Verteidigung von Berlin April 1945

  • Hallo,
    kann mir bitte jemand eine Auskunft geben,welche Polizeieinheiten der Wehrmacht sich im April 1945 im Raum Bernau/Ladeburg aufhielten?Mein Großvater war in einer dieser Einheiten und ist am 20.April 1945 in der Nähe von Ladeburg gefallen.Er wurde auf dem dortigen Friedhof in einer Kriegsgräberstätte beigesetzt.Freu mich über sachdienliche Hinweise!

  • Hallo Potsdamer12345.


    Willkommen hier bei der "Polizei" des Forums.


    Zunächst einmal ein paar Fragen:


    1. was verstehst Du unter Polizeieinheiten der Wehrmacht ? War er bei der Feldgendarmerie oder war er bei einem Verband der Ordnungspolizei ?
    2. was weiß man denn von ihm ? Gibt es eine WASt-Auskunft, Feldpostbriefe, Bilder ?


    Grundsätzliches habe ich hier http://www.forum-der-wehrmacht.de/thread.php?threadid=12 (die letzten zwei Einträge) zur Suche nach Polizisten geschrieben.


    Gruß aus München
    Marcus


    Link "geblaut"; kkn

    Suche ALLES zu Polizei-Bataillonen aus dem Wehrkreis VII und dem Einsatz in Slowenien sowie zur PV. Litzmannstadt
    "Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)

  • Hallo Marcus,


    vielen Dank für Deine Mail!Ich weiß leider nicht,bei welcher Einheit mein Großvater war.Er war in Rußland eingesetzt,danach bei der Verteidigung von Berlin.Ich weiß,dass er bei einem Polizeiregiment gewesen ist.Sein Name ist Otto Simon.Er fiel am 20.April 1945 an der Landstraße nach Ladeburg bei Bernau im Gefecht mit russischen Soldaten und ist auf dem Friedhof in Ladeburg mit 11 weiteren Gefallenen Kameraden beigesetzt worden.Mich würde mal interessieren,welche Polizeiregimenter dort 1945 im Einsatz waren.


    MfG,Klaus

  • Halo Klaus,


    Dein Großvater ist beim Volksbund gelistet, der einfachste Weg ist, dort nach der letzen Einheit anzufragen. Wenn Du Zeit hast und es genau wissen willst wende Dich an die WASt.


    Grüße


    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Klaus,


    so, jetzt ist etwas mehr Zeit zum Schreiben.
    Was weiß man denn noch vom Großvater ?
    Wo wohnte er bei Kriegsbeginn, gibt es von einer Witwen- oder Waisenversorgung noch Unterlagen ?
    Gibt es Fotos, Feldpostbriefe oder ähnliches ?
    War er "richtiger Polizeibeamter" oder Polizei-Reservist ? Sprich, war er gelernter Polizist oder wurde bei Kriegsbeginn zur Polizei eingezogen ?


    Ansonsten - wie Thilo geschrieben hat - unbedingt an den Volksbund und parallel dazu zur WASt schreiben, wobei letztere für eine Antwort rund ein Jahr benötigt.
    edit: mit Deinen bisherigen Angaben lässt sich nämlich nichts anfangen, da alleine von Berlin aus, so er daher stammte, bestimmt mehrere tausend Polizisten nach Russland geschickt wurden. Hier in München, das um einiges kleiner ist, waren es etwa 5 000 Mann, die in den sogenannten "Auswärtigen Einsatz", also den Dienst außerhalb der Reichs-Grenzen, geschickt wurden, nur um mal eine Hausnummer zu nennen.


    Gruß aus München
    Marcus

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    Edited once, last by Lockenheld ().

  • Hallo Klaus,


    ich meine, dass dein Großvater ein Angehöriger des Polizei-Regiment Biesenthal gewesen sein könnte. Dieses Regiment war auch für die Verteidigung von Berlin bestimmt. Leider halten sich die Fakten zum Regiment äußerst in Grenzen. Eventuell kann unser Roland da weiter helfen.


    Viele Grüsse Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Hallo Daniel,

    Quote

    ....ich meine, dass dein Großvater ein Angehöriger des Polizei-Regiment Biesenthal gewesen sein könnte. ...


    ich stimme Dir zu, auch, was die Einzelheiten zum Einsatz angeht, ich habe leider nämlich bisher auch keine gefunden...  :(


    Der Hauptmann d.Sch. d.R. Günter Doebel schieb am 21.April 1945: „... Gestern, an Führers Geburtstag, schlug auch für Biesenthal die entscheidende Stunde. Am Vormittag verließ der „Nordstab“ mit Fahrzeugen das Lager „Paula“ in Richtung Lübeck, weil der Feinddruck von der Oder zu stark geworden war.
    Südlich Wriezen sind die Sowjets aus ihrem Brückenkopf nach Westen durchgestoßen. Ich kann nicht mehr auf die Waffenschule in Dresden-Hellerau, weil dort kein Lehrgang mehr stattfindet-
    So melde ich mich freiwillig für das „Regiment Biesenthal“ unter Oberstleutnant Vockensohn. Aber das Regiment hat keinen Bedarf an Offizieren.
    Dann soll ich zum „Nordstab“, schließlich aber werde ich dem Lagerkommandanten, Major Schulze, zur Verfügung gestellt. Er soll hierbleiben, soll mit der Lagerkommandantur, dem Kriegseinsatztrupp (alles ältere Handwerker) und der Kommandierten-Abteilung ein Auffangkommando bilden.
    Kaum ist der Rest-Stab nach Lübeck abgefahren, beginnt auch schon die russische Schlachtfliegertätigkeit südlich Biesenthal und vor allem über Bernau. Es rauscht, saus und hämmert in der Luft, Brandwolken steigen auf, Granaten und Bomben explodieren, ein Höllenlärm.
    Auf der Lanker Straße schieben sich in dichten Massen die Biesenthaler zu Fuß oder mit Wagen westwärts, durchsetzt von zurückflutenden Truppen. Ich erhalte Auftrag, die versprengten Soldaten zu sammeln und unterzubringen. Es machte eine Menge Arbeit, denn viele haben ein persönliches Anliegen, wollen was zu essen oder zurück zu ihrem Truppenteil. Sehr viele haben keine Waffen. Einige behaupten, man habe sie ohne Waffe in den vordersten Graben gesteckt.
    Inzwischen haben die Sowjets in Bernau die Oberhand gewonnen. Ihre Panzer stoßen am späten Nachmittag (des 20.4.45, der Verf.) über Rüdnitz in Richtung Biesenthal vor und beschießen den südlichen Stadtrand.
    Auf dem Bahnhof ist inzwischen ein Flüchtlingszug voller Biesenthaler mit einem Treibstoffzug zusammengestoßen, dessen Lok-Besatzung durch Bordwaffenbeschuss der Tiefflieger ausgefallen war, so dass der Zug führerlos fuhr.
    Der Volkssturm von Biesenthal hat sich inzwischen in Wohlgefallen aufgelöst, die Ortskommandantur ist abgereist, das „Regiment Biesenthal“ befindet sich im Kampf bei Bernau und wird dabei wohl restlos aufgerieben. Das „Bataillon Paula“ ist in Richtung Hellmühle abgerückt.
    So ist Biesenthal plötzlich verlassen und entblößt. Ja, es liegt im Niemandsland! Irgendeine fernmündliche Verbindung mit einer Nachbareinheit ist unmöglich geworden. Als durch Melder die Nachricht kommt, russische Panzer hätten bereits die Straße Biesenthal – Lanke und damit die unmittelbare Nähe des Lagers erreicht, entschließt sich Major Schulze zum Absetzen in Richtung Ruhlsdorf...."


    Tut mir leid, ich kann da auch nicht weiterhelfen, aber der Ort passt zum Einsatzgebiet des genannten Rgt...


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Guten Tag


    Gibt es nähere Informationen über das Lager??? Roland meinte,dass die Russen zwischen Biesenthal und Lanke waren in unmittelbarer Nähe des Lagers.


    Gruß Schulle

  • Hallo,
    die Polizei-Kuranstalt hatte die Adresse: Biesenthal/Mark, Uhlandstr.14 ??(zumindest hatte der Nachnutzer der Immobilie die Polizeischule des Landes Brandenburg diese Adresse), das Ausweichlager (Paula) des Hauptamtes der Ordnungspolizei soll sich etwa 500 m davon entfernt befunden haben. Quelle: Blha Rep.202 C HA Wirtschaftsplanung 47
    Gruß Uwe

  • Hallo,

    was mir auffiel, ein Otto Simon ist auf den Grabtafeln nicht vermerkt. Nur ein Otto Groß. Vielleicht gibt es ja noch ein Grab ohne Namenstafeln auf besagtem Friedhof, wo Otto Simon seine letzte ruhe fand.

    Das Sterbedatum 20.06.1945 von Albert Grüntner irritiert mich ein wenig, weil bei allen anderen entweder der 20.04.45 oder 21.04.45 steht. Vielleicht wurde sich bei ihm vertan oder er ist tatsächlich, wie auch immer, erst am 20.06.45 ums Leben gekommen. Unter Umständen ist darüber etwas bekannt.

    MfG Wirbelwind

  • Hallo zusammen,


    Theobald Zeidler war lt. VDK Gendarmerie Wachtmeister.


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Hallo

    Eventuell ist er erst am 20.06. im Lazarett an seinen Verwundungen gestorben.

    Jan

    Suche alles über die Endkämpfe, III.SS-Panzerkorps, 11.SS-Pz.Gren.Div.Nordland und die letzten Gliederungen von Divisionen, Kriegsgliederungen der Armeen

  • Hallo Tino,


    du könntest im Gemeindearchiv nach dem Sterberegister von 1945/46 für Ladeburg fragen. Falls es existiert, müsste dort das Sterbedatum stehen. Ev. hat auch die Kirchengemeinde noch Begräbnislisten. Häufig waren die Seelsorger die Letzten, die ihren Ort verlassen haben.


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.