Übungen im scharfen Schuß

  • Die Artillerie kann aufgrund ihrer besonderen Einsatzmöglichkeiten auch auf kleineren Plätzen schießen, weil die
    Geschütze dann entweder mit geringerer Ladung, oder mit sehr hoher bzw. niedriger Rohrerhöhung schießen, dazu gibt es "Schußtafeln".


    Hallo zusammen,


    v.a. auch in Ergänzung zu Karls Bemerkung ist vielleicht noch nachzutragen, dass es für die Artillerie
    auf Schieß-/Truppenübungsplätzen sogenannte Außenfeuerstellungen gab, von denen aus in das Zielgebiet
    auf dem jeweiligen Platz geschossen wurde. Dabei wurde nicht nur eigene Truppe, sondern auch frei
    zugängliche, zivil genutzte Geländeteile überschossen.
    Bisweilen gab es auch Schießunfälle v.a. durch Kurzschüsse.


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo zusammen, hallo Dr. Rudolf,


    Danke für alle Antworten.
    Dr. Rudolf hat somit die Aussage meines Vaters (Außenfeuerstellungen) als durchaus möglich begründet.


    Gruß Karl

  • Hallo !

    ...Mein Vater hat berichtet, dass die Eisenbahngeschütze von einem Bahnhof außerhalb des Truppenübungsplatzes auf den - dann gesperrten - Truppenübungsplatz bei Münsingen geschossen haben. An den Bahnhof/Ort kann ich mich nicht mehr erinnern...


    Eisenbahngeschütze konnte man nicht drehen glaube ich, sondern mußte sie über kurvige Bahnstrecken ausrichten. Über Mindest- bzw. Maximalschußweiten und das Eisenbahnnetz könnte man mit viel Ehrgeiz vielleicht herausbekommen, von wo geschossen wurde - eine klare Aufgabe für die Feiertage ;)
    Mit freundlichen Grüßen

  • . . . Eisenbahngeschütze konnte man nicht drehen glaube ich, sondern mußte sie über kurvige Bahnstrecken ausrichten . . .


    Hallo cabron,


    ich bin mir nicht sicher, ob sämtliche Eisenbahngeschütze keine Seitenrichtung zuließen !?!
    Bei den Sondergeschützen (z.B. Geschütz DORA) war es zumindest so, dass die Gleise
    in einer sogenannten Schießkurve verlegt wurden und die Seitenrichtung dann durch Verfahren
    des Geschützes in dieser Kurve erfolgte.


    Aber vielleicht weiß da jemand mehr ?


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo Cabron,


    Eisenbahngeschütze konnte man nicht drehen glaube ich, sondern mußte sie über kurvige Bahnstrecken ausrichten. Über Mindest- bzw. Maximalschußweiten und das Eisenbahnnetz könnte man mit viel Ehrgeiz vielleicht herausbekommen, von wo geschossen wurde - eine klare Aufgabe für die Feiertage


    Es scheint hier im Fdw üblich gewworden zu sein statt zu Antworten schulmeistermäßig Hausaufgaben zu erteilen.


    1. Die Truppenübungsplätze auf der Schwäbischen Alb,insbes. Münsingen, Heuberg und die Umgebung kenne ich sehr gut, aber inzwischen hat sich der Bahnstreckenverlauf geändert. Viele milit. Anlagen wurden, sowieso ab 1945, zurückgebaut, aber man könnte sich natürlich alte Streckenpläne und Bahnkörpereinrichtungspläne beschaffen, nur nicht schnell über die Feiertage.


    2. Das 15 cm und 20 cm Geschütz (E) konnte mit Seitenstützen Rundumfeuer eröffnen ( wie alle E - Geschütze aus dem Sofortprogramm)..... also quasi von jedem Schienenkilometer aus.


    Gruß Karl und schönen Abend, falls im Netz unterwegs. ;)

  • Aber vielleicht weiß da jemand mehr ?


    Hallo,
    Eisenbahngeschütze standen nicht unbedingt auf einem Bahngleis. Es wurde auch die Vögele-Drehscheibe beim Richten und Schiessen benutzt. An der belgischen Ostküste gab es mindestens so eine Eisenbahnbatterie, am Cap de la Hague ebenso(ohne Gleisanschluss).
    Gruss
    Rainer
    P.S.: Auch bei der BW gab es Überschiessen durch Artillerie, bzw durch das brigadeeigene Artilleriebataillon auch..

    Suum cuique

    Edited once, last by Rainer ().

  • Hallo,


    Eisenbahngeschütze standen nicht unbedingt auf einem Bahngleis. Es wurde auch die Vögele-Drehscheibe beim Richten und Schiessen benutzt. An der belgischen Ostküste gab es mindestens so eine Eisenbahnbatterie, am Cap de la Hague ebenso(ohne Gleisanschluss).


    Rainer,
    Du hast prinzipiell das Richtige geschrieben, aber ich möchte darauf hinweisen, dass die Geschütze auf der Vögele Drehscheibe ( Sh. Link...scrollen dann Originalfotos) auch auf Bahngleisen standen. Das Ursprungsprinzip waren die Drehscheiben für die Loks zum Wenden, wie es diese früher öfter gab, speziell bei sog. Sackbahnhöfen.


    http://www.google.de/imgres?im…F&ved=0CD4Q9QEwBQ&dur=880


    Es gab auch transportable Drehscheiben, die man auf die vorhandenen Gleise aufsetzen konnte, um Rundumfeuer zu erreichen, so z. B. für die 20 cm Kanone (E).


    Gruß Karl

  • 2. Das 15 cm und 20 cm Geschütz (E) konnte mit Seitenstützen Rundumfeuer eröffnen ( wie alle E - Geschütze aus dem Sofortprogramm)..... also quasi von jedem Schienenkilometer aus.


    Hallo Karl, ich gehe mal davon aus,daß "20 cm" nur ein Tippfehler war....


    denn nur die 15 cm K. (E) und die 17 cm K. (E) hatte Seitenstützen und konnten Rundumfeuer schießen, weil auf Mittelpivotlafette gelagert - alle anderen E-Geschütze des Sofortprogrammes konnten dies nicht.


    Uwe

  • Hallo Uwe,


    ich gehe mal davon aus,daß "20 cm" nur ein Tippfehler war...


    ...ich berufe micht hier auf Senger und Etterlin, "Die deutschen Geschütze", Berhard und Graefe Verl. Ausgabe 1998/1999, S. 165.
    exakter kann man natürlich Kanone statt Geschütz schreiben und das Kaliber auf genau 20,3 cm angeben.


    Gruß Karl und Frohe Weihnachten

  • Hallo,Karl
    Dann zitiere ich mal wörtlich von der Seite 152 im genannten Buch:"Der Schwenkbereich von360° wurde durch das Aufsetzen einer transportablen Drehscheibe auf das Hauptgleis erreicht"
    Das hast du selbst auch schon am 22.um 10.01 geschrieben:"Es gab auch transportable Drehscheiben, die man auf die vorhandenen Gleise aufsetzen konnte, um Rundumfeuer zu erreichen, so z. B. für die 20 cm Kanone (E)"
    Nur die 15cm Kanone(E)und die 17cm Kanone(E)konnten von der am Bahndamm mit 4 auschwenkbaren Stützen abgestützen "Rundumlafette"in alle Richtungen feuern.
    mfg karat

  • Hallo Karat,


    das stimmt, aber ich habe ein Bild gesehen, das ich hier nicht einstellen darf, auf dem bei dieser Kanone ausfahrbare Abstützungen erkennbar sind, sofern das Kaliber, wie angegeben stimmt.
    Ich möchte aber da keine Wissenschaft daraus machen. Es kann sein, dass Etterlin das Rundumfeuer mit Drehscheibe meint. Diese ist aber auf dem mir bekannten Foto nicht ersichtlich.


    Gruß Karl

  • Hallo Karat,


    es liegt mir fern, uneinsichtig zu sein, aber das Buch von Senger und Etterlin, ehem. Gen. der Artillerie erscheint mir als zuverlässige Quelle.
    Möglicherweise stimmt die Kalliberangabe auf dem mir gezeigten Foto auch nicht.
    Na denn will ich Dir und Uwe mal glauben.


    Gruß Karl


    .

  • Quote

    . . . das Buch von Senger und Etterlin, ehem. Gen. der Artillerie erscheint mir als zuverlässige Quelle . . .


    Hallo Karl,


    nur zu meiner eigenen Wissenserweiterung:
    Ich kenne Fridolin v.S.u.E. und Ferdinand, aber keiner von beiden war General der Artillerie.
    Gibt es noch einen weiteren ?


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)


  • Hallo Dieter,


    Fridolin von Senger und Etterlin (1891 - 1963) war im Ersten Weltkrieg Angehöriger der Artillerietruppe, wechselte aber schon 1921 zur
    Kavallerie. Sein letzter Dienstgrad war General der Panzertruppe.
    Das Buch "Die Deutschen Geschütze 1939-1945" wurde dagegen von Ferdinand von Senger und Etterlin (1923 - 1987) geschrieben,
    und der war auch niemals General der Artillerie, sondern zuletzt in der Bundeswehr General (Vier Sterne). In der Wehrmacht war
    er Rittmeister. Er war von Anfang an Kavallerist und später Angehöriger der Panzertruppe.


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo Dr. Rudolf,


    i.O., dann bin ich in dieser Hinsicht belehrt.
    Man kann sich auch mal täuschen bzw. falsch erinnern.


    Gruß Karl