Dienstgrad eines Oberwaffenmeisters

  • Guten Tag,
    mein Großvater war Oberwaffenmeister bei einer Inst.Kp der Wehrmacht. Keiner der Familie hat eine Erinnerung für mich parat (schade). Mich würde interessieren, wie das Dienstgradabzeichen ausgesehen hat. Grünes Grundtuch für die Schulterklappen ist mir bekannt. Weiterhin HV für Herresverwaltung, ok. So sieht dann der Waffenmeister aus, aber wie nun der Oberwaffenmeister? Welchem Dienstgrad entspricht der Oberwaffenmeister, einem Leutnant vielleicht? Weiterhin hatte er noch aus dem 1. Weltkrieg das EK2 getragen. Das wurde ja bekanntlich am Knopfloch getragen, doch mit welchem Band. Das EK2 aus dem 1.WK wurde mit schwarz-weißem Band verliehen und getragen, das aus dem 2. WK mit schwarz-weiß-roten Band. Mußte das Band in der Wehrmacht geändert werden oder konnte es schwarz-weiße Band weitergetragen werden?
    Vielen Dank für Eure Hilfe !

  • Guten Abend "soiacum",
    herzliches Willkommen im Forum.


    Erstmal eine Erklärung für das EK bei Wiederholung, es wurde das EK von 39 getragen plus Spange:
    http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Orden/ek12.html


    HV bedeutet Beamter, ein Waffenmeister war ein Beamter?
    Für mich eine Dienststellung innerhalb einer Formation der Wehrmacht, Waffenmeister war kein Dienstgrad.
    Feldwebel mit entsprechender Ausbildung, berechtigt zum tragen des Tätigkeitsabzeichens.
    Oberwaffenmeister wäre meinem Verständnis nach ein Oberfeldwebel.


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Erstmal eine Erklärung für das EK bei Wiederholung, es wurde das EK von 39 getragen plus Spange:


    Hallo,
    das ist nicht so ganz richtig. Die Wiederholungsspange 2. Klass wurde zum Band von 1914 getragen, sonst macht das auch keinen Sinn. Ebenso beim EK1 wurde die Wiedeholungsspange über dem EK1 1914 getragen.
    Gruß Andreas

  • Hallo Andreas,


    natürlich, kleinen "gedanklichen" Dreher drin gehabt.
    Vielen Dank fürs Drüberlesen.


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Moien,
    das hört sich nach Wehrmachtsbeamter, Technicher Dienst, Fachlaufbahn HGM, Waffenwesen an. Die Amtsbzeichnung wäre Heeresoberwerkmeister. Schulterstück wie ein Leutnant, aber mit der dünnen grünen Schnur zwischen der inneren u. äußerem silbernen Plattschnur. Dazu die Auflage HV in gold. Zwei Waffenfarabe, grün mit Nebenfarbe schwarz. Grundvoraussetzung für diese Laufbahn war ein erlernter technischer Beruf.
    h.

  • Moin,
    Avia liegt schon richtig. Oberwaffenmeister ist ein Wehrmachtsbesmter des " gehobenen Dienstes" und entspricht einem Oberleutnant.
    Heeresoberwerkmeister ist eine andere Ausbildung.
    Die Beschreibung des Schulterstuecks durch Avia hab ich auch so gefunden. Als Oberleuntnant kommt noch ein goldener Stern hinzu.
    Irgendwo in Net gibts eine farbige
    Abbildung; weiß aber momentan nicht
    genau wo.
    Wenn ich mich recht erinnere, war die 2. Waffenfarbe neben grün aber dort weiß.
    Beste Gruesse
    Ingo
    .

  • Vielen Dank,


    da ist ja nun doch vieles zusammen gekommen. Hintergrund ist, daß ich eine Uniform anfertigen werde, welche der entspricht, die der Großvater getragen hat. Die Orden, Feldspangen etc. sind vorhanden und ok. Die Dienstgradabzeichen waren noch das Problem. Jetzt weiss ich aber, wie sie aussehen und werde mir die Teile irgendwo besorgen.
    Nochmals danke
    Soiacum

  • "Zu Beginn des Jahres 1944 wurde die Laufbahn des Truppensonderdienstes eingeführt, Beamte erhielten nur noch eine Waffenfarbe ohne Nebenfarben. Die Kennzeichnung "HV" fiel weg, dafür erhielten Beamte als Laufbahnabzeichen auf den Schulterstücken einen Merkurstab" .... habe ich gelesen bei Wikipedia. Da frage ich mich nun, ob dann die Träger des "HV" umrüsten mussten auf den Merkurstab oder ob nur die Neuzugänge so umgerüstet wurden. Ich denke mir mal, dass man anfang 1944 andere Sorgen gehabt hat und "HV" und Merkurstab nebenher existiert haben.
    Mag ja sein, dass wegen dieser Problematik in China kein Sack Reis umfällt. Allerdings möchte ich wie gesagt eine original getreue Uniform erstellen, dazu ist eine genaue Recherche notwendig.

  • Hallo Soaicum,
    Die Laufbahn TSD wurde im Jan. 1944 eingeführt. Angesichts der bis zum Schluss häufig " perfekt" arbeitenden deutschen Militärbürokratie halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass die bisherigen Wehrmachtsbeamten schnellstmöglich auf den Merkurstab " umgerüstet" wurden. Eine Buerokratie, welche sich im Jan. 1945 noch intensiv mit dem Erlass eines " Warschau-Schildes" oder eines Aermelbandes für das Kav.Regt. 5 " FM v. Mackensen" beschäftigt und im April 1945 verzweifelt an der Herausgabe eines " Kurland-Aermelbandes " arbeitet, hat sicherlich die 15 Monate von Jan44-Mai45 genutzt, um alle TSD- Offz. mit dem blechernen Merkurstab" auszurüsten.
    Beste Gruesse
    Ingo

  • Hallo Soaicum,


    Da frage ich mich nun, ob dann die Träger des "HV" umrüsten mussten auf den Merkurstab oder ob nur die Neuzugänge so umgerüstet wurden.


    aus der dazugehoerigen veroeffentlichten Uniformbestimmung geht hervor,dass die in den Truppensonderdienst ueberfuehrten Offiziere bis zum 1.8.1944 die neue Uniform anlegen mussten.(inklusive der neuen Schulterstuecke)


    Allerdings wurden nur die Wehrmachtbeamten des hoeheren Intendanturdienstes ,des gehobenen Intendantur- und nichttechnischen Verwaltungsdienstes(Zahlmeister-) sowie die Wehrmachtrichter
    in den TSD ueberfuehrt.




    Gruss Chris

  • Hallo Operation Bergahorn,
    das ist jetzt mal eine wichtige Aussage, an der ich mich orientieren kann. Da Großvater Oberwaffenmeister war, kann man diese Sparte getrost dem technischen Dienst zuordnen, somit gehört er nicht zu den von Dir aufgezählten Beamten. D.h. er behielt seine Schulterstücke "HV". Als Oberleutnant somit mit einem Stern und weißen Schulterstücken und weißer Nebenfarbe (Randfarbe). Kragenspiegel wohl in grün. Dann hätte ich jetzt wohl alles komplett - oder?

  • Hallo soiacum,


    D.h. er behielt seine Schulterstücke "HV". Als Oberleutnant somit mit einem Stern und weißen Schulterstücken und weißer Nebenfarbe (Randfarbe). Kragenspiegel wohl in grün. Dann hätte ich jetzt wohl alles komplett - oder?


    soweit ist dies alles richtig,nur dass die Nebenfarbe fuer die Schulterstuecke bei Beamten des Technischen Dienstes schwarz sein muss.(Quelle:Der Dienstunterricht im Heere)


    Hier ist zudem noch eine Darstellung wie die Uniform-Effekten fuer einen Oberwaffenmeister aussehen muessen.




    Gruss Chris

  • Wikipedia führt dazu aus unter Berufung und Quellenangabe :„Insignia of World War II“ (Abschnitt Deutschland S. 20–27) Amber Books London 1999.", daß die Nebenfarbe eines Waffenmeisters weiß ist.
    Den Reibert "Der Dienstunterricht im Heere" habe ich nicht vorliegen, respektiere diesen aber als erstklassige Quelle. Irgendwas stimmt hier nicht !

  • Hallo soiacum,



    Irgendwas stimmt hier nicht !


    und genau deswegen bist du hier bei uns im Forum genau an der richtigen Addresse!
    Man kann ganz klar sagen,das in diesem Falle bei Wikipedia eine Fehlinformation vorliegt!


    Das die Nebenfarbe fuer einen Waffenmeister schwarz ist ,geht aus vielen weiteren Primaerquellen sowie auch aus deutschen Nachkriegs-Fachbuechern (z.B. Schlicht/Angolia) hervor.
    Beispielsweise ist in dem 1939 erschienem Uniformfachbuch Eberhard Hettlers "Die Uniformen der deutschen Wehrmacht" ,welches fuer Uniformschneider als Anhalt galt,ebenso die Nebenfarbe fuer Waffenmeister als schwarz beschrieben.
    Und seit 1939 gab es bezueglich der Nebenfarbe fuer Technische Beamte keine weitere Aenderungen.





    Gruss Chris

  • Hallo Chris,
    ich bin restlos überzeugt. Vielen Dank nochmals. Anscheinend kennst du dich sehr gut aus!
    Eine weitere Frage wäre folgende:
    Am 02.10.1936 hat mein Großvater die Verdienstmedaille der Wehrmacht für 4 Jahre Dienstzeit bekommen (4. Klasse), verliehen bekommen hat er diese am 02.10.1936. Getragen hat er diese Medaille als Bandschnalle/Feldschnalle. Dann habe ich gelesen (tja, schon wieder bei Wikipedia), daß ab Frühjahr 1940 keine Verleihungen mehr stattgefunden haben und diese zurückgestellt wurden bis Kriegsende.
    Jetzt zeigt aber ein Bild, ca. 1944, den guten Mann mit Uniform und einer 2. Auszeichung als Bandschnalle/Feldschnalle (kleines rechteckiges blaues Tuch mit Reichsadler), der Adler ist etwas heller (vielleicht silber?). Diese gleicht der ersten Auszeichnung, ausser dem etwas helleren Adler. Darüber habe ich keine Verleihungsurkunde (alle anderen sind vorhanden). 1944 wäre er "dran" gewesen für die 2. Auszeichung, aber diese wurde ja wie vorhin beschrieben nicht verliehen; also stand sie ihm eigentlich von den Dienstjahren zu, wurde aber noch nicht verliehen. Könnte es nun sein, dass es damals so üblich war, das die Kameraden sich die Dinger besorgt haben und einfach so drangeheftet haben ? Anders kann ich mir diese Bandschnalle nicht erklären. So ist nun mal auf dem Bild zu sehen, aber ich kenne keine andere Bandschnalle mit diesem Aussehen.
    Noch ne Frage:
    Kennst Du dich aus mit dem Freikorps Lützow Bewährungsabzeichen? Das wurde meines Wissens nach nur 700 mal verliehen, mein Großvater war einer davon. Das Abzeichen ist nicht mehr da, ein Original nachkaufen gilt nicht, da diese laufend durchnummeriert waren und abgesehen davon Sammlerpreise astronomische Höhen erreicht haben. Dennoch würde mich eine Sammleranfertigung interessieren. Weißt du was darüber? Ggf. könnte ich mal im Forum eine Fragestunde eröffnen.


    Grüße...

  • Guten Abend,


    Quote

    Ggf. könnte ich mal im Forum eine Fragestunde eröffnen.


    man könnte was machen? Eine "Fragestunde" wegen Sammlerstücken und deren Preise?


    Mit Sicherheit nicht....


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo soiacum,


    zu deiner Frage zu der Dienstauszeichnung der Wehrmacht:


    Bei Wikipedia steht das ab Frühjahr 1940 wurde die Verleihung der Dienstauszeichnung "bis Kriegsende" zurückgestellt .
    Eine Quellenangabe legt Wiki dafuer zwar nicht vor,aber so beruft sich diese Aussage wohl auf die Bekanntgabe des OKW vom Januar 1940.
    Dort heisst es das die Verleihung der Dienstauszeichnung(welche eine reine Auszeichnung fuer treue Dienste im Frieden ist)bis zu Kriegsende ausgesetzt wird.


    Die Verleihung der Dienstauszeichnung konnte aber unter bestimmten Vorraussatzungen noch weiterhin verliehen werden.


    Weist du den genauen Diensteintritt deines Grossvaters?
    So koennte es naemlich sein ,dass er schon vor ca. 1927 z.B. im Dienst der Reichswehr stand und dies somit anrechnungsfaehig fuer die Verleihung der Diestauszeichnung fuer 12 Jahre war.
    Das wuerde erkaleren wieso er diese Ausszeichnung noch verliehen bekommen hat.
    So haette er naemlich zum Zeitpunkt der Einfuehrung der Dienstauszeichnung im Jahre 1936 bereits genug Dienstjahre um die 4.Klasse (fuer 4 Jahre) dieser Auszeichnung zu bekommen .Bis zum 31.8.1939 konnten die Dienstjahre fuer die Verleihung der Dienstauszeichnungen dann noch angerechnet werden ,wonach dann dein Grossvater wohl bis zu diesem Zeitpunkt die 12 Dienstjahre fuer die Dienstauszeichnung der 3.Klasse erreicht hat.


    Koenntest du vllt bitte das Foto einmal hier einstellen?


    Zu dem Bewährungsabzeichen des Freikorps Lützow kann ich dir aber leider nichts sagen .




    Beste Gruesse Chris


    (Quelle:Doehle-Die Auszeichnungen des Grossdeutschen Reichs,RGBl. I S 167)

  • Hallo,
    was die Dienstauszeichnung angeht, so war der Waffenmeister doch schon im 1. Weltkrieg (Wiederholungsspange für das EK).
    Die Dienstzeit zählt da mit dazu. Die Dienstzeit an der Front wurden doppelt gezählt.
    Gruß Andreas