Bergung u. Entsorgung von Munition aus dem Weltkrieg

  • Guten Abend,


    Nummer 6 dieses Jahr in Bielefeld.

    Es handelt sich um eine amerikanische 500kg Bombe.

    Die Straße "Am Wellbach" befindet sich in der Nähe des Schildescher Viadukt.



    Quelle: Neue Westfälische



    Edit: woran kann man eigentlich erkennen, aus welchem Land die Bombe stammt?

    Gruß
    Gerd (der aus Bielefeld)

  • Woran kann man eigentlich erkennen, aus welchem Land die Bombe stammt?

    Hallo,


    In der Regel an den Verwendeten Zündern. Tlw. auch an den Bombenkörpern selbst, aber die wurden in Teilen gemeinsam genutzt.


    Gruß

    Claas

    Gruß Claas


    Ich Suche alles über die 383. ID, speziell GrenRgt 532.

  • Hallo,


    bei Bauarbeiten ist am Montag auf dem Schützenplatz in Göttingen vermutlich eine weitere Fliegerbombe entdeckt worden, die voraussichtlich am kommenden Sonnabend entschärft werden soll. In den Nachrichten war gestern die Rede von ca. 13.000 Anwohnern, die dazu evakuiert werden müssen. An gleicher Stelle war bereits im Jahr 2010 ein Blindgänger gefunden worden, der damals während der Vorbereitungsarbeiten zur Räumung explodierte - dabei kamen drei Personen ums Leben:

    https://www.goettinger-tagebla…aus-dem-Zweiten-Weltkrieg


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo zusammen!


    Gestern kam ein Beitrag im BR über die erfolgreiche Sprengung von neun Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg durch Männer des Kampfmittelbeseitigungsdienstes in Neutraubling, Nähe Regensburg. Vorher mussten wohl vier Häuser evakuiert werden.

    "..für die Bevölkerung bestand keinerlei Gefahr..." wurde berichtet.

    Aha, die Männer, welche diese gefährliche Arbeit verrichten, oftmals unter Einsatz ihres Lebens, gehören wohl nicht zur Bevölkerung?

    Wie selbstverständlich ist es geworden, dass Kampfmittel erfolgreich beseitigt werden, und wie wenig wird darüber nachgedacht, was diese Leute für uns alle riskieren und welche Katastrophen sie verhindern. Hut ab vor ihnen!


    Gruß Cristiane

    "Feigheit ist die Mutter der Grausamkeit" Montaigne


    Suche Einsatzorte 3./schwere Artillerie Abt. 848 ab Juni 1943


  • Hallo Cristiane,

    ich finde es sehr gut, dass Du so etwas mal ansprichst. Es ist ein typisches Beispiel wie Dinge verharmlost bzw. verzerrt werden in der täglichen Berichterstattung. Gibt noch zahllose andere.

    Diese Leute riskieren viel - und ein Ende ist auch nach einem Dreivierteljahrhundert noch lange nicht in Sicht.

    Herzliche Grüße

    Eberhard

    Suche alles über die 101. Jägerdivision.

  • Hallo Eberhard,


    ich möchte Deine Aussage

    ... und ein Ende ist auch nach einem Dreivierteljahrhundert noch lange nicht in Sicht.

    ergänzen um die Aussage des Leiters des hiesigen KMBD von vor etwa 10 Jahren. Der Mann meinte, dass wir mit diesem Erbe noch die nächsten 300 Jahre belastet wären! Bis die Hüllen der Sprengbomben soweit durchgerostet sind, dass der Sprengstoff sich durch Umwelteinflüsse zersetzen kann, das dauert halt ... und was beim Zersetzungsprozess der Sprengstoffe alles in den Boden gelangt, dazu weise ich nur mal auf die chemische Belastung in den -> Zones Rouges in Frankreich hin, wo auch heute - gut 100 Jahre nach den Ereignissen - noch immer kein normales Leben möglich ist. Und auch das Wasser, das sich in den Granattrichtern um Verdun sammelt, lässt heute aufgrund der chemischen Belastung durch Spreng- und Kampfstoffe noch kaum Leben zu.


    Gruß, Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

    Edited once, last by stefan_reuter ().

  • Hallo,

    dazu weise ich nur mal auf die chemische Belastung in den -> Zones Rouges in Frankreich hin, wo auch heute - gut 100 Jahre nach den Ereignissen - noch immer kein normales Leben möglich ist.

    was mich wundert ist, dass im Grossraum Ypern es keine derartigen Zonen nach meiner Kenntnis gibt. Allerdings wurde nach dem WK I ziemlich intensiv Munition eingesammelt, mit einer erheblichen Anzahl von Opfern. Das hat aber nicht verhindert, dass bis heute noch täglich Munition, auch aus WK II, gefunden wird. Bauern gestatten immer noch Sondlern ihre Felder abzusuchen und die Granaten auszugraben. Es ist zwar über 20 Jahre her, dass das letzte Mal ein Bauer beim Pflügen durch eine explodierende Granate starb, aber die Granaten kommen langsam nach oben.

    Gruss

    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo Rainer,


    aber die Granaten kommen langsam nach oben.

    Das alles ist schlimm. Wenn man die Sache nur rational betrachtet, dann liegt es auch daran, dass die Pflüge/Pflugscharen tiefer "scharen", da diese wesentlich vergrößert wurden und - auch mittels Hydraulik - der Boden nun tiefer umgepflügt wird. Eine extensivere Landwirtschaft, aber natürlich in diesem Falle nicht die Ursache des Problems, sondern der Krieg an sich.


    Aber noch ein Wort zu den Kampfmittelentschärfern: Nur spektakuläre Entschärfungen rücken diese Leute in den Blickpunkt, dann sind sie wieder vergessen.....so wie ihre Bezahlung. Auch wenn vieles Ihrer Tätigkeiten nur durch anlernen vermittelt werden kann, braucht es ein großes tecnisches Verständnis, z. B. für Langzeitzünder etc.. Das rührt daher, dass diese Berufsgruppe nach dem Krieg aus ehem. Feuerwerkern der Wehrmacht mit geringer Zulage bestand. Da hat sich zwar einiges, aber nicht viel bewegt. Sprengmeister, mit der Sprengung durch selbst angebrachte Ladungen und Zünder ist eine ganz andere Liga, denn da gibt es keinen Rost, keine Langzeitzünder, keine unbekannte Munition usw.

    Allerdings, die Entschärfer der USBV - Unbekannte Spreng -und Brandvorrichtung -, Minenentschärfer etc. haben das selbe Risiko.

    Es ist wohl eine Art "Berufung" zu diesem Beruf.


    Gruß Karl

  • Hallo,


    Quote


    Es ist wohl eine Art "Berufung" zu diesem Beruf.

    und er verkommt immer mehr zum Mindestlohnsektor, neulich lass ich in einer Stellenausschreibung "Mitarbeiter/Helfer für Sondierung und Freilegung von Metallteilen im Wald".


    Grüßé

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Karl,

    liebe Gemeinde,

    es liegt nicht nur an den neueren Bauarten der Pflugscharen. Auch der Bodenfrost erledigt hier fleißig seine Arbeit: Wenn der Boden im Winter gefriert, dehnt er sich aus, was er ja nur nach oben kann.. Dabei trägt er dann auch größere Bestandteile wie Steine und eben auch Geschosse mit nach oben.

    Wenn der Boden dann nach dem Ende der Frostperiode so langsam nach und nach auftaut, ist es nicht ungewöhnlich, daß kleinere Erdbrocken in entstandene Hohlräume unter den größeren Bestandteilen fallen. Wenn dann nach der Frostperiode der Boden in seiner gesamten Tiefe wieder aufgetaut ist, können sich daher größere Bestandteile durchaus in etwas höherer Lage als zuvor befinden.

    Wenngleich es sich je Winter nur um Zentimeter-Distanzen handelt, im Laufe von Jahrzehnten kann sich so ein Phänomen durchaus auch auf den Bereich von Metern addieren (je nach Bodenbeschaffenheit).


    Herzliche Grüße

    Uwe

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

  • ... was mich wundert ist, dass im Grossraum Ypern es keine derartigen Zonen nach meiner Kenntnis gibt. Allerdings wurde nach dem WK I ziemlich intensiv Munition eingesammelt, mit einer erheblichen Anzahl von Opfern. Das hat aber nicht verhindert, dass bis heute noch täglich Munition, auch aus WK II, gefunden wird. Bauern gestatten immer noch Sondlern ihre Felder abzusuchen und die Granaten auszugraben. Es ist zwar über 20 Jahre her, dass das letzte Mal ein Bauer beim Pflügen durch eine explodierende Granate starb, aber die Granaten kommen langsam nach oben ....


    Hallo,


    mit den Fundstücken aus beiden Weltkriegen wird vor Ort in Ypern aber auch ein schwunghafter Handel betrieben - ich war beim Besuch des Menenpoort fassungslos, was in den "Andenkenshops" in der Menenstraat alles verramscht wird. Von Schrappnellsplittern über Uniformfetzen, Auszeichnungen und Seitengewehre aller Kriegsparteien bis hin zu deutschen und britischen Artilleriegranaten in allen Größen wird da alles angeboten... Unendlichen "Nachschub" kann man sich ja auf dem nächstgelegenen Acker besorgen :(

    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo Bomben-Betroffene,

    In Nordhausen am Harz wurde am 6.11. 2019 mittags bei Grabungsarbeiten am Stadttheater ein

    Blindgänger mit einem besonders erschütterungsempfindlichen chemischen Langzeitzünder gefunden.

    Es mussten 15'000 Einwohner im Umkreis von 1000 Metern evakuiert werden.

    Nach Evakuierung in Hallen ausserhalb des Gefahren- Umkreises und Entfernung renitenter Personen

    aus ihren Wohnungen konnte mit der Entschärfung begonnen werden.

    Die Entschärfung wurde unterbrochen, weil sich eine "leicht verwirrte Person" der Fundstelle näherte.

    Der Wasserzufluss für das Schneidgerät war während der Unterbrechung durch den ungebetenen Zaungast nicht zu unterbrechen,

    sodass der üblicherweise ausreichende Vorrat zur Neige ging und nun per Tanklaster aufgefüllt werden musste.

    Der technische Hintergrund zur Erläuterung: das Schneidgerät der Firma "Tauber Delaborierung" nutzt ein Wasser-Sand-Gemisch,

    um den Zünder unter Hochdruck aus der Bombe herauszuschneiden.

    Um 2:38 war der Zünder herausgemeisselt und konnte gesprengt werden.

    Mit grossem Dank an die Sprengmeister und die vielen Helfer aus Thüringen kehrten alle müde, aber erleichtert in ihre Wohnungen zurück.

    Quelle: nnz-online.de., 7.11.2019.

    Sehr erleichtert grüsst jostdieter.

    Edited once, last by jostdieter: Begrüssung vergessen ().

  • Guten Tag,


    in Berlin-Hellersdorf ist am Donn., 07.11., bei Bauarbeiten

    eine amerikanische 250-kg-Bombe gefunden worden.


    Die Bombe kann nur vor Ort gesprengt werden;

    es gehe keine unmittelbare Gefahr von ihr aus;

    das Gebiet ist abgesperrt.


    Sprengung ist für Montag vorgesehen.

    Sperrgebiet:

    • im Norden: Zossener Straße zwischen Alte Hellersdorfer Straße und Stendaler Straße
    • im Osten: Stendaler Straße zwischen Zossener Straße und Janusz-Korczak-Straße
    • im Süden: Cottbusser Straße zwischen Janusz-Korczak-Straße und Alte Hellersdorfer Straße
    • im Westen: Alte Hellersdorfer Straße zwischen Cottbusser Straße und Zossener Straße

    Weiteres z.B. hier.


    Grüße, Kordula

  • Hallo von Bomben Betroffene,


    in Nordhausen am Harz wurde am 6.11. 2019 mittags bei Grabungsarbeiten am Stadttheater ein Blindgänger mit einem besonders erschütterungsempfindlichen chemischen Langzeitzünder gefunden. Etwa 15'000 Einwohner im Umkreis von 1000 Meter wurden evakuiert.Die Auszüge aus dem Bericht des Lagezentrums finde ich als Lehrstoff interessant:


    Zitat Arno Glashagel, nnz-forum, 123.11.2019: Was tut die Polizei? An anderer Stelle spielte sich das ab, was sich ein ums andere mal bei jeder Evakuierung wiederholt, ob „ad hoc“ oder gut vorbereitet: Menschen weigern sich ihre Wohnungen zu verlassen. Zehn mal musste die Polizei in der vergangenen Woche „freiheitsbeschränkende Maßnahmen“ ergreifen. Um 20:15 ist es eine Familie am Frauenberg, die sich weigert ihre Wohnung zu verlassen. In so einem Fall wird entweder der Bereitschaftsdienst des Vermieters oder ein Schlüsseldienst hinzugezogen, erklärt die Pressesprecherin der Nordhäuser Polizei, Fränze Töpfer. „Wenn wir dann einmal in der Wohnung drin sind, sind die Leute in der Regel schnell bereit zu kooperieren“, sagt Töpfer, von ihrem Gewaltmonopol wird die Polizei an diesem Abend keinen Gebrauch machen müssen. Immer wieder muss man aber zum „Verbringungsgewahrsam“ greifen, die „freiheitsbeschränkende“ Maßnahme, die nur in der Hoheit der Polizei liegt. Um 20:55 droht eine ältere Dame am August-Bebel-Platz damit, sich das Leben zu nehmen, wenn sie ihre Wohnung verlassen muss. Hier assistieren die Beamten nur, die Klärung der Lage überlässt man dem medizinischen Fachpersonal. Ebenfalls am Bebelplatz fällt den Einsatzkräften ein älterer Herr auf, der am PC sitzt und keinerlei Reaktion zeigt. Die Wohnung wird geöffnet, der 64jährige in Gewahrsam genommen und in die Notunterkunft verbracht. An anderer Stelle erklärt eine Seniorin, sie habe den zweiten Weltkrieg überlebt, die Entschärfung jetzt sei da nur „pille-palle“. Auch sie wird schließlich in Gewahrsam genommen und evakuiert. Im Hauptbahnhof muss man sich um rund 30 Personen kümmern, die hier „gestrandet“ sind, weil sie nicht wussten wohin sie gehen sollten und an der Südharz-Galerie kommen mehrere Personen zu nah an den Absperrbereich. Beide Situationen werden schnell geklärt. Die Hauptaufgabe der Beamten ist eigentlich die „Raumsicherung“, erklärt Frau Töpfer, also die Verhinderung von Straftaten wie Diebstahl und Plünderung. Einen 34jährigen Einbrecher erwischte man gegen 18 Uhr denn auch prompt in der Kützingstraße. Neben den unterstützenden Maßnahmen bei der Räumung des Gebietes ist man außerdem für die Straßensperrungen im Außenbereich zuständig, auch das darf nur die Polizei. Gerade bei einem großen Evakuierungsgebiet wie der Nordhäuser Innenstadt bindet diese Aufgabe viele Kräfte, am Mittwoch etwa die Hälfte aller sich im Einsatz befindlichen Beamten. Was kommt danach? Um 23:10 entdeckt man mehrere Personen auf dem Dach einer Wohnscheibe in der Töpferstraße, die offensichtlich eine bessere Aussicht auf die Entschärfung genießen wollten. Die Polizei schreitet ein, setzt das „Verbringungsgewahrsam“ durch. Und schließlich ist da noch ein junger Mann, der mit einem Mal an der Fundstelle auftaucht. Der Mann sei offensichtlich verwirrt gewesen, heißt es noch in der Nacht, vielleicht geistig beeinträchtigt. „Das war ein lieber, netter Bursche aber der ließ absolut nicht mit sich reden. Er müsse jetzt auf Arbeit, sonst würde sein Meister schlimm mit ihm schimpfen“, erzählt Sprengmeister Andreas West. Was passiert mit den „renitenten“ Widerständlern, den paar Leuten, die dafür sorgen, dass sich die Unannehmlichkeiten für tausende Andere, die den Anordnungen Folge geleistet haben, in die Länge ziehen? Kann man demenzkranke Großmütter oder geistig eingeschränkte Mitbürger für ihr Fehlverhalten belangen? Was ist mit den „Spaßvögeln“ die sich auf dem Dach in der Töpferstraße tummelten? Es greift das Gesetz, genauer die „NdhGefAVOKM“, die Ordnungsbehördliche Verordnung zur Abwehr von Gefahren durch Kampfmittel in der Stadt Nordhausen, die sich wiederum auf die Thüringer Kampfmittelverordnung stützt. Demnach drohen bei Ordnungswidrigkeiten Geldbußen von bis zu 5.000 Euro." Ende Zitat.


    Allerbeste Grüsse jostdieter


    Schrift auf normal gestellt, Diana

  • Hallo,


    am vergangenen Freitag sind bei Bauarbeiten in einem Gewerbegebiet bei Vechta die Überreste eines abgeschossenen britischen Bombers vom Muster Stirling gefunden worden. Neben Munitionsresten wurden wohl auch Leichenteile der Besatzung geborgen, der Aufschlagort befindet sich anscheinend auf dem Gelände eines ehemaligen Flugplatzes der deutschen Luftwaffe. Auf den Grundstückseigentürmer könnten nun erhebliche Kosten zukommen, ein Beitrag zu diesem Fund vom NDR: https://www.ndr.de/nachrichten…eurer-Fund,vechta726.html


    Hier noch ein weiterer Bericht in der Regionalpresse: https://www.nwzonline.de/vecht…ei_a_50,6,2051585231.html


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

    Edited once, last by Johann Heinrich ().

  • Moinsen!

    Interessant auch die Kommentare unter dem Artikel vom ndr. Die rechtlichen Grundlagen bzgl. Haftung sind ja doch sehr undurchsichtig.

    Gruß Oliver

    Tradition zu wahren, zu pflegen ist nicht die Anbetung der Asche. Es ist die Weitergabe des Feuers.
    *Erst wenn der letzte Soldat bestattet ist, dann ist der Krieg zu Ende* http://www.verdun14-18.de

  • Die rechtlichen Grundlagen bzgl. Haftung sind ja doch sehr undurchsichtig.

    Für den Laien sicherlich schon, mich beschleicht dann immer das Gefühl, dass das auch so gewollt ist.


    Auf Privatgrundstücken gilt:

    Eigentümer sind gesetzlich dazu verpflichtet, für die Beseitigung von Altlasten zu sorgen, von denen Gefahren ausgehen können.

    Im Bereich Kampfmittel übernimmt der Bund hierbei die kompletten Kosten, die zur Beseitigung ehem. reichseigener Munition notwendig sind.

    Für alles andere tragen Bund und Länder als staatliche Stellen i.d.R. nur die Kosten für die eigentliche Kampfmittelbeseitigung, d.h. nur die Kosten, die zur Beseitigung einer "unmittelbaren Gefahr für Leib und Leben" erforderlich sind. Damit ist i.d.R. die Entschärfung, der Abtransport und die endgültige Vernichtung der Kampfmittel umfasst. (Witzig ist hier, dass das Land Niedersachsen dabei z.B. von einer Billigkeitsleistung spricht)

    Sämtliche weiteren Kosten (Aufsuchen, Freilegen, Bergen, Wasserhaltung etc.) hat grundsätzlich der Grundstückseigentümer zu tragen. Außer das Land hat eine andere Regelung getroffen.


    Das Problem ist eher, dass man dies nicht in einer Fundstelle findet, sondern verteilt über allg. Kriegsfolgengesetz, BGB, Runderlasse etc.


    Ich kann immer nur den Tipp geben Grundstücke nur zu kaufen, wenn die Kampfmittelfreiheit zweifelsfrei durch den zuständigen KMBD bescheinigt wurde. Alles andere kann, gerade in Gebieten mit Kampfhandlungen, unglaublich teuer werden. Und wer schon ein Grundstück hat, dessen Kampfmittelfreiheit noch nicht festgestellt wurde, sollte sich vor evtl. Baumaßnahmen ganz genau schlau machen, was da auf ihn zukommen kann...


    Gruß Claas


    Ich Suche alles über die 383. ID, speziell GrenRgt 532.