Pz.Ers.Abt.25 & 20. PD - Roland Stöckner

  • Hallo liebe Forengemeinde,danke für die Zusammenstellung und Organisation für diese Thematik, ich bin sehr beeindruckt wie viel sich mit so wenig Information deuten und herausfinden lässt.


    Zu meinem Anliegen, ich bin wie viele Andere auf der Suche nach Informationen über meinen Großvater der als 18jähriger 1943 zur Wehrmacht gekommen ist und nie viel darüber erzählt hat. Mich interessiert wann er wo und mit welcherem Truppenteil gewesen ist. Die Recherche und das Interviewen von meinen Verwandten ist leider nicht zielführend, weil die Aussagen teilweise sehr widersprüchlich sind. Meine Großmutter lebt noch, sie hat ihren Mann aber erst nach dem Krieg kennengelernt und nie viel darüber gesprochen. Demzufolge gab es keine Feldpost zu ihr und damit habe ich keine Feldpostnummer auftreiben können.


    Ein kurzer Steckbrief, Passagen in Anführungszeichen sind Gedankenzitate von seinen Aussagen & ** bei widersprüchlichen Angaben seiner Söhne:


    Roland Stöckner

    • geboren im Oktober 1924 in Karlsbad (heute Karlovy Vary)
    • gestorben im Dezember 1990 in Ammern (Thüringen)
    • vor 1943 Ausbildung zum Schlosser (heute eher Kunstschmied genannt) in seinem Geburtsort Karlsbad
    • 1943 zur Panzertruppe nach Schweinfurt gekommen, er selbst sagte er wäre Richtschütze im Panzer gewesen
    • in Erlangen gewesen (laut meiner Recherche kommt nur der Pantherlehrgang in Frage, weil er von dem Panzer mal was erzählt hatte und denke ich kein Offizieranwärter gewesen sein kann)
    • in Mellrichstadt gewesen
    • in Rußland gewesen
    • in Frankreich gewesen
    • **kurzzeitig in englischer Gefangenschaft gewesen** vermutlich entkommen oder befreit
    • in Sondershausen gewesen (laut meiner Recherche käme die Heeres Unteroffizier Schule - Panzerabwehr in Frage)
    • in Elende in der Nähe von Nordhausen von einem Halbkettenfahrzeug eine Bombardierung von Nordhausen beobachtet
    • Zum Kriegsende Panzer aufgegeben, wegen fehlendem Treibstoff - Ort entweder:
    • bei Eisenach Richtung Bad Hersfeld "wir haben den Panzer hinter einem Brückenfeiler der nicht fertig gebauten Autobahn versteckt und sind dann zu Fuß weiter"
    • oder bei Sondershausen aufgegeben - dort stehen aber keine Brückenfeiler!
    • während oder nach der Kapitulation ist er nach Hause also nach Karlsbad gelaufen (warum hier keine Gefangennahme?)

    ! Die Angaben sind wahrscheinlich chronologisch falsch aufgelistet !


    Anbei habe ich ein Foto von ihm und seiner Schwester Paula, das soll in Schweinfurt vor der Kaserne gemacht worden sein. Auf den Kragenspiegeln seiner Uniform sind links und rechts Totenköpfe, deshalb müsste es die Panzertruppe sein. Leider ist seine Schwester bereits seit vielen Jahren verstorben und ich habe keinen Kontakt zu den Angehörigen um vielleicht daher eine Feldpostnummer herauszufinden.


    Roland&Paula Stöckner.jpg


    Seit etwa einem Monat läuft die Anfrage bei der WAST und ich habe seitdem recherchiert, dass er entweder bei der 2. Panzerdivision oder bei einer Ersatztruppe gewesen sein könnte.


    Ich warte ab was von der WAST kommt und bin dann für die Recherche neu ausgerichtet.


    Trotzdem habe ich einige offene Fragen:


    Weiß jemand von euch ob dieses Foto wirklich in Schweinfurt aufgenommen wurde, weil etwas vom Gebäude darauf hinweist?


    Weiß jemand ob es Einrichtungen der Wehrmacht in Mellrichstadt gab in denen er stationiert gewesen sein könnte? Ich habe darüber gar nichts gefunden und festgestellt dass die Hainberg-Kaserne (Panzerjäger) in Mellrichstadt erst 1960 gegründet wurde. Wir sind aber direkt nach der Grenzöffnung 1989 auf den Wunsch meines Großvaters direkt hingefahren, weil er das unbedingt wiedersehen wollte.


    Noch etwas Offtopic:
    Der Großvater hat mal erzählt er hätte einen Stammbaum der Familie für die Wehrmacht aufbringen müssen, einer seiner Söhne meinte das wäre nötig gewesen um für eine Offizierausbildung "genehmigt" zu werden - Ich selbst halte davon gar nichts, weil er zum Eintritt in die Wehrmacht keine höhere Reife hatte. Ist das eine Finte oder kann da was dran sein?


    Sein Bruder war Rittmeister in der Panzerkaserne Schweinfurt. Könnte er deshalb vielleicht genau dort hingekommen sein?


    Seine Eltern waren beide Strafgefangene wegen der KPD Mitgliedschaft, der Vater kam zum Bunkerbau nach Frankreich und wurde für die Gründung der Fundamente durch Sprengungen eingesetzt. Der war im Bergbau Sprengmeister. Die Mutter kam ins KZ Ravensbrück, hat das überlebt und ist zehn Jahre nach dem Krieg an den Folgen ihres KZ Aufenthaltes gestorben. Es soll Implantate in einer Zahnprothese gegeben haben die über eine Lange Zeit ein Gift abgegeben haben, daran soll sie später gestorben sein.


    Der Großvater durfte vor seinem ersten Fronteinsatz seine Mutter in Ravensbrück besuchen (Abschied nehmen), er hat erzählt dass er zwei Stunden gewartet hat und sie wurde wohl in dieser Zeit "für den Besuch aufbereitet". Knallrotes Kleid und eine Schürze - der Kuchen den er ihr mitgebracht hatte wurde während dieser Zeit völlig zerbröselt.


    Nach dem Krieg wurden alle Famileinmitglieder aus Karlsbad vertrieben und in der Gegend um Halle und nördlich von Erfurt angesiedelt.


    Beste Grüße


    Bastian Stöckner

  • Grüss Gott Bastian,


    herzlich willkommen hier im Forum der Wehrmacht
    !
    In Schweinfurt war als Panzertruppe,


    Panzer-Regiment 4,Stab


    I.(Abteilung) Panzer-Regiment 4
    II.Panzer-Regiment 4


    Panzer-Regiment 36,Stab
    I. Panzer-Regiment 36
    II.Panzer-Regiment 36
    sowie,
    Panzer-Ersatz-Abteilung 25 und die leichte Panzer-Ersatz-Kompanie 23
    das Panzer-Regiment 4,dürfte ausscheiden,dieses wurde mit dem Anschluss Österreichs nach Wien verlegt.
    Mellrichstadt.liegt in der Nähe des Truppenübungsplatzes Wildflecken in der Rhön,hat eventuell etwas damit zutun.
    Stammbaum der Familie,damit dürfte der ,,Ariernachweis'' gemeint sein,den musste der Soldat vorzeigen können.
    Was auffällt, diese Mütze auf dem Foto,die wurde eigentlich 1943 von der Truppe nicht mehr getragen im Einsatz,ob die noch zur Ausstattung gehörte,entzieht sich meiner Kenntnis.


    Jetzt heisst's warten bis zur Wast/DD-Auskunft !


    Servus Eumex

    Edited once, last by Eumex ().

  • Vielen Dank für die prompte Antwort,


    ja ich werde die Auskunft der Wast/DD-Auskunft wohl behaglich abwarten müssen.


    Über die Mütze auf dem Foto habe ich gelesen (Quelle weiß ich nicht mehr) dass diese bereits ab 1939 nicht mehr in der Truppe sein sollte, aber anhand von Fotomaterial bis 1943 nachgewiesen ist.
    Ich könnte mir vorstellen dass diese Mützen aus Traditionsgründen nur während der Ausbildung an der Schule getragen wurden. So war das in meiner Marineunteroffizierschule in Plön im Jahre 2000 auch, dort mussten wir als Eignungsübende das olive Schiffchen tragen, obwohl es das so in der Truppe gar nicht mehr gab. Zu dieser Zeit waren die Marineinfanteristen (VerwReihe 76) längst mit Feldmütze ausgestattet.


    Welchen Dienstgrad hatte eine Richtschütze in einem Panzer? Waren das durchweg Mannschaftsdienstgrade bis auf den Kommandanten?


    Viele Grüße
    Bastian

  • Guten Abend Bastian,


    in der Regel ja,das waren meist Mannschaftsdienstgrade,aber es gibt nichts ,was es in der Wehrmacht nicht gegeben hat!
    So konnte der Richtschütze durchaus ein Unteroffizier sein,wenn der Kommandant Offizier,oder Feldwebel war.Ist ja in der Bundeswehr jetzt auch so !
    Eventuell gehörte diese Mütze(Panzerbarett/Panzerschutzmütze) noch zur Ausgehuniform/Paradeuniform .Im Einsatz erwies sie sich als zu erschwerend,störend !


    Servus Eumex

    Edited once, last by Eumex ().

  • Hallo Zusammen,


    die WAST Auskunft ist nach 20 Monaten eingetroffen und hängt an. Ich bin sehr froh diese Auskunft bekommen zu haben.


    Besteht die Möglichkeit auch ohne Wehrpass, Stammbuch bzw. Stammrolle seinen Weg und seine Stationen durch den Krieg nachzuvollziehen?


    Macht es Sinn durch einen zusätzlichen Anruf bei der WAST weitere Infos abzufragen, nach was müsste ich fragen?


    Viele Grüße


    Bastian Stöckner


  • Der Großvater hat mal erzählt er hätte einen Stammbaum der Familie für die Wehrmacht aufbringen müssen, einer seiner Söhne meinte das wäre nötig gewesen um für eine Offizierausbildung "genehmigt" zu werden - Ich selbst halte davon gar nichts, weil er zum Eintritt in die Wehrmacht keine höhere Reife hatte. Ist das eine Finte oder kann da was dran sein?


    Hallo,


    der Stammbaum kann bei der Einstellung in die Wehrmacht auch gefordert worden sein, weil sein Geburtsort Karlsbad im Jahr 1924 noch zur Tschechoslowakei gehörte und die deutsche Wehrverwaltung sehen wollte, zu welcher Volksgruppe Dein Großvater und seine Vorfahren gezählt werden sollten. Vermutlich wurde die Familie als "Volksdeutsche" eingestuft, nachdem zu der sogenannten "Sudetenkrise" kam und von den Nationalsozialisten mit dem Münchner Abkommen 1938 die "Sudetendeutschen Gebiete mit dem damaligen Reichsgebiet wiedervereinigt" wurden und das Gebiet des restlichen Tschechiens 1939 durch den Einmarsch deutscher Truppen annektiert wurde.


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

    Edited once, last by Johann Heinrich ().

  • Hallo Bastian,


    falls Dich die Karlsbader Adresse der Eltern interessiert:


    Ing. Karl Stöckner, Am Berg 584 Hausname "Forsthaus"


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

    Edited once, last by Thilo ().

  • Hallo,


    danke für eure Antworten.


    Hallo Bastian,


    falls Dich die Karlsbader Adresse der Eltern interessiert:


    Ing. Karl Stöckner, Am Berg 584 Hausname "Forsthaus"


    Thilo, dieser Karl Stöckner könnte einer von Rolands neun Onkeln sein, also ein Bruder seines Vaters Franz.


    Die Eltern von Roland hießen Franz Stöckner und Anna Stöckner (geb. Breitfelder, Datum der Hochzeit unbekannt). Deren Wohnort war der Wollnerhof (evtl. auch Wöllnerhof) im Karlsbader OT Fischern. Es fällt auch im Zusammenhang mit der Familie der Name des Ortsteils Rolau.
    Falls du einen Weg hast weitere Namen herauszufinden wäre ich dir sehr dankbar für zusätzliche Namen und Adressen der Namensvetter Stöckner / Breitfelder.


    Hallo,


    der Stammbaum kann bei der Einstellung in die Wehrmacht auch gefordert worden sein, weil sein Geburtsort Karlsbad im Jahr 1924 noch zur Tschechoslowakei gehörte und die deutsche Wehrverwaltung sehen wollte, zu welcher Volksgruppe Dein Großvater und seine Vorfahren gezählt werden sollten. Vermutlich wurde die Familie als "Volksdeutsche" eingestuft, nachdem zu der sogenannten "Sudetenkrise" kam und von den Nationalsozialisten mit dem Münchner Abkommen 1938 die "Sudetendeutschen Gebiete mit dem damaligen Reichsgebiet wiedervereinigt" wurden und das Gebiet des restlichen Tschechiens 1939 durch den Einmarsch deutscher Truppen annektiert wurde.


    Gruß, J.H.


    Johann, das macht sehr viel Sinn, weil es so ähnlich von Rolands Frau beschrieben wurde, die Brücke zur Offizierausbildung wurde von einem seiner Söhne falsch geschlagen.


    Nochmals dankeschön!


    Bastian

  • in Elende in der Nähe von Nordhausen von einem Halbkettenfahrzeug eine Bombardierung von Nordhausen beobachtet


    Hallo Bastian,


    Nordhausen wurde am 3. und 4.April 1945 von der Royal Airforce angegriffen, weil man in der Stadt starke deutsche Truppenansammlungen vermutete. Fast 3/4 der Stadt wurden bei diesen Luftangriffen zerstört, Dein Großvater hat die Bombardierung vermutlich vom Örtchen Elend, östlich von Braunlage gelegen, beobachtet.


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

    Edited once, last by Johann Heinrich ().

  • Hallo Johann,


    danke für das Datum der Bombardierung. Ich kenne die Stadt gut und habe den Mittelbau Dora bereits besucht, mein Geburtsort Mühlhausen liegt nur 50km südlich von Nordhausen.
    Ich hoffe ich komme während meiner Recherchen irgendwann dahin einschätzen zu können ob er wirklich dort gewesen ist. Denn auf Grundlage der WAST Auskunft kann ich mir nicht vorstellen wie ich die Panzer-Ersatz-Abteilung 25. mit der Beobachtung der Bombardierung in Verbindung bringen könnte. Was könnte er zu diesem Zeitpunkt dort gewollt haben?!


    Einerseits bin ich glücklich die Auskunft zu haben, aber andererseits sind die Informationen zur Truppe ja nur auf der Stammeinheit basierend - ich weiß deshalb leider nicht wann er wo war.


    Seine Verletzung durch einen Bombensplitter am 17.08.1943 in Schweinfurt würde ich auf die Operation "Double strike" der Bombardierung von Schweinfurt zurückführen.


    Hier auf dieser Website gab es sogar einen weiteren Hinweis auf den Zusammenhang zwischen der Panzerkaserne in Schweinfurt und der Pz.-E.-Abt.-25.


    http://www.thirdreichruins.com/schweinfurt7.htm


    http://www.thirdreichruins.com/panzerkaserneakgw.jpg


    Eumex hatte bereits weiter oben die in Schweinfurt stationierten Einheiten erwähnt - ohne die Angaben der Verletzung würde in der WAST Auskunft nichts von Schweinfurt auftauchen. Wir haben zwar die Querverbindung zu Erlangen über die Pz.E.Abt.25 die auch in Schweinfurt stationiert war - wie könnte ich nun herausfinden wo die Pz.E.Abt. 25 noch gewesen sein könnte?


    Im Lexikon der WM steht dass eine Pz.E.Abt. die Ersatzgestellung für die Einheit xy wahrnimmt, was bedeutet das? Ist das eine rückwärtige abseits der Front agierende Instandsetzungstruppe oder eher etwas in Richtung Überholungstruppe für Panzer in der Heimat?


    Was könnte ich mit den weiteren WAST Infos zu den Truppenteilen, z.B. Bamberg /Abgang zur 21. Pz. Abteilung anfangen?


    Mein weiterer Plan wäre alle verbliebenen Postkarten aufzutreiben um über die Feldpostnummern an seine Einheiten und damit an die Einsatzorte zu kommen. Wäre das zielführend? Oder kann ich weitere Wege einschlagen?


    Beste Grüße


    Bastian


  • Im Lexikon der WM steht dass eine Pz.E.Abt. die Ersatzgestellung für die Einheit xy wahrnimmt, was bedeutet das? Ist das eine rückwärtige abseits der Front agierende Instandsetzungstruppe oder eher etwas in Richtung Überholungstruppe für Panzer in der Heimat?


    Was könnte ich mit den weiteren WAST Infos zu den Truppenteilen, z.B. Bamberg /Abgang zur 21. Pz. Abteilung anfangen?


    Hallo Bastian,


    aus der WASt-Auskunft Deines Großvaters geht hervor, daß er (Einstellungsdatum nicht bekannt) mindestens seit August 1942 bei der Panzer-Ersatzabteilung 25 in Erlangen diente, d.h. zu dieser Einheit einberufen wurde, dort seine Erkennungsmarke erhielt (siehe Beschriftung) und dort wohl auch zum Richtschützen eines Panzers ausgebildet wurde. In der Panzer-Ersatzabteilung 25 wurden die Soldaten ausgebildet, die nach ihrer Ausbildung in den Panzer-Abteilungen 21 und 66 oder in den Panzer-Regimentern 21 und 25 eingesetzt werden sollten. Die Panzer-Ersatzabteilung lieferte sozusagen den "menschlichen Nachschub" an Panzersoldaten als Ersatz für die an der Front gefallenen, verwundeten oder vermissten Soldaten: http://www.lexikon-der-wehrmac…AbtErs/PanzerAbtErs25.htm
    Dein Großvater ist ziemlich lange bei dieser Einheit gewesen und dann im Februar 1944 mit einer Marschkompanie -> http://www.forum-der-wehrmacht…Marschkompanien-Sammlung/, die anscheinend in Bamberg zusammengestellt wurde, in die 3.Kompanie der Panzer-Abteilung 21 an die Front nach Russland gekommen. Diese Abteilung wurde dann bereits im Juni 1944 in den Kämpfen bei Bobruisk/Cholm vernichtet: http://www.lexikon-der-wehrmac…nzerAbt/PanzerAbt21-R.htm
    Leider enden damit auch schon die Aufzeichnungen der WASt und über den weiteren Weg Deines Großvaters kann man nur Spekulationen anstellen und versuchen, ihn aus vorhandenen Feldpostnummern und ggf. über die Neuaufstellungen seines ehemaligen Truppenteiles Pz.-Abt. 21 zu rekonstruieren. Leider ist wohl auch nicht bekannt, auf welchen Typen von Panzern Dein Großvater ausgebildet und eingesetzt war? Besonders zum Kriegsende hin ließe sich mit dieser Information vielleicht noch weiteres herausfinden.
    Es ist schon etwas auffällig, daß die WASt-Auskunft nicht mit dem üblichen Satzbaustein "weitere Aufzeichnungen (z.B. bis Kriegsende 1945) und über eine mögliche Kriegsgefangenschaft liegen hier nicht vor" endet. Nach was hast Du bei der WASt denn genau gefragt?
    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

    Edited 3 times, last by Johann Heinrich ().

  • Hallo,


    danke für die Einweisung in die Begrifflichkeiten und die Erklärung. Aufgabe der Panzer-Ersatz-Abteilung ist also dir reine Personalausbildung nicht die Reparatur von Kriegsgerät.
    Vielleicht erklärt sich die lange Aufenthaltszeit mit dem "Pantherlehrgang" den er bekommen hat, zeitlich würde es passen denn hier steht ab März 1943:
    http://www.panther1944.de/inde…panzerlehrgaenge-erlangen


    Ich tue mich schwer damit die überlieferten Informationen aus der Familie richtig einzuschätzen, deshalb habe ich hier nicht alles 1:1 aufgeschrieben. Beim Fach-Lehrgang für den Panther bin ich mir aber sehr sicher.


    Die Anfrage bei der WAST habe ich nach eurer Empfehlung formuliert:
    http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Suche-R.htm
    Explizit nach Dienstaustritt habe ich nicht gefragt.
    Eine Anfrage beim DRK Suchdienst hatte ich auch gestellt, die haben ihn erfasst gehabt jedoch keine Gefangennahme registriert. Es war aber dennoch erfolgreich, denn ich habe seinen Geburtsort inklusive genauer Heimatanschrift herausbekommen.


    Gruß
    Bastian


    P.S.: ich werde mal im Startbeitrag editieren und ergänzen was wahr und korrekt ist.


    Nach einem Telefonat mit der Sachbearbeiterin der Auskunft hat sich herausgestellt dass seine Einheit durch die Vernichtungsmeldung vom 09.04.1944 bei Bobruisk / Cholm nicht merh existierte und danach gibt es keinen gelisteten Vorgang über die Wiedereingliederung der verbliebenen Truppenteile in eine andere Einheit. Deshalb endet die Auskunft an dieser Stelle. Angaben über Kriegsgefangenschaft fehlen weil ich nicht explizit danach gefragt habe. Man hat mir aber versprochen einen Folgeantrag umgehend zu bearbeiten.


  • Eine Anfrage beim DRK Suchdienst hatte ich auch gestellt, die haben ihn erfasst gehabt jedoch keine Gefangennahme registriert. Es war aber dennoch erfolgreich, denn ich habe seinen Geburtsort inklusive genauer Heimatanschrift herausbekommen.
    Angaben über Kriegsgefangenschaft fehlen weil ich nicht explizit danach gefragt habe. Man hat mir aber versprochen einen Folgeantrag umgehend zu bearbeiten.


    Hallo Bastian, die Erfahrung im Umgang mit der WASt hat leider gezeigt, das dort in der Regel nur die Fragen beantwortet werden, die man explizit stellt. Wenn Du also auch Interesse an genealogischen Daten (wie z.B. Heimatanschrift der nächsten Angehörigen des Großvaters u.ä.) hast, mußt Du gezielt danach fragen. Außerdem würde ich mir von der WASt mitteilen lassen, auf welche Unterlagen und Dokumente (aus sonstigem Schriftgut der Wehrmacht geht hervor...) sich die bereits erstellte Auskunft stützt und mir von diesen Unterlagen Kopien zusenden lassen.
    Stammen die Angaben des DRK-Suchdienstes aus einem Suchantrag, der von Seiten der Familie gestellt wurde, um alle Angehörigen nach der Flucht aus der ehemaligen Heimat in Karlsbad im Westen wiederzufinden?


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Guten Morgen,


    Hallo Bastian, die Erfahrung im Umgang mit der WASt hat leider gezeigt, das dort in der Regel nur die Fragen beantwortet werden, die man explizit stellt. Wenn Du also auch Interesse an genealogischen Daten (wie z.B. Heimatanschrift der nächsten Angehörigen des Großvaters u.ä.) hast, mußt Du gezielt danach fragen. Außerdem würde ich mir von der WASt mitteilen lassen, auf welche Unterlagen und Dokumente (aus sonstigem Schriftgut der Wehrmacht geht hervor...) sich die bereits erstellte Auskunft stützt und mir von diesen Unterlagen Kopien zusenden lassen.


    Wird umgehend nachgefordert, danke für das Kochrezept!


    Stammen die Angaben des DRK-Suchdienstes aus einem Suchantrag, der von Seiten der Familie gestellt wurde, um alle Angehörigen nach der Flucht aus der ehemaligen Heimat in Karlsbad im Westen wiederzufinden?


    Hier hatte ich nur nach seiner Heimatanschrift und Gefangenschaft gefragt, ich werde hier ebenfalls nachfassen. Den Familien-Stammbaum kann ich bei dieser Gelegenheit gleich mit vervollständigen - das ist mir anfänglich nicht in den Sinn gekommen und es leuchtet mir jetzt ein wie weit man die Recherche ausweiten muss um Material aufzutreiben.


    schau mal hier,
    kasernen-und-gebaeude.de/data/seiten/eee/erlangen-1.htm
    Du kannst hier mal schauen,VBL vom DRK-Suchdienst
    193.159.223.62:8081/vbl/Truppenanschrift-Heer/TA_H.aspx
    Band FO,Seite 243-232 PzRgt 21 Band FO,Seite 243 PzAbt 21,Band FO Seite 708 PzErsuAusbAbt 21


    Dankeschön Eumex,


    die Suche im VBL des DRK kannte ich noch nicht. Er kommt aber darin nicht vor weil er den Krieg überlebt hat oder könnte ich daraus andere Infos ziehen?


    Gruß
    Bastian


  • Roland Stöckner

    • geboren im Oktober 1924 in Karlsbad (heute Karlovy Vary)
    • gestorben im Dezember 1990 in Ammern (Thüringen) ...

    ... es leuchtet mir jetzt ein wie weit man die Recherche ausweiten muss um Material aufzutreiben


    Hallo Bastian,


    weitere Angaben zu den Dienstzeiten Deines Großvaters könntest Du möglicherweise auch beim zuständigen Versorgungsamt bekommen. Leider sind mir die Verfahrensweisen bei den Renten in der ehemaligen DDR nicht ganz so geläufig, aber ich vermute mal, daß dein Großvater auch dort seine Altersrente beantragen und dazu Nachweise seiner beruflichen Ausbildung und Tätigkeiten vorlegen mußte. Bestimmt hat er dabei auch seine Dienstzeit in der Wehrmacht und eine mögliche Kriegsgefangenschaft angegeben (was wohl in der DDR aus politischen Gründen nicht ganz so populär war), die dann bei der Bemessung seiner Altersrente berücksichtigt wurden. Auch seine Kriegsverwundung und eine daraus evtl verbliebene Invalidität könnte bei seiner späteren Rente eine Rolle gespielt haben.
    Das zuständige Versorgungsamt müßte beim Landramtsamt des Kreises Unstrut-Hainich ansässig sein, vielleicht liegen dort noch Akten vor?
    Wenn Du noch weitere Fragen an die WASt stellst, kannst Du auch noch nach dort vielleicht vorhandenen Krankenbuch-Unterlagen Deines Großvaters fragen. Die WASt hat inzwischen die teilweise erhalten gebliebenen Akten über die Lazarettaufenthalte der Wehrmachtssoldaten in ihr Archiv übernommen. Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo Johann Heinrich
    Ich würde gerne deine Aussagen bezüglich der Altersrente in der DDR korrigieren. Wenn ich mich nicht irre, hat mein Alter Herr bei seinen Rentenantrag zwar, wie auch in den Personalbögen der Betriebe, seine Wehrmachts Zugehörigkeit bzw. die Gefangenschaft angeben müssen, aber geholfen hat ihn das wohl nicht. Die Zeiten von RAD, Wehrmacht u. Gefangenschaft wurden nicht mit berechnet. Erst nach der Einheit und der Nachberechnung der Witwenrente bekam meine Mutter die Zeiten auch gutgeschrieben. Ich hoffe nur das ich nichts durcheinander gebracht habe.
    MfG
    Dietrich

  • Wenn ich mich nicht irre, hat mein Alter Herr bei seinen Rentenantrag zwar, wie auch in den Personalbögen der Betriebe, seine Wehrmachts Zugehörigkeit bzw. die Gefangenschaft angeben müssen, aber geholfen hat ihn das wohl nicht. Die Zeiten von RAD, Wehrmacht u. Gefangenschaft wurden nicht mit berechnet


    Hallo Dietrich,


    das ist wohl ein Mißverständnis: Mir ging es mit meinem Beitrag zu einer Rente/Pension von Bastians Großvater eigentlich nur um den Antrag dazu. Ob die Rente in vollem Umfang von der Rentenkasse bewilligt/anerkannt wurde ist doch heute, rund 70 Jahre nach Kriegsende, völlig unerheblich - aber die vom Großvater im Antrag gemachten Angaben zu Dienstzeiten "in RAD, Wehrmacht und Gefangenschaft" sowie zu evtl. erlittenen Verwundungen und Beschädigungen sind doch sicherlich interessant und könnten z.B. einem Abgleich mit einer Auskunft der WASt oder den in der Familie mündlich überlieferten Angaben dienen.


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo,


    danke für eure Beiträge!


    Nach einem Anruf bei der Rentenversicherung hat sich bereits ergeben was vorhanden ist. Man hat ab Beginn seiner Lehre zum Schlosser im Dezember 1939 alle Zeiträume lückenlos gelistet, das heißt es wurde erfasst! Das hilft mir weiter. Nun darf ich mit Vollmacht der Großmutter beim DRV-Bund Kopien des kompletten Verlaufs beantragen.


    Die Nachträge bzw. die Erweiterungen zur WAST-Auskunft inklusive Kopien und Quellenangaben plus Krankenbucheinträge sind ebenfalls gestellt.


    Themenwechsel:


    In der Auskunft steht zu seinen Dienstgraden:
    lt. Meldung vom 09.02.1943 - Obergrenadier
    lt. Meldung vom 17.08.1943 - Oberschütze


    Wie kommt es zum Wechsel von Obergrenadier zu Oberschütze? Oder bin ich etwa ganz auf dem Holzweg weil diese Angaben nur auf den Krankenbüchern basieren?


    War das Usus zwischen den ich sag mal "Dienstgraden" Grenadier und Schütze zu wechseln?


    Dann gibt es ja kein Datum zum Diensteintritt. Was meint ihr wann er anhand der Beförderung seinen Wehrdienst begonnen haben könnte?


    Beste Grüße
    Bastian

  • Hallo,


    ich würde gern dieses Thema noch einmal aufwärmen. Von Amtsseite der DeutschenRentenversicherung gibt es noch keine Neuigkeiten über den Großvater. Es wäre schön wenn einer von euch was zu den Dienstgraden aus dem letzten Beitrag sagen könnte.


    Dann hab ich ein weiteres Thema was ich bereits in zwei anderen Foren erfragt hatte, aber noch nicht beantwortet bekommen habe.
    Es geht mir um die die Pz.Ers.Abt. 25 und deren Verlegung im November 1943 nach Frankreich, ich würde gern wissen warum und wohin diese Einheit verlegt wurde.


    Hier ist die Verlinkung zum Thema Verlegung:
    http://www.lexikon-der-wehrmac…tErs/PanzerAbtErs25-R.htm


    Und meine beiden Beiträge:
    http://forum.axishistory.com/viewtopic.php?t=115173


    http://forum.panzer-archiv.de/viewtopic.php?t=11623


    Wer weiß von euch etwas darüber?


    Beste Grüße
    Bastian