Trauerakt Comeno

  • Hallo,


    habe nicht gewust, dass diese Foto aus Seite 4 gibt es eigentlich in Original als...Farbfoto


    S/W:


    http://shrani.si/f/3D/H8/R4kV9dV/1/scan-170916-0003a-1.jpg




    Farbfoto:


    http://shrani.si/f/20/Tf/3IqHMVcJ/2/scan-180620-0001a.jpg


    Beide Fotos aus MNZS (Musem of Contemporary History Ljubljana)



    Grüsse

    Darko

    The trouble with facts is that there are so many of them. Samuel McChord Crothers

    Edited once, last by filigranofil ().

  • Hallo fritzjakob,


    ich warte noch immer auf deine Antwort über neretva und meines post.


    Nachdem werde ich entschieden ob letzte partisanen Dokument über "Comeno/Komen Sache" hier zu kundgeben.


    Grüsse

    Darko

    The trouble with facts is that there are so many of them. Samuel McChord Crothers

  • Guten Tag zusammen, hallo Darko,

    um die Vorgänge in Comeno besser verstehen zu können habe ich mich mit der Geschichte Sloweniens während des zweiten Weltkrieges befasst. Einen für mich sehr verständlichen Aufsatz habe ich bei der Bundeszentrale für politische Schriften gefunden. Ich fand ihn sachlich geschrieben und fundiert recherchiert. Der Beitrag beleuchtet den Widerstand, Kollaboration, Abrechnung und Verdrängung, sowie den Kampf um die Geschichtsinterpretation. Bis heute setzt sich die slowenische Bevölkerung mit den Ereignissen der Jahre 1941 - 1946 auseinander, die Diskussion zieht sich durch alle Bevölkerungsgruppen, bis hinein in die Familien.

    Hitler wollte den jugoslawischen Staat zerschlagen, Jugoslawien sollte als Aufmarschgebiet und Nachschubzone für den Kampf gegen die SU dienen, außerdem billig Rohstoffe und Agrarprodukte liefern. Der Einmarsch nach Jugoslawien erfolgte u.a. von Italien, Kärnten und der Steiermark aus. Das heutige Slowenien wurde besetzt. Italien besetzte den Westen des Banat mit Ljubljana sowie Teile Dalmatiens. Ziel war die Auslöschung alles Slowenischen. Etwa 30.000 Menschenwurden bis September 1943 in Konzentrationslagern deportiert, etwa 6000 ermordet. Personen und Ortsnamen wurden eingedeutscht, die slowenische Sprache verboten. Schulen, Vereine und Gewerkschaften wurden geschlossen. Bis zu 80.000 Menschen wurden deportiert, teils nach Deutschland zu Zwangsarbeit, teils nach Serbien und Kroatien. Diese Umsiedlung betraf auch die "Gottschee-Deutschen". Ihr Gebiet wurde Mussolini überlassen, viele siedelten in das deutsche Reich. Das fast menschenleere Gottscheegebiet wurde zum wichtigsten Rückzuggebiet der Partisanen.

    Die Wehrmacht sollte rücksichtslos jeden Widerstand brechen, für verletzte oder getötete Soldaten sollten Geiseln erschossen werden, Juden und Partisanen seien gleich zu behandeln und auszurotten. Militärisch sollte dies die Karstwehr übernehmen. Die 2000 Mann starke Truppe kam im Küstengebiet (OZAK) und im Karst zum Einsatz. Der Historiker Tone Ferenc hat festgestellt, dass keine andere Einheit so viele Verbrechen an der Zivilbevölkerung beging wie die Karstwehr. Der Widerstand gegen die Besatzer konnte jedoch die Kräfte nicht bündeln, die Zusammenarbeit mit der kommunistischen Partei wurde abgelehnt. Für die etwa 40.000 Partisanen (Anfang 1944) war der Wald Rückzugsgebiet und Versammlungsort. Im Wald wurde die Infrastruktur errichtet: Kommandozentralen, Schulen, Krankenhäuser. Die Partisanen schlossen sich in der OF, der Befreiungsfront zusammen. Die OF bekämpfte nicht nur die Besatzer, sondern auch die innenpolitischen Gegner der KPS. Slowenische Führungseliten wurden ermordet, die OF hatte einen alleinigen Vertretungsanspruch. Die bürgerlichen Kräfte bauten im September 1943 die slowenische Landeswehr auf, die Domobranci. Die SS setzte die Landeswehr als Hilfstruppe gegen die Partisanen ein.

    Die Abrechnung der slowenischen und jugoslawischen Partisanen nach Ende des Krieges ist im Text ausführlich dargestellt. Bis in die 1950er Jahre fanden Prozesse gegen Zivilisten und Domobranci statt. Man geht davon aus, dass etwa 90.000 Slowenen von 1941 bis Februar 1946 ums Leben kamen, davon 50.000 infolge der innerslowenischen Abrechnung. Bis Anfang 1960 emigrierten weitere 30.000 Menschen.

    In der heutigen Bevölkerung werden bei der Beurteilung der Geschichte zwei Versionen diskutiert: Die "Partisanenversion" besagt, dass die Befreiungsfront-OF- legalen Widerstand gegen die Besatzer und deren Helfer leisteten. Sie vertrat alleine slowenische Interessen. Die "Domobranciversion", knapp ein Viertel der Bevölkerung, sieht in der OF ein Instrument der Kommunisten zur Vorbereitung der Revolution. Sie provozierte die Besatzer zu Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Es ist eine Auseinandersetzung der zwei Lager um die genaue Deutung der Geschichte. Ab 1987 wurde die nationale Versöhnung angestrebt, 1991 die Sperrgebiete im Kocevski rog freigegeben. Zum 60. Jahrestag des Sieges über die Besatzer wurde erstmals der Opfer der Rachemorde gemeinsam gedacht. Historiker versuchen eine ganzheitlich umfassende Aufarbeitung der Geschichte, die sich mit allen Einzelheiten der beiden Meinungen auseinandersetzen soll.

    Ich habe eine knappe Zusammenfassung dieser Abhandlung versucht.

    Einen Link zum gesamten Aufsatz füge ich bei:Sloweniens historische Bürde:

    http://www.bpb.de/apuz/29421/s…-historische-buerde?p=all

    Mit freundlichen Grüßen

    fritzjakob

    Edited once, last by fritzjakob ().

  • Guten Tag zusammen,

    auch 2018 fand am Ort des Überfalls eine Gedenkveranstaltung statt. Auf YouTube ist ein Film zu sehen. Im Vorspann zwei Bilder:

    das erste zeigt den Kommandeur der Partisaneneinheit, das zweite den politischen Kommissar und andere Kommandeure der Einheit.

    Dieses Foto hat Darko schon veröffentlicht. Link:

    https://www.youtube.com/watch?v=hWW706lKKjg

    Schade, dass man die gehaltenen Reden nicht verstehen kann, mich würde interessieren, wie man das Ereignis im heutigen Slowenien beurteilt.

    Mit freundlichen Grüssen

    fritzjakob

  • Hallo,


    wir müssen nicht nur diese Überfall als einzeln Ereignis zu beobachten, sondern müssen wir alle Ereignisse in Bereich OZAK mitrechnen.


    Leider bin ich kein Spezialist für OZAK, aber klar ist, dass Gefechte in Berech jetzige Slowenien war sehr schlimm.

    Gibt es viele Verbrechen von beide Seite.

    Heute habe ich ein Artikel über Karstwehr Bataillon auf Welt.de über Verbrechen in diese Region gefunden:


    Vermeintliche SS-Elite köpfte Kriegsgefangene

    Das SS-Karstwehrbataillon gilt immer noch als Spitzentruppe des „schwarzen Ordens“. In Wirklichkeit war es ein zusammengewürfelter Haufen, so brutal wie inkompetent. Und mörderisch.


    link : https://www.welt.de/geschichte…ee1f10db8ae90ae3c27058acd


    Artikel ist nach Studie ins Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung 1/2017 geschrieben.


    Grüsse

    Darko


    The trouble with facts is that there are so many of them. Samuel McChord Crothers

  • Hallo zusammen,


    es ist unfassbar, zu was Menschen alles fähig sind. Kein Wunder wenn auch Revanchen entsprechend grausam waren.


    Dieter

  • Hallo fritzjabok,


    diese Beispieltheme: Partisan war-crime against KWB 2/44 ist anschaulich, wie kann man auf www eine desinformation geben, ohne Beweise:


    "Following my infos, this fact happened on february 1944 (during a snowing day and before Sebrelje fact) in area Selva di Tarnova. Patrol was formed with 15 Jagers:

    two fm 2 Kp
    nine fm 3 kp
    four fm 4 kp

    An anonymous letter was delivered to KJ command some days after massacre, indicating spot of the crime. Neverthless a snow storm, bodies were founded: heads, mostly, cut-off, picked on bayonets and emerging fm snow. Funeral procession was made in Sagrado.

    They were very young 18/20 y.o. and were buried into Fogliano’s cemetery with death data 19/2/1944. Then were translated to Costermano sul Garda, where they still rest in peace."



    Es war zum Glück in Theme die Namensliste des "massakrierte" Personen gegeben.


    Nach den Forschung auf axis-history forum war festgestellt, dass alle aus den Liste war nicht auf selber Tag gefallen (meistens ja, am 19.2.1944) und auch auf verschiedene Todesorte.

    Beisetzung in Sagrado, Italien, war für alle zusammen, weil gefallene war aus den selber Einheit.


    Deswegen keine Rede von Massaker auf die Angehörige des Patrouille.


    "Following my infos" (nach meine Informationen), ohne daten, von wo war Informationen, sind ein Beispiel, wie kan wir nicht die Geschichte schreiben.


    Grüsse

    Darko



    The trouble with facts is that there are so many of them. Samuel McChord Crothers

  • Guten Tag zusammen,

    hallo Darko, danke, für Deine Korrekturen und Ergänzungen. Was den Überfall bei Comeno betrifft, sind die Angaben ebenso falsch. Der Schreiber spricht von "mutilated" also Verstümmelungen. Durch einen Zeugen, der am Ort des Überfalls war und von unserem Mitglied Neretva befragt wurde, nämlich Untersturmführer Kühbandner, Kommandeur der Karstwehreinheit, wissen wir, dass es keine Verstümmelungen gegeben hat. Allerdings werden die Verbrennungen immer wieder erwähnt.

    Soviel hierzu.

    In dem Buch "Karstjäger" von Corbatti/Nava sind Bilder zu sehen, die nach dem Überfall gemacht wurden. Der Link führt auf eine Seite, auf der das Buch vorgestellt wird. Rechts ist eine Bilderleiste. Wenn man dort anklickt, vergrößert sich das Bild. Mit dem Lupensymbol oben rechts kann man das Bild nochmals vergrößern und einiges an Text lesen.

    https://www.booklooker.de/B%C3…Division/id/A02jxiMX01ZZy

    Mal eine Frage an alle: wenn ich die Bilder aus dem Buch einscanne und hier veröffentliche, mit Angabe der Quelle, verletze ich dann Urheberrechte? Es wäre dann ja ähnlich wie ein Zitat aus einem Buch? Ich bin da unsicher, allerdings würden die Fotos den thread weiter ergänzen.

    Mit freundlichen Grüßen

    fritzjakob

  • Hallo, fritzjakob,


    Quote

    wenn ich die Bilder aus dem Buch einscanne und hier veröffentliche, mit Angabe der Quelle, verletze ich dann Urheberrechte?

    bin zwar kein Jurist, aber ich denke schon.


    Ist es denn nicht möglich, vom Autor ein Einverständnis einzuholen?


    Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo Diana,

    danke für Deine Einschätzung. An eine Nachfrage beim Verfasser oder Verlag habe ich auch schon gedacht, da hier aber schon Scans aus dem Buch veröffentlicht wurden, einige Bilder ähneln ja sehr den Fotos aus dem Buch, finde ich das nicht sinnvoll. Man will ja keine schlafenden Löwen wecken. Sollte die Fotos jedoch mit Erlaubnis veröffentlich sein, dann bleibe ich dran.

    Grüsse fritzjakob

  • Guten Abend zusammen,

    das Ereignis aus dem Jahr 1944 jährt sich heuer zum 75.sten Mal. In Komen fand im Februar eine Gedenkveranstaltung statt.

    Den Bericht wurde mit Hilfe von Bing übersetzt. Hier der Link:

    https://translate.google.de/tr…ev-v-nemcijo/&prev=search

    Ich finde es bemerkenswert, welche Bedeutung diese Kampfhandlung noch heute bei der Bevölkerung hat. Es gibt jedoch unterschiedliche Meinungen. Man führt die harte Reaktion der Besatzer, Zerstörung einiger Dörfer und Deportation der Bevölkerung,

    auf die Brutalität der Partisanen zurück.

    Mit freundlichen Grüßen

    fritzjakob

  • Guten Tag zusammen,

    in der Kolonne waren 2 gepanzerte Mannschaftswagen-Fiat 665 NM protetto (geschützt). Die Fahrzeuge waren ursprünglich für den Einsatz in Afrika geplant, dort kamen sie aber nie an. Der Bau von 300 Einheiten war vorgesehen, 110 wurden letztlich gebaut.

    Sie wurden dann u.a. auf dem Balkan zur Partisanenbekämpfung eingesetzt. Zwei Links:

    https://de.topwar.ru/81450-bro…5nm-protetto-italiya.html

    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Fiat_665NM_protetto

    Mit freundlichen Grüßen

    fritzjakob



  • Hallo,


    die Berichte sind interessant und erschreckend zugleich.

    Was die deutschen und italienischen Soldaten bei diesem Hinterhalt durchstehen mussten.

    Die deutschen Angehörigen haben wirklich bis zur letzten Patrone und Atemzug gekämpft.

    Dieser Partisanenkrieg scheint besonders erbarmungslos von allen Seiten geführt worden zu sein.


    Grüße....

  • Hallo Offiziersenkel,

    da hast Du völlig recht,Partisanenkrieg war erbarmungslos und es sind auf beiden Verbrechen verübt worden.

    Bei dem Hinterhalt der Partisanen am 2.Februar 1944 dauerte der Kampf deshalb solange ( zwischen 4-5 Stunden ) weil einige Angehörigen des Polizeibataillons

    erbitterten Widerstand aus einer Sandgrube leisteten, und kein Partisan ohne Risiko getroffen zu werden, nah genug an die Sandgrube herankam.Man hat mit den Handgranaten versucht,jedoch ohne nachhaltigen Erfolg.Erst nachdem einen der Partisanen gelungen ist aus einer erhöhten Position am Berg die Sandgrube einzusehen ,konnte dieser mit gezielten Gewehrschüssen die letzten beiden

    überlebenden deutschen Polizisten ausschalten. So die Schilderung der Partisanen die am Kampf teilgenommen haben.Drei der gefallenen Partisanen wurden aus dieser Sandgrube getötet,einer davon war ein Maschinengewehr Schütze, der beim Versuch einer Handgranate auf die Sandgrube zu werfen seine Deckung verließ und dabei tödlich getroffen wurde. Einer der teilnehmenden Partisanen, erzählte auch das bei der Durchsuchung der gefallenen deutschen Polizisten festgestellt wurde, da diese kaum mehr Munition für ihre Waffen hatten.

    Am Anfang des Kampfes hätte eine kleine Gruppe der deutschen Polizisten versucht auf der Südseite des Hinterhalts einen Gegenangriff auf die gegenüber liegende Partisanenstellung, jedoch ohne Erfolg. Die Feuerkraft der Angreifer war einfach zu stark.Die meisten Angehörigen der deutschen Polizeieinheit und die italienischen Hilfskräfte waren bereits nach weniger als 30 Minuten gefallen.

    Die Ausschaltung des Fiat 655 -Scudatto- Panzerfahrzeuges und der geschilderte Kampf mit einigen wenigen Überlebenden der deutschen Polizeieinheit dauerten dann aber noch fast drei Stunden .

    Zwar hatten die Angreifer fast alle taktisch-startegischen Vorteile auf ihrer Seite, aber bei den deutschen Angehörigen der Polizeieinheit,handelte sich um Männer mit Erfahrung in " Bandenkrieg "

    mit den besten Grüßen

    Neretva

  • Hallo,


    glaube ich, dass jetzt ist Zeit dass Űbersetung von Milko Stolfa Artikel zusammen zu bringen.

    Roland (rolli.m) hat einen Kollegen um die Übersetzung der eingestellten Beiträge von Štolfa gebeten.


    Űbersetzungen war verteilt auf mehrere Seiten, deswegen werden wir geteilte Űbersetungen zusammengebracht.


    Milko Štolfa: Komenska akcija

    Milko Štolfa – Die Aktion in Komen (ein Ausschnitt aus der unvollendeten Monographie)

    Veröfentlich in Zeitung: Primorski dnevnik, Februar 1979.

    Űber Autor: Milko Štolfa war geboren am 25. september 1924, Kopriva, Sežana, Karstgebiet, gestorben am 26. september 1986, Ljubljana..

    Von Juni1943 bei Partizanen, aber nicht bei Južnoprimorski odred.

    1950: Diplomarbeit Slavistik (Slovenen sprachen und Geschichte) auf Uni Ljubljana

    Von 1952 weiter: Journalist, Direktor des Verlages, Verfaser des Roman u.s.w.

    Quelle: wikipedija: https://sl.wikipedia.org/wiki/Milko_%C5%A0tolfa


    rolli.m:

    ich habe vor einigen Tagen einen Kollegen um die Übersetzung der o. eingestellten Beiträge gebeten.


    Übersetzung: ganze Text

    Milko Štolfa – Die Aktion in Komen (ein Ausschnitt aus der unvollendeten Monographie)


    In der Nähe von Stützpunkten lauerten Partisanenstreifen auf die Faschisten. Diese waren meist in Scharen unterwegs, daher haben unsere Streifen meist drei oder fünf auf einmal gefangengenommen. Manch einer hat sein Fett abgekommen, wenn er sich nur wenige hundert Meter von seinem Stützpunkt entfernt hat, um beispielsweise bei einem Haus ein paar Eier oder etwas Wein zu bekommen. Einige haben sogar versucht, sich die Ödheit des Wehrdienstes mit Fensterln zu erleichtern.Die Deutschen haben diese Stützpunkte mit Essensvorräten, Munition, Ausrüstung beliefert und den Soldaten um den ersten jedes Monats das Gehalt ausbezahlt. Die Informanten lauerten auf solche Informationen, sammelten diese fleißig und leiteten sie an den Kommandostab der Partisanen weiter.Mitte Januar kam so eine Information zum Kommandostab, angeblich sollte es eine Aktion geben. Die III. Kompanie hat Ende Januar sogar vier (deutsche) LKWs angegriffen, die mit den Essensvorräten auf dem Weg nach Komen waren. Der Angriff missglückte aber.

    Im Stab wurden die Informationen des Nachrichtendienstes sorgfältig studiert. Der Kommandant Jakec wollte aber die Daten mit der „lebendigen Sprache“ überprüfen. Die durch den Kommandoleiter geführte Patrouille hat drei Faschisten mit einem Unteroffizier gefangen genommen. Diese wurden dann in der Schule von Skopo verhört, denn dort war zu dieser Zeit der Kommandostab. Der gefangene Unteroffizier hat die Angaben des Nachtrichtendienstes bestätigt. Er bestätigte, dass in den Fahrzeugkolonnen Essensvorräte und andere Bedarfsgegenstände transportiert werden und zwar entweder am letzten oder am ersten Tag im Monat.

    Der Stab hatte somit eine gute Woche Zeit. Jakec, Mojzes, Jamnik und Zorko haben ihre Köpfe zusammengesteckt und die Entscheidung getroffen, die Kolonne zwischen Ort Komen und Rihenberk anzugreifen. Der Nachrichtendienst war ab diesem Zeitpunkt noch mehr auf der Lauer.

    Auf den Angriff hat sich die III. Kompanie vorbereitet. Die I. Kompanie sollte die Wege Richtung Komen und Rihenberg schützen und gleichzeitig einen Teil der Mannschaft als Reserve haben. Im Stab wurde entschieden, dass der Angriff am letzten Januartag stattfinden wird. Stjenka wurde zum Leiter der beiden Kompanien ernannt.

    Stjenka war ein äußerst tapferer Kommandant, ab und zu hat er ein paar Sachen auch auf eigene Faust ausgeführt. So hat er auch jetzt die I. Kompanie aus dem Ort Tomačevica und die III. Kompanie, die in der Burg im Ort Ivanji grad stationiert war, zur Lauerstellung auf die Straße zwischen Orten Gorjansko und Komen geführt. Der Kommandeur Milko hat eine Woche davor die in Richtung Komen fahrende Kolonne angegriffen – fast an der gleichen Stelle – doch die Kolonne ist ungestört weiter gefahren, da die Stellung für den Angriff ungeeignet war.

    Stjenka hat am Abend im Stab rapportiert, der Pod hrasti bei Gabrovica stationiert war. Am nächsten Tag sollte er sich wie abgestimmt auf die Lauer im Ort Dovce pri Komnu legen.

    Die beiden Truppen sind an den vereinbarten Stellungen erschienen und Stjenka hat sie nach seinem besten Wissen verteilt. Auch diesmal hat er sich nicht an den Plan aus dem Stab gehalten. Die Umgebung kannte er nämlich wesentlich besser und hat daher die Angreifer ausschließlich oberhalb der Straße verteilt. Die beiden Spähtrupps waren auf dem Hügel Zajčevec und auf dem Ščerbinski hrib. Hier haben Slavko Štolfa und Marjo Kovačič die Straße Richtung Komen beobachtet.

    Die Truppen warteten auf ihren Stellungen. Der Feind erschien aber nicht. Stijenka zog am Nachmittag die Soldaten ab und allesamt gingen zum Abendessen zu Familie Belj in Tomačevica. Die III. Kompanie ist durch die Schlucht von Komen nach Ivanjgrad zum Übernachten gegangen. Es wurde auch die Entscheidung getroffen, dass sie sich am nächsten Morgen um 6 Uhr an den gleichen Stellungen treffen.

    Stijenka ging in den Stab. Die Deutschen hätten sie betrogen, sie werden gar nicht erscheinen. Das war der Rapport. Der Korpusstab telegrafierte den Befehl, der Trupp soll seine Einheiten oberhalb der Strecke Richtung Pivka schicken. Stijenka, der die Hoffnung auf die Ankunft des Feindes verloren hat, wollte nach Pivka gehen. Im Stab wurde aber entschieden, die gesamte III. Kompanie sowie ein Teil der I. Kompanie im Hinterhalt in Dovce zu behalten. Dort sind der Kommandeur Slavko und sein Stellvertreter Dušan Srb geblieben. Somit ist fast die Hälfte der gesamten Mannschaft Richtung Vrhe gegangen, alle (Anderen) Richtung Pivka.

    Stijenka ist wieder nach Dovce gegangen. Er hat die Kämpfer genauso wie am Vortag verteilt, bloß mit dem Unterschied, dass fast die Hälfte der Männer nicht zur Verfügung stand. Alle gingen in Deckung. Beim Sonnenaufgang hat jeder Sonnenstrahl den einen Zentimeter dicken Reif beleuchtet. Der Himmel war kristallblau und die Kälte spürte man sogar in den Knochen. Die frierenden Kämpfer haben sich die Frage gestellt, ob sie auch heute vergebens warten werden. Sobald sie aber die Sonne erwärmt hat, war die Stimmung sofort besser. Dann kam vom Spähtrupp in Žužkov boršt die Information, dass die feindlichen Soldaten auf dem Weg sind. Es war 11 Uhr, im Turm läutete es, denn es war die Maria Lichtmess, Leute gingen zur Kirche.

    Die feindliche Kolonne war bereits zu hören, als sie Richtung Komen fuhr. Als sie sich aber von Komen her näherten, waren sie auch schon zu sehen. Sie waren nun da. Ein offener deutscher LKW mit Sitzen an der Seite, ein PKW, zwei gepanzerte Fahrzeuge mit Essensvorräten und Munition und am Ende die Autoblinde.

    Die Männer in der Lauerstellung hatten acht Maschinengewehre, davon vier Stück Flugzeugmaschinengewehre und einen leichten Minenwerfer.

    Die Kämpfer waren auf der parallel verlaufenden und nicht mehr befahrenen Straße eingegraben und getarnt. Alle haben ungeduldig auf den Befehl gewartet. Stjenka hat entschieden, dass die gesamte Kolonne in den Hinterhalt geraten muss und dass der Angriff erst dann beginnen wird. Beim Zeichen war der Teufel los. Man konnte gar keine einzelnen Schüsse mehr hören, denn alles war ein einziges Gedonner. Der Überraschungseffekt war groß. Die Partisanengewehre hatten grauenhafte Folgen verursacht. Als erste haben die deutschen Polizisten reagiert und in den Gräben neben der Straße und unter LKWs Schutz gesucht. Gleichzeitig haben die ersten italienischen Faschisten bereits mit weißen Taschentüchern auf ihren Bajonetten gewedelt. Die Deutschen haben diese sofort erschossen, damit sich die anderen nicht ergeben würden. Die deutschen Offiziere in der Limousine waren tot, auf einem der LKW hat Feuer die Munition gefangen. Der größte Widerstand kam vom ersten LKW. Der italienische Kapitän Antonio Constantini, der die Kolonne geleitet hat, hat die aussichtslose Lage erkannt und angeordnet, die Autoblinde umzudrehen. Auf der schmalen Straße hätte das sogar in ruhigen Zeiten lange gedauert. Während des Angriffes hat das aber genau so viel Zeit in Anspruch genommen, dass Stjenka und einige Kämpfer die Absicht des Feindes erkannt haben. Ivo Žigon aus Komen hat mit seinem Flugzeugmaschinengewehr die beiden Radblinden durchlocht. Stjenka hat dem Bert Grgula den Minenwerfer genommen und mit der ersten Mine die Tür und mit der zweiten die Mitte getroffen. Die Autoblinde war somit unbrauchbar. Beim Versuch, diese umzudrehen, haben sie dabei noch den LKW vorne in den Graben geschoben.

    Nach der ersten Angriffswelle haben sich 11 italienische Faschisten ergeben. Der Fahrer der Autoblinde Bruno Benedetti wurde in die Schulter getroffen und ihm ist es gelungen, aus dem Kessel auszubrechen und Richtung Komen zu fliehen. Dort hat er lautstark geschrien, dass es dort eine große Anzahl der Partisanen gibt und dass die gesamte Kolonne zerstört ist. Mit diesen Informationen als Grundlage würde sich in Komen auch keiner rühren wollen, geschweige denn noch Kollegen in gut ein Kilometer entfernt Hilfe zu leisten.

    Unseren Kämpfern ging die Munition langsam aus, es waren nur noch vereinzelte Schüsse abgefeuert. Die Deutschen haben sich im Steinbruch neben der Straße verschanzt und die Abwehr vorbereitet. Die meisten Schwierigkeiten hat uns ein sich unter dem LKW befindender und immer noch lebender deutscher Soldat bereitet.

    Unsere Soldaten haben sich im Laufe des Gefechtes so verteilt, dass die Rückkehr der angegriffenen Kolonne nach Komen nicht möglich war. Auf der Kurve, wo die Kolonne wegen des Angriffes angehalten wurde, hat der Zug der 1. Kompanie den Maschinengewehrschützen Franc Švara unter die Strasse platziert und oberhalb befand sich mit seinem Maschinengewehr Živko aus Orehovlje. Nachdem die sich vor den beiden Schützen befindende Autoblinde zerstört wurde, ergriff einer von den Faschisten die Flucht und versuchte hinter der Mauer Schutz zu finden. Franc und Živko haben eine Salve abgefeuert, aber das Ziel verfehlt. Aus der Gruppe entfernte sich dann jemand und warf eine Handgranate auf den Rücken des Flüchtigen.

    Danach ging der Zug Richtung Lkws, die vor der Autoblinde waren. Sofort kam es zum Beschuss seitens der sich unter den Lkws befindenden feindlichen Soldaten, doch unsere Jungs warfen sich auf den Boden und konnten somit den Schüssen ausweichen. Als der Kommandeur Slavko halb aufgerichtet nach vorne rücken wollte, wurde er von einer Salve getroffen. Den Slavko rächte sofort sein Kollege Pahor indem er den schon verwundeten feindlichen Schützen mit Handgranaten eliminierte. Henrik Markič fiel vor der Autoblinde. Als noch der Zugführer Grbec fiel, eilte ihm zur Hilfe sein Bruder, aber auch er wurde getroffen und fiel. Die Kämpfer fielen meist durch die Schüsse von den feindlichen Soldaten, die sich vorher tot stellten.

    Den deutschen Unteroffizier unter dem ersten Lkw brachte Stjenka mit dem ausgeliehenen Maschinengewehr vom Einheimischen namens Buda zum Schweigen. Übrig blieben dann noch die Deutschen in der Kiesgrube. Stjenka bat den Stab um Unterstützung. Seit vier Stunden dauerte der Kampf, allerdings nur mit der Hälfte der zuerst geplanten Mannschaft. Als die Hölle losging, wurde auch dem Stab klar, dass die Unterstützung her muss.

    Jakec brachte alles, was ihm zur Verfügung stand und kam zur Hilfe. Nach Dovce begab sich auch das Bataillon von VOS (Anm. des Übersetzers: Varnostno obveščevalna služba; geheimer und bewaffneter Nachrichtendienst der slow. kommunistischen Partei), doch als sie ankamen, war das Gefecht schon vorbei. Auch die Anwohner der benachbarten Dörfer wussten, dass die Kämpfer Unterstützung benötigen. Aus Tomačevica kam ein Freiwilliger mit eigenem Gewehr. Er war so übernommen, dass er den einsamen und Widerstand leistenden Deutschen alleine stürmte. Alle warnten ihn davor, alleine dorthin zu gehen, doch er hörte nicht zu. Seine Ungeduld kostete ihn das Leben. Die übriggebliebenen Soldaten in der Kiesgrube wurden aus allen Seiten liquidiert. Es kamen auch die Soldaten aus dem Hinterhalt in Rihenberk, die dort auf die Kolonne warteten.Der Kampf wurde um 16.30 Uhr beendet. Die ersten zwei Stunden konnten die Kämpfer alleine aushalten, später kamen Bewohner aus benachbarten Dörfern mit Essen zur Hilfe. Sie brachten die Beute und die Verwundeten weg. Stjenka schickte kurz nach dem Angriffsbeginn einen Meldegänger mit dem Befehl, sofort Wagen mit Pferdewagen für die Verwundeten zu besorgen. Frau Danica Bandelj spannte sofort ihr Pferd ein und kam fast bis zur Autoblinde. Dort lud sie den verwundeten Einheimischen Anton Buda auf den Wagen und brachte ihn in Begleitung von zwei Kämpfern nach Tomačevica. Auf den Wagen wurde auch ein Teil der beschlagnahmten Munition geladen. Als sie den Verwundeten ans Ziel brachte, kehrte sie sofort um und kam alleine mit dem Wagen zurück. Ihre zweite Ladung war trauriger: zwei Gefallene – der Kommandeur Slavko Krt und der Zugführer Lado Grbec. Begleitet wurde sie von Stjenka und seinem Begleiter Drago.

    Die Aktion in Dovce wurde beendet. Der Bericht ist relativ knapp und die Zahlen scheinen fast statistisch zu sein:

    „Am 2. Februar griff die III. Kompanie und der verstärkte Zug des 1. Trupps zwischen Ortschaft Komen und Rihenberk aus Hinterhalt die Transportkolonne der Deutschen und Faschisten an, die mit den Essensvorräten Richtung Riheberk waren. Es gab drei LKWs, zwei Autoblinden und eine Limousine. Der Kampf dauerte fünf Stunden. Dabei wurden 49 Faschisten und 36 Deutsche getötet. Fast alle Deutsche waren höhere Polizeiunteroffiziere, die nach Rihenberk als Ausbilder entsandt waren. Unter den Deutschen befanden sich auch ein Major und ein Hauptmann. Der Transportleiter war der faschistische Kapitän.

    Beschlagnahmt wurde Folgendes:

    1 Maschinengewehr Zbrojovka, 3 Maschinengewehre „šarci“, 1 schweres Maschinengewehr „Breda“, 2 leichte Maschinengewehre „Breda“, 6 Maschinenpistolen, 3 halbautomatische Gewehre, 60 Gewehre, 32 Pistolen und 15.000 Stück Munition. Beschlagnahmt wurde auch ein LKW mit Essensvorräten. Die LKWs und Autoblinden wurden verbrannt, die Limousine beschlagnahmt. Auf unserer Seite gab es 7 Tote und 8 Verwundete.“

    Der Bericht spricht nicht darüber, dass die Partisanen in Unterzahl waren. Und auch nicht darüber, dass die Karstkämpfer den Faschisten zeigen wollten, wer der einzige Herrscher in unserem Land ist und dass den Feind nur der Tod erwartet. Das konnten die Jungs aus dem Karstgebiet auch beweisen. Diesmal war der Preis nicht so klein: acht Tote und sieben verwundete (Buda starb wenige Tage nach der Aktion).




    Wir werden jetzt alle Daten aus den Text mit Dokumenten zu vergleichen.


    Grűsse

    Darko

    The trouble with facts is that there are so many of them. Samuel McChord Crothers

  • Hallo Darko,

    wie ich bereits früher erwähnt habe, stamme ich aus Komen,bin dort aufgewachsen , dort in die Schule gegangen und war bei der Deportation nach Neumarkt in Oberpfalz am 15.2.1944

    der jüngster Deportierter.An diesem Tage war ich genau vier Woche alt.Meine Familie bestand damals aus meinem Vater und Mutter sowie zwei 10 und 11 Jahre alten Brüder.

    Wir kehrten wegen meiner Diphtherie Erkrankung ( ich wurde in Krankenhaus in Weissenburg operiert ) erst im August 1945 nach Komen zurück.Ich kannte persönlich alle ehemalige Partisanen aus Komen und umliegenden Dörfern,die an dem Hinterhalt auf die deutsch/italienische Kolone am 2.Februar 1944 teilgenommen haben, persönlich. Drei davon wohnten in unmittelbarer Nachbarschaft unseres Hauses in Komen.

    Diese ehemaligen Partisanen waren jedoch in Bezug auf diesen Überfall nicht besonders gesprächig. Es schien so ob sie von der Organisation der ehemaligen Kämpfer ZBNOV ( zveza Borcev Narodno osvobodilne Vojne - Bund der ehemaligen Kämpfer des Volksbefreiungskrieges ) einen " Maulkorb bekommen haben.Andererseits vertrauten sich natürlich wegen der Ernsthaftigkeit der Angelegenheit einen Jugendlichen nicht an.Erst 1957 konnte ich mit einem der Teilnehmer der damals 18 Jahre alt war und später gefangen genommen wurde und in KZ Dachau landete,

    über den Hinterhalt sprechen.Dieser war maßgeblich an der Ausschaltung des Panzerfahrzeugs FIAT 655 am Ende der Kolone beteiligt und beschränkte seine Erzählung auf dieses Detail.

    In gleichem Jahr fand im Herbst in der unmittelbaren Nachbarschaft zum Kampfstätte ( ca 100 m ) entfernt eine Treibjagd an der auch ein Volksheld des Befreiungskrieges teilgenommen hat. Bei dieser Jagd

    war ich als Treiber und Träger des Kleinwildes beteiligt. Mein Vater leitete damals diese Jagd.In der Pause als ein kleiner Imbiss eingenommen wurde, unterhielten sich einige der Teilnehmer der Jagd

    über den damaligen Kampf an dieser Stelle, über den Kommandanten Anton Sibelja-Stjenka und über die gefallenen Partisanen.Im wesentlichem sprachen sie über den erbitterten Widerstand der deutschen Polizeiangehörigen , über die beiden gefallenen Offiziere und auch über die hervorragende persönliche Leistung von A,S, Stjenka beim Ausschalten des Fiat Panzerfahrzeugs.

    Mein Interesse an diesem für die Bewohner von Komen und umliegenden Ortschaften, schicksalhaften Ereignis, war auch deshalb sehr groß , weil es darüber sehr widersprüchliche " Gerüchte " gab.

    Diese betrafen sowohl das Ereignis selbst, wie auch die daraus resultierenden Folgen für die Bevölkerung und die Behandlung der Angelegenheit durch die kommunistischen Organe nach dem Krieg.

    Nachdem ich 1961 Jugoslawien verlassen habe und mit Unterbrechungen in BRD lebte und hier bei der US- Streitkräften beschäftigt war, erhielt ich die Möglichkeiten auch Nachforschungen in Deutschland anzustellen.Diese waren zunächst nicht sehr ergiebig. Erst nach dem Gespräch mit dem ehemaligen Angehörigen der Division " Karstjäger " Erich Kühbandner aus Rosenheim im Jahre 1974 ( dieser war am 3.2.1944 mit einer Karstjäger-Abt. am Ort des Kampfes in Dovce ) und dem Angehörigen der Partisaneneinheit der die Fotos nach dem Kampf machte,war es mir möglich,

    Einzelheiten darüber zu erfahren.An Dokumente oder schriftlichen Berichte von der Seite der Volksbefreiungsorganisationen zu kommen, war für mich in damaligen Jugoslawien nicht möglich.

    SS Mann Erich Kübandner erzählte mir jedoch das am " Tatort " alles genau dokumentiert und fotografiert wurde, weil es eine Anweisung dazu gegeben hat.Er erzählte mir auch, dass die Bergung der sterblichen Überreste der Gefallenen durch die männliche Insassen der Gefängnisse aus Triest erfolgte, Dieser Mann war in seinen Aussagen sehr genau, konnte sich aber nicht mehr an alle Einzelheiten erinnern. Dazu muss ich auch bemerken, dass ich mich damals mehr für die persönliche Schilderungen der an dieser Aktion Beteiligten interessierte als für die schriftlichen Beweise.Grundsätzlich hielt ich mich nicht nur bei diesen Recherchen, sonnst auch bei anderen Nachforschungen in Bezug auf den Volksbefreiungskampf in Jugoslawien an den Grundsatz :

    " Nicht ist es so wie es erscheint " !

    Nach meiner Meinung gibt es auch in deutschen Militärarchiven noch schriftliche Aufzeichnungen über diesen Überfall in Dovce bei Komen,man muss sie nur finden.Bei der Gründlichkeit die deutschen Polizei-und Militärstellen damals zu eigen war , kann man das ohne weiteres voraussetzen. Zwar haben die Partisaneneinheiten bei Einnahme von Triest , wo sich damals die meisten Kommandostellen des OAK ( Operationszone Adriatisches Küstenland ) befanden, sehr viel Unterlagen und Dokumenten in die Hände bekommen, aber diese wurden bis heute nur eingeschränkt veröffentlicht. Es ist verständlich das die genau Zahl der gefallenen deutschen Polizeiangehörigen erst dann für die meisten Mitglieder dieses Forums " amtlich" ist " wenn ein Dokument der damaligen Kommando -und Personalstellen vorliegt.Man muss davon ausgehen, dass es für die später gefallenen Polizisten einen " Marschbefehl " mit allen Namen gegeben hat und ebenso gibt es sehr wahrscheinlich "irgendwo " eine Liste der Benachrichtigungen für die Angehörige der Gefallenen. Obwohl einige der Opfer bis Unkenntlichkeit verbrannt und deshalb nur schlecht identifizierbar waren

    ändert nichts an der Tatsache, das man damals genau festgestellt hat, wer in diesem Kapf gefallen ist. Der SS Ustuf. E Kühbandner sagte das man auch ohne Erkennungsmarken genau die Namen der Gefallenen festgestellt hat. Er erstattete damals nach seinen Worten persönlich den Bericht über die Untersuchungen am Ort des Kampfes sowohl dem General Kübler wie auch SS -Gruppenführer Odilo Globocnik.

    Mit den besten Grüßen

    neretva