Feldpostnummer 06531 = (Fernaufklärungskompanie 624)

  • Hallo,


    ich habe nach der Feldpostnummer 06531 recherchiert. Als letzten Eintrag bekomme ich die Fernaufklärungskompanie FAK.624 (15.07.42 - 24.01.1943). Kann mir jemand sagen, ob diese Nummer später anderweitig vergeben war. Mich interessiert speziell der April 1944.


    Vielen Dank,


    Karsten

  • Guten Abend Karsten,


    Herzlich willkommen hier im Forum der Wehrmacht !
    Nein,die FPN blieb bis Kriegsende bei der Fernaufklärungskompanie 624.


    Servus Eumex
    Vivat Bavaria

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  • Hallo Karsten,


    Herzlich Willkommen hier im Forum :)


    Der letzte Eintrag dieser FPN ist:


    (15.7.1942-24.1.1943) Nachrichten-Fernaufklärungs-Kompanie 624


    Ein weitere Verwendung ist scheinbar nicht bekannt.


    Wie kommst Du auf Deine Vermutung?


    Gruss
    Gerhard

  • Hallo und danke für die Rückmeldungen,


    wie ist das mit den angegebenen Zeiträumen? Heißt 24.1.1943, dass die Nummer dann nicht mehr zugeteilt war oder heißt es nur, dass keine Briefe mit dieser Nummer mehr erfasst wurden?


    >Wie kommst Du auf Deine Vermutung?
    Das hat eigentlich nicht direkt mit Feldpost zu tun. Ich habe ein Buch bekommen, in welches Seiten mit codierten Vierergruppen eingeklebt sind. Das Buch wurde 1942 im besetzten Frankreich gedruckt.
    Es gibt einen handschriftlichen Besitzervermerk, den ich wie folgt entziffere: "Wfm. IKlaus, 06531. April 1944".


    Daher habe ich überprüft, ob 06531 eine Feldpostnummer sein könnte. FAK.624 würde von der Thematik ausgezeichnet passen. Sie war als Teil des KONA 5 in Frankreich stationiert und mit der Nachrichtenaufklärung und Dechiffrierung befasst. Vielleicht ist da aber auch nur der Wunsch der Vater des Gedankens und es handelt sich nicht um eine Feldpostnummer.


    Mich beschäftigt die Frage, warum man in ein Buch an mehr als 30 Stellen codierte Vierergruppen einklebt. Sicher nicht aus reiner Langeweile, weil das möglicherweise böse enden konnte. Der erste Ansatz ist nun herauszufinden, wem das Buch zuzuordnen ist.


    Wofür könnte die Abkürzung "Wfm." im Besitzervermerk stehen? Ic habe im Internet nur "Wissenschaftlichen Führungsstab der Marine" gefunden. Das würde natürlich zu den Vierergruppen passen aber ich halte es für unwahrscheinlich, dass man das in den Besitzervermerk schreibt.


    Viele Grüße


    Karsten

  • Hier noch ein Scan des handschriftlichen Besitzervermerkes. Könnte die Abkürzung auch Wtm. = Wachtmeister heißen? Das macht doch sicher Sinn.


    Die Einklebungen scheinen Hektographenkopien zu sein. Schlecht lesbare Zeichen sind stellenweise per Hand korrigiert. Die "0" ist durchgestrichen. Die Position des Strichs variiert ein wenig. Vermutlich wurde zuerst die Null, dann ein Rückschritt und anschließend der Schrägstrich darüber geschrieben.


    Gruß


    Karsten

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    • Signatur.jpg

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  • Moin Karsten,



    wie ist das mit den angegebenen Zeiträumen? Heißt 24.1.1943, dass die Nummer dann nicht mehr zugeteilt war oder heißt es nur, dass keine Briefe mit dieser Nummer mehr erfasst wurden?


    Weder noch, denn der in den Klammern angegebene Zeitraum hat nichts mit der Laufzeit oder Gültigkeit der Feldpostnummer zu tun.
    Innerhalb des genannten Zeitraumes wurde die Nummer der danach genannten Einheit zugeordnet. Das war quasi der Entstehungszeitraum einer neuen Auflage der Feldpostübersicht. Und wenn kein konkretes Datum der Neuvergabe überliefert war, wurde nur der Zeitraum angegeben.
    Die Zuordnung war dann solange gültig, bis eine neue Zuordnung eingetragen wurde. Wenn es der letzte Eintrag war, dann war die Zuordnung bis Kriegsende gültig.


    Siehe auch: Grundsätzliches über die Feldpost

    Herzliche Grüße Jürgen

    Suche alles zum Bau-Pionier-Bataillon 119 ab 11/1943

  • Hallo Jürgen,


    vielen Dank. Jetzt habe ich es verstanden. Vorausgesetzt, dass die Zahl die Feldpostnummer ist, habe ich jetzt einen Namen und einen Zeitraum. Die FAK.624 soll eine Stärke von ca. 250 Mann gehabt haben. Es ist unwahrscheinlich, dass sie in Kampfhandlungen verwickelt war, so dass sich personell vermutlich nicht viel geändert hat. Schließlich waren dort Spezialisten im Einsatz.


    Vielleicht bekommen wir ja noch etwas heraus. Es wäre schon interessant herauszufinden, welchen Hintergrund diese eingeklebten Blätter haben.


    Viele Grüße


    Karsten

  • Hallo Karsten,


    hier mal die Unterstellung mit Stand 01.10.1943.


    Nachr..JPG


    Quelle:Nara


    März 1945 war das Abholpostamt für die Nachrichten-Fernaufklärungs-Kompanie 624 - der Ort Trippstadt (südl. Kaiserslautern) [die 18 ist die damalige Postleitzahl für den Gau Westmark]


    Trippstadt.JPG


    Quelle:Nara FPÜ I

    Grüße Matthias

  • Danke Matthias,


    so wurde die Unterstellung auch immer beschrieben. Bis Anfang 1944 war das KONA 5 das einzige "Signal Intelligence" Regiment im Westen. Man kann in den TICOM-Berichten einiges dazu lesen.


    Viele Grüße


    Karsten

  • Hallo allerseits,


    ich konnte es kaum glauben aber heute kam bereits die WASt-Auskunft. Die Bearbeitungszeit lag damit unter einem Monat!
    Damit dürfte der Vorbesitzer des Buches identifiziert sein.


    Den Scan habe ich angehängt, da mir ein paar Sachen unklar sind:


    1. "Dgd: nicht verzeichnet"
    Kam so etwas häufiger vor?


    2. "Zugang vom Befehlshaber des Ersatzheeres Berlin"
    Dazu weiß ich leider zu wenig. Handelt es sich um einen Reservisten?


    Viele Grüße


    Karsten

  • Hallo Karsten,


    ich übersetze das "Dgd" mal mit Dienstgrad und dann ist das schon ein wenig durcheinander denn oben steht doch Wachmeister (Feldwebel) ?!


    Quote

    Handelt es sich um einen Reservisten?


    ich würde eher sagen der Wachtmeister war Berufs oder Zeitsoldat. Er war verheiratet und schon relativ alt.


    Der B.d.E.H. (Befehlshaber des Ersatzheeres) war eine Dienststelle der alle Einheiten des Ersatzheeres unterstanden.
    Der Dienstsitz war das Gebäude Bendlerstraße 11–13 Berlin Sitz des Allgemeinen Heeresamtes und des Befehlshabers des Ersatzheeres im Oberkommando des Heeres.


    Er war vorher bei einer Ausbildungseinheit oder bei dem B.d.E.H. selbst eingesetzt und wurden zum Feld-Heer ( Fernaufklärungskompanie 624) versetzt.

    Gruss Dieter

  • Hallo Karsten,
    die "Signatur.jpg" weiter oben (9. Juli 2015) sieht nach einem typischen 4 Zeichen Funkspruch aus, wie sie damals im Kurzwellenfunk üblich waren. Die Nachrichten-Fernaufklärung-Kompanien haben sich mit der Aufklärung der Kurzwelle befasst. Da die Vierer Gruppen nicht handschriftlich sind, könnte es sich um eine Übungsaufgabe zur Schulung eigenen Personal handeln. Ist bekannt woher die Signatur stammt?
    Mit besten Grüßen
    Rainer

    Immer den geraden Weg

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  • Hallo Rainer,


    mittlerweile sind wir auch der Meinung, dass es sich vermutlich um Übungsaufgaben handelt. Ausführliche Diskussion hier.


    Viele Grüße


    Karsten

  • Hallo Karsten,
    die durchgestrichene Null dient der Unterscheidung zum Buchstaben O (Otto), das groß geschriebene "L" zur Unterscheidung des Buchstaben L (Ludwig) von der Zahl 1.
    In der Tastfunk - Ausbildung werden solche Gruppen sowohl für das "Geben" als auch für das "Aufnehmen" oder "Hören" eingesetzt. Zur Feststellung des Könnens eines Funkers wurde bestimmt welches Tempo er geben bzw hören kann.
    Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass es sich um ein Kryptogramm handelt weil die 3 deutschen Umlaute ( Ärger, Öse, Übel) vorkommen Die Ausbesserungen an mehreren Stellen können bedeuten, dass die Kopie so schlecht war, dass sie für Übungsaufgaben nicht genutzt werden konnte. Es könnte sich um eine Vervielfältigung per Wachsmatritze handeln - solche Matritzen konnte man nicht ausbessern, sie mussten neu geschrieben werden, soweit ich das noch aus den 50ziger Jahren erinnere.


    Mit besten Grüßen
    Rainer

    Immer den geraden Weg

  • Hallo Ahnenforscher1977,

    gibt es irgendwelche Unterlagen, Papiere, Fotos, Tagebücher Deines Großvaters aus seiner Zeit bei der Einheit? Hat er vielleicht ein Heft, Buch oder Taschenkalender vererbt, wie das bei meinem Vater der Fall war?

    Mit besten Grüßen

    Rainer

    Immer den geraden Weg

  • Moin, es gibt ein akribisch geführtes Fotoalbum. Es beginnt bei seinem Einzug bis Kriegsende. Was suchst du denn genau? VG Frank

  • Hallo Frank,

    Hans Georg Kampe (verst. Forums Mitglied) hat in der Schriftenreihe Militärgeschichtliche Blätter "Die deutsche Heeres-Funkaufklärung 1914 - 1945" in der Anlage die Nachrichten-Fernaufklärungskompanie 624 erwähnt, im Unterschied zu den vorhergehenden Kompanien aber ohne die Kompaniechefs zu nennen. Vielleicht ist aus den Unterlagen des Großvaters eine Ergänzung möglich?

    Mit besten Grüßen

    Rainer

    Immer den geraden Weg