Alltags-/Gebrauchsgegenstände mit Hakenkreuz

  • Tag allerseits,


    das Hakenkreuz verkam irgendwie zum inflationären Gebilde der damaligen Zeit.
    Selbst die Sparverträge für den KdF-Wagen versah man damit.


    Gruß
    Bergt

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  • Hallo,


    Quote

    Selbst die Sparverträge für den KdF-Wagen versah man damit.


    das Hk gehört in dem Fall zum Logo der DAF, die diese Aktion durchführte.


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo an alle,


    @Joseph, bzgl. der Briefmarke mit dem HK in Titows Hand. Das ist ein entstandenes Gerücht und war nie wahr. Es handelt sich um ein Vexierbild und die Marke wurde millionenfach verkauft und nie eingestampft.


    Ich hätte noch was, Swastika natürlich auch in Büchern - siehe Anhang "Germanische Frauen"


    VG Rico

  • Hallo,


    da hier schon mehrfach Möbel angesprochen wurden kann ich das Buch


    " Design der Macht" von Sonja Günther, DVA,


    empfehlen, das sich mit den meist verfälschten, an die NS Ideologie angepassten verschiedenen Stilrichtungen des III. Reiches i. S. Mobiliar und der Ausstattung des Berghofes, der Neuen Reichskanzlei u. a. staatspolitisch bedeutender Gebäude befasst.
    Ich empfehle das Buch auch deshalb, weil eine reine Darstellung der Alltagsgegenstände mit Hakenkreuz ohne Kommentierung und Einordnung, also als reine Aufzählung, die Hintergründe und Ziele nicht für jeden erkennen lässt.
    Ich gebe hier ein frei gewähltes Beispiel aus der Neuen Reichskanzlei :


    Hohe Türrahmen, schwere Türen = Besucher kommt sich klein und unwichtig vor.
    Lange Flure bis zum Schreibtisch von A.H. = weite Distanz, Göße , Macht, aber zugleich einschüchternd, bis man zu "ihm" kommt
    A.H. riesiger Schreibtisch = Besucher hat so etwas noch nicht gesehen ...er kommt sich wieder klein vor, sieht u. U, "geballte Macht" ,


    Wie schreibt die Günther: " Konzept der Staatsrepräsentation = "Pathos der Distanz" usw.


    Gruß Karl

  • Grüße,


    mir ist noch eingefallen, ich habe ein paar Ausgaben der "Deutschen Kinderwelt", alle aus 1933/34 und mittlerweile recht selten. 1933 war das noch nicht so, aber ab Jahrgang 1934 wurden viele der Zeichnungen mit HK versehen und entsprechend als Propaganda genutzt. Somit war auch ein schönes Kindermagazin nun ein Werkzeug. Hab mal ein paar Beispiele angehängt. Im Sinne der Propaganda: Ein Saarkind fährt ins deutsche Land.


    VG Rico

  • Hallo,


    ich möchte meinen weiter vorn stehenden Beitrag noch ein klein wenig ergänzen:


    Man kann das ganz einfach auch so sehen:
    Das Hakenkreuz hundert oder gar tausendfach im Alltag zeigte die Allmacht und Allgegenwärtigkeit des Systems auf, dem sich der Einzelne nicht entziehen kann und soll!
    Letztlich sehe ich darin auch eine Art "Gehirnwäsche", denn gerade durch die ständige Sichtbarkeit des Machtsymbols wird dieses in das Gehirn ( Die Wahrnehmung) eingehämmert, ja es wird geradezu zur Selbstverständlichkeit und damit genau so wie die Staatsmacht selbst wahrgenommen. Man kann sich dem nicht mehr entziehen.
    Geradezu diese damalige (Indirekte/subjektive) Beeinflussung des dt. Volkes ist m. E. noch nicht genügend in der Forschung berücksichtigt.


    Gruß Karl

  • Moin im Thema,


    ich hatte mich wohl vor langer Zeit einmal mit Arnold Weers über einen damaligen NSDAP Ortsgruppenleiter in Ostfriesland unterhalten...


    Dieser Mann ließ auf dem Dach seines Bauernhauses ein riesiges Hakenkreuz mit andersfarbigen Dachpfannen eindecken, in späteren Jahren wurden die Dachpfannen entfernt, der Unterschied soll noch heute sichtbar sein. Den Namen des Dorfes erinnere ich leider nicht.


    Zu dem Thema Hakenkreuz / Swastika gibt es ja reichlich Literatur, und Seiten im Internet, aus meiner eigenen Fotosammlung sticht in dieser Richtung der damalige RAD überproportional heraus, die Masse des Symbols auf den historischen Fotos des RAD ist kaum zu toppen.


    Habe mich mit dem Einstellen derartiger RAD Fotos schon in einigen Foren in die Nesseln gesetzt, da ich grundsätzlich die Bilder nicht bearbeite, die Hakenkreuze nicht entferne.


    Interessantes Thema, danke.


    Gruß


    Micha

  • Guten Morgen,


    erstaunlich, was da noch zusammenkommt - ergänzend zum ursprünglichen Thema.
    Zu kommentieren gibt es so einiges, doch das kalte Wetter zwingt - bevor es friert und
    schneit - zum frühherbstlichen Fensterputz; es guckt sich bei trüber werdenden Tagen
    bisser, wenn die Scheiben klar sind. Bitte insofern um Nachsicht ;( .


    Einen Verweis noch auf das Thema Weihnachtsgrußkarten unter dem Hakenkreuz?.
    Das Weihnachtsgebäck ist ja schon da; also bietet sich Roys Recherche durchaus
    jetzt schon an.


    Grüße, Kordula

  • Hallo Diana,


    heute habe ich ein Buch aus unserer Bücherei geschenkt bekommen, mit dem Titel "Zur Gründungsgeschichte von Allmendfeld, Hessenaue und Riedrode" von 1988.


    Hallo zusammen,


    zwar kein Gebrauchsgegenstand im herkömmlichen Sinne, aber dafür Hakenkreuz in Übergröße: das hessische Dörfchen Hessenaue (ein Ortsteil von Trebur im hessischen Ried),


    Darin habe ich etwas zum Gerücht "Hakenkreuz-Siedlung" gefunden. Ich zitiere:


    "Im Ried hält sich hartnäckig das Gerücht, die Siedlungen Allmendfeld und Hessenaue seien in Form eines Hakenkreuzes angelegt. Für diese Behauptung ließ sich jedoch kein dokumentarischer Nachweis finden."

    Was mir viel mehr ins Auge springt ist die Siegrunen-Anordnung der Häuser von Allmendfeld, ebenfalls ein Siedlungsdorf im Ried, siehe Bild, die ich übrigens nirgends publiziert finde, vielleicht ist das noch nie aufgefallen?


    Hallo Thilo,


    auch hier aus dem selben Buch: "Lediglich in der Bergsträßer Zeitung vom 31.5.1938 findet sich ein Hinweis auf die Verwendung von NS-Symbolen bei der Planung der Straßenzüge von Allmendfeld "Zwei Straßen in SS-Form durchziehen das Dorf,..." Inwieweit hier tatsächlich über eine planerische Absicht berichtet wird, oder ob der Verfasser den tatsächlichen Straßenverlauf nur aufgrund seiner Phantasie als NS-Symbol gedeutet hat, läßt sich nicht sagen. Gegen eine bewußte Verwendung von NS-Symbole bei der Gestaltung der Siedlungsdörfer spricht jedoch, daß sich in den Artikeln, die das Siedlungsprogramm als Nationalsozialistische Großtat propagieren, kein entsprechender Hinweis"


    Nur mal so zur Info


    Gruß
    Lothar


    Edited once, last by Albert64 ().

  • Hi allseits,


    habe da doch auch noch was - nicht so schön, wie Luther mit Hakenkreuz

    (danke für den Fund, Bert) - und auch nichts aus dem Alltag, doch etwas

    aus der Kategorie: "mein Name ist Hase, ...".


    Vor langer Zeit hatte ich das Vergnügen, im kleinen Örtchen Dorfen

    Freunde besuchen zu dürfen; beim Erkunden des Nachtlebens war

    überaus auffällig, daß Frauen oberhalb eines bestimmten Alters

    nachts nicht mehr unterwegs waren ... bin freudig in's schöne Berlin

    zurückgekehrt - wo doch jeder (fast) überall fast alles darf :D .


    Und nun begegnet mir doch Dorfen in 2 Artikeln der SZ !


    Bilder: Goldschmiedearbeiten aus Dorfen: Hakenkreuze überall - klick.

    Massenweise Nazi-Geschenke - im "persönlichen Auftrag des Führers" - klack.


    Der alte Spruch - man trifft sich immer 2x im Leben - trifft's doch gut.


    Grüße, Kordula

  • Tag allerseits,


    dass man bis Kriegsende "mit dem Hakenkreuz" gute Geschäfte machen konnte, zeigt das Beispiel des Ortes Dorfen.


    Seltsam berührt ist man heute aber schon, dass sogar die damaligen Kirchen neue Glocken mit dem Hakenkreuz "schmücken" ließen.


    Dazu


    http://www.spiegel.de/panorama…streit-aus-a-1201261.html


    Probleme gab es dann in Bayern im September 1945 als wir als Erstklässler eingeschult wurden. Es gab in unserer Schule zwar jede Menge Lesebücher für unsere Klasse, aber die waren voller Hakenkreuze und Naziparolen.

    Unsere Lehrerin versuchte, diese Bücher zu "entnazifizieren!": Schwärzen von Textstellen und Hakenkreuzen. Diese Arbeiten wurden aber eingestellt, weil dann von den Lesebüchern nur noch Fragmente übrig geblieben wären.

    Im Laufe des Schuljahres wurden dann wenige Exemplare neuer Lesebücher gedruckt, die von der Schule ausgegeben wurden. Für 3 bis 5 Schüler stand dann ein Lesebuch zur Verfügung. Ein sinnvolles Lernen war damit

    im ersten Schuljahr kaum möglich.


    Grüße

    Bert

    Edited once, last by Jahrgang39 ().

  • Moin,


    eine skurille Geschichte aus meiner Schulzeit. Das Traditionsgymnasium, an dem ich Abitur machte, besaß eine stattlich hohe Aula mit stuckverzierter Decke und sogar einer in die Nordwand über der Bühne eingelassene Orgel. Als einige Jahre nach meinem Abitur diese restauriert wurde, fand man unter einer Schicht Farbe einen großen Adler mit Hakenkreuz, der als Wandgemälde wohl bis 1945 die Aula "geschmückt" hatte.


    Wir haben damals gewitzelt, dass wir Ende der Achtziger Jahre also unser Abitur immer noch "unterm Hakenkreuz" geschrieben haben...


    LG Justus

  • Guten Abend allseits,


    habe ein HK gefunden, daß nicht recht zum Thema paßt,

    eben nicht alltäglich ist. Weiß leider nicht mehr, woher.


    Der 20. Juli 1944 jährte sich gerade und auch die überaus vielen,

    unsäglich vielen Morde davor und danach sind wieder präsent;

    da paßt der Fund sehr gut !!


    Grüße, Kordula

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  • Moin Kordula,


    Dieses Hakenkreuz ist, wenn ich mich recht erinnere, auf der Innenhülle der Platte (Opus Dei) der Gruppe Laibach.

    Ich kann jetzt aber nicht sagen ob es selbst entworfen oder übernommen wurde.

    Gruß

    Andreas

    Herzlichen Dank an alle die mir bei meinen Fragen und Anliegen geholfen haben.


    Ich wünsche euch viel Erfolg bei den eurigen.


    Gruß

    Andreas

    Edited once, last by Maulaff ().

  • Moin Kordula und Andreas,


    das Bild ist eine Collage von John Heartfield, ein Deutscher Künstler und Verleger, von dem u.a. auch die berühmte Fotomontage „Der Sinn des Hitlergrusses. Hinter mir stehen Millionen“ stammt.

    Danke für dieses interessante und lehrreiche Fundstück! Ich habe einiges über die Gruppe Laibach gelernt.


    LG Justus