Wehrmachtsbaracken

  • Hallo Alle!
    Da ich derzeit ein Projekt über die Truppen und Unterkünfte der Wehrmacht in Salzburg umsetze stoße ich bei fast jeder Kasernenanlage auf Baracken.
    Ursprünglich dachte ich es seine Rad-Baracken wie sich jedoch herausgestellt hat gab es eigene Wehrmachtsbaracken.
    Die Unterschiedlichen Typen zu Kriegsbeginn waren:
    Pferdebaracke für 52 Pferde
    Mannschaftsbaracken für 100 Mann
    Wirtschaftsbaracken im Kreuzbau.


    Später sind noch einige andere Barackentypen dazugekommen hatzu den Wehrmachtsbaracken jemand nähere Informationen wie Bemaßung, Raumaufteilung, Voraussetzungen oder der Gleichen.
    Bilder von Baracken aus Salzburg gibt’s hier. https://www.flickr.com/photos/…f/sets/72157633524462652/
    jedoch nur wenige und die ziemlich weit unten.
    Das Lager ist nicht Liefering sondern Hellbrunn. Der erste von mir eingescannte Plan ist eben dieses Lager. Der Zweite Plan ist das Barackenlager neben der Lehener Kaserne hier sind Bemaßungen angeführt. Vielleicht hilft das jemand weiter.


    Grüße Ralf

  • Hallo Ralf,
    gleiches Problem habe ich bei Neuen Lager TÜP Königsbrück Sachsen.
    Es ist im Netz nicht viel zu finden.
    Eine Anzeige habe ich gefunden.
    viele Grüße
    Lutz

    Files

    • Baracken1.jpg

      (62.75 kB, downloaded 146 times, last: )
  • Hallo Lutz,


    Die Unterlagen sind äußerst dürftig.


    Hier bei der Lehener Kaserne dürften die Baracken 6,7 und 8 RAD Baracken sein wegen der Breite von 8,14 m und die Länge ist ein vielfaches von 3,3m (Plus 2,5 cm Wandstärke an jedem Ende).


    Die Literatur, die vielleicht hilft, habe ich nicht und auch auf der Universitätsbibliothek ist sie nicht, zumindest nicht in Salzburg.
    Zumindest für die Kasernen soll es in den angeführten Büchern Normen geben.
    Leider habe ich die noch nicht gesehen.


    Bautechnische Mitteilungen 1937
    Bauwelt 1938 Heft 45
    Der Baumeister 1937 Heft 5
    Der Baumeister 1934 Heft 2
    Zentralblatt der Bauverwaltung 1936, 56. Jahrgang Heft 1
    Zentralblatt der Bauverwaltung 1937, 57. Jahrgang Heft 1
    Zentralblatt der Bauverwaltung 1937, 57. Jahrgang Heft 9
    Zentralblatt der Bauverwaltung Heft 1942, 62. Jahrgang Heft 33/34


    Vielleicht hat ja jemand in eines der Bücher Einblick und kann auch etwas über die Baracken sagen.


    Es soll ja eine Heeresbaracke geben für Pferde Typ 290/9 Verlast bar auf 3 Wagons (vielleicht die selbe wie in Hellbrunn?). Bemaßung 27 x 9 m (Abgeschritten). http://www.schatzsucher.de/For…ve/index.php?t-68211.html


    Vielleicht hat ja jemand mehr Ahnung, Rätsel, Rätsel.


    Grüße Ralf

  • Hallo Ralf,


    die Diplomarbeit zum KZ-Buchenwald hatte ich auch vor 25 Minuten gefunden - du warst aber schneller. ;)


    Hier ist auch noch etwas: klick


    Hier wurden zwei RAD-Baracken verkauft: klick


    1070 Schweizer Baracken für deutsche Konzentrationslager: klick


    Augustdieter hat hier auch schon mal was eingestellt: klick


    Hier findest du auch noch etwas: klick

    Grüße Matthias

  • Hallo Mathias,


    Im Forum Geschichtspuren de. ist ein Deckblatt des Pferdestalls mit Fotos, Leider bin ich heute zu Blöd um mich anzumelden.
    Aber kann man aus dem Deckblatt irgendwelche Informationen herausholen zb. für wie viele Pferde ist der Stall? In Salzburg waren es ja 52 Pferde.
    Oder besser man erklärt mir wie ich mich dort anmelde :baby:


    Grüße Ralf

  • Hallo,


    nun habe ich einen Plan einer Wehrmachtsbaracke gefunden.
    Diese wurde 1943 im Tallager des Übungsplatzes Dachstein errichtet. Der Plan stammt aus 1947 als die Baracke saniert wurde.
    Vielleicht finde ich noch mehr.


    Grüße Ralf

  • Hallo,


    nun habe ich den Akt durch Anbei noch etwas.
    Es ging damals mit minimalen Mitteln die Wohnbaracke III für die Lehrerausbildung winterfest zu machen. Dazu wurde der Stall und die RAD Baracke abgerissen und ausgeschlachtet.


    Grüße Ralf

  • Guten Abend,


    nun wieder einmal einige Baracken.
    Die BGV II Wels hat 1947 einiges im ehemaligen Militärlager, Tal Lager Dachstein renoviert unter anderem das spätere Sommerlager das in Kriegszeiten als Kriegsgefangenenlager errichtet wurde.
    Bei den Baracken dürfte es sich um RAD-Baracken handeln. Ich stelle den Plan des Lagers, der an das Militär Lager grenzte und die einzelnen Grundrisse der Baracken ein.
    Die Manschaftsbaracken hatten in der Mitte einen Gemeinschaftsraum und beidseits zwei Schlafräume die 1947 für je 16 Schüler vorgesehen waren.

  • Hallo Ralf,


    Danke für's Einstellen, sehr informativ!


    Gruß, Thomas

    "Lirum-larum Löffelstiel, wer nichts sagt, der weiß nicht viel - larum-lirum Gabelstiel, wer nichts weiß, muss schweigen viel!"

  • Guten Morgen,


    anbei der Plan des Tallager Dachstein.
    Es sind alle Gebäude am Scan Maßstab 1:1000 leider kann ich nur A4 einscanen.
    Der Truppenübungsplatz wurde ab 1930 vom österreichischen Bundesheer errichtet und ab 1938 von der Wehrmacht erweitert.
    Er diente Hauptsächlich der Artillerie.


    Grüße Ralf

    Files

    Edited once, last by SanUO ().

  • Hallo,


    nun benötige ich Interpretationshilfe.
    Nun stelle ich einen Bauantrag der Gebäudeverwaltung II ein der einen "Neuaufbau" der Wohnbaracke V fordert mitsamt den Bauplänen.
    Das Ganze benötigt 3 oder 4 Beiträge.
    Ich hoffe es ist informativ und vielleicht können wir die Baracken Typ zuordnen.
    Viel Vergnügen.


    Grüße Ralf

  • Hier,


    zum Schluss noch die Grundrisse.
    Leider habe ich nur einen A4 Scanner deshalb auf vier mal.
    Vielleicht gibt es ein Echo


    Grüße Ralf

  • Guten Morgen,


    hier kommt nach längerer Pause wieder ein Eintrag.
    Pläne der Baracken wieder vom Dachstein diesmal vom Berg.


    Grüße Ralf

    Files

    • IMG_0001.jpg

      (199.7 kB, downloaded 35 times, last: )
    • IMG_0002.jpg

      (209.57 kB, downloaded 41 times, last: )
    • IMG_0003.jpg

      (164.89 kB, downloaded 54 times, last: )
  • Hallo


    nach einer längeren Pause wieder etwas zu diesem Thema.
    Nach dem ich im Salzburger Landesarchiv einen bemaßten Plan zum Barackenlager in der Hellbrunnerkaserne gesehen habe beginne ich zu verzweifeln.
    Ich hatte mich schon gefreut das ich die Heeresbaracken identifiziert hätte nämlich die Barackenbreite 9,56m bei der Normbaracke OKH 260 sowie OKH 260/9 (Pferdestallbaracke) oder 12,6m OKH FG 263 beide mit einer Länge von einem Vielfachen von 4,50 m.
    Nun hatte die Mannschaftsbaracke für 100 Mann (siehe Bild ganz Oben) am Plan 11,80 x 62,80m.
    Da ich nun einige Pläne der Rainerkaserne (Glasenbach) sortiere bin ich über einen bemaßten Gesamtplan gestolpert.
    Hier gab es einen Barackentyp den ich als RL IV/3 (Nr. 3, 8,14x9,95) identifizieren konnte.
    Der Rest bringt mich zum Verzweifeln.
    Nr. 1: 11,80 x 70,00 m
    Nr. 2: 11,80 x 62,80 m
    Nr. 4: 11,80 x 50,00 m
    Nr. 5: 11,80 x 36,00 m
    Nr. 6: 11,80 x 34,00 m
    Nr. 7: 11,80 x 28,00 m
    Nr. 8: 11,80 x 39,00 m


    Vielleicht hat jemand eine Idee?
    Morgen versuche ich es noch mal im Landesarchiv vielleicht gibt es dann Aufklärung, denke aber nicht.
    Anbei folgende Bilder:
    Nr. 1 Plan des Barackenlager im März 48 gezeichnet
    Nr. 2 Legende zum Ganzen Plan
    Nr. 3 Ein Plan einer Baracke (Bezeichnung Grundriss Baracke 4 Pionierlager) gezeichnet 62


    Grüße Ralf

    Files

    • 1.JPG

      (213.83 kB, downloaded 36 times, last: )
    • 2.JPG

      (43.51 kB, downloaded 35 times, last: )
    • 3.JPG

      (44.49 kB, downloaded 42 times, last: )
  • Hallo Ralf, aus


    Carl Flügges Grundriss der Hygiene
    11.Auflage vom Dezember 1939
    habe ich Dir mal die Seiten über Kasernenbauten und die genormten Holzhauslager des Reichsarbeitsdienstes kopiert.


    Für mich persönlich war neu und interessant, dass bei Kasernenbauten je nach Dienstgrad unterschiedliche "Wohnflächen" zur Verfügung standen:
    z.B. für einen Leutnant 2 Stuben mit zusammen 35 m², den einfachen Soldaten 6 m² (= 2 x 3 m!) in einer Stube von 36 m² zu sechst.
    In Friedenszeiten werden die höheren Chargen mit Zollstöcken durch die Gegend gelaufen sein und Zimmerschach gespielt haben.
    Eine Dusche für 15 Mann, 1 Plumpsklo und 1 m Pinkelrinne für 10 bis 15 Leute, und die hatte nicht täglich 2 Stunden Zeit, um sich zu pflegen.


    In den RL Baraken des Reichsarbeitsdienstes wurden noch mehr Personen in einer Mannschaftsstube untergebracht, und auch der Stiefelschrank mit Entlüfter befand sich dort.
    Aber elektrisches Licht gab es.


    Gruß Christa

    Files

    • DSC01831a.jpg

      (252.19 kB, downloaded 34 times, last: )
    • DSC01832a.jpg

      (238.56 kB, downloaded 31 times, last: )
    • DSC01833a.jpg

      (253.36 kB, downloaded 31 times, last: )
    • DSC01834a.jpg

      (251.09 kB, downloaded 46 times, last: )
  • Hallo Christa,


    vielen Dank für deine Unterlagen, hier und auch in einem anderen Threat (Deutsche Militärgebäude 1936 bis 1941) hast du wieder etwas mehr Licht hineingebracht.
    Da mit den Wohnungen war so eine Sache es standen dies dem Spieß die größere Wohnung zu da er womöglich schon verheiratet war (sie 08/15 Film :love: )
    Und der Kompanie-Leutnant hatte auch seine Wohnung hier da er den ganzen Papierkram zu erledigen hatte.
    Die anderen Offiziere wurden in eigenen Offiziersunterkünfte untergebracht.


    So wie hier das RAD-Lager beschrieben wird war mir das neu.


    Liebe Grüße
    Ralf


    Link "geblaut"; kkn

  • Und der Kompanie-Leutnant hatte auch seine Wohnung hier da er den ganzen Papierkram zu erledigen hatte.


    Hallo,
    was hatte ein Leutnant mit Papierkram einer Kp zu tun? Für so etwas war der Spiess mit seinem Geschäftszimmer zuständig. Normalerweise unterschreibt der KpChef. Falls der auf Lehrgang oder abwesend ist, darf der dienstgradhöchsteälteste Offizier unterschreiben. Ich hatte mehrmals das Vergnügen jeden Tag so ein bis zwei Stunden zu unterschreiben. Meine "Wohnung" war ein einfaches Zimmer, dessen Tür ich nur mit einem Dietrich öffnen konnte.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Guten Morgen,


    @Rainer
    wie ich sehe habe ich mich falsch ausgedrückt und einiges falsch verstanden.
    Die Wohnung für den Leutnant ist natürlich zum Wohnen aber seine Anwesenheit so wichtig das er in der Kompanie schläft.
    Das mit dem Papierkram habe ich so verstanden das der Kompanie-Chef sich um die Ausbildung kümmerte und die wichtigen Schriftstücke unterfertigte (Disziplinarbefugnisse).
    Der Kompanie-Leutnant hat dann das Vergnügen den Rest zu Unterschreiben und erst dann zur Ausbildung zu gehen.


    Aber hier ist mein Wissen enden wollend.


    Grüße
    Ralf