Schiff "Rio d. Janeiro"

  • Hallo alle miteinander
    jetzt wurde das Wrack des deutschen Schiffes "Rio d. Janeiro" (5261 BRT ?) in 135 m Tiefe vor der norwegischen Südküste gefunden. Das Schiff war im Zuge der Operation "Weserübung", Besetzung Norwegens mit Soldaten und Torpedos beladen, am 08.04.1940 von einem polnischen U-Boot (nach der polnischen Kapitulation vom Engländer eingesetzt) vor Lillesand (?) versenkt worden. Es wurden damals nur 200 von ehemals 400 Soldaten und Besatzungsmitgliedern gerettet. Der weitere Verfahrensweg ????, aber die norwegische Denkmalsbehörde ist dran.
    MfG
    Dietrich

  • Hallo,


    Quote

    1940,März 07.: Erfaßt KMD Hamburg (00:00 Uhr) für das Unternehmen „Weserübung“.
    April 06.: Mit Militärausrüstung und 313 Soldaten aus Stettin (um 04:00 Uhr) nach Bergen ausgelaufen.
    April 08.: Bei Lillesand vom poln. U-Boot ORZEL gestoppt zur kontrolle, durch die uniformierten Soldaten an Bord flog die Tarnung auf. ORZEL feuert 2 Torpedos (nicht 3) erste um 11:45 Uhr (verfehlt), zweite um 11:55 Uhr (Pos. 58.07,8 N / 08.29,4 O). Schiffbrüchige von norw. Torpedobooten ODIN und GYLLER sowie norw. Fischkuttern gerettet. 183 Tote (164 Soldaten und 19 Besatzungsmitglider).


    http://www.historisches-marine…usgabe.php?where_value=19


    Zum U-Boot:


    https://de.wikipedia.org/wiki/ORP_Orzeł_(85A)#Versenkung_der_Rio_de_Janeiro


    Grüße


    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

    Edited once, last by Thilo ().

  • Hallo,


    wenn ich das richtig interpretiere wurde hier gegen internationales Recht, die sog. Prisenordnung, verstoßen, denn der Besatzung wurde offensichtlich keine Möglichkeit geboten in die Boote zu gehen, woher denn sonst so viele Tote?
    Im Handbuch für dt. U - Boot Kommandanten, Ausgabe 1942, Nachdruck 1943 wird auf dei Einhaltung der Prisenordnung und das ausführlich Studium derselben hingewiesen.
    Mit Bewaffnung der Handelsschiffe und der Einführung der Geleitzüge wurden m. W. die Prisenordnung dann allg. micht mehr eingehalten. Wer weiß es besser?


    Gruß Karl

  • Hallo Karl,



    lt. obrigem Link forderte der U-Bootkommandant die Besatzung vor dem ersten Schuss auf, das Schiff zu verlassen.



    Quote

    Die Rio de Janeiro stoppte, während zwei inzwischen aufmerksam gewordene norwegische Patrouillenboote sich mit hoher Geschwindigkeit näherten. Grudziński ließ der deutschen Besatzung signalisieren, dass sie das Schiff verlassen solle und er in fünf Minuten angreifen werde. Gleichzeitig ließ er ein Torpedorohr bewässern. Die Deutschen bestätigten die Nachricht, reagierten aber ansonsten nicht. Grudziński musste den Abschuss verzögern, da eines der Patrouillenboote in die erwartete Torpedolaufbahn fuhr, woraufhin der Transporter wieder Fahrt aufnahm. Der verzögerte Schuss verfehlte sein Ziel. Die Rio de Janeiro versuchte, dem zweiten Torpedo noch zu entkommen, hatte aber keine Chance und wurde 12.05 Uhr vernichtend getroffen. Die Beobachter der Orzeł waren überrascht, dass das Schiff mehrere hundert deutsche Soldaten transportiert hatte, die in dem eiskalten Wasser verzweifelt um ihr Leben kämpften. Die Orzeł umkreiste getaucht ihr Opfer, während die Patrouillenboote und mehrere dänische und norwegische Fischer die Überlebenden aufnahmen. Dank der schnellen Hilfe konnten 183 Deutsche gerettet werden. 150 Soldaten und Matrosen ertranken.


    Ich gehe mal davon aus, das auch einfach nicht genug Rettungsmittel für über 300 Personen auf dem Frachter waren.


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Thilo,


    ch gehe mal davon aus, das auch einfach nicht genug Rettungsmittel für über 300 Personen auf dem Frachter waren.


    Warum soll man das zu Ungunsten der deutschen ertrunkenen Matrosen annehmen? Dies ist eine Vermutung.
    Die Prisenordnung sah nicht vor, dass die Matrosen einfach ohne "Hilfsmittel/Boote/Rettungsflöße etc. in das eiskalte Wasser springen sollten.
    Warum hat U - Boot keine Matrosen aufgenommen? Das gab es auch.
    Wasser war offensichtlich so kalt, dass die Rettung für viele zu spät kam.
    Erfolgte der Abschuss in norwegischen Hoheitsgewässern?
    Was schreibt die deutsche SKL dazu?
    Alles ungeklärte Fragen.


    Für mich bleibt die Nichteinhaltung der Prisenordnung erhalten, zumal offensichtlich niemand vor der U - Bootbesatzung an Bord der Rio de Janeiro" ging. ( Wahrscheinlich weil zu viele Soldaten an Bord waren und dadurch ein Risiko für die Prisenmannschaft gesehen wurde.
    Außerdem:

    Die Orzeł umkreiste getaucht ihr Opfer,

    Sicher auf Sehrohrtiefe, denn sonst hätte es keinen Sinn gemacht, dafür aber eine Behinderung der Rettungsschiffe.
    Ein Zeichen dafür, dass man gar nicht retten wollte. Wohl gemerkt, wir schreiben das Jahr 1940!


    Gruß Karl

  • Hallo Karl,


    letzten Endes hat das U-Boot einen feindlichen Truppentransporter versenkt, Prisenrecht ist ein "Kann" kein "Muß", ein feindl. Schiff kann aufgebracht werden, oder halt versenkt.



    Grüße


    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941


  • Hallo zusammen,


    hinzu kommt das offensichtlich die Wahre Identität verschleiert worden ist


    Quote

    Bei Lillesand vom poln. U-Boot ORZEL gestoppt zur kontrolle, durch die uniformierten Soldaten an Bord flog die Tarnung auf.


    Ein solches Verhalten führt in der Regel zum Verlust des Kombattantenstatus und es wurden nur noch wenig Rücksichten genommen.

    Gruss Dieter

  • hallo!

    Mein Onkel - Wilhelm Wisniewski starb auf diesem Schiff, und sein Cousin Antoni Wiśniewski war auf ORZEŁ Schiff.

    Einer war in der deutschen Armee, der andere in der polnischen Armee

    Lg

    ewa

  • Hallo Ewa,


    vielen Dank für diese Information.

    Das ist ganz besonders schrecklich und sehr traurig!

    Wilhelm Wisniewski ist auf dem Friedhof in Oslo-Alfaset begraben:

    https://www.volksbund.de/graeb…6426399675ad3fb3c5fa723cd

    Aber das weißt Du sicher schon.

    Hat vielleicht Antoni Wiśniewski den Krieg überlebt?


    Liebe Grüße

    Bernhard

  • Hello :)

    Ja, ich weiß, wo das Grab, Großmutter - die Halbschwester war in den 90er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts.

    Ja, Antoni hat überlebt, er ist in England gestorben, aber ich kenne noch nicht alle Details

    Lg

    ewa