SD / SiPo Rotterdam 1941-1945 Hermann Heinrich Pennings

  • Hallo Andre,

    Tausend Dank für den Sterberegisterauszug. Auf dem Totenschein steht keine Ursache.
    ich schreibe hier übrigens immer im Namen meiner Frau, daher kenne ich nicht immer alle Details. Wir haben schon vermutet, dass er als SS-Mitglied in Hamburg von den Alliierten inhaftiert wurde. Die bestätigt ja die Bezeichnung „Häftling“. Allerdings passt dazu wohl kein Selbstmord, da er als Insasse wohl kaum im Besitz einer Schusswaffe war. Eventuell ist der Kopfschuss auch vom Attentat und damit über zwei Monate alt? Oder er hat sich bei der Verhaftung erschossen?


    Hallo Postschutz,

    schön von dir zu hören. Du hast meiner Frau damals phantastisch geholfen. Vielen Dank dafür. Er hatte einen holländischen Vater, gebürtig aber in Geldern (D). Ob er beide Staatsangehörigkeiten hatte oder nach 1940 zur Deutschen wechselte muss ich nochmal meine Frau fragen.

    Hallo JR,

    Seiner Frau war die Grabstelle bekannt, aber wir haben keinerlei Unterlagen zur Grablage.

    Angeblich ist das Grab in Ülzen.


    Rede mit meiner Frau und melde mich.
    Gruss

    Michael

    Suche alle Informationen zur 68.ID und speziell zum GR169 von Januar 1943 bis Kriegsende.

  • Hallo,

    fasse mal zusammen.

    1) Das Grab ist also in Uelzen und nicht wie erst geschrieben irgendwo in Hamburg. Ob tatsächlich direkt am Kriegsende Überführungen getätigt wurden? Oder eventuell eine spätere Umbettung?

    2) Die Frage ist tatsächlich, warum ein Angehöriger der SiPo und SS-Mann, der ein Attentat des holl. Wiederstandes knapp überlebt, von den Deutschen aufgepäppelt wird, in ein Lazarett nach HH verbracht wird und dann dort nur kurz danach als Häftling ins Gefängnis kommt.

    Man müßte da eventuell doch nochmal versuchen das durch andere Quellen zu erhärten. Wenn ihr wollt, kümmere ich mich mal drum.

    Gruß,

    JR

  • Hallo JR,


    das mit Hamburg war mein Fehler. Ich dachte Uelzen wäre ein Stadtteil von Hamburg. Mea Culpa an alle Uelzener. Es handelt sich aber nur um eine mündliche Auskunft ohne irgendwelche Belege. Grabstätte ist also unbekannt.
    Ich halte es für extrem unwahrscheinlich, dass er von deutschen Stellen inhaftiert wurde, daher vermute ich eine (beabsichtige?) Inhaftierung durch englische oder kanadische Dienststellen wegen seiner Zugehörigkeit zum SD.


    Nach Rücksprache mit meiner Frau hat sie keinerlei Probleme damit, wenn du oder Postschutz weitere Informationen veröffentlichen. Wir sind für jeden neuen Hinweis dankbar und vielleicht ist es auch für andere Leser interessant weitere Informationen zu erhalten.
    Wenn ich Informationen nicht hier veröffentlicht habe, dann nicht um Details zu verbergen, sondern weil ich hier nur Mittler bin. Es ist die Suche meiner Frau. Ich selbst habe bisher wenig Interesse an und Ahnung von der allgemeinen SS, SD und Si-Po. Mein Thema ist Wehrmacht/Heer Ostfront 1943-1945 und 68.ID. Daher bitte ich eventuelle Ungenauigkeiten zu entschuldigen.
    Gruß

    Michael

    Suche alle Informationen zur 68.ID und speziell zum GR169 von Januar 1943 bis Kriegsende.

  • Ich dachte Uelzen wäre ein Stadtteil von Hamburg. Mea Culpa an alle Uelzener.

    Moin Michael,

    Du solltest Dich eher bei den Hamburgern entschuldigen! :D

    Ich schau mal, ob ich noch was rausfinde.

    Gruß,

    JR

  • ... Ich halte es für extrem unwahrscheinlich, dass er von deutschen Stellen inhaftiert wurde, daher vermute ich eine (beabsichtige?) Inhaftierung durch englische oder kanadische Dienststellen wegen seiner Zugehörigkeit zum SD ...

    Hallo,


    dann stellte sich aber die Frage, wie ein deutscher SD-Angehöriger in einer Haftanstalt in den Besitz einer Schusswaffe kommt, um sich das Leben zu nehmen? Britisches oder kanadisches Wachpersonal hätte Pennings bestimmt keine Waffe überlassen, um sich damit durch Suizid seiner Verantwortung in einem Gerichtsverfahren und evtl. auch einer Todesstrafe zu entziehen. Vielleicht war Pennings aber auch in Untersuchungshaft und es ist durch seinen Suizid gar nicht mehr zu einer Anklage gekommen?


    Habt ihr während Eurer Recherchen schon mal eine Anfrage nach Aufzeichnungen zur Haft und dem Tod Pennings an die Gedenkstätte Fuhlsbüttel gestellt? Im Hamburger Staatsarchiv ist anscheinend auf den ersten Blick auch nichts zu dieser Geschichte zu finden.


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo,

    ... bin dran ...

    alles klar, dann ist Michael "in guten Händen"! Viel Erfolg bei den weiteren Recherchen, verbunden mit der Bitte, die Ergebnisse dann hier im Forum bitte auch zu teilen!


    Gruß, J.H.


    Edit: Im Bestandsverzeichnis des NLA (Stichwort Uelzen) leider auch kein Treffer... :(

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

    Edited 2 times, last by Johann Heinrich ().

  • Michael, und andere mit-Erforscher, ich möchte gerne ein Bericht verfassen hierüber, (in niederländische Sprache) Es gibt viel Interesse für Rotterdam 1940-45 Geschichten, und dieses ist ein besondere!


    Darf ich die Bilder und Auskünfte benützen? Selbstverständlich mit Quellen Angabe.


    Herzliche Gruss,


    Maurice

  • Hallo JR,

    Vielen Dank soweit. Bin mal gespannt ob noch mehr herauszufinden ist.


    Hallo Maurice,

    du kannst gerne alle hier veröffentlichten Dokumente benutzen. Ich empfehle dir allerdings dich mit Postschutz in Verbindung zu setzen. Er hat sich mit dem Thema ausführlich beschäftigt und hat auch den entsprechenden historischen/wissenschaftlichen Background.

    Er war uns eine unschätzbare Hilfe bei den Nachforschungen.
    Außerdem ist er ebenfalls Niederländer.

    Grüße

    Michael

    Suche alle Informationen zur 68.ID und speziell zum GR169 von Januar 1943 bis Kriegsende.

  • Er war uns eine unschätzbare Hilfe bei den Nachforschungen.

    Hallo Mwest,


    Habe ich sehr gerne gemacht. Viele Grüße an deine Frau J. von mir.


    Gruß aus Holland,

    Postschutz

    Autor des Buches "Der Feldpostverkehr der Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg - Eine historische und postalische Gesamtschau"


    Mitautor des Buches "Der Postschutz und Postluftschutz im 3. Reich und den besetzten Gebieten"

  • Heute war ich auf die Stelle. Das Postamt steht neben dem Rathaus, auf die Strasse Coolsingel. In 1945 war das Stadtmitte fast leer, nur wenige Gebäude hatten das deutsche Bombardement von 1940 und folgende Abriss der Ruinen überstanden. Auf dem genaue Lokation wo die 10 getötete Wiederstandkämpfer lagen steht jetzt ein anderes Gebäude, das alte ist abgerissen. Das Denkmal, ein Kreuz und Plaquette, hängt im Portal von Coolsingel 75. Wegen Umbauarbeiten könnte ich nicht näher kommen.

  • Hallo Postschutz,

    Vielen Dank für die Grüße und natürlich Gruß zurück von meiner Frau.


    Hallo Maurice,

    Danke für die Fotos. Besonders das Luftbild lässt einen guten Überblick zu. Bisher kannte ich nur Fotos, die von der Straße aufgenommen wurden.
    Da du aus Rotterdam kommst hat meine Frau aber noch eine Frage an dich:

    Angeblich hat H.H.Pennings und/oder seine Frau Gertrud in Rotterdam eine Buchhandlung oder einen Verlag, bzw. eine Druckerei betrieben. Details, Name und die Adresse sind unbekannt. Hast du eventuell alte Telefonbücher von Rotterdam, in denen du mal nachsehen könntest?

    Den Brief scanne ich morgen ein und stelle ihn hier ein. Postschutz hat ihn aber ebenfalls.


    Gruß

    Michael

    Suche alle Informationen zur 68.ID und speziell zum GR169 von Januar 1943 bis Kriegsende.

  • Hallo zusammen,

    Mwest

    In dieser vermisse ich eine Befragung der Person bei der Bundesarchiv PA. Angesichts seiner Aktivitäten und seiner Krankenhauseinweisung denke ich, dass mindestens eine Zentrall-Kartei anwesend sein sollte, auf der möglicherweise auch der Grund für seine Festnahme angegeben ist.


    Gruß,

    Hugo

    Suche alle Informationen z. Baulehr-Batl.zbV800 (Stabskp., 1.-7.Komp, Zug u. Komp. Kürschner, Sonderstab / Sonderverband Hollmann) 1939 -1941 und Infanterie-Batl.zbV100 (Stabkp, 1. - 5.Kp) 1939 - 1941

  • Hallo Hugo,


    beim Bundesarchiv hat meine Frau damals angefragt. Dort waren keine Unterlagen vorhanden.


    Gruß

    Michael

    Suche alle Informationen zur 68.ID und speziell zum GR169 von Januar 1943 bis Kriegsende.

  • Hallo Michael,


    je nach dem wie lange das her ist, würde ich gezielt noch einmal beim Bundesarchiv PA (ehem. WASt) anfragen und um eine Suche in den Unterlagen des ehem. Krankenbuchlagers bitten. Aber auch gut möglich dass er in zivilen Krankenhäusern versorgt wurde. Nach der Sterbeurkunde tendiere ich eher zu Selbstmord zu Kriegsende


    Gruß Alex

  • Hallo Miteinander,


    anbei der versprochene Brief.

    Bei Interesse kann ich nach Zusendung einer Mail-Adresse per PN den Brief in einer besseren Auflösung zusenden.

    Zur Zeit stehe ich auch in Kontakt mit dem "Dutch Network of War Collections" (http://www.oorlogsbronnen.nl) um dort die Informationen zu aktualisieren.


    Alex: Danke für den Hinweis, wir werden einen neuen Antrag stellen. Selbstmord bei Kriegsende wäre naheliegend, aber es stellt sich die Frage, wie er als Häftling an eine Waffe gelangt ist und warum sich ein "kleiner" SS-Mann selbst umbringt, obwohl er sich von seiner ebenfalls in Hamburg anwesenden Frau und seinen 3 kleinen Kindern nicht verabschiedet hat und zu diesem Zeitpunkt weder ein Prozess noch eine Auslieferung in die Niederlande zur Debatte stand.


    Gruß

    Michael

  • Hallo Michael,

    danke für den Brief. Weißt Du, ob seine Frau z.Z. des Briefes schon in HH gewohnt hat, oder erst später und wo die Familie in HH gewohnt hat?

    Vielleicht gibt es eine Adresse auf einem Briefumschlag oder sonstige Hinweise?

    Besten Dank für die Bereitstellung dieses Dikumentes. Es ist schon berührend, daß er soviel Glück gehabt hat und dann kurz darauf doch gestorben ist. Im Brief macht er keinen suizidalen Eindruck, im Gegenteil, er möchte für Frau und Kinder da sein. Und dann im Mai Selbstmord. Alles sehr merkwürdig.

    Gruß,

    JR

  • Hallo JR,

    Seine Frau war ab September 1944 bereits in Hamburg.
    Nach einem kurzen Hotelaufenthalt war die Adresse Schillerstrasse 25 in Uelzen. Wohl eine Schule, die als Notunterkunft genutzt wurde.

    Zum Todeszeitpunkt hielt sie sich auch dort auf.
    Wie du schon richtig schreibst passt der Brief nicht wirklich zu einem Selbstmord.
    Ich tendiere dazu, dass er zum falschen Zeitpunkt in der falschen Uniform alliierten Soldaten oder ehemaligen Häftlingen über den Weg gelaufen ist, d.h. bei der Befreiung des Gefängnisses zu Tode gekommen ist.


    Meine Frau hat aber gerade noch die NSB-Daten gefunden.
    NSB Rotterdam, Kring 56, Groep 28; Stammbuchnummer 91726.

    Dossiernummer CABR 96293 (PRA Rotterdam 8641)

    Arbeitgeber vor SD „Th. Buchheister, Merwehaven Rotterdam“

    Hat Postschutz damals für sie heraus gefunden.


    Gruss

    Michael

    Suche alle Informationen zur 68.ID und speziell zum GR169 von Januar 1943 bis Kriegsende.

  • Seine Frau war ab September 1944 bereits in Hamburg.
    Nach einem kurzen Hotelaufenthalt war die Adresse Schillerstrasse 25 in Uelzen.

    Hallo Michael,

    nur nochmal zum Verständnis: Seine Frau war ab September 1944 in Hamburg, schreibst Du, gibst dann aber eine Adresse in Uelzen an. Uelzen liegt aber gut 90km südöstlich von Hamburg. Wenn Du schreibst, daß sie auch zum Todeszeitpunkt unter dieser Adresse zu finden war, dann war sie eben NICHT in Hamburg sondern (wie Du korrekt schreibst) in der Uelzener Oberschule, die zu der Zeit vor allem als Lazarett diente.

    Deshalb nochmal meine Nachfrage, die für eine produktive Recherche unumgänglich ist: waren sie und die Kinder nachweislich 1944 oder 1945 in Hamburg?

    Besten Dank