SS-Panzer-Brigade “Westfalen”

  • Hallo zusammen,


    Ich habe mir mal wieder ein “altes Thema” vorgenommen und arbeite gerade Informationen und Berichte ab, die ich schon seit langem vorliegen habe…



    1.) Dabei bin ich über einen „SS-Obersturmführer Haensch“ gestolpert, der Führer der 1.Unterführer-Lehr-Kompanie im SS-Pz.A.u.E.Rgt. im Sennelager war.



    Leider konnte ich keine weiteren Informationen zu diesem „Haensch“ finden, auch nicht in der Führerliste von John P. Moore.


    Kann es sein, dass es sich hier evtl. um einen Panzeroffizier des Heeres handelt, der dann zur Waffen-SS versetzt wurde?!


    Da mir diese DVD´s gerade nicht vorliegen, vielleicht könnte jemand mal gelegentlich dort unter den Leutnanten oder Oberleutnanten nach einem „Haensch“ oder „Hänsch“ nachsehen, ob eine Versetzung erwähnt wird?!


    Sein Kompanieführer-„Kollege“ in der Abteilung Brechtezende nennt ihn in einem Bericht „Friedel Haensch“, vielleicht noch als weiterer Hinweis…



    2.) Ansonsten habe ich einen Bericht von Herbert Taege zum Einsatz der Brigade vorliegen, der leider unvollständig ist. Die mir vorliegenden Kopien beginnen erst mit Seite 9
    "... für viele Männer, deren Heimat bereits in russischer Hand war, mehr als fragwürdig geworden. Für die, um deren Heimat gekämpft wurde, blieb unverständlich, dass wir im Westen einen Pseudo-Widerstand leisteten, der immer dann, wenn es zu wirklichen Gefechten kam, selbst dann angebrochen wurde, wenn die verteidigten Stellungen einmal haltbare waren…."


    Mich würde interessieren, ob jemand die fehlenden Seiten 1 – 8 vorliegen hat??!!



    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo zusammen,


    die Fragen sind noch aktuell… ;)


    hier als Ergänzung ein Bericht eines damaligen Angehörigen der SS-Panzer- Aufklärungs-, Ausbildungs- und Ersatzabteilung 2 über den Einsatz im Rahmen der Brigade.
    Leider fehlen die genauen Daten bei den verschiedenen Einsätzen, aber vielleicht läßt sich ja bei Gelegenheit was ergänzen.


    Herzliche Grüße Roland


    SS-Unterscharführer Wilhelm Tieke, Angehöriger der 2.Kompanie SS-Pz.Aufkl.Ausb.Abt. 2, Staumühlenlager, dann II. Abt. (Schaarschmidt) SS-Rgt. „Meyer“, schrieb: „….Wir alten Soldaten und Ausbilder spüren längst, dass das Ende so oder so nah ist. Die Parolen um die neuen Wunderwaffen halten den letzten Funken Hoffnung in uns – und der Eid bindet uns!
    Die alten Männer, die wir ausbilden, zeigen ihre Skepsis nicht, und die Jungen , wie wir ausbilden, sind von Idealen durchglüht, sind zum Opfer für die Heimat bereit, wie es immer die Jungend immer war – zu allen Zeiten und überall in der Welt. Sie werfen ihr Los in den großen Schmelztiegel des Schicksals.
    Eines Tages fordert der Krieg den Einsatz mit unseren noch in der Ausbildung stehenden Soldaten. Bei Remagen und an anderen Stellen haben die Amerikaner und Engländer den Rhein überschritten, ihre neuen Stoßrichtungen zielen zur Elbe.
    Aus den Truppenteilen Staumühle und Sennelager wird die Panzerbrigade „Westfalen“ zusammengestellt, die wohl einen großtönenden Namen erhalten, sonst aber keine Voraussetzungen eines schlagkräftigen Verbandes aufzuweisen hat.
    Eines Nachts (vom 29. auf den 30.3., der Verf.) wird unsere Kompanie auf Holzgasern in den Raum südlich von Paderborn gefahren. Die Abteilungen Frühauf und Schaarschmidt sollen im Raum Etteln – Atteln eine amerikanische Panzerspitze auffangen. Im Raum Paderborn – Lippstadt droht ein neuer Kessel zu entstehen, das soll die Panzerbrigade „Westfalen“ verhindern.


    Die Kompanie zieht im Rahmen der Abteilung Schaarschmidt zu Fuß in den Raum Henglarn vor und erhält dort den Einsatzbefehl (30.3., der Verf.).
    Nervosität breite sich aus. Die Amerikaner sollen im Anmarsch sein. Ich bekomme den Befehl, mit meiner Gruppe als Spitze der Kompanie auf Atteln vorzugehen. Es heißt, dass noch eigene Panzer vor uns sind.
    Der Zugführer ist ein gerade fertiger Offizier, jünger als ich, daher widerspreche ich ihm des Öfteren und dämpfe seinen jugendlichen Elan. So auch jetzt, als er mit befiehlt – gegen meine nüchterne Überlegung – entlang der Straße auf Atteln vorzugehen.
    Die Straße führt im Tal auf das Dorf zu. Nach links schließt sich ein Höhenzug an. Parallel zur Straße, zwischen Straße und Höhenzug, verläuft eine Reihenhecke auf das Dorf zu. Hinter dieser Hecke führe ich meine Spitzengruppe auf das Dorf vor.
    Vor den ersten Häusern trennen uns noch sechshundert Meter. Spähend gehe ich meiner Gruppe vorsichtig voraus. Voller Tatendrang fiebern die Jungen ihrem ersten Einsatz entgegen. Ich habe ihnen genau erklärt, wie sie sich verhalten sollen, habe ihnen auch meine Absicht erläutert. Ich bin gewillt, sie heil durch die Endphase des Krieges zu bringen.
    Panzergeräusche aus der Richtung des Dorfes! Sind es die gemeldeten eigenen Panzer? Ich bin skeptisch. „Hinlegen, volle Deckung! Nur schießen auf meinen Befehl!“
    Zweihundert Meter halbrechts von mir führt die Straße auf dem Dort heraus; diese Stelle behalte ich angespannt im Auge, denn dort müssen gleich die Panzerfahrzeuge auftauchen – deutsche oder amerikanische?
    Das Motorengedröhn wird stärker Sechs Panzer erscheinen in meinem Blickfeld, auf der Straße, an der ich mit meiner Gruppe vorgehen sollte. Sechs eiförmige Panzer mit vielen Laufrädern – „Shermans“.
    „Volle Deckung – nicht schießen – keine Bewegung!“ Nach den Geräuschen zu urteilen, folgen noch mehr. Ich will abwarten.
    „Sherman“- Panzer, moderne, fahrende Festungen, vollgepfropft mit Munition, bedient von Soldaten, denen nicht die Pellkartoffeln zugeteilt werden wie uns in Staumühle. Waffen und Menschen in Hülle und Fülle. Und wir – eine Kompanie mit einigen Maschinengewehren und Panzerfäusten… So arm sind wir!
    Der Zugführer kommt zu mir nach vorn und fiebert: „Panzerfäuste her – die knacken wir!“
    Ich widerspreche ihm leidenschaftlich: „Das ist Wahnsinn! Nicht eine Panzerfaust bringen wir treffsicher an, und dann zählen sie es uns zurück! Die gante Kompaniewürde ausgelöscht! Im Dorf ist bereits mehr aufgefahren!“
    Kaum dass ich es ausgesprochen habe, rasselt die Panzerspitze weiter und zieht eine nicht endende Kette weiterer Panzerfahrzeuge hinter sich her. Ich rufe meinen Männern zu: „Dass mir niemand schießt! In voller Deckung bleiben!“
    Wir liegen seit 11.00 Uhr vormittags hinter der Hecke und rühren uns nicht. Nun geht es bereits zum Abend, den wir sehnlichst herbeiwünschen. Seit dem Vormittag rasselt und dröhnt es auf der Straße ohne Unterbrechung. Panzer hinter Panzer. Schützenpanzer decken Versorgungsfahrzeuge. Kraft und Fülle von Menschen und Material des Gegners werden uns wie nie zuvor präsentiert. Meine Gruppe gibt keinen einzigen Schuss ab.


    Als es endlich dunkel geworden ist, wagen wir es, über den langen eingesehenen Vorderhang zurückzugehen. In der Nacht stoßen wir auf die Kompanie und erfahren, dass es bei Henglarn und Etteln zu Kämpfen kam, die unsererseits Verluste gekostet haben….“
    (Wilhelm Tieke, Ein ruheloser Marsch war unser Leben, Munin-Verlag, Osnabrück, 1977, S. 228 - 229)


    SS-Unterscharführer Wilhelm Tieke, Angehöriger der 2.Kompanie II. Abt. Rgt. „Meyer“, schrieb: „…. Tage später (nach den Ereignissen bei Atteln, 30.3.45, der Verf.) liegen wir an der Weser hinter mächtigen Buchen und erwarten die Amerikaner. Vom Waldrand bis zum Fluss sind es hundert Meter, hundert Meter Schussfeld. Artillerieflieger hängen in der Luft. Ob sie uns entdeckt haben)
    Plötzlich setzt mörderisches Artilleriefeuer ein. Über unseren Köpfen zerbersten Granaten in den Ästen der mächtigen Buchen. Ich schreie: „Gruppe zweihundert Meter zurück!“
    Dort erleben wir, wie der Waldrand zerhackt wird. Dann schießen sie plötzlich Nebel. Dicke, undurchsichtige Schwaden hängen über der Weser, der Aue und dem Waldrand.
    Als ein Windzug den Nebel zur Seite drückt, sehe ich bereits die ersten Amerikaner am Waldrand, und viele vollbesetzte Pontons und Schlauchboote schwimmen auf dem Fluss. Der Weserabschnitt bei Höxter ist ausgepunktet.
    Die Amerikaner vom Waldrand kommen vorsichtig von Baum zu Baum auf uns zu. Sie schießen nicht, wir schießen nicht. Sie springen vor, wir springen zurück. Hat es überhaupt noch einen Sinn, sich zu wehren? Der Zug sammelt sich weit abgesetzt in einen Dickicht und tritt den Rückmarsch an….


    Noch ein paar Mal wird der Versuch unternommen, die Amerikaner aufzuhalten. An einer Straße sägen wir dicke Eichen um, die dann von den Panzern einfach umfahren werden. Es besteht keine deutsche Front mehr. Im waldigen und bergigen Solling haben wir etwas mehr Ruhe vor den Verfolgern, aber der Marsch geht bald weiter und immer mehr schwindet das bisschen Hoffnung auf eine Wende, die angeblich durch neue Geheimwaffen herbeigeführt werden soll.
    Neue Marschrichtung: Harz! Was wir in einer Nacht laufen, fahren sie in einer Morgenstunde mit ihren Fahrzeugen und Panzern.
    Heute haben sie uns überflügelt. Den Tag über liegt die Gruppe in einem Dickicht; während die Jungen schlafen, verfolge ich die feindlichen Bewegungen auf den Straßen und lege mir die Marschroute zurecht, die wir in der Nacht gehen werden. Als es dunkel geworden ist, schleichen wir uns wie Diebe davon. Wir suchen Anschluss an unsere Kompanie….
    (Wilhelm Tieke, Ein ruheloser Marsch war unser Leben, Munin-Verlag, Osnabrück, 1977, S. 229 – 230)


    SS-Unterscharführer Wilhelm Tieke, Angehöriger der 2.Kompanie II. Abt. Rgt. „Meyer“, schrieb: „…. Bei Bad Grund treffe ich meinen Kameraden Melzer. Ich war bei ihm in Lettland Hilfsfahrlehrer. Es ist ausgebildeter Schirrmeister und fährt jetzt den Kommandeur der Abteilung, Hauptsturmführer Schaarschmidt. Im Moment ist er mit seinem Kübelwagen unterwegs, um irgendwo Verpflegung aufzutreiben. Wir reden über die Lage. Zum ersten Mal höre ich den Begriff: Festung Harz!
    Wir reden über die Ausweglosigkeit, sprechen offen, dass der Krieg verloren ist, machen Zukunftspläne. Er stammt aus dem Warthegau, seine Familie ist geflüchtet und wohnt jetzt in der Nähe meines Elternhauses. Wenn alles vorbei sein wird, wollen wir zusammen nach Hause gehen, in Zivil natürlich und mit einem gelben P auf dem Rockaufschlag. Robert Melzer spricht als gebürtiger Warthegauer perfekt polnisch. Als wir voneinander Abschied nehmen, steckt er mir noch ein paar Tafeln Schokolade zu.
    Noch einmal schleichen wir uns durch feindliche Linien, kreuzen Straßen, die von den Amerikanern befahren werden. Und alles wegen dem bisschen Hoffnung und dem Eid…
    (Wilhelm Tieke, Ein ruheloser Marsch war unser Leben, Munin-Verlag, Osnabrück, 1977, S. 230)


    SS-Unterscharführer Wilhelm Tieke, Angehöriger der 2.Kompanie II. Abt. Rgt. „Meyer“, schrieb: „…. Am frühen Morgen laufen wir auf der Straße Bad Grund – Clausthal Zellerfeld. Hinter Clausthal-Zellerfeld quietschen hinter uns Bremsen. Ein deutscher General fragt nach dem Woher und Wohin. Ich erwidere, dass wir unsere Abteilung suchen. Er sagt: „Sie brauchen nicht suchen! Gehen Sie auf dieser Straße weiter. Hinter der zweiten Kurve wird eine neue Kampfgruppe zusammengestellt. Dort melden Sie sich mit Ihrer Gruppe!“
    Als er fort ist, sehe ich meine Jungen an. Aus ihren Gesichtern sind die Spuren des nächtlichen Marsches zu lesen, und als der General hinter der ersten Kurve verschwunden ist, rufe ich: „Nach rechts in den Wald, marsch, marsch!“ und als wir ein Dickicht erreicht haben, sage ich: „Haut Euch in und schlaft erst einmal!“
    Ich schlafe nicht, pirsche zur Straße vor und erfahre dort von Versprengten, wo unsere Abteilung liegt. Am Nachmittag brechen wir auf und finden die Kompanie, die uns schon abgeschrieben hatte.
    Die Abteilung war bei Osterode im Einsatz und zieht sich nun hinhaltend kämpfend nach Nordosten zurück…


    (Wilhelm Tieke, Ein ruheloser Marsch war unser Leben, Munin-Verlag, Osnabrück, 1977, S. 230 – 231)


    SS-Unterscharführer Wilhelm Tieke, Angehöriger der 2.Kompanie II. Abt. Rgt. „Meyer“, schrieb: „…. Wir durchstreifen den Harz von Süden nach Norden. Die „Festung Harz“ steht nur auf dem Papier. Rundherum drücken die Amerikaner und stoßen Stück für Stück in das Waldgebirge hinein. Nachrichten sickern durch: Die Amerikaner und Russen stehen an der Elbe. Berlin steht vor dem Fall! Das bisschen Hoffnung ist endgültig dahin.
    Irgendwo bei einer Häusergruppe im Wald haben wir noch ein unverhofftes Begegnungsgefecht. Ein Mann meiner Gruppe erhält einen Kieferschuss und wird nach Schierke ins Lazarett gebracht.
    Wir beobachten die Jaboangriffe auf das Brockenhotel und die Wetterwarte.
    Dann liegen wir in den Bergen bei Blankenburg und warten auf unseren Chef und den Zugführer. Es hieß: „Alle Offiziere zum Befehlsempfang in die Stadt!“ Chef und Zugführer kommen zurück und sammeln die Kompanie ein letztes Mal; dreißig Männer sind es noch.
    Der Kompaniechef macht nicht viele Worte: „… für uns ist der Krieg aus. Ihr seid entlassen. Geht nach Hause und macht einen neuen Anfang!“ Ein letztes Mal drückt er dreißig Hände.
    Ich aber beratschlage noch lange mit meinen Jungen, bis ich sie in Gruppen zu zwei, drei Mann eingeteilt habe, die denselben Weg gehen werden, den Weg in die Heimat. Wir scheiden voneinander und ich tröste mich damit, dass ich sie bis hierher gut geführt habe,
    Die meisten werden von den Amerikanern und Engländern aufgegriffen und kommen in Gefangenenlager. Ich frage nach meinem Kameraden Melzer. Finde aber von ihm keine Spur.


    Wir hatten uns das Kriegsende anders vorgestellt, mit Siegesparaden und so… Nun sind wir nicht einmal ordentlich entlassen worden. …“
    (Wilhelm Tieke, Ein ruheloser Marsch war unser Leben, Munin-Verlag, Osnabrück, 1977, S. 231)


    Demnach war der SS-Ostuf. Wöhrle als Kompaniechef und der SS-Ustuf. Weber als Führer I. Zug bis zur Auflösung der 2.Kompanie II. Abt. Schaarschmidt Rgt. „Meyer“ bei der Truppe.

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  • Hallo Roland
    Den einzigen Ostuf. Hänsch (Hans Joachim) den ich gefunden habe war ab Juni 44 im Sennelager, dann kam er im Oktober 44 zu SS-Pz.Reg.5 und fiel im selben Monat.
    Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Hallo Jan,


    genau, und deswegen komme/kam ich leider auch mit diesem Namen nicht weiter.... ;(



    hier ein paar Fragen, die sich in den letzten Wochen ergeben haben:


    1.) Hat jemand Berichte zu der I. und II. Ausbildungs-Abteilung SS-Panzer-Ausbildungs- und Ersatz-Regiment für den Zeitraum März – April 1945?


    Ich habe festgestellt, dass für beide Abteilungen (I. unter SS-Hstuf. Zimmermann, II. unter SS-Hstuf. von Geldern) keine Angaben zur Stellenbesetzung der Kompanien und z. Tl. zu den Stäben gibt…


    Wer war z.B. Nachfolger von Hstuf. Herbert Zimmermann, der um den 6.4.1945 in Gefangenschaft geriet/laut Saft, … Ende im Harz am 8.4.1945 erschossen worden sein soll?!



    Kann jemand Angaben zu dem SS-Obersturmführer Fritz Siebenlist (Ende Juni 1944 als Kp.Chef bei der s. SS-Pz.Abt. 102 aus bisher unbekannten Gründen abgelöst, Herbst 1944 beim SS-Pz.A.u.E.Rgt) machen, der bei der II. Abt. gewesen sein soll?



    Die II. Abt. von Geldern „verschwindet“ förmlich Anfang April 1945 bei dem Rückzug des SS-Regiments Holzer nach Westen zur Weser. Eine Angabe lautet, sie sei aus dem Raum Hofgeismar aus der „Division Borgitzli“ = wohl Worgitzky unterstellt worden und nach Duderstadt verlegt worden.
    Gibt es dazu Berichte oder Angaben in der Literatur?


    Dazu passt dann evtl. die Frage nach einem


    SS-Verband Dingelstädt – Kallmerode April 1945



    in dem Buch von Ullrich Saft … bis zum bitteren Ende im Harz, S. 152 Karte, S. 160, bin ich über einen „SS-Verband unter dem Kommando eines Sturmbannführers mit Ritterkreuz“ gestolpert. „… Dieser Verband unterstand keinem größeren Truppenteil und scheint ausschließlich nach Gutdünken operiert zu haben.
    In Geismar, am Südwestrand des Eichsfeldes, hatten diese SS-Soldaten erstmalig Feindberührung gehabt. Am 7.April 1945 stand eine Kompanie von ihnen in Geisleden und eine weitere südlich Kallmerode, als linker Nachbar des Jägerbataillons Ohlmer…“


    „… Zu Kampfhandlungen kam es an diesem Tage nicht mehr. In der Nacht schlich sich ein SS-Panzerjagdkommando durch die amerikanische Postenkette und vernichtete in Dingelstädt vier US-Panzer….“
    Ein amerikanischer Vorstoß am 8.April wird abgeschlagen. „… Am nächsten Morgen“, also am 9.April, „gingen die SS-Soldaten und das Bataillon Ohlmer nach Norden zurück…“ das wäre also Richtung Leinefelde – Worbis.


    Keine weitere Erwähnung mehr im Folgenden… es war wohl der linke Flügel des Stellv. Gen.Kdo. IX…


    Gibt es noch weitere Hinweise zu diesem SS-Verband, vielleicht in neuerer Literatur wie


    Eduard Fritz, Die letzten Kriegstage im Eichsfeld und im Raum Mühlhausen vom 3. – 10.April 1945, Verlag Rockstuhl, 2.Auflage 2011



    2.) Auch zu der II. Abt Hstuf. Schaarschmidt (außer 2.Kp. Ostuf. Wöhrle) und der III. Abt. Hstuf. Sonne des SS-Regiments Meyer liegen keine Angaben zur Stellenbesetzung vor.


    Der Nachfolger von Hstuf. Sonne, der bereits am 2.4.45 verwundet ausfällt, ist nicht bekannt.



    3.) Der Einsatz der SS-Panzer-Ersatz-Abteilung, Hstuf. Hans Uhden, und der SS-Panzer-Aufklärungs-Ersatz-Abteilung, Hstuf. Denker, ab dem 31.3.1945 im Raum Paderborn – Truppenübungsplatz Sennelager – Kampfgruppe Goerbig – ist leider immer noch sehr unklar.


    Ich habe zwar inzwischen Berichte von Angehörigen der SS-Pz.Ers.Abt., die bei den Kämpfen um Augustdorf – später Dörenschlucht dabei waren, diese sind aber leider, was die zeitliche Abfolge angeht, sehr unscharf, so dass ergänzende Angaben sehr interessant wären…


    Angaben zur Abt. Denker liegen überhaupt nicht vor!



    4.) Hat jemand Unterlagen der amerikanischen Divisionen, die diesen Ausbildungs- und Ersatzeinheiten der Waffen-SS gegenüberlagen, vor allem die Angaben aus den Gefangenenverhören?“


    Das wären so aus der Erinnerung
    83.US-ID, 2.US-PD, 8.US-PD, 1.US-ID, 3.US-PD, 104.US-ID, VII.US-Corps sowie evtl.
    2.US-ID, 69.US-ID, 9.US-PD, V.US-Corps…


    Hier sind jeweils die Erwähnungen von SS-Einheiten von großem Interesse…


    5.) Mich interessieren natürlich auch weitere Angaben aus der „Ortschronisten“-Literatur, wie z.B.


    Willi Sasse, Waldemar Becker: Das Kriegsende 1944/45 in Willebadessen. 2006
    Michael Weber, Erinnerungen an den Krieg Aus Etteln an der Altenau bei Paderborn


    Das Schicksal Bonenburgs zum Ende des 2. Weltkriegs. Die Kämpfe an den Ostertagen des Jahres 1945. Zusammengestellt und bearbeitet von Anni Heiduk, Annelene Wagemann und Dieter Figge. Herausgegeben von der Pfarrgemeine Kreuz-Erhöhung Bonenburg, 2002. 91 Seiten


    sowie Publikationen, in denen die Brigadeeinheiten erwähnt werden, die mir aber nicht bekannt sind…


    Hat jemand Günter Wegmann „Das Kriegsende zwischen Niederrhein, Emsland und Teutoburger Wald im März/April 1945"
    I. Teil Osnabrücker Mitteilungen, 83.Band 1977, S. 132 – 217 (?)
    II. Teil Osnabrücker Mitteilungen 84.Band 1978, S. 111 – 207 (?)
    III. Teil Osnabrücker Mitteilungen, 85. Band 1979, S. 201 – 303 (?)
    Daraus ist anscheinend ein Buch entstanden. Hat jemand dieses Buch vorliegen und kann sagen, wie hier die „Informationslage“ zur Brigade „Westfalen“ aussieht??!!



    Es gibt im Axis History Forum Threads unter dem Thema „Let´s build…“, also „Lasst uns Informationen zu bestimmten Einheiten zusammentragen“



    Vielleicht kann man ja hier entsprechenden Scans oder Abschriften zur Geschichte der SS-Brigade „Westfalen“ als „Materialsammlung“ hinterlegen?!
    Im Panzerarchiv sind bereits Artikel aus „Der Freiwillige“ eingestellt, die mir aber bereits vorliegen…



    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Rolandus
    Den Saft pack mal weg!!
    So weit südlich waren keine SS-Truppen von der Westfalen.
    Bei den SS-Truppen handelt es sich um das SS-Regiment Braunagel. Das Reg. wurde aus der Ka.Gru.II der Verwaltungs-Schule Arolsen als gebildet.
    Führer war Stubaf Thöle, auch als Ka.Gru.Thöle bezeichnet. Daneben gehörte das Jg.Btl.Ohlmer zur Ka.Gru.Worgitzky


    Von Uhden kam mit seinen Mannen zur Ka.Gru.Merks in Salzkotten zum Einsatz. Merks war Kdr. vom Gren.Ers.Btl.369.
    Die Truppe von Uhden war 200 Mann stark und wurde in das Reg.Meyer eingegliedert als 3./424 oder 3./501.


    Bei soviel Fragen hab ich jetzt den Überblick verloren.
    Jan

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    Edited once, last by Endzeit-Jan ().

  • Hallo Jan,


    Wenn Du den Überblick verlieren solltest, dann sammel Dich und Deine Gedanken doch erst einmal, schreib sie nieder, korrigiere sie bei Bedarf und schreib erst d a n n wieder….

    Den Saft packe ich sicherlich mal wieder weg, wenn ich mit ihm „durch“ bin,


    ich habe nach Westfalen gefragt und nicht nach Thöle oder Braunagel,
    wenn D u aber das erwähnte SS-Bataillon bei Dingelstädt der KGr. Thöle zuordnen kannst,
    dann bitte auf Grund welcher Angaben?! Wer war der Sturmbannführer mit Ritterkreuz?


    Ich habe ja im Zusammenhang mit dem Hinweis, dass das II./SS-Pz.A.u.E.Rgt bei Worgitzky eingesetzt worden sein soll, gefragt … irgendwelche Hinweise dazu?



    Uhden/SS-Pz.Ers.Abt war mit Teilen südlich Paderborn im Rahmen der Kgr. Merks im Einsatz, mit anderen Teilen auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Senne... seine Truppe war mehr als 200 Mann stark…
    Und sie wurde sicherlich nicht als „3./424“ oder „3./501“ eingegliedert, weil das Teile von schweren Heeres-Panzer-Abteilungen waren…


    Bitte, wenn irgendwelche Kommentare, dann mit Quellenangabe! Vielen Dank!

    Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo, Roland,


    wenn es sich bei den US Einheiten um die 9th. Army handelt, hätte ich vielleicht etwas:


    Zitat:


    "Zu den Aufgaben der 9th. US-Army gehörte in den ersten Apriltagen (1945; G.W.) der Vorstoß zu beiden Seiten der Reichsautobahn, die vom Ruhrgebiet Richtung Hannover führte, das Eindringen in den Teutoburger Wald
    östlich und westlich von Bielefeld, danach der Übergang über die Weser zwischen Minden im Norden und
    Hameln im Süden des Operationsgebietes.
    ....
    Zwei Stoßkeile dieser Verbände drangen auf den Raum Bielefeld vor.
    Der erste bestand aus der von Generalmajor Oliver befehligten 5. Armored Division (5. PD),
    gefolgt von der 84th und 102nd Infantry Division. Der zweite Stoßkeil setzte sich aus der 2. Armored Division
    unter Generalmajor White, gefolgt von der 30th und 83rd Infantry Division, zusammen.
    ....
    Der nördliche Keil sah den Vormarsch von Warendorf über Versmold nach Halle/ Westf. und Herford vor.
    Schwächere Kräfte hatten die Aufgabe, von Halle auf der Straße (Bielefeld -) Quelle und über Brockhagen in Richtung Steinhagen, vorzugehen.


    Der südliche Vorstoß fand entlang der Reichsautobahn statt, sollte von Rheda aus auf (Bielefeld-) Hillegossen
    gehen und dabei Verbände abzweigen. Diese würden sich über Gütersloh, (Bielefeld-) Ummeln und (Bielefeld-) Brackwede nach Bielefeld aufmachen.
    ...
    Die amerikanischen Befehlshaber rechneten mit starkem Widerstand bei ihrem Vordringen, insbesondere in und um Bielefeld
    "


    Am 1.April 1945, schoß versehentlich ein deutscher Soldat auf einen "Königstiger" der sich Bielefeld - Senne näherte. Die Panzerfaust explodierte am Turm und tötete zwei aufgesessene SS Männer. Der Schütze, ein versprengter deutscher Soldat, wollte sich entschuldigen, ist von der SS erschossen worden.


    Edit: wenig später wurde der "Königstiger" von amerikanischen Panzern abgeschossen; die Besatzung getötet, ein Mitglied verbrannte. Die Leichen wurden geborgen und auf dem Friedhof Bielefeld - Eckhardsheim beerdigt. Demnach gehörte der "Königstiger" zur SS Panzerabteilung 286 (die Namen liegen mir vor)


    Quellen: Kühne, Hans-Jörg: Zwischen Krieg und Frieden - Bielefeld 1945; Wartberg Verlag 2004
    Kühlwein, Friedrich-Karl: die Kämpfe in und um Bielefeld im März und April 1945; 56.Jahresbericht des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg Jahrgang 1950/51

    Gruß
    Gerd (der aus Bielefeld)

    Edited once, last by Gerd Wolf ().

  • Hallo Roland
    Ich fang noch mal von vorne an.
    Um den 6.April greift die 3.US-Armee Richtung Mühlhausen an.
    Die Deutschen planen einen Gegenangriff Richtung Süden aus dem Raum Heiligenstadt/Eichsfeld. Dingelstädt und Kallmerode sind um die Ecke!!
    Dazu wird alles was greifbar ist gesammelt und in diesen Raum verlegt und Worgitzky unterstellt.
    Dies waren:
    Pz.Abt.Lambert
    Schtz.Reg.von Hirschfeld (I., II.Btl.)
    SS-Reg.Braunagel (Btl.Thöhle)
    H.Pi.Brig.688 (5 Kp.)
    Jg.Btl.Ohlmer
    T.s.Flak-Abt.635 (ex Flak-Gr.Kassel)


    Einen Zusammenhang mit der Westfalen fand ich nicht. Thöle war Stubaf und eventuell RK Träger.


    Zu Uden.
    Hab ich falsch interpretiert. Die 3./Pz.Abt.501 kam zur Westfalen.


    Zu Zimmermann hab ich bis jetzt nicht gefunden.


    Quelle ist Möller: Kampf um den Harz April 1945


    Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Hallo Gerd (der aus Bielefeld) ;)


    Vielen Dank für die Angaben, genau, es waren Teile der 9.US-Armee, die südlich an Paderborn vorbeistießen!!


    Der genannte „Königstiger“ war von Angehörigen der s. SS-Panzer-Abteilung 501 besetzt, eine „286“ gab es bei der W-SS nicht…. Da gibt es im Panzerarchiv auch ergänzende Angaben!


    Der „Kühlwein“ wird in einem mir vorliegenden Artikel als Quelle genannt, evtl. muss ich Dich noch mal „belästigen“, was dortige Angaben angeht!!!



    Hallo Jan,


    vielen Dank für die Detail-Angaben m i t Quellenangabe ;)


    Ich habe mit dem „Rgt. Braunagel“ so meine „Probleme“, das Btl. Thöle ist durch einen Bericht des damaligen Kdrs. relativ gut dargestellt, nur:
    Thöle schreibt nichts von einem Einsatz im Raum Dingelstädt usw….


    Das „Btl. Dunkmann“ verliert man bereits um den 1.4.45 aus den Augen, Dunkmann fiel am 2.4.45, es kann natürlich sein, dass dieses Btl. dann von einem „Sturmbannführer mit Ritterkreuz“ übernommen wurde und in besagtem Raum zum Einsatz kam…. Leider fehlen hier dann die Berichte???


    Da aber auch die II. Abt. Rgt. Holzer, die ja von dem Hauptsturmführer von Geldern (und keinem Stubaf.) geführt wurde, durch die „Abwesenheit von Berichten glänzt“, war es oben nur eine Vermutung, dass es sich vielleicht um dieses gehandelt hat… in der Hoffnung, dass z.B. in dem Buch
    Eduard Fritz, Die letzten Kriegstage im Eichsfeld und im Raum Mühlhausen vom 3. – 10.April 1945
    weiterführende Angaben zu finden wären?


    Um mal darzustellen, wie das so mit „Erinnerungen“ an damals so aussah:


    Über die Gliederung und Zusammensetzung der SS-Brigade „Westfalen“ schrieb der Generalleutnant Helmut Flörke kurz nach dem Krieg aus seiner Sicht und nach seinen Erinnerungen nach ausführlich, aber zum Teil trotz der geringen Zeitspanne nach dem Einsatz fehlerhaft: „…
    I. Vorbemerkung
    Über die SS-Brigade Westfalen, Gliederung, Stärke und Bewaffnung lagen zunächst nur sehr unklare Meldungen vor. Infolge der überstürzten Aufstellung und der nur beschränkten Arbeitsfähigkeit der Stäbe war es anfänglich nicht möglich, ein klares Bild zu gewinnen. (Einiges ist dem Verfasser erst jetzt in der Gefangenschaft auf Grund der Befragung einzelner Brigadeangehöriger klar geworden) Die Führer selbst sahen z. T. durch die ihnen unterstelltem, schnell zusammengeworfenen Verbände nicht durch. Für die Gefechts- und Verpflegungsstärken hat das Gen.Kdo. LXVI bis zum Schluss keine einwandfreie Meldung erhalten können. Die Angaben schwankten zwischen 6 – 8000 Mann. Die nachstehende Beschreibung und Truppengliederung ist daher nur von bedingtem Wer und nicht in allem zuverlässig.


    II.
    Die SS-Brigade setzte sich zusammen aus: (Siehe Schaubild S. j)
    a. dem SS-Pz.Ers.u.Ausbildungs-Rgt,
    b dem SS-Pz.Aufklär.Ers.u.Ausb.Rgt.
    c. den Heerespanzerabteilungen 508 und 501 ? (so im Original)
    Alle diese Truppenteile lagen bis zum 28. und 29.3. auf bezw. um den Truppenübungsplatz Senne zur Ausbildung.


    A. Das SS-Pz.Ers.u.Ausb.Regiment
    Führer Ostuba Holzer, bestand aus der I. und II. Ausbildungs-Abtlg.
    (B-383 Anlage 1 Seite a)
    und der Lehrabteilung (L-Abteilung), jede Abteilung zu 4 Kpen gegliedert, je 150 – 200 Mann stark, Gesamtstärke etwa 2400 Mann.
    Aufgabe der I. und II. Abteilung war die Ausbildung des SS-Panzer-Ersatzes zunächst etwa in einer 8wöchigen soldatischen Grundausbildung und anschließend im Panzerspezialdienst und zwar zu:
    Panzer-Richtkanonieren,
    Panzer-Ladekanonieren,
    Panzer-Funkern.
    Eine beschränkte Fahrschule war angeschlossen, doch erfolgte die Panzerfahrausbildung im allgemeinen nicht hier, sondern in Wiener Neustadt.
    Die L-Abteilung hatte die Aufgabe, solche Mannschaften, die zu Unterführern geeignet erschienen, weiterzubilden (1. – 3.Kompanie). In der 4. (T-Kp. = Technische Kompanie) wurden Panzerwarte und Mechaniker herangebildet.
    Für die Ausbildung standen 30 – 40 Panzer verschiedener Modelle zur Verfügung (etwa 5 Königstiger, 5 Tiger, 10 Panther, Rest Panzer 4 und einzelne Pak verschiedener Bauarten) Die Werkstätten waren ortsfest an die Anlagen des Lagers angelehnt.


    B. Das SS-Pz.Aufklärungs-Ers.u.Asubildungs-Regt.
    Führer Ostuba Meyer, bestehend aus:
    der I. und II. Ausbildungs-Abteilung zu je 4 Kompanien zu je etwa 130 Mann,
    der U.F.L.A. (Unterführer-Lehrabteilung) zu 5 Kompanien zu je etwa 80 feldgedienten Unteroffizier-Anwärtern und
    (B-383 Anlage 1 Seite b)
    der Ersatzabteilung, bestehend aus:
    2 Ersatzkompanien a 120 Mann,
    der Marschkompanie, die die fertig ausgebildeten Mannschaften unmittelbar vor der Inmarschsetzung an die Front aufnahm, und
    der Genesenden-Kompanie, in der die Verwundeten, die für den Feldeinsatz noch nicht heranstanden, eingereit wurden.
    Die I. Ausbildungsabteilung verfügte etwa über 15 SPW (mit MG bestückt), sonst nur Infanteriebewaffnung.


    Zu A. und B.
    Die Kompanien der beiden SS-Ers.u.Ausb.Rgter setzten sich zusammen aus
    1. dem Stamm,
    2. dem Ersatz.


    Zu 1. Der Stamm bestand durchweg aus guten, altgedienten, fronterfahrenen Soldaten, Unteroffizieren und Offiziersdienstgraden. Die meisten trugen Frontauszeichnungen. Auch Ritterkreuzträger waren vertreten. Das Stammpersonal war jedoch zu einem erheblichen Teil nicht oder vorübergehend nicht feldverwendungsfähig als Folge von Verwundung oder Erkrankung. Amputierte und andere Schwerversehrte taten hier aufopfernd ihren Dienst.
    Die Auswahl des Stammpersonals war nach der Eignung zu Ausbildern und Lehrern erfolgt, nicht aber nach der Führereignung.
    Geist und Haltung und Einsatzbereitschaft des Stammpersonals waren gut.


    Zu 2. Der Ersatz bestand in der Masse aus gezogenen SS-Rekruten,
    (B-383 Anlage 1 Seite c)
    17 – 19jährigen sorgfältig ausgewählten Jungmännern, die fast noch Knaben, in Frische und Fröhlichkeit und mit Begeisterung bei der Sache, trotz schmaler kost sich ihrer Ausbildung unterzogen, während ein kleinerer Teil aus alten, verheirateten Männern aus der Rüstungsindustrie (z.B. dem aufgelassenen Henschel-Werk) bestand. Diese zeigten wenig Neigung zum Soldaten, taten aber ihre Pflicht. Besonders hervorgehoben werden muss die gute Kameradschaft zwischen Stamm, altem und jungem Ersatz und das fest Zusammengehörigkeitsgefühl, auf das in den SS-Verbänden großer Wert gelegt wurde. Die soldatische Grundausbildung und Erziehung sollte 8 Wochen dauern. Es befanden sich gleichzeitig Männer in allen Ausbildungs-Stadien, vom Gerade-Eingezogenen bis zum Fertig-Ausgebildeten in den Ersatzabteilungen. So war es nur selbstverständlich, dass die soldatische Erziehung noch nicht tief genug gedrungen war, und bei großen Anstrengungen und schwierigen Lagen nicht immer genügte.


    C. Die Heerespanzer-Abteilung 508 (?) („?“ im Original)
    war eine alte, im Osten bewährte Panzerabteilung mit felderfahrenen Führern und Mannschaften besetzt. Sie war zur Auffrischung aus dem Osten auf den Truppenübungsplatz Senne verlegt worden, um hier sowohl Mannschaftsersatz wie neue Panzer zu bekommen. Der Ersatz war bereits eingegliedert worden. 40 – 50 Königstiger waren geliefert worden. Dazu kamen noch einige Tiger und Pz 4. I. und B-Dienste und Trosse waren vorhanden. Die Heerespanzer-Abteilung 501, die abgekämpft und zur Auffüllung auf den Truppenübungsplatz Senne verlegt worden war, trat praktisch nicht in Erscheinung. Sie war noch nicht aufgefüllt
    (B-383 Anlage 1 Seite d)
    und verfügte kaum über einsatzbereite Kampfwagen.


    III.
    Aus diesen Truppenteilen und einigen Splitterverbänden, die sich am 28.3. gerade auf dem Truppenübungsplatz Senne befanden, bekam Ostuba Stern am 28. oder 29.3. auf dem SS-Dienstwege den Befehl, die SS-Brigade Westfalen zu bilden und baldmöglichst vom Sennelager Richtung Marsberg anzutreten. Theoretische Vorarbeiten zur Umwandlung der SS-Ersatz- und Ausbildungs-Regimenter zu Feldeinheiten lagen vor, aber eine praktische Durchprobung hatte nicht, oder doch lange nicht, stattgefunden. Ostuba Stern selbst war Mitte März aus einer SS-Panzerinspektion in Berlin zu Besichtigungszwecken nach dem Sennelager gekommen. Er wurde durch den Auftrag, die SS-Brigade Westfalen zu bilden und zu führen, überrascht. Er gliederte die Brigade in:
    a. Brigadestab,
    b. Regiment Holzer, zu 3 Abteilungen (Btl.),
    c. Regiment Meyer, zu 4 Abteilungen (Btl.)
    d. Pz.Abteilung 508.
    Panzerabwehr-, Artl.-, Pionier- und Nachrichten-Formationen fehlten vollkommen.
    Der Brigadestab (Hervorhebung jeweils im Original) wurde aus den vorhandenen Rgts.Stäben usw. neu aufgestellt.
    Die beiden SS-Rgter Holzer und Meyer wurden gebildet aus dem SS-Pz.Ers.u.Ausb.Rgt. und dem SS-Aufkl.Ers.u.Ausb.Rgt. als Infanterieformationen, verstärkt durch die vorhandenen Panzer- und SPW-Fahrzeuge.
    (B-383 Anlage 1 Seite e)
    Diese wurden zum Teil in eigene Kompanien zusammengefasst, zum Teil blieben sie bei ihren früheren Abteilungen bezw. Kompanien gewissermaßen als Eigenbesitz.
    Die Stäbe waren für Zwecke des Ersatzwesens zusammengestellt gewesen und für Zwecke des Kampfes praktisch ungeeignet. Sie waren zu schwach besetzt, untereinander und mit der Truppe nicht eingespielt und in der Kampfführung unerfahren.
    Die Mannschaft war nicht einmarschiert, was erhebliche Marschausfälle zur Folge hatte. Es stellte sich bald heraus, dass die unteren Führer, in der Infanterieführung völlig ungeübt, mit den verhältnismäßig starken Gruppen und Zügen nicht fertig wurden.
    Ostuba Stern bildete daher bereits am 31.3. die Abteilungen so um, dass nur etwa die Hälfte der Mannschaft im Kampfverband eingesetzt, der Rest als „Ersatzdepot“ nachgeführt wurde. Diese an sich nicht unzweckmäßige Teilung erschwerte aber die Führung erheblich.
    Die infanteristische Bewaffnung mit Gewehr, Sturmgewehr und l.M.G. 42 war ausreichend und besser als zu dieser Zeit in Heeresverbänden. Nur wenige s.M.G. 42 8mit Lafette) waren vorhanden. Doch gelang es oft nicht, diese Waffen voll zur Geltung zu bringen, infolge der ungenügenden infanteristischen Ausbildung. Insbesondere fehlte es an Steilfeuer (Granatwerfern), an Infanteriegeschützen und an Panzerabwehr. Die wenigen vorhandenen Pak reichten nicht hin, eine sinnvolle, zusammenhängende Panzerabwehrfront zu bilden. So lag die Panzerabwehr so gut wie ausschließlich den Panzerfäusten ob, die in genügender Menge vorhanden waren. Zu ihrer Bedienung, die beherzte Männer
    (B-383 Anlage 1 Seite f)
    erfordert, waren ausreichend schneidige SS-Männer bereit; dass trotzdem die Panzerabwehr im Ganzen völlig unzureichend war, lag auf der Hand.


    Die Panzer- und SPW (bezw. MTW) bildeten den Rückhalt des ganzen Verbandes. Es war deshalb bedauerlich, dass keine klare Zusammenfassung erfolgt war. Die große Zahl verschiedener Modelle und die bisherige Verwendung der Panzerfahrzeuge aus Schulfahrzeuge setzten ihren Wert sehr herab. Nur ein geringer Teil war gefechtsklar. Die Zahl der Panzer schmolz schnell zusammen, allein durch Marschausfälle, Waffenschäden und ähnliches. Mitte April wurden die Panzer- usw. Fahrzeuge vom Ostuba Stern neu formiert, doch wirkte sich diese Maßnahme nicht mehr aus.


    Nachrichtengerät war nur für Ausbildungszwecke vorhanden gewesen. Für den Kampfeinsatz genügten die Funk- und Funksprechgeräte nicht. Das Panzernachrichten-Personal sah sich – als Infanterie verwandt – vor zum Teil völlig neuen Aufgaben, an die es sich nur schwer gewöhnen konnte.


    Die Nachschub- und Versorgungseinrichtungen mussten den ortsfesten Einrichtungen entnommen und behelfsmäßig beweglich gemacht werden. Bis zu ihrer Leistungsfähigkeit verging einige Zeit. Am 31.3. waren sie noch nicht verwendungsbereit. Es fehlte eigentlich an allem, was eine bewegliche Truppe an Trossen und Kolonnen gebraucht. Besonders störend war z.B. das Fehlen von Feldküchen. Die Einheiten kochten in Waschkesseln und ähnlichem der naheliegenden Ortschaften und waren damit an diese ihre Kochstellen in starkem Maße gebunden. Durch die
    (B-383 Anlage 1 Seite g)
    Beschlagnahme von privaten Kraftfahrzeugen gelang es allmählich, den Kompanien die nötigen Fahrzeuge zuzuführen, doch können die Schwierigkeiten und Hemmungen, die das Fehlen auch der einfachsten und notwendigsten Transport- und Verbindungsmittel verursachte, gar nicht hoch genug bewertet werden.
    Deshalb war es alles in allem doch eine erstaunliche Tatsache, dass es gelungen war, aus den SS-Ersatz- und Ausbildungstruppenteilen über Nacht eine Kampftruppe zu machen. Sie war nur möglich durch die große Zahl alter, guter Feldsoldaten, die sich mit jeder Lage abzufinden wussten.


    Die Heerespanzer-Abteilung 508
    Hier lagen die Verhältnisse anders, da es sich ja um eine Kampftruppe handelte. Der Kommandeur und einige Offiziere waren dem Kdr. General aus enger Frontkameradschaft im Osten als gute Soldaten bekannt. Aber auch hier gab es große Schwierigkeiten:
    a. die Panzer waren fabrikneu und noch nicht eingefahren. Mehrere Panzer gingen durch Maschinenschaden, die bei richtigem Einfahren vermieden worden wären, verloren.
    b. die Trosse und die I und B-Dienste befanden sich im Augenblick der Alarmierung in der „Generalüberholung“, d.h. sie waren bis ins einzelne zur Instandsetzung auseinandergerissen und mussten nun erst wieder zusammengebaut werden. Daher waren sie am 31.3. noch nicht voll zur Hand.
    Die Unterstellung der Panzerabteilung 508 unter die SS-Brigade war eine zufällige, nur durch die Lage bedingte Maßnahme von vorübergehendem
    (B-383 Anlage 1 Seite h)
    Charakter.
    Die Panzerabteilung 508 bildete trotz ihrer oben erwähnten Mängel den Kern der SS-Brigade Westfalen.


    Gesamturteil: Die SS-Brigade Westfalen war eine unfertige Improvisation, die zum Angriff nur mit Einschränkung, zur Verteidigung mit Rücksicht auf die geringe Waffenausstattung auch nur bedingt verwendungsbereit war.
    (B-383 Anlage 1 Seite i, abgeschlossen den 4.März 1947, gez. Hermann Flörke, Generalleutnant)
    Gliederung der SS-Brigade „Westfalen“ nach Helmut Flörke (B-383, 10b, s.a. Anhang j)


    SS-Infanterie-Regiment „Holzer“ mit
    I. Abt. mit 4 Kompanien mit je etwa 150 Mann, je 8 – 10 lMG, 2 – 3 sMG, einzelne Panzer
    II. Abt. wie I.
    III. Abt. wie I.
    Ein oder zwei Panzer-Kompanien (?)
    I. u. II. Abt. waren die früheren Ausb.Abt. I – II, die III. Abt. war die frühere Lehr-Abt., von deren vier Kompanien war eine die „frühere Technische Komp.“
    Alle drei Abteilungen hatten je eine Behelfs-Kolonne mit je 8 – 10 Lkw, „z.T. ermietet“


    SS-Infanterie-Regiment Meyer
    I. Abt mit 4 Kompanien zu je 120 – 180 Mann, je 8 – 10 lMG, 2-3 sMG,
    etwa 15 MTW (SPW) in einer Komp. zusammengefasst, außerdem einige
    MTW bei den Btln.
    II. Abt. wie I.
    III. Abt. mit 4 Kompanien je 80 – 100 Mann, sonst wie I.
    IV. (Ers.) Abt. mit zwei Kompanien mit je 120 Mann, eine Kompanie mit 280 Mann (?), die vierte Kompanie war die Genesenen-Kompanie
    I. u. II. Abt waren die frühere I. u. II. Ausb.Abt., die III. Abt. war die frühere „Unteroffz.-Lehr-Abt (U.A.L.A.), die IV. Abt. war die frühere Ersatz-Abtlg.
    Alle vier Abteilungen hatten je eine behelfsmäßige Kolonne mit je 5 – 10 Lkw, z. T. ermietet.


    H.Pz.Abtlg. 501 (?) nicht in Erscheinung getreten
    H.Pz.Abtlg. 508 (?)
    1.) Feldeinsatzfähig, 2.) Noch nicht aufgefüllt, nicht verwendungsfähig, 3.) Nr. fraglich
    Artillerie: keine
    Nachrichtentruppe: keine
    Pioniere: keine (B-383, 10b, s.a. Anhang j)

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Roland


    Du hattest gefragt was bzgl. der Einheit im Wegmann steht. Ich hab den Wegmann (2. erweiterte Auflage von 2000) mal zur Hand genommen. Da findet sich nicht viel. Im Einheitenverzeichnis (freundlicher Weise listet Wegmann im Anhang auch im Text nicht benannte, aber im Ems-Weser-Gebiet dislozierte Einheiten auf) findet sich nichts. Er räumt aber aber ein, das gerade SS-Einheiten nur unnvollständig erfasst sind. Auf Seite 63 findet sich folgendes: "Der Divisionskommandeur befahl dann die Beteiligung der Batterie (Sturmbatterie "Gneisenau", Anm.v.mir) am Durchbruch des "Panzerkorps Westfalen". Es trafen aber nur drei Panzer und zwei Panzerspähwagen ein."
    Der Durchbruch sollte aus Westbevern Richtung Ostbevern gehen, 3.4.45.
    Dazu schreibt Wegmann in einer Fußnote: " ... Es gab kein "Panzerkorps Westfalen", nur die SS-Panzer-Brigade "Westfalen" im Raum Senne-Paderborn. Es könnte möglich sein, daß einige Panzer aus dem Sennelager herangezogen werden konnten. Wahrscheinlich waren es aber Teile des Panzer-Ausbildungs-Verbandes "Westfalen", eine Heereseinheit . Der Pz.-Ausb.-Verband "Westfalen" wurde nicht aufgestellt. Das Wehrkreis-Kommando versäumte, die Einheiten zu benachrichtigen. Allerdings sammelte ein Teil, der an die Front, HGr.H, sollte, westlich Münster."


    Gruss
    Matthias

  • Hallo Matthias,


    vielen herzlichen Dank für´ s Nachschauen :thumbup:


    Damit weiß ich, dass der von mir o.g. Artikel nicht "1 zu 1" in sein Buch übernommen worden sein kann, bzw. es sich dort dann auch keine weiteren/neuen Angaben zur Brigade finden lassen....!! ;)


    Herzliche Grüße Roland

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  • Hallo Roland!
    Ich habe gerade gesehen das du mir eventuell weiter helfen kannst im Bezug:


    "Kampf um die Dörenschlucht!"!?


    Die Informationen die ich habe sind leider sehr ungenügend...
    Beteiligte waren wohl die:


    Kampfgruppe Reinhold und teile des SS-Panzer-Ersatz-und Ausbildungs Regiment "Holzer"


    Wenn es möglich wäre hätte ich gerne alle Informationen bzw. Berichte darüber!


    Zitat:
    "Ich habe zwar inzwischen Berichte von Angehörigen der SS-Pz.Ers.Abt., die bei den Kämpfen um Augustdorf – später Dörenschlucht dabei waren, diese sind aber leider, was die zeitliche Abfolge angeht, sehr unscharf, so dass ergänzende Angaben sehr interessant wären…"


    Besten Dank und grüße Patrick


  • ... Ich habe gerade gesehen das du mir eventuell weiter helfen kannst im Bezug:
    ...Wenn es möglich wäre hätte ich gerne alle Informationen bzw. Berichte darüber! ...


    Hallo Patrick,


    ein herzliches Willkommen hier im Forum ;)


    Ich hätte auch gerne alle Informationen und Berichte darüber...  8)


    Wie tauschen wir uns aus?!


    Herzliche Grüße Roland

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  • Stimmt, sorry...erstmal Hallo und danke für die Aufnahme in diesem Forum! ;)


    Also, ich komme aus dem wunderschönen Lippe...wohne ca. 4 km von der Dörenschlucht entfernt, die am Rande meines Heimatorts Pivitsheide V.L. liegt! :)
    Wir haben als Kinder dort sehr oft in alten Schützenlöchern/Gräben nahe der Rethlager Quellen gespielt und Buden gebaut usw. ...alles noch gut erkennbar!
    Ganz in der Nähe liegt mitten im Wald ein alter Soldaten-Friedhof/Mahnmal...


    So, bevor ich hier jetzt Halbwissen rein schreibe sollten wir unsere Informationen zusammen tragen/ergänzen und dann erst veröffentlichen!;)
    Ok Roland?


    beste grüße Patrick :)

  • Hallo Patrick,



    tut mir leid wegen der späten Antwort, die Vorgehensweise scheint mir so vollkommen in Ordnung, zumal ich leider nur bruchstückhafte Informationen vorliegen habe.... ;(


    Aber vielleicht wird es ja was in "Gemeinschaftsarbeit"... :thumbup:



    Herzliche Grüße Roland

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  • Hallo zusammen,



    hier ein leider nur knapper Bericht eines Angehörigen der SS-Pz.Aufkl.-Unterführer-Lehrabteilung – Führer-Vorbereitungslehrgang Staumühle.
    Aber als Ergänzung vielleicht mal interessant...



    Herzliche Grüße Roland


    Rudolf Binder, geboren am 23.10.1921 in Hermannstadt, Siebenbürgen, zuletzt Rottenführer mit EK II und Panzerkampfabzeichen in der 3.Kompanie SS-AA 6 „Nord“, wurde bei der Verlegung der SS-Div. „Nord“ Anfang 1945 in den Westen dann zu einem Vorbereitungslehrgang zur SS-Pz.Aufkl.-Unterführer-Lehrabteilung in Sennelager nach Paderborn kommandiert schrieb leider nur sehr knapp: „... Anschließend wurde ich zur Führerschule Staumühle ins Sennelager kommandiert. Zum Ende des Lehrgangs mussten wir uns vor den anrückenden US-Amerikanern Richtung Harz zurückziehen und gerieten bei Blankenburg in US-amerikanische Gefangenschaft...


    Während der kaum organisierten Fortbewegung auf den Brocken hinauf lagen wir immer wieder unter Beschuss durch Artillerie und Jagdbombern, was zahlreiche Ausfälle zur Folge hatte. In einem Wald bei Blankenburg wollten wir Zuflucht suchen, als zwischen den Bäumen amerikanische Stahlhelme sichtbar wurden. Aus Gründen der Vernunft ergaben wir uns...


    Es war der 20.April 1945, als ich in das Gefangenenlager bei Altenbrak im Ostharz kam. Alle privaten Wertsachen wurden uns abgenommen. ...“ Nach knapp 10 Tagen kam er in eine Lager in der Nähe von Bad Hersfeld, Anfang Mai nach Bad Kreuznach, Ende Juni in offenen Güterwaggons nach Frankreich, kam über Cherbourg nach Le Havre, im Januar 1946 im Lager Zimmingen in Lothringen, am 2.9.1946 aus dem Lager Babenhausen westlich von Aschaffenburg mit nur 45 kg Gewicht nach Dieburg bei Kassel entlassen.
    (Rudolf Binder in DMZ Zeitgeschichte Nr. 17 September-Oktober 2015, S. 48 – 50)

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  • Hallo zusammen,


    als Ergänzung! Ergänzende Angaben sind immer noch gerne gesehen!



    Herzliche Grüße Roland



    Kurt Barkhausen, geb. 16.4.1923 Wiershausen bei Hann. Münden, ursprünglich Nachrichtenmann, wurde 1942 beim Pz.Rgt 1 des Heeres in Erfurt zum Panzersoldaten umgeschult und war seit dem 13.7.1943 als Funker in einem Pz IV bei der 2.Kp. SS-Pz.Rgt 3: „... Im Herbst 1943 ging ich zum Führerberwerberlehrgang nach Ellwangen an der Jagst, dem sich der Offizierslehrgang (Heer/Waffen-SS) in Königsbrück anschloss...


    Anfang 1945 wurde ich ins Panzer-Regiment der SS-Panzerbrigade „Westfalen“ nach Eselheide bei Detmold versetzt. Dort war ich als Führer der Führerbewerber-Kompanie eingesetzt, bis Ende April 1945. Im April 1945 wurde ich Brückenkommandant von Gieselwerder. Ich musste im Raum Osterode die Reste der Panzer-Lehr-Abteilung übernehmen, die in Braunlage aufgelöst wurde....


    Meinen letzten Einsatz 1945 habe ich in der Führerbewerber-Kompanie des Panzer-Regiments in der SS-Panzerbrigade „Westfalen“ gehabt.
    Ende März 1945 kamen wir im Raum südlich von Paderborn gegen die Amerikaner zum Einsatz. Wir vernichteten rund 20 Panzer und andere Kettenfahrzeuge. Wir mussten uns von Ort zu Ort zurückziehen und leisteten hinhaltenden Widerstand...
    Die Amerikaner haben aufgrund ihrer großen Überlegenheit die Gebiete einfach, also oftmals ohne großen Widerstand, besetzt. Die Gefechte kosteten uns hohe Verluste...


    An der Weser wurde ich zum Brückenkommandant in Gieselwerder ernannt, und mit der inzwischen in Fahnenjunker-Kompanie umbenannten Einheit sicherte ich die Hauptstraße an beiden Ortsausgängen. Ein weiterer Zug vom Heer wurde mir zugeteilt, der die Straße von Trendelburg zur Weser verteidigte.
    Die amerikanischen Panzer kamen ungehindert über die Straße nach Trendelburg; außer Maschinengewehren und Panzerfäusten hatten wir keine weiteren Waffen mehr zur Abwehr.
    Der Bürgermeister und der Ortsgruppenleiter wurden bei mir vorstellig und baten, die Brücke nicht zu sprengen, weil auf der entgegengesetzten Seite der Weser die Bauern des Ortes ihre Felder bewirtschafteten.
    Die Pioniere aus der Garnisonsstadt Hann. Münden hatten von mir die Anweisung erhalten, erst zu sprengen, wenn von mir der Befehl dazu kam. In der Nacht erreichten die amerikanischen Panzer die Brücke ohne Gegenwehr, weil sich die deutsche Infanterie zurückgezogen und zudem aufgelöst hatte...



    Nachdem uns die Amerikaner nördlich von Osterode überholt hatten, wollten wir wieder Anschluss an unser Regiment bekommen. Dies versuchten wir in kleineren Gruppen von sechs bis sieben Mann, die nur mit Handfeuerwaffen ausgerüstet waren. Dies gelang aber nur wenigen.
    Ich selbst geriet mit meiner Gruppe in einem Forsthaus in amerikanische Gefangenschaft und wurde in einem amerikanischen Gefechtsstand über meine Person und meinen Auftrag anhand einer amerikanischen Geländekarte vernommen. Dann läutete eine Glocke, die Offiziere standen auf, es war Mittagszeit, sie verließen den Raum. Mir wurde ein Corporal als Bewacher zugeordnet. Dem dickleibigen Corporal sagte ich, er solle zum Essen gehen und mir etwas mitbringen, was er auch nach Wiederholung meinerseits freudestrahlend tat, er verließ den Raum.
    Daraufhin nahm ich die Geländekarte, steckte sie in meine Jacke, riss das Fenster auf und sprang in eine Böschung. Dort bleib ich liegen.
    Wenige Augenblicke später waren Kommandorufe zu hören, und die Amerikaner schickten ihre Soldaten auf die Suche nach mir. Zwei Soldaten gingen unmittelbar an mir vorbei, entdeckten mich aber nicht und suchten im angrenzenden Wald. Nach einiger Zeit gingen sie auf dem Rückweg wieder an mir vorbei, auch jetzt, ohne mich zu bemerken.
    Danach schlug ich mich zu den eigenen Linien durch. Deutsche Fallschirmjäger fuhren mich sofort zum Gefechtsstand meines Regimentes, wo ich meinem Kommandeur über die aktuelle Lage berichtete. Das Mitbringen der amerikanischen Geländekarte über den Frontverlauf war der Hauptgrund für die Verleihung des EK I...


    Das Eiserne Kreuz I. Klasse erhielt ich im Jahr 1945 im Harz in Braunlage vom Kommandeur des Panzer-Ersatz-Regimentes. Er nahm es seinem Adjutanten ab und heftete es mir an. Dies war die letzte Eintragung in meinem Soldbuch vom Kommandeur, vorgenommen am 16.April 1945...


    Bei Kriegsende: „... Auf Schleichwegen war ich mit meinem österreichischen Fahnenjunker (Hofbauer) unterwegs in Richtung Hannoversch Münden, als uns zwei Polen auf Fahrrädern entgegenkamen. Sie wollten uns bestehlen, wir konnten sie aber in die Flucht schlagen. Mit ihren Rädern, an einem befand sich eine polnische Flagge, setzten wir unsere Flucht fort.
    Im Ort Mensen wurde ich mit meinem Begleiter von den Amerikanern gefangengenommen. Hier musste ich meinen Arm freimachen und man entdeckte meine Blutgruppentätowierung. Wir wurden auf einen Lkw geladen, es ging zur Sammelstelle. Auf einem Sportplatz waren mehrere Gefangene zusammengetrieben worden – Ortsgruppenleiter und Lehrer, die ich aus meiner Schulzeit kannte. Auf der Fahrt nach Göttingen sind wir vom Lkw angesprungen und im Straßengraben gelandet, wobei uns die Staubwolke des Lkw Schutz bot. Wir kamen in derselben Nacht im Ilkstal bei Hannoversch Münden bei meiner Großmutter in einem abgelegenen Haus an. Nach zwei Tagen war das Haus von Amerikanern umstellt, weil der Nachbar uns denunziert hatte.
    Wir entkamen der Verhaftung dadurch, dass wir uns noch rechtzeitig hinter dem Schornstein und auf dem Dachboden verstecken konnten. Das war Mitte Mai 1945.
    Am nächsten Tag sind wir Richtung Augustdorf bei Detmold losgezogen, dem Standort, von wo wir ursprünglich gegen die Amerikaner aufgebrochen waren. Dort hatten die Bauern Angst vor Übergriffen durch Amerikaner und Engländer, die gefangene deutsche Soldaten, vor allem von der Waffen-SS, umgebracht hatten. Aus Angst haben die Bauern Unterlagen und Dokumente von mir verbrannt, so auch ein Album mit Bildern vom Ilmensee und vom Einsatz in Russland.
    Mein treuer Begleiter, Fahnenjunker Hofbauer aus Österreich, hat mich nicht verlassen, sondern wollte erst wissen, wie es seiner Mutter geht, und deren Nachricht abwarten. Wir sind beide nach Marburg gegangen und haben uns in einer Schreibstube einquartiert, deren Inhaberin mit einer Bekannten von mir verwandt war. ...“
    Erst Anfang Februar 1947 wurde Barkhausen, jetzt von den Engländern, an der Weser gefangen genommen und kam über das Vernehmungslager Fallingbostel, ins Hauptquartier des CIC nach Bad Nenndorf, anschließend nach Augustdorf (Eselheide) bei Detmold in das Internierungslager, „ ... und zwar auf die Krankenstation aufgrund meines rapiden Gewichtsverlustes von zehn Kilogramm in etwa sechs Wochen und Kraftlosigkeit. Es hab in Bad Nenndorf am Tag nur zwei Brotschnitten, eine Wassersuppe und Tee.
    Nach vier Wochen Genesung sperrte man mich in ein größeres Internierungslager ein. Nach einigen Tagen gelang es einem vertrauten Mithäftling, nachts den Zaun aufzuschneiden, so dass ich dadurch entkommen konnte...“
    In Hannoversch Münden wurde Barkhausen erneut, diesmal durch Amerikaner, verhaftet und nach Kassel zum Stadtkommandanten gebracht, von dort nach Staumühle, wo er zu 90 Tagen Bunkerhaft verurteilt wurde. Auch hier entzog er sich der Gefangenschaft und kam über Paderborn und Hofgeismar in den Harz zu seiner späteren Frau.
    (Kurt Barkhausen in DMZ Zeitgeschichte Nr. 21 Mai – Juni 2016, S. 46 – 49, geb. 16.4.1923 Wiershausen bei Hann. Münden. War Fähnleinführer im Jungvolk und Gefolgschaftsführer in der HJ, meldete sich freiwillig zur Waffen-SS, Mai 1941 als 18jähriger zur Nachr.Ers.Abt. Nürnberg einberufen, Ausbildung zum Funker und Fernsprecher, am 6.8.41 vereidigt, 27.10.41 zum Nachr.Zug der SS-Flak-Abt. T, am 14.2.42 zur 2./SS-Flak-Abt T, 1942 Ausbildung zum Panzersoldaten im Pz.Rgt 1 des Heeres in Erfurt, und am 13.7.43 zur 2.Kp. SS-Pz.Rgt 3, Herbst 1943 Führerbewerberlehrgang in Ellwangen an der Jagst und dann Offz.Lehrgang in Königsbrück
    EK II, Verwundetenabzeichen in Schwarz, Panzerkampfabzeichen in Silber, Ostmedaille, EK I, Eintrag v. 16.4.45, Kurt Barkhausen in DMZ Zeitgeschichte Nr. 21 Mai – Juni 2016, S. 46 – 49)

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo zusammen,



    aus einem Artikel im „Freiwilligen“ 5/6 2008 ...


    Vielleicht mal interessant...



    Herzliche Grüße Roland

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    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo zusammen,

    Sehr lehrreich was ihr so zusammen getragen habt.

    Ich habe da mal eine Frage , mein Vater war im Sennelager er war damals auch mit dabei Laut seinen Erzählungen (die ich nur wiedergeben kann) und durch meine Nachforschungen weiß ich das er auch bei der Panzerbrigade - Westfalen angehörte.


    Meine Frage ist: Was für eine Einheit bewegte sich Richtung Brakel und danach Richtung Erkeln oder auch anders. Und gab es hier Kampfhandlungen (in der Chronik von Erkeln wurden mehrere SS Soldaten erschossen aufgefunden und wurden auch beerdigt) mein Vater erzählte immer das sie in Erkeln In einer Stellung oder Biwak platz im Wald von ihren Eid den sie geleistet hatten durch ihren Chef entbunden wurden. Und das sie alles verbuddelt haben und jeder für sich geflohen ist. Sie waren fast von allen seiten eingekesselt.


    Er und sein Kamerad gingen Richtung Paderborn über die Felder stiften. Sein freund hatte ein Autohaus da. Und er wollte Richtung Bayern. Er wurde von den Amerikanern nach langen Marsch doch gefangen worden und er wurde den Franzosen übergeben. wo er auch in Kriegsgefangenschaft kam.


    Ich hoffe ihr könnt mir vielleicht helfen.

  • Todesumstände SS-Führer Herbert Zimmermann am 8.4.1945 in Lippoldsberg


    Servus, Rolandus schreibt oben : "Wer war z.B. Nachfolger von Hstuf. Herbert Zimmermann, der um den 6.4.1945 in Gefangenschaft geriet/laut Saft, … Ende im Harz am 8.4.1945 erschossen worden sein soll?!".

    Im Auszug eine Kopie der Sterbeurkunde, worin als Sterbeort die Feldmark bei Lippoldsberg angegeben wird. Die Eintragung erfolgte durch den Bürgermeister von Lippoldsberg als Ortspolizeibehörde im Jahr 1947.

    Zu Herbert Zimmermann :


    Herbert Ernst Zimmermann,

    geb. 31.5.1916 in Eckartsberg, war verheiratet und hatte 3 Kinder.

    Nach Besuch der Volksschule, des Realgymnasiums (Untersekunda) und einer landwirtschaftliche Schule in Zittau, trat er am 20.6.1934 in den 1.Sturm des SS-Sonderkommando "Sachsen" in Dresden ein. Weitere Stationen :

    1934-36 : Konzentrationslager Sachsenburg

    1937 : Junkerschule Braunschweig

    1938 : SS-Sta. "Deutschland"; 3./SS "N"

    im 2.WK:

    1941 : Chef 1./Pz.Jg.Abt.5

    1943: Chef 6./Pz.Rgt.2

    1945 : Pz.Brig. "Westfalen"


    Zu seinen Todesumständen fehlen mir weitere konkrete Angaben. Zu dem Geschehen in Lippoldsberg ist folgender Bericht überliefert :


    Quelle : http://www.heimatverein-vernaw…n/5_8_Nachkriegsjahre.htm


    "Die letzten Kriegstage


    ....Am 8. April. einem strahlenden Sonntagmorgen, schlug die erste Panzergranate ins Dorf. Wir saßen mit Sack und Pack zusammen mit vielen Dorfbewohnern im Turm der Kirche, wo wir verhältnismäßig sicher waren. Die Erregung der Bauern war groß, weil der sinnlose Widerstand von etwa 30 Soldaten ihr Eigentum und das Leben vieler Menschen in Gefahr brachte. Auch die Kinder waren unruhig. Der Krach der Granateneinschläge störte sie kaum, aber sie langweilten sich in dem dunklen, kalten Turm, und an Spielzeug hatte natürlich niemand gedacht. So erzählte die junge Frau Grimm ihnen Märchen, unermüdlich eins nach dem anderen. Nie vergessen wir die Geschichte von dem "Fischer und syner Fru" in dieser Situation. Gegen 16 Uhr erschienen die ersten amerikanischen Soldaten in der Kirche. Der Krieg war für uns zuende." So die Erinnerungen einer Flüchtlingsfrau aus Schlesien an den letzten Kriegstag in Lippoldsberg.

    Ob die schutzsuchenden Einwohner bei der Wahl ihrer Zufluchtsstätte sich an die Ereignisse aus dem 30jährigen Krieg erinnerten, als die Lippoldsberger den plündernden, marodierenden Truppen Tillys auf dem Kirchturm standhielten, oder ob sie darauf hofften, dass die Besetzer vor der Kirche den meisten Respekt haben würden, muss letztlich ungeklärt bleiben, fast allen Dorfbewohnern war klar, dass jeder Widerstand gegen die übermächtigen amerikanischen Truppenverbände sinnlos war.

    Dass es dennoch zu schweren Kampfhandlungen in Lippoldsberg kam, lag an deutschen SS-Truppen, die sich an der Bahnlinie Bodenfelde - Uslar verschanzt hatten. Zuvor hatte diese versprengte SS-Truppe, die aus Hitlerjugendlichen und Mitgliedern der Waffen-SS bestand in einem Verzweiflungsakt die Weserbrücke von Gieselwerder gesprengt, in der Hoffnung den amerikanischen Vormarsch aufzuhalten.

    Der Grund für die vergleichsweise heftigen Kämpfe. die um Lippoldsberg ausgefochten wurden, muss in der Existenz der beiden kriegswichtigen Betriebe in der Nähe gesucht werden. Das Paraxol-Werk im Pfeiffengrund sowie die HIAG zwischen Bodenfelde und Lippoldsberg meinten die deutschen Soldaten bedingungslos verteidigen zu müssen. Deswegen nisteten sie sich in Lippoldsberg ein und leisteten dem überlegenen Gegner erbittert Widerstand, unter dem die Zivilbevölkerung schließlich besonders zu leiden hatte. Doch die 104. amerikanische Infanteriedivision folgte auf einer schnell errichteten Ponton-Brücke den zurückweichenden deutschen Verbänden zügig nach, nicht ohne vorher Lippoldsberg vom Reinhardswald aus beschossen zu haben, so dass das Dorf in den letzten Kriegstagen noch unter Zerstörungen zu leiden hatte. Opfer des Artilleriebeschusses, der sich vor allem auf die Plantage an der Gieselwerder Straße konzentrierte, wurde der Dachdeckermeister Johannes Schlimme, der von einem Granatsplitter tödlich getroffen wurde. Das Haus Mazet und die dazugehörige Scheune wurden durch den Beschuss vollständig zerstört.

    Bis gegen 17 Uhr am 8. April 1945 dauerten die Kampfhandlungen an, die Zivilbevölkerung in den Hauskellern erwartete sehnlichst das Ende, als der Bürgermeister den Ort an die Amerikaner übergab. Mit einem weißen Tuch in der Hand ging er die Gieselwerderstraße den Amerikanern entgegen; am Ortsausgang wurde er nach Waffen durchsucht und zum Kommandanten geführt. Da die Amerikaner Bürgermeister Blume nicht trauten, musste er drei Stunden lang auf dem Deckenschen Holzplatz isoliert stehen und durfte mit niemandem reden. Derweil rückten die Truppen in den Ort ein und besetzten das Paraxol-Werk im Pfeiffengrund, befreiten dort die Gefangenen und setzten die Wachmannschaften fest.

    Von den 30 SS-Soldaten, die sich dem Vormarsch entgegengestellt hatten, wurden 12 getötet; wenige Tage später wurden die meist jugendlichen Männer, die einen ebenso verzweifelten wie aussichtslosen Kampf ausgefochten hatten, begraben. Die übrigen hatten sich unter tatkräftiger Mithilfe der Dorfbevölkerung einer Gefangennahme durch Flucht entzogen. "Die Frauen sind zu denen hingegangen und haben Zivilbekleidung hingebracht, damit sie durchkamen." Über die Verluste der Amerikaner bei den Kämpfen um Lippoldsberg liegen keine genauen Angaben vor, jedoch sollen auch sie hoch gewesen sein."


    Über Ergänzungen würde ich mich sehr freuen.