715. ID - Aberkennung aller Orden und Ehrenzeichen durch Befehl GFM F. Schörner vom 31.3.1945

  • Hallo,


    bin beim Lesen u.g. Buches darauf gestoßen, dass der gesamten 715. ID auf Befehl Schörners
    das Tragen von Orden und Ehrenzeichen b.a.w. verboten worden war, bis sie ihre "Tapferkeit" wieder bewiesen haben würden.


    Nun, Person Schörner ist hinlänglich bekannt....


    Meine Fragen hierzu sind:


    1. Weiß jemand nähere und ausführlichere Hinweise zu dem Geschehen (den Vorwürfen an die 751.ID)?


    2. Hat jemand Hinweise, dass das Tragen der O&E nach "Bewährung" wieder offiziell genehmigt worden war?


    3. Gibt es weitere Beispiele für solche Verbote?


    Quelle:
    Ossadnik, Josef / Brün Meyer (Mitarb.):
    Land zwischen den Mächten.
    Das ehemalige Österreichisch-Schlesien ("Westschlesien")
    1740 bis 1945 und die Schlacht von Mährisch-Ostrau vom 16. 3. bis zum 7. 5. 1945.
    Biblio Verlag Bissendorf 2003.
    ISBN: 3764823305
    (hier S. 144, 170, 173)

  • Hallo,


    Quote

    3. Gibt es weitere Beispiele für solche Verbote?


    die gibt es leider. Generalfeldmarschall von Reichenau sprach der 46. Infanterie-Division via
    Fernschreiben die soldatische Ehre ab, nachdem die Halbinsel Kertsch Anfang 1942 von der
    Roten Armee zurückerobert wurde.:


    "Ich spreche der 46. Division für das schlappe Zufassen bei der Anlandung der Russen auf der
    Halbinsel Kertsch sowie wegen ihres übereilten Rückzugs aus der Halbinsel die soldatische Ehre
    ab. Auszeichnungen und Beförderungen sind bis auf weiteres gesperrt.
    gez. von Reichenau, Generalfeldmarschall"


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

  • Servus ihr beiden,
    danke euch für die zusätzlichen Informationen.
    Da waren wohl richtig Hartgesottene am Werk .... ;)

    Gruß Eddy
    Suche alles zu 143. Reserve-Division und Füsilier-Bataillon 217.

    Edited once, last by ehansl02 ().

  • Hallo Eddy,


    auch bei der 73.ID wird für den Zeitraum August 1944 ein ähnlicher Vorfall geschildert.
    Keine Beförderungen, keine Auszeichnungen und kein Urlaub nach einem Russ.Angriff und dem Rückzug
    über die Weichsel nach Praga .Oberst Hähling (Kd.) und sein 1a Oberstleutnant Becker wurden vor dem Kriegsgericht angeklagt. Ihnen wurde später die MMöglichkeit gegeben sich zu rehabilitieren.
    Quelle: Frankische Infanterie Geschichte des IR 170


    Grüsse vom Rhein
    Markus


  • Hallo allerseits,
    Reichenaus späterer Nachfolger hat das allerdings durch einen "Anerkennungsbefehl" später wieder aufgehoben.
    Tschüs, Hagewi

    Edited once, last by Hagewi ().

  • Hallo Eddy und alle Anderen,


    Im Gunter "Letzter Lorbeer" findet sich der Vorfall vom 23.3.45 auf S.347f.:
    Demnach war der sowj. Angriff aus dem Raum Sohrau bereits bis zum Bahnhofsgelände von Loslau vorgedrungen. Die im Eisenbahntransport herangeführte 715. ID wurde im Kampfgebiet von den durchbrechenden Einheiten der RA überrascht, und überollt.
    Die 715. ID soll (aus Italien kommend) vorher aus dem Gebiet Prag, ohne ausreichende Bewaffnung und Munitionierung herangeführt worden sein. Bedenken der Divisionsführung zum sofortigen Fronteinsatz wurden ignoriert.


    Und zur 46. ID sollte man auch nicht vergessen, dass der Kdr. v. Sponeck nach Kriegsgerichts-Urteil (Vorsitz Göring) zum Tod verurteilt wurde. Nach Intervention des Armeebefehlshaber zu sieben Jahren Festungshaft begnadigt, am Ende (heißt nach 20.Juli 44) dann aber noch erschossen wurde.


    Gruß
    Matthias

  • Hallo an alle,
    vielen Dank für die zusätzlichen Informationen.

    Gruß Eddy
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