welche Einheit der WaffenSS

  • Hallo,


    ich bin neu hier und bitte deshalb um etwas Nachsicht für meine dummen Fragen.


    Mein Vater Josef Ruhland *30.06.1926, ist 1943 in Prag bei der Waffen-SS rekrutiert worden. Ich suche nach seiner Einheit/Division und bräuchte dafür Eure Unterstützung. Seinen Erzählungen nach müsste diese 1944 in der Nähe von Lodz in Polen und zu Kriegsende in der Nähe von Linz stationiert gewesen sein. Leider habe ich nicht mehr Angaben, einen höheren Dienstgrad hatte er nicht. Nach meinen (lückenhaften) Internet-Recherchen könnte das die 3. SS-Panzer-Division Totenkopf gewesen sein. Im Bundesarchiv findet man aus dem Nachlass von Wolfgang Vopersal eine Bandnummer 41 mit den Titel "Biographische Angaben von ehemaligen Angehörigen L-R".


    Nun meine Frage/Bitte: Hat jemand eine Möglichkeit über Name und Geburtsdatum die Zugehörigkeit zu dieser (oder zu einer anderen Einheit der Waffen SS) festzustellen, bzw. Zugang zu dieser Quelle? Oder Tipps, wie ich bei meiner Recherche weiter vorgehen könnte.



    schon mal vielen Dank für Eure Antworten und
    viele Grüße

  • Grüß Gott Zither,


    Herzlich willkommen hier im Forum der Wehrmacht !


    Die 3.SS Totenkopf-Division könnte stimmen !
    http://www.lexikon-der-wehrmac…zerdivisionenSS/3SSPD.htm


    Du kannst bei der Deutschen Dienststelle/Wehrmachtsauskunftsstelle in Berlin einen kompletten militärischen Werdegang deines Vaters beantragen.Falls dein Vater noch lebt,stell den Antrag in seinem Namen.
    www.dd-wast.de
    Leider dauert die Bearbeitung ca 1Jahr und ist mit Kosten verbunden,ca 15-20 Euro,aber es lohnt sich allemal. Du bekommst Auskunft, über seine Einheiten, Verwundungen,Lazarettaufenthalte Gefangenschaft usw.


    Servus Eumex

  • vielen Dank, genau diese Auskunftstelle habe ich (schon seit einiger Zeit leider vergeblich) gesucht. Ich habe auch schon eine Anfrage gesendet.

  • Hallo,


    ich möchte Euch nochmal um Eure Unterstützung bitten. Vor nun gut 18 Monaten habe ich den Antrag an die Deutsche Dienststelle/Wehrmachtsauskunftsstelle in Berlin gestellt. Bereits nach ein paar Tagen habe ich eine Nachricht erhalten, dass diese Suche bis zu 12 Monate dauern kann.
    Nun, 12 Monate sind nach 18 Monaten gut vorbei. Wie ist denn Eure Erfahrung kann das wirklich so lange dauern und welche Möglichkeit hätte ich hier schneller Auskunft zu bekommen?


    viele Grüße

  • Grüß Gott,


    ja ,das kann zur Zeit wirklich bis zu 18 Monate dauern !!
    Geduld,Geduld,12 Monate hast du ja schon gewartet,die 6 Monate sind schneller rum,als man denkt,eventuell sind's ja nur noch 3 Monate.


    Schneller ginge es eigentlich nur ,wenn dein Vater,oder deine Mutter denn Antrag gestellt hätte.


    Servus Eumex
    Vivat Bavaria

  • Hallo Zither,


    dann wirst du bald Post bekommen, meine letzte Anfrage vom 14.08.14 wurde am 02.05.16 beantwortet. D.h. Wartezeit momentan ca 1 Jahr und 9 Monate.


    Gruß


    Stefan

    Suche sämtliches Bildmaterial der 8.Infanterie- / Jägerdivision.

  • Hallo,


    danke für die Antworten, dann übe ich mich in Geduld.
    Vermutlich werden einige Fragen auftauchen, wenn ich diese Antwort habe. Ich hoffe, dass ich mich dann wieder an Euch wenden darf.


    viele Grüße

  • Servus Zither,
    hast Du schon beim Bundesarchiv Berlin, Abt. Reich angefragt ? hier
    Wo hat Dein Vater vor seiner Einberufung gelebt?

    Gruß, westermann

  • Hallo und danke für Eure Antworten.


    ich habe nun endlich eine langerwartete Antwort erhalten, die leider auch etwas mager ausfiel. Mein Vater gehörte zuletzt der 11.Kompanie SS Panzer-Grenadier-Regiment 5 "Totenkopf" an.
    Ich werde mich, wie von @westermann vorgeschlagen, jetzt an das Bundesarchiv wenden. Danke für den weiterführenden Hinweis!
    3 Fragen hätte ich aber schon mal vorab:


    - Geburtsdatum war der 30.08.1926 in der Oberpfalz, Landkreis Cham. Weiß jemand wann dieser Jahrgang einberufen wurde? Ich glaube nicht, dass sich mein Vater freiwillig meldete, aber er war bereits mit 17 Jahren im Kriegsdienst. (Bisher war ich der Meinung, dass man erst mit 18 Jahren einberufen werden konnte)
    - Gibt es Veröffentlichungen (z.B. Kriegstagebücher) für diese Einheit? Ich würde gerne Besonderheiten wissen und wo dieses Regiment zwischen 1943 -1945 stand (Verlustlisten, Kommandeure, Umstrukturierungen, Einsätze, ...)
    - Wie wahrscheinlich ist es, dass mein Vater in das Totenkopf-Regiment auch einberufen wurde, es war jedenfalls bei Kriegsende seine letzte Einheit?


    wäre dankbar für Eure Hinweise/Informationen


    viele Grüße

  • Hallo zusammen,


    was sagt die Auskunft u.a. zur Erkennungsmarke?


    Es muss bei "Prag" nicht unbedingt das SS-Pz.Gren.A.u.E.-Btl. 2 Rusin gewesen sein, es könnte auch das Ausbildungs-Regiment Prag gewesen sein, welches bis etwa Frühjahr 1943 bestand oder das SS-Artillerie-A.u.E.Rgt?


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo,
    die Auskunft zur Erkennungsmarke: "30490 ohne weitere Beschriftung"
    Wenn der Jahrgang 1926 zwischen Oktober und Dezember 1943 vollständig einberufen war, müsste mein Vater im Herbst/Winter 1943 die Grundausbildung in Prag gemacht haben. War das dann Rusin?


    Wie lange dauerte denn diese Grundausbildung? Wenn ich mal von 4 - 6 Wochen ausgehe, dann müsste mein Vater im Frühjahr 1944 an der Ostfront gestanden sein. Er wurde in Polen schwer verwundet.
    Wenn ich das weiterrechne, dann müsste das im Sommer/Herbst 1944 gewesen sein, denn im März 1945 war er schon wieder in Wien bei den letzten Kämpfen dabei. Weiß jemand, wo das SS-Lazarett in Polen im Sommer 1944 war? Von der WASt gab es dazu keine Informationen. Ich vermute mal, dass er in ein Lazarett der Waffen-SS gebracht wurde. Seinen Erzählungen nach, musste er wohl in einer Kirche notversorgt worden sein, denn als er kurz aus seiner Bewusstlosigkeit erwachte, sah er an der Decke "lauter Heilige".


    Wie lange wartet man normalerweise bis man eine Auskunft vom Bundesarchiv Berlin, Abt. Reich, bekommt? Hoffentlich dauert das nicht wieder fast 2 Jahre.


    wäre sehr dankbar für Eure Hinweise/Informationen.


    viele Grüße aus Niederbayern

  • Hallo zusammen,


    um das Ganze noch ein wenig komplizierter zu machen: Erkennungsmarken-Nummern im Bereich "30490" im Herbst 1943 gab es nach meinem Wissen nur beim SS-Nachr.Ers.Rgt. in Nürnberg (etwa 1.11.1943) u n d beim SS-Pz.Gren.A.u.E.Btl. 12 in den Niederlanden ...


    Es kann natürlich von dort eine Versetzung zu einer weiteren Ausbildung im Raum Prag- vermutlich SS-Art.A.u.E.Rgt gekommen sein, aber das ist nur eine Vermutung... tut mir leid, ich kann leider nicht weiterhelfen.  :(


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Zusammen,
    und vorab vielen Dank für die Unterstützung. Die Antwort vom Bundesarchiv Berlin, Abt. Reich, habe ich nun bekommen. Ich bin positiv überrascht über Umfang und Qualität, die meisten Fragen sind nun geklärt.
    Mein Vater wurde am 30.10.43 einberufen und am 10.08.44 in der Nähe von Warschau schwer verwundet, so dass es erst wieder am 08.03.45 aus dem Lazarett in Hildesheim zur "SS Panzer Grenadier Ausbildungs- und Ersatzbataillon 3, Konitz/Westpr." versetzt wurde. Scheinbar gehörte er aber schon früher zu dieser Einheit, denn der Schriftverkehr wurde zwischen Lazarett und dieser Einheit abgewickelt (Feldpost Nr. 5a). Gehört dieses Bataillon überhaupt zum SS Pz. Gren. Regiment 5, Totenkopf? Ich kann das leider nicht zuordnen. Vielleicht könnt Ihr mir zu diesem Bataillon Informationen zukommen lassen, z,B. wo diese 1944 eingesetzt war, usw.? Dann wären wirklich alle Fragen beantwortet.


    viele Grüße

  • Hallo,


    also irgend etwas passt da nicht zusammen mit der Erkennungsmarke und dem Eintritt in die Waffen-SS.


    In Prag-Rusin wurden Marken wie folgt vergeben:


    von 1.K. ( E ) SS "D" bis 5.K ( E ) SS "D" maximal bis zu Nummern etwa um die 6000.


    Bei SS-Pz.-Gren. A. u. E. Btl. 3 - mit dem Zusatz "St.Kp." bis etwa 14000 - waren aber teilweise Jahrgänge 1928!


    Neben den von Roland schon genannten Einheiten kenne ich nur noch das SS-Pz.-Gren. A.u. E- Btl. 9, die dann
    einiges über die 32000 hinaus gingen.


    Wenn er nach dem Lazarettaufenthalt wieder zum A.u.E. Btl. 3 versetzt wurde ( diese Ersatzbtle. dienten der Ausbildung von Rekruten ) dann höchstens als Ausbilder. In aller Regel wurden Lazarett-Entlassene aber nicht zu Ausbildungsbtl. versetzt, sondern dann zu den Feldersatzbatl. die diese dann wiederum an die Front zur kämpfenden Truppe abgaben.


    Das SS-Pz.-Gren. A.u.E. Btl. 5 war eigentlich für die Division "Wiking" als Ausbildungs - Btl. gedacht. Zufälligerweise befanden sich aber beide Btle, das . A.u.E. 3 und 5, im März 1945 nicht in Konitz, sondern in Ellwangen an der Jagst.


    Vielleicht kam daher die Verwechslung.


    Soweit mein persönlicher Kenntnisstand.


    Grüße Dieter

    "Schließt Eure Herzen sorfältiger als Eure Tore. Es kommen die Zeiten des Betruges, es ist ihm Freiheit gegeben!
    Die Nichtswürdigen regieren mit List und der Edle wird in ihre Netze fallen." Joh. W. von Goethe: "Götz von Berlichingen."

  • Hallo und danke für die Antworten.


    Also, die Rekrutierung in Prag ist sicher. Vielleicht gab es in Prag zu dieser Zeit noch weitere Rekrutierungskasernen der Waffen SS als in Rusin? Rusin habe ich nur aus meinen Recherchen abgeleitet.
    Aber: Im Schriftverkehr mit dem Lazarett finde ich eine weitere Nummer: 33 501 D, allerdings auch "4 (E) SS Deutschland 3094". Etwas verwirrend diese ganzen Nummern und Einheiten. Vielleicht könnt ihr mir dabei helfen.


    Der fragliche Zeitraum war ja schon etwas früher, im Herbst 44, als der Schriftverkehr zwischen dem Lazarett in Hildesheim und der Dienststelle, dem SS Panzer Grenadier Ausbildungs- und Ersatzbataillon 3 in Konitz (so lautet die Adresse) abgewickelt wurde.


    viele Grüße

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  • Grüß Gott Niederbayer,


    schau mal im Anhang zu FPN 33501
    D= 11.Kompanie


    Servus Eumex
    Vivat Bavaria

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  • Hallo Zither,


    das haben wir es ja. ;)


    War dann die Feldpostnummer und nicht die EKM - Nr. und dann stimmt das natürlich auch mit Prag- Rusin.


    Die Ausbildungskompanie ( also die 4. ) führte von 1942 bis Herbst 1943 Ostuf. Ottfried Krää, ab Herbst 1943 zuerst Hstuf. Wipper, danach Ostuf. Mössler.


    Da hatte dein Vater noch keine ( Front) Feldpostnummer - sondern war Rekrut. Wie ich bereits oben schrieb, kam diese erst bei seiner Feldeinheit dazu. Eumex hat sie ja bereits dargestellt und erklärt.


    Grüße Dieter

    "Schließt Eure Herzen sorfältiger als Eure Tore. Es kommen die Zeiten des Betruges, es ist ihm Freiheit gegeben!
    Die Nichtswürdigen regieren mit List und der Edle wird in ihre Netze fallen." Joh. W. von Goethe: "Götz von Berlichingen."

  • Hallo,

    ich hoffe ich darf mich mit einer Frage nochmal an Euch wenden. Die ganzen Truppenbezeichnungen sind einfach verwirrend. Bei der Meldung über die Lazarettaufnahme in Hildesheim am 15.11.44 erscheinen 2 Truppenbezeichnungen:

    - 11. SS PZ Gren.Reg. 5 Totenkopf als letzter Feldtruppenteil. Vermutlich wurde er nach der Grundausbildung von der Ausbildungskompanie Nr. 4 zur o.g. Truppe versetzt? Den Unterlagen nach wurde er in Warschau am 10.08. 44 verwundet. Seinen Erzählungen nach dürfte das aber nicht in der Stadt, sondern östlich von Warschau gewesen sein.

    Wie kann man ermitteln wo genau diese Truppe am 10.08.44 stand und gibt es ev. eine Lagekarte dazu? Vielleicht hat hier jemand Infos zu dieser Truppe zu dieser Zeit?

    - Marsch.-Kp. SS Pz.Gren. Ausb. u. Ers.Btl. 3 in (5a) Konitz/Westpr. wird dann als zust. Ersatztruppenteil bei dieser Meldung genannt. Wurden die Verletzten einer anderen Truppe zugewiesen (ev. einer weniger Belastbaren)?, oder handelt es sich um die selbe Einheit, die ihre Bezeichnung nur geändert hat? Passt das alles zur Erkennungsmarke: 4(E) SS "Deutschland" -3094-. Die Feldpostnummer seines Truppenteiles gem. diesem Dokument lautet am 15.11.44 "33 501 D". Am 28.02.45 wurde er dann mit dem Befund kv aus dem Lazarett entlassen. Wo genau befand sich diese Einheit Anfang März 1945? Seinen Erzählungen nach war er bei Kriegsende in der Nähe von Linz, wo sich dem Lexikon nach auch das Totenkopf Regiment, also die ursprüngliche Einheit aufhielt.


    Gibt es Informationen wo genau das Lazarett in Hildesheim war? Vermutlich war das kein SS-Lazarett, weil das Dokument von einem Stabsarzt Dr. Sommer unterzeichnet ist.


    Ich hoffe Ihr könnt mir etwas weiterhelfen bei meinen Recherchen. Schon mal vielen Dank! und viele Grüße

  • Hallo Zither,

    im Anhang ein Ausschnitt aus der Lagekarte zum 10.08.1944 aus der Gegend östlich von Warschau. Die Totenkopf-Division war dort im Rahmen des IV. SS-Panzer-Korps eingesetzt.

    Zum Lazarett hier ein Link und dann mal ein wenig stöbern:

    https://www.hildesheimer-gesch…enanstalten-und-kliniken/

    Anfang März ist weitgefächert. Die Division befindet sich zu diesem Zeitpunkt im Raum Stuhlweißenburg. Siehe Anhang.

    Das Kriegsende erlebte die Division in der Nähe von Linz. In der Nähe, und zwar in Pregarten, wurde die Division von den Amerikanern an die Sowjets ausgeliefert.

    Viel Spaß beim weiterinformieren und suchen.

    Viele Grüße.

    Björn

    edit: Zur Literatur. Für dich wäre der Band von Wolfgang Vopersal "Soldaten, Kämpfer. Kameraden Vb" interessant. Dort sind die Kämpfe im Oktober bis zum Schluß gut beschrieben. Auch Karten sind vorhanden. In der Bibliothek über die Fernleihe zu bekommen. Viel Spaß!

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