Bergung u. Entsorgung von Munition aus dem Weltkrieg

  • Hallo zusammen,


    in der "Märkischen Oderzeitung" von heute wird berichtet, dass durch ein Munitionsbergungsunternehmen seit Anfang März aus der Fahrrinne
    der Schwedter Querfahrt 1,8 t Munition geborgen wurden. Die Fahrrinne soll auf die Solltiefe ausgebaggert werden.
    In 40 Tagen wurden 107 Fundstellen durch Taucher geortet. Allein am Montag dieser Woche wurden 104 Granaten aus dem Wasser geholt.
    Auf Grund der vielen Funde soll ein Ingenieurbüro ein Konzept für eine vollständige Räumung der Querfahrt erarbeiten.


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Hallo Roland,


    ich gehe aufgrund der Menge mal davon aus, dass es sich um Munition handelt, die man nach dem Krieg aus der unmittelbaren Umgebung der stark umkämpften Schleuse bzw. Dämme kostengünstig entsorgt hat, indem man sie einfach ins Wasser warf. Zumindest für spielende Kinder war die Gefahr dann ja vorerst gebannt.



    Gruß


    Ulf

  • Hallo Ulf,


    so beschreibt der Verantwortliche, Andre Vogel die damalige Situation auch in dem Artikel.


    Mann hat dann einfach mal "aufgeräumt".


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Hallo Roland,


    das Gleiche hat mir vor vielen, vielen Jahren auch schon mein Vater erzählt und Verwandte bestätigt, dass die Munition und Waffen auch auf den Dörfern der Umgebung (oft nach Unfällen mit der Munition) eingesammelt und in Schützengräben und Granattrichtern versenkt wurden. Leider hat sich in den späteren Jahren keine staatliche Stelle mehr dafür interessiert und die entsprechenden Stellen erfasst. Mittlerweile können die meisten Zeit- und Augenzeugen nicht mehr befragt werden, das Wissen um diese Orte ist mit ihnen verloren gegangen. Und nun fällt man bei den Funden immer aus allen Wolken und ist überrascht.



    Gruß


    Ulf

    Edited once, last by Ulf71 ().

  • Hallo Ulf,


    ich glaube, das uns leider noch einige überraschende Ereignisse in naher Zukunft bevorstehen.


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Hallo Ulf, Roland


    Ich habe vor einiger Zeit mit einem Zeitzeugen gesprochen.
    Er sagte mir das der Mühlenteich in Gartz / Oder auch stark belastet ist.
    Habt Ihr darüber Informationen ?


    www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1277641


    Gruss Erich

    Freiheit ist das Recht anderen zu sagen was sie nicht hören wollen.
    George Orwell

    Edited 6 times, last by erich ().

  • Hallo Erich,


    vielen Dank für den Link.


    Vor einigen Monaten hatte die MOZ davon berichtet, dass der neue Besitzer des Mühlenteiches
    diesen entschlammen möchte. Mal sehen, wie das ausgeht.


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Hallo,


    hier mal ein Beispiel, was Fundmunition und Waffen für Tragödien anrichten können - in diesem Fall so geschehen bereits kurz nach Kriegsende in einem Waldstück in der Gemeinde Visbek in Niedersachsen. Wenn man sich mal vorstellt, das bei der Beisetzung sechs Familien an sechs Gräbern stehen mußten...


    http://navigator.visbek.nolis1…_Panzerfaust_Denkmal.html


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo,


    ein ähnlich gelagerter Fall wie der von J H. geschilderte, hat sich auch in meiner Heimatstadt kurz nach Kriegsende ereignet:


    In einer der Westwall-Anlagen (WH 66) kam es am 30. Juli 1945 zu einem folgenschweren Unfall, der vier Jugendliche im Alter von 14 Jahren das Leben kostete. Die vier hatten versucht, eine deutsche Panzerfaust aus dem Kampfraum der Anlage durch die Scharte der Platte nach draußen abzufeuern. Dabei verfehlte das Geschoß offenbar die Schartenöffnung und detonierte im Kampfraum! Darüber hinaus gab es etliche weitere, z. T. tödlich verlaufene Unfälle mit Fundmunition, Minen etc.


    Ich erinnere mich auch daran, als Kind einige Ortsbewohner im Alter meines Vaters gesehen zu haben (der war bei Kriegsende 14 Jahre alt), denen Gliedmaßen fehlten - durch die Bank Opfer von Hinterlassenschaften der Kämpfe!


    Gruß, Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

    Edited once, last by stefan_reuter ().

  • Hallo,
    noch Anfang, Mitte der fünfziger Jahre wurden in den Volksschulen Lehrfilme zu Fundmunition gezeigt. Die Botschaft war "Finger weg davon". In einem Nachbardorf gab es einmal Verletzte. Grund: Kinder warfen Gewehrmunition in ein Feuer
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo,


    aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass zumindest in der DDR entsprechende Belehrungen, Hinweise und Verhaltensregeln im Umgang mit Fundmunition auch noch Ende der 80iger Jahre in den Schulen regelmäßig erfolgten.



    Gruß


    Ulf

  • Hallo zusammen,


    anbei ein Plakat (DIN A2), das vom saarländischen Innenministerium/KMBD Ende der 1970er/Anfang der 1980er in öffentlichen Gebäuden und Schulen ausgehängt wuirde und auf die Gefährlichkeit von Fundmunition aufmerksam machen sollte.


    Gruß, Stefan


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    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

    Edited once, last by stefan_reuter ().

  • Hallo zusammen,


    am Saarbrücker Hauptbahnhof wurde heute Vormittag wieder eine Fliegerbombe entschärft - die angeblich britische Bombe war am Mittwoch bei Bauarbeiten gefunden worden KLICK


    Eine ebenfalls am Mittwoch auf dem Leipziger Postbahnhof gefundene Fliegerbombe musste heute dagegen kontrolliert gesprengt werden, weil sich der Zünder anscheinend nicht entfernen ließ KLACK


    Gruß, Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Hallo, Guten Tag, ....


    Gibt es eigentlich Schätzungen darüber, wie viele Kampfmittel aus dem Krieg noch in Deutschland im Boden liegen?


    Grüße...