Vermisste in der ehemaligen DDR

  • Hallo Forum,


    die Aussagen vom Askanier kann ich voll zustimmen. Territorial liegen unser Heimatorte ja nur 20 Kilometer entfernt, aber da es bei der Pflege von Kriegsgräbern keinen Zwang von oben gab, kann es in anderen Regionen auch andere Erfahrungen geben. Bei uns auf dem Friedhof waren bis zur Wende drei Soldatengräber aus dem 2. WK. Nach 1990 wurden 2 Gräber platt gemacht. Einen Grund sehe ich darin, dass sich niemand darum gekümmert hat. Das 3. Grab ist noch vorhanden. Es wurde von einer älteren Frau gepflegt. Nach ihrem Fortgang von hier kümmert sich jemand Anderes um das Grab. Aus meiner Erfahrung heraus sehe ich einen Grund dafür, das diese pflegenden Personen einen Angehörigen im WK verloren haben und nicht wissen wo er bestattet wurde.Vor einigen Jahren hat jemand aus unserem Ort für dieses letzte Grab noch eine Einfassung mit Grabplatte gestiftet.
    Hier ein Bild von der Grabstätte auf unserem Friedhof.


    http://www.bilder-hochladen.net/files/2eo1-m-jpg.html


    Gruß Rolf
    Ich wünsche Allen einen guten Rutsch

    Suche alles über M-Flak-Abt. 705

  • Hallo Hoth
    Du hast es nach den bis her gemachten aussagen treffend zusammengefasst.
    Man sollte auch nicht außer acht lassen das die Menschen in der DDR ob wohl sie in einen anderen Politischen System lebten die gleiche Vergangenheit hatten.
    War es in der DDR überhaupt möglich einen Verein zu gründen wie in der BRD der sich um die Vermissten,Gefallenen und Grabanlagen kümmert.


    Richi54
    Orginal von Richi54
    Das kann Dir nur die Behörde der Frau Birthler beantworten.


    Kannst du mir sagen was das für eine Behörde ist.


    Danke für eure Kommentare und ich hoffe es werden mehr.


    Mfg
    Andreas

  • @Reiner
    1:0 für dich :D
    Daran hatte ich im Moment nicht gedacht.

  • Hallo,
    nix 1:0, manchmal sieht man einfach den Wald vor Bäumen nicht, geht mir dauernd so.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo und guten Abend alle zusammen !!!


    Erst einmal noch alles Gute für 2008 an alle.


    Das mit der Birthler-Behörde beziehe ich hauptsächlich auf die Gefallenen der Westmächte.


    Das man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, kann ich jetzt nur bestätigen.
    Ich lebe nun seit 54 Jahren im Osten und habe bisher jede Menge von Kriegsgräbern und Gedenkstätten der Sowjetarmee kennengelernt.
    Sogar auf Gebieten wo sie nicht in Kriegshandlungen verwickelt waren.
    Wie z.B. in Aschersleben oder Eisleben.
    Über die Toten der Westmächte habe ich mir bis jetzt überhaupt keine Gedanken gemacht. Wenn ich jetzt mal so überlege, ist mir nicht ein Grab, Ehrenmal oder zumindestens Gedenkstein für Soldaten der Westmächte bekannt.
    Haben diese ihre Toten beim Rückzug mitgenommen? Weiß jemand ob und wo es vor 1990 im Osten Gräber von Soldaten der Westmächte gab ?


    Oder sind es die unbekannten Soldaten die hier - wie bereits in mehreren Beiträgen erwähnt - beerdigt liegen ?



    Richi54

  • Hallo Richi54
    Soweit ich weis haben die Amerikaner ihre Gefallenen nicht im Feindesland bestattet sondern in Frankreich oder Belgien.
    Ich habe diesen Link gefunden.



    Andreas

    Edited once, last by Klimo ().

  • Hallo Andreas !!!


    Danke für den Link.


    Demnach haben die Amerikaner ihre Gefallenen nach Frankreich oder sogar in die Staaten gebracht. Das ist mir neu und hätte ich nicht gedacht.



    Richi 54

  • Im Oktober war ich auf dem FH in Guteborn (Brandenburg).
    Dort hab ich einen Grabstein von 6 gefallenen amerk.Fliegern gefunden.
    Sie sind im März 1945 über dem Ort abgeschossen worden. Ein Anwohnerin hat mir erzählt das sie aber nicht mehr da liegen sondern von den Amis umgebettet worden sind. Ziel ist mir nicht bekannt.


    Gruß Ulla

  • Hallo,
    die amerikanischen in Deutschland gefallenen Soldaten sind entweder auf den amerikanischen Soldatenfriedhof in Henri-Chapelle in Belgien oder in die USA gebracht worden.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo , und ein gesundes neues Jahr für Alle.


    Eigentlich dachte ich das Thema wäre schon mit wenigen Worten
    erklärt.
    Aber anscheinend gibt es sogar im Kreise der " Ossis " noch
    Erklärungsbedarf.


    Irgendwann Ende der 70 - ziger Jahre wurden bei uns
    im Zuge von Bauarbeiten die kläglichen Reste eine Bombers
    ausgegraben.
    Es war eine B 17, die wohl von der Heimatflak kurz vor Ende
    des Krieges abgeschossen wurde.


    Es sollen dabei auch menschliche Reste der Besatzung gefunden worden sein. Aber Niemand durfte auch nur auf Sichtweite an den
    Fundort.


    Ausgegraben haben diese Reste keine Deutschen, sondern Russen
    (Rote Armee ),
    Was mit den menschlichen Resten passiert ist - keine Ahnung.


    Klimo - auf deine Frage / Gründung eines Vereins zur z. B. Vermisstensuche gibt es eigenlich nur eine klare Antwort.


    Weiter oben hatte ich schon beschrieben, dass man deutsche Soldatengräber zur DDR - Zeit gedultet hat.


    Mehr war allerdings nicht möglich.
    Jeder Verein, ob Schach - Club, oder Häckelkränzchen bedurfte der
    Zustimmung der " OBEREN" .
    Die " faschiisitische " Wehrmacht war ein Tabuthema.
    Von den Kameraden mit dem Doppel - S brauch ich überhaupt nicht reden.


    Die Suche nach Kriegskameraden oder Vermissten aus der Familie
    hätte bedeutet - man sucht Nazis - und damit war das Thema
    eigemtlich schon erledigt. Schließlich waren alle DDR - Bürger
    Antifasschisten - per UKAS von " Oben".


    Es gab natürlich schon Kontakte von " Alten Kameraden" , aber eben nur auf der privater Ebene.
    Eine gezielte Suche oder gar eine Vereinsgründung war absolut
    unmöglich.


    Viele Grüße euer Askanier

  • Hallo


    Das ist jetzt zwar kein Soldatenschicksal, eher Nachkriegsschicksal


    also in unserer Familie war es so:
    Mein Großvater wurde im Jan.46 als „Zwischenkontingent“ in der sowj.Besatzungszone „verhaftet“
    Er ist im Dez. 46 im Lager Mühlberg/Elbe / Sachen-Anhalt verstorben.
    Vermisste wurden siehe hier:
    http://img207.imageshack.us/img207/3936/vermiteyl9.jpg
    für Tot erklärt, damit die Nachkommen einen Anspruch auf soziale Leistungen hatten (fragt mich nicht welche) und damit meine Oma überhaupt mal wieder vielleicht heiraten konnte…
    Also die Vermissten wurden in der DDR für tot erklärt , ohne einen Hinweis darauf was mit den genau passierte.
    1962 hörte mein Vater im NDR/Hamburg/UKW –Westradio-, das man Angehörige meine Großvaters sucht. Er schrieb an das Rote Kreuz – Suchdienst Hamburg, und bekam eine Antwort das mein Großvater im Feb.1947 im Lager /Mühlberg verstorben ist.
    Von seitens der DDR oder NKWD gab es NIE eine Mitteilung über den Verbleib, Tot,…
    Nach der Wende wurden die Akten in der Rußland geöffnet, und wir erfuhren vor ca. 2 Jahren das mein Großvater am 21.12.1946 in dem genannten NKWD Lager „verstorben“ ist. Aber nur, weil ich wusste , wo er verstarb und ich die Initiativgruppe Lager Mühlberg anschrieb.


    Gruß Stefan

  • Hallo,


    Quote

    Hallo, die amerikanischen in Deutschland gefallenen Soldaten sind entweder auf den amerikanischen Soldatenfriedhof in Henri-Chapelle in Belgien oder in die USA gebracht worden. Gruss Rainer


    wer einen bestimmten amerikanischen Gefallenen sucht, kann die Online-Suche benutzen:


    http://gravelocator.cem.va.gov/j2ee/servlet/NGL_v1


    Grüße


    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Quote

    Original von Pecro
    Bestehene Gräber,auch die von Wehrmachtssoldaten,wurden nicht "plattgemacht",wenn sich einer fand der Sie pflegte waren Sie auch in einem guten Zustand,es wurde jedenfalls nicht von staatlicher Seite drauf gedrungen Sie nicht zu pflegen.
    Es gibt hier z.B.ein Einzelgrab eines Wehrmachtsoldaten auf dessen Grabkreuz aus Eisen ein Stahlhelm hing.Bis zur Wende 1990-Wochen später war er geklaut.
    Peter


    Orginal von Klimo
    Bei uns gibt es auch so was ,es ist ein Gedenkstein mit dem klauen werden sie sich schwer tun der Helm ist fest geschweißt und steht an einen Waldweg.
    Ich habe zwar ein Bild davon aber ich finde es momentan nicht



    Ich bin Heute mal hin gefahren und habe Bilder gemacht.
    Die Inschrift lautet:
    Zur Erinnerung und aus Dankbarkeit den Menschen gewidmet
    die unseren Sohne Walter Schwager
    geb 24.8.1924 gef 19.4.1945
    Die letzte Ehre erwiesen haben.


    [Blocked Image: http://s3.bilder-hosting.de/tbnl/XDQ4Q.jpg]


    [Blocked Image: http://s3.bilder-hosting.de/tbnl/XDQAT.jpg]



    Mfg
    Andreas

    Edited once, last by Klimo ().

  • Hallo



    ich möchte Euch über eine ganz besondere Initiative informieren.


    Es ist ein Suchpool für vermisste ehemalige DDR-Bürger eingerichtet worden.


    Warum dieser Suchpool?


    Weil es noch sehr viele Menschen gibt, die ihre Angehörigen vor der Gründung der DDR und zu DDR-Zeiten verloren haben.
    Dort kann man nach Angehörigen, Freunden etc. suchen.


    www.suchpool-ddr-buerger.info


    Frohe Ostern


    Ronald

  • Hallo zusammen,


    „nebenan“ hatten wir ein quasi angrenzendes Thema – u.a.: „Bestattungen Gefallener von Kämpfen in Thüringen / sowie Raum Leipzig in Breuna“...


    Quote

    in der Nähe von Breuna (in der Nähe von Paderborn) ist ein Soldatenfriedhof des II.WK
    Dort fand ich etliche Gräber mit der Inschrift: Name, Datum, gefallen bei der Schlacht um Leipzig (oder so ähnlich; vielleicht auch nur: Datum + bei Leipzig)
    Mich hatte das damals auch gewundert und eben als ich Deine Zeilen las, fiel’s mir wieder ein. Von Leipzig bis Breuna sind es ca. 280 km


    …ich war ja mehrmals dort. Daher rührte meine in Augenscheinnahme hinsichtlich "gefallen bei Leipzig". Wie gesagt es waren etliche Soldaten - kein einzelner. Paderborn habe ich gesagt, weil ich dies für bekannter hielt als Warburg. Ich hätte auch sagen können: bei Volkmarsen, Bad Arolsen, oder am Twistesee, vielleicht auch zwischen Paderborn und Kassel an der A44... Jedenfalls stundenlang entfernt vom Kampfgebiet Leipzig und im April 1945 waren dies wahrscheinlich keine Umbettungen oder?


    Gruß & Horrido
    P 8)TAK

    Wer verurteilt kann irren – wer verzeiht irrt nie.