SS-Pol-Rgt. 3, II. Btl., 7. Kp.

  • Hallo Roland,

    Quote

    Original von RolandP
    "Danke heißt Merci"... :]


    es kann doch so einfach sein... Schlicht, einfach aber unschlagbar charmant. Du hast es eben drauf! Das kann man nicht lernen! :D Sehr gute Idee. Danke. Beide werden dahinschmelzen...
    Berichte diesbezüglich unaufgefordert nach.

    Wieder einmal beeindruckte Grüße
    Frank

  • Hallo Frank,

    Es würde mich (u.v.a) sehr interessieren ob Dein Grosvater je mehr gesagt hat, über seine Tätigkiet beim Deutschen Lehrkommando bei dem Politie OpleidingsBataljon(POB) in Schalkhaar. Es würde interessant sein um die Ereignisse in September 1944 in Schalkhaar, die Auflösung des POB, die Aufstellung/Sammlung der Arbeitskontrollkommando leute, sowie die daraus erfolgte Aufstellung des Polizei-Freiwiliigen Bataillon Nederland (PFB) besser zu erfassen.
    Auch Angaben zu andere Angehörigen des Lehrkommando's sind immer interessant.
    beste Grüssen

    Nico

    Suche alles zu der 34.SS-Freiwilligen-Grenadier-Division "Landstorm Nederland" und Einheiten des Befehlshaber der Waffen-SS in den Niederlande

  • Hallo Nico,
    vielen Dank für Deine Anfrage.

    Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass er in diesem Zusammenhang die sagen wir mal "hastige nächtliche Abreise" der Offiziere als ausgesprochen "befremdlich" und völlig "verantwortungslos" beschrieben hat. An Ausführungen zum tatsächlichen Umfang der dort zu leistenden Arbeit, kann ich mich leider nicht erinnern.  :(

    Ich habe lediglich auf die Schnelle das angehängte Foto von ihm in Schalkhaar vor dem Dienstgebäude finden können.

    Er hatte jedoch Ausführungen zu seiner seit Februar 1943 wahrzunehmenden Funktion/Aufgaben als Gruppenführer im I. Zug/7. Kp des SS-Pol-Rgt. 3 in Amsterdam gemacht.
    Wenn Dir das vielleicht in einem anderen Zusammenhang weiterhilft, stelle ich diese gerne ein.

    Viele nachbarschaftliche Grüße
    Frank

  • Hallo Schutzmann ! Ich bin sehr interessiert in das SS-Pol.Regt.3 in Amsterdam. Bitte stellen Sie die weitere Ausfuhrungen ein. Vielleicht konnte ich Sie weiter behilflich sein mit der Kraftfahrstaffel.

  • Quote

    Original von Jonnydocker
    Hallo Schutzmann ! Ich bin sehr interessiert in das SS-Pol.Regt.3 in Amsterdam. Bitte stellen Sie die weitere Ausfuhrungen ein. Vielleicht konnte ich Sie weiter behilflich sein mit der Kraftfahrstaffel.

    Hallo Jonnydocker,
    vielen Dank für Deine Anfrage!

    Nach den Schilderungen meines Großvaters hatte ich seinerzeit ausgeführt:

    "(...)
    Ein weiterer auswärtiger Einsatz folgte für Zugwachtmeister Klein unmittelbar nach seiner Genesung. Diesmal führte ihn seine berufliche Verwendung zu einem Einsatz nach Amsterdam. So wurde er für rund 4 Wochen in das II. Bataillon des SS-Polizei-Regiment 3 (vormals PolBatl. 68) abgeordnet und mit Wirkung vom 2. März 1943 dorthin versetzt.
    Hier fungierte er als Gruppenführer im I. Zug der 7. Kompanie.

    Sein Aufgabenbereich (siehe Anmerkung 1) umfasste Wach- und Sicherungsaufgaben im Zusammenhang mit dem Aufbau der zivilen Verwaltung im besetzten Amsterdam, die Sicherung von deutschen Einrichtungen sowie die Aus- und Fortbildung der Polizeibeamten.
    Eine weitere Aufgabe bestand darin, die vor Ort eingesetzten niederländischen Polizeieinheiten bei ihren Einsätzen zu unterstützen und zu begleiten.
    Zum Hintergrund sei erwähnt, dass seit Mitte 1942 niederländischen Ortspolizisten in Amsterdam den Auftrag hatten, Bürgern jüdischen Glaubens Karten mit der Aufforderung zu übergeben, sich drei Tage später bei der Zentralstelle für jüdische Auswanderung zu melden. Dort sollte ihnen dann mitgeteilt werden, dass sie zum „Arbeiteinsatz im Osten“ aufgerufen seien. Ende August 1942, kaum einen Monat nach dem Beginn der Deportationen, sah sich die deutsche Polizeiführung jedoch einem großen Problem gegenüber: Die Juden kamen nicht mehr selbständig. Daraufhin musste Polizeigewalt angewendet werden, um sie aus ihren Häusern zu holen.

    Als Lösung diente das Angebot des Amsterdamer Polizeipräsidenten Tulp, ergänzend die Ortspolizei und das Polizeibataillon Amsterdam (siehe Anmerkung 2) für diese Arbeit einzusetzen. (Houwink ten Cate 2002, 114). Nun ordneten die zuständigen Behörden die Durchführung von Razzien an. Die Beamten mussten jetzt die „Aufrufe zum Arbeitseinsatz“ persönlich übergeben und die betroffenen Juden direkt aus ihrer Wohnung mitnehmen. Lediglich die Zeit zum Packen eines Koffers durfte ihnen noch gegeben werden.

    Die Juden aus Amsterdam wurden nach Angaben des Zeitzeugen zunächst im Innenhof der Hollandse Schouwburg, einem Theater, gesammelt. Mit einer Handbewegung wurde dort entschieden, wer nach Westerbork (und dann eventuell weiter in die Vernichtungslager) geschickt wurde und wer wenigstens vorläufig noch das Glück hatte, in Amsterdam bleiben zu dürfen. Von der Schouwburg wurden die Juden anschließend durch andere Kräfte zum Hauptbahnhof und von dort aus per Zug nach Westerbork gebracht.

    Die Teilnahme und Durchführung dieser Maßnahmen war nach Schilderungen des Zeitzeugen ausgesprochen belastend und daher bei ihm und seinen Beamten sehr unbeliebt. So erinnert der Zeitzeuge auch zahlreiche verbale und teilweise handgreifliche Auseinandersetzungen mit den niederländischen Polizeikräften im Hinblick auf die Durchführung der Maßnahmen, die er ursächlich auf das rohe und unmenschliche Verhalten der Niederländer zurückführt.

    Ein weiteres prägendes Erlebnis schilderte der Zeitzeuge Klein dergestalt, dass am Abend des 20. Juli 1944 das gesamte Bataillon in den frühen Abendstunden antreten und anschließend als „Zeichen, dass Hitler noch lebt“, stundenlang singend durch die Straßen Amsterdams marschieren musste. Die Bevölkerung Amsterdams sei durch diese „Machtdemonstration“ stark eingeschüchtert und das Verhältnis zwischen Niederländern und Deutschen noch weiter belastet worden. (...)"

    Anmerkung 1:
    Auszug aus der Polizei-Dienstvorschrift PDV 41: "Vorschrift für die Führung und Verwendung der Polizeitruppe":
    „(…) Im Kriege fallen der Ordnungspolizei neben ihren erweiterten Aufgaben im Heimatkriegsgebiet besondere Aufgaben im Operationsgebiet, in den rückwärtigen Kriegsgebieten und in den besetzten Feindgebieten zu. Ihre vornehmste Aufgabe ist hierbei die Befriedung und Sicherung der von der Wehrmacht errungenen und in die Reichshoheit übernommenen Gebiete. (…) Die Ordnungspolizei ist neben der Wehrmacht und Waffen-SS waffentragender Repräsentant des Staates. Ihr obliegt gemeinsam mit der Sicherheitspolizei und der Waffen-SS die Wahrung und Sicherung des inneren Bestandes des Reiches, insbesondere Verhinderung und Bekämpfung gewaltsamer Rechtsverletzungen, der Schutz des Staates und seiner Einrichtungen, sowie Verhütung und Abwehr von Angriffen gegen die Volksgemeinschaft, den Volksgenossen und dessen Rechtsgüter. (…)“.

    Anmerkung 2:
    Bei dem niederländischen Polizeibataillon Amsterdam handelt es sich um eine Sondereinheit, die vor allem aus NSB-Mitgliedern (NSB war das niederländische Pendant zur NSDAP und wurde von Anton Adriaan Mussert und Cornelis van Geelkerken am 13.12.1931 in Utrecht gegründet) bestand und seit Mitte August dem Kommandeur des Bataillons der deutschen Ordnungspolizei in Amsterdam unterstellt war. (Guus Meershoek 1999, 224f)

    Ich hoffe, dass ich ein wenig helfen konnte und verbleibe mit nachbarschaftlichen Grüßen aus Köln
    Frank

  • Hallo

    Quote

    Original von Jonnydocker
    Anhangend das Stabsgebaude und Unterkunft II/Pol.Regt.3 in Amsterdam; das Kolonial-Museum.

    Hier noch weitere Bilder vom Stabsgebäude (Kolonial-Museum) des II./Polizei-Regiment 3 (ehemals Pol.Btl. 68) in Amsterdam.

    Quelle: ebay

    Grüsse Daniel