Abzeichen posthum

  • Hallo!
    Habe eine Frage: Mein Großvater hat posthum ein Panzerkampfabzeichen in Bronze bekommen. Etwa ein halbes Jahr nach seinem Tod wurde es meiner Großmutter zugeschickt. War das so üblich? Kann mir jemand etwas dazu sagen?
    Grüße
    Argu

  • Hallo Argu,


    ja - posthume Beförderungen oder Auszeichnungen waren gang und gäbe,
    oftmals waren diese Soldaten ja auch bei auszeichnungswürdigen Einsätzen bzw. Kämpfen gefallen.


    gruss
    Udo Rudi

  • Hallo


    Hier für die Medaille Winterschlacht im Osten für einen gefallenen Hauptmann
    3 Gren.Reg 172.


    MfG Peter

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  • Hallo zusammen,


    bei den hier genannten Abzeichen und Medaillen (z.B. Panzerkampfabzeichen, "Winterschalcht im Osten"
    oder auch Verwundetenabzeichen) handelte es sich um Ehrenzeichen, die alleine an bestimmte
    Voraussetzungen (siehe Verleihungsbestimmungen) gebunden waren. Erfüllte man diese Voraussetzungen,
    war die Verleihung mehr oder weniger eine Formalität. Da war es eigentlich kein Problem,
    wenn die Verleihung posthum erfolgte.


    Seltener (und aufwändiger) war sicherlich die posthume Verleihung von Orden (z.B. Ritterkreuz. DKiG o.ä.)
    und Beförderungen. Hier bedurfte es schon besonderer Begründungen, dass dem von der
    Personalführung stattgegeben wurde.


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo,
    eine Verleihung "posthum" erfolgte vielleicht auch zur Absicherung der Versorgungsansprüche der Hinterbliebenen. Wenn ja, dann naive Frage: Gibt es Listen/Unterlagen aus denen man erkennt, welche Ansprüche/Erhöhungen sich evtl. aus Auszeichnungen ableiten lassen?
    MfG Ludwig

    Never let go!

  • Hallo,
    die Bundesregierung hat für einige Orden des ersten Weltkrieges einen Ehrensold(z. B. Pour le Mérite) bezahlt. Aber mittlerweile ist das aufgehoben worden.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo Rainer, hallo Robert,
    besten Dank für Eure Antworten bzw. Links. Das sind interessante Beispiele zur Stimulation von "Helden". Altersbezüge und Ländereien konnten doch aber nur dem nützen, der diesen Schlamassel auch überlebte. Meine Frage zielte mehr in die Richtung der Absicherung der Hinterbliebenen. Oftmals fiel ja der Versorger der Familie aus. Wie waren diese Betroffenen danach abgesichert? Erfolgte durch eine posthume Beförderung oder auch Auszeichnung automatisch auch eine Erhöhung der Versorgungsleistungen dieser Verbliebenen?
    MfG Ludwig

    Never let go!

  • Hallo Ludwig,


    jetzt entwickelst du aber eigenmächtige fragwürdige Thesen.


    In 99% der Fälle war die Witwenrente sehr bescheiden und
    für (fast) alle posthumen Auszeichnungen gab es keinen Pfennig extra.


    Im Gegenteil, oftmals wurde bei den Angehörigen nur der Zorn entfacht.
    Für fast alle Witwen bzw. Eltern hatten die posthumen Auszeichnungen
    einen faden Beigeschmack. Die pfiffen auf solche Heldenbeweise, Wochen nach dem Tod.


    Und denke an die ernsten Kriegsjahre ab 44, da konnte nicht mehr viel gehandhabt werden.
    Es gab reine Stäbe, die sich immer öfter um die Abwicklung von 50.000 - 100.000 Vermissten / Gefallenen
    innerhalb kürzester Zeit kümmern mussten.
    Das ging nur maschinell, da wurde doch nicht pauschal jedem Zehnten ein höherer Dienstgrad geschenkt.?


    Im Kessel von Stalingrad soll es ja auch 5000 Paulus-Beförderungen extra gegeben haben.
    Ob da jemals eine Witwe von etwas erfahren bzw. davon profitiert hat ?



    gruss
    Udo Rudi

  • Hallo Rudi,
    ich habe keine Thesen entwickelt, sondern nur eine Frage nach dem möglichen Sinn posthumer Beförderungen usw. gestellt, welche Du mir nach Deinem Wissensstand sehr schnell beantwortet hast. Dafür danke ich Dir.
    MfG Ludwig

    Never let go!

  • Hallo an die Experten,


    bei der großen Zahl an EKs, KVKs, Ostmedaillen, Verwundetenabzeichen usw. die verliehen wurden,
    sind mir nur ganz ganz wenig posthum-Verleihungen bekannt.
    Sei es als Schreiben, Einträgen in Soldbuch/Wehrpass o.Ä.


    Warum ist das so?


    Eigentlich müsste bei der großen Zahl von Gefallenen auch eine "proportionale" Anzahl von posthum
    Verleihungen von solchen niedrigeren Auszeichnung vorkommen.


    "Proportional passend" kenne ich eine posthume Verleihung eigentlich nur beim Ritterkreuz.


    Nicht mal beim Deutschen Kreuz, das erst ab Ende 1941 verliehen wurde, und es bestimmt genügend
    Fälle von posthumen Kandidaten im Russlandfeldzug (als Beispiel) ab Juni 1941gegeben hat.


    Vielleicht fällt jemand dazu etwas ein.
    Vielen Dank
    Grüße, ZAG

  • Hallo ZAG,


    definiere einmal "ganz ganz wenig" - im eigenen Verwandtenkreis, im eigenen Dorf ?
    Ich stoße im Netz permanent auf posthume Schilde, DKiG's, EK's


    Verleihungsbestimmungen haben sich im Laufe des Krieges auch mehrfach geändert, eine posthume
    Verleihung EK I+II dürfte nur inoffiziell erlaubt gewesen sein, im Kleingedruckten der 1939er Bestimmung
    wird davon auch nichts erwähnt. Nur, dass die Angehörigen diesen Orden behalten dürfen. Hundert Jahre zuvor
    mussten diese nioch abgegeben werden.
    Den Divisionskommandeur möchte ich sehen, der nach hohen Verlusten in seinem Frontabschnitt
    jeden zweiten Gefallenen für eine posthume Verleihung vorschlägt. Der Papierkram alleine hätte schon
    ein wochenlanges Liegen in Ruhestellung erfordert ?


    Gruß
    Udo

  • Hallo
    Mein Onkel hat sein EK II am 26.9.1944 verliehen bekommen ist aber schon am 17.9. im Alter von 18 Jahren gefallen.Statistisch wären das 100% im Verwandtenkreis.
    mfg karat
    img739.jpgimg737.jpg

  • Danke für Euere Einschätzung,


    meine Auffassung speist sich aus vielen Jahren Beschäftigung mit dem Thema dieses Forums,
    in denen ich nur ganz ganz selten auf solche posthume Auszeichnungen (EKs,KVKs usw) gestossen bin.


    Das "Netz" habe ich danach weder abgesucht noch in meiner Überlegung berücksichtigt,
    mag sein dass es da glaubhafte Nachweise gibt, so wie die von Karat, freut mich so was zu sehen !


    Der Schlüssel für meine Frage könnte Udos Aussage sein :
    "
    Verleihungsbestimmungen haben sich im Laufe des Krieges auch mehrfach geändert, eine posthume
    Verleihung EK I+II dürfte nur inoffiziell erlaubt gewesen sein, im Kleingedruckten der 1939er Bestimmung
    wird davon auch nichts erwähnt.
    "
    Die Verleihungsbestimmungen habe ich vorher auch gefunden, ohne posthum Hinweis.
    Allerdings war ich mir nicht sicher, ob es dazu nicht später ergänzende Bestimmungen gab.
    Also scheinbar nicht.


    Ich könnte mir durchaus Vorstellen, dass es tausende Fälle gab in denen ein Kommandeur
    einem Gefallenen nachträglich Auszeichen würde (wenn es denn ginge) weil derjenige sich
    besonders eingesetzt hat, schlimmeres Verhindert hat, usw. und dabei gefallen ist.
    Ist das wirklich so abwegig?


    Damit meinte ich NICHT mit der Gießkanne jeden zweiten Gefallen zu beleihen.


    Grüße, ZAG

  • Hi allseits,


    wir haben eine Boardsuche; die funktioniert zwar nicht wie gewünscht,
    aber die allereinfachsten Suchen direkt im Suchfeld ohne Erweiterung
    nach dem Wort "posthum" oder auch "posthume" bringt zwischen 20
    und 100 Einträgen, darunter sind auch all' die, in denen ausführlich
    darauf eingegangen wird, wann, wielange, für wen und wofür posthum
    ausgezeichnet/verliehen wurde.


    Wäre doch mal was - auch für FdW-erprobte alte Hasen -, nicht wahr?


    Grüße, Kordula

  • Hi Kordula,
    danke für Deinen Hinweis, hier im Forum (nicht im ganzen Netzt) habe ich schon mal nachgeschaut und 103 Treffer
    für Posthum gefunden. Allerding muss ich zugeben dass ich nicht alle Beiträge gänzlich durchgesehen
    habe, da sich die meisten mit bestimmten Ritterkreuzträgern und Einheiten befassen.
    Also sah ich meine Frage nicht beantwortet und habe in diesen Beitrag meine allgemeine Frage angehängt.
    Falls ich was übersehen haben sollte bitte ich um Verzeihung.
    Sonntagsgrüße, ZAG

  • Hallo,
    Wollte da noch einmal kurz nachhaken:
    Gibt es eigentlich Zahlen zu den Auszeichnungen - also nicht nur zu den posthumen, sondern allgemein.
    Die Bedingungen für das Panzerkampfabzeichen in Bronze waren wie folgt (s.u.) - das müssten doch rel. viele bekommen haben, oder?
    (1.) Das Panzerkampfwagenabzeichen kann an Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der


    Panzereinheiten verliehen werden, die sich ab 1. 1. 40 als Panzerkampfwagen- bzw.


    Panzerbefehlswagen-Kommandanten, Panzerschütze, Panzerführer, Panzerfunker bei mindestens


    dreimaligem Einsatz im Gefecht an drei verschiedenen Tagen bewährt haben, wobei sich die


    Panzerkampfwagenbesatzung aktiv am Kampf selbst beteiligt haben muss.



    Gruß Argu

  • Hallo Argu,


    Im Lexikon sind auch die Verleihungszahlen zu den jeweiligen Auszeichnungen angegeben, hier das Beispiel zum Panzer- Kampfabzeichen.


    HIER


    schöne Grüße aus Südtirol


    Reinhard

    Suche alles über das SS-Polizei Regiment Brixen und die 31.SS-Freiwilligen-Grenadier-Division

  • Hallo Reinhard,
    Ah, danke!
    ca. 12.600 Panzerkampfabzeichen in Bronze- das waren ja dann gar nicht so viele.
    Gruß
    Argu