Geb.Jäg.Reg.137

  • Hallo zusammen,


    das "Normale" war, dass es zu jedem aktiven Regiment (Infanterie- o. Gebirgsjäger) ein "namensgleiches"
    Ersatz-Bataillon gab.
    Ralfs Erläterung verdeutlich, warum man das im vorliegenden Fall in der besonderen Situation nach der
    Angliederung von Österreich durchbrochen hat und so zu einem Ersatz-Regiment (mit zwei Bataillonen) kam.


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo,


    im Gegensatz zur Infanterie, wo die Ersatzbataillone ihre arabischen Nummern nach
    Unterstellung unter die Ersatz-Regimenter behielten (außer in dem von Ralf geschilderten
    Fall Österreich!) war diese Art der festeren Unterstellung bei den Gebirgsjägern wohl eher
    die Regel.


    Man hat hier also scheinbar eher versucht nach den besodneren Umständen wieder das
    alte Muster zu erlangen.


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

    Edited 2 times, last by Tobias Giebel ().

  • Hallo und Danke meine Herren,
    die Erklärungen sind sicherlich für den Experten unter euch verständlich...
    aber ich muss wissen, wo war denn nun unser Vater als Soldat (O.A.)Ich frage das bezüglich der Aussagen in den beiden Schreiben welche ich beigelegt habe. (Mai / Juni 1940, Salzburg) War er nun im Geb.Jäg.Ers. Rgt 137 (Schreiben 6.6.40) oder im Geb.Jäg. Rgt. 137 (30.5.40)?
    Im letztgenannt. Schreiben steht doch unter "bei truppenteil" 21.11.38-24.01.40 4. schw. Geb.Jäg.Rgt. 137, danach war auf der Inf.Schule und danach ab 4.5.40 im Geb.Jäg.Ers. Rgt.137. wie passt das zusammen?
    Habt ihr eine Antwort darauf?
    Danke nochmals an alle Helfer und schönes WoEnd, Kurt

  • Hallo,
    das kann schon passen. Mein Vater ist über die KFAusbAbt 1 zur Heeresnachschubtruppenschule versetzt worden. Nach bestandenem Lehrgang wurde er wieder über die KFErs u. AusbAbt 1 zu seinem Fronttruppenteil versetzt.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Quote

    Original von duraku49
    . . . aber ich muss wissen, wo war denn nun unser Vater als Soldat (O.A.)Ich frage das bezüglich der Aussagen in den beiden Schreiben welche ich beigelegt habe. (Mai / Juni 1940, Salzburg) War er nun im Geb.Jäg.Ers. Rgt 137 (Schreiben 6.6.40) oder im Geb.Jäg. Rgt. 137 (30.5.40)?
    Im letztgenannt. Schreiben steht doch unter "bei truppenteil" 21.11.38-24.01.40 4. schw. Geb.Jäg.Rgt. 137, danach war auf der Inf.Schule und danach ab 4.5.40 im Geb.Jäg.Ers. Rgt.137. wie passt das zusammen?
    . . .


    Hallo Kurt,


    die "Zweckbestimmung" eines Soldaten war es, in einem "Feldtruppenteil" zu dienen; das war
    im vorliegenden Fall sicherlich das Gebigsjäger-Regiment 137.
    Bei dem Aufenthalt in einem Ersatz-Truppenteil müssen zwei Möglichkeiten unterschieden werden:
    Er gehörte zum Personal-Ersatz oder er gehörte zum Stamm-Personal. Als Personal-
    Ersatz war das nur eine Durchlaufstation (Tage bis Wochen), als Stamm-Personal wäre er
    länger dort verblieben.
    Stamm-Personal diente als Führungs-, Funktions- oder Ausbildungspersonal. Der Personal-Ersatz
    war im Ersatz-Truppenteil, um (wieder) frontverwendungsfähig zu werden (Ausbildungsstand,
    Ausrüstung, Bekleidung, Rekonvaleszenz).
    In beiden Fällen hat i.d.R. zusätzlich ein Grund für die Verwendung im Ersatztruppenteil
    vorgelegen (z.B. überstandene Verwundung, Überbrückung der Zeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten
    v.a. bei OA/UA usw.).


    Bei dem Gesuchten könnte ich mir zwei Dinge vorstellen: Er könnte verwundet gewesen sein,
    und bis zur Herstellung seiner vollen Feldverwendungsfähigkeit nutzte man seine Kenntnisse
    und Erfahrungen als Ausbilder im Ersatz-Tuppenteil oder er war schon in der Ausbildung
    zum Offizier und bis zum Beginn des Lehrgangs an der Infanterie-Schule (oder zwischen
    zwei Ausbildungsabschnitten) wurde er im Ersatz-Truppenteil "geparkt", um auch hier
    als Ausbilder o.ä. zu fungieren.


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo


    so wie es scheint war er bis 24.1.40 bei der 4. Kp./Geb.Jg.Rgt. 137 (Polenfeldzug) wurde dann zur Infantrieschule abkomandiert.
    Wurde anschließend als Zugkomandant bei der I./Geb.Jg Ers.Rgt. 137 verwendet.
    Da sich die Verluste auch im Frankreichfeldzug in Grenzen gehalten haben wurde nach einiger Zeit eine andere Funktion für ihne gefunden nämlich bei der Fla.


    Vieleicht könntest du dazu etwas einstellen um meine Behauptung zu untermauern.


    Grüße Ralf

    Edited once, last by SanUO ().

  • Hallo Ralf,
    ja, das stimmt. Er war erst auf der Infanterieschule Elsgrund dann auf der Flakatillerieschule Stolpmünde und war dann bis kurz vor Kriegsende bei einer Einheit im Luftflottenkommando 4 und ist Anfang 1944 als Oblt. bei der Luftwaffe ausgeschieden und hat eine RAD Flak übernommen. Ich such da mal was raus. Ich leg auch nochmal zur Sache 137. was mit bei. Ihr seid da besser bewandert mit der Auslegung solcher Schreiben.
    Danke nochmals, Gruß Kurt

  • Quote

    Original von duraku49
    . . . ist Kolonnenführer das gleiche wie Zugführer? . . .


    Hallo Kurt,


    bestimmte Truppenteile, die v.a. dem Nachschub dienten (z.B. "Munitions-Kolonne"), hießen "Kolonne".
    Die Größenordnung lag meist zwischen Zug und Kompanie, die Selbstständigkeit war i.d.R. größer als
    bei einem Zug. Ob der "Kolonnenführer" Disziplinargewalt hatte (wie ein Kp-Chef), entzieht sich
    meiner Kenntnis !


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo Rudolf,
    erstmal Danke nochmals für deine vielen Beiträge meine Fragen betreffend!
    Wie ich sehe, kennst du dich gut mit Büchern und der Literatur zum II. WK aus. Kannst du mir ein Buch empfehlen welches sich direkt oder indirekt mit dem Geb.-Jäg.-Rgt 137 bzw. Ersatz Rgt. 137 befasst?
    Ich möchte etwas tiefer in die Materie der Zeit 1938-1940 um unseren Vater eintauchen und Zeitzeugen lesen.
    Danke für die Hilfe
    Kurt

    Edited once, last by duraku49 ().

  • Mein Vater (Sudetendeutscher) war auch bei diesem Regiment 137 in Salzburg,kam dann 41 nach Jugoslawien,dann Norwegen u. Finnland.Gegen Ende des Krieges haben dann die Finnen ja auf sowjetischen Druck uns noch den Krieg erklärt u.z.T. noch blutige Kämpfe gegen ihre dt. Waffenbrüder geführt wie ich mal in einer TV Doku erfuhr.
    Mein Vater wollte das nicht glauben.Ich frage mich -kann es sein das der Soldat außer seinem eng begrenzten Bereich vom großen Kriegsgeschehen überhaupt nichts mitbekam oder bekommen wollte?

  • Hallo Friedwart,


    . . . Ich frage mich -kann es sein das der Soldat außer seinem eng begrenzten Bereich vom großen Kriegsgeschehen überhaupt nichts mitbekam oder bekommen wollte? . . .


    aus mehreren Kriegserinnerungen unserer Veteranen, die ich editiert und als Bücher
    herausgegeben habe, kann ich Dir versichern, dass das i.d.R. so war, wie Du annimmst.


    Für dieses Verhalten gab es aus meiner Sicht zumindest zwei unterschiedliche Gründe:


    1. Der Soldat, der ins unmittelbare Kampfgeschehen eingebunden war, hatte "normalerweise"
    andere Probleme als die "Weltpolitik"; oft war ihm schon egal, was sich auf der nächsthöheren
    Führungsebene (z.B. Division) abspielte. Er wollte wissen, wie weit er noch marschieren musste,
    wann er zur Ruhe kommen würde, wann es wieder einmal eine warme Mahlzeit gab oder - im
    Extremfall - wie er den nächsten Tag, die nächste Woche, lebend überstehen konnte.


    2. Die Information der Soldaten an der Front war (v.a. im Hinblick auf das politische Geschehen)
    eher dürftig. Zeitungen gab es höchst selten, Radiogeräte standen z.B. selbst Besatzungstruppen
    in Frankreich nur sporadisch zur Verfügung. Der Wehrmachtsbericht war oft die einzige Informations-
    quelle. D.h. der Soldat an der Front bekam nur das zu hören, was er hören sollte (und das dann
    auch noch propagandistisch eingefärbt) !


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo,
    das "Mitbekommen" hing aber wohl auch vom Dienstgrad ab. Als "Schütze im letzten Glied" hat man sicher bedeutend weniger mitbekommen als ein Zugführer oder Kompaniechef.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • . . . das "Mitbekommen" hing aber wohl auch vom Dienstgrad ab. Als "Schütze im letzten Glied" hat man sicher bedeutend weniger mitbekommen als ein Zugführer oder Kompaniechef . . .


    Hallo Rainer,


    gut, dass Du das noch einmal betonst !
    Aus den vorhergehenden Beiträgen war ich völlig auf die Ebene der
    Mannschaften (max. Unteroffiziere) fixiert, so dass meine Aussage auch
    nur auf diese Personengruppe bezogen ist.
    Bei den höheren Dienstgraden hing es natürlich (außerdem) davon
    ab, "wes Geistes Kind" der (informierende) Vorgesetzte jeweils war.
    Da gab es ja die breite Palette vom linientreuen, fanatischen GFM bis
    zum Oberst, der im Widerstand verstrickt war. Entsprechend war dann
    auch die Informationspolitik nach unten !


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)