Neuer Volksbund Präsident

  • Hallo Zusammen,


    der ein oder andere wird es sicherlich mitbekommen haben.
    Seit 12. Oktober ist der ehem. Außenminister der DDR und MdB Markus Meckel neuer Präsident des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.


    Auf Grund seines Profils scheint er durchaus für den Posten geeignet zu sein. Hoffen wir, dass er die Geschicke des VDK besser "führen" wird als sein Vorgänger. Wünsche ihm viel Erfolg bei seiner Aufgabe!


    Beste Grüße
    Alex

  • So ein besonders tolles Profil hat der werte Herr Meckel eigentlich nicht.
    In den letzten Jahren wurde er weiten Kreisen der Bevölkerung nur durch
    seine jahrelangen Streitereien mit einem Nachbar bekannt.


    Ob Meckel, der geeignete "Häuptling" für den Volksbund ist, das muss
    er erst beweisen.


    Aber natürlich wünsche ich ihm auch Erfolg für seine künftige Tätigkeit. Vielleicht gelingt es ihm, dem Volksbund auf Dauer eine ausgewogene Finanzierung durch Bund und Länder zu gewährleisten.


    Gruß
    Bert

    Edited 4 times, last by Jahrgang39 ().

  • Hallo Bert,


    Aber natürlich wünsche ich ihm auch Erfolg für seine künftige Tätigkeit. Vielleicht gelingt es ihm, dem Volksbund auf Dauer eine ausgewogene Finanzierung durch Bund und Länder zu gewährleisten.


    Es ging nicht lange gut, die Meuterei oder der Putsch ist im vollen Gange.


    http://www.welt.de/geschichte/…aehrdet-das-Gedenken.html


    Der autoritäre Führungsstil mit dem Anspruch, linksgrüne Visionen mit maximalem politischen Schuldkult zu kombinieren, ist gnadenlos gescheitert.
    Der absehbare Absprung von konservativen Förderern und ein Leben in Saus und Braus haben dem Volksbund mit einem 20 Millionen Schuldenberg das Genick gebrochen.



    Gruß
    Udo

  • Moin,


    Udo ist wie so oft wieder einmal gnadenlos. Politische Polemik hilft nicht weiter, eine Institution zu stabilisieren, die in der heutigen Zeit mehr Hilfe benötigt, wäre ein besserer Beitrag gewesen. Eine Hasskappe ist kein vernünftiger Ausrüstungsgegenstand.


    Einen entspannten Abend für Euch


    Horst

  • Hallo Horst,


    ich habe lediglich versucht, einigermaßen neutral auf den gescheiterten Umbau des Volksbundes hinzuweisen.
    Das der eigentliche Auftrag nun vor großen Problemen steht, wird niemanden erfreuen.
    Sollte der Putsch und die Rückbesinnung gelingen, wäre ich einer der ersten heimkehrenden Spender.


    Gruß
    Udo

  • Hi Udo,


    ist ja bemerkenswert, was Du da von Dir gibst.
    Hast Du den von Dir verlinkten Artikel selbst gelesen
    bzw. woher stammen Deine Anwürfe?


    Die Welt steht ja nun nicht im Geruch, links zu sein.
    Was dort steht, deckt sich nicht mit dem, was Du
    da losläßt.


    Irgendwas ist da mit Dir durchgegangen.


    Grüße, Kordula

  • Hallo Kordula,


    ich habe lediglich den Link zum Welt-Artikel platziert, um damit auf einige bekannt gewordene Querelen hinzuweisen.
    Das man dort eher die politisch korrekte Ansicht von "positiven Reformschritten in Richtung aktiver Friedensarbeit" vertritt,
    sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es um viel mehr geht als haltlose Beschuldigungen und Diffamierungen.


    Ich hätte auch andere Links mit konservativen Sichtweisen zu den Vorgängen posten können, wo es um die amtlich bestätigten Schuldenberge geht,
    wo dutzende betagte Senioren begründen, warum sie wegen Verrat an den Gefallenen den Volksbund aus ihrem Testament gestrichen haben.
    Das ein erheblicher polarisierender Umbau inklusive Satzungsänderung stattgefunden hat, sollte Dir nicht entgangen sein.
    Das der Volksbund sein neues Augenmerk auf die Erkundung aller deutschen Völkermorde (Herero) und begangenen Verbrechen gelegt hat, ebenfalls.


    Jeder möge sich Gedanken dazu machen, ob die Organisation nicht vom rechten Pfad abgekommen ist.


    Gruß
    Udo

  • Hi Udo,


    danke - genau so habe ich es mir gedacht.
    Verlinke bitte, wo Deine Informationen herkommen.
    Hast Dich hier ordentlich ausgelassen und ich, ehrlich gesagt,
    habe keine Lust zu suchen - hast doch alles parat.


    War mir neu, daß die Welt auf PC-Kurs wäre.


    Untenstehendes Zitat aus dem Welt-Artikel.


    Grüße, Kordula


  • Hallo Kordula,


    der "Putsch" und die miesen Zahlen sind mehr oder weniger öffentlich seit 12 Stunden
    und gehen durch alle Nachrichtenblätter.
    Allen Ortes wird das Dilemma der autoritär durchgeprügelten Leitkultur angesprochen.
    Beispiel Stuttgarter Zeitung
    Google sollte Dir mit den Begriffen "Volksbund Kritik" oder "Volksbund insolvent" tausende mehr oder weniger gut
    recherchierte Artikel anzeigen.


    Die Entstehung der Konflikte, dass der ursprüngliche Auftrag aufgegeben wurde und nach Möglichkeit auf jedem angelegten Friedhof
    die Gräber von potentiellen Verbrechern gesondert markiert werden, ist den älteren Interviews mit Herrn Meckel zu entnehmen.


    Quote

    Meckel:
    ...Aber es muss auch Tafeln oder Ausstellungen geben, die über die Toten informieren, ihre Schicksale darstellen und auch Verbrechen
    ehrlich benennen. Es ist ja häufig so, dass Täter und Opfer auf diesen Friedhöfen nebeneinander begraben sind - oder die gleichen Personen
    Täter und Opfer sind. Das muss man offen darstellen


    ...dass es bald niemanden mehr gibt, der einen konkreten persönlichen Bezug zum Krieg herstellen kann. Spätestens dann sind auch die
    Soldatenfriedhöfe nicht mehr Orte persönlicher Trauer, sondern wie alle Gedenkstätten Lernorte und Bildungsorte.


    Quelle



    Es scheint viele Widerständler zu geben, die in einem Friedhof keinen Bildungsort mit Markierung der Verbrechergräber sehen.



    Gruß
    Udo


    PS: Auf den Punkt bringt es die "Junge Freiheit" mit Artikel inkl. Leserkommentare, aber der ist hier wohl nicht erlaubt.

  • Hallo Udo, hallo zusammen,


    linksgrüne Visionen mit maximalem politischen Schuldkult zu kombinieren,


    ob die Organisation nicht vom rechten Pfad abgekommen ist.


    ... dann einigen wir uns doch einfach auf die "Mitte".


    Meine Begeisterung für Herrn Meckel hält sich aus bestimmten, eher unpolitischen Gründen ebenfalls in Grenzen. Wichtig ist aber wie immer der Unterbau: "Gute Leute muss man haben" - und da gibt es noch etlche ...!



    Gruß bzw. Gute Nacht,


    Joseph

    Suche Informationen zum Füs.Bat. 170 im Zeitraum Juli 1944 und zur 269.I.D im Zeitraum Januar bis März 1945 (Festung Breslau)

    Edited once, last by Joseph O. ().

  • Hallo,
    erinnert mich an einen Verein, dem ich selbst seit 45 Jahren angehöre.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Moin Udo,


    ich habe Deine Links gelesen und komme nicht zu denselben Schlussfolgerungen wie Du. Auch sehe ich keinen Putsch. Wenn z.B. die "Welt" als Quellen ihr vorliegende Interna angibt,ohne wörtlich daraus zu zitieren, sollte man ohnehin in seiner Bewertung zurückhaltend oder wenigstens abwartend bleiben.


    Es droht meiner Beobachtung nach auch keine "linke Unterwanderung". Kein Grund zur Aufregung .


    Dennoch würde ich mir eine bessere Wahrnehmung der Arbeit des VB insbesondere in der Enkelgeneration wünschen. Es scheint, als ob wir seit zehn Jahren vor lauter allgegenwärtigen außenpolitischen Krisen die wichtigen inneren Themen aus dem Blickfeld verloren haben.


    lg Justus

  • Hallo zusammen,


    die FAZ - ebenfalls nicht dem Verdacht ausgesetzt, linksgrüne Visionen zu verbreiten - berichtet heute ebenfalls über das Thema. Dort wird im Wesentlichen berichtet, dass es ein Machtgerangel zwischen der Geschäftsführerin und dem Präsidenten gebe, welcher wohl auch darauf zurückzuführen ist, dass der Geschäftsführerin in der Vergangenheit mehr Zuständigkeiten und Aufgaben zulasten des Präsidenten zugestanden worden seien als die Satzung es so hergibt. Manche Landesvertreter des Volksbundes sollen dies für eine "positive gelebte Unternehmenskultur" halten. Mir klingt das mehr nach vereinsmeierischem Kuddelmuddel. Und als Juristen klingeln mir da die Ohren, da der Volksbund als gemeinnützige Organisation gehalten ist, seine Tätigkeit streng nach der Satzung auszurichten. Wahrscheinlich ist es an der höchsten Zeit, dass dort über Jahre gewachsene Missstände abgestellt werden - so ähnlich wie kürzlich erst beim ADAC. Eine Geschäftsführerin eines gemeinnützigen Vereins, die fortlaufend ihre satzungsmäßigen Kompetenzen überschreitet, gehört schlicht und einfach in die Wüste gejagt. Ich war wegen der Personalie Meckel auch erst einmal kritisch, habe dann aber ein längeres Interview auf WDR5 mit dem neuen Präsidenten gehört und war dann sehr positiv überrascht. Die Probleme mit rückläufigen Mitgliederzahlen und Spenden bestehen beim Volksbund wohl schon länger und sind auch auf die Indifferenz der nachwachsenden Generationen zurückzuführen. Und darüber wie man mit Verbrechergräbern umgehen sollte, läßt sich streiten. Ich bin in der Tendenz eher für eine Unkenntlichmachung wie etwa in Costermano. Zudem sind hier wohl eine Reihe von Anschuldigungen in die Welt gesetzt worden, die nachweislich falsch sind, einfach um Stimmung zu machen (absichtlich überhöhte Handyrechnung, die aber auf Abrechnungsfehler des Telekomanbieters herrührt, usw.). Insgesamt ist daher für mich klar, auf wessen Seite ich bei dieser Auseinandersetzung zu stehen habe - den Anwurf von unseren Rechtsaulegern, dass auch ich "linksgrün" eingestellt sei, verbitte ich mir vorsorglich im Voraus.


    Horrido,
    Marcus

    Inter arma enim silent leges (Unter den Waffen schweigen nämlich die Gesetze) Cicero
    - suche alles zur 353. I.D., insb. zum PiBtl 353 und zur KG 353 I.D. "Böhm" -

    Edited 4 times, last by MHR ().

  • Moin,
    Frau Schily hat mir gemailt:


    ich tue heute etwas, was man im "Online" eigentlich eher vermeiden sollte: Ihnen einen langen Text zuzusenden! Ich hoffe natürlich darauf, dass Sie alles bis zum Ende lesen werden, es wäre mir sehr wichtig.


    In diesen Tagen finden in Deutschland und unseren Nachbarländern wieder zahlreiche Workcamps mit jungen Menschen statt. Vielleicht kennen Sie diesen international gebräuchlichen Begriff noch als "Jugendlager". Junge Menschen arbeiten schon seit gut 65 Jahren in den Ländern der ehemaligen Gegner und Feinde an den Kriegsgräbern. Sie prägten in den Jugendlagern der 1950er Jahre das bis heute sinngebende Motto "Versöhnung über den Gräbern - Arbeit für den Frieden".


    Die Arbeit mit jungen Leuten ist kein "Kreuzeschrubben", wie es manchmal salopp missverstanden wird. Sie nehmen Kontakt zur Bevölkerung auf, sie sind einfach mehr als nur durchreisende Touristen. Ihre Arbeit ist Arbeit für ein vereintes Europa, jenseits von Finanzkrisen und nationalen Egoismen. Das zeigen auch die vielen, aus den Workcamps heraus entstandenen internationalen Städte- und Gemeindepartnerschaften. Die jungen Leute beschäftigen sich mit den Schicksalen der Kriegstoten, deren Namen und Lebensdaten sie auf den Grabzeichen sehen. Sie sprechen miteinander, und das seit langem schon in international zusammengesetzten Gruppen. Sie beschränken sich nicht nur auf das furchtbare Geschehen zur Zeit der Weltkriege. Auch unsere Gegenwart, immer mehr geprägt von Krieg und Gewalt, von Flucht und Vertreibung, von Mord- und Terrorakten, wirft schreckliche Schatten.


    Die Förderung von Toleranz und Friedenswillen gehört zu den Zielen unserer Jugend- und Bildungsarbeit. Diese Arbeit weist in die Zukunft, sie wird immer wichtiger. Sie ersetzt aber nicht die Arbeit an den Gräbern, sie ergänzt sie. Sie gibt der "praktischen Kriegsgräberfürsorge", die ungebrochen fortgesetzt wird, nur eine neue Bedeutung.


    Zur finanziellen Situation


    Für die deshalb eher noch wachsenden Aufgaben des Volksbundes müssen immer wieder neue Mittel eingeworben, neue Unterstützer gefunden werden. Die Zahl unserer Förderer aus der Kriegs- und Kriegskindergeneration nimmt ab, das ist nicht aufzuhalten. Damit sinken natürlich auch die Einnahmen aus Beiträgen und Spenden. Der Volksbund muss sehen, wie er seine Arbeit so gestaltet, dass sie finanzierbar bleibt. Das gilt besonders für die Jugend- und Bildungsarbeit. Das aber ist tägliche Praxis schon seit seiner Gründung, denn es gab in seiner Geschichte nie eine Finanzierungsgarantie vom Staat oder von Dritten.


    Vielleicht haben Sie in den letzten Tagen die eine oder andere Meldung gesehen, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge steuere in den nächsten Jahren auf ein großes Defizit zu. Das Wort "Insolvenz" wird verwendet. Die Bild-Zeitung hat geschrieben: "Kriegsgräber-Fürsorge droht die Pleite!" Diese Aussage stimmt nicht!


    Es gibt, das ist kein Geheimnis, im Augenblick eine Diskussion über die Arbeits- und Führungsstrukturen im Volksbund und die künftige Finanzierung seiner Arbeit. Die Frage ist: Soll man eher vorsichtig bleiben, nur das ausgeben, was man einnimmt? Oder soll man massiv investieren in Projekte der Gedenkkultur, der Jugend- und Bildungsarbeit und in bisher nur am Rande bearbeitete Themenfelder - in der Hoffnung, dass dadurch zusätzliches Geld in die Kasse kommt?


    Festzustellen ist jedenfalls: Noch nie hat der Volksbund - dank seiner Mitglieder und Spender - so viel Einnahmen erzielen können wie im Jahr 2015! Vieles wird jetzt gerade finanziert, was über die Jahre immer dringender geworden ist und bisher zurückgestellt werden musste. Das gilt zum Beispiel für die Restaurierung wertvoller historischer Bauten auf Friedhöfen des Ersten Weltkrieges. Die finanzielle Situation ist auch im Jahr 2016, das wir jetzt ja schon sehr gut überblicken können, stabil.


    Über 700 Millionen Euro in 20 Jahren!


    Wussten Sie es? Allein in den letzten 20 Jahren hat der Volksbund Einnahmen aus Beiträgen, Spenden, Sammlungen und Erbschaften von weit über 700 Millionen Euro erzielt - das heißt allein durch Ihre Hilfe, ohne staatliche Zuwendungen!


    Bundesregierung und Bundestag in der Pflicht


    Bundesregierung und der Bundestag wissen, dass der Volksbund in öffentlichem Auftrag arbeitet, aber nicht alles allein finanzieren kann. Die Bundesmittel sind deshalb schon vor Jahren diesem Bedarf angepasst worden, und es wird auch weiter so sein. Das Reden von "Insolvenz" und "Pleite" entbehrt schon deshalb jeder Grundlage!


    Die Planungen für die Jahre ab 2017 basieren selbstverständlich auf Annahmen, wie die eigenen Einnahmen und die Zuwendungen des Staates sich entwickeln könnten. Die eigenen Einnahmen schwanken allerdings immer wieder in größerem Umfang, vor allem abhängig von der Zahl und Höhe der Spenden und der Erbschaften. Jede Zahl, die kursiert, muss deshalb mit Vorsicht betrachtet werden.


    Unabhängig vom Staat bleiben!


    Wir wollen weder heute noch morgen, dass künftig allein der Staat die Kriegsgräberfürsorge finanzieren wird. Wir wollen und werden mit Hilfe von Beiträgen und Spenden auch künftig unabhängig vom Staat bleiben! Nur so können wir auch Aufgaben wie in der Jugend- und Bildungsarbeit finanzieren, für die keine oder nur wenig staatliche Mittel fließen.


    Vertrauen


    Ich bitte Sie deshalb heute herzlich weiterhin um Ihr Vertrauen. Lassen Sie sich nicht durch Zeitungsmeldungen irritieren. Sie wissen, dass Ihre Zuwendungen bei uns in guten Händen sind, um die Aufgaben des Volksbundes zu erfüllen. Engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aufmerksame und der Sache verpflichtete Gremien und auch ich als Generalsekretärin stehen dafür ein. Wenn Sie es möchten, spenden Sie bitte - meine Mitarbeiter und ich wären Ihnen für ein solches Zeichen des Vertrauens gerade jetzt außerordentlich dankbar.


    Mit den besten Wünschen für eine schöne Sommer- und Ferienzeit grüße ich Sie herzlich aus Kassel,


    Ihre


    Daniela Schily
    GeneralsekretärinVolksbund Deutsche
    Kriegsgräberfürsorge e. V. Spendentelefon: 0561 700 90
    Spendenkonto:
    IBAN DE23 5204 0021 0322 2999 00
    BIC COBADEFFXXX
    Commerzbank Kassel

  • Kann gelöscht werden - zeitgleich 2 Menschen den gleichen Gedanken


    Hallo Zusammen,


    Dieses habe ich gerade per Mail vom VDK erhalten:


    "Sehr geehrter Herr xxx,


    ich tue heute etwas, was man im "Online" eigentlich
    eher vermeiden sollte: Ihnen einen langen Text zuzusenden! Ich hoffe natürlich
    darauf, dass Sie alles bis zum Ende lesen werden, es wäre mir sehr
    wichtig.


    In diesen Tagen finden in Deutschland und unseren Nachbarländern
    wieder zahlreiche Workcamps mit jungen Menschen statt. Vielleicht kennen
    Sie diesen international gebräuchlichen Begriff noch als "Jugendlager". Junge
    Menschen arbeiten schon seit gut 65 Jahren in den Ländern der ehemaligen Gegner
    und Feinde an den Kriegsgräbern. Sie prägten in den Jugendlagern der 1950er
    Jahre das bis heute sinngebende Motto "Versöhnung über den Gräbern - Arbeit für den Frieden".


    Die Arbeit mit jungen Leuten ist kein "Kreuzeschrubben", wie es manchmal
    salopp missverstanden wird. Sie nehmen Kontakt zur Bevölkerung auf, sie sind
    einfach mehr als nur durchreisende Touristen. Ihre Arbeit ist Arbeit für ein
    vereintes Europa, jenseits von Finanzkrisen und nationalen Egoismen. Das zeigen
    auch die vielen, aus den Workcamps heraus entstandenen internationalen Städte-
    und Gemeindepartnerschaften. Die jungen Leute beschäftigen sich mit den
    Schicksalen der Kriegstoten, deren Namen und Lebensdaten sie auf den Grabzeichen
    sehen. Sie sprechen miteinander, und das seit langem schon in international
    zusammengesetzten Gruppen. Sie beschränken sich nicht nur auf das furchtbare
    Geschehen zur Zeit der Weltkriege. Auch unsere Gegenwart, immer mehr geprägt von
    Krieg und Gewalt, von Flucht und Vertreibung, von Mord- und Terrorakten, wirft
    schreckliche Schatten.


    Die Förderung von Toleranz und Friedenswillen
    gehört zu den Zielen unserer Jugend- und Bildungsarbeit. Diese Arbeit weist in die
    Zukunft, sie wird immer wichtiger. Sie ersetzt aber nicht die Arbeit an den
    Gräbern, sie ergänzt sie. Sie gibt der "praktischen Kriegsgräberfürsorge", die
    ungebrochen fortgesetzt wird, nur eine neue Bedeutung.


    Zur
    finanziellen Situation


    Für die deshalb eher noch wachsenden
    Aufgaben des Volksbundes müssen immer wieder neue Mittel eingeworben, neue
    Unterstützer gefunden werden. Die Zahl unserer Förderer aus der Kriegs- und
    Kriegskindergeneration nimmt ab, das ist nicht aufzuhalten. Damit sinken
    natürlich auch die Einnahmen aus Beiträgen und Spenden. Der Volksbund muss
    sehen, wie er seine Arbeit so gestaltet, dass sie finanzierbar bleibt. Das gilt
    besonders für die Jugend- und Bildungsarbeit. Das aber ist tägliche Praxis schon
    seit seiner Gründung, denn es gab in seiner Geschichte nie eine
    Finanzierungsgarantie vom Staat oder von Dritten.


    Vielleicht haben Sie
    in den letzten Tagen die eine oder andere Meldung gesehen, der Volksbund
    Deutsche Kriegsgräberfürsorge steuere in den nächsten Jahren auf ein großes
    Defizit zu. Das Wort "Insolvenz" wird verwendet. Die Bild-Zeitung hat
    geschrieben: "Kriegsgräber-Fürsorge droht die Pleite!" Diese Aussage
    stimmt nicht!


    Es gibt, das ist kein Geheimnis, im Augenblick
    eine Diskussion über die Arbeits- und Führungsstrukturen im Volksbund und die
    künftige Finanzierung seiner Arbeit. Die Frage ist: Soll man eher vorsichtig
    bleiben, nur das ausgeben, was man einnimmt? Oder soll man massiv investieren in
    Projekte der Gedenkkultur, der Jugend- und Bildungsarbeit und in bisher nur am
    Rande bearbeitete Themenfelder - in der Hoffnung, dass dadurch zusätzliches Geld
    in die Kasse kommt?


    Festzustellen ist jedenfalls: Noch nie hat der
    Volksbund - dank seiner Mitglieder und Spender - so viel Einnahmen erzielen
    können wie im Jahr 2015! Vieles wird jetzt gerade finanziert, was über die Jahre
    immer dringender geworden ist und bisher zurückgestellt werden musste. Das gilt
    zum Beispiel für die Restaurierung wertvoller historischer Bauten auf Friedhöfen
    des Ersten Weltkrieges. Die finanzielle Situation ist auch im Jahr 2016, das wir
    jetzt ja schon sehr gut überblicken können, stabil.


    Über 700
    Millionen Euro in 20 Jahren!


    Wussten Sie es? Allein in den
    letzten 20 Jahren hat der Volksbund Einnahmen aus Beiträgen, Spenden, Sammlungen
    und Erbschaften von weit über 700 Millionen Euro erzielt - das heißt allein
    durch Ihre Hilfe, ohne staatliche Zuwendungen!


    Bundesregierung
    und Bundestag in der Pflicht


    Bundesregierung und der Bundestag
    wissen, dass der Volksbund in öffentlichem Auftrag arbeitet, aber nicht alles
    allein finanzieren kann. Die Bundesmittel sind deshalb schon vor Jahren diesem
    Bedarf angepasst worden, und es wird auch weiter so sein. Das Reden von
    "Insolvenz" und "Pleite" entbehrt schon deshalb jeder Grundlage!


    Die
    Planungen für die Jahre ab 2017 basieren selbstverständlich auf Annahmen, wie
    die eigenen Einnahmen und die Zuwendungen des Staates sich entwickeln könnten.
    Die eigenen Einnahmen schwanken allerdings immer wieder in größerem Umfang, vor
    allem abhängig von der Zahl und Höhe der Spenden und der Erbschaften. Jede Zahl,
    die kursiert, muss deshalb mit Vorsicht betrachtet werden.


    Unabhängig vom Staat bleiben!


    Wir wollen weder
    heute noch morgen, dass künftig allein der Staat die Kriegsgräberfürsorge
    finanzieren wird. Wir wollen und werden mit Hilfe von Beiträgen und Spenden auch
    künftig unabhängig vom Staat bleiben! Nur so können wir auch Aufgaben wie in der
    Jugend- und Bildungsarbeit finanzieren, für die keine oder nur wenig staatliche
    Mittel fließen.


    Vertrauen


    Ich bitte Sie deshalb
    heute herzlich weiterhin um Ihr Vertrauen. Lassen Sie sich nicht durch
    Zeitungsmeldungen irritieren. Sie wissen, dass Ihre Zuwendungen bei uns in guten
    Händen sind, um die Aufgaben des Volksbundes zu erfüllen. Engagierte
    Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aufmerksame und der Sache verpflichtete
    Gremien und auch ich als Generalsekretärin stehen dafür ein. Wenn Sie es möchten, spenden Sie bitte - meine Mitarbeiter und
    ich wären Ihnen für ein solches Zeichen des Vertrauens gerade jetzt
    außerordentlich dankbar.


    Mit den besten Wünschen für eine schöne
    Sommer- und Ferienzeit grüße ich Sie herzlich aus Kassel,


    Ihre


    Daniela
    Schily
    Generalsekretärin"


    Gruss
    Gerhard

    Edited once, last by mika1606 ().

  • Hallo zusammen


    Diese Mail erhält jeder, der beim Volksbund den Newsletter abonniert hat.
    Auch ich hab die Mail vor ein paar Minuten erhalten.

    mit freundlichen Grüssen


    Uli

  • Hallo zusammen,


    diese mail zeugt aus meiner Sicht von notwendigen internen Diskussionen, welche immer angebracht - und besser als "Friedhofsruhe" sind... Eingetretene Elefantenpfade, gleich jeder "Farbgebung", müssen immer einmal wieder verlassen werden. Es gibt keinen Grund für hysterische Überreaktionen.


    Herr Meckel hat aus meiner Sicht richtig erkannt, dass die Arbeit zukünftig nicht allein auf die Kriegsgräber"fürsorge" beschränkt bleiben kann. "Vorsorge", also durch die eigenen Aktivitäten dafür zu sorgen, dass die Neuanlage von Friedhöfen in Folge zukünftiger Kriege in D bzw. Europa nicht notwendig sein wird, sollte ein weiterer zentraler Schwerpunkt der Arbeit des VDK sein/werden.



    Gruß,


    Joseph

    Suche Informationen zum Füs.Bat. 170 im Zeitraum Juli 1944 und zur 269.I.D im Zeitraum Januar bis März 1945 (Festung Breslau)

    Edited 2 times, last by Joseph O. ().

  • Moin Joseph!


    Sehr richtig! Aber durch die vom VB angebotenen Workcamps für Jugendliche wird hier ein wirksames Register gezogen. Meine Kinder sind beim gelegentlichen Besuch von Kriegsgräberstätten nachhaltig beeindruckt. Ich selber mag mir nicht vorstellen, eines Tages den Namen eines meiner Kinder oder Neffen/Nichten dort lesen zu müssen.


    Versöhnung über den Gräbern geht auch in der dritten und vierten Generation!


    lg Justus

  • Tag allerseits,


    Rangeleien an der Spitze des Volksbundes beweisen uns wieder einmal, dass das Führungspersonal Probleme im zwischenmenschlichen Bereich hat.
    Das ist die eine Seite des Problems. Das weit wichtigere Problem ist die Finanzierung i. S. Kriegsgräber und da scheint einiges im argen zu sein. Die finanziellen Verhältnisse der vergleichbaren Dienste Großbritanniens und der USA scheinen jedenfalls besser zu sein, weil diese Staaten wohl höhere Erstattungen leisten. In Deutschland muss der Volksbund weiterhin auf die übliche Betteltour gehen. Deutschland verteilt großzügig Gelder auf der ganzen Welt, aber den Volksbund hält man finanziell "kurz."


    Gruß
    Bert

  • Hallo zusammen,


    Herr Meckel hat aus meiner Sicht richtig erkannt, dass die Arbeit zukünftig nicht allein auf die Kriegsgräber"fürsorge" beschränkt bleiben kann. "Vorsorge", also durch die eigenen Aktivitäten dafür zu sorgen, dass die Neuanlage von Friedhöfen in Folge zukünftiger Kriege in D bzw. Europa nicht notwendig sein wird, sollte ein weiterer zentraler Schwerpunkt der Arbeit des VDK sein/werden.


    dachte ich mir, dass du in Punkto "Reformen" auf der gleichen Linie liegst.
    Immer nur Gräber schaufeln und die ganze "erzieherische Arbeit" den Politikern und der Bundeszentrale für politische Bildung zu überlassen,
    ist nicht mehr zeitgemäß. Dem ostdeutschen Pastorenbild entsprechend, setzt er bei Grabreden den Focus dann auch politisch korrekt Richtung
    Ostukraine / Putin und auf das Pack in Dunkeldeutschland. Wäre ja noch schöner, wenn man nicht mitmischen darf im großen Gesinnungsspiel,
    und sich nur dem ursprünglichen antiken Auftrag verpflichtet fühlt.
    Es gibt so viel zu tun, das Liedgut der Trauertage bereinigen ("Ich hatt einen Kameraden") , mit allen linksgrünen Bürgervereinigungen
    deutschlandweit nach schlimmen Taten und Strassennamen fahnden ("Kriegerehrenallee"), rastlos und modern muss er werden, der Volksbund.
    Und sollte bei soviel Hyperaktivität mit Linksruck einmal das Geld knapp werden, kann man immer noch die Politik um Hilfe bitten
    zur Not auch eine feindliche Übernahme durch Steuergeldspritze akzeptieren.
    Wenn im ZDF-Fernsehrat schon durch Politker-Überbelegung die Neutralität nicht mehr gewährleisten ist, warum sollte der Volksbund
    dann noch eigenständig und unabhängig handeln müssen?
    Ein bißchen verkaufte Redezeit und Wahlkampfhilfe bei Volksbundaktivitäten würde schließlich auch niemandem wehtun,
    eine Hand wäscht dann die andere unter guten Netzwerkern.



    Es droht meiner Beobachtung nach auch keine "linke Unterwanderung". Kein Grund zur Aufregung .


    Nö, es ist nichts passiert und im HeuteJournal musste auch noch keine Träne verdrückt werden.
    Aber ein weitergehendes Verständnis zur aktuellen Dynamik, wahren Kritik, Gegenwind bei Reformen, Hintergründe und Personenvita kann nie schaden.
    Der Putsch resultiert garantiert nicht aufgrund einer höheren Telefonrechung oder Eitelkeiten,
    die plötzliche Axt im Walde sorgt dann aus Unwissenheit für Unverständnis und Kopfschütteln,
    aber es steckt viel mehr dahinter.




    Gruß
    Udo