einer deutschen Familie zwischen den frühen 30er Jahren bist in die 90er des letzten Jahrhunderts hinein. Dabei gerät ein an sich unpolitischer Schriftsteller zwischen die Mühlen und Zwänge der Hitlerdiktatur und nach seiner Flucht auch in die der Stalindiktatur. Es geht um Mnemonik, also die (jahrtausendjahrealte) Wissenschaft des Gedächtnistrainings.


    In beiden Büchern ist mir auf eindrucksvolle Weise deutlich geworden, wie deprimierend und auswegslos die Diktaturen selbst für die Menschen waren, die sich unpolitisch verhalten wollten. Verfolgung, Repressalien, Gewalt, Verhinderung jeglicher freier Entfaltung, Misstrauen und Unmenschlichkeit überall. Beim Weglegen der gelesenen Bücher überwog das Gefühl der tiefen Dankbarkeit, in Frieden, Sicherheit und Freiheit zu leben. - und das unbestimmte Gefühl, dass das nicht so bleiben könnte.


    LG Justus

  • Hallo zusammen!


    Ich habe es versucht, aber ich schaffe es nicht das Buch "Hotel Metropol - Tage und Nächte" fertig zu lesen. Es ist der zweite Teil der Trilogie zur Gestapozentrale in Wien. Was Menschen sich gegenseitig antun, das geht über alles Erträgliche weit hinaus.
    Wer das Buch haben möchte, dem schicke ich es gegen Rückumschlag zu.


    Gruß Cristiane

    "Feigheit ist die Mutter der Grausamkeit" Montaigne


    Suche Einsatzorte 3./schwere Artillerie Abt. 848 ab Juni 1943