Medizinische Versorgung durch die deutsche Wehrmacht in der Sowjetunion 1941-1944

  • Darin wurde beispielsweise auch die Heilfürsorge für Landeseinwohner geregelt.

    So heisst es dort u.A. : ,,Soweit und solange im Bereich des Reichskommissars Ukraine und in den Heeresgruppen und Armeegebieten Zivilärzte und Privatkrankenhäuser zur Behandlung nicht zur Verfügung stehen,

    können die Sanitätseinrichtungen der Wehrmacht in Anspruch genommen werden."


    Hallo Chris,


    ich habe Deinen Post eben erst gesehen. Danke für den Text zu den Regelungen des VIII. Armeekorps bezüglich der "hilfswilligen" Sowjetbürger und deren Angehörigen, falls erstere im Dienst der Wehrmacht ums Leben gekommen waren. Bezieht sich denn die Passage über "Sanitätseinrichtungen der Wehrmacht" auf alle Landeseinwohner oder nur auf die genannten "Hilfswilligen" bei der Wehrmacht?


    Warum ist es dir denn eigentlich so wichtig diese Passage nocheinmal hervorzuheben?

    Diese hat doch schließlich nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun.

    Es scheint als ob du jede Situation hier im Forum nutzen willst um die weit überwiegende Mehrheit der deutschen Soldaten als "Hitlergegner" und "Widerstandskämpfer" darzustellen.


    Also das habe ich doch nie behauptet. Es ging mir bei dem gesperrten Thread "Christen gegen Nazis in der Wehrmacht" um die Militäropposition und ihre (meist schweigenden) Sympathisanten als Nazi-Gegner, nicht als "Widerstandskämpfer". Dafür hätte die Mehrheit schon aktiver werden müssen.

    Aber dessen ungeachtet: Die Meinung der obersten NS-Führung (Hitler, Goebbels usw.) über die fehlende Gesinnungstreue der meisten Wehrmachtsverbände hatte ich doch mehrmals zitiert. Wenn mir dazu wieder etwas auffällt, wie bei Prof. Horst-Eberhard Richter über seine gefallenen Kameraden, dann kann ich das doch nochmals betonen? Er stand doch als Nazi-Gegner bei seiner Artillerieeinheit nicht allein auf weiter Flur, ganz im Gegenteil.


    Du hattest doch neulich auch die NSDAP-Gesinnung bei Dr. Horst Rocholl betont, den Hweni vorgestellt hatte?


    Der von Hweni eingestellte Feldpostauszug des ehemaligen NSDAP-Ortsgruppenleiters und Arztes Horst Rocholl gibt dazu gerade ein sehr gutes Beispiel ab,dass der Bevölkerung gezeigt werden sollte

    daß die Deutschen anständiger sind als die Juden und Bolchewisten.


    Ich fände es sehr interessant, wenn jemand einen NS-gesinnten Militärarzt zitieren könnte, der jede medizinische Behandlung der sowjetischen Zivilbevölkerung strikt abgelehnt hat. Im Sinne der neulich zitierten Äußerungen Hitlers zur Versorgung von Kolonialvölkern unter Kaiser Wilhelm II. und über den Einsatz deutscher Ärzte in der Sowjetunion unter seiner Herrschaft vom 19. 2. 1942

    (Post #165).


    Wie sieht es zudem mit der weit verbreiteten Auffassung aus den Bolschewismus in einem reinen Verteidigungskrieg abwehren zu müssen(Kampf zweier Weltanschauungen)?

    War dies deiner Meinung nach etwa nur ein Produkt der NS Propaganda oder hat man dies damals tatsächlich so empfunden?


    Das sind ja zwei unterschiedliche Dinge. Der "Weltanschauungskrieg" zwischen Nationalsozialismus und Kommunismus war doch überall bekannt. Schon auf deutschem Boden seit den 1920er Jahren. Ein "Verteidigungskrieg" konnte es aus NS-Sicht eher nicht sein, weil Hitler seine Kolonialpläne in den besetzten Gebieten der Sowjetunion immer weiter verbreiten ließ.

    Das hatte ich neulich schon am Beispiel der Heeresgruppe Mitte zitiert:


    "Was jedoch die beiden Sonderbeauftragten [Feldmarschall von] Bock während des Essens erzählten, war so erschütternd, daß er geneigt war, an ihrer Zurechnungsfähigkeit zu zweifeln. Er sagte uns das in aller Offenheit. [...]"

    (Wilfried Strik-Strikfeldt, Gegen Stalin und Hitler. General Wlassow und die russische Freiheitsbewegung, Mainz, 1970, S. 32.)


    Hitlers Parteivertreter, die "Goldfasane" führten sich doch wie abgehalfterte Kolonialherren auf. In ihren Nobel-Kasinos in den besetzen Gebieten hatten manchmal auch keine Wehrmachtsoffiziere Zutritt. Das habe ich vor kurzem erst gelesen.


    Grüße,

    Bodo

    "Die Historiker verfälschen die Vergangenheit, die Ideologen die Zukunft." (Zarko Petan, slowenischer Schriftsteller und Aphoristiker)