Chef des Transportwesens und sein Stab

  • Chef des Transportwesens und sein Stab


    Das militärische Transportwesen - Einführung, Begriff und Aufgaben


    Die Geschichte des militärischen Transportwesens ist so alt wie die des Krieges, es bestand immer die Notwendigkeit, das Heer materiell zu versorgen und seine Mobilität zu erhöhen. Einen entscheidenden Fortschritt brachte die Erfindung der Dampfmaschine, des Kraftstoffmotors und der Elektrizität mit sich, wodurch die Entstehung der Eisenbahn, des Kraftwagens, des maschinengetriebenen Schiffs und schließlich des Flugzeuges möglich wurden. Durch die Anwendung der neuartigen Verkehrsmittel, konnten mit bisher nicht gekannter Geschwindigkeit große Entfernungen zurück gelegt werden konnten. Die Militärs machten sich diese Verkehrsmittel schnell zu nutze.
    Mit der Dienstbarmachung der neuen verkehrstechnischen Errungenschaften begann die eigentliche moderne Geschichte des militärischen Transportwesens. Es umfasst in seiner endgültigen Form die Bewegungen auf dem Lande, in der Luft und zur See, wobei als Mittel das Schienen- und Straßenfahrzeug, die Seilbahn, die Pipeline, das Flugzeug, das Schiff, aber auch die menschliche und tierische Tragkraft in Frage kommen. Die Auswahl und Bedeutung richten sich nach dem Entwicklungsstand, der allgemeinen Beschaffenheit und der jeweiligen militärischen und geographischen Lage.
    Ziel der militärischen Führung und damit auch des Transportwesens ist es, durch Schnelligkeit, Überraschung oder Schwerpunktbildung von Mensch und Material den Gegner auszumanövrieren.
    Der Bewegungsmoment erhielt damit ein immer größeres Gewicht.
    Die steigende Bedeutung des Verkehrs für die Kriegsführung ergibt sich aus der wachsenden Größe der Streitkräfte und dem damit steigenden Kräftebedarf, aus den durch die Mechanisierung und Technisierung beeinflussten Strukturänderungen der Streitkräfte, aus der räumlichen Ausweitung der Kriege und aus der Entwicklung zum totalen Krieg.
    Die Beziehung des Transportwesens zur militärischen Führung hat damit eine entscheidende Wandlung erfahren, aus einer anfänglich helfenden, unterstützenden Rolle wurde ein entscheidender, oft sogar allein ausschlagebender Faktor.
    Der Natur des Krieges gemäß, steht neben dem Aufbau der eigenen Macht die Zerstörung der gegnerischen Kräfte. Sehr schnell ging man dazu über, nicht nur die eigenen Verkehrsmittel bestmöglich auszunutzen, sondern auch die feindlichen auszuschalten. Der Kampf um die gegnerischen und der Schutz und Bau der eigenen Transportwege und Transportmittel gewann erhöhte Bedeutung und erreichte schließlich im Zweiten Weltkrieg ein vorher nicht für möglich gehaltenes Ausmaß.


    Die Aufgabe des Transportwesens für die Kriegsführung, liegt in seinem Anteil bei der Mobilmachung und dem Aufmarsch, bei den Truppenverschiebungen für neue Operationen, bei dem Transport von Reserven und der Zufuhr der Versorgung. Ferner bei dem Abtransport von Verwundeten und der Beute, beim Wehrmachtsreiseverkehr und bei Kriegswirtschaftssendungen.
    Voraussetzung hierfür sind die Schaffung von leistungsfähigen eigenen Transportmitteln und Transportwegen, sowie deren Schutz und das reibungslose Zusammenspiel zwischen der militärischen Führung, deren Transportorganisation und den jeweiligen Instanzen, die über die einzelnen Verkehrsmittel verfügen.


    Zeitraum bis zur Mobilmachung


    Truppenamt Stand 1933 (Machtergreifung Hitlers)
    - Transportabteilung (T 7)
    Oberstleutnant Eberhard von Mackensen (1932 - 1933)
    Oberstleutnant Hans Zorn (1933 - 30.Juni 1935)


    Struktur des Generalstabes des Heeres ab 1.Juli 1935
    - 5. Abteilung - Transportabteilung
    Oberstleutnant Hans Zorn (01.Juli 1935 - Juni 1937)


    Struktur des Generalstabes des Heeres ab Oktober 1936
    Beim Oberquartiermeister III (Oberst Rudolf Schmidt) angegliedert
    - 5. Abteilung - Transportabteilung
    Oberstleutnant Hans Zorn (01.Juli 1935 - Oktober 1937)


    Struktur des Generalstabes des Heeres ab Oktober 1937
    Beim Oberquartiermeister III (Oberst Eugen Müller) angegliedert
    - 5. Abteilung - Transportabteilung
    Oberst Rudolf Gercke (Oktober 1937 - August 1939)


    Friedensstruktur des Generalstabes des Heeres ab 10.November 1938
    Beim Oberquartiermeister I (Generalleutnant Carl-Heinrich Rudolf Wilhelm von Stülpnagel) angegliedert
    - 5. Abteilung - Transportabteilung


    Abteilungschef: Oberst Rudolf Gercke (Oktober 1937 - August 1939)


    Oberstleutnant Otto Schiel
    Oberstleutnant Oskar Schaffitzel
    Oberstleutnant Hellmuth Dorn
    Major Heinrich Weigel
    Major Eugen von Scholz
    Major Fritz Bercio
    Major Walther-Ernst Specht
    Major Friedrich Rehren
    Major Hermann Kaiser
    Major Hans-Joachim Ehlert
    Major Max Bork
    Major Walter von Eichborn
    Major Hans Beigel
    Hauptmann Heinrich Dehning
    Hauptmann Dr. Joseph Wewer
    Hauptmann Erich Heßler
    Hauptmann Ernst Schöningh
    Hauptmann Walter Hammer
    Hauptmann Heinrich Paulsmeier
    Hauptmann Werner Przewisinski
    Hauptmann Max Gruber
    Hauptmann Georg Metzke
    Hauptmann Werner Bodenstein
    Hauptmann Armin Dettmer
    Hauptmann Götz Bennecke
    Hauptmann Günther Siedschlag
    Hauptmann Karl Epp
    Rittmeister Oldwig Otto von Natzmer


    Die Abteilung bereitete die jährlichen Mobilmachungs- und Aufmarsch-Transporte vor.
    Im Bereich des Transportwesens war sie federführend für die ganze Wehrmacht.
    Das Arbeitsgebiet beschränkte sich jedoch auf die Eisenbahn und Binnenschifffahrt.


    Gliederung des Generalstabes des Heeres (Bild 1)


    Für die Aufgaben des Transportwesens wurden mit der Mobilmachung folgende Stellen geschaffen:
    Weitere Informationen hierzu werden (ausser Mineis (L)) seperat behandelt.


    Der Chef des Transportwesens
    Der Chef des Transportwesens verfügte nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen im Auftrage des OKW über die Transportmittel Eisenbahn und Binnenschifffahrt für die Zwecke der Wehrmacht, der Kriegswirtschaft und der übrigen Wirtschaft. Ihm waren der Bevollmächtigte für das Kriegstransportwesen – Heimat, die Kriegstransportdienststellen und der Befehlshaber der Eisenbahneinheiten (Bedeis) mit den diesem unterstellten Eisenbahnpionierverbänden, Eisenbahnbaustäben und Eisenbahnkolonnen unterstellt. (Über die Transportmittel auf den See-Wasserstraßen und über See verfügte das OKM im Auftrage des OKW.)
    Der Chef des Transportwesens war – unbeschadet seiner Aufgabe, die er im Auftrage des OKW durchzuführen hatte – dem Chef GenStdH unterstellt. Er schlug diesem die Ausnutzung der Transportmittel für Zwecke des Heeres vor, bearbeitete nach den Weisungen des Chefs GenStdH die Transporte des Heeres und war ihm für ihre Durchführung verantwortlich. Er schlug ferner die Verwendung der für diese Zwecke des Heeres aufgestellten Kraftwagentransportregimenter vor, die ihm vom Fall zu Fall auch unterstellt werden konnten. Außerhalb des Operationsgebietes regelte der Chef des Transportwesens die Bewegungen größerer motorisierten Verbände auf Reichsautobahnen, Reichs- und Landstraßen.


    Befehlshaber der Eisenbahneinheiten (Bedeis)
    Dem Befehlshaber der Eisenbahneinheiten waren alle für den Bau und Betrieb von Vollbahnen, Feldbahnen und Seilbahnen aufgestellten Heerestruppen unterstellt. Er war deren oberster Fachvorgesetzter mit den Befugnissen eines Infanterie-Kommandeurs. Der Bedeis war dem Chef des Transportwesens unterstellt.


    Bevollmächtigter Kommisar für das Kriegstransportwesen-Heimat
    Der Bevollmächtigte Kommissar für das Kriegstransportwesen – Heimat war das Verbindungsorgan des Chef des Transportwesens zu den zivilen Zentralbehörden des Verkehrswesens (Reichsverkehrsministerium für Eisenbahn, Binnenschifffahrt und Seeschifffahrt; Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen), zum ObdM (Oberbefehlshaber bei der Marine) und zu den Bedarfsträgern (Kriegswirtschaft und übrige Wirtschaft). Er unterrichtete sich über die Leistungsfähigkeit der einzelnen Verkehrsmittel und hielt den Chef des Transportwesens, dem er unterstellt war, unabhängig von dessen Unterrichtung durch die zu ihm abgeordneten Sachbearbeiter des Reichsverkehrsministeriums und des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen, hierüber auf dem Laufenden.


    Landesverteidigung im Reichsverkehrsministerium Gruppe L = Mineis (L)
    Die Gruppe L wurde 1935 gebildet – und bestand bis Kriegsende, während der ganzen Zeit hatte hierfür der Ministerialdirigent Dr. Ing. Friedrich Ebeling die Leitung.
    Im Mobilmachungskalender war vorgesehen, das die Gruppe L zum Chef des Transportwesens tritt, seit Kriegsbeginn verblieb die Gruppe L aber nur zwei Wochen.
    Zurück blieb eine kleine Gruppe von höheren und gehobenen Beamten – Mineis (L) beim Transportchef –unter Leitung des Referenten L 1, Ministerialrat Willy Elias.
    Eine Geschäftsanweisung gab es nicht. (Diese wurde erst nach der Mobilmachung erstellt)
    Die Hauptaufgabe war die Mitwirkung bei der Transportbearbeitung und Befehlsgebung sowie der Sicherstellung des erforderlichen Leermaterials für Truppenbewegungen.
    Im Juli 1941 wurde der Referent L 2, Ministerialdirigent Otto Lüttge, zum Mineis (L) abgeordnet, ihm folgte im September ein Hilfsarbeiter von der Gruppe L , die Aufgabe beider war, den Chef des Transportwesens in der Organisation der Bahnverwaltung, bei dem Einsatz neuer Direktionen und Ämter und der Stellenbesetzung dieser Dienststellen mit Fachkräften sowie der materiellen eisenbahnmäßigen Ausstattung der Bahnen in den besetzten Ostgebieten zu unterstützen.
    Diese Gruppe wird als Verbindungsstelle beim Chef des Transportwesen bezeichnet und bestand bis 23. März 1943.
    Die Gruppe L, dem Reichsverkehrsminister unmittelbar unterstellt, bestand aus 5 Referaten:


    L 1 – Transportangelegenheiten - Ministerialrat Willy Elias
    L 2 – Organisation – Ministerialdirigent Otto Lüttge
    L 3 – Maschinentechnische- und Stoffangelegenheiten
    L 4 – Schutzangelegenheiten (Luftschutz und Bahnschutz)
    L 5 – Transport- und Bauangelegenheiten


    Leiter des Verbindungsstabes des Reichsverkehrsministerium/Eisenbahnabteilungen:


    Mineis (L) Ministerialrat Dr.-Ing. Friedrich Ebeling - ab Mobilmachung (später Ministerialdirigent)
    Mineis (L) Ministerialrat Willy Elias – von Anfang September 1939 bis Februar 1943
    Mineis (L) Reichsbahnoberrat Eugen Kreidler vom 22.2.1943 bis Kriegsende (später Reichsbahndirektor)


    Während des Krieges gewann die Gruppe Mineis (L) immer mehr an Bedeutung.
    Die Gruppe des Mineis (L) arbeitete durchgängig, schnell und unbürokratisch, so hatte diese nur geringen Schriftverkehr, für ihre Tätigkeit wurden fast ausschließlich das Fernsprechnetz und die Fernschreiber benötigt. Die Gruppe war immer mehr Vermittler auch in anderen wichtigen Geschäftsangelegenheiten unter Wahrung der Geschäftsordnung. Der Mineis (L) konnte alle wichtigen Stellen und leitenden Personen im Reichsverkehrsministerium und bei den Reichsbahndirektionen ansprechen. Ein weiterer Vorteil war die geringe Stärke an Personalen in der Gruppe, was aber auch für die Angehörigen dieser Gruppe mit sehr hohen psychischen Anforderungen verbunden war. Die räumliche Trennung vom Reichsverkehrsministerium wirkte sich in der Zusammenarbeit kaum aus, da es bis kurz vor dem Kriegsende ganz hervorragende Fernsprech- und Fernschreibverbindungen gab.
    Die Sprechstellen von Mineis (L) beim Transportchef waren als Anschlüsse des zentralen Basaknotens Berlin geschaltet.


    Stationen des Mineis (L)
    Ab 26.5.1940 Gießen (Verdun-Kaserne) gemeinsam mit der Feldtransportabteilung
    Ab 16.6.1940 Brüssel gemeinsam mit der Feldtransportabteilung
    Ende Juli/Anfang August 1940 Paris?
    Am 30.10.1940 Verlegung von Paris nach Zossen – Lager Maybach I, gemeinsam mit der Feldtransportabteilung
    Ab 23.Juni 1941 Mauerwald (Anna) bei Angerburg, gemeinsam mit der Feldtransportabteilung
    Ende Oktober/Anfang November 1944 Rückverlegung nach Zossen – Lager Maybach I
    Am 17.3.1945 Verlegung in die provisorischen Quartiere nach Erfurt
    Am 27.4.1945 in Bad Reichenhall (Beim Wehrmachtführungsstab Süd)
    Der Mineis (L) und die verkleinerte Abteilung des Chefs des Transportwesens gerieten in Saalfelden am 9.Mai 1945 in amerikanische Gefangenschaft
    Am 25.5 im Kriegsgefangenenlager Pullach bei München und ab 28.8.1945 im großen Sammellager auf dem Flugplatz Aibling/Obb.


    Mit Stand vom 01. Januar 1945 gehörten zum Mineis (L) b. Trsp.Chef:


    Ober-Reichsbahn-Rat Eugen Kreidler - Leiter
    Reichsbahn-Rat Erich Hanst - Vertreter
    Reichsbahn-Rat Erich Kilian
    Reichsbahn-Rat Hans Walter Schlegel
    Reichsbahn-Ober-Inspektor Kaltenbach
    Reichsbahn-Ober-Inspektor Lampe
    Reichsbahn-Inspektor Fächter



    Die Datumsangaben beziehen sich auf den Nachweis in den Quellen.


    Quellen: BV45-VDORB, BN45-KREI, BN45-TES, BN45-RHO, DU-NA-T78-R520, BV45-STBH


    Stand:27.12.2013(MK)

  • Chef des Transportwesens


    Mit der Mobilmachung wurde aus der 5. Abteilung - Transportabteilung die Dienststelle Chef des Transportwesens. Ihr Leiter, Generalmajor Rudolf Gercke, war in Personalunion Chef des Transportwesens der Wehrmacht. (Bild 1)


    Dem Chef des Transportwesens unterstanden folgende Einheiten:


    Wehrmachtstransportleitungen, Transport Gruppe,
    Generale des Transportwesens, Bevollmächtigte Transportoffiziere,
    Transport-Kommandanturen, Transportoffiziere, Transport-Verbindungs-Stäbe,
    Bahnhofs-Kommandanturen I und II, Bahnhofsoffiziere,
    Ausladekommissare, Weiterleitungsstellen,
    Eisenbahntransportabteilungen, Wehrmachts-Verkehrs-Direktionen,
    Außenstellen des Chefs des Transportwesens, Sonderstäbe z.b.V.,
    Ausbildungs- und Ersatzeinheiten,
    Wasserstraßen-Abteilungen und Wasserstraßen-Räumkommandos.
    Einheiten die dem General der Eisenbahneinheiten/ -truppen unterstanden (siehe dort),


    Zeitweise unterstanden dem Chef des Transportwesens:


    Eisenbahn-Nachrichteneinheiten bis ca. Anfang 1942
    Eisenbahn-Panzerzüge bis zum 01.April 1943


    Dem Chef des Transportwesens unterstanden nicht, waren aber auf Zusammenarbeit angewiesen:


    Lazarettzüge, Eisenbahn-Labor-Zug,
    Eisenbahn-Sicherungs-Einheiten,
    Bahnhofspolizei, Bahnhofswachen und Streifenabteilungen,
    Streckenschutzzüge, Panzertriebwagen,
    Eisenbahnartillerie- und Eisenbahn-Flak-Einheiten,
    Eisenbahn-Küchenwagen-Abteilungen,
    Kraftwerk-Eisenbahn-Kompanien, Eisenbahn-Propaganda-Züge,
    Bekleidungs-Instandsetzungs-Eisenbahnzüge,
    Bauzüge der Deutschen-Reichsbahn, Firmen-Bauzüge,
    Begleitkommandos für Eisenbahn-Kriegsbrücken.


    Seine Dienstpflichten gegenüber dem Heer:


    Er schlägt dem Chef des Generalstabes die Ausnutzung der Transportmittel für die Zwecke des Heeres vor, bearbeitet nach den Weisungen des Chef des Generalstabes die Transporte des Heeres und ist ihm für ihre Durchführung verantwortlich.


    Im Rahmen der Mobilmachungsübung am 22.08.1939 des Oberkommandos des Heeres, verlegten Vorkommandos der einzelnen Dienststellen von Berlin nach Zossen/Wünsdorf.
    Am 26.August 1939 stellte die Mehrheit der Abteilungen die Arbeitsbereitschaft her.
    Der Stab des Chefs Transportwesens - mit 244 Personen die größte Dienststelle des HQu OKH - kam entsprechend der Mobilmachungsplanung in der Heeressportschule in Wünsdorf - Unterkunft IIIc - unter.
    Im November waren die Bauarbeiten an Maybach - I in Zossen abgeschlossen, der Stab des Chefs Heerestransportwesens zog in das Bunkerhaus A9 um.


    Der Chef des Heerestransportwesens war zu Beginn des Westfeldzuges noch in Zossen geblieben, da die Truppenbewegungen vor und unmittelbar nach Beginn der Operationen ein Höchstmaß an Organisation und Koordinierung erforderten. (Die anderen Abteilungen des OKH waren nach Gießen und n ach Münstereifel verlegt worden)
    Aus dem genannten Gründen erfolgte erst am 22. Mai 1940 der Umzug nach Gießen.
    Am 16. Juni 1940 verlagerte sich das Zentrum der militärischen Transportorganisation und -koordinierung dann nach Brüssel.
    Der Chef des Heerestransportwesens verlegte Ende Juli 1940 von Brüssel nach Paris.


    Da die Führungsaufgabe des Feldzuges gegen England entfiel verlegte das Hauptquartier des OKH in seinen Sonderzügen zurück nach Zossen.


    Das OKH verfügte über folgende Sonderzüge:


    - Sonderzug 1 OKH/ObdH
    - Sonderzug 2 OKH/ChefGenStdH
    - Sonderzug 3 OKH/GenStdH/Chef des Transportwesens
    - Sonderzug 4 OKH/GenStdH/Chef Heeresnachrichtenwesens


    Tarnnamen der Sonderzüge:
    Afrika für den 1.Sonderzug des HQu OKH (ObdH) 1939 - 1943
    Australien für den 3.Sonderzug HQu OKH (Chef HTrW) 1939 - 1943
    Braunschweig für den 1. Sonderzug HQu OKH 1943 - 1945
    Europa für den 2.Sonderzug des HQu OKH (Chef GenStdH) 1939-1943
    Gustav für den 4.Sonderzug des HQu OKH 1939 - 1943
    Ostpreußen für den 3.Sonderzug des HQu OKH (Chef HTrW) 1943 - 1945
    Schwaben für den 4.Sonderzug des HQu OKH 1943 - 1945
    Württemberg für den 2.Sonderzug des HQu OKH (Chef GenStdH) 1943 - 1945


    Diese Züge dienten bei Verlegungen in Feldquartiere oder für Fahrten an die Front.
    Die Züge wurden in der Nähe der jeweiligen Feldquartieren in ständiger Bereitschaft gehalten.


    Die Anlage Maybach - II in Zossen war am 31. Oktober 1940 fertiggestellt.
    In die neuen Bunkerhäuser hielten die zahlenmäßig starken Abteilungen des Generalquartiermeisters und des Chefs Heerestransportwesens, sowie die Waffengeneralen Einzug.


    Am 19. Februar meldete der Chef des Transportwesens an den Chef GenStdH Halder, das für den Gesamtaufmarsch - Barbarossa - noch über 15.000 Eisenbahnwaggons sowie täglich 96 Züge laufende Versorgung notwendig sind.
    Wurden aus Geheimhaltungsgründen im Februar/März nur 12 Transportzüge pro Tag in Marsch gesetzt, so waren es ab Mitte April - nach Einführung des Höchstleistungsfahrplans für die Reichsbahn täglich 48 Truppentransporte in die Ausgangsräume. Im Zeitraum vom 8. April bis 20. Mai wurden mit der Reichsbahn 17 Divisionen nach dem Osten verlegt, im Zeitraum vom 23. Mai bis 23. Juni wurden 35 Divisionen mit der Reichsbahn verlegt.


    Am 22. Juni 1942 wurde der Befehl zur Verlegung der Feldstaffel des HQu OKH von Zossen nach “Mauerwald” herausgegeben. Die Verlegung erfolgte ab dem 23. Juni in mehreren Eisenbahntransporten.
    Der neu angelegte Bahnhof in Mauerwald verband das Feldquartier OKH mit dem FHQu “Wolfsschanze”. Es fuhr täglich von hier ein Triebwagen mit dem ObdH bzw. Dem Generalstabchef zum Lagevortrag vor Hitler.
    Unweit vom Bahnhof am Buchenweg lagen die Baracken der operativen Führung des HQu OKH (Operationsabteilung, Abteilung Fremde Heere Ost, Chef Heerestransportwesen, Chef Nachrichtenwesen, Stabskommandant z.b.V.), diese Baracken gruppierten sich um die Dienstgebäude des ObdH und des Chefs GenStdH. Dieser Bereich wurde von der Geheimen Feldpolizei gesichert - betreten des Bereichs nur mit Sonderausweis.
    Ein Pendelverkehr mit Bahn und Bus verband die einzelnen Standorte in einem regelmäßigen Fahrplan miteinander.
    Die beiden Sonderzüge des Generalstabes waren im Bahnhof Steinort und Lötzen stationiert und wurden in ständiger Einsatzbereitschaft gehalten. (Siehe auch beigefügte Karte als Anlage)


    Zitat von General Walter Warlimont (stellv. Chef des WFSt):
    Wenn die Spitzen des Heeres zur Wolfsschanze kamen, so brachte sie ein kleiner grauer Eisenbahnwagen ältester Bauart herüber, fuhr aber Göring vor, dann sperrte ein in Licht und Farben rauschender Dieselzug von mindestens 3 bis 4 modernsten Lang-Wagen, mit weißgekleidetem Personal besetzt und mit allem Bequemlichkeiten ausgestattet, den eingleisigen Schienenstrang auf einer Strecke von 100 und mehr Metern.
    Quelle: Im Hauptquartier der deutschen Wehrmacht 1939-1945 von Walter Warlimont


    Vom Bahnhof Angerburg fuhr jedem Abend ein Kurierzug über Rastenburg nach Berlin, der entsprechende Gegenzug traf morgens in Angerburg ein. Die Fahrkartenausgabe und Sicherung regelte der Kommandant HQu OKH.


    Während des Kriegsverlaufes führte der Chef des Generalstabes zur einheitlichen Unterrichtung seiner Mitarbeiter eine tägliche Morgen- und Abendkonferenz durch, hier war auch immer der Abteilungschef des Heerestransportwesens oder sein Vertreter anwesend.
    (Bild 2 Karte aus dem Jahr 1930)


    Vom 16. 07. 1942 - 30.10.1942 wurde die Feldstaffel des OKH von "Mauerwald" nach Winniza in die Ukraine verlegt.
    Hierhin verlegte "nur" die Feldtransportabteilung des Chefs des Transportwesens.
    Am 31.10. und 1.11.1942 kehrte die Feldstaffel des HQu OKH im Eisenbahntransport aus dem Feldquartier Winniza nach "Mauerwald" zurück.


    Mit Stand vom 15.8.1944 war der Hauptsitz des Chefs des Transportwesens nachwievor in "Mauerwald", nur ein kleiner Teil war in Zossen.


    Im Spätsommer 1944 wurde der Reichsbahntriebwagen der die Führung des OKH zur Lagemeldung in die "Wolfschanze" brachte abgezogen, da er zu viel Dieselkraftstoff verbrauchte.


    Im April 1944, verlegte der Stab des Chefs Heerestransportwesen und in den
    Monaten Oktober und November 1944 die letzten verbliebenen Teile des HQu OKH nach Zossen und Wünsdorf, die Operative Gruppe des Chefs des Heerestransportwesens in die Anlage Maybach II.


    Im Oktober 1944 wurde als zusätzlicher Haltepunkt der Reichsbahn "Lager Zossen" in der Nähe des Haupteingangs eingerichtet.


    Am 23.12.1944 fuhr Guderian als Chef GenStdH mit seinem Sonderzug ins FHQu "Adlerhorst" in Langenhain-Ziegenberg bei Bad Nauheim (Hessen) im Taunus, am 25.12.1944 kehrte der Chef GenStdH mit seinem Sonderzug nach Zossen zurück.


    Im Januar 1945 war der General der Eisenbahntruppen in Wünsdorf untergebracht.


    Es begannen die Verlegungen von Dienststellen des HQu OKH nach Süddeutschland. Hiervon waren auch Teile des Chefs des Heerestransportwesens betroffen.
    Im Zeitraum vom 13. bis 26.02.1945 verlegten mit 23 Eisenbahntransporten die entbehrlichen Teile des HQu OKH in den Alpenraum (Tarnname Serail). Diese Dienststellen kamen in der Mehrheit in den Kasernen von Bad Reichenhall unter.
    Bis in den März 1945 gab es noch eine tägliche D-Zugverbindung zwischen Berlin und Salzburg, diese Züge fuhren überwiegend in der Nacht wegen der Fliegerangriffe, somit war der Austausch von Kurieren und Dokumenten gewährleistet.


    Am 26.02.1945 erging von Guderian der Befehl , das Lager Zossen bis auf eine sogenannte Führungsstaffel HQu OKH (795 Personen) zu räumen, die Teile des HQu OKH, die Zossen verlassen mussten, wurden als Arbeitsstaffel bezeichnet und sind nach Ohrdruf verlegt worden (Tarnname Olga). In den Nachtstunden des 27.02.1945 fuhren die ersten beiden Transportzüge in Richtung Thüringen. Hier in Ohrdruf gab es aber nur Behelfsquartiere.
    Auf Grund der alliierten Bombenangriffe auf Zossen fuhren am 17.03.1945 weitere Transportzüge in Richtung Thüringen. Bis zum 23.03.1945 hatte die sogenannte Arbeitsstaffel HQu OKH Zossen und Wünsdorf verlassen. Teile des Chefs des Heerestransportwesens waren in Gotha in Quartier.
    Da sich die Lage im Raum Olga kritisch gestaltete, die 3.US-Armee erreichte am 01.04.1945 Eisenach, begannen am 31.3.1945 erneut Eisenbahntransporte von Olga nach Serail. Am 5.4.1945 wurde Ohrdruf durch die amerikanischen Truppen besetzt.
    Bis zum 6. April hatte dann der größte Teil des ehemaligen HQu OKH im Raum Serail Unterkünfte bezogen.


    Vorbeugend war schon am 11.4.1945 im Hinblick auf die Erschwerung einer zentral geleiteten Führung die Bildung von zwei Außenkommandostellen für den Generalquartiermeister, den Chef Transportwesen und den Chef Nachrichtenwesen, jeweils für den Nord- und Südbereich festgelegt worden. Diese Außenstellen bildeten die Grundlage für die Führungsstäbe A und B.


    Am 15.4.1945 (Führerbefehl) begann die Verlegung der verbliebenen Stabsteile des Generalquartiermeisters, des Chef Transportwesen und des Chef Nachrichtenwesen, in den nord- und süddeutschen Raum.
    Am 20. April verliessen die letzten Stabseinheiten Zossen in Richtung Potsdam Eiche.
    Um 6:00 Uhr des 22.4.1945 war Zossen vollständig von der 3. Garde-Panzerarmee erobert.


    In den Führungsstäben A und B arbeiteten, unabhängig voneinander, auch die Heerestransportleitung.


    Im Führungsstab A war der Chef des Transportwesens Generalmajor Matthias Peters.
    Am 20. April 1945 wurde er zum Wehrmachttransportchef Nord ernannt.


    Im Führungsstab B war der Chef des Transportwesens Generalmajor Karl Theodor Koerner. (Bild 3)


    General der Infanterie Gercke war zu diesen Zeitpunkt "lazarettkrank".


    Die Datumsangaben beziehen sich auf den Nachweis in den Quellen.


    Quellen: BN45-HOF, BN45-KREI, BN45-TES, BN45-RHO, DU-NA-T78-R520, (Bild 4 NA-T78-R415)


    Stand:21.12.2013(MK)

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    Grüße Matthias

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  • Die Vertreter des Chef des Transportwesens
    Hier sind im einzelnen die Vertreter in ihrer Bezeichnung/Funktionen in den jeweiligen Zeiträumen zur besseren Übersicht genannt, die bei Abwesendheit den Chef des Transportwesens, General Rudolf Gercke, vertraten.


    Der Chef des Stabes
    Oberstleutnant i.G. Hermann Kaiser---Mobilmachung bis 14.Januar 1940


    Chef der Feldtransportleitung - ab 15.Januar 1940 bis April 1943
    Oberst i.G. Max Hermann Bork---15.Januar 1940 bis 16.Januar 1942
    Oberst i.G. Karl Theodor Koerner---17.Januar 1942 bis April 1943


    Urlaubs- /Krankenvertretung
    Generalleutnant Rolf Wuthmann---April 1943 - Juni 1943


    Chef der Feldtransportleitung
    Oberst i.G. Karl Theodor Koerner---Juni 1943 bis 30.April 1944


    Bevollmächtigter General
    Generalmajor Karl Theodor Koerner---ab 01.Mai 1944 bis Kriegsende


    Die Datumsangaben beziehen sich auf den Nachweis in den Quellen.


    Quellen: BN45-KREI, BN45-TES, BN45-RHO, BV45-HDV, BV45-STBH


    Stand:22.12.2014(MK)

  • Der Stab des Chefs des Transportwesens


    Der Stab des Chef des Transportwesens gliederte sich zu Kriegsbeginn wie folgt:


    - Chefgruppe
    - Bevollmächtigter General
    - Feldtransportabteilung
    - Planungsabteilung
    - Verkehrsabteilung
    - Personalabteilung
    - Heimattransportabteilung/Wehrmachtstransportleitung Mitte
    - Befehlshaber der Eisenbahneinheiten/-truppen/General der Eisenbahntruppe
    - Nachrichtenoffizier
    - Ausbildung und Transportschule
    - Verbindungsoffiziere vom und zum Chef des Transportwesens


    Die Gliederung wurde im wesentlichen, trotz mehrfacher Umgliederungen, Auflösungen und Umbenennungen bis Ende 1944 beibehalten. Weitere Ausführungen hierzu werden in den Abhandlungen der jeweiligen Abteilungen genannt.


    Die Datumsangaben beziehen sich auf den Nachweis in den Quellen.


    Quellen: BN45-KREI, BN45-TES, BN45-RHO, BV45-HDV, BV45-STBH


    Stand:18.01.2014(MK)

  • Chefgruppe des Generals des Transportwesens


    Der persönliche Stab des Transportchefs, der zu Friedenzeiten aus einem Büro-Offizier und einer Schreibkraft bestand, wurde seit der Mobilmachung erweitert.
    Neu wurde ein Chef des Stabes als ständiger Vertreter des Transportchefs eingesetzt, der Büro-Offizier wurde Adjutant. Der Adjutant war für die Dienstpläne, die Kraftwagenanforderungen, die Bearbeitung der Geschäftseinteilungen, der Sonderaufträge des Chefs und den Personalangelegenheiten der aktiven Offiziere und Beamten verantwortlich. (Betreff der Personalangelegenheiten gehörte er zugleich zur Personalgruppe). Des weiteren wurde ein Ordonnanzoffizier, eine persönliche Ordonnanz und Geschäftszimmerpersonal eingesetzt, diese waren für die Kurierdienste und die Erledigung der Sonderaufgaben zuständig. Weiterhin gab es noch den Kommandanten des Stabsquartiers, dieser war für den Innendienst zuständig.
    Im Januar 1940 wurde die Stelle des Chefs des Stabes abgeschafft, dafür wurde eine Chefgruppe eingesetzt. Diese bestand aus einem Gruppenleiter, einen Ordonnanzoffizier und einem Adjutanten.


    Am 8.Juni 1940 wurde die Chefgruppe erheblich erweitert - um einen Stab für die Verlegung in die besetzten Westgebiete zu haben.


    Neu wurde der Leiter der Chefgruppe eingesetzt - dieser war vorübergehend zur Waffenstillstandskommission abgeordnet.
    Der bisherige Gruppenleiter wurde Adjutant mit unterstellten Personal, ihm zur Seite stand das
    Referat C 1:
    Für Fragen der Organisation, des Bahn- und Luftschutzes sowie des Nachrichtenwesens für die besetzten westlichen Gebiete (außer den Niederlanden) und das
    Referat C 2:
    Abteilung Kraftfahrwesen (je ein Offizier u. ein Beamter des RVM)
    Abteilung Schifffahrt und Wasserstraßen (je ein Offizier u. ein Beamter des RVM)
    Generalinspektion für das deutsche Straßenwesen (je ein Offizier u. ein Beamter des RVM)
    Am 21.Juni 1940 wurde dem Transportchef als persönlicher Adjutant ein Reichsbahnrat vom Verkehrsministerium beigegeben.


    Im August 1940 wurde die Chefgruppe erweitert und bestand in folgender Gliederung:
    Untergruppenleiter C (Organisation und Bau im besetzten Westen außer den Niederlanden)
    Referat C1: Organisation
    Referat C2: Eisenbahnen
    Referat C3: Wasser und Landstraßen
    Gruppe Adjutantur: Aufgaben nach Weisung des Transportchefs
    Nachrichtenoffizier mit Unterpersonal


    Ab den 10. Februar 1941, mitten in der Vorbereitungsphase des Russlandfeldzuges , wurde die Chefgruppe aufgelöst, Vorübergehend verblieb ein Ordonnanzoffizier mit unterstellten Personal und ein Adjutant, diese Stellen wurden Ende 1942 nicht mehr besetzt.


    Stellenbesetzung:


    Chef des Stabes:
    Oberstleutnant i.G. Hermann Kaiser---Mobilmachung bis 14.01.1940


    Leiter der Chefgruppe:
    Hauptmann i.G. Reinhard Petri---15.01.1940 bis 07.06.1940
    Oberstleutnant i.G. Eugen Theilacker---08.06.1940 bis 27.10.1940
    Major i.G. Hans Elchlepp---28.10.1940 bis Frühjahr 1941


    Adjutant:
    Hauptmann Ulrich Simons---10.02.1941 bis 01.04.1941
    Major i.G. Hans Sapauschke---20.04.1941 bis Anfang 1942
    Major i.G. Albert Schnez---12.06.1942 bis Ende 1942


    Danach wurde die Stelle nicht mehr besetzt, die Aufgaben wurden nur noch durch Ordonnanzoffiziere erledigt.


    Die Datumsangaben beziehen sich auf den Nachweis in den Quellen.


    Quellen: BV45-STBH, DU-NA-T78-R520, BN45-KREI, BN45-TES, BN45-RHO


    Stand:01.02.2014(MK)

  • Bevollmächtigter General des Chefs des Transportwesens


    Am 1. Mai 1944 wurde auf Betreiben des Chefs des Generalstabes des Heeres die Stelle des - Bevollmächtigten Generals des Chefs des Transportwesens - geschaffen. Wie der Name schon sagte, handelt es sich nicht um einen bestimmten Arbeitsstab, auch nicht um eine planmäßige und dauerhafte - sondern um eine besondere Funktion.
    Dem Bevollmächtigten General wurden nun die einzelnen Abteilungen und Außenstellen mit den gleichen Vollmachten wie dem Chef des Transportwesens unterstellt.
    Um den Bevollmächtigten General die nötige Autorität zu verschaffen, war die Stelle als General ausgeschrieben, nicht zu verwechseln mit den Generalen des Transportwesens diese hatten eine Planstelle als Oberst.
    In den letzten Wochen vor und nach der Kapitulation 1945, wurde infolge der Erkrankung und dem folgenden Ausscheidens von General Rudolf Gercke, der Bevollmächtigte General zum Chef des Transportwesens.


    Bevollmächtigter General:
    Generalmajor Karl-Theodor Koerner ---01.05.1944 bis Kriegsende


    Ab 20.April 1945 erfolgte eine Aufteilung des Stabes des Transportwesens in eine Nord- und eine Südgruppe. Die Nordgruppe wurde dem Führungsstab A des Heeres, die Südgruppe dem Führungsstab B (auch Außenstelle OKW-Süd genannt) zugeteilt.


    Bevollmächtigter General des Transportwesens A
    Generalmajor Matthias Peters---20.April 1945 bis 23.05.1945


    Bevollmächtigter General des Transportwesens B und Vertreter Chef des Transportwesens
    Generalmajor Karl-Theodor Koerner ---20.April 1945 bis Kriegsende


    Die Datumsangaben beziehen sich auf den Nachweis in den Quellen.


    Quellen: BV45-STBH, DU-NA-T78-R520, BN45-KREI, BN45-TES, BN45-RHO


    Stand:22.12.2013(MK)

  • Transportgruppe/Feldtransportabteilung


    Aus der bisherigen Gruppe I der 5. Abteilung des Generalstabes des Heeres wurde die Transportgruppe des Chefs des Transportwesens gebildet, am 15. Januar 1940 in Feldtransportleitung umbenannt und umgegliedert. Zu diesen Zeitpunkt erfolgte auch die Angliederung der Verbindungoffiziere von und zum Chef des Transportwesens (war eigenständige Gruppe), weiterhin wurde auch der Verbindungsstab des Reichsverkehrsministerium - Eisenbahnabteilungen angegliedert.


    Im Sommer 1940 wurde die Feldtransportabteilung beim Chef des Transportwesens mit der Feldpostnummer 22445 in die Feldpostübersicht eingetragen.


    Seit Anfang 1941 gab es folgende Gruppengliederung:
    Ia, Ib, Ic, Id (nur bis Frühjahr 1940) und Ie


    Übergeordnet war der Ia als 1. Generalstabsoffizier der gleichzeitig die Vertretung des Chefs Transportwesens wahrgenommen hatte. Nach der Schaffung des Bevollmächtigten Generals des Chef des Transportwesens als Stellvertreter des Chefs des Transportwesens blieb die Stelle des Ia weiter erhalten. Änderungen in der Gliederung gab es nur durch den Wegfall der Gruppe Ie und die Wiederherstellung der Gruppe Id.


    Gruppe Ia:
    Verantwortlich für Truppentransporte
    Zusammenarbeit mit dem Reichsverkehrsministerium Abteilung Landesverteidigung
    Forderungen an Eisenbahnen und Ausbau
    Heimattransportabteilung (September 1943 aufgelöst)
    Die Gruppe I a war rund um die Uhr besetzt und hatte einen O.v.D.


    Gruppe Ib:
    Verantwortlich für Versorgungs- und Materialtransporte
    Verwundetentransporte
    Wirtschaftstransporte (außer Heimatkriegsgebiet)
    Zusammenarbeit mit dem Reichsverkehrsministerium Abteilungen Kraftfahrwesen, Schifffahrt und Wasserstraßen
    Forderungen an Binnenwasserstraßen
    Einsatz von Transportdienststellen
    Die Gruppe I b war rund um die Uhr besetzt und hatten einen O.v.D.


    Gruppe Ic:
    Forderungen an den Straßenbau
    Zusammenarbeit mit dem Generalinspektor für das Straßenwesen
    Fragen des Luftschutzes (ging 1942 an die Planungsabteilung)
    Wehrmachtsreiseverkehr


    Gruppe Id (bis Frühjahr 1940, dann wieder ab Frühjahr 1943)
    Ausbildung und Erfahrungen


    Gruppe Ie (ging zwischen 1942 und 1943 an die Planungsabteilung)
    Ausland und Abwehr.


    Zeichenstelle


    Registratur



    Stellenbesetzung:


    Chef der Feldtransportleitung (Transportgruppe bis 15.01.1940)


    Oberst i. G. Max H. Bork---Mobilmachung bis 16.01.1942
    Oberst i. G. Karl-Theodor Koerner---17.01.1942 bis 30.04.1944
    Oberst i. G. Reinhard Petri ---01.05.1944 bis 08.05.1945


    Personale der Feldtransportabteilung Stand 22.Juni 1941


    Oberstleutnant i.G. Max H. Bork - Chef der Abteilung


    Major i.G. Karl Körner - Gruppen Leiter Ia
    Hauptmann i.G. Kurt Hartmann
    Hauptmann Eberhard von Pfister ---07.04. bis 31.10.1941
    Hauptmann L.3 Albert Schnez---bis 31.10.1941
    Hauptmann i.G. Albert Schindler - Gruppen Leiter Ib
    Hauptmann L.3 Konrad Mühllehner---ab 15.03.1941
    Hauptmann L.3 Heinz-Joachim Müller-Lankow - Gruppen Leiter Ic



    Personale der Feldtransportabteilung Stand 01. Januar 1945


    Oberst i. G. Reinhard Petri - Abteilungschef
    Oberst i. G. Franz Engerisser - erster Generalstabsoffizier
    Stabshelferin Art - Vorzimmer


    Gruppe I a
    Oberstleutnant i. G. Karl-Wilhelm Würtz - Gruppen-Leiter
    Major i.G. Walter Gericke - I a 1
    Hauptmann Gerhard Hotz - I a 2
    Hauptmann von Zastrow - I a 2
    Major i.G. Hans-Joachim Braun - I a 3
    Oberleutnant Köhler - I a 4
    Major Ditzer - I a 5
    nicht besetzt - I a 6


    Gruppe I b
    Oberstleutnant i. G. Heinz Burger - Gruppen-Leiter
    Hauptmann Berner - I b 1
    Leutnant Bahrmann - Mitarbeiter I b 1
    Oberleutnant Moralt - I b 2
    Hauptmann Hanser
    Hauptmann Laase - I b 4
    Hauptmann Simon - Leiter der Meldestelle
    Ober-Zahlmeister Seefried - Mitarbeiter der Meldestelle
    Hauptmann Fechner - I b 5/Wi
    Oberleutnant Finke - I b /Wa (gleichzeitig Planungsabteilung I W)


    Gruppe I c
    Major Lichtenberger - Gruppen-Leiter
    Hauptmann Kirsten - Stellv. Gruppen-Leiter
    Oberleutnant Jakob Graffelmann bis 04.Februar 1945


    Gruppe I d
    Oberst i. G. Heinrich Tumma
    Hauptmann Fischer
    Ober-Zahlmeister Klaft


    Zeichenstelle/ Feldtransportabteilung
    Technischer Inspektor Nedorn - Leiter


    Registratur/ Feldtransportabteilung
    Sekretär Lutz - Registratur-Leiter


    Generalstabsoffiziere der Feldtransportabteilung Stand Mitte April 1945
    (Quelle: T78R16 Auszug)

    Oberst i. G. Reinhard Petri - Abteilungschef


    1. G.O.
    Oberstleutnant i. G. Konrad Mühllehner


    Gruppe I a
    Oberstleutnant i. G. Karl-Wilhelm Würtz - Gruppen-Leiter
    Major i.G. Tintelmann - Leiter Ia1
    Major i.G. Hans-Joachim Braun - Leiter Ia3
    Oberstleutnant Heinz Burger - Leiter Ib


    Die Datumsangaben beziehen sich auf den Nachweis in den Quellen.


    Quellen: BN45-KREI, BN45-TES, BN45-RHO, DU-NA-T78-R520, BV45-STBH, DU-NA-T78-R399, DU-NA-T78-R672


    Stand:27.07.2014(MK)

  • Planungsabteilung


    Mit der Mobilmachung wurden die bisherigen Gruppen III und IV der 5. Abteilung des Generalstabes des Heeres in Bau- und Betriebsgruppe bzw. in Organisationstruppe umbenannt. Bei der Umgliederung im Januar 1940 entstand daraus die Planungsabteilung, für eine kurze Zeit gehörte auch die Personalgruppe dazu, die aber im Juni 1940 als eigene Abteilung wieder ausgegliedert wurde.

    Im Sommer 1940 wurde die Planungs-Abteilung beim Chef des Transportwesens mit der Feldpostnummer 03122 in die Feldpostübersicht eingetragen (ab Herbst 1943 ging die Nummer an die Verkehrsabteilung). Ab dem 19.3.1945 wurde die Feldpostnummer 35403 an den Chef Transportwesen Planungs-Abteilung vergeben.


    Die Aufgaben der Planungsabteilung bestand im wesentlichen aus folgenden Aufgabengebieten:


    • Planung einer Operation: Sie stellt Kräfte und Material zur Verfügung, um zerstörte Schienenwege, Binnenwasserstraßen und Durchgangstraßen wieder herzustellen und den Betrieb auf diesen wiederaufnehmen zu können


    • Während einer Operation war sie zuständig für die Wiederherstellung der Verkehrslinien, für den Ausbau und der Leistungssteigerung der Eisenbahnen und Wasserstraßen, für ihre personelle Besetzung, für den Bau von Feld- und Seilbahnen zur Ergänzung der der bestehenden Verkehrsnetze, Herausgabe und Herstellung von Karten von allen Verbindungslinien.


    • In den besetzten Gebieten für die endgültige Widerherstellung der Verkehrswege und deren weiteren Ausbau, für das Heimatkriegsgebiet sinngemäß bis zur Schaffung der selbstständigen Verkehrsabteilung.


    • Aufgaben des Luftschutzes


    • Ab 1942/43 (wohl Jahreshälfte 1943) Aufgaben des Auslandsnachrichtendienstes (siehe auch Ie Feldtransportabteilung)


    Eine engen Zusammenarbeit mit dem auf diesen Gebieten zuständigen Stellen des Reichsverkehrsministeriums und der Generalinspektion war zwingend.


    Im Auftrag des Transportchefs wurde der Abteilung die wohl wichtigste Aufgabe übertragen, die Führung über sämtliche nachgeordneten Dienststellen und Truppen mit folgenden Schwerpunkten:


    - Aus- und Aufbau der eigenen Organisation im Reich und in den Besetzten Gebieten.
    - Organisation und Führung der Eisenbahntruppen im Einsatz (mit Hilfe von deren zum Stabe gehörigen Befehlshaber/General)
    - Einsatz und Aufbau der Eisenbahnbetriebstruppen und der Feldwasserstraßeneinheiten


    Bis Mai 1941 gehörte eine selbständige Demobilmachungsgruppe zur Planungsabteilung, diese ging an das Referat Ia der Feldtransportabteilung.
    Zur Jahreswende 1940/41 ging das Nachrichtenreferat an den Nachrichtenoffizier.
    Ab Mitte 1941 war ein Leitender Sanitätsoffizier beim Chef des Transportwesens angegliedert, ihm unterstanden alle Sanitätsorgane im Bereich des Transportchef, er war für deren Einsatz und personellen wie materielle Betreuung zuständig. Im Sanitätsdienst des Transportwesens waren mindestens 3270 Mann im Einsatz. Der Sanitätsoffizier unterstand dem Heeresarzt beim Generalquartiermeister fachlich und truppendienstlich.


    Die Einheiten für den Bau und Betreib von Eisenbahnen und Wasserstraßen wurden unmittelbar von der Planungsabteilung geführt (zum Teil unter Führung des Generals der Eisenbahntruppen).


    Mit der Verlegung des Hauptquartiers des OKH nach Ostpreußen am 23.Juni 1942 wurde die Planungsabteilung in zwei Staffeln geteilt.
    1. Staffel begleitete den Chef des Transportwesens in das Hauptquartier.
    2. Staffel verblieb mit Sitz in Berlin (nicht Zossen), um die enge Verbindung zu den zivilen Verkehrsträgern und andere Behörden, wie sie die technischen und verwaltungsmäßigen Aufgaben erforderten, sicherzustellen - bis zur Bildung der Verkehrsabteilung am 15.12.1942.


    Nach grundsätzlicher Genehmigung aller Planungen durch den Transportchef arbeiteten seine Abteilungen ihren Ressorts entsprechend selbständig und befehlsführend. Alle dem Chef des Transportwesens unterstehenden Transportdienststellen waren an die Befehle der Abteilungen gebunden.


    Die Abteilung geriet im Mai 1945, im Raum Bad Reichenhall in amerikanische Kriegsgefangenschaft.


    Stellenbesetzung:


    Chefs der Planungsabteilung


    Oberstleutnant Hellmuth Dorn (Leiter Bau-u. Betrieb)---Mobilmachung bis 14.01.1940
    Oberstleutnant Oskar Schaffitzel (Leiter Organisationsabt.)--Mobilmachung bis 14.01.1940
    Oberstleutnant i.G. Hermann Kaiser---15.01.1940 bis 14.09.1940
    Oberstleutnant i.G. Anton Glasl---15.09.1940 bis 01.09.1941
    Oberstleutnant i.G. Karl-Theodor Koerner---02.09.1941 bis 16.01.1942
    Oberstleutnant i.G. Eberhard von Schönfeldt---17.01.1941 bis 31.12.1942
    Oberst i.G. Hans von Raesfeld---Mitte Dezember 1942 bis 30.09.1943
    Oberstleutnant i.G. Alexander Praetorius---01.10.1943 bis 31.01.1944 - in Vertretung
    Oberst i.G. Johannes Härtel---01.02.1944 bis 08.05.1945


    Personale der Planungsabteilung Stand 22.Juni 1941


    Oberstleutnant i.G. Anton Glasl---15.09.1940 bis 01.09.1941 - Chef der Abteilung


    Major i.G. Georg Heil---bis 01.10.1941
    Major i.G. Arthur Weber
    Hauptmann August Hermani---ab 01.05.1941
    Hauptmann Hans Klein---ab 01.05.1941


    Personale der Planungsabteilung Stand 01. Januar 1945


    Oberst i. G. Johannes Härtel - Abteilungschef
    Stabshelferin Glock - Vorzimmer


    Gruppe I
    Oberstleutnant i. G. Eberhard Boehm - Gruppen-Leiter
    Major i.G. Kurt Schütz - Ia
    Hauptmann Naseband - Ia E
    Hauptmann Hans-Joachim Vogel - Ia F
    Oberzahlmeister Marwinski - Ia T
    Stabsintendant Steitz - - Ib V
    Oberstleutnant Ruske - I K
    Oberleutnant Finke - I W (gleichzeitig Feldtransportabteilung I b /Wa )


    Gruppe III
    Major i.G. Heinrich Bucksch - Gruppenleiter
    Major i.G. Konrad Buhl - Gruppenleiter April 1945 bis 08.Mai 1945


    IIIa
    Oberfeldintendant Starke - IIIa 1/2
    Major Friedigkeit - IIIa 3
    Oberfeldintendant Mertens - IIIa W
    Oberleutnant Skiebe - IIIa 4
    Amtmann Ritter - III K


    IIIb
    Hauptmann Reimer - IIIb 1
    Leutnant Waschkowski - IIIb 2
    Hauptmann Wolfgang Strehl - IIIb 3
    Hauptmann Fichtner - IIIb 5
    Major Dyck - IIIb Ausland
    Oberzahlmeister Becker - IIIb Ausland


    Registratur
    Sekretär Jockda - Registratur-Leiter



    Für den Zeitraum 1942 bis 1944 fehlen die organisatorischen Unterlagen der Planungsabteilung fast völlig komplett.



    Die Datumsangaben beziehen sich auf den Nachweis in den Quellen.


    Quellen: BN45-KREI, BN45-TES, BN45-RHO, BV45-STBH, DU-NA-T78-R399, DU-NA-T78-R672 DU-NA-T78-R520, DU-NA-T78-R130


    Stand:18.01.2014(MK)

  • Verkehrsabteilung


    Die Verkehrsabteilung wurde am 15.12.1942 aus der 2. Staffel der Planungsabteilung in Berlin gebildet.


    Im Dezember 1942 wurde die Verkehrs-Abteilung beim Chef des Transportwesens mit der Feldpostnummer 03122 in die Feldpostübersicht eingetragen.


    Die Verkehrsabteilung übernahm den größten Bestandteil aus dem Referat IV der Planungsabteilung, damit lag der Schwerpunkt der Verkehrsabteilung in der Beschaffung von Eisenbahnmaterial aller Art, insbesondere auch für die verschiedenen Truppen, auf dem Gebiet des Tarifwesens, der Verkehrsabstimmung mit dem RVM, Verkehrsgesetzen, sowie den Finanz-, Haushalts- und äußeren Verwaltungsangelegenheiten.
    In all diesen Aufgaben war eine enge Zusammenarbeit mit dem Reichsverkehrsministerium und die Wahrung der Interessen des Chefs des Transportwesens ihm gegenüber, von größter Bedeutung.
    Vorübergehend bis zum Frühjahr 1944 war der Eisenbahnbau im Reichsgebiet der Verkehrsabteilung angegliedert.
    Der Verkehrsabteilung war für die materielle Betreuung ab Ende 1941, der Feldeisenbahnnachschubstab unterstellt.
    Nach Auflösung der Heimattransportleitung im September 1943, gingen einige Aufgaben ebenfalls an die Verkehrsabteilung. Die Gruppe I ging Ende 1944 wieder an die Planungsabteilung.


    Gliederung:


    Gruppe I-----Haushaltsmittel und Kontingente
    Gruppe II----Vorschriften und Gesetze
    Gruppe III---Eisenbahnbau im Reichsgebiet
    Gruppe IV---Verwaltung und Tarifangelegenheiten
    Gruppe V----Rollendes Eisenbahnmaterial und Verladegeräte
    Gruppe VI---Nachschub von Eisenbahngerät für die Eisenbahnbetriebstruppen


    Stellenbesetzung:


    Chef der Verkehrsabteilung:


    Oberst Oskar Schaffitzel---15.Dezember 1942 - 08.Mai 1945



    Die Datumsangaben beziehen sich auf den Nachweis in den Quellen.


    Quellen:
    Quellen: BN45-KREI, BN45-TES, BN45-RHO, BV45-STBH, DU-NA-T78-R399, DU-NA-T78-R672 DU-NA-T78-R520, DU-NA-T78-R130

    Grüße Matthias

  • Personalabteilung


    Mit der Mobilmachung im August 1939 wurde die gesamte Personalbearbeitung aus der bisherigen Gruppe IV herausgenommen und der neuen Personalgruppe zugeteilt. Die Personalgruppe bestand bis 14.01.1940.
    Am 15.01.1940 wurde die Personalgruppe in Personalgruppe II bei der Planungsabteilung angegliedert. Am 18.06.1940 wurde sie als selbständige Personalgruppe geführt. Von Juli 1940 bis 14.10.1941 wurde sie als Planungsgruppe dem Transportchef direkt unterstellt. Mit dem 15.10.1941 wird sie in der Gliederung des Stabes des Chefs des Transportwesens als Personalabteilung geführt. Die Organisation der Personalreserven für Transportdienststellen bestand während des Zweiten Weltkrieges aus der Führerreserve und der Personalreserve. Zur Führerreserve gehörten Offiziere und Beamte, zur Personalreserve Unteroffiziere und Mannschaften. Zwischen 1941 und November 1943 unterschied man zwischen Führerreserve A und Führerreserve B.


    Zur Führerreserve A, gehörten Offiziere, die als Spezialisten für die verschiedenen Arbeitsgebiete des Transportwesens voll ausgebildet und kriegsverwendungsfähig waren, diese waren in der Lage bei plötzlichen Ausfällen, erforderlichen Verstärkungen oder Neuaufstellungen innerhalb 48 Stunden zum Einsatz in Marsch gesetzt zu werden.


    Zur Führerreserve B, gehörten die Offiziere an die neu ins Transportwesen kamen und noch ausgebildet werden mussten, auf die Freimachung einer Planstelle warteten oder wegen Urlaub, Erkrankung, Studium und ähnlichem nicht zur Verfügung standen.


    Im Juni 1944 wurden alle Personalreserven des Transportchefs zu einer Ausgleichstaffel Chef des Transportwesens zusammengefasst.


    Gliederung:


    - Gruppe II a - Stellenbesetzung der Offiziere und Sonderführer in Offiziersstellen bei Transportdienststellen, Eisenbahnpionieren und Feldeisenbahneinheiten, Offiziersausbildungslehrgängen, Versetzungen, Kommandierungen, Gerichtsverfahren, Unabkömmlichkeiten, Fürsorgeangelegenheiten, Beschwerden.


    Unterteilt in:
    Gruppe II a T - Stellenbesetzung der Offiziere und Sonderführer in Offiziersstellen bei Transportdienststellen und Eisenbahnpionieren
    Gruppe II a E - Stellenbesetzung der Offiziere und Sonderführer in Offiziersstellen bei den Eisenbahnbetriebstruppen


    -Gruppe II b - Stellenbesetzung für Beamte, Sonderführer, Unteroffiziere, Mannschaften, Ausbildungslehrgängen, Versetzungen, Kommandierungen, Gerichtsverfahren, Unabkömmlichkeiten, Fürsorgeangelegenheiten, Beschwerden, Überwachung der Soll- und Iststärke der Transportdienststellen, Eisenbahnpionieren und Feldeisenbahneinheiten


    Unterteilt in:
    Gruppe II b T - Stellenbesetzung für Beamte, Sonderführer, Unteroffiziere, Mannschaften bei Transportdienststellen und Eisenbahnpionieren.
    Gruppe II b E - Stellenbesetzung für Beamte, Sonderführer, Unteroffiziere, Mannschaften bei den Eisenbahnbetriebstruppen


    - Gruppe II c - Orden und Ehrenzeichen, Aufsicht über die Personalpapiere, Stellenbesetzungsunterlagen für Kommandeure, Generalstabsoffiziere und Kommandanten der Transportdienststellen, Eisenbahnpionier- und Feldeisenbahneinheiten, Dienstalterlisten


    - Gruppe II K - Karteimittel für Offiziere, Sonderführer im Offiziersrang und Beamte, Überwachung der Soll- und Iststärke bei den Transportdienststellen, Eisenbahnpionieren und Feldeisenbahneinheiten


    - Gruppe II E - wurde der 2.Staffel der Planungsabteilung angegliedert und bearbeitete die personellen Angelegenheiten von Soldaten, die im Zivilberuf Eisenbahner waren, die jetzt allen Dienststellen und Einheiten angehörten. Sie hatte Marschreserven aus solchen Eisenbahnern zu bilden, und diese als Soldaten aus der Ersatzwehrmacht und den Wehrmachtteilen herauszuziehen.


    - Gruppe II H - Disziplinar- und Rechtsfragen, Nationalsozialistischer Führungsoffizier


    - Gruppe IV b - Leitender Sanitätsoffizier beim Chef des Transportwesens


    Am 16.3.1945 wurde die Personalabteilung beim Chef des Transportwesens mit der Feldpostnummer 35748 in die Feldpostübersicht eingetragen.


    Grundsätzlich hatte der Chef des Transportwesens gegenüber seinem Stabe und allen sonst unterstellten Soldaten in personeller und disziplinarischer Hinsicht die Befugnisse eines Divisionskommandeurs.


    Stellenbesetzung:


    Chef der Personalabteilung:


    Leiter der Personalgruppe:
    Oberstleutnant Hans-Gotthard Merkel---Mobilmachung - 14.01.1940


    Leiter der Gruppe II (Personal) der Planungsabteilung:
    Oberstleutnant Theodor Pilling ---15.01.1940 - 17.06.1940


    Leiter der selbstständigen Gruppe II (Personal):
    Oberstleutnant Theodor Pilling---18.06.1940 - Juli 1940


    Leiter der Personalgruppe:
    Oberstleutnant Theodor Pilling---Juli 1940 - 02.03.1941
    Oberstleutnant Günther Klammt---03.03.1941 - 14.10.1941


    Leiter der Personalabteilung:
    Oberst Günther Klammt---15.10.1941 - 31.10.1942
    Oberstleutnant Hans-Otto Kutzbach---01.11.1942 - 08.05.1945


    Personale der Personalabteilung Stand 01. Januar 1945


    Oberstleutnant i. G. Hans-Otto Kutzbach - Abteilungschef
    Oberleutnant Brüderle - IIc -Mitarbeiter


    Gruppe II T
    Major Rüdiger - Gruppen-Leiter IIa T
    Oberleutnant Peters - IIb T


    Gruppe II H
    Hauptmann Kausche - Gruppen-Leiter


    Gruppe II E
    Hauptmann Dickertmann - Gruppen-Leiter IIa E
    Oberleutnant Stutzenberg - IIb E


    Gruppe IV b (Leitender San.Offz. b. Chef Trspw.)
    Ober-Feldarzt Dr. Schendel
    Ober-Stabs-Arzt Dr. Bornemann


    Gruppe Kommandant d. St.Qu. Chef Trspw.
    Hauptmann Kison - Kommandeur
    Hauptfeldwebel Stulgies
    Fourier und Poststelle
    Rechnungsführer
    Ordonnanzen St 1
    Ordonnanzen St 14
    Ordonnanzen L 4
    Ordonnanzen L 7
    Ordonnanzen L 12
    Ordonnanzen L 13
    Ordonnanzen L 15
    Ordonnanzen M 1



    Die Datumsangaben beziehen sich auf den Nachweis in den Quellen.


    Quellen:
    Quellen: BN45-KREI, BN45-TES, BN45-RHO, BV45-STBH, DU-NA-T78-R399, DU-NA-T78-R672 DU-NA-T78-R520, DU-NA-T78-R130

    Grüße Matthias

  • Nachrichtenoffizier beim Stab des Chef des Transportwesens


    Vom Beginn des Krieges bis zur Beendigung des Westfeldzuges wurde das Nachrichtenwesen durch das Referat IVd der Planungsabteilung wahrgenommen. Im August 1940 entstand die Gruppe Nachrichtenoffizier, geführt von einem Offizier und einem höheren technischen Beamten. Bis etwa Februar 1941 war sie der Cheftruppe zugeteilt. Danach wurde die Gruppe des Nachrichtenoffiziers selbständig.
    Die Aufgaben des Nachrichtenoffiziers bestanden aus der Beratung des Transportchefs in allen Fragen der Nachrichtenverbindungen, in der Zusammenarbeit mit dem Chef des Nachrichtenwesens, sowie in der Bearbeitung und Weiterleitung aller Forderungen des Chefs des Transportwesens für das gesamte Transportnachrichtennetz. Weiterhin verantwortlich war der Nachrichtenoffizier für die Versorgung der in der Heimat verbliebenen Teile des Stabes mit Nachrichtenmitteln, ebenso für die Nachrichtenmittel im besetzten Westen.
    In enger Koordination mit dem General der Eisenbahntruppen und dem Postministerium war der Nachrichtenoffizier dafür verantwortlich, das bei dem Ausbau bzw. der Wiederherstellung der Bahnen, die Belange des transporteigenen Netzes (Hektor) und die Basa-Anschlüsse (Bahnselbstanschluss) gewahrt blieben.
    Eine weitere Aufgabe war die Betreuung der von der Heeresnachrichtentruppe eingerichteten Netze der einzelnen Transportdienststellen.
    Gemeinsam mit der Personalabteilung hatte er die personellen Fragen der zur Verfügung stehenden Nachrichtensoldaten zu bearbeiten.
    Eine Aufstockung erfuhr die Gruppe des Nachrichtenoffiziers im Frühjahr 1942, zu diesem Zeitpunkt wurde auch eine besondere Eisenbahnnachrichtentruppe geschaffen - hier war der Nachrichtenoffizier zusammen mit dem Chef des Heeresnachrichtenwesens für Personal und Material verantwortlich. Ab Herbst 1944 gingen diese Zuständigkeiten alleine an den Chef des Heeresnachrichtenwesens.
    Der höhere technische Beamte war nur noch Sachbearbeiter für den Chef des Transportwesens, und wurde zum Chef Heeresnachrichtenwesens abkommandiert.


    An Nachrichtenpersonal für den eigenen Stab, stand dem Chef des Transportwesens zu Beginn des Krieges eine Kompanie eines Nachrichtenregiments zur Verfügung, zu Beginn des Russlandfeldzuges eine ganze Abteilung die am 20.08.1941 eine Stärke von 1600 Mann hatte. Diese Truppenteile waren für den Nachrichtenbetrieb zuständig und bekamen ihre Einsatzbefehle vom Transportchef.
    In den ersten Kriegsjahren unterstanden den Transportchef 21 Eisenbahnfernsprechkolonnen (später umbenannt in Eisenbahnfernsprechkompanien) diese gehörten zu den Eisenbahntruppen und übten im wesentlichen Baufunktionen aus. Im begrenzten Umfang wurden sie von den Reichsbahnkolonnen und den Feldbahneinheiten von deren nachrichtentechnischen Personal unterstützt.
    Die Stärke der Eisenbahnnachrichtentruppe blieb während des ganzen Krieges begrenzt (3 Regimenter und 14 Abteilungsstäbe).


    Dem Nachrichtenoffizier beim Chef des Transportwesens wurde keine Feldpostnummer zugeteilt.


    Stellenbesetzung:


    Referatsleiter IVd (Organisationstruppe)
    Major Fritz Bercio---Mobilmachung bis 26.9.1939
    Hauptmann Krüger---27.09.1939 bis 14.01.1940


    Referatsleiter IVd (Planungsabteilung)
    Hauptmann Krüger---15.01.1940 bis 00.02.1940
    Oberleutnant Hartwich---00.02.1940 bis 00.06.1940
    Hauptmann Lehnert--- 00.06.1940 bis 00.07.1940


    Nachrichtenoffizier in der Chefgruppe
    Major Michael Ettner---00.07.1940 bis


    Nachrichtenoffizier (selbstständig)
    Oberstleutnant Michael Ettner---bis Frühjahr 1943
    Major Johannes Degener---Frühjahr 1943 bis Ende 1944


    Sachbearbeiter für Nachrichtenwesen des Transportchefs beim Chef Heeresnachrichtenwesens
    Technischer Oberinspektor Joseph Hubrich---ab Ende 1944 - Mai 45 (?)


    Die Datumsangaben beziehen sich auf den Nachweis in den Quellen.


    Quellen: BN45-KREI, BV45-STBH, BN45-TES, BN45-RHO,DU-NA-T78-R520

    Grüße Matthias

  • Ausbildung und Transportschule im Transportwesen


    Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges und während des Polenfeldzuges war die Ausbildung bei der Personalgruppe angegliedert.
    Erst am 22.11.1939 wurde eine Gruppe z.b.V. gebildet die die Aufgabe hatte Lehrgänge durchzuführen und die Ausbildung im Transportwesen zu leiten.
    Die Gruppe z.b.V. hatte ihren Sitz in Berlin und war wirtschaftlich dem Bevollmächtigten Kommissar für das Kriegstransportwesen - Heimat zugeteilt. Nach Umbenennung der Abteilung in Heimattransportabteilung wurde der Ausbildungsstab als Gruppe VII angegliedert. Alle Weisungen für seine Tätigkeit kamen direkt vom Chef des Transportwesens. Der Stab bestand aus dem Leiter der Gruppe und einem zugeteilten Offizier sowie Mannschaftsdienstgraden für Bürotätigkeiten. Zu dieser Zeit konnten auf Grund organisatorischer und personeller Verhältnisse nur wenige Lehrgänge mit geringer Teilnehmerzahl abgehalten werden.
    Im April 1940 schied der zugeteilte Offizier ohne Ersatz aus der Ausbildungsgruppe und im Mai 1940 der Leiter aus.
    Am 01.06.1940 wurden diese Ämter wieder besetzt, im September zusätzlich mit einen zweiten Offizier. Seit dem September 1940 wurde dieser Stab der Planungsabteilung zugeteilt. (hier erfolgten seit Kriegsbeginn die Auswertungen der gemachten Erfahrungen) Dies bedeutet, das die Ausbildung bis September 1940 vom Chef des Transportwesens recht wenig beachtet wurde. Im August 1940 wurde im niederländischen Venlo das Lehrkommando-Führerreserve Chef des Transportwesens gebildet. Es setzte ein regelrechter Schulungsboom ein. Grund hierfür ist der zusätzliche Bedarf an Ausladekommissaren und Bahnhofsoffizieren. Ab November 1940 wurde hierfür eine zusätzlich Außenstelle in Nymwegen geschaffen. Ende des Jahres 1940 wurde die Lehrgruppe als Lehrabteilung bezeichnet, diese hatte neben dem Stab der Lehr-Abteilung einen eigenen Führungsstab. Anfang 1941 erfolgte eine Erweiterung durch die Zuteilung und Aufstellung von vier Kompanien.


    Lehrkommando in Venlo


    Unter der Bezeichnung Ausbildungs-Lehrgänge Sonderdienst Transport-Wesen wurde Ende des Jahres 1940, die Feldpostnummer 02529 in die Feldpostübersicht eingetragen und am 25.10.1944 gestrichen.


    Hier gab es einführende und weiterführende Lehrgänge im Transportwesen für Offiziere, Beamte, Unteroffiziere und Mannschaften, die in der Fachsparte Transportwesen tätig oder dafür vorgesehen waren, sowie Dienststellungen inne hatten die genaue Kenntnisse verlangten.
    Ein Lehrgang dauerte zwischen einer und vier Wochen.
    Wenn erforderlich wurde neben dem Unterricht und der praktischen Ausbildung - eine Einweisung in eisenbahntechnischen Fragen durch Vorträge von Reichsbahnangehörigen einschließlich der Besichtigung von Eisenbahnanlagen abgehalten.
    Der Kommandeur des Lehrkommandos hatte die Disziplinargewalt eines Bataillonskommandeur, später die eines Regimentskommandeurs.


    Lehrabteilung in Nymwegen


    Hier wurden die kleinen Transportdienststellen bis einschließlich der Transportkommandanturen - neu aufgestellt, umgegliedert bzw. reorganisiert.
    Hier erfolgte eine allgemeine militärische Ausbildung sowie eine Schulung im Transportwesen und für Spezialverwendungen. Hier wurden neue Soldaten mit ausgebildeten und noch nicht im Einsatz gewesenen und mit Soldaten die schon im Einsatz waren zu einer neuen Dienststelle zusammengesetzt. Die Offiziere als Dienststellenleiter und Sachbearbeiter hielten den Unterricht.
    Ein Lehrgang dauerte zwischen einer und vier Wochen.
    Die Lehrabteilung war bis 2.6.1944 in vier Kompanien, ab 3.6.1944 in 3 Kompanien gegliedert:


    Stab Lehr-Abteilung des Chefs des Transportwesens


    Ab Januar 1941 wurde dem der Stab Lehr-Abteilung d. Chefs d. Transportwesens die Feldpostnummer 40352, ab 3.6.1944 die Feldpostnummer 40352 A zugeteilt.


    Aufgaben der 1. Kompanie:
    Allgemeine militärische Unterweisung und Unterricht im Sanitäts-, Büro- und Küchendienst, sowie für Unterführerlehrgänge.
    Ab Januar 1941 wurde der 1. Kompanie Lehr-Abteilung des Chefs des Transportwesens,
    die Feldpostnummer 41082 zugeteilt und am 3.6.1944 gestrichen, neue Feldpostnummer 40352 B.


    Aufgaben der 2. Kompanie:
    Allgemeine militärische Unterweisung und Unterricht im Sanitäts-, Büro- und Küchendienst, sowie für Unterführerlehrgänge.
    Ab Januar 1941 wurde der 2. Kompanie Lehr-Abteilung des Chefs des Transportwesens,
    die Feldpostnummer 41831 zugeteilt und am 3.6.1944 gestrichen, neue Feldpostnummer 40352 C.


    Aufgaben der 3. Kompanie:
    Schulung im Fernsprech-, Melde- und Fernschreibwesen
    Ab Januar 1941 wurde der 3. Kompanie Lehr-Abteilung des Chefs des Transportwesens,
    die Feldpostnummer 42373 zugeteilt und am 3.6.1944 gestrichen, neue Feldpostnummer 40352 D.


    Aufgaben der 4. Kompanie:
    Kraftfahrzeugausbildung
    Ab Januar 1941 wurde der 4. Kompanie Lehr-Abteilung des Chefs des Transportwesens,
    die Feldpostnummer 43266 zugeteilt und am 3.6.1944 gestrichen.


    Es wurden bei der Lehrabteilung auch Kurse wie bei dem Lehrkommandos in geringer Zahl für Offiziere und Beamten abgehalten.
    Es wurden neben dem Unterricht und der praktischen Ausbildung - eine Einweisung in eisenbahntechnischen Fragen durch Vorträge von Reichsbahnangehörigen einschließlich der Besichtigung von Eisenbahnanlagen abgehalten.
    Der Kommandeur der Lehrabteilung hatte die Disziplinargewalt eines Bataillonskommandeurs.


    Beide Schulstäbe waren mehr als drei Jahre in Venlo und Nymwegen, Ende Februar 1944 wurde der Lehrbetrieb aus Venlo nach Swalmen bei Roermond verlegt, im Juli Verlegung nach Beaune (südl. Dijon). Im Juli 1944 wurden beide Stäbe als Lehrabteilung des Chefs des Transportwesens vereinigt. Der letzte Standort der Lehrabteilung war ab Januar 1945 Bad Schandau - zu diesem Zeitpunkt erfolgte die Umbenennung in Wehrmachtstransportschule.


    Stellenbesetzung:


    Chefs der Gruppe Ausbildung und Kommandeure:
    Leiter der Gruppe z.b.V. (Ausbildung), ab 15.01.1940 Gruppe VII im Stab des Bevollmächtigten Kommissars für das Kriegstransportwesen - Heimat /Heimattransportleitung:
    Oberst i.G. Wilhelm Mittermaier---22.11.1939 bis 24.05.1940
    Oberstleutnant Georg Bantele---ab 01.06.1940


    Leiter der Gruppe der Ausbildung in der Planungsabteilung:
    Oberst Georg Bantele---Mitte Juli 1940 bis August 1940


    Kommandeur des Lehrkommandos:
    Oberst Georg Bantele---August 1940 bis 31.07.1943
    Oberstleutnant i.G. Eberhardt von Pfister---15.09.1943 bis Juli 1944


    Kommandeur der Lehrabteilung:
    Major Fischer---Oktober 1940 bis 10.02.1942
    Oberstleutnant Ludwig Moerler---11.02.1942 bis 14.01.1943
    Major Gottfried Rammelt---15.01.1943 bis 09.07.1944
    Oberst Ramon de Ondarza---10.07.1944 bis Januar 1945


    Kommandeur der Wehrmachtstransportschule:
    Oberst Ramon de Ondarza---ab Januar 1945



    Die Datumsangaben beziehen sich auf den Nachweis in den Quellen.


    Quellen:
    Quellen: BN45-KREI, BN45-TES, BN45-RHO, BV45-STBH, DU-NA-T78-R399, DU-NA-T78-R672 DU-NA-T78-R520, DU-NA-T78-R130

  • Bevollmächtigter Kommissar für das Kriegstransportwesen-Heimat, seit der Mobilmachung
    Heimattransportleitung, ab 15.Januar 1940
    Wehrmachttransportleitung Mitte, ab 01. Oktober 1942
    Bevollmächtigter General des Transportwesens A Führungsstab Nord ab 20./21. April 1945 bis 23. Mai 1945




    Bevollmächtigter Kommissar für das Kriegstransportwesen-Heimat


    Dienstanweisung (gültig für den Zeitraum: Mobilmachung bis 14.01.1940)Der Bevollmächtigte Kommissar für das Kriegstransportwesen-Heimat ist dem Chef des Transportwesens unterstellt.

    • Er ist das Verbindungsorgan des Stabes des Chefs des Transportwesens zu den zivilen Zentralbehörden des Verkehrswesens (Reichsverkehrsministerium der Eisenbahn, Binnenschifffahrt und Seeschifffahrt und Generalinspektor für das Straßenwesen), zum Oberbefehlshaber der Kriegsmarine und zu den Bedarfsträgern (Kriegswirtschaft und übrige Wirtschaft).
    • Er unterrichtet sich über die Leistungsfähigkeit der einzelnen Verkehrsmittel und hält den Chef des Transportwesens, unabhängig von dessen Unterrichtung durch die ihm zugeordneten Sachberater des Reichsverkehrsministeriums und des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen, hierüber auf dem Laufenden.
    • Er überwacht bei den Zentralstellen die Durchführung der vom Chef des Transportwesens gegebenen Anordnungen.
    • DerBevollmächtigte Kommissar für das Kriegstransportwesen-Heimat unterrichtet sich durch die ihm angegliederten Verbindungsorgane, über die laufenden und die besonderen Transportanforderungen der Wehrmachtteile, der Kriegswirtschaft und der übrigen Wirtschaft. Die Verbindungsorgane sind gleichzeitig Bearbeiter ihrer Arbeitsgebiete im Stabe des Bevollmächtigten Kommissars.Des Oberkommandos der Wehrmacht, des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, des Oberbefehlshabers der Luftwaffe.
    • Größere Bewegungen für Zwecke der Kriegswirtschaft und der übrigen Wirtschaft sowie alle Beschränkungen des Verkehrs für die Kriegswirtschaft und die übrige Wirtschaft bleiben dem Chef des Transportwesens vorbehalten.
    • Der Bevollmächtigte Kommissar für das Kriegstransportwesen-Heimat regt den gegebenenfalls notwendigen werdenden Ausgleich zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln und den Verkehrsbedürfnissen beim Chef desTransportwesens an. Der Reichsverkehrsminister entsendet zu ihm zur Sicherstellung der Zusammenarbeit des Fern- und Nahverkehrs ein Verbindungsorgan.
    • Der Bevollmächtigte Kommissar für das Kriegstransportwesen-Heimat übermittelt die aus den Verkehrsbedürfnissensich ergebenden Forderungen an Unterhaltung, Ausbau, Wiederherstellung, Bewachung und Luftschutz der Verkehrsmittel und Verkehrswege (mit Ausnahme der Seewasserstraßen) dem Chef des Transportwesens.
    • Der Dienstälteste Generalstabsoffizier ist sein Stellvertreter.


    Stellenbesetzung:


    Bevollmächtigte Kommissar für das Kriegstransportwesen-Heimat
    Oberstleutnant i. G. Hans Doerr---Mobilmachung bis 10.10.1939
    Oberstleutnant i. G. Herbert Wagner---15.10.1939 bis 15.01.1940


    Die Dienststelle war im Reichsverkehrsministerium untergebracht.


    Am 15. Januar wurde der Bevollmächtigte Kommissar für das Kriegstransportwesen-Heimat in Chef der Heimattransportleitung umbenannt.


    Heimattransportleitung


    Ab den 15.Januar 1940 änderten sich die Aufgabenstellungen nicht.


    Die Innenorganisation wurde angepasst. Aus der Gruppe Generalstabsoffizier und der Gruppe I Transporte wurden die gleichberechtigten Verbindungsaufgaben neu in die Gruppe V Wehrmachtstransporte und die Gruppe VI Kriegswirtschaftstransporte eingesetzt. Vorübergehend gab es die Gruppe VII (Ausbildung), diese wurde im Juni 1940 der
    Planungsabteilung angegliedert. Im Frühjahr 1940 kam der Verbindungsoffizier des Wehrwirtschaftsamtes zum Fortfall. Im Sommers 1940 war die Heimattransportleitung zusätzlich im Aufgabenbereich -
    Bevollmächtigter Vertreter - des im Westen befindlichen Transportchefs gegenüber der Wehrmacht- und Zivilstellen.
    Zum 01. August 1940 wurde eine Eisenbahntransportleitung Mitte in die Heimattransportleitung eingegliedert. Der Kommandeur hatte die Befugnis eines Regimentskommandeurs.
    Das Gebiet der Eisenbahntransportleitung Mitte umfasste immer nur einen Teil des Deutschen Reiches (später kamen Dänemark und Norwegen hinzu), für die Transporte der Ersatzwehrmacht und
    für den Urlauberreiseverkehr hatte sie die Stellung einer geschäftsführenden Etra (Eisenbahntransportabteilung). Für den Bereich Wirtschaftstransporte war sie für das ganze Deutsche Reich
    einschließlich Generalgouvernement und des Protektorates zuständig.


    Die Eisenbahntransportabteilung Mitte hatte folgende Aufgaben:

    • Bearbeitung der Truppen- und Nachschubtransporte in ihrem Bereich in Abstimmung mit dem Transportchef. Eisenbahntechnische Beratung und Sachbearbeitung (Beamte vom Reichsverkehrsministerium), Truppenbewegungen die sich über den Bereich mehrerer Eisenbahntransportabteilungen erstreckte, sowie Nachschubtransporte, die unmittelbar beim Transportchef angemeldet worden waren - befahl die Feldtransportabteilung.
    • Durchführung, Überwachung und Betreuung des Urlauberverkehrs
    • Weisung für Binnenschifffahrttransporte an die zuständigen Transportkommandanturen.
    • Bearbeitung der Personalien der unterstellten Transportdienststellen
    • Laufende Ausbauangelegenheiten im Heimatkriegsgebiet nur in besonderen Fällen.


    ImJuni 1941 wurde die Eisenbahntransportabteilung Mitte in Wehrmachttransportleitung Mitte umbenannt, dies war wiederum mit organisatorischen und führungstechnische Änderungen verbunden.
    Hierbei erfolgte eine Abgrenzung der Kompetenzen zwischen den Stäben der Heimattransportleitung und der Wehrmachttransportleitung.


    Heimattransportleitung/Wehrmachttransportleitung Mitte


    Die Aufgaben der Heimattransportleitung vom Juni 1941 bis September 1943:

    • Transporte der Ersatzwehrmacht
    • Bearbeitung von Rekrutentransporten
    • Vertretung des Transportchefs beim Reichsverkehrsministerium
    • Vertretung des Transportchefs beim Chef Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres
    • Wehrmachtreiseverkehr
    • Zusammenarbeit mit dem General z.b.V. IV und des Reichsverkehrsministeriums in Fragen des Reiseverkehrs und seine Betreuung
    • Ausbildung und Bearbeitung von Vorschriften


    Die Aufgaben der Wehrmachttransportleitung Mitte vom Juni 1941 bis September 1943:

    • Selbständige Bearbeitung aller Truppen- und Nachschubtransporte im eigenen Bereich bei Truppentransporte von Regimentsstärke aufwärts nur mit Genehmigung der Feldtransportleitung.
    • Befehlsgebung und Koordination für Transporte, die Gebiete mehrerer Wehrmachttransportleitungen betrafen.
    • Der Transportchef konnte jetzt auch den Wehrmachttransportleitungen die Regelung und Durchführung von Landmärschen beauftragen.
    • Durchführung, Überwachung und Betreuung des Wehrmachtreiseverkehrs.


    Stellenbesetzung:


    Chef der Heerestransportleitung:
    Oberst i.G. Herbert Wagner---15.01.1940 bis 26.10.1942
    Oberst i.G. Hans von Raesfeld---01.10.1942 bis 30.11.1942
    Oberst i.G. Hans Hoeffner---Januar 1943 bis Juli 1943

    Kommandeur der Wehrmachttransportleitung Mitte

    Generalmajor Matthias Peters---01.10.1942 bis April 1945


    Im September 1943 wurde die Heimattransportleitung aufgelöst, ihre bisherigen Aufgaben gingen an alle Abteilungen des Chefs des Transportwesens über. Damit war die Wehrmachttransportleitung Mitte die alleinige befehlsführende Behörde für alle Wehrmachttarnsporte im größten Teil des Heimatkriegsgebietes einschließlich Dänemarks und Norwegens. Sie leitete alle dort befindlichen Transportdienststellen.Hinzukamen die Bearbeitung von Versorgungstransporten und Einzelnachschubsendungen nach den besetzten Westgebieten und Dänemark weil zwischen diesen keine weitere Wehrmachttransportleitung im Grenzgebiet dazwischengeschaltet war. Bezüglich der Transporte der Ersatzwehrmacht und in der Vertretung des Transportchefs beim Reichsverkehrsministerium und dem Chef Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres hatte sie mehr Befugnisse als die anderen Wehrmachttransportleitungen. Im Spätsommer 1944, auf Grund der
    militärischen Lage im Osten, drängte die Wehrmachttransportleitung Weichsel immer weiter in den Bereich (Reichsgebiet) der Wehrmachttransportleitung Mitte, die Wehrmachttransportleitung Weichsel wurde Anfang 1945 zur Außenstelle Osten der Wehrmachtstransportleitung Mitte.

    Bevollmächtigter General des Transportwesens A


    Mitte April ging der größte Teil der Berliner Dienststelle in ein Ausweichquartier, wohin der Kommandeur mit einem kleinen Rest in der Nacht vom 20./21. April 1945 folgte. Der Rückzug ging von Zossen über Krampnitz nach Neu-Roofen (Waldlager) Ende April 1945 weiter über Dobbin, Wismar in die Marinekaserne Neustadt (02.05.1945) Ab dem 03.05.1945 in Flensburg Bonte Kaserne bzw. in einem 2 km entfernten RAD-Lager, wo die Arbeit als Bevollmächtigter General des Transportwesens A beim Führungsstab Nord des OKW noch bis zum 23.Mai 1945 fortgesetzt wurde.


    Am 8.7.1944 wurde der den Bevollmächtigte Kommissar Chef des Transportwesens
    mit der Feldpostnummer 32744 in die Feldpostübersicht eingetragen.

    Stellenbesetzung:


    Bevollmächtigter General des Transportwesens A
    Generalmajor Matthias Peters---April 1945 bis 23.05.1945


    Die Datumsangaben beziehen sich auf den Nachweis in den Quellen.


    Quellen: BN45-KREI, BN45-TES, BN45-RHO, BV45-STBH, DU-NA-T78-R399, DU-NA-T78-R672 DU-NA-T78-R520, DU-NA-T78-R130



    Anhang: Gliederung und Aufgabe des Bevollmächtigter Kommissar für das Kriegstransportwesen-Heimat 01.09.1938 - 14.01.1940

  • Verbindungsoffiziere vom und zum Chef des Transportwesens


    Die gültige Dienstanweisung des Chefs des Transportwesens sah zu Kriegsbeginn vor, das bei ihm Verbindungsoffiziere des Oberkommando der Wehrmacht (Amtsgruppe Wehrwirtschaft), der Luftwaffe, der Kriegsmarine und des Generalquartiermeisters des Heeres sowie Verbindungsbeamte des Reichsverkehrsministeriums, des Generalinspektors für das deutsche
    Straßenwesen und des Heeresfeldpostmeisters eingesetzt werden sollen.
    Zur Mobilmachung waren sie dem Chef des Transportwesens direkt unterstellt und arbeiteten mit den Chef des Stabes bis zu dessen Abschaffung im Januar 1940 besonders eng zusammen. Im Zeitraum Januar bis März 1940 fielen die Verbindungsoffiziere/-stäbe zum Heeresfeldpostmeister, der Verbindungsoffizier zum Generalquartiermeister des Heeres, der Verbindungsoffizier zur Operationsabteilung des Generalstabes des Heeressowie der Verbindungsoffizier des OKW/Wehrwirtschaftsstabes weg.
    Nach dem Mai 1941 schied auch der Verbindungsoffizier der Kriegsmarine und der Verbindungsstab des Reichsverkehrsministeriums/Abteilung Schifffahrt, beim Chef des Transportwesens aus.
    Der Verbindungsstab des Reichsverkehrsministeriums/Eisenbahnabteilungen arbeitete eng mit der Feldtransportabteilung, der Verbindungsstab des Reichsverkehrsministeriums/Abteilungen für Kraftfahrwesen, Schifffahrt und Wasserstraßen mit der Planungsabteilung zusammen.
    Von der Mobilmachung bis zum Jahresbeginn 1942 gab es den Verbindungsoffizier zum OKW/Abteilung Landesverteidigung.


    Neu kam Juli 1944 ein Verbindungsoffizier des Reichsführer-SS für die Transporte der Waffen-SS hinzu.


    Der Transportchef entsandte während des ganzen Krieges aus verschiedenen Anlässen "Bevollmächtigte" Vertreter zu militärischen Dienststellen oder zivilen Behörden.
    Auf Grund der relativen großen Zahl und teilweisen kurzen Einsätzen, seien hier nur die wichtigsten genannt.


    Ab dem 29.10.1940 dem Tag der Rückverlegung der im Westen befindlichen Stäbe des Transportchefs nach Zossen, blieb der größte Teil der Chefgruppe mit ihrem Leiter als Bevollmächtigter Generalstabsoffizier des Chefs des Transportwesens in Paris zurück.
    Diese neue Dienststelle wurde der Eisenbahntransportabteilung (Etra) Paris angegliedert und dem Kommandeur der Etra direkt unterstellt. Der dem Kommandeur der Etra unterstellte Bevollmächtigte Generalstabsoffizier erhielt seine Weisungen direkt vom Chef des Transportwesens.
    Die Aufgaben des Bevollmächtigten Generalstabsoffiziers waren:
    DenVertreter des Transportchefs (Kommandeur der Etra) zu beraten,Verbindungen zu allen Dienststellen, die Transportanforderungen stellten, zu halten, die vom Kdr. der Etra erteilten Sonderaufgaben durchzuführen, Bearbeitung der Fachfragen im Rahmen des Waffenstillstandsvertrages, Überwachung von Truppentransporten, der Rohstoffversorgung und der Verkehrslage, Bearbeitung allgemeiner Angelegenheiten mit dem Reichsverkehrsministeriums, sowie die Unfälle im Transportwesen, die durch Sabotage verursacht wurden, zu bearbeiten.
    Die Kompetenzen und Aufgaben schwankten während der ganzen Zeit bis Ende 1941, zu diesem Zeitpunkt gingen der Bevollmächtigte Generalstabsoffizier und seine Mitarbeiter in der Etra Paris durch Umgliederung und Reduzierungen des Personals auf.


    Auf Grund der krisenhaften Transportlage an der Ostfront im Winter 1941/42 wurden vom Chef des Transportwesens gleichzeitig mehrere Bevollmächtigte Generalstabsoffiziere eingesetzt. Hintergrund hierzu ist der Befehl von Hitler, das der Reichsverkehrsminister den gesamten Eisenbahnbetrieb in den besetzten russischen Gebieten ab dem 04.01.1942 zu übernehmen hatte.
    Hiervon ausgenommen waren die Feldeisenbahndirektionen.Bei der hierzu neugebildeten Aussenstelle des Reichsverkehrsministeriums in Warschau wurde ein Bevollmächtigte General eingesetzt.
    Ebenfalls zum Jahreswechsel 1941/42 wurden je 1 Kommissar des Transportchefs für den zivilen Bereich der Haupteisenbahndirektionen Nord, Mitte und Süd und den davorliegenden Gebieten der Feldeisenbahndirektionen eingesetzt. Die Tätigkeit der Kommissare dauerte bis Anfang Februar 1942, dann wurden diese, mit erweiterten Befugnissen ausgestattet, als Generale des Transportwesens eingesetzt.


    Stellenbesetzung


    Verbindungsoffizier zur Operationsabteilung des Gen.St.d.H.:
    Hauptmann von Tschirsky und Boegendorff---Mobilmachung bis Mitte 1940
    Major i.G. Karl Körner---Mitte 1940 bis 1.11.1940


    Verbindungsoffizier zum OKW/Wehrwirtschaftsstab:
    Major Jobst-Hilmer von Bose---Mobilmachung bis Januar 1940


    Verbindungsoffizier zum OKW/Abteilung Landesverteidigung:
    Oberstleutnant i.G. Hans Gottlieb von Ludwiger---Mobilmachung bis 08.06.1940
    Major Jobst-Hilmer von Bose---Januar 1940 bis 08.06.1940
    Oberstleutnant Jobst-Hilmer von Bose---27.02.1941 bis 31.12.1941


    Verbindungsoffizier zum OKW/Stellv.Chef des WFSt:
    Oberst Jobst-Hilmer von Bose---01.01.1942 bis 31.07.1943
    Oberstleutnant i.G. Eberhard von Pfister---01.08.1943 bis 31.08.1943
    Oberstleutnant i.G. Karl-Wilhelm Würtz---01.09.1943 bis 31.01.1944
    Oberstleutnant i.G. Günther Reischle---ab 01.02.1944


    Verbindungsoffizier zum Generalquartiermeisters des Heeres:
    Major i.G. Hans-Dietrich von Boeltzig---27.02.1940 bis 20.11.1940


    Verbindungsoffizier des Oberbefehlshaber der Luftwaffe:
    Oberstleutnant Hans Lindecke---Mobilmachung bis Mai 1941 (?)
    ---
    ---
    Oberstleutnant Harry Leh---Januar 1945 bis Abril 1945
    - Major Max Böhne---Januar 1945


    Verbindungsoffizier des Oberbefehlshaber der Kriegsmarine:
    Kapitänleutnant Heuser---Mobilmachung bis Anfang 1940
    Leutnant zur See Hoffmann---Anfang 1940 bis August 1940
    Korvettenkapitän August Huß---August 1940 bis 00.00.1942


    Verbindungsoffizier des Generalquartiermeisters des Heeres:
    Hauptmann i.G. Werner Bodenstein---Mobilmachung bis 14.09.1939


    Verbindungsoffizier der Waffen SS
    Sturmbannführer Walter Inden---Januar 1945


    Verbindungsoffizier des OKW/Wehrwirtschaftsstab:
    Rittmeister Alfred von Rosenberg-Lipinsky---Mobilmachung bis 14.01.1940


    Verbindungsoffizier zum OKW/Wehrwirtschaftsstab bei der späteren Heimattransportleitung:
    Major Otto von Gusovius---Mobilmachung bis 14.01. 1940
    Rittmeister Alfred von Rosenberg-Lipinsky---15.01.1940 bis (?)


    Leiter des Verbindungsstabes des Heeresfeldpostmeisters:
    Postrat Dr. Bahn---Mobilmachung bis Ende 1939


    Leiter des Verbindungsstabes des Reichsverkehrsministeriums/Eisenbahnabteilung:
    Ministerialrat Dr.-Ing. Friedrich Ebeling---Mobilmachung bis Anfang September 1939
    Ministerialrat Willy Elias---Anfang September 1939 bis 21.02.1943
    Reichsbahnoberart Eugen Kreidler---22.2.1943 bis Kriegsende (später Reichsbahndirektor)


    Leiter des Verbindungsstabes des Reichsverkehrsministeriums/Abteilung für Kraftfahrwesen, Schifffahrt und Wasserstraßen:
    Abteilung Binnenwasserstraßen:
    Regierungsbaurat Wegner---Mobilmachung bis Mai 1941
    Abteilung Seeschifffahrt:
    Ministerialrat Paul---Mobilmachung bis Ende 1939
    Kapitän Lehringer---Januar 1940


    Leiter des Verbindungsstabes des Generalinspekteurs für das deutsche Straßenwesen (später umbenannt in Organisation Todt)
    Oberregierungsrat Dr. Westmeier---Mobilmachung bis Ende 1939
    Oberregierungsbaurat Eglau---ab Ende 1939


    Bevollmächtigter General des Chefs des Transportwesens bei der Aussenstelle Ost des Reichsverkehrsministeriums in Warschau:
    Generalmajor Hans von Donat---10.2.1942 bis 19.07.1942


    Sonderbeauftragter des Ch.d.Trspw. der Haupteisenbahndirektion Mitte:
    Generalmajor Werner Göritz---ab 26.12.1941


    Sonderbeauftragter des Ch.d.Trspw. der Haupteisenbahndirektion Nord:
    Oberst Otto Schiel---ab 26.12.1941


    Sonderbeauftragter des Ch.d.Trspw. der Haupteisenbahndirektion Süd:
    Oberstleutnant Gunderloch---ab 26.12.1941


    Sonderbeauftragter des Ch.d.Trspw. der Haupteisenbahndirektion Ost:
    Oberstleutnant Otto Gosselck---ab 26.12.1941


    Die Datumsangaben beziehen sich auf den Nachweis in den Quellen.


    Quellen: BN45-KREI, BN45-TES, BN45-RHO, BV45-STBH, DU-NA-T78-R399, DU-NA-T78-R672 DU-NA-T78-R520, DU-NA-T78-R130

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    Grüße Matthias

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  • Befehlshaber der Eisenbahneinheiten (Bedeis)
    Befehlshaber der Eisenbahntruppen (Bedeis)
    General der Eisenbahnpioniere


    Zu Beginn des Krieges wurde die Stelle als Befehlshaber der Eisenbahneinheiten (Bedeis) beim Stab des Transportchefs geschaffen.
    Durch die Schaffung dieser Stelle gelang es dem Chef des Transportwesens,sich die speziellen Eisenbahntruppen direkt zu unterstellen und er konnte damit den Versuch, die neu aufgestellten Eisenbahneinheiten bei der Pioniertruppe zu belassen, abwenden.
    Dem Befehlshaber der Eisenbahneinheiten waren alle für den Bau und Betrieb von Feldbahnen, Seilbahnen und Vollbahnen aufgestellten Heereseinheiten unterstellt. Er war der oberste Waffenvorgesetzte, ausgestattet mit dem Befugnissen eines Infanteriekommandeurs. Er war dem Chef des Transportwesens direkt unterstellt.

    Unterstellte Einheiten:


    Grukodeis ((Eisenbahn-Pionier-) Gruppenkommandeure bei den Heeresgruppen)
    Kodeis ((Eisenbahn-Pionier-)Kommandeure bei den Armeen)
    Eisenbahn-Pionier-Brigade Stäbe
    Eisenbahn-Pionier-Regimenter/-Kommandos/-Stäbe / -Bataillons-Stäbe
    Eisenbahn-Bau-Bataillone/-Oberbaustäbe/ -Stäbe/ -Kompanien/Eisenbahn-Baupionier-Bataillone
    Eisenbahn-Brückenbau-Bataillone
    Seilbahn-Kommandos/-Kompanien/-Trupps
    Eisenbahn-Betriebskompanien
    Eisenbahn-Wasserstations-Kompanien
    Eisenbahn-Stellwerks-Kompanien
    Eisenbahn-Pfeilergrund-Kompanien
    Eisenbahnpionier-Maschinenzüge
    Feldbahn-Kompanien, Eisenbahn-Pionier-Kompanien
    Eisenbahn-Pionier-Park-Kompanien, Eisenbahn-Pionier-Kraftwagen-Kolonnen
    Feldbahn-Stäbe, Feldbahn-Bataillons-Stäbe
    Unterwasserschneidetrupps

    Bei Bedarf wurden folgende Einheiten unterstellt:

    Weichenbauzüge, Tunnelbauzüge, Tiefbauzüge, Stahlbauzüge, Stellwerksbauzüge, Wasserstationsbauzüge, Gleisbauzüge/-trupps


    Die Aufgaben des Bedeis, bestanden darin, den Einsatz der ihm unterstellten Einheiten zu leiten, er war verantwortlich die Formationen mit Geräten und Personalen auszustatten. Er unterbreitete Vorschläge für Bauten in den Frontgebieten sowie in den besetzten Gebieten, und forderte für mögliche Unterstützung Privatfirmen und Hilfspersonal an.
    Der Bedeis war der Waffengeneral der Eisenbahntruppe, er unterstand nicht wie die anderen Waffengeneräle dem OKH, sondern zwischen Ihm und dem Oberbefehlshaber des Heeres und dessen Generalstabchefs war der Chef des Transportwesens zwischengeschaltet. (Die Ursache liegt darin begründet das der Chef des Transportwesens der maßgebliche Fachberater (selbst) beim Generalstab und mit seinem Stab ein wichtiger Teil der Operationsführung war.)
    Der Befehlshaber der Eisenbahneinheiten musste Teile seiner Zuständigkeiten der Planungsabteilung und der Personalabteilung beim Chef des Transportwesens überlassen, dies verursachte doppelte Bearbeitung mit nachteiligen Folgen. Eine Einschränkung ist der disziplinaren Befugnis - fast alle, höheren Waffenvorgesetzten hatten die eines Divisionskommandeurs, der Bedeis
    aber nur die eines Regimentskommandeurs.


    Im März 1940 erfolgte eine Umbenennung in Befehlshaber der Eisenbahntruppen (Bedeis).
    In einem Befehl des Chefs des Transportwesens vom Juni 1941 heißt es: >DerBefehlshaber der Eisenbahntruppen ist eine dem Oberkommando des Heeres (Generalstab des Heeres, Chef Transportwesen) nachgeordnete Dienststelle. Der Chef des Transportwesens übt dementsprechend über den Stab und die den Befehlshaber der Eisenbahntruppen unterstellten
    Einheiten die Befugnisse eines Divisionskommandeurs aus<


    Mit der Jahreswende 1943/44 erfolgte die Umbenennung in General der Eisenbahntruppen.
    Im Januar 1944 erschien eine neue Dienstanweisung für den General der Eisenbahntruppen, unter Beibehaltung der unmittelbaren Unterstellung zum Transportchef, als Sachbearbeiter und Berater im Stab des Chefs des Transportwesens für alle Fragen der Eisenbahnbautruppen.
    Der neue General der Eisenbahntruppen erhielt die Befugnisse eines Brigadekommandeurs. Seine Aufgaben bestanden in den Vorschlägen des Einsatzes, Forderungen auf dem Gebieten der Ausbildung, Gliederung, Bewaffnung und Ausrüstung, den materiellen Nachschub für die Ausübung der Aufgaben und den Einsatz seiner Einheiten zu leiten, die Einsatzbereitschaft seiner Formationen zu gewährleisten, die ihm truppendienstlich und fachlich unterstellt sind.
    Am 15. April 1945 befahl die Organisationsabteilung des Generalstabes des Heeres dem Transportchef, eine Kürzung seines Stabes
    vorzuschlagen mit dem Hinweis: "Auflösung des General der Eisenbahntruppen ist anzustreben". Zwischen Ende April und Anfang Mai 1945 erfolgte noch diese Umsetzung, von den Aufgaben des General der Eisenbahntruppen gingen die Leitung der Eisenbahntruppen an den General der Technischen Truppen, die Bearbeitung der zentralen Fragen an die Planungs- und Personalabteilung über.

    Stellenbesetzung:

    Befehlshaber der Eisenbahneinheiten:
    Oberst Otto Will---September 1939 bis März 1940


    Befehlshaber der Eisenbahntruppen:
    Generalmajor Otto Will---März 1940 bis 31.121943


    General der Eisenbahntruppen:
    Generalmajor Otto Will---01.01 1944 bis Mai 1945

    Stab General der Eisenbahntruppen Stand 01.Januar 1945

    General der Eisenbahntruppen Generalleutnant Otto Will
    Ordonanzoffizier Oberleutnant Schmidt

    Gruppe I
    Major Hüttich - Gruppenleiter I
    Hauptmann Bürger - I E
    Oberleutnant Philippsen - I L 1
    Oberleutnant Janssen - I L 2
    Leutnant Schaller - I L 3
    Oberleutnant Draeger - I T

    Hauptmann Schulze - IIa
    Hauptmann Frischbier - IIb

    Gruppe III
    Hauptmann Kricheldorf - Gruppenleiter

    Oberzahlmeister Schröder - IVa
    Registratur
    Rechnungsführer

    Gruppe V
    Hauptmann Wieser - Gruppenleiter
    Hauptmann Kratsch - V1
    Oberschirrmeister Dürr - V2
    Oberschirrmeister Wrusch - V3


    Der Stab des Bedeis/General der Eisenbahntruppen hatte eine Stärke von:


    September 1939------------28 Mann
    01.12.1942-------------------59 Mann
    23.05.1943-------------------65 Mann
    01.03 und 01.04.1945----64 Mann


    Bild 1 = taktische Zeichen (bisher nur Nachweis in den Kriegsgliederungen)
    Bild 2 = Gliederung 01.09.1938 - 14.01.1940


    Ersatztruppenteil:
    Stand 01. Oktober 1943, Eisenbahn-Pionier-Ersatz und Ausbildungs-Bataillion 1 in Fürstenwalde/Spree im Wehrkreis III. [1]


    Die Datumsangaben beziehen sich auf den Nachweis in den Quellen.


    Quellen: BN45-KREI, BN45-TES, BN45-RHO, DU-NA-T78-R520, BV45-STBH, DU-NA-T78-R399, DU-NA-T78-R672

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    • Bedeis.jpg

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    Grüße Matthias

    Edited once, last by Matthias Köhler ().

  • Hallo Matthias,


    darf ich hier einen Literaturhinweis anhängen?


    Herausgeber: MGFA
    Autor: Rohde, Horst
    Titel: " Das deutsche Wehrmachttransportwesen im Zweiten Weltkrieg".

    Gruß Karl


    P.S.: Ggf. löschen !

  • Guten Morgen Karl,
    das hier?
    Quellenzusammenfassung der Arge Eisenbahn


    Es gibt hier bei den Eisenbahnern, wie auch bei der ArgeSS, ein Quellenverzeichnis, dazu einen Inhaltsüberblick als Quellenzusammenfassung, das habe ich verlinkt.


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo,
    bin nicht sicher, ob der post hier richtig ist, wollte aber keinen neuen beginnen. Sollte er woanders hingehören, bitte verschieben. :)
    Anbei ein Foto, das wohl im Hof der Hauptverkehrsdirektion in Paris gemacht wurde und zeigt leitende Mitarbeiter der Behörde, deren Namen man zwar nach beharrlicher Suche teilweise im Netz findet, Fotos der Herrn scheinen aber rar. Vlnr: Vizepräsident Münzer, Leiter Hauptverkehrsdirektion Paris; Oberst v. Tippelskirch, Kdr WVD Paris; Exc. Comesa(?) span. Minister, Reg Rat Möhl; OReg Rat Weyer, Ref 41. Aufgenommen am 17.06.1942 Paris, so die Beschriftung rückseitig.
    Ganz rechts HVD Paris Ärmel-Abzeichen.
    Vielleicht ist das Foto ja für Spezialisten von Interesse. Kommentare willkommen!
    IR75

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    • ParisHVD.jpg

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    Edited 2 times, last by IR75 ().

  • Hallo IR75,


    Danke für das einstellen des Bildes und den Informationen dazu.


    Wenn ich mich mit der WVD Paris und deren Gliederungen beschäftige, werde ich darauf zurückgreifen.
    Wird aber noch eine Weile dauern.

    Grüße Matthias

  • Hallo Matthias!
    Freut mich, daß es Dich interessiert. Melde dich wenn du soweit bist.
    IR75