Operation Sawfish - Heilbronn 04-12-1944

  • Guten Morgen,


    am heutigen 4. Dezember jährt sich zum 70. Male der Angriff auf Heilbronn.


    Um 19.18 Uhr flog die erste Lancaster als Erstmarkierer der 83. Sqadron über der Stadt, später folgten Mosquitos der 627 Squadron als Target Indicators, zum markieren.


    Der danach erfolgte Angriff wurde von Master Bomber Maurice A. Smith um 19.27 Uhr mit dem Befehl eingeleitet: "Come in and bomb, red TIs as planed."


    Darauf fielen bis 19.38 Uhr - 1200 Tonnen Bomben auf die Stadt. ( Unter anderem 10 1000 Pfund Sprengbomben mit Langzeitzündern )


    Die Altstadt wurde komplett zerstört. Was nicht durch den Druck und die Sprengkraft der Bomben beschädigt wurde, wurde ein Opfer der Flammen.


    Im Feuersturm und in den Kellern kamen über 6000 Menschen ums Leben, darunter auch Kriegsgefangene und zahlreiche Fremdarbeiter. Alleine beim Öffnen eines Kellers in der Klostergasse fand man 600 Menschen, in der Lammgasse 200, die an Kohlemonoxid Vergiftung gestorben waren. Ein sehr großer Teil verbrannte in den Straßen der Stadt durch den Feuersturm bis zur Unkenntlichkeit.


    Die deutsche Abwehr war mehr als dürftig. Zwei deutsche Flak Stellungen am Neckar und 14 Nachtjäger Ju 88 kämpften unter dem Kommandeur Ernst Wallner gegen die Bomberflotte.


    Die RAF verlor 11 ihrer 282 Maschinen, Wallner selbst ist bei den Angriffen auch gefallen.


    Die Toten wurden später auf rund 120 Ar mit 10 Sammelgräbern im Köpfertal am Ehrenfriedhof am Wald beigesetzt, wo heute wie jedes Jahr die Gedenkveranstaltung stattfindet.


    Nähere Informationen und Filmmaterial des Angriffes


    www.stimme.de Operation Sawfish



    Mit nachdenklichen Grüssen


    Dieter


    Dieter

    "Schließt Eure Herzen sorfältiger als Eure Tore. Es kommen die Zeiten des Betruges, es ist ihm Freiheit gegeben!
    Die Nichtswürdigen regieren mit List und der Edle wird in ihre Netze fallen." Joh. W. von Goethe: "Götz von Berlichingen."

  • Hallo,


    zusätzlich für Luftwaffen Interessierte noch eine Ergänzung zu den sehr wenigen deutschen Luftwaffen - Aktivitäten an diesem Tag über Heilbronn.


    Vor etwa 10 Jahren wurde Kontakt mit dem englischen Oberleutnant der RAF Roy E. Hill hergestellt, der als Wireless Operator in der Lancester mit dem Rufzeichen PB 765 den Angriff mitgeflogen hatte und der der 207. Squadron angehörte.


    Diese Maschine wurde auf dem Rückflug von einem deutschen Nachtjäger abgeschossen. Hill, sowie 3 seiner Kameraden konnten sich zuvor mit dem Fallschirm retten, 3 weitere wurden dabei wohl getötet.


    Recherchen ergaben, dass der Abschuss dem deutschen Major Friedrich Karl "Nasen" Müller, Ritterkreuzträger des I./ NJG 11 als 26. Luftsieg zugesprochen wurde.


    Weitere 8 Minuten später gelang ihm ein nochmaliger Abschuss eines Bombers mit seiner Me 109 G die mit der " schrägen Musik" MG 151/20 mm ausgestattet war.


    Mit den beiden Bombern aus dem Angriff aus Heilbronn erzählte er mit den Abstürzen im Großraum Karlsruhe damit seinen 26. und 27. Luftsieg.


    Dies nur als Nachtrag zu diesem Tage. Vielleicht kann jemand mehr über beide Maschinen berichten.


    Grüsse


    Dieter

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  • Hallo Dieter, Vielleicht kann auch noch einer darüber berichten wie er sich fühlt, wenn ihm die Bomben auf den Kopf fallen.
    Meine 10 Kameraden vom Meldezug können es nicht mehr. Volltreffer.
    Gruß Nikolo

  • Hallo Nikolo,


    die war gestern nicht "kostenpflichtig", also liegt es nicht in meinem Ermessen.


    Und nein, ich war weder in der Stadt noch in der Luft, wie fast alle hier im Forum habe ich sowas nicht erleben müssen.


    Aber es steht jedem Augenzeugen frei, hier selbst "seine" Erlebnisse zu schreiben - das Forum ist sicher dankbar dafür. Nur wenn man Jahrzehnte sammelt und sich mit einem Thema beschäftigt, darf man sein Wissen auch kostenlos weitergeben, gerade dafür sind Foren wie das hier wohl gewollt.


    Grüsse


    Dieter


    P.S Aber berichte uns doch wie du dich fühltest - es würde sicherlich nicht nur mich interessieren. Ich zumindest war am Köpfer, dieser Toten zu gedenken. Noch Fragen?

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    Edited once, last by Silberfuchs ().

  • Hallo Dieter, kurz gesagt, ich hatte die Hosen voll ( nur sprichwörtlich ), Wir gingen sofort, als die Flugzeuge abflogen raus. Wären wir im Keller geblieben, wären wir nicht mehr rausgekommen
    Habe mal einen Bericht geschrieben, der ging wohl bei der HST verloren. Gib mir deine Adr, p. PN dann sende ich ihn Dir.
    Der Ehrenfriedhof liegt an meinem Schulweg, vom Gaffenberg zum Trappensee.


    Gr. Nikolo

    Edited once, last by nikolo ().

  • Grüß Gott,


    gleich eingangs: Ich habe den Bombenangriff auf Heilbronn auch nicht selbst erlebt, aber während meiner gesamten Schulzeit ist dieser Angriff sehr gegenwärtig gewesen, nicht nur am 4. Dezember.


    An der Wiederherstellung der Kilianskirche ist noch ewig gebaut worden und zumindest an die Ruine am Wollhausplatz erinnere ich mich noch sehr genau. Jeder, der damals in Heilbronn war und überlebt hat, erzählte "seine" Geschichte und jeder hatte natürlich etwas Anderes erlebt. Meine Mutter z.B. hat nur überlebt, weil sie beim Fliegeralarm nicht, wie ihre Freundin, in einen Luftschutzbunker, sondern nach Hause wollte. Die Straßenbahn kam wohl noch bis in die Gegend des Knorr-Geländes, ab dann fuhr der Schaffner stromlos rollend weiter Richtung Sontheim, dahin ist es etwas abschüssig. Wer unterwegs noch aussteigen wollte, mußte abspringen.


    Schon zu meiner Kinder- und Jugendzeit war die Reaktion solcher Zeitzeugen recht harsch, wenn man - etwa aus der Schule - irgendwelche Weisheiten erzählt hat. Die Neigung, darauf mit einem barschen "Du warst doch gar nicht dabei" oder "Erzähl' mir nichts, das hab' ich doch erlebt" zu reagieren, war damals weit verbreitet. Man muß dafür einfach Verständnis haben und erst recht verstehen, daß für die Betroffenen ein so schreckliches Erlebnis auch nach so langer Zeit noch rein emotional zurückgerufen wird. Die "technischen Details", wieviele Bomber, wann und wo sind sie gestartet, welche Bombenlast wurde abgeworfen, etc. ... das alles hat für sie doch mit der erlebten nackten Angst nicht das Geringste zu tun. Unsere Versachlichung wird daher vielleicht auch als Verharmlosung empfunden, die sie ja nun wirklich nicht sein soll. Entsprechend geringschätzig gingen und gehen wohl noch viele Zeitzeugen mit solchen nüchternen Informationen um, zumal sie überwiegend nicht interessiert, wie die Flugzeugbesatzung hieß oder gar, wie sie wirklich ausgesehen hat.


    Der 4. Dezember 1944 in Heilbronn ist nach dem Krieg vielfältig und recht detailliert aufgearbeitet worden und daher auch kostenlos im Internet und ganz ohne WIKIPEDIA zugänglich:


    Artikel aus dem Heilbronner Stadtarchiv
    Ein Film des Bomber Command, über Heilbronn ab 19:28 Uhr aufgenommen
    Detaillierter bei der Mahnung gegen Rechts


    Es gibt noch viel mehr, man muß nur ein bißchen suchen.


    Und noch ein Wort an die Zeitzeugen: Wenn wir, die Nachkriegsgeneration, uns nicht für das von Euch Erlebte so eingehend interessieren würden, dann würde Eure Geschichte bald schon so aussehen wie gestern Abend der Götz von Berlichingen im Fernsehen: Viel Wahres würde dann nicht mehr überliefert.


    Gruß


    Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

  • Hallo Wolfgang,
    Danke für deine Info, bezl überr HN.
    Du hast schon recht über die Ansichten über unsere alten Erinnerungen.
    Man kommt eben mal nicht über bestimmte Ansichten.
    Gut wie du das gesagt hast.
    Entsch. meine Auslasungen ; warst du dabei.
    Gerne würde ich mich weiter darüber auslassen.
    Gr. Nikolo

  • Grüß Gott, Nikolo,


    es ist nichts passiert, wofür Du Dich entschuldigen müsstest und nun ist ja nach allen Seiten wohl alles richtig angekommen.


    Natürlich hören wir Dir gerne zu, so sehr viele Zeitzeugen gibt es ja nun nicht mehr. Allerdings wird hier im Forum ein "Chat", eine Unterhaltung also, nicht gerne gesehen. Daher habe ich Dir am Samstag schon mal eine Nachricht hinterlegt. Klick' mal ganz, ganz oben in der grauen Leiste "Private Nachricht". Da kannst Du auch antworten.


    Grüße aus Berlin


    Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

  • Hallo zusammen,


    was passierte eigentlich mit Hauptmann Ernst Wallner, war Kommandeur der 6.Staffel II.NJG 6.


    Er war Heilbronner.


    Im Einsatz als Staffelführer der Nachjäger am 04.12.44 über Heilbronn.


    Gestartet um 19:18 Fliegerhorst Schwäbisch Gmünd / Hessental.


    Versuchte am 04.12.44 19:53 beim Wunnenstein / Gemarkung Winzerhausen eine Notlandung auf der Autobahn.


    Heckschütze konnte noch rechtzeitig aussteigen.


    Wallner in den Trümmern der Ju88 G6 verstorben.


    Was war genau passiert?


    Viele Grüße


    Uwe

  • Hallo Tornado1961/Uwe,


    kleine Korrektur zu deiner letzten Post:

    Der Fliegerhorst Hessental liegt bei Schwäbisch Hall, nicht bei Schwäbisch Gmünd. Das ist ein Unterschied!


    Der ehemalige Fliegerhorst und Mtt Endproduktionsstätte für die Me 262, wurde in den letzten Jahren zum "Adolf Würth Airport" ausgebaut, ICAO Code EDTY.


    Mit Fliegergruß, Uwe K.

    "Phillipp - das ist nicht mehr die alte Gang."

  • Hallo Uwe,


    natürlich hast du da absolut Recht.


    Ich meinte natürlich den Fliegerhorst in Schwäbisch Hall - Hessental.


    Hessental habe ich ja klar geschrieben. Ich war schon öfter dort und auch im ehemaligen Waldwerk.


    Bin neu hier und durchforste gerade die Geschichte DR Heilbronn, da ich hier geboren bin.


    In diesem Zusammenhang interessiere ich mich für Hauptmann Ernst Wallner.


    Er ist angeblich im Ehrenfriedhof Köpfertal beerdigt.


    Komisch dass man über ihn im Netz nichts mehr findet.


    Vor vielen Jahren hatte ich noch Bilder von der verunglückten Ju88 gesehen und ein Bild von Wallner.


    Heute findet man nichts mehr.


    Weshalb ist er abgestürzt, er war ein erfahrener Pilot. Wurde er abgeschossen oder war es ein Unfall.


    Grüße Uwe

  • Hallo Tornado/Uwe,

    laut Kriegstagebuch NJG 6 (Werner Kock, Wittmund, 1996) wurde die Besatzung Wallner "beim Angriff auf einen Feindbomber im Raum Ludwigsburg abgeschossen".

    Der Bordschütze konnte abspringen, Wallner und die beiden Bordfunker kamen in der Ju 88 G-1 ums Leben.

    Die Besatzung wurde zunächst vermisst gemeldet, und per Nachtrag ins KTB am 6.12. der Absturz und Tod der 3 Männer nachgetragen. Der Aufschlag erfolgte an bereits genannter Stelle an der heutigen A81.

    Der Start der Gruppe erfolgte in Hall ab 19.15 Uhr, Wallner muss gleich mit als Erster gestartet sein. Um 19.30 Uhr meldete er noch den Abschuss einer Lancaster SSO von Heilbronn, als ersten Abschuss der Gruppe in dieser Nacht. Der eigene Absturz muss dann kurz darauf beim Angriff auf eine andere Lancaster erfolgt sein.

    Laut Landesarchiv BW (Liste der Kriegsgräber) ist Wallner auf dem Ehrenfriedhof Schwäbisch Hall bestattet worden.

    V. Grüße, Uwe K.


    P.S. Ich schreibe gerade von Unterwegs, per Smartphone. Habe hier nicht alle Daten und Unterlagen verfügbar.

    "Phillipp - das ist nicht mehr die alte Gang."

  • ... In diesem Zusammenhang interessiere ich mich für Hauptmann Ernst Wallner ... ... Er ist angeblich im Ehrenfriedhof Köpfertal beerdigt ...


    Hallo,


    die von Uwe schon genannten Informationen des Landesarchivs BaWü zur Grablage in Schwäbisch Hall sind korrekt, Ernst Wallner ist auch in der Gräberdatenbank des Volksbundes verzeichnet:


    Nachname: Wallner

    Vorname: Ernst

    Dienstgrad: Hauptmann

    Geburtsdatum: 21.02.1910

    Geburtsort: Heiligenbronn

    Todes-/Vermisstendatum: 04.12.1944

    Todes-/Vermisstenort: Heilbronn


    Ernst Wallner ruht auf der Kriegsgräberstätte in Schwäbisch-Hall St. Nikolai. Endgrablage: Block C Reihe IV Grab 6


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Grüß Gott,


    dass Ernst Wallner Staffelkapitän war, wurde bereits erwähnt. Doch wer waren seine Besatzungsmitglieder, die öfters Erwähnung finden, ohne namentlich benannt zu werden?


    Leicht war es nicht, aber wer lange sucht, wird man auch vllt. auch fündig.


    Der erwähnte " vierte Mann",also der Bordschütze, soll ein Uffz. Wü(u)rzinger gewesen sein, der durch den Absprung nur leicht verletzt wurde. Seine Spur verliert sich aber.


    Neben Wallner sind noch in den Trümmern verstorben bzw. verbrannt, die Unteroffiziere


    Kurt Morlock, geb. am 25.4.1922 ( Beobachter ) sowie


    Karl Schröter,geb. am 08.09.1920.( Bordfunker )


    Um das Suchen nach den Grablagen zu vereinfachen:


    Karl Schröter ruht nach wie vor auf dem Friedhof in SHA St. Nikolai, ( Reihe C, Block 4 Grab 4 ) auch Kurt Morlock wurde zunächst dort bestattet, dann aber am 19.10.1945 in seinen Heimatort Hohenwart überführt.


    Fotos von Wallner und Morlock sind vorhanden.


    Die von Wallner abgeschossene Lancaster I ( Uhrzeit 19.30 Uhr ) trug die Kennung

    # LM 259,9J-U und ging bei Heutigsheim nahe Freiberg zu Boden.


    Vergessen sollte man in diesem Zusammenhang auch nicht den Einsatz von Jägern des II./NJG 6 und I./NJG 11. Ltn. Peter Spoden ( NJG6 ) erzielte in dieser Nacht 3 Abschüsse und Ltn. Mohr ( NJG 11 ) minderstens zwei.


    Grüße Dieter

    "Schließt Eure Herzen sorfältiger als Eure Tore. Es kommen die Zeiten des Betruges, es ist ihm Freiheit gegeben!
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  • Hallo Dieter,

    soweit korrekt. Wenn schon "Kennungen" und "serials" genant werden ... dann mach ich das nun komplett.

    Die Besatzung Wallner stürzte in der Ju 88 G-1, 711129, 2Z+AP ab.


    Der Geburts- und Endgrablageort Hohenwart von Kurt Morlock gehört zu Pforzheim - also Pforzheim-Hohenwart.

    Karl Schröter ist in Löwenberg, Schlsien, geboren.

    Und der Geburtsort von Ernst Wallner ist Heiligenbronn (nicht Heilbronn - wie oben geschrieben). Heiligenbronn gehört zu Schramberg (Schwarzwald), Krs. Rottweil.


    Gruß, Uwe K.

    "Phillipp - das ist nicht mehr die alte Gang."

  • ... Vergessen sollte man in diesem Zusammenhang auch nicht den Einsatz von Jägern des II./NJG 6 und I./NJG 11. Ltn. Peter Spoden ( NJG6 ) erzielte in dieser Nacht 3 Abschüsse und Ltn. Mohr ( NJG 11 ) minderstens zwei ...


    Hallo,


    der Wehrmachtbericht vom 5.Dezember 1944 meldete nach dem Angriff auf Heilbronn insgesamt 11 Abschüsse feindlicher Bomber.


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo Uwe,


    mit "nicht" Heilbronn als Geburtsort hast du Recht.


    Aber der Geburtsort Heiligenbronn stimmt nicht im Schwarzwald, da es mehrere Orte dieses Namens gibt.


    Insofern berichtige ich das auf Heiligenbronn, jetzt Gemeinde 74575 Schrozberg - im Kreis Schwäbisch Hall. ( Also Unterfranken )


    Sein Vater Franz Xaver verzog als Schmied nach Heilbronn - seine Ehefrau Hedwig, geb. Gräther war wohnhaft in Rangsdorf bei Berlin, aber zum Zeitpunkt des Absturzes in Schwäbisch-Hall.


    Aber das nur nebenbei.


    Gruß Dieter


    Übrigens gab es Hinweise dafür, dass Kurt Morlock auch "ausgesteigen" war, ( Wallner gab noch den Befehl dazu ) aber wohl am Leitwerk der Ju 88 hängen blieb und zu Tode kam.

    "Schließt Eure Herzen sorfältiger als Eure Tore. Es kommen die Zeiten des Betruges, es ist ihm Freiheit gegeben!
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  • Hallo Dieter,

    aha - da hab ich etwas dazugelernt bzgl. dem Ort "Heiligenbronn". Man dankt.

    Woher stammt die Aussage vom "Ausstieg" von Morlock, sowie zum "Befehl von Wallner"?

    Im "KTB NJG 6" (Kock) steht dazu nichts.

    Gruß, Uwe K.

    "Phillipp - das ist nicht mehr die alte Gang."

  • Hallo Uwe,


    die Aussagen stammen von Wilhelm Steinhilber und Dr. Karl-Heinz Mistele.


    Zitat des erstgenannten:


    "Wallners Ju 88 wird von der Geschossgarbe des Schützen einer Lancaster getroffen und gerät in Brand. Wallner ist vermutlich selbst getroffen, gibt aber noch den Aussteigebefehl. Der Heckschütze kann abspringen. Dagegen bleibt der Beobachter am Leitwerk hängen und verbrennt mit Wallner und einem weiteren Besatzungsmitglied ,( Uffz. Schröter ) nachdem die Maschine auf die Autobahn gestürzt und explodiert ist."


    Dr. Mistele schreibt von 2 weiteren deutschen Verlusten außer Wallner. Jeweils eine Me 110 stürzte bei Hölzern und bei Roßfeld ( Nahe Crailsheim ) ab.


    Vielleicht könnte ein Besatzungsmitglied davon Hauptmann Hermann Gang gewesen sein, der zusammen mit Wallner und Morlock am selben Tag und in einer Reihe bestattet wurde.


    Der Eintrag ist insofern verwirrend, als dass auch Gang in der Maschine mit Wallner angeblich geführt wurde, jedoch vom Standesamt Auenstein 3 tote Besatzungsmitglieder gemeldet wurden.


    Der abgesprungene Heckschütze kam in Beilstein mit dem Schirm nieder. Zufälligerweise wurde auch am 5. Dezember ein gefangener britischer Flieger von Landjägern ins Rathaus nach Beilstein gebracht. Dies könnte bedeuten, dass der Abschuss von Wallner und sein eigener Abschuß fast zeitgleich verliefen.


    Von Ende März 1944 bis zu seinem Tode hatte Wallner 1 Wellington und 4 Lancaster abgeschossen, dies zu seiner Statistik.


    Gruß Dieter

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