Bergung u. Entsorgung von Munition aus dem Weltkrieg

  • Hallo,


    in der letzten Woche gab es in Hude im Landkreis Oldenburg einen nicht alltäglichen Fund. Bei Bauarbeiten wurde unter einer Straßendecke eine Torpedomine gefunden, die dort vermutlich von deutschen Soldaten zu einer im Bedarfsfall möglichen Sprengung der Straße eingegraben wurde. Nachdem der Sprengkörper erfolgreich durch den KMRD vom Schwimmkörper getrennt werden konnte, wurde der Sprengsatz in der Nacht in einer Kiesgrube gesprengt. Die Nordwest-Zeitung hat in ihrem Bericht ein kleines Video von der Sprengung eingestellt:

    https://www.nwzonline.de/hude/…de_a_50,5,1888928423.html


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo,

    wie wir in Niederbayern zu so einem sagen würden, ein Depp eben.

    servus

    Manfred

    Keine Macht den doofen!

  • Hallo,

    na ja. Wenn man vor dem Reinigen nicht erkennen kann, dann Pech gehabt. Wenn man aber so Zeug gezielt sucht, dann selbst dran schuld.

    Meine Schwiegermutter hat sich vor vielen Jahren einen Lastwagen Erde zur Verbesserung der Bodenqualität kommen lassen. Ich durfte das Zeug natürlich verarbeiten. Und ich fand darin etwas, was wie ein grosser verbogener Schraubenzieher aussah. Auf die Seite gelegt und am nächsten Tag mit Bürste und Wasser gesäubert. Als ein S und ein F auf dem Handgriff auftauchten, vorsichtig abgelegt und Gendarmerie anrufen lassen. Die kam auch eine halbe Stunde später und beäugte das gute Stück aus fünf Meter Entfernung. Es war Freitagnachmittag 14 Uhr und der eine Polizist sagte: Kampfmittelräumdienst kommt am Montag. Er kam 15 Minuten später, da ganz in der Nähe beschäftigt gewesen. Die deutsche Gewehrgranate flog aus einem Meter Entfernung auf den Anhänger und ich war das Ding los.

    In Siegen hat vor etlichen Jahren die Fummelei an einer 20 mm Granate ein Jugendlicher mit seinem Leben bezahlt.

    Ein Jugendfreund hatte einmal eine 20 mm Patrone gefunden und im Brennholz abgelegt. Mutter sah ohne Brille sehr schlecht und sie hat das Ding mit anderem Holz in den brfennenden Ofengesteckt. Zum Glück war niemand in der Küche und im Wohnzimmer, als Treibladung und Geschoss sich in kleine Teile auflösten.

    Gruss

    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo,


    anbei ein PK-Bildbericht über die Bergung und Beseitigung von an den Küsten angespülten Treibminen durch Angehörige der Kriegsmarine.

    Quelle: Völkischer Beobachter, Ausg. Wien Nr. 175 vom 23.Juni 1944, Seite 8


    Gruß, J.H.

    Files

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo zusammen,

    heute wurden bei Sondierungsarbeiten für die neue Pipeline unter dem Rhein (Zeelink),

    einige Panzerfäuste gefunden. Vermutlich handelt es sich um amerikanische Bazookas.

    Genaueres konnte der Kampfmittel- Räumdienst noch nicht sagen.

    Die Relikte sind schon zu stark oxidiert.

    Vermute aber eher, das es sich um Panzerfäuste aus Wehrmachtsbeständen handelt.

    Denn am Fundort der Panzerfäuste, fand der groß angelegte Übergang der Alliierten, am 23.03.1945, über den Rhein statt.

    Hier der Link aus den Lokalnachrichten: www.lokalkompass.de


    Lg Andre

  • Hallo,

    ein Bauer hat beim Pflügen einer seiner Äcker bei Torhout deutsche Granaten aus WK I bei einer ehemaligen deutschen Artilleriestellung ausgegraben. Es sollen Rauchgranaten sein, die die Lage des Artilleriefeuers anzeigen sollte.

    Gruss

    Rainer

    P.S.: Quelle Lokalnachrichten Focus TV

    Suum cuique

  • Hallo,


    in der Nacht ist im Zooviertel in Hannover wieder eine Fliegerbombe erfolgreich entschärft worden, es kam dabei zu Verzögerungen, weil sich einige Anwohner des Evakuierungsgebietes weigerten, ihre Wohnungen zu verlassen. Und das Konzert von Roger Hogdson im Kuppelsaal musste wegen dieser Bombenräumung auch ausfallen: https://www.ndr.de/nachrichten…ntschaerft,bombe3236.html


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hi J.H. uaa.,


    leider hab' ich bisher nie gelesen, warum sich Anwohner weigern,

    ihre Wohnungen zu verlassen; ebenso nicht, wie man sie doch

    dazu kriegt.

    Mir tun die Polizisten (?) leid, die dann immer Ruhe bewahren

    + freundlich bleiben (müssen).


    Grüße, Kordula

  • ... Mir tun die Polizisten (?) leid, die dann immer Ruhe bewahren + freundlich bleiben (müssen) ...


    Hallo Kordula,


    und nicht zu vergessen die zahlreichen weiteren Anwohner, die durch die Verzögerung dieser wenigen "Ego-Trip-Fahrer" erst mit über zwei Stunden Verspätung und mitten in der Nacht in ihre Wohnungen zurückkehren konnten.


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo zusammen,


    hier wieder was passend zum mutmaßlichen Einstein-Zitat: "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."


    Im saarländischen Perl hat ein "Sondler" anscheinend eine Phosphorhandgranate ausgegraben und mit nach Hause genommen - die Polizei hat sich dann mit entsprechendem Aufwand heute Morgen darum gekümmert -> Meldung SR-Nachrichten


    Mich fasziniert jeden Tag aufs Neue, mit welch' geringer Hirnaktivität menschliches Leben faktisch möglich ist!


    Gruß, Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Hallo in die Runde,


    heute wurde erneut eine Bombe in Soest (Westfalen) gefunden.


    Link: https://www.soester-anzeiger.d…-noch-heute-12969169.html


    Das heutige Exemplar gehört zu einer Vielzahl von Blindgängern die in diesem und letzten Jahr in Soest gefunden wurden.


    Viele stammen von den Angriffen auf den Soester Bahnhof. Einer der schwersten Angriffe fand am 05.04.1944 statt.


    Hier ein Link zu einer Themenseite:

    https://www.soester-anzeiger.d…enfunde_Soest-sti1109393/


    Viele Grüße


    HendriH.

  • ... Im saarländischen Perl hat ein "Sondler" anscheinend eine Phosphorhandgranate ausgegraben ...


    Hallo,


    von diesen Phosphorgranaten scheinen noch eine ganze Menge "im Umlauf" zu sein, in Bleckede/Kreis Lüneburg wurden in den letzten Tagen bisher vier Stück in einem durch die aktuelle Wetterlage ausgetrockneten Graben in der Innenstadt gefunden. Dabei soll es durch den altersbedingten Zerfall der Granaten auch zur Selbstentzündung gekommen sein: https://www.goettinger-tagebla…nate-in-Bleckede-geborgen


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo,


    es sind im Übrigen nicht nur die zwischenzeitlich fast immer völlig korrodierten (Hand-)Granaten mit Phosphorfüllung, von denen Gefahren ausgehen.


    Im Zuge einer Suchgrabung (2000) nach einer im November 1944 abgestürzten P-47 "Thunderbolt" wurden im Sondierungsgebiet am Saarufer auch Sprengstücke amerikanischer 4.2''-Wurfgranaten gefunden, deren Füllung aus weißem Phosphor bestanden hatte. Viele der Sprengstücke begannen nach dem Abtrocknen sofort mit dem typischen Rauchen. Diese Munition wurde von den Amerikanern sowohl als Nebel- als auch als Brandmunition verwandt. Da sich in diesem Bereich im Dezember 1944 eine amerikanische Übersetzstelle befunden hatte, wurde hier zum Vernebeln der Übersetzoperation reichlich WP-Munition verschossen.


    Also selbst grundsätzlich harmlose Sprengstücke solcher Munitionsarten können bei Anhaftungen selbst geringer Mengen von Phosphor auch heute noch schwerste Schäden verursachen!


    Gruß, Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Hallo,


    die Landesregierung Schleswig-Holstein hat seit einiger Zeit auf der Homepage munition-im-meer.de Informationen zum Umgang mit Phosphorfunden und entsprechende Warnhinweise veröffentlicht, weil es z.B. bei Bernsteinsuchern in den Küstenregionen immer wieder zu schweren Verbrennungen durch Verwechslung von angeschwemmten Phosphorresten kommt, die in Form und Aussehen dem Bernstein sehr ähneln können. Dabei auch eine Bilderstrecke, was man alles heute noch so an Altlasten und Kriegshinterlassenschaften am Strand und im Meer finden kann.


    Der Dipl.-Biologe Frank Rudolph hat 2015 ein Fachbuch zu diesem Thema mit dem Titel "Gefährliche Strandfunde" veröffentlicht, darin werden u.a. auch Abbildungen zur Bestimmung von Schießwolle, Nitrozellulose und auch Phosphor gezeigt: https://www.wachholtz-verlag.d…ehrliche-Strandfunde.html


    Den Sondlern und Munitionssammlern sollte klar sein, dass sie nicht nur mit ihrem und ggf. auch dem Leben ihrer Nachbarn oder unbeteiligter Personen spielen, sondern ihr "Hobby" nach den Bestimmungen des Sprengstoffgesetzes auch erhebliche strafrechtliche Konsequenzen für sie haben kann - von den zivilrechtlichen Haftungsfragen und möglichen Entschädigungsansprüchen mal ganz abgesehen: https://www.gesetze-im-internet.de/sprengg_1976/


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

    Edited once, last by Johann Heinrich ().

  • Guten Abend,


    gestern wurden in Potsdam nach gezielter Kampfmittelsuche fünf US-amerikanische

    250-kg-Bomben gefunden; heute dann erfolgreich entschärft.


    Alle Blindgänger befanden sich im Wald an der Michendorfer Chaussee.


    "Insgesamt sind die fünf jetzt gefundenen Fliegerbomben die Weltkriegssprengkörper 197, 198, 199, 200 und 201 seit 1990 in der Landeshauptstadt. In dieser Statistik werden Fliegerbomben ab 100 Kilogramm erfasst."


    Näheres + Lagekarte hier:

    https://www.pnn.de/potsdam/bli…entschaerft/25026750.html.


    Grüße, Kordula

  • Moien.

    Trier-Euren, britische MC 500 unter dem Sportplatz, Entschärfung am Sonntag, ca. 2000 Personen betroffen, stammt entweder vom Mosquito Angriff auf das RB-Ausbesserungswerk vom 1. April 1943 oder einem der RAF Angriffe am Tag im Dezember 1944.

    h.