Ich lese gerade...

  • Hallo zusammen!



    Eine, meiner Meinung nach, pflegenswerte Tradition mancher Foren ist die Vorstellung des Buches, das man gerade liest. So richtig will das hier in keinen schon bestehenden Thread passen, wie ich finde, denn es müssen ja nicht immer Empfehlungen oder Neuerscheinungen sein, mit denen man sich gerade beschäftigt. Vielleicht gefällt einem das Buch ja auch gar nicht.


    Ich finde es jedenfalls immer spannend zu sehen, was andere lesen (und wie sie darüber urteilen). Und immer wieder werde ich so auf Titel aufmerksam, die ich noch nicht kannte.


    Vielleicht besteht ja auch hier Interesse daran, anderen einen kleinen Einblick in das persönliche Lesevergnügen zu gewähren. Spontan und unkompliziert. Man schreibt einfach, wenn und was man möchte (gerne auch zu Artikeln und ahistorischem, wenn das mit der Forenleitung in Einklang zu bringen ist).


    Ich selbst lese zurzeit die Dissertation von Waldis Greiselis: Das Ringen um den Brückenkopf Tunesien 1942/43: Strategie der "Achse" und Innenpolitik im Protektorat. Frankfurt am Main 1976


    Eine sehr schöne Darstellung zu den politischen Entwicklungen in Nordafrika im Speziellen und zur Koalitionskriegführung im Allgemeinen. Wer sich fragen sollte: Der Titel bezieht sich natürlich auf das französische Protektorat.



    Und was lest ihr gerade?



    MfG


    PS: Wenn jemandem eine passendere Überschrift einfällt, nur zu!

    Whoever saves one life, saves the world entire.
    Talmud Jeruschalmi

  • Hallo,


    eine sehr gute Idee. :thumbup:
    Es wäre aber dennoch schön, wenn jeder zu seinem Buch ein paar Zeilen schreiben würde.


    Ich lese zurzeit "Gottes Krieger - Die Kreuzzüge in neuem Licht" von Rodney Stark. Das Taschenbuch hat 384 Seiten.


    Da ich vor kurzem eine sogenannte kleine Mittelalterphase hatte, so als Ausgleich zum sonstigen Thema, hatte ich mich kurzerhand für dieses Werk entschieden, welches ja noch relativ neu ist auf dem Markt. Anschließend habe ich es für kleines Geld bei eBay geschossen. Zu den Kreuzzügen hatte ich aber in den letzten Jahren schon das eine oder andere Buch gelesen. Somit war bereits ein wenig Grundkenntnis vorhanden. Der Autor widerspricht der vorherrschenden Auffassung, dass die Kreuzzüge ein Werkzeug des expansionistischen und imperialistischen Christentums waren, der den toleranten und friedlichen Islam brutal unterwerfen, ausplündern und kolonisieren wollte. In meinen Augen gelingt ihm das auch recht gut. Als Abschluss noch das Inhaltsverzeichnis des Buches.


    Einleitung: Beutegierige Barbaren in Rüstungen?
    Kapitel 1: Muslimische Eindringliche
    Kapitel 2: Die Christenheit schlägt zurück
    Kapitel 3: Abendländische >Ignoranz<
    Kapitel 4: Pilger und Verfolgte
    Kapitel 5: Anwerbung der Kreuzfahrer
    Kapitel 6: Aufbruch nach Osten
    Kapitel 7: Blutige Siege
    Kapitel 8: Die Kreutfahrerstaaten
    Kapitel 9: Verteidigung der Kreuzfahrerstaaten
    Kapitel 10: Kreuzzüge gegen Ägypten
    Schluss: Die aufgegebene Mission
    Anhang: Bibliographie, Anmerkungen, Register


    Grüsse Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

    Edited 2 times, last by Policeman ().

  • Hallo,


    Eine gute Idee denn so lernt man vielleicht ein paar für einen selbst bisher unbekannte Bücher kennen.


    Angeregt durch unsere letzte USA-Reise habe ich mich jetzt mal an die Biografie von "Seine Exzellenz Georg Washington" gemacht (habe das Buch schon etwas länge unberührt Im Regal gehabt ;) ).


    Das Buch ist von Joseph J. Ellis verfasst, aus dem amerikanischen ins deutsche übersetzt, hat 340 Seiten und anschließend viele sehr ausführliche Fußnoten Erklärungen.


    Ließt sich sehr spannend und man bekommt einen Einblick in das Leben & Wesen von Amerikas berühmtesten & prägendsten Sohn.


    Gruss
    Gerhard

  • Nabend,
    ich lese gerade Die Mimosen von Hossegor, im Original; Un longe dimanche de fiancailles.
    Das Buch handelt von der Suche und der Aufklärung des Schicksals eines jungen, zum Tode verurteilten französischen Soldaten in den 20er Jahren.Der Film Mathilde basiert auf dem Buch. Und nebenbei wundere ich mich über den bescheuerten deutschen Titel.
    Gruß Oliver

    Tradition zu wahren, zu pflegen ist nicht die Anbetung der Asche. Es ist die Weitergabe des Feuers.
    *Erst wenn der letzte Soldat bestattet ist, dann ist der Krieg zu Ende* http://www.verdun14-18.de

  • Moin moin an die Leseratten!


    Ich las gerade: "Vielleicht morgen" und lese gerade "Niemandszeit" von Angela Kiefer- Hofmann; Verlag Die Furt. (Beides zum 2. Mal)


    Nicht nur im aktuellen Kontext interessant, sondern bewegende Flüchtlings- und Nachkriegsgeschichten aus dem östlichen Deutschland. Da ich hier (im "Osten") lebe, kann man Orte, ja selbst Häuser bzw. Gehöfte noch verorten. Die Namen sind nicht immer die "echten". Bestimmt zum Schutz der Erzählenden. Vielleicht auch besser so...


    Eine Empfehlung von
    Ralf

    Suche alles zur FPN 29159 und FPN 21295 und zum Baupionier-Bataillon 252

  • Guten Abend,


    ich lese gerade: "Flashman und der Berg des Lichts" von George MacDonald Fraser.
    Es beschreibt die Abenteuer des britischen Offiziers Harry Flashman im 1. Sikh-Krieg 1845-46. Die Reihe lohnt sich! Viel "Geschichtswissen" spannend und mit einem Augenzwickern verpackt. Der (britische Autor) lässt seinen Helden auch an Orten auftreten, die dem deutschen Leser oftmals weitgehend unbekannt sind.


    Viele Grüße
    Andre

  • Guten Morgen allseits,


    danke, RK, für diese Idee; finde ziemlich spannend, was andere lesen zu "unseren" Themen,
    v.a. aber auch das, was aus völlig anderen Gebieten stammt.


    Daniel . Danke für den Tipp, kommt auf die Wunschliste.
    Oliver . Die Titelwahl ist wahrlich oft ein Graus - hat sicher Verkaufsgründe.
    @all: hier werde ich wohl noch öfter reinschauen, wenn Lesebedarf.


    Zwei Empfehlungen aus dem Forum hatte ich mir besorgt.


    Gerd Ledig, Stalinorgel, 1955, in der 2000 erschienen Neuauflage gibt es ein
    äußerst lesenswertes Nachwort zur Rezeptionsgeschichte - sehr erhellend
    u.a. für das Klima Mitte der 1950er.
    48 Stunden vor Leningrad, beide Seiten "kommen zu Wort";
    schwer zu lesen, diese Beschreibung anhaltenden Grauens, habe immer
    wieder aufhören müssen, um irgendwann weiterzulesen.
    Sehr drastisch, ungeschönt, das beschreibend, was so oft nur gestreift
    wird, geschrieben ohne Pathos, ohne Heldenhaftes, einfach nur diese
    entsetzliche Grausigkeit, aber auch die Hoffnung, vll. zu überleben.


    Hasso G. Stachow, Der kleine Quast, 1978, zuletzt wohl 2004.
    Herbert Quast hat erzählt, Stachow hat aufgeschrieben - bin wirklich
    beeindruckt, wie die Erlebnisse umgesetzt sind, inhaltlich und sprachlich.
    Hab's schlichtweg verschlungen und immer wieder rückgeblättert.


    Zitat von --> hier:
    "Authentisch wird geschildert, was Herbert Quast, Jahrgang 1924, als Jungvolkpimpf, Hitlerjunge, Kriegsfreiwilliger an der Ostfront erlebt hat. Erzählt wird in der schlichten Sprache der jungen Soldaten, denen keine Brutalität erspart blieb und die dennoch die Waffe nicht aus der Hand legten, selbst als sie erkannten, dass ihr Opfermut und ihre Leidensfähigkeit vergeblich bleiben mussten. Ein Buch, das "auf die Nachgeborenen wie der Bericht von einem anderen Stern wirken muss", "grauenhaft ehrlich und entlarvend" ist."



    Als "Gegengewicht" zu den schweren Themen auf einem Büchertrödel gefunden:


    Joschka Fischer, Regieren geht über studieren. Ein politisches Tagebuch, 1987.
    Weil ich mich noch so gut erinnere an die Turnschuh-Vereidigung ...
    Aus der Rücksicht - ist schließlich irgendwie auch meine Geschichte - und mit
    dem Wissen, was später kam und heute ist, war's ein Muß.
    Bin zwar noch nicht durch, kann aber sagen, daß ich es erneut lesenn würde.


    Trygve Gulbranssen, Und ewig singen die Wälter, auf Deutsch 1953.
    Hatte als junges Mädchen die Verfilmung im Fernsehen gesehen;
    nun wollte ich wissen, ob die erinnerte Faszination mehr als 50 Jahre später
    vll. auch heute noch von diesem Roman ausgeht.
    Ja, tut es.
    Norwegen, eine fremde Welt in fremd anmutender, eindrucksvoller Sprache
    geschrieben; die Geschichte einer im hohen Norden lebenden Familie.
    im ewigen Kampf mit der rauhen, unwirtlichen Natur - abgelehnt, gefürchtet,
    gehaßt von den in den Tälern lebenden Menschen.


    Hat mich begeistert.


    Grüße, Kordula
    in den Tälern

  • Nabend zusammen.Ich lese gerade: Eine höhere Pflicht,von A.Makos.Die Geschichte von Franz Stiegler,deutscher Jagdflieger,der eine durch Flak schwer beschädigte B17 Geleitschutz zur Nordsee gibt.Die beiden Piloten wurden nach dem Krieg gute Freunde....Sehr bewegend.lg Hans(i)

    Wahrhaft,ihr Deutsche,ihr habt genug getan für die Unsterblichkeit... Winston Churchill

  • Hallo..gerade zu Ende gelesen und noch ganz im Bann von Im Frühling sterben von Ralph Rothmann. Es basiert auf der Biografie seines Vaters, der 17 jährig in den letzten Kriegsmonaten zusammen mit seinem Freund zur Waffen SS zwangsre krutiert und in Ungarn eingesetzt wurde. Die Zeit in Ungarn wird beschrieben bis zur gefangennahme und Neubeginn. Er wird kurz vor Kriegsende eingeteilt zur Exekution seines Freundes und trägt dies bis zum Lebensende mit sich. Rothmann ist ein preisgekrönter Erzähler .und das Buch nur in Superlativen zu loben. Unsentimental und deswegen so nachhaltig ..beste grüsse ursula

    Edited 2 times, last by Gustav H. ().

  • Hallo,


    gerade angefangen zu lesen:


    Mein Kriegstagebuch von Hans - Ulrich Rudel.


    Mal sehen, ob es mich genauso anspricht wie das letzte Buch:


    Das Auge der Division von Helmut Günther .



    Gruß Rigo


    P.S. Auch sehr lesenswert sind meines Erachtens die Bücher von Ingo Möbius.

  • Guten Abend Ursula/Gustav H.


    Schau mal hier,
    "Im Frühling sterben"


    Servus Eumex
    Vivat Bavaria


    P.S. Lese gerade einen Kriminalroman über einen franz. Commissaire an der Cote d' azur

    Edited 2 times, last by Eumex ().

  • Hallo Miteinander,


    ich lese nach und nach meine Kinder- und Jugendbücher wieder.
    Hat auch den kleinen Nebeneffekt das beim schmökern dieser Bücher Erinnerungen aus der "vergangenen Zeit", die man eigentlich mehr oder weniger vergessen/verdrängt hat wieder ins Gedächnis zurück kommen (einfach fantastisch).
    Auch bewertet man den Inhalt einige Bücher anders als in den jungen Jahren.
    Mein letztes gelesene Buch war Käuzchenkuhle von Beseler (wurde auch verfilmt, das Buch ist aber besser)


    Derzeit lese ich die Märchen von Bechstein, Grimm und Andersen, entspannt mich ungemein und ich kann danach wunderbar schlafen.
    Literatur zu unseren Themen hier im Forum vermeide ich vorm schlafen gehen zu lesen, da mich dies dann zu sehr im Schlaf beschäftigt.


    Sicher werden einige schmunzeln - aber für mich ist das so in Ordnung, ich bin ein sogenannter Bettleser. ;)

    Grüße Matthias


  • Hallo Matthias,
    ich habe Seinerzeit mein liebstes Kinderbuch auf ZVAB gekauft und dann noch oft gelesen, nichts verwerfliches daran ;)


    Gruß Oliver

    Tradition zu wahren, zu pflegen ist nicht die Anbetung der Asche. Es ist die Weitergabe des Feuers.
    *Erst wenn der letzte Soldat bestattet ist, dann ist der Krieg zu Ende* http://www.verdun14-18.de

  • Hallo,


    ich lese gerade:


    Antony Beevor, "Der Spanische Bürgerkrieg", Goldmann Verlag, 2. Auflage 2008


    Bis jetzt liest es sich ganz gut. Für Kenner der Materie sicherlich zu oberflächlich, aber mir geht
    es lediglich um einen Gesamtüberblick über diesen Konflikt. Diesen bietet es allemal.


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

    Edited once, last by Tobias Giebel ().

  • Guten Abend


    Ich lese gerade


    Der Nazi und der Friseur


    "Edgar Hilsenraths Weltbestseller - die grandiose Groteske ueber Max Schulz, den SS-Mann und Massenmoerder, der in die Rolle seines Opfers schluepft und in Tel Aviv als Besitzer eines Friseursalons ein angesehener Buerger wird."


    "Obzoen das alles und grotesk, doch nicht einmal in Ansaetzen pornografisch; brutal 'uebertrieben' und nirgendwo schluepfrig; umgekipte Maerchenfiguren, bis zum Aeussersten unhold, in unholden Verhaeltnissen . . . Dieses heikle, waghalsige Unternehmen spricht fuer den Autor, seine Sprache, die wild wuchert und doch oft genug trifft, eine duestere und auch eine stille Poesie entfaltet" Schreibt Heinrich Boell.


    320 Seiten. Bin auf Seite 114 angelangt.


    Gruss, Horst

  • Hallo,
    ich habe beim Ausräumen unseres Hauses in Brüssel zwei Bücher über Brüsseler Dialekte gefunden. Die lese ich seit gestern. Es ist erstaunlich wieviel Sprachen diese Dialekte beeinflusst haben. Ich war erstaunt wieviel davon ich verstehe.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo


    Folgende Bücher liegen gerade bereit um nacheinander (oder manchmal auch -mehr oder weniger gleichzeitig- gelesen zu werden)
    Kroener - "GO Friedrich Fromm"
    Jeremy Scahill - "Schmutzige Kriege"
    Mark R. Peattie - "Sunburst - the rise of japanese naval air power 1909 - 1941"
    Eric Hammel - "Carrier Strike "Battle of the santa cruz islands oct. 1942"
    Vincent P.OHara - "The US-Navy against the Axis - surface combat 1941-45"

  • Hallo und Danke Eumex für die Verlinkung,
    ich habe alle Bücher gelesen, die dort genannt werden - Wellershoff ist natürlich hervorragend. Im Frühling sterben fand ich sehr bereichernd, weil es unsentimental ist. Rothmann ergießt sich nicht in den Beschreibungen des Gefühls. Aber so unterschiedlich sind die Geschmäcker - ich empfehle dieses Buch genauso wie auch das von Alexandra Senfft "Schweigen tut weh" über den Großvater , den SA-Mann Hanns Ludin, der Hitlers Gesandter in der Slowakei war und hingerichtet wurde.


    freundliche Grüße von Ursula

  • Hallo


    Ich lese grad so nacheinander
    "Geschichte der 5. Panzerdivision"
    "Bis alles in Trümmer fällt" hier berichten mehrere Kriegsteilnehmer von ihren Erinnerungen sie kommen aus dem Kreis Ravensburg.
    "Europareise auf deutsche Art" auch hier berichten Kriegsteilnehmer aus dem Kreis RV.

    Suche alles über das Panzer-Pionier-Batallion 89

  • Hallo,


    ich lese oder besser stöbere in Imanuel Geiss: " Geschichte im Überblick - Daten und Zusammenhänge der Weltgeschichte".
    Natürlich kann man hier nicht von lesen im eigentlichen Sinne sprechen, aber ich suche mir - jetzt wo es abends schnell dunkel wird und ich vor meinem Schwedenofen sitze - immer wieder eine der in diesem Buch kurz und übersichtlich dargestellten historischen Epochen nach dem im Vorwort von J.W. Goethe aufgeführten Zitat:


    "Wer nicht von dreitausend Jahren
    Weiß sich Rechenschaft geben,
    Bleibt im Dunkeln unerfahren,
    Mag von Tag zu Tag leben."


    aus.


    Daneben lese ich tatsächlich ab und zu vorweihnachtliche Lektüre bei einem Glas Glühwein und zusätzlichem Kerzenlicht.....und auf dem einen oder anderen Weihnachtsmarkt lese ich die Getränke - oder Speisekarte.
    Die Welt dreht sich nicht nur um Krieg, aber leider immer öfter wieder.


    Vorweihnachtliche Grüße von Karl, denn heute ist der 1. Advent !