Bergung u. Entsorgung von Munition aus dem Weltkrieg

  • Hallo, unter http://www.minenjagd.de/minenjagd/minen/minenfunde.php# gibt es eine beeindruckende Auflistung, was durch Minenjäger und Kampfmittelbeseitiger in den vergangenen Jahren noch so alles auf See und an Stränden beseitigt werden mußte. Und dies trotz GMSA und Nachfolgediensten, die bereits seit kurz nach dem Kriegsende bis 1951 Seeminen räumten. Ist schon etwas beängstigend, wenn man mit dem Schiff unterwegs ist und überlegt, was da noch so alles im Meer rumschwimmen könnte...


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

    Edited once, last by Johann Heinrich ().

  • Hallo zusammen,


    zur Thematik Unfälle mit Fundmunition bzw. Teilen davon gibt es einen aktuellen Fall aus Neuss:


    Hier hatte am Dienstag ein 77jähriger Jogger am Rheinufer einen mutmaßlichen Bernsteinklumpen gefunden, der sich jedoch kurze Zeit später als weißer Phosphor herausstellte, wodurch der Mann schwere Verbrennungen erlitt --> Bericht im Kölner Stadtanzeiger
    Dieser Gefahr ist man sich vor allem an den Stränden der Ostsee mittlerweile zwar bewußt (--> s. Thread hier im FdW), nicht aber in den Städten im Binnenland. Dem Bericht zufolge war dies auch der erste Fall dieser Art in Neuss.


    Gruß, Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

    Edited once, last by stefan_reuter ().


  • Moin Stefan,


    Da warst Du etwas schneller.



    Moin zusammen.


    Mann in Flammen nach Phosphorfund am Rhein in Neuss.


    http://www1.wdr.de/themen/aktu…nnungen-phosphor-100.html


    Scheinbar ist nicht nur das „Bernsteinsammeln“ an der Ostsee gefährlich.


    Grüße Uwe


    Verlinkung repariert, Diana

  • Hallo


    Eine vermutliche Selbstdetonation einer Bombe im Chemiewerk (BASF, Ludwigshafen)


    http://www.welt.de/vermischtes…nter-BASF-Chemiewerk.html


    Zu der Berliner Entschärfung vom Wochenende gibt es auf der Twitter Seite der Berliner Polizei (https://twitter.com/polizeiberlin) u.a. auch Videomitschnitte von der Entschärfung.


    beste Grüße


    Micha


    Doppelverlinkung herausgenommen, Diana

    Quod non est in actis, non est in mundo. Was nicht in den Akten ist, ist nicht in der Welt.

  • Hallo zusammen,


    laut -->Saarbrücker Zeitung hat im saarländischen Ilingen am Montag ein Mann eine französische Handgranate aus dem Zweiten Weltkrieg auf der Polizeidienststelle abgeliefert - die Handgranate hatte er in der Wohnung seines verstorbenen Onkels gefunden. Die Polizei übergab den Sprengkörper dem KMBD, der ihn wohl durch Entfernen des Zünders unschädlich machte und in Gewahrsam nahm.


    Der Artikel ist übrigens wieder ein Paradebeispiel für die Qualität von Zeitungsmeldungen zu diesem Thema. Ich zitier' mal (Hervorhebung von mir):


    Quote

    Da nicht direkt geklärt werden konnte ob die Handgranate noch scharf war oder der Treibeinsatz bereits entfernt wurde, wurden die Spezialisten vom Kampfmittelräumdienst der Polizei hinzugezogen.


    Wie ich schon mal festgestellt habe, ist es für mich nicht nachvollziehbar, warum immer wieder so ein Blödsinn in Presseberichten verzapt wird. Wenn die Presse keine offiziellen Pressemitteilungen bekommt, aus denen man nur abzuschreiben braucht (klappt auch nur bedingt), sind auch schon mal Reporter bei Bergungen vor Ort mit dabei und fragen einem zu Recht Löcher in den Bauch. Dass die sich nicht unbedingt mit der Materie auskennen, ist mir schon klar. Ich verstehe aber nicht, warum man dann nicht in der Lage ist (wenn man sich schon Notizen macht), sich die Antworten auf die Fragen korrekt zu notieren und wiederzugeben :cursing:


    Gruß, Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Hallo Stefan,


    das ist doch das selbe, wie dann, wenn sie von Maschinengewehr schreiben und MPi oder Schnellfeuergewehr meinen.


    >Man muss berücksichtigen, dass diese Leute u. U. nie beim Militär waren.
    > Manchmal habe ich aber den Einruck, dass man falsch schreibt weil die große Abneigung gegen alles Militärische - Interessiert mich nicht/ kenne ich mich auch nicht aus/ werde ich mich auch nicht damit beschäftigen - zu groß ist. Andere Erklärungen habe ich nicht, denn die Angaben sind manchmal so fatal, dass manfast nicht glauben kann, dass das nur Unkenntnis ist.



    Gruß Karl

  • N'Abend Karl,


    ich stimme Dir soweit voll und ganz zu, sehe aber noch eine weitere Ursache: schlichte Oberflächlichkeit!


    So ein Lokalreporter schreibt fast zeitgleich Artikel über das Jubiläum vom Kaninchenzuchtverein, einen Unfall auf der Stadtautobahn und über die Bergung einer Minenbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Da geht's sachlich und zeitlich drunter und drüber und wenn dann noch Fachwissen gefragt ist, ist in den meisten Fällen Ende Gelände! Deshalb fragen schlaue Reporter ja auch die Fachleute nach Fachinformationen - warum diese dann aber nicht so weitergegeben werden in den Artikeln ist mir einfach schleierhaft bzw. m. E. auf Oberflächlichkeit zurückzuführen.


    Das hat selbst auf dieser Ebene (Lokales) mit Qualitätsjournalismus definitiv nichts mehr zu tun. Das gilt leider nicht nur für Artikel in Tageszeitungen, sondern auch für Veröffentlichungen von Büchern zum Thema durch Journalisten - s. dazu meine Rezension des Buchs "Über uns Feuer und Verderben" von D. Gräbner.


    Gruß, Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Guten Abend Stefan,


    zur Oberflächlichkeit stimme ich Dir auch zu, denn dies ist um so bedauerlicher, als in dem von Dir geschilderten Beispiel, Autor: D. Gräbner, davon auszugehen ist, dass er es hätte besser wissen müssen, zumal er offensichtlich, so meine Kenntnis, zumindest ähnlichen Themenbereiche betreffende Literatur veröffentlicht oder zumindest gelesen hat ( Sh. Fußnoten).


    Zu Deiner Rezension zu D. Gräbner:" Über uns Feuer unter uns Verderben" meine persönliche Anerkennung. Die Klarheit und offene Darlegung der von Dir aufgezeigten bewußt oder unbewußt vom Autor nicht überprüften Abläufe/Schilderungen zeigt das o. a. Problem deutlich auf. "Hut ab!"


    Spätabendliche Grüße von Karl

  • Hallo miteinander,


    bei uns in Niederbayern haben Kinder beim Spielen im Wald vor wenigen Tagen ein Munitionsdepot aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Dort waren ettliche Kilo Sprengstoff, Eierhandgranaten und Muniton vergraben. Die Eltern haben die Polizei und diese den Kampfmittelräumdienst verständigt, die das alles "entsorgt" haben. Die Presse hat dies mit etwa zehn Zeilen abgehandelt, was absolut ausreichend an Informationsgehalt für die Bevölkerung war. Im Radio hat man nebenbei drei Zeilen darüber verloren.


    Im Gegensatz zu der kürzlich stattgefundenen Bombensprengung von Regensburg, wie oben erwähnt, sind derlei Funde nur Randnotizen. Falls es von Interesse ist, obliegt es nun Heimatforschern, mehr darüber herauszufinden, warum und wozu die Wehrmacht dieses Depot angelegt hatte.


    Für mich ist erstaunlich, wieviel Überreste von Kriegsmaterial auch noch nach 7 Jahrzehnten in unserer Gegend, wo es im Frühjahr 1945 kaum noch zu Kämpfen gekommen ist, zu finden sind.


    Schöne Grüße

  • Hallo alle miteinander
    Oranienburg/Bln.
    27/28.11.2015 Entschärfung von 4 amerikanischen 250 Kilo Bomben, die in 8 m Tiefe liegen.
    MfG
    Dietrich

  • N'Abend zusammen,


    in der Innenstadt von Homburg/Saar konnte heute Mittag eine bereits am Dienstag bei Bauarbeiten freigelegte Fliegerbombe vom saarländischen KMBD erfolgreich entschärft werden


    --> KLICK + --> KLACK


    Gruß, Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Hallo alle miteinander
    etwas zur Menge der gefundenen und entschärften Bomben, Granaten und der Munitionsresten aus Berlin.
    2015 - 24,8 t Sprengkörper und Munition geborgen und vernichtet.
    2014 - 54 t die gefunden wurden
    Nach Angaben der Polizei wurden in Berlin seit dem Ende des II. WK mehr als 1,8 Millionen Sprengkörper vernichtet. Nach Schätzungen (Senat) liegen aber immer noch weit über 3000 unentdeckte Blindgänger im Boden. Viele davon in der Nähe der Bahnhöfe oder auch des Flughafens Tegel, besonders auch in Oranienburg, die dann bei Bauarbeiten entdeckt werden. Die Bombenentschärfer der Berliner Polizei sind etwa um die 1000 Mal im Jahr unterwegs.
    MfG
    Dietrich

    Edited once, last by babsie ().