Glossar - kurze Begriffserklärung

  • T


    Tachymeter
    Siehe Theodilit.


    Tagesstärke
    Sie umfasst sämtliche am Stichtag bei den Einheiten anwesenden und zum Dienst zur Verfügung stehenden Soldaten (einschließlich Hiwi und sämtlicher von anderen Einheiten hinzukommandierten Soldaten).
    Der Begriff der Tagesstärke gilt für sämtliche Truppenteile, Dienststellen und Einrichtungen des Feldheeres. Nach Abzug der Hinzukommandierten und Hinzuzählen der Urlauber, Abkommandierten, Kranken und Verwundeten innerhalb von 8 Wochen muss sich aus der Tagesstärke die Iststärke ergeben. (OKH/GenStdH/Org Abt Nr. I/2000/44 g vom 25.4.44)

    Tagewässer

    Auf der Erdoberfläche sich sammelnde Wässer - wie Regen- oder Schmelzwasser.

    Taktisch
    Unterste militärische Führungsebene

    Taktische (bzw. einsatzmäßige) Unterstellung

    Sie umfasst den operativen und taktischen (bei der Eisenbahntruppe auch eisenbahntechnischen) Einsatz eines Verbandes, sowie die Unterstellung hinsichtlich der laufenden Versorgung, wenn über sie nicht anders angeordnet ist.
    Die Unterstellung eines Verbandes in allen übrigen Angelegenheiten wird hierdurch nicht berührt. Die taktische Unterstellung kann für die Dauer oder auch zeitlich bzw. für eine bestimmte Aufgabe begrenzt sein. (HM. 1943, Nr. 308)


    Technische Abteilung (TA)
    Militärische Einheiten, unterstehen den Befehlsstellen des General Quartiermeister.
    1 TA (mit römischer Ziffer) umfasst 4 Kompanien und hat eine Gesamtstärke von etwa 700 Mann. (AHA: unleserlich Befehl Nr. 154/42 g)


    Technisches Bataillon (TB)
    Militärische Einheiten, unterstehen den Armeen.
    1 TB (mit arabischer Ziffer) umfasst 2 - 3 Kompanien und hat eine Gesamtstärke von etwa 450 - 650 Mann. (AHA: unleserlich Befehl Nr. 154/42 g)


    Technische Nothilfe, Abteilungen (TN)
    Wehrmachtsgefolge, unterstehen den höheren SS.- und Polizeiführern bei den Befehlshabern des rückwertigen Heeresgebietes.
    1 Abteilung (mit römischer Ziffer) umfasst in der Regel 4 Kompanien, Stärke je Kompanie etwa 130 Mann. (AHA: unleserlich Befehl Nr. 154/42 g)


    Tempo + Zahl
    zum Beispiel: Tempo 12 - das heißt 12 Züge innerhalb von 24 Stunden auf einen Streckenabschnitt.

    Territoriale Unterstellung
    Sie umfasst die Unterstellung hinsichtlich Standortfragen, Angelegenheiten von Presse, Rundfunk, Film, Wehrpropaganda und Inlandfragen, Fürsorge- und Versorgungswesen, Abwehrfragen, fragen der Wehrwirtschaft und Landesplanung (Raumordnung), Wehrersatzwesen, ärztliche und veterinärärztliche territoriale Maßnahmen, vorübergehende Unterkunft, Verteilung der Mob.-Unterkünfte, Wehrmachtstransportwesen, Wehrmachtnachrichtenwesen, Kriegsgräberwesen, Wehrmachtsseelsorge, Einsatz bei Notständen (Wehrmachtshilfskommandos), Bekämpfung eines im Territorialbereich luftgelandeten Feindes, Beseitigung von Flussminen, Freimachung des Kampfgebietes (Räumung und Bergung), militärischer Ordnungsdienst und Straßenverkehrsleitung, Verkehr mit Behörden außerhalb der Wehrmacht. Die disziplinarische Unterstellung ist geregelt in § 25 WDSTO. geregelt. (HM. 1943. Nr. 308)


    Theodolit
    Er dient in erster Linie zum Messen von Seiten- und Höhenwinkeln. Daneben wird er, wenn mit dreiteiligem Fadenkreuz versehen, zum Messen von Entfernungen benutzt. Im letzten Fall wird das Instrument als Tachymeter bezeichnet.

    Tonnenkilometer
    Maßeinheit für Frachtsätze in der Schifffahrt: Berechnungsgrundlage ist eine Tonne pro Kilometer.


    Trägerfrequenzverbindungen
    sind Fernmeldeverbindungen, deren Geräte die Stromfrequenzen modulieren und überlagern. Sie ermöglichen es dadurch, gleichzeitig mehrere Ferngespräche oder Fernschreiben auf der selben Leitung durchzuführen.

    Train
    Beförderungsmittel und dazugehöriges Personal für die Versorgung von Truppen.

    Trajektbetrieb
    Übersetzung von Eisenbahnfahrzeugen oder ganzen Zügen per Schiff.

    Truppendienstliche Unterstellung

    Sie umfasst Dienstbetrieb, Ausbildung (soweit nicht hinsichtlich der Ausbildung eine gesonderte Unterstellung befohlen), Erziehung (einschließlich disziplinare, dienststrafrechtliche Angelegenheiten und Beurteilung), Betreuung (Wehrbetreuung, Verleihung von Auszeichnungen, Beförderungsangelegenheiten, Versetzungen, persönliche Angelegenheiten des Soldaten). (HM. 1943 Nr. 308)


    Truppengattung
    Unterkategorie einer Waffengattung, Beim Heer z.B. Infanterie, Artillerie, Pionier usw.; Bei der Luftwaffe z.B. Fliegertruppe, Flakartillerie usw.

    Truppenteil

    Organisatorische Zusammenführung mehrere Truppenteile gleicher Waffenfarbe und gleicher Nummer, unter einheitlicher Führung. Der Ausdruck Truppenteil wird gleicherweise für ein Bataillon wie für ein Regiment angewendet, ist somit eine Zusammenfassung von mehreren Einheiten. (Stand April 1940)



    Stand 29.08.2016(MK)

  • U

    Übergabebahnhof

    Entweder der Übergang von einer zivilen Bahngesellschaft an eine andere oder von einer zivilen Bahnverwaltung an eine militärische.

    Überholungsgleis
    Gleis im Bahnhof oder auf freier Strecke das für Überholung durch einen anderen Zug dient. Das Überholen auf freier Strecke wird auch als fliegende Überholung bezeichnet - dies ist ein Vorgang bei dem ein Zug an einem mit geringerer Geschwindigkeit (oder je nach Wichtigkeit/Dringlichkeit des Zuges) in gleicher Richtung fahrenden Zug auf dem durchgehenden Streckengleis vorbeifährt.


    Umschlag, umschlagen
    Umladung von einem Verkehrsmittel auf ein anderes, z.B. von der Vollbahn auf eine Feldbahn oder von der Eisenbahn auf Schiffe oder Kolonnen.


    Umspannbahnhöfe
    dind Bahnhöfe, auf denen Züge lediglich die Lokomotive wechseln, ohne sonst in ihrer Zusammensetzung veränderet zu werden.


    Unterstellung
    Sammelbegriff für Truppen, Kommandobehörden oder Dienststellen, die einer höheren Dienststelle in jeder Beziehung unterstellt sind. (HM. 1943, Nr. 308)
    (Truppendienstliche Unterstellung, Taktische (bzw. einsatzmäßige) Unterstellung, Fachliche Unterstellung, Territoriale Unterstellung)
    Definition Begriffserläuterung Unterstellungsverhältnisse


    Unterstellung hinsichtlich Versorgung

    Im allgemeinen nur von Truppenverbänden unter einer Kommandobehörde und eine wirtschaftliche Zuteilung. Diese wird für Einheiten und Dienststellen angewandt, die wirtschaftlich nicht selbständig sind (keine Zahlmeisterei und keinen truppenarst besitzen)


    Stand 03.06.2017(MK)

  • V


    Verband
    Organisatorische Zusammenfassung von Truppenteilen "verbundener Waffen", d.h. verschiedener Waffenfarben oder Nummern. Der Ausdruck Verband wird für eine Divison angewendet.(Stand April 1940)


    Verpflegungsstärke
    Sie enthält die Anzahl der Verpflegungsteilnehmer einer Einheit, getrennt nach den entsprechenden Gruppen (deutsche Soldaten, Wehrmachtsgefolge, Hilfswillige).
    Die Verpflegungsstärke ist ein Begriff der Versorgung, sie weicht von der Tagesstärke aus verwaltungstechnischen Gründen (z.B. Ausgabe von Marschportionen, Nachempfänge usw.)zum Teil erheblich ab und kann auch mit der Ist- oder Tagesstärke nicht verglichen werden.(OKH/GenStdH/Org Abt Nr. I/2000/44 g vom 25.4.44)

    Verlorene Steigung

    Sie fällt an, wenn man mühselig einen Hügel hinauf fahren muß, und dann sogleich wieder abwärts zum Bremsen gezwungen zu sein.


    Versorgungsbasis

    Raum der Armeeeinrichtungen mit Munition-, Verpflegung-, Betriebsstoff-Lagern und Parken.

    Auflockerung durch Zweiglager. Zweigparke und Umschlagstellen der Armee und Ausladebahnhöfe für Nachschub.


    Versorgungsstützpunkte

    Bei weitgreifenden Operationen, besonders bei schnellen Truppen Anlage von Versorgungsstützpunkten in Abständen an oder in der Nähe der Rollbahnen. Der Stützpunkt stellt eine Anhäufung von Versorgungseinrichtungen und -Lagern auf verhältnismäßig engen Raum dar, die unter einem Stützpunkt - Kommandanten zusammen gehalten werden.


    Vollbahnen
    Haupteisenbahnen in Normalspur (1435 mm) oder Breitspur (1524 mm)

    Vollspur

    siehe Vollbahnen


    Stand 29.08.2016(MK)

  • W

    Waffengattung

    Waffengattungen sind: Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine.


    Wagenumlaufzeit
    eines Eisenbahngüterwagens beginnt mit der Bereitstellung zur Beladung auf dem Versandbahnhof, enthält u.a. die Abholung, Beförderung, Bereitstellung und Einladung des beladenen Wagens und endet mit einer erneuten Bereitstellung des leeren Wagens zur Beldung auf einem Wiederverwendungsbahnhof.


    Wagenzuggewicht
    ist das Bruttogewicht eines Zuges ohne Gewicht der Lokomotiven, also nur das Gewicht der angehängten Wagen und ihrer Ladungen.


    Weichen
    sind Gleis-Verbindungen, durch die Züge ohne Unterbrechung der Fortbewegung von einem Gleis in ein anderes hinüberwechseln können. Bei einer Weiche unterscheidet man das Stammgleis und das Zweiggleis, das vom Stammgleis abzweigt. Die wichtigsten Teiel einer Weiche sind die Ablenk- oder Zungenvorrichtung und das Herzstück.

  • Z

    Zugbeförderung
    Aufgabe die Bespannung von Zügen sicherzustellen.


    Zugkräfte
    Das sind neben Lokomotiven auch Schienenautos (heute: Zweiwegefahrzeug) und bei Feld- und Förderbahnen Pferde, Ochsen, Esel, Kamele oder der Mensch (Soldat) selbst.


    Zugmeldstellen
    sind diejenigen Betriebsstellen, durch welche die Reihenfolge der Züge auf der Strecke bestimmt wird, z.B. Bahnhöfe, Abzweigstellen.


    Zugnummer
    diese kennzeichnet die Zugeinheit vom Anfangs- bis zum Endbahnhof; sie ermöglicht eine Überwachung des Zuges auf seinem ganzen Lauf.

    Grüße Matthias