Oberjäger Willy Kraatz

  • Wer kennt oder kannte Willy Kraatz, 1 Fallschirmjäger Regiment 1,( 1941) Standort, Albrecht der Bär Kaserne Stendal, Einsätze Kreta, Monte Casino, Rimini u.s.w., Mitte Mai 1945 in Österreich in Amerikanische


    Gefangenschaft ,später an die Russen übergeben,( verschachert),
    Bitte , jede Information die ich erhalten kann,ist wichtig. Glück ab.

  • Guten Abend Joachim,
    erstmal herzlich willkommen in unserem Forum.


    Aber, solche Threaderöffnungen mögen wir nicht sonderlich, keine Anrede, kein abschließender Gruß, keine Info über den bisherigen Wissensstand, was bisher unternommen wurde, nix.
    Oder ist das "Obige" dein Wissensstand?
    Jede Antwort könnte zur Folge haben "das habe ich schon gewusst"....sowas motiviert.
    Liest denn hier wirklich niemand vorher in den Regeln des FdW?


    Wie auch immer,
    viel Erfolg wünsche ich dir,
    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Sry, war zum Geburtstag bei meiner Nichte und haben uns auf ihrem Laptop Fotos angesehen. Als ich mir die Wehrmachtspeicher von Stendal ansehen wollte, wurde ich auf Eure Seite aufmerksam. Ich selber habe keinen Computer, bin also immer auf andere angewiesen, schnell mal auf Eure Seite zu gehen. Da vergegen schon mal ein paar Tage. Ich wohne in Stendal bin 65 Jahre und 2 Tage alt. Habe also endlich Zeit mich um die Vergangenheit meines Vaters, den ich leider nicht kennen gelernt habe. ( Scheidung meiner Eltern 1951, danach zog er wieder in seine Heimat Köln, dann Grenze und aus den Augen verloren. Habe auskunft von der Wast bekommen:


    Truppenteile
    laut Meldung vom 15.09.1939 Küstenaufklärungsstaffel 1/106 Standort: Norderney
    07.03.1940 3.Komanie Fallschirmjäger-Ergänzungs-Bataillon Standort: Wittstock/Dosse
    01.01.1942 11.Kompanie Luftwaffen-Schützen-Bataillon III Standort: Braunschweig
    31.10.1942 16.Werferbatterie Fallschirmj.-Artillerie-Regiment 1 Einsatzraum: Griechenland/Kreta
    14.10.1943 9.Kompanie Fallschirmj.-Ausbildungs-Regiment 1
    10.12.1943 6.Kompanie Fallschirmj.-Regiment 1
    Aug.1944 9.Kompanie Fallschirmj.-Regiment 1 Unterstellung: 1.Fallschirmj.-Division
    Einsatzräume: Dez.1943-Jan.1944 Adria-Küste,
    Feb.-Mai 1944 Monte Cassino,
    Juni-Aug. 1944 Adria, Rimini.
    Schädigung: 20.03.1944 bei Cassino verwundet - Artilleriegeschosssplitterverletztung Kopf-


    Kriegsgefangenschaft: Gefangenname 17.05.1945 Linz
    1945-1946 Scherson
    1946-1949 Merewa bei Carkow


    Vorletzte Einheit 1940-April 1945 Oberfeldwebel Komp. Truppführer
    Letzte Einheit Feldersatz. Batl. 10 April 1945 - Mai 1945 Oberfeldwebel Ausbildungsleiter


    Das sind meine Informationen die ich bis heute habe.
    Wäre für jede weiter Information sehr sehr dankbar.


    lg Joachim Kraatz

  • Hallo Joachim,


    nachfolgend einige kurze Angaben zum Schicksal des Fallschirm-Feldersatz-Batallions 10 in Österreich.


    Aufstellung der 10. Fallschirmjäger-Division bzw. des Fallschirm-Feldersatz-Bataillons 10


    Anfang März 1945 ergeht an das Generalkommando I. Fallschirmjägerkorps in Italien der Befehl zur Abgabe von je drei Fallschirmjägerbatallionen der 1. und 4. Fallschirmjägerdivision, zwei Fallschirm-Artillerieabteilungen, zwei Fallschirmjäger-Pionierkompanien, einer Fallschirmjäger-Panzerjägerkompanie sowie weiteren Teilen der Division- und Korpseinheiten für die Aufstellung der 10. und(!!) 11. Fallschirmjäger-Division.


    Ende März 1945 setzen die ausgewählten Einheiten über den Po und werden um den 25. März herum im Eisenbahntransport nach Norddeutschland Richtung Innsbruck verladen. Das III./FJR 1 (und damit OFw Kraatz) geht im 3. von 9. Eisenbahntransporten auf die Reise Richtung Innsbruck.
    Durch Streckenzerstörungen werden die Transporte häufiger gestoppt bzw. bewältigen einige Streckenabschnitte per LkW oder zu Fuß. Die Eisenbahntransporte, werden am 1. April 1945 auf dem Weg nach Holland bzw. Norddeutschland in Rosenheim angehalten und, aufgrund der sich dramatisch im Südosten verschlechternden Frontlage über Bischofshofen nach Graz umgeleitet.


    Am 4. April 1945 kann im Raum Graz mit der Aufstellung und Ausbildung der neuen 10. Fallschirmjäger-Division begonnen werden. Die Aufstellung der 11. Fallschirmjäger-Division wird zurückgestellt.


    Aufstellung des Fallschirm-Feldersatz-Bataillons 10

    Das Rahmenpersonal des Fsch.FEB 10 stellen Angehörige des III./FJR 1 und des III./FJR 4.
    Aufgefüllt wird ab dem 14. April mit ehemaligem Bodenpersonal, das aus Neubiberg (I./NJG 11, NJG 6) kam.
    Dazu junge Flugschüler von der LKS 10 und den FFS A 5 ,14, 23 und 115.


    Im Raum Graz- Fernitz- Puntigam wird das ungeübte Personal im Erdeinsatz ausgebildet. Das Fsch.FEB 10 wird mit 4 Kompanien aufgestellt. Batallionsführer (14.4. – 08.5.45) wird der dreißigjährige Oberleutnant Heinrich Schuck vom III./FJR 4. Hauptmann beim Stabe wird Hauptmann Wilhelm Wiesner.


    Ab dem 15. April beginnen die Abmärsche an die Front Richtung St. Pölten. Der Weg in den Kampfraum Wilhelmsburg, Lilienfeld, Traisen, Marktl wird im Fußmarsch gemacht, als Unterkünfte diesen Schulen und Scheunen.
    In den Abwehrkämpfen im Raum Lilienfeld, Traisen, Marktl wird das Fsch.FEB 10 bis zum 30. April 1945 nicht eingesetzt.
    Nach dem Abmarsch des Gros der 10. Fallschirmjäger-Division zur 1. PanzerArmee im Raum Brünn ab dem 29. April, bleibt das Fsch.FEB 10mit den sonstigen Versorgungs- und Unterstützungstruppen der10. Fallschirmjäger-Division bis zum Kriegsende der 6.(SS)PanzerArmee unterstellt.


    Teile des Fsch.FEB 10 wollen noch der 10. Fallschirmjäger-Division folgen und marschieren bis Krems über die Donau um dort nach Norden abzubiegen. Aufgrund der sowjetischen Vorstöße im Raum Znaim wird die Marschrichtung nach Westen geändert und bei Melk auf das Nordufer der Donau übergesetzt.


    Bei einem Marschhalt am 8. Mai 1945 mittags verkündet der Einheitsführer die Kapitulation. Die Truppenteile lösen sich auf und marschieren in kleinen Gruppen Richtung Westen.
    Am 10. Mai 1945 erreichen sie die amerikanisch-russische Nord-Süd-Demarkationslinie Linz-Freistadt. Um den Ort Pregarten werden tausende Soldaten des II. SS-Panzer-Korps (u.a. 3. SS-Panzer-Division Totenkopf, Führer-Grenadier-Division und FallschJg.Regt.30 der 10. Fallschirmjäger-Division) zusammengetrieben.


    Nach 3 Tagen Lager unter freiem Himmel werden alle Soldaten am Vormittag des 14. April 1945 den Russen übergeben.
    Einige wenige Truppenteile des Fsch.FEB 10 ziehen sich im Verband der 12. SS-Panzer-Division Hitlerjugend ab dem 6. Mai auf der Südseite der Donau über Scheibbs, Ybbs, Amstetten zurück, und überschreiten am 8. Mai die Demarkationslinie an der Enns bei Linz. Sie kommen in amerikanische Gefangenschaft.


    Beste Grüße
    Ingo

  • Hallo Ingo


    Vielen Dank für die ausführlichen Informationen.


    Beste Grüße
    Achim



    Guten Abend Eumex,


    erst einmal vielen Dank für die Info. Lasse sie mir in den nächsten Tagen ausdrucken.


    Schöne Grüße aus Stendal (Altmark)
    Joachim


    Beiträge vom 18.06. zusammengefügt; kkn

  • Vielen Dank Eumex und Atlantis 2 für die ausführlichen Infos. Bin überwältigt von Eurer Hilfsbereitschaft. Hätte nie damit gerechnet. Erwäge mir einen Computer zu kaufen.
    Ich bedanke mich mit dem Fallschirmjägergruß " Glück ab"


    LG Joachim

  • Hallo zusammen


    Ein weiteres Lager war in aigen-schlägl das ebenfalls den Russen übergeben wurde ausgenommen die Angehörigen der Waffen ss Partei Mitglieder!


    Gruß aus julbach
    Mücke

  • Guten Abend "Mücke",


    bevor wir beide hier den ganzen Thread "gefährden",
    Was sind denn bitte schön "Waffen ss Partei Mitglieder!"


    Deine Definition dafür?
    Zudem, Quelle dafür?


    Beste Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo Thomas


    Muss mich entschuldigen hab da ein und nicht gesetzt!
    Gemeint war Waffen ss und nsdap Partei Mitglieder wie zum Beispiel Bürgermeister usw


    Ein lokaler Autor hat Bücher unter anderem über dieses Lager geschrieben und ich beschäftige mich intensiver mit dem kgf Lager aigen-schlägl!
    Am Wochenende werde ich Titel der Bücher und einen link eingeben!


    Gruß
    Mücke

    Edited 2 times, last by Muecke222 ().

  • Guten Abend Muecke222,


    bin jetzt erst dazu gekommen hier wieder reinzuschauen. Aber danke für die interessante Info :)
    Ich bedanke mich mit dem Fallschirmjägergruß " Glück ab"


    Gruß Joachim

  • Hallo zusammen


    Laut WASt war mein Vater am 01.01.1942 in der 11 Komp. Luftwaffen-Schützen-Bataillon III "zur besonderen Verwendung" in Braunschweig.
    Weiß jemand welche "besondere Verwendung" gemeint sein könnte?


    Vielen Dank im voraus


    beste Grüße Jochachim

  • Hallo Joachim,


    Quote

    11 Komp. Luftwaffen-Schützen-Bataillon III "zur besonderen Verwendung"


    hat die WASt das genau so geschrieben ?


    Quote

    Weiß jemand welche "besondere Verwendung" gemeint sein könnte?


    Prinzipiell könnte das z.b.V. in zwei Richtungen deuten. Erstens, Bewährungs-Einheit der Lw., das glaube ich pers. nicht.
    Viel mehr denke ich das dass ein Infanterie-Aufstellung der 3. Luftflotte war. Das bedarf aber weiterer Recherche.

    Gruss Dieter

  • Hallo Joachim,


    in diesem Fall war es keine Bewährungstruppe, sondern einer der ersten Luftwaffeninfanterieverbände. Die LwInfBrigade zbV wurde Ende November 1941 in Reich aufgestellt und kam im Januar 1942 zum Einsatz in den Mittelabschnitt der Ostfront. Die Brigade war dem LwGefechtsverband VIII. Fliegerkorps (GenMaj. Eibenstein) unterstellt.
    In deinem Fall die 11. (III.)/LwInfBrigade zbV, Einsatzraum und Einheitsführer sind nicht bekannt.
    Über die Aufstellung und den Einsatz der Kampfgruppen und Gefechtsverbände der Luftwaffe in der ersten Jahreshälfte 1942 ist sehr wenig und widersprüchliches vorhanden.


    Gruß Sven

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank Augustdieter und Sven


    Lieber Sven, deine Auskunft stimmt mit meiner Vermutung überein, denn mein Vater lang im März 1942 mit Erfrierungen an beiden Füßen im Lazarett. Ich wusste nur nicht, wie und mit welcher Einheit er in Russland war.


    Viele liebe Grüße und danke nochmals
    Joachim