Bergung u. Entsorgung von Munition aus dem Weltkrieg

  • Moin,


    ziemliche Aufregung in Kiel. Im Stadtteil Kiel-Gaarden wurde in vier Meter Tiefe eine britische 500 lb Bombe gefunden, die vermutlich am 23. 7. 1944 aufschlug. Die Bombe verfügt über einen Langzeitzünder und einen vorgespannten Schlagbolzen. Sie soll gegen 21.00 h gesprengt werden, es ist alternativlos. Nahezu 5.000 Menschen müssen die Gefahrenzone verlassen. Eine früher angedachte Sprengung war nicht möglich, weil immer wieder neugierige Zeitgenossen, teilweise mit Kindern an der Hand, die Sperrungen missachteten um Neues zu erfahren.


    Ich werde den Knall wohl hier in meinem Haus hören.


    Beste Grüße


    Horst

  • Moin Horst!


    Hälst du uns auf dem Laufenden, ob alles gut verlaufen ist?


    Gruß

    Christian

    Suche Informationen über die 170. Infanteriedivision

  • Moin,


    natürlich.


    Beste Grüße


    Horst



    21.13 Uhr


    Hallo,


    am besten ndr.de oder kn-online.de schauen, dann seid ihr dabei.


    LG Horst


    Beiträge zusammengefügt; kkn

  • N'Abend zusammen,


    die Entscheidung "Zünder runter oder Sprengen" fällt bei Bomben mit Langzeitzünder (LZZ) eher zugunsten einer kontrollierten Sprengung, da die Drecksdinger jederzeit ansprechen können ...

    Dass der Schlagbolzen bereits vorgespannt ist, liegt im Konstruktionsprinzip britischer LZZ begründet. Für Interessierte -> hier ein Link zu einem Post von mir zum Thema.


    Viel Glück nach Kiel!


    Gruß, Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Hallo zusammen,


    aus der MOZ von heute konnte ich folgende Zahlen für das Jahr 2018 entnehmen.


    In Brandenburg wurden dieses Jahr rund 296 Tonnen Kampfmittel gefunden.


    Davon waren


    31.000 Granaten

    4.400 Brandbomben

    1.100 Panzerabwehrraketen

    240 Sprengbomben ab 5 kg

    und 150 Minen.


    Mich gruselts, wenn ich versuche mir vorzustellen, wie lange uns das noch begleiten wird.


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Hallo,


    Mich gruselts, wenn ich versuche mir vorzustellen, wie lange uns das noch begleiten wird.

    ...und ich denke an den Kampfmittelbeseitigungsdienst, deren gefahrvolle Arbeit und ziehe den Hut, dass die diese, nicht herausragend bezahlte Arbeit machen und dabei offensichtlich so professionell, dass nichts, bis kaum etwas passiert und das bei der alten, verrosteten und teils verrotteten Munition/Sprengstoffen/ vor allem Bomben.

    Erstaunt bin ich aber auch darüber, dass es in der Bevölkerung relativ wenig Vorkomnisse der schlimmeren Art gibt. Offensichtlich hat die jahrelange Aufklärungsarbeit/Prävention und haben die vielen Nachkriegsunfälle hier Früchte getragen.

    Wenn man dagegen die Unfälle der Silvesterknallerei ansieht.......


    Gruß Karl .

  • Morgen!

    Bei uns am Bahnhof wird gebaut. Innerhalb der letzten Wochen wurden 75 kg Bomben im 2stelligen Bereich gefunden und entschärft. Alle in einer Linie und nicht gezündet. Der Kampfmittelräumdienst ist schon fast heimisch bei uns. Er vermutet noch Blindgänger im 3stelligen Bereich in der Nähe des HBF. Wir sind eine kleine Stadt aber neben der Bahline am HBF war direkt ein Schacht der Zeche und ein Stellwerk mit Drehscheibe. Die müssen ordentlich abgeladen haben.

    Gruß Oliver

    Tradition zu wahren, zu pflegen ist nicht die Anbetung der Asche. Es ist die Weitergabe des Feuers.
    *Erst wenn der letzte Soldat bestattet ist, dann ist der Krieg zu Ende* http://www.verdun14-18.de

  • in Hollandgehen sie damit etwas lockerer um.

    Hallo,

    in Frankreich lagen 150 und 88 mm Granaten am Cap Gris Nez mindestens 30 Jahre frei in der Gegend. Während der Renaturierungsarbeiten(viele neue Mauern und auch neuer Asphalt) am Cap Blanc Nez lag die dort gefundene Munition auch frei in der Gegend herum.

    Gruss

    Rainer

    Suum cuique

  • N'Abend Oliver,


    der gute Mann in Venlo kam vielleicht gerade von einem Coffee-Shop-Besuch 8)


    Gruß, Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • N'Abend Oliver,


    der gute Mann in Venlo kam vielleicht gerade von einem Coffee-Shop-Besuch 8)


    Gruß, Stefan

    Guten Morgen,

    Du meinst lieber schlecht gelegen als gut gelaufen? ;)


    Gruß Oliver

    Tradition zu wahren, zu pflegen ist nicht die Anbetung der Asche. Es ist die Weitergabe des Feuers.
    *Erst wenn der letzte Soldat bestattet ist, dann ist der Krieg zu Ende* http://www.verdun14-18.de

  • Hallo alle zusammen,

    morgen wird mal wieder in Wesel eine Zehn-Zentner-Bombe entschärft.

    Sie wurde bei Bauarbeiten heute gefunden.

    5700 Menschen sind von der Evakuierung betroffen.

    Hier der Link


    Lg Andre

    Erst wer den Dreck des Lebens gegessen hat, weiß wie schön dieses ist !!!

  • Potsdam Fliegerbombe Sprengung 17.01.


    Guten Abend,


    wiedermal Potsdam; seit August 2017 der vierte größere Fund

    nahe der Innenstadt; umfangreiche Sperrungen - fast 5900 Menschen

    müssen ihre Wohnungen verlassen ...


    https://www.pnn.de/potsdam/hau…-in-potsdam/23867386.html


    Grüße, Kordula


    Quote

    Im Sperrgebiet befinden sich unter anderem die Staatskanzlei Brandenburg, der Landtag sowie mehrere Ministerien, der Hauptbahnhof, die Polizeidirektion, zwei Pflegeheime, eine Einrichtung des betreuten Wohnens, die Comenius-Schule, das Sport- und Freizeitbad „blu“, das Hotel Mercure, das Rechenzentrum, der Neue Markt, der Alte Markt, die Freundschaftsinsel, das Extavium, und die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB).

    ...

    Das Potsdam-Museum, das Filmmuseum, das Kunstmuseum Barberini und das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte sowie die Volkshochschule und die Stadt- und Landesbibliothek im Bildungsforum müssen ab 8 Uhr bis zum Ende der Sperrungen geschlossen bleiben.

  • Hallo alle miteinander
    Chaos in der Letschiner Lindenstraße (Letschin zw. Wriezen u. Seelow gelegen) in dem Bereich wo jetzt ein Neubau geplant ist, war dieser Bereich schon mal als Munition frei ausgewiesen worden. Bei der Nachsuche fand der Kampfmittelräumdiest der Polizei 373 Stück Munition. Davon 176 Wurfgranaten vom Kaliber 8 cm und 197 Granaten anderer Kaliber. Alles dieses kam aus einem verschütteten Schützengraben zum Vorschein. Man bilde sich seine eigene Meinung dazu.
    MfG
    Dietrich

  • Moin Dietrich,


    Mich würde mehr interessieren, ob der Schützengraben auch archäologisch erfasst wird. Befunde aus den Weltkriegen gelten mittlerweile mancherorts als dokumentierungswürdige Sachzeugen ihrer Epoche. Und wenn ich "Seelow" lese, denke ich natürlich an das Schlachtfeld von 1945.


    Gruß, Thomas

    "Lirum-larum Löffelstiel, wer nichts sagt, der weiß nicht viel - larum-lirum Gabelstiel, wer nichts weiß, muss schweigen viel!"

  • Hallo,


    hier gibt es u.a. einen Identifizierungskatalog für Munition und Kampfmittel beider Weltkriege und Neuzeit aus dem Jahre 2006 vom Regierungspräsidium Stuttgart Kampfmittelbeseitigungsdienst:


    https://rp.baden-wuerttemberg.…/16_kmbd_identkatalog.pdf


    Grundsatz: Hände weg von Munition!


    Auszug


    In diesem Katalog sind aus der Vielzahl unterschiedlicher Kampfmittel nur einige typische
    Exemplare jeder Kampfmittelart aufgeführt und abgebildet. Sie ermöglichen
    jedoch eine für den Kampfmittelbeseitigungsdienst unbedingt notwendige Beschreibung
    des Kampfmittels, um Prioritäten bei der Beseitigung, Auswahl der einzusetzenden
    Fahrzeuge, der Spezialgeräte und des Personals treffen zu können.


    Der Katalog soll gewisse Verhaltensmaßregeln festlegen und die Beschreibung
    von Kampfmitteln in der Art erleichtern, dass z.B. ein Polizeibeamter sagen
    kann: „Das vor mir liegende Kampfmittel sieht aus wie die abgebildete Munition
    auf Seite 7, Bild Nr. 3. Es ist 45 cm lang und hat einen Durchmesser von 10 cm.“


    Im Katalog wird grundsätzlich keine Aussage über die Gefährlichkeit von
    Kampfmitteln gemacht, da verhindert werden muss, dass - wenn auch nur vereinzelt
    - leichtfertig mit Munition umgegangen wird.


    Nach wie vor ist die Munition genau so gefährlich wie in den ersten Nachkriegsjahren,
    sie ist z.T. sogar gefährlicher, da Auskristallisation und Reaktion von Sprengstoffen
    mit Metallen die Explosivstoffe handhabungsunsicherer gemacht haben und teilweise
    Sicherungseinrichtungen der Zünder verrottet sind. Diese Umstände werden immer
    berücksichtigt, wenn vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Empfehlungen für eine vorläufige
    Sicherung der Munition vor Ort gemacht werden.


    Für derartige Ratschläge und Verhaltensvorschläge trägt der Kampfmittelbeseitigungsdienst
    die volle Verantwortung und ist daher nicht leichtfertig bei der Erteilung
    derartiger Empfehlungen, denn durch unvorsichtigen Umgang mit Fundmunition sind
    schon viele Menschen zu Schaden gekommen

    ...


    Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg


    https://rp.baden-wuerttemberg.…ittel/Seiten/default.aspx


    Siehe auch Formulare.


    Grüße


    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    Danke fürs Einstellen, aber die Aussage "Stabbrandbomben können gefahrlos aufgenommen werden" halte ich für sehr fragwürdig. Die enthalten teils Knall-, teils Sprengsätze.


    Gruß, Thomas

    "Lirum-larum Löffelstiel, wer nichts sagt, der weiß nicht viel - larum-lirum Gabelstiel, wer nichts weiß, muss schweigen viel!"