Seilbahn Kommandos, Seilbahn-Kompanie und Seilbahn-Trupps

  • Hallo,


    anbei ein Erkundungsbericht vom Seilbahn-Kommando 601
    (Die Rechtschreibung wurde 1:1 vom Dokument übenommen)


    Erkundungstrupp
    Seilb.Kdo. 601


    O.-U., den 13. Februar 1942


    B e r i c h t
    ========


    Gemäss Grukodeis Süd, Funkspruch Nr. 177I42 vom 26.1.1942 wurde in der Zeit vom 7. bis 12.2.42 die Erkundung der Seilbahn Dnjepropetrowsk durchgeführt.
    Eintreffen des Erkundungstrupps in Dnjepropetrowsk am 10.2.42. Dichter Nebel und Regen machten Vermessungsarbeiten am 10.2. und 11.2. unmöglich. An beiden Tagen wurden Erkundigungen über Gleisanschlüsse, Wasserverhältnisse und Hochspannungsleitungen eingezogen. Die Kl.Kw. 806 stellte für die Zeit vom 10.2., 15 Uhr bis 12.2., 13 Uhr einen Lkw zur Verfügung des Erkundungstrupps.
    Die Berechnungen des grössten Durchganges wurden die grösstzulässige Seilspannungen einer Girak-Feldzweiseilbahn mit 25 t stündlicher Förderleistung zugrunde gelegt. Die Angaben über den Wasserstand vom 12.2.42, wie auch die Mindesthöhe über Hochwasser bei Schiffsverkehr und höchstes Hochwasser wurden von der Feldwasserstrassenabteilung 2 gemacht und gehen aus Blatt Nr. 2 hervor.
    Die schmalste Stelle des Dnjepr ist oberhalb der Westbrücke. Die Anlegestelle am rechten Ufer ist zum Aufstellen einer Stütze nicht brauchbar. Damit wird die einzig mögliche Spannweite vom rechten Ufer bis zur Halbinsel 840 m gross. Die Halbinsel ist nicht hochwasserfrei und steht bei höchsten Hochwasser 3 m unter Wasser.
    Bei der 840 m Spannweite ergibt sich auf dem rechten Ufer eine Stütze von 78 und auf der Halbinsel von 82 m Höhe. Während die 78 m Stütze aus dem "Nürnberger-Turm" aufgebaut werden könnte, ist dies bei der 82 m Stütze nicht möglich, da für die Abspannungen kein Platz vorhanden ist, ausserdem wären Stütze und Abspannungen durch Eis und Hochwasser sehr gefährdet.
    Bei Verringerung der Leistung von 25 auf 15 t/Stunde würden die Stützen um 16 m niedriger, jedoch wäre die dann nur 66 m hohe Halbinselstütze noch genau so gefährdet, wie die 82 m hohe.
    Die über den Dnjepr führenden Hochspannungsleitungen kommen für eine Seilbahn nicht in Frage, da sie in Kürze wieder an das Hochspannungsnetz angeschlossen werden.
    Da weder stromauf noch = ab der Dnjepr günstiger zu überspannen ist, als an der oben angegebenen Stelle, auch die Insel unterhalb der Westbrücke nicht Hochwasserfrei ist, die Spannweite sogar 950 m gross würde, muss der Bau einer Feldseilbahn bei Dnjepropetrowsk als unmöglich bezeichnet werden.


    Anlage: (beides liegt nicht vor)
    Blatt Nr. 1 Karte 1 : 20 000
    Blatt Nr. 2 Stützen und Wasserstände.


    Erkundungstrupp
    Seilb.Kdo. 601




    Legende:
    Girak-Feldzweiseilbahn = benannt nach dem österreichische Hersteller in Korneuburg --> weitere Info hier
    Nürnberger-Turm = keine Angaben vorhanden - vermutlich wie im Bild 1 --> Quelle: http://skyscraperpage.com
    Kl.Kw. 806 = Kleine Kraftwagen-Kolonne 806


    Bild 1.JPG


    Vermutliche Erkundung der Seilbahn:


    Bild 2.JPG


    Quelle: Sammlung (MK), http://skyscraperpage.com, Heereskarte 1:50.000

    Grüße Matthias

  • Seilbahnkommanmdo 602


    Hallo Matthias,


    vielleicht hilft die im Gemeindearchiv Elmstein aufbewahrte Quartierliste des Seilbahnkommanmdos 602 für den Monat Dezember 1940 weiter. Auf ihr sind 73 Soldaten samt Dienstgrad verzeichnet. Für ihren Aufenthalt gibt es Belege vom Dez. 1940 bis April 1941.


    Ich vermute, dass diese Einheit für den Betrieb der Seilbahn vom Elmsteiner Bahnhof zur Radarstation "Bergziege" auf dem Taubensuhl verantwortlich war.


    Gruß
    Wolfgang


    PS Ich hoffe, man kann das bei der Verkleinerung lesen.