Polizeibataillon 256 - Norwegen?

  • Hallo zusammen,


    ich bin auf der Suche nach Informationen zum Polizeibataillon 256. Nach den spärlichen Infomationen, die ich von über meinen Großvater habe, war er in diesem Bataillon und nach seiner Ausbildung auf Rügen irgendwann ab 42 in Nordnorwegen (Narvik?) eingesetzt. Hat jemand nähere Informationen zu diesem Bataillon und dessen weiteren Einsätze? Ich habe noch ein paar vage Infos, nach denen er ab 43 dann auch noch in Polen und Russland war. Ich weiß, das ist nicht viel Information, aber vielleicht kann mir ja jemand von Euch ein bisschen weiterhelfen. Ansonsten noch eine Grundsatzfrage: Waren die Einheiten der Polizei automatisch SS-Einheiten?


    Vielen Dank im Voraus.

    Anja

  • Hallo Anja,


    ich nehme an, dass Sie den Begriff 'Polizeibataillon 256', aus dem militärischen Werdegang abgeschrieben haben, den Sie von der WASt erhalten haben.
    Oder woher haben Sie diesen Begriff ?


    Mit Beginn des Polen-Feldzuges wurden Polizei-Bataillone aufgestellt, die zunächst 6 Polizeigruppen zugeteilt und innerhalb der Gruppe durchnumeriert wurden.
    Noch im selben Jahr (1939) erhielten sie Bezeichnungen nach den Heimat-Wehrkreisen.
    Insgesamt wurden während des Krieges 325 Polizei-Bataillone aufgestellt.


    http://www.bundesarchiv.de/fox…B43D5/findmittelinfo.html


    Mit dem Begriff 'Polzei-Bataillone' finden Sie bei Google noch mehr Informationen.

    Edited 3 times, last by Saure ().

  • Hallo Saure,


    die Informationen habe ich aus dem einzigen von meinem Großvater enthaltenen Schriftstück, einem handgeschriebenen Lebenslauf, den er nach Kriegsende verfasst hat. Dort schreibt er, dass er sich im Herbst 1939 freiwillig bei der Polizei gemeldet hat und dann zur Ausbilung in Wien und auf Rügen war. Eingesetzt war er nach seinen Ausführungen im Btl. 256 u.a in Nordnorwegen.


    Als Neuling noch eine blöde Frage: Was ist WASt und kann ich dort Informationen anfordern?


    Vielen Dank im Voraus.....

    Anja

  • Hallo Anja,


    mein Berufsschullehrer sagte immer:
    'Es gibt keine blöden Fragen, nur blöde Antworten'.


    Vielleicht lesen Sie sich hier erst mal ein:
    http://www.forum-der-wehrmacht.de/thread.php?threadid=12


    Dann gibt es bestimmt weitere Fragen, die wir Ihnen natürlich alle gerne beantworten werden.


    Welche Daten aus dem 2. Weltkrieg stehen denn noch auf dem 'handgeschriebenen Lebenslauf' ?


    Beantragen Sie bitte bei der WASt (auch DD = Deutsche Diensstelle genannt) den 'militärischen Werdegang' von Ihrem Großvater.
    Lesen Sie hierzu bitte meinen Beitrag:
    http://www.vksvg.de/thread.php?threadid=52


    Und natürlich auch den Beitrag von Tobias:
    http://www.vksvg.de/thread.php?threadid=1112

    Edited 4 times, last by Saure ().

  • Hallo Herr Saure,


    vielen Dank. Ich werde bei der WASt den Lebenslauf anfordern und mich danach ggf nochmals melden.


    Nochmals vielen Dank + Grüße
    Anja A.

    Anja

  • Hallo Anja,


    die Antwort von der WASt bekommen Sie in ca. 9 Monaten.


    Können Sie mir bitte noch sagen, wo Ihr Großvater das Ende des Krieges erlebt hat, zuhause oder in Kriegsgefangenschaft ?

    Edited once, last by Saure ().

  • Hallo Anja!


    Im Frühjahr 1940 wurde nach Angaben von zwei ehemaligen Angehörigen das Polizei-Ausbildungs-Bataillon Recklinghausen, stationiert in einer Kaserne in Bottrop, Prosperstraße 73, nach Rügen verlegt und mit einem "Polizei-Ausbildungs-Bataillon Dresden" und einem Polizei-Bataillon aus Danzig zu einem Polizei-Regiment zusammengefasst. Das Regiment hatte den Auftrag zum Küstenschutz, zur ersten Abwehr einer feindlichen Landung, die offiziell nie bestätigt wurde und auch im Verlauf des Jahres 1940 nicht stattfand. Im Dezember 1940 wurde das "Polizei-Regiment Rügen" aufgelöst, zum größten Teil (?) kamen die Angehörigen als Ersatz zu der in Frankreich stationierten "SS-Polizei-Division".


    Anscheinend kam aber der Großvater aber zum Polizei- Bataillon 256. Über dieses Bataillon ist für die Zeit nach der Aufstellung bis Sommer 1942 habe ich keine weiteren Angaben. Aufstellung am 6.Dezember 1940 aus dem Polizei-Ausbildungs-Bataillon Wien (Kdr. Major Hahn seit 1.11.1939 ?). Anscheinend schien es zunächst nur im Reich eingesetzt worden zu sein, denn es erhält erst im Sommer 1941 eine Feldpostnummer (40 562), was für einen Einsatz außerhalb der Reichsgrenzen spricht (bereits Norwegen?)
    Für Juli 1942 ist es in Drontheim genannt.


    Mit Wirkung vom 9.7.1942 bildete das bisherige Pol.Btl 256 in Norwegen das III. Bataillon im Polizei-Regiment 26.
    Im Februar/März 1943 wurde das Pol.Regiment 26 mit seinem Kommandeur, Oberst Walter Strehlow, nach Deutschland zurückverlegt. (Klemp, Nicht ermittelt,S. 333)
    I.Btl (PB 251) in Schneidemühl
    II.Btl (PB 255) in Adlershorst
    III.Btl (PB 256) in Thorn


    Im Juni 1943 wurde das SS-PolRgt 26 nach Osten befohlen. Dort war das Regiment zur Bandenbekämpfung zunächst im Generalgouvernement, im Raum Zamosc, eingesetzt.
    Die 12.Kompanie soll in der Zeit vom 29.Juni bis 6.Juli 1943 zur Partisanenbekämpfung im Generalgouvernement eingesetzt worden sein. (Klemp, Nicht ermittelt, S. 334,337)


    Anschließend wurde das Regiment ab Juli 1943 nach Baranowicze verlegt, die 12.Kp. des III.Bataillons war vom 9.bis 31.Juli 1943 in der Ukraine. (Klemp, Nicht ermittelt, S. 334,337)


    Es folgten Einsätze zur Bandenbekämpfung, im Januar bis März 1944 ein Einsatz an der Front bei der 16.Armee, dann erneut Bandenkampf bis Juni 1944.


    Das SS-PolRgt 26 lag im Juni/Juli 1944 in Borissow und Minsk. (Klemp, Nicht ermittelt,S. 334)
    Beim Zusammenbruch der Heeresgruppe Mitte wurde das Regiment im Rahmen der Kampfgruppe/Korpsgruppe von Gottberg vernicht und bis Oktober 1944 aufgelöst.
    Reste kamen u.a. nach Südtirol zum dortigen SS-Polizei-Regiment Brixen!



    Wenn Du ergänzende Angaben zum Bataillon machen kannst, würde mich das sehr interessieren.


    Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo an alle!


    Gerade zu Weihnachten hab ich mit meinem Großvater über seine Zeit als Soldat geredet und erfahren, dass er ebenfalls im Polizei-Regiment 26, aber 4. Kp gedient hat. Er meint, dass er im 251. Btl (es war meine Vermutung, da er eben noch die Kp wußte und ich dann ein wenig recherchiert habe) war und zuvor eben in Norwegen, bei Oslo, stationiert war. Grundausbildung machte er in Fürstenfeldbruck


    Über einen Abzug nach Deutschland hat er nichts erzählt, aber dass sie eben dann zur Partisanenbekämpfung in die Ukraine abkommandiert wurden und über Danzig, Gotenhafen Richtung Ukraine verlegten. Er wurde 1943 schwer verwundet. Er meint, dass es im Frühjahr war, der Ort war laut ihm Gomel in Weißrussland. Anschließend kam er nach Tschenstochau ins Lazarett und anschließend nach München.


    Falls jemand noch Informationen dazu hat wäre ich ihm/ihr sehr dankbar wenn ich daran teil haben könnte. Falls ich noch etwas von ihm erfahre geb ichs gerne weiter, aber leider redet er nicht so gern über die Zeit


    LG

  • Pol.Btl. 251 (Stuttgart)
    Oktober 1940 aufgestellt aus dem Pol.Ausb.Btl. Deggingen; April 1941 Norwegen (schon seit Ende 1940 ?); Juli 1942 Drontheim, wird I. Btl./Pol.Rgt. 26; Fp.Nr.: 40 059.


    SS-Pol.Rgt. 26
    Aufstellung Juli 1942 in Drontheim aus Stab/Pol.Rgt. Nordnorwegen und Pol.Btle. 251, 255 und 256. HStO Dresden, II. Brüx.
    Einsatz in Norwegen. Mai 1943 Auffüllung für Osteinsatz aus Pol.Ausb.Btl. Dortmund und Fichtenwalde: I. Btl. in Schneidemühl, II. Btl. in Adlershorst, III. Btl. in Thorn. Der Regimentsstab wurde 29.03.1943 neu aufgestellt. Juni 1943 Einsatz in Weißrussland bei Baranowitschi, Sept. 1943 in den Karpaten, Okt. 1943 in der Front bei Kiew. Vernichtung im Juli 1944; November 1944 Aufgelöst. - Fp.Nr. Stab: 18 706, I. Btl.: 40 059, II. Btl.: 44 334, III. Btl.: 40 562.
    Verleihung von Eisernen Kreuzen und Kriegsverdienstkreuzen an Angeh. III. Btls. am 01.09. und 05.10.1943 durch HSSPF Russland-Süd, an Angeh. des ganzen Rgts. April bis Juli und Oktober 1944 durch Korpsgruppe von Gottberg.
    Nachweisbare milit. Unterstellungen:
    1943:
    17.12. = Polizeigruppe Gen. Jeckeln/VII. AK/AOK 16
    1944:
    16.01. - 10.02. bei 263. Inf.Div./AOK 16
    14.02. - 22.02. bei Kampfgruppe 83. Inf.Div./VIII. AK/AOK 16
    25.02. - 07.03. ( II. Btl.) bei KGr. 83. Inf.Div./X. AK/AOK 16
    20.03. (II. Btl.) bei 21. Lw.Feld-Div./XXXVIII. AK/AOK 18
    11.03. - 28.03. (III. Btl.) bei 32. Inf.Div./X. AK/AOK 16


    Quelle: Tessin/Kanappin/Meyer
    Weitergehende Informationen findest du in:
    "Nicht ermittelt" Polizeibataillone in der Nachkriegsjustiz - ein Handbuch, von Stefan Klemp, Klartext Verlag, Essen 2005, ISBN: 3-89861-381-X
    Seite:332ff und 434

    Edited once, last by Gesperrt ().

  • Update:


    Ich werde Ende April meinen Großvater besuchen (er wird mittlerweile 90). Er will mir sein Fotoalbum u.a. von seiner Soldatenzeit schenken. Ich werds dann gleich mal sichten und dann berichten.

  • Hallo Bauch,
    an diesen Informationen wäre ich auch sehr interessiert :D Ich freue mich auf Dein Ergebnis!!! ;)


    Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Bauch , ich arbeite im Moment die Kriegseinsätze meines verstorbenen Vaters auf...auch er war Angehöriger des SS - Polizeiregiments 26 (7.Kompanie). Einsatzzeiten des Regiments kenne ich nur aus dem Buch "Nicht ermittelt" von St.Klemp. Mein Vater geriet im Juli 1944 in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1956 heimkehrte... Persönlich hat er nicht viel schrifltiches aus dieser Zeit hinterlassen: es exisitieren ein knapper Bericht über die Gefangenschaft und ein Foto mit einer Gruppe tarngekleideter Männer und "Einsatz Polen 1943" auf der Rückseite. Gibt es evtl irgendwo Hinweise auf Namenslisten, Vereine pp, wo ich vielleicht noch lebende (?) ehemalige Kameraden meines Vaters finden kann?


    Danke für jeden Tipp, jede Info!

  • Quote

    ... Angehöriger des SS - Polizeiregiments 26 (7.Kompanie). ..... Vereine pp, wo ich vielleicht noch lebende (?) ehemalige Kameraden meines Vaters finden kann?...


    Hallo Leitstellen-Cop
    zunächst einmal willkommen in diesem Forum!!


    Damit wäre Dein Vater also Angehöriger des ehemaligen Pol.Batl. 255 gewesen?!


    PolBtl 255 FPNr. 44 334


    (Brüx), erhält Sommer 41 FPNr., Juli 42 Drontheim, wird II./PolRgt 26 (s.d.) s.a. http://www.lexikon-der-wehrmac…/SS/Ordnungspolizei-R.htm


    Die Angehörigen der Ordnungspolizei haben nach dem Krieg, mit Ausnahme des SS-Pol.Geb.Jg.Rgt 18, keine Truppenkameradschaften gebildet, daher ist eine Kontaktaufnahme mit ehemaligen Angehörigen des Rgt. 26 oder des II.Bataillons dieses Regimentes auf diesem Wege kaum möglich ...  :(


    Hallo Bauch,
    bist Du mit Deinen Nachforschungen weitergekommen? Ende April ist ja schon etwas her .... ;)


    Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Roland,


    das stimmt...die Feldpostnummer ist diejenige, die in einem Brief vom 10.8.1944 angegeben war. Dieser Brief informierte sie darüber, dass mein Vater "seit den ersten Julitagen" vermißt wird. Unterzeichnet von einem Obltn.der Schutzpolizei, Name nicht lesbar...
    Das Regiment hatte also 3 Batallione...wieviel Kompanien hat ein Batallion?
    Gibt es noch einen "Heimkehrerverband" (habe Unterlagen darüber gefunden)...
    Danke und Gruß,
    Leitstellen-Cop

  • Quote

    ... in einem Brief vom 10.8.1944 .... mein Vater "seit den ersten Julitagen" vermißt wird. Unterzeichnet von einem Obltn.der Schutzpolizei, Name nicht lesbar...
    wieviel Kompanien hat ein Batallion?
    Gibt es noch einen "Heimkehrerverband" ....


    Hallo Leitstellen-Cop,


    Das SS-PolRgt 26 wurde vor dem Osteinsatz "aufgefüllt", m.E. bedeute dies die Auffüllung von urpsrünglich drei auf vier Kompanien je Bataillon; leider habe ich darüber in meinen Unterlagen keine Details.


    Seit den ersten Julitagen 1944 vermißt; das SS-PolRgt 26 lag im Juni/Juli 1944 in Borissow und Minsk. (Klemp, Nicht ermittelt,S. 334)


    Vernichtung des SS-PolRgt 26 im Juli 1944 (bis 12.7.44). Bei diesen Kämpfen geriet der Kommandeur des SS-PolRgt 26, Oberstleutnant Weissig in Gefangenschaft. Er wurde 1946 durch die Sowjets in Minsk hingerichtet. (Klemp, Nicht ermittelt,S. 334)


    Bei der Neuaufstellung des SS-PolRgt 2 (s.d.) mit Wirkung vom 12.7.1943 (im Fronteinsatz !!) wurde dieses aus den Resten der SS-PolRgter 2, 22, 24 und 26 sowie der Polizei-Schützen-Regimenter 31, 34 und 36 und anderen Teilen zusammengestellt.
    Dabei stellte das SS-PolRgt 26 in diesem neuen Regiment den größten Teil der Mannschaften des I.Bataillons, 244 von 161. (Klemp, Nicht ermittelt,S. 334)


    Es gab (am 15.8.1944) noch ein Restkommando SS-Pol.Rgt 26:
    " ... Nachstehend Aufstellung der vorgefundene, stark vermischten, im Fronteinsatz oder sonstigem Einsatz befindlichen Formationen, ihre Gliederung, Einsatzräume (- orte) und Ausrüstung nach dem Stand vom 13. bis 15.8.44: ...


    Folgende Restkommandos bzw. Ferntrosse:
    ...
    SS-PolRgt 26:
    RgtsStab: 1 Offz. (Olt.Strümpfel), 2 VerwBea. (Insp.Schröder, Sekr.Kranzlin), 19 Unterführer und Männer


    Pi-Zug: 1 Unterführer
    Gesch.Battr.: 6 Unterführer
    PzJgKp.: 19 Unterführer und Männer


    I./SS-PolRgt 26 1 Offz. (RevOlt.Lamprecht), 39 Unterführer und Männer


    II./SS-PolRgt 26 2 VerwBea. (Insp.Köster, Sekr.Riesler), 83 Unterführer und Männer


    III./SS-PolRgt 26 1 VerwBea.(Obersekr.Schlumberger), 50 Unterführer und Männer
    ...
    ( Bericht über die Dienstreise von Hauptmann der Sch.P.Winneberger (Org./Ia (3) ) in den Raum Grodno – Bialystock- ost-preussische Grenze vom 10 bis 16.8.1944, BA NS 756/40)


    Könnte es besagte Oberleutnant Strümpfel gewesen sein, der den Brief vom 10.8.44 unterzeichnet hat?!


    Der "Heimkehrerverband" ist mir leider nicht bekannt!


    Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Roland,


    besten Dank für die vielen Infos --- ich werde mir das Buch von Klemp zulegen.
    Treffer: Der Brief-Unterzeichner war demnach tatsächlich der Obltn. "H.Strümpfel" ... (läßt sich anhand der Unterschrift nachvollziehen)


    Frdl.Gruß,
    Leitstellen-Cop

  • Quote

    ....Bei der Neuaufstellung des SS-PolRgt 2 (s.d.) mit Wirkung vom 12.7.1943 (im Fronteinsatz !!) ....


    Hallo Leistellen Cop,
    klasse, manchmal hilft es einem bei der Identifikation einer Unterschrift ja weiter, wenn man weiß, wie der Name eventuell heißen soll, wie in diesem Falle!!! :D


    Ich muss mich noch korrigieren, die Neuaufstellung SS-Pol.Rgt 2 im Fronteinsatz erfolgte mit Wirkung vom 12.7.1944, nicht bereits 1943 .... tut mir leid!  :(


    Das Buch von Stefan Klemp ist auf jeden Fall zu empfehlen!!! ;)


    Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo,


    ich untersuche gerade die Nutzungsgeschichte des geplanten KdF-Seebades Prora auf Rügen zur Kriegszeit. U.a. wurde dort 1940 ja ein Polizeibataillon ausgebildet.
    Mein Interesse besteht neben der Ausbildung in Prora v.a. darin in Erfahrung zu bringen, wo die dort ausgebildeten Polizisten dann eingesetzt wurden. Dazu müsste man aber die Nummern bzw. Namen der Einheiten wissen, in die sie kamen. Hier in diesem thread habe ich schon interessante Infos dazu erhalten. Meine Frage ist: weiss jemand mehr darüber? War die Überstellung in das Polizeibataillon 256, von der eine Nutzerin schreibt, ein Einzelfall und die Überführung in die „SS-Polizei-Division“ die Regel, wie ein anderer user schreibt? Oder weiss jemand noch von anderen Einheiten, in denen auf Rügen ausgebildete Polizisten waren?
    Danke,
    Marco

  • Quote

    .... Im Frühjahr 1940 wurde nach Angaben von zwei ehemaligen Angehörigen das Polizei-Ausbildungs-Bataillon Recklinghausen, stationiert in einer Kaserne in Bottrop, Prosperstraße 73, nach Rügen verlegt und mit einem "Polizei-Ausbildungs-Bataillon Dresden" und einem Polizei-Bataillon aus Danzig zu einem Polizei-Regiment zusammengefasst. Das Regiment hatte den Auftrag zum Küstenschutz, zur ersten Abwehr einer feindlichen Landung, die offiziell nie bestätigt wurde und auch im Verlauf des Jahres 1940 nicht stattfand. Im Dezember 1940 wurde das "Polizei-Regiment Rügen" aufgelöst, zum größten Teil (?) kamen die Angehörigen als Ersatz zu der in Frankreich stationierten "SS-Polizei-Division"....


    Hallo Marco,
    zunächst einmal herzlich Willkommen in diesem Forum!


    Leider kann ich Dir bei Deiner Frage nicht viel weiterhelfen. Zunächst einmal ist mir bisher nur das oben bereits Erwähnte bekannt.


    Aufgrund eines Führerbefehles und einer Anordnung des Oberkommandos der Wehrmacht vom 10.9. 1939 sollte die Polizei um 26 000 Mann verstärkt werden. Dazu kamen aus Sicht der Wehrmacht zunächst die Jahrgänge 1901 bis 1909 in Frage, die bisher nicht militärisch ausgebildet worden waren (jeder Jahrgang etwa 500 000 Mann stark).
    Die Entscheidung wurde aber anders getroffen. Aus den Jahrgängen 1918 – 21 sollte die Polizei je 1 500 Mann erhalten (18-21 Jahre alt), insgesamt 6 000 Mann (vorwiegend für die Polizei-Division) und bis zu 26 000 Mann aus den Jahrgängen 1909, 1911 und 1912, (27, 28 und 30 Jahre alt). Aus den Jahrgängen 1910 und 1913 bis 1917 sollten die “wenigen Ungedienten oder Zurückgestellten” herangezogen werden können.( Schnellbrief des RFSSuChdDP v.31.10.1939, O-Kdo.O Nr. 150/39 betr.: Aufstellung von Ausbildungs-Bataillonen, BA Koblenz, R 19/394, Bl.25R)


    Zunächst wurden 23 Ausbildungs-Bataillone eingerichtet, deren Zahl sich später noch (auf 38 ?) erhöhte.


    Im September 1940 hatten die neuen Bataillone ihre Ausbildung beendet. Einige von ihnen wurden zur weiteren Aufstellung von Teilen der Polizei-Divison verwandt (Mannschaftsaustausch innerhalb der Division jung gegen alt, keine kompletten Einheiten?,s.a. Husemann, Die Guten Glaubens waren, Anm.d.Verf.)
    Die “Anwärter-Bataillone” bildeten die Pol.Btl 251 – 256 und wurden in Norwegen eingesetzt. Aus den “Wachtmeister-Bataillonen” gingen die Pol.Btl 301 – 325 hervor. Sie lösten im Generalgouvernement und im Protektorat einen Teil der dort eingesetzten Reserve-Pol.Btl ab.


    Leider kann ich bisher nur aus den Angaben schließen, dass aus dem Pol.Ausb.Btl. Wien das Pol.Btl 256 wurde, dieses scheint aber nach obigen Angaben n i c h t auf Rügen gewesen zu sein, zum Pol.Ausb.Btl Recklinghausen liegt mir auch keine weitere Angabe vor, ebensowenig wie zu den beiden Bataillonen aus Dresden und Danzig, die ja eigentlich alle drei bis September 1940 eine Nummer erhalten haben müssten.


    Hast Du eventuell noch weiterführende Angaben, u. a. Namen von Kommandeuren usw., woraus man eventuell weitere Rückschlüsse ziehen könnte? ?(


    Bisher steht eben nur fest, dass der "größte Teil" zur Polizei-Division gekommen sein soll. ?(


    Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Ich bin sozusagen auch familiär "Betroffener". Nach mir zur Verfügung stehenden Unterlagen war mein Vater Feber 1940 im AusbBatln Wien A in Kalksburg, dies ist ab ab Juli 1940 als AusbBatln E Wien Ersatzeinheit der SS und PolDiv nach Rügen für den Einsatz in Norwegen verlegt und im Feber 1941 als Polizeibataillon 256 bezeichnet.
    Es wird auch die Teilnahme an im Juli 1941 die Teilnahme an einem Sportfest in Oslo erwähnt.
    Anschliessend erwähnt er ein PolBatln 2B in Stamsund und mit 06.04.1942 eine Verlegung nach Schwerin.
    Mein VAter ist dann an Diphterie erkrankt und mehrer Monate in einem Lazarett in Dresden gewesen.

    hella