Orden gefunden. Echt?

  • Hallo zusammen,


    wie herzerfrischend doch die Projekttage in der Schule sind! Als nächstes Projektthema könnte ich "Weihnachten 1942 in Stalingrad"empfehlen! Bei minus 20°C verbringen Schüler 3-4 Tage in den Zelten und dürfen sich von dem ernähren, was sie selbst fangen und zerlegen können... Mit einigen China-XXL-Böller kann man das Spiel etwas lebhafter gestalten!


    Ach ja Marie, wenn ich Deinen Nick sehe...

    Gruß Viktor

  • Hi Viktor,


    wie schön, daß auch Du Dich eingefunden hast.
    Der Nick ist geklärt - wie war das mit dem genauen Lesen der Posts?


    Nun warten wir mal auf all' die anderen mit weiteren sarkastischen Vorschlägen.


    Gruß, Kordula



    PS für Marie:
    den Namen gibt es doch schon, bitte meine PN lesen.

  • Quote

    Original von kkn


    Der Nick ist geklärt - wie war das mit dem genauen Lesen der Posts?


    Hallo Kordula,


    es geht mir doch nicht viel anders als vielen anderen - bevor ich mich mit meiner Makula degenaration und dicken Fingern mit den kleinen Tasten zurecht gefunden habe, ist die Gemeinde schon viel weiter und über alle Berge... Was will man da machen? Alt ist alt und lahm ist lahm! Sorry!!!

    Gruß Viktor

  • Was haben denn alle gegen den nick? :D hätte nicht gedacht dass der so falsch rüber kommt tut mir leid

    Grüße Marie

  • Hallo zusammen,


    ich habe mir den Artikel über das Schulprojekt durchgelesen und bin einigermaßen fassungslos.


    Quote

    Ziel dieses Projektes war, sich in die Arbeiter der Zwangslager zur Hitlerzeit hineinzuversetzen aber auch die damalige Unterdrückung und Wehrlosigkeit der Menschen zu spüren.


    Selbst unter Berücksichtigung der Kürze des Projektberichtes scheint mir doch die inhaltliche und konzeptionelle Vorbereitung dieser Projektwoche etwas zu kurz gekommen zu sein:


    Quote

    Zuerst wurde die Gruppe in vier kleinere Gemeinschaften aufgeteilt. Um die Gemeinschaft der Zwangsarbeiter zu verdeutlichen, befahl der Hauptsturmführer verschiedenen Arbeitern peinliche Dinge zu tun. Eine Schülerin musste zum Beispiel das Kinderlied "Alle meine Entchen" vorsingen, während ein anderer eine Ente verbildlichen musste. Sobald sich einer der Schüler gegen diese Befehle wehrte, wurde die komplette Gemeinschaft mit Liegestützen oder Kniebeugen bestraft. Um das Spiel so realistisch wie möglichen zu gestalten, wurden Schüler, die alle Befehle komplett verweigerten, wie es damals üblich war, „erschossen“ - also von dem Spiel ausgeschlossen.


    In welchem Zusammenhang dieses Spektakel mit der Ostmedaille steht, erschließt sich mir auch nach wiederholter Lektüre nicht. Heranwachsende ohne ausreichende Kenntnis der historischen Zusammenhänge auch noch hakenkreuztragende Weltkriegsorden herstellen zu lassen, läßt sich nicht einmal unter dem Aspekt der Vermittlung handwerklicher Fähigkeiten rechtfertigen.


    Muss denn ein Lehrer ein solches Projekt nicht bei der Schulleitung genehmigen lassen???


    Als ich vor 25 Jahren Abitur machte, besuchte unsere Schule eine kleine Gruppe älterer Herrschaften, die als Menschen jüdischen Glaubens von den Nazis verfolgt und ins KZ gesteckt worden waren.
    Sie berichteten uns von ihrer Zeit als Schüler an unserem altehrwürdigen Gymnasium, erzählten uns, welche Innenstadtgeschäfte früher Juden gehörten, die enteignet worden waren und von den alltäglichen Anfeindungen der Bevölkerung.


    Noch ziemlich klamm und betroffen davon, erlebten wir einen Moment, der uns das Blut in den Adern gefrieren ließ: Einer der älteren Männer sprang plötzlich auf, griff sich einen Mitschüler (zufälligerweise einen Ururenkel Max Liebermanns !) am Kragen drückte ihn unsanft an die Wand und schrie ihn an und beschimpfte ihn im Stil eines SA-Schergen. Der Arme war völlig schockiert, wir allerdings nicht minder.


    Dann setzt sich der Mann ganz ruhig wieder an seinen Platz und sagte sinngemäß: "Da könnt ihr mal sehen, wie uns das früher ergangen ist".


    Ich bin mir bis heute nicht wirklich sicher, ob diese Demonstration ein gelungener pädagogischer Kunstgriff war, um uns die Gräuel der damaligen Zeit zu verdeutlichen.
    Ich bin mir allerdings sicher, dass ein Lehrer in Hauptsturmführeruniform (die noch dazu eher nur unter satirischen Gesichtspunkten als solche angesehen werden kann - seht Euch bloß mal die Fotos an) ganz bestimmt keine gute Idee ist, Anschauungsmaterial für Geschichtsunterricht anzubieten.


    Von außen betrachtet, erscheint mir dieses Projekt als ziemliche Katastrophe!


    Also Marie, für Deine Lehrer kannst Du natürlich nichts, Deine Wahl in dieses Forum zu schauen, war schon eine glücklicherer Handgriff. ;)


    Quote

    "Ich kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte." – beim Betrachten eines Fackelzugs zu Adolf Hitlers Machtübernahme; zitiert nach Bernd Küster: Max Liebermann – ein Malerleben. Hamburg: Ellert & Richter 1988, S. 216.


    Herzliche Grüße,


    Justus

  • Waren ja nicht nur unsere Lehrer die das Projekt wollten, wurde ja auch vom Bezirksamt Arnsberg abgesegnet.. also nochmal würde ich das auch nicht machen :D
    Mit das schlimmste war ja.. wenn man angesprochen wurde musste man sagen:
    Marie (dann die häftlingsnummer) herr oberhauptstürmführer und das habe ich so oft durcheinander gebracht.. so oft habe ich noch nie liegestützen machen müssen :D

    Grüße Marie

  • Hi allseits,


    Viktor
    vorbeugen ist besser als heilen
    nun wird alles gut =)


    Marie
    Nick + Signatur (Nick jetzt als Signatur ist auch ein bißchen blöd, nicht wahr?)
    sind das erste, was hier wahrgenommen wird, wenn wir sonst nichts weiter
    von einem Neumitglied wissen; da denken wir dann einfach laut - rechte Ecke
    ist nicht so recht was für uns


    Hoffe, daß außer Muskelkater kein Schock im Sinne von Rudolf geblieben ist.
    Hoffe ebenfalls, daß das mit unseren Höflichkeitsbezeugungen auch noch
    ankommt - siehe Ulis Hinweis ganz am Anfang.


    Grüße, Kordula

  • Hallo allerseits,


    noch eine Anmerkung zu diesem "Projekt":


    Die Pseudo-KZ-Insassen hatten ja zudem eine bedenkliche Aufgabe, nämlich die Produktion von Kopien des "Gefrierfleischordens".


    Dieser trägt, wie man auf Marie´s Abbildungen erkennen kann, deutlich sichtbar das Hakenkreuz-Symbol.


    Wenn auch die Rechtssprechung in derartigen "Projekten" sicherlich keine NS-verherrlichende Veranstaltungen erkennen wird, ist diese Re-"Produktion" wiederum sehr fragwürdig.



    Mein Wikipedia-"Wissen" hierzu:


    "Im Rechtsextremismus ist das Hakenkreuz nach 1945 ein verbindendes Identitäts- und Erkennungsmerkmal geblieben. Daraufhin haben antifaschistische Gruppen ihrerseits Symbole der Ablehnung entworfen, die ein durchgestrichenes Hakenkreuz zeigen. Einige bundesdeutsche Gerichte, etwa das Amtsgericht Mannheim, Amtsgericht Tübingen 2005 und Landgericht Stuttgart 2006, verurteilten das Tragen solcher ablehnenden Symbole oder das Versenden von Waren, auf denen sie aufgedruckt waren, als Verstöße gegen § 86a des StGB. Übergeordnete Instanzen hoben diese Urteile jedoch allesamt auf. Der Bundesgerichtshof bestätigte 2007 ein BGH-Urteil von 1973, wonach Abbildungen, die objektiv den Nationalsozialismus nicht befürworten, nicht strafbar sind, mit einem Freispruch, in dem es hieß:


    „Der Gebrauch des Kennzeichens einer verfassungswidrigen Organisation in einer Darstellung, deren Inhalt in offenkundiger und eindeutiger Weise die Gegnerschaft zu der Organisation und die Bekämpfung ihrer Ideologie zum Ausdruck bringt, läuft dem Schutzzweck der Vorschrift ersichtlich nicht zuwider und wird daher vom Tatbestand des § 86a StGB nicht erfasst.“



    Gruß,


    Joseph

    Suche Informationen zum Füs.Bat. 170 im Zeitraum Juli 1944 und zur 269.I.D im Zeitraum Januar bis März 1945 (Festung Breslau)

    Edited once, last by Gast 27 ().

  • Hallo Joseph,
    Der Typ der mit uns das Projekt gemacht hat, hat uns erklärt, dass er beim Verfassungsschutz eine Erlaubnis einholen musste und eine spezielle Bescheinigung brauchte, damit er das machen darf.

    Grüße Marie

  • Hallo Marie,


    ich kenne einen ehemaligen Verfassungsschutz-Präsidenten und werde ihn gelegentlich mal danach fragen.


    War der Projektleiter nicht Euer Lehrer? Und wenn nicht, von welcher Organisation stammte er?


    Wie ist das Projekt bei Deinen Mitschülern angekommen? Was haben sie mit den "Orden" gemacht?


    LG Justus


    P.S. Dein Neuer Nick gefällt mir viel besser :]

  • Alles klar mach das und erzähl dann mal :D


    Nein das war nicht unser Lehrer aber ich weiß leider nicht mehr von welcher Organisation der kam :(
    Ich weiß aber dass er Deutschland weit unterwegs ist.


    Naja bei den meisten kam es nicht gut an, weil manche Sachen schon verdammt peinlich waren...
    Nachdem wir die gegossen hatten, hat der typ die überprüft und dann auf den Boden geworfen und ein paar haben sich "unauffällig" einen Orden eingesteckt, was wir auf keinen Fall sollten, sonst könnte er nämlich ziemlich Anschiss dafür kriegen. Was die damit gemacht haben weiß ich nicht :D


    Und Dankeschön :))

    Grüße Marie

  • Genau das isser.
    Und danach hat noch ein neo nazi Aussteiger mit uns geredet und einer der den Holocaust überlebt hat. Das Programm ziehen die so ne woche durch

    Grüße Marie

  • Hallo
    Erinnert mich an den Film "Die Welle" dort wurde eine Klasse verführt und zum Schluss gab es eine Ansprache und viel weinten.


    Gerhard

    Grüße Gerhard

    Edited once, last by GerhardJ65 ().

  • Hallo Marie und alle anderen,


    Quote

    Original von Marie2
    ... Das Programm ziehen die so ne woche durch


    Aus dieser Formulierung kann man nur entnehmen, dass diese Veranstaltung auf keine besondere Gegenliebe gestoßen ist - "Typen" haben agiert, etc. .


    Natürlich kann man darüber streiten, ob man denn die Lernziele - oder besser heute: Kompetenzen - auf diesem sehr aufwändigen und drastischen Wege anstreben musste.


    Derartige gruppendynamische Prozesse kann man ja auch in recht gut gelungenen Kinofilmen nachvollziehen - z. B. "Die Welle". Sicher - Liegestütze im Schnee unter Gebrüll des "KZ-Kapos" o. ä. Kreaturen werden so schnell nicht vergessen und lassen dem NS-System einen nur geringen "Spaßfaktor".


    Eine Woche Beschäftigung mit dieser Thematik unter so dubiosen Umständen kann jedoch schnell zum Überdruss führen - und so kann jede gutgemeinte Veranstaltung ggf. auch das Gegenteil von dem bewirken, was beabsichtigt war.


    Wenn aber die Zeit hierfür zur Verfügung steht, die Eltern dem Psychoterror zugestimmt haben und auch alle rechtlichen Fragen geklärt waren, dann - bitte schön.


    Den Dreisatz lernen wir dann im Internet - und natürlich in Gruppenarbeit ... ;).


    Gruß,


    Joseph

    Suche Informationen zum Füs.Bat. 170 im Zeitraum Juli 1944 und zur 269.I.D im Zeitraum Januar bis März 1945 (Festung Breslau)

    Edited once, last by Gast 27 ().

  • Hahaha :D naja das war auch nicht wirklich beliebt bei uns, die meistens waren froh als es zu Ende war- aber nicht weil sie schockiert waren- sondern es ihnen zu blöd war :/

    Grüße Marie

  • Hallo,


    ich habe den Link mal einer guten Freundin, der stellvertretenden Leiterin des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln geschickt, die mir fo0lgendes antwortete:
    Lieber Gebhard,
    das scheint mir doch mehr als grenzwertig zu sein - der Lehrer als Hauptsturmführer (doppelt schlecht, weil es zudem historisch falsch ist), der ebenfalls unpassende Titel und die Aufgaben bzw. das Setting. Das schicke ich mal an unsere Museumspädagogin..."


    Beste Grüße
    Gebhard Aders

  • Hi Marie,


    wäre schön, wenn es jetzt auch möglich wäre, Deine Posts
    mit einem wie auch immer gearteten Gruß zu beginnen -
    es gibt es jede Menge Möglichkeiten ...


    Grüße, Kordula



    PS: Über "ändern", kannst Du Deinen letzten Post ergänzen.