Zeitspanne zwischen Verdienst und Verleihung

  • Moin Moin,


    vielleicht kann mir jemand eine Frage beantworten. Im Strang "Zustandsberichte gepanzerter Verbände" fand ich eine Meldung vom 24.08.1944 der 5. SS Panzer-Division Wiking, in der die Verluste vom 01.07. - 19.08.44 mit 2449 angegeben sind, was ja offensichtlich auf ziemlich schwere Gefechte hindeutet. Einer meiner Großonkel war zu der Zeit Rottenführer im SS – Pz.Rgt. 5 und war nach eigenen Aussagen praktisch nie wirklich in Gefahr und hat auch nicht großartig kämpfen können. In seinem Nachlass fand ich jedoch eine Verleihungsurkunde für das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern vom selben Tag wie die Meldung oben, sowie eine vom 03. 10. 44 für das Panzerkampfabzeichen in Bronze, und ich frage mich, ob er nicht ein wenig tiefgestapelt hat. Kann ich davon ausgehen, dass er sich in dem o. g. Zeitraum 01.07. - 19.08. das Verdienstkreuz erworben hat, weil ja bis zur Verleihung des Kampfabzeichen mit zwischenzeitlicher Beförderung zum Uscha eine ähnliche Zeitspanne liegt?


    Gruß


    Robert

  • Hallo Robert,


    ein KVK 2.Kl.mit Schwerten ist keine Tapferkeitsauszeichnung wie das EK 2.Kl.
    Es wurde an Soldaten verliehen,die nicht direkt an der Front eingesetzt (z.B. Troß im Hinterland),aber z.B. feindlichen Artilleriebeschuß ausgesetzt waren.


    Das Panzerkampfabzeichen in bronze wurde Panzergrenadieren verliehen, die in Grenadierkompanien gedient haben und mit gepanzerten Fahrzeugen (Schützenpanzer) ausgerüstet waren.


    Die Verleihung zwischen Tat bzw. Verdienst ,die eine Verleihung einer Auszeichnung würdig war und der Verleihung derselben kann schon einige Monate dauern, da sie von den Vorgesetzten auf Glaubwürdigkeit untersucht und genemigt werden mußten.
    Gruß ernesto

    Edited 2 times, last by ernesto_2 ().

  • Hallo Ernesto und Karl,


    vielen Dank für eure Antwort. Wenn diese Auszeichnungen nichts mit besonderer Tapferkeit zu tun haben kann ich ja davon ausgehen, dass mein Großonkel wohl doch nicht tief gestapelt hat. Mir war der Gedanke nämlich unerträglich zu glauben, er hätte die Unwahrheit gesagt. Wünsche euch einen schönen und erfolgreichen Tag.


    Gruß


    Robert

    Edited once, last by Rost ().

  • Hallo !


    Quote

    Original von Rost
    ...Wenn diese Auszeichnungen nichts mit besonderer Tapferkeit zu tun haben...


    Also zumindest dieses "Panzerkampfabzeichen" hat ja direkt mit Kampfhandlungen zu tun. Im Prinzip ist es (wie die meisten Orden) nichts besonders spektakuläres, denn wenn man in einer Kampfeinheit ist und lange genug überlebt, wird man das ein oder andere Stück Blech praktisch automatisch einsammeln.


    Er wird also nicht (immer) "ganz hinten" und fern aller Gefahr gewesen sein - und großartig die Wahrheit erzählt haben später wohl die wenigsten, allein schon aus Verdrängungsgründen.


    Mit freundlichen Grüßen

  • Hallo Ernesto,


    dann hilf mir mal auf die Sprünge:


    Artikel 3
    Das Kriegsverdienstkreuz wird verliehen


    a) mit Schwertern für besondere Verdienste bei Einsatz unter feindlicher Waffeneinwirkung oder


    für besondere Verdienste in der militärischen Kriegführung.
    (Quelle: LDW)


    Wieso ist es dann keine "Tapferkeitsauszeichnung"?


    Fragende Grüße
    Marc-Oliver

    Suche alles über die 58. Infanterie-Division und das Artillerie-Regiment 158 sowie der Veterinärkompanie 158!

  • Hallo cabron,


    die Aussage war "nie wirklich in Gefahr und hat auch nicht großartig kämpfen können", was etwas anderes ist als "(immer) 'ganz hinten' und fern aller Gefahr". Gedient hat er in der Regiments-Stabskompanie, und wenn mich nicht alles täuscht sind Stabssoldaten nicht so oft in vorderster Front zu finden, was also zum Erwerb der Orden passen würde. Und gerade weil besagter Onkel nie etwas beschönigt hat war ich in diesem Fall etwas verwirrt, weil ich einfach dachte, dass es besondere Tapferkeit in gefahrvollen Einsätzen erfordert hat, diese Orden zu erlangen. Dass es nicht so ist rückt mein Bild von ihm als grundehrlichen Mann wieder zurecht. Er war in vielem mein Vorbild, vor allem was Aufrichtigkeit und Gerechtigkeitssinn betrifft. ;)


    Freundliche Grüße


    Robert

  • Hallo Marc-Oliver,


    es wurden auch KVKmX 2.Klasse im Heimatgebiet verliehen (z.B. Feuerwehrleuten), die wärend Bombardierung Feuer löschten.
    Ein weiteres Bsp. für Soldaten wäre z.B. Pioniere,die Brücken unter feindlichen Beschuß reparierten.
    Das KVKmX wurde verliehen, wo man den Feind " nicht Aug in Aug " gegenüber stand,einer gewissen feindlichen Gefahr ausgesetzt war,aber "nur" kriegswichtige Aufgaben (Verdienste) erledigte (siehe oben:z.B. Brückenbau).


    Hallo cabron,


    das stimmt teilweise.
    Er muß persönlich nicht aktiv an Kampfhandlungen teilgenommen habe, aber die Einheit,der er unterstellt war, kann an Operationen beteiligt gewesen sein,die einen Einbruch in feindliche Linien vorangetrieben haben.Deshalb konnte er trotzdem das PKA verliehen bekommen.Als Beispiel kann man Generäle hernehmen, die Kampfauszeichnungen (Sturmabzeichen,Panzerkampfabzeichen) verliehen bekommen haben. Die sind sicher nicht mit der Waffe in der Hand in feindliche Schützengräben eingebrochen.



    Gruß ernesto