Suche nach Feldwebel im II./FJR 2

  • Hallo,


    mein Großvater war FschJg im II./FJR 2. Sein Name war Johann Emil (Rufname Hans) Klicker. Auf seinem Hochzeitsfoto vom November 1941 erkennt man den Dienstgrad Feldwebel und als Heimatanschrift ist im Stammbuch 'Tangermünde' eingetragen. Außerdem sind einige Briefe (datiert nach Kriegsende) erhalten mit den Absendern (OLt) Flöter, sowie (Hptm) Kirsten. Nach bisheriger Recherche vermute ich daher, dass er in der 8. Kompanie des Bataillons eingesetzt war. Eine Anfrage bei der WASt habe ich schon vor Monaten gestellt, allerdings bisher leider noch ohne Rückmeldung.


    Da mich seit geraumer Zeit das Recherchefieber gepackt hat, und ich nicht warten möchte, bis die WASt sich meldet, hoffe ich durch das Forum an weitere Informationen, speziell über die 8. Kompanie, zu gelangen.


    Bei meinen Nachforschungen bin ich auf einen Umstand gestoßen, der mich etwas verwirrt hat. Wenn ich das richtig verstanden habe, bildete das FJR 2 die Basis für die '43 neu aufgestellte 2. FschJgDivision. Das I./FJR2 hatte '44 einen Kampfeinsatz auf LEROS, wo aber befand sich das II. zu diesem Zeitpunkt?


    Außerdem habe ich bezüglich Brest eine Frage. Laut Aussagen meines Vaters, ist mein Großvater (leider bereits verstorben 1978) im Ruhrkessel in Gefangenschaft gegangen. Allerdings erzählt mein Vater, dass er (mein Großvater) oft von Brest erzählt hätte. Passt das zusammen? Sind außer Teilen des I./FJR2 auch Teile des II./FJR2 aus Brest entkommen?


    Leider habe ich bisher nur Stellenbesetzungen der Bataillone und Kompanien auf Offiziersebene im Netz gefunden. Findet man auch Unterlagen zu Unteroffizieren und Mannschaften?


    Vielleicht kann mich ja jemand bei meinen Forschungen über die 8.Kompanie unterstützen, und darüber hinaus noch zusätzliche Informationen zum II./FJR 2 zur Verfügung stellen.


    Vielen Dank im Voraus


    Glück ab

    Edited once, last by HansK ().

  • Quote

    Original von HansK
    Laut Aussagen meines Vaters, ist mein Großvater (leider bereits verstorben 1978) im Ruhrkessel in Gefangenschaft gegangen. Allerdings erzählt mein Vater, dass er (mein Großvater) oft von Brest erzählt hätte. Passt das zusammen? Sind außer Teilen des I./FJR2 auch Teile des II./FJR2 aus Brest entkommen?


    Quote

    Original von HansK
    Leider habe ich bisher nur Stellenbesetzungen der Bataillone und Kompanien auf Offiziersebene im Netz gefunden.



    Hallo HansK,


    ein Auszug aus einem Buch zu den Fallschirmjäger-Einsätzen:


    Das Ende der 2. Fallschirmjäger-Division nach ihrer Neuaufstellung


    Anfang November 1944 wurde die in Brest in Gefangenschaft geratene 2. FJ-Division neu aufgestellt. Und zwar mit den Regimentern 2, 7 und 23. Das Regiment 23 trat an die Stelle des FJ-Regiments 6, das ja aus der Division herausgelöst worden war. Unter Führung von Generalleutnant Lackner und mit dem neuen Ia Najor Schröder verlegte der Divisions-Gefechtsstab am 6.Dezember nach Soesterberg bei Amersfoort.
    Nach mehreren kleinen Einsätzen einzelner bereits aufgestellter und aufgefüllter Einheiten nahm die Division an der Abwehrschlacht am Niederrhein teil. Hier kämpfte sie Schulter an Schulter mit den ebenfalls wieder eingesetzten FJ-Divisionen 7 und 8 (letztere unter Generalleutnant Erdmann). Bei Üdem-Goch, bei Xanten und im Brückenkopf Wesel standen die Fallschirmjäger in der letzten Phase des Kampfes im Westen ununterbrochen im Einsatz. Nach dem Rheinübergang stand die 2. FJ-Division im Raum Duisburg-Kaiserswerth. Bei Holten-Sterkrade, nördlich des Rhein-Herne-Kanals und bei Gelsenkirchen wurde Widerstand geleistet. Am 9.April verließ das FJ-Regiment 2 Gelsenkirchen, um die Stadt vor dem Artilleriefeuer und Luftbombardement der Amerikaner zu bewahren. Am 11.April zog es sich aus Essen und Mülheim und auch aus Witten zurück. Bei Volmarstein und im Raum Ratingen fanden die letzten Kämpfe statt, ehe am 16.April 1945 der Divisionsgefechtsstand in dem Gasthof "Kleine Kuh" in Niedersprockhövel südlich von Hattingen aufgelöst wurde. Wenig später wurde der aufgelöste Stab, der sich über Funk bei der Armee und bei der Heeresgruppe abgemeldet hatte, von US-Panzerkräften überrollt und geriet in Gefangenschaft.


    Quelle: Sturz in die Hölle von Franz Kurowski, Seite 396


    In den dort verzeichneten Stellenbesetzungen des FJR 2 tauchen weder ein Olt Flöter noch ein Hptm Kirsten auf.


    Gruß, J.H.


    Edit: Hier noch das Lexikon zum FJR 2:


    http://www.lexikon-der-wehrmac…mjagerregimenter/FJR2.htm

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

    Edited once, last by Johann Heinrich ().

  • Hallo zusammen,



    Quote

    In den dort verzeichneten Stellenbesetzungen des FJR 2 tauchen weder ein Olt Flöter noch ein Hptm Kirsten auf.


    in der Lw.Offz. Liste (Career Summaries - Luftwaffe Officers 1935 - 1945) taucht ein


    KIRSTEN, Herbert, geb. 20.02.16 auf
    1944-45 Hptm Kriegs-Offizier der LN-Truppe.
    Lt. der genannten Listen taucht Kirsten in
    einer Liste eine Fallschirm-Jäger-Einheit auf.
    Das ist für die Zeit und den Einsatzraum nicht ungewöhnlich.

    Gruss Dieter

  • Hallo zusammen,


    nach Kammann, Der Weg der 2. Fallschirmjägerdivision, war das "alte" I./FJR2 im November 1943 aus der 2. FJD ausgeschieden und hat das FJR 10 aufgestellt.
    Der Sprungeinsatz "Leros" fand am 12.11.1943 statt.


    Das "neue" I./FJR 2 wurde erste Ende Juli/August/September 1944 in Ahrbrück aufgestellt. Ahrbrück diente seinerzeit als Sammelstelle, für die nach Verwundung genesenden Rückkehrer zur 2. FJD, die diese in Brest nicht mehr erreichen konnten.
    Das I./FJR 2 wurde ab September in Holland eingesetzt.


    Der Rest der 2. FJD, darunter auch das II./FJR 2, ist ab Ende Juni 1944 in Brest aufgeschlagen und wurde dort Anfang August eingeschlossen.


    Es hätte daher ein sehr enges Zeitfenster bestanden, Brest zu erleben und die Stadt vor Ende August noch, aus welchen Gründen auch immer, zu verlassen.


    Kammans wirft für den Zeitraum 1943/44 "Aufstellung in Frankreich u. Einsatz in Italien + Einsatz in Südrussland" für die 8./FJR 2 einen Hauptmann Kirsten und einen Lt. Flöter aus; für den Einsatzzeitraum Frankreich 1944 nicht mehr.


    Grüße
    Sören

    Edited once, last by 34. ID ().

  • Hallo zusammen,


    Für den Einsatzzeitraum Frankreich 1944 wirft Kamman einen Hauptmann Kirsten (Adjutant FJR2 ab 7.1944) und einen Oberleutnant Flöter (Zugführer 7./FJR2).


    M.fr.grs.


    Hugo

    "Der große gewaltsame Durchbruch über einem Strom hinweg ist in neuerer Zeit durch die Fortschritte viel mehr erschwert als erleichtert und zu einem der schwierigsten Unternehmen der ganzen Kriegsführung geworden" - Gen. Krafft von Dellmensingen.

  • Quote

    Original von Hugo


    Für den Einsatzzeitraum Frankreich 1944 wirft Kamman einen Hauptmann Kirsten (Adjutant FJR2 ab 7.1944) und einen Oberleutnant Flöter (Zugführer 7./FJR2).


    Stimmt, jetzt habe ich sie auch gefunden;-).


    Grüße
    Sören

  • Hallo an alle, und vielen Dank für eure Antworten.
    Ich muss ehrlich sagen, dass ich dieses Forum wirklich sehr gut finde. Der Umgangston und der Aufwand, der zur Beantwortung der Fragen betrieben wird, sprechen wohl für sich. Das soll an dieser Stelle einmal gesagt sein (Gruß auch an die Moderatoren)!


    Einiges von dem, was ihr mir geschrieben habt, hatte ich auch schon herausgefunden. Dass die beiden Offiziere im FJR2 und zumindest zeitweise gemeinsam in der 8.Kp waren, war mir bekannt.
    Auch die Regimentsgeschichte des FJR2 im LdW. Allerdings ist mir dort ein Fehler (?) aufgefallen.


    Dort steht

    Quote

    Am 9. November 1943 war vor dem Einsatz "LEROS" zwischen General Barenthin , der kurzzeitig für den erkrankten General Ramcke die 2. Fsch.Jg.Div. führt, und dem Chef des Gen.Stabs XI. Fl.-Korps, Oberst Trettner, beschlossen worden, dass das I./Fsch.Jg.Rgt. 2 nach Beendigung des Auftrages "LEROS" der 2. Fsch.Jg.Div. nachzuführen sei, die in diesen Tagen zur Ostfront in den Raum Shitomir verlegte, nur mit den Regimentern 2 und 7. Die Division ging östlich Shitomir in Stellung zwischen dem 17. und 27. November 1943. Zuerst nahm sie an einer Aktion zur Reinigung der Wälder in der Nähe von Radomsyl teil, welche am 29. und 30. November 1943 in den Belka-Wäldern durchgeführt wurde. Am Abend des 1. Dezember haben die Fallschirmjäger ihre Stellung bezogen und unterstützen die 2. SS-Panzer-Division "Das Reich" in diesem Sektor. Als die Sowjets eine Offensive auf Shitomir starten nehmen die Männer des Regiments an den schweren Kämpfen zum Erhalt der Verteidigungslinie teil. Am 15. Dezember 1943 verlegt die Division im Lufttransport in die Gegend von Kirowgrad. Hier führt die Division sogar Gegenangriffe mit großem Erfolg durch. Ab dem 23. Dezember 1943 wird die Division aber in die Defensive gedrückt. Am 5. Januar 1944 erneuern die Russen ihre Angriffsbemühungen gegen die Division und die 11. Panzer-Division bei Nowrodka im Süden Rußlands. Die Linie, welche vom II. Bataillon gehalten wurde, konnte an einigen Stellen durch die Panzermassen der Russen durchbrochen werden. Die Regimenter mußten sich zurückziehen. Im Januar 1944 bildet das im Westen zurückgebliebene II. Bataillon das neue I. Bataillon des Fallschirmjäger-Regiment 10 und wird ersetzt. Während des Monats April wurde die Division zur Auffrischung herausgezogen, nachdem die Kampfkraft bei allen Einheiten stark abgesunken war.


    Das verstehe ich so, dass das II./FJR2 im Westen als Reserve, oder zwecks Auffrischung zurückgehalten wurde, und nicht (mehr) an der Ostfront eingesetzt wurde.
    Ich finde das macht aber irgendwie nicht viel Sinn.
    Das I./FJR2 kämpfte im Nov 43 noch auf Leros im Rahmen der Unternehmung Leopard.
    Zu der Zeit, wurden die restlichen Teile des Regiments 2, sowie Teile des Regiment 7 nach Russland verlegt. Es würde mich sehr wundern, wenn man das II./FJR2 dann im Westen gelassen hätte. Vom FJR2 wäre nicht mehr viel mehr übrig geblieben, als das Anfang 43 neu aufgestellte III.Bataillon. Ich glaube, dass es eher so ist, dass das II.+III./FJR2 nach Russland gingen, und dann das im Westen (nach dem Kampfeinsatz auf Leros) gebliebene I./FJR2 das neue FJR 10 gebildet hat.


    Das würde auch zur Antwort von 34. ID passen


    Quote

    nach Kammann, Der Weg der 2. Fallschirmjägerdivision, war das "alte" I./FJR2 im November 1943 aus der 2. FJD ausgeschieden und hat das FJR 10 aufgestellt. Der Sprungeinsatz "Leros" fand am 12.11.1943 statt.


    Die Bücher von Kammann liegen mir zwar leider nicht vor, allerdings habe ich schon einige Auszüge lesen können. Ich denke in diesem Fall ist diese Quelle die Richtige.


    Das II./FJR2 ging dann im Mai mit dem Rest der Division nach Brest. Wenn ich jetzt die Antwort von Hugo mit ins Spiel bringe


    Quote

    Für den Einsatzzeitraum Frankreich 1944 wirft Kamman einen Hauptmann Kirsten (Adjutant FJR2 ab 7.1944) und einen Oberleutnant Flöter (Zugführer 7./FJR2)


    und ich davon ausgehe, dass Opa, Flöter und Kirsten zusammen in einer Kompanie waren, und ich dann noch weiß, dass Opa erst im Ruhrkessel in Gefangenschaft gegangen ist, dann bedeutet das auch, dass zumindest ein kleiner Teil des Regiments oder sogar nur des Bataillons irgendwie aus Brest rausgekommen ist.
    Immerhin sind dort Ramcke, Pietzonka und noch 35.000 andere Kameraden in Gefangenschaft gegangen.
    Ich vermute, dass diese kleine Truppe, die es geschafft hat aus Brest rauszukommen, Anfang '44 wieder in die neu aufgestellte 2.FJD eingegliedert wurde.


    Weiß denn jemand ob KTB erhalten sind? Dort müsste sich doch nachlesen lassen, ob und wann Truppenteile aus Brest heraus verlegt wurden. Man muss sich das nur mal vorstellen. Wenn meine bisherigen Informationen zutreffen, heißt das, dass Teile des II./FJR2, über den Polenfeldzug, Fall Gelb, Korinth, Kreta, Rußland 41, 43, Brest und Ruhrkessel alles mitmachen mussten, dabei immer in der vordersten Kampflinie standen, und trotzdem irgendwie heil aus der Sache rausgekommen sind.


    Hat von euch vielleicht jemand noch Informationen über das II.Bataillon für den Zeitraum zwischen Kreta und Rußland '43?


    Und vielleicht nochmal die Frage, irgendwo müssen doch auch Mannschaften und Unteroffiziere erfasst sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Feldwebel, der von 1939 - April 1945 gekämpft hat, als Stabsfeldwebel in Gefangenschaft ging nirgendwo mal Erwähnung findet. Er war doch sicherlich als Zugführer eingesetzt. Wobei mein Großvater immer gesagt hat, dass er noch kurz vor Kriegsende zum Kriegsoffizier ernannt worden wäre. Die Ernennung ist aber wohl bei Kriegsende irgendwo untergegangen.


    Noch etwas zum Abschluß, es gab 1961-62 einen Kommandeur des Feldersatzbataillon 240, damals noch FschJgFErsBtl, einen OTL d.R. Kirsten. Könnte das Herbert Kirsten gewesen sein?


    Vielen Dank nochmal für eure Unterstützung,


    Grüße Hans

  • Hallo Hans,


    mein Großvater war von 1940 bis 1944 im FJR2 (erst 7., dann 10. Kp) und ich habe vor Jahren wohl so ziemlich ähnliche Nachforschungen angestellt wie du jetzt.


    Vorab nochmal die Frage was alles noch vorhanden ist von deinem Großvater? Sehe ich das richtig, dass du "nur" die Briefe und das Hochzeitsfoto hast?
    Bei dem Foto wäre mal noch interessant ob du ein Fallschirmschützenabzeichen erkennen kannst? Es könnte ja auch sein, dass dein Großvater erst später zur Fallschirmtruppe gekommen ist. (Dies hinsichtlich deiner Frage warum ein Feldwebl nicht in den Stellenbesetzungen auftaucht. Ein Feldwebel in der Fallschirmtruppe von 1941 sollte sicher später mal in den Listen auftauchen, aber natürlich gibt es da auch Ausnahmen).


    Die Namen Flöter und Kirsten tauchen bei mir in den Kp. 6, 7 und 8 auf. Kamann ist da leider nicht ganz eindeutig mit 1944. Oblt. Flöter steht im Buch zur 2. FJD als Kp. Chef der 7. drin, im Buch zum FJR2 steht Flöter aber in der 6. Kp. Alles ein wenig durcheinander, sieht jedenfalls stark nach II./FJR2 aus, welche Kompanie nun genau, läßt sich nicht so einfach sagen. Zwar war Kirsten die längste Zeit Kp. Chef der 8./FJR2, dass dein Großvater aber nun genau in dieser Kp. war, naja, das ist doch eher Spekulation (auch wenn einiges darauf hindeutet).


    Hier nun mal noch paar Sachen, die mir aufgefallen sind:
    - Heimatgarnison des II./FJR2 war 1940 Tangermünde.
    - Das FJR2 war 1943 bereits mal in der Bretagne stationiert.
    - Ich konnte in der Literatur keine Hinweise finden, dass Angehörige des FJR2 aus Brest rauskamen. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten. Verwundung, Krankheit, oder auch Heimaturlaub.
    - Flöter und Kirsten sind in Brest in Gefangenschaft geraten


    Das solls erstmal gewesen sein, du hast sicher weitere Fragen!
    Mich würde noch interessieren um was es in den Briefen aus der Nachrkiegszeit geht?


    daflocki007


    P.S. hast PN

  • Hallo daflocki007,


    vielen Dank für deine Antwort. Ich gebe dir natürlich Recht, dass alles noch rein spekulativ ist. Ich formuliere es mal so, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er sich irgendwo im Dunstkreis der 8. aufgehalten hat. Ich hoffe, dass die WASt Auskunft mir konkrete Daten zur Verfügung stellen kann. Ich habe leider nur 5 Fotos, die decken aber seine ganze Dienstzeit ab. Von der Grundausbildung, '41 Hochzeit und 44/45 (?) Gefangenschaft. Auf dem Hochzeitsfoto erkennt man, dass er das EK I auf der linken Brusttasche trägt, darunter rechts das Fallschirmschützenabzeichen, links daneben das Reichssportabzeichen. Außerdem steht in einem Stammbuch der Familie, dass er zum Zeitpunkt der Eheschließung '41 seinen Wohnsitz mit Tangermünde angegeben hat. Mehr Infos hab ich erst mal nicht, außer den Erinnerungen meines Vaters und vielleicht hat dieser ja auch was durcheinander gebracht mit dem Ruhrkessel. Ich habe aber irgendwo einmal gelesen, dass einige Truppenteile aus Brest rausgekommen sind. Ich kann mich leider nicht mehr daran erinnern wo ich's gelesen habe, aber die Information ist auf jeden Fall hängen geblieben. Dass Teile des II./FJR2 dabei waren, glaub ich eher auch nicht. Eine Verwundung kann ich jedenfalls ausschließen zu diesem Zeitpunkt. Und wenn du sagst, dass Flöter und Kirsten in Brest in Gefangenschaft gegangen sind, und ich eine Beziehung zwischen Opa und den beiden vermute, dann glaub ich an das Naheliegende.
    Die Briefe, 3 Stück, geben keine Infos her. In dem einen Brief gehts um Dackel (kein Witz), und die anderen beiden sind auch nicht viel spannender. Jedenfalls nichts, was irgendwie mit Militär zu tun hat.


    Danke auch für PN Infos! Werde ich auf jeden Fall wahrnehmen.


    Gruß Hans

  • Quote

    Original von HansK


    Ich habe aber irgendwo einmal gelesen, dass einige Truppenteile aus Brest rausgekommen sind. Ich kann mich leider nicht mehr daran erinnern wo ich's gelesen habe, aber die Information ist auf jeden Fall hängen geblieben. Dass Teile des II./FJR2 dabei waren, glaub ich eher auch nicht. Eine Verwundung kann ich jedenfalls ausschließen zu diesem Zeitpunkt. Und wenn du sagst, dass Flöter und Kirsten in Brest in Gefangenschaft gegangen sind, und ich eine Beziehung zwischen Opa und den beiden vermute, dann glaub ich an das Naheliegende.


    Hallo Hans,


    ich beschäftige mich gerade etwas intensiver mit der Bretagne 1944. Mein Großvater war bei der 343. ID und ist in St. Malo in Gefangenschaft geraten.
    Nach meinen bisherigen Erkenntnissen wurden keine Truppen mehr kurz vor knapp aus der Bretagne herausverlegt.


    Das III./FJR 7 wurden am 01.08.1944 nach Dinan verlegt und gingen dann in St. Malo in Gefangenschaft. Zuvor mußte das XXV. AK bei Hitler persönlich mehrfach die Verlegung anfragen.


    Nach Kammanns kämpfte das II./FJR 2 am 03.08. im Gebiet Chateauneuf, Carhaix und wid dann auf Brest zurückgenommen.
    Also theoretisch möglich, praktisch unwahrscheinlich, dass er aus Brest rechtzeitig herausverlegt wurde.
    Wenn er denn in Brest war, dann liegt wohl ein passender Urlaub in der Heimat als Erklärung näher.


    Bezüglich der NARA-Unterlagen des XXV. AK habe ich gerade eine Sammelbestellung laufen, an der Du Dich natürlich gerne beteiligen darfst!:)


    Grüße
    Sören

    Edited once, last by 34. ID ().

  • Hallo Hans,


    Kirsten und Flöter waren beide Kompanie chefs von die 6. Kompanie


    6./FJR 2
    Kp.chef Oblt Schirmer 1940
    Kp.chef Hptm Schirmer am 02-1942 bis 03-1942
    Kp.chef Oblt Kirsten ab 03-1942
    Kp.chef Oblt Lachner am 05-01-1944
    Kp.chef Oblt Hartmann von 07 bis 12-09-1944
    Kp.chef Oblt Flöter von 13- 09-1944


    Grüße
    Gerrie Franken

  • Hallo zusammen,


    die WASt lässt leider noch immer auf sich warten... Daher bin ich was den genauen militärischen Werdegang meines Großvaters angeht noch nicht sehr viel weiter gekommen.
    Allerdings hat am Wochenende ein Zufallsfund meine bisherige Vermutung bestätigt, dass er zumindest zeitweise seinen Dienst in der 8./FJR2 leistete.
    Grund dafür ist ein Buch (Die Eroberung Sibiriens) mit persönlicher Widmung. Leider kann ich nicht alles entziffern, und hoffe daher auf eure Hilfe.


    Zur Erinnerung an...
    ...1942
    8./ Fallschirm Jg Rgt 2


    IMG_151412.gif


    Vorab schonmal vielen Dank und Grüße,
    Hans

  • Hallo Hansk,


    der Anfang ist richtig.


    Zur Erinnerung an die
    Kriegs....
    Frankreich 1942


    8./ Fallschirm Jg Rgt 2


    Gruß
    albert64

  • Moin Hans,


    das Wort heißt Kriegsweihnacht


    Herzliche Grüße Jürgen

    Suche alles zum Bau-Pionier-Bataillon 119 ab 11/1943

  • Hallo Jürgen, Hallo Albert


    vielen Dank für eure Mithilfe. Ging ja ratzfatz. Auf Kriegsweihnacht wäre ich nie im Leben gekommen.


    Beste Grüße
    Hans

  • Hallo,


    na, das ist doch mal ein großer Fortschritt.
    Also war dein Großvater im Dezember 1942 in der 8./FJR2. Laut Kammann soll Kirsten ja ab 4/42 Kompaniechef gewesen sein, das passt also recht gut.
    Noch kurz zum Aufenthaltsort etwas. Nach dem EInsatz im Osten (Mius und Wolchow) verlegte das FJR 2 nach Deutschland (Hannover und Diepholz) zu Auffüllung. Anfang November 1942 verlegte das Regiment auf den Übungsplatz Mourmelon bei Reims. Dort war das Regiment an Weihnachten 1942.


    Bin mal gespannt wie lange die WASt noch braucht ;)


    daflocki007

  • Hallo zusammen,


    es ist soweit. Die WASt hat geantwortet. Es hat lange gedauert. Sehr lange sogar. Aber besser spät als nie.
    Wehrpass, Wehrstammbuch und Personalakte sind leider nicht mehr vorhanden. Statt dessen habe ich jetzt 15 Seiten ärztliche Gutachten von seiner Musterung bekommen. Auch mal ganz nett. Aus denen geht beispielsweise hervor, dass Großvater keiner Morphium oder Kokain Abhängigkeit zum Zeitpunkt der Musterung unterlag. Außerdem war er ein guter Langstreckenläufer und Schwimmer. Daher wahrscheinlich auch sein Ruhepuls von 52 Schlägen/Minute. Nach 10-maligem Besteigen eines Stuhles innnerhalb 30 Sekunden waren's 63 Schläge. Ganz schön fit der Opa.


    Aus den noch vorliegenden Unterlagen konnten folgende Daten ermittelt werden:


    1. Erkennungsmarke: -129- 2./M.G.Btl. 14
    2. Erkennungsmarke: -62867/234- (verschlüsselte Erkennungsmarke f.d. Personal fliegender Verbände)


    Truppenteile:

    • lt. Meldung vom 6.9.39 + 20.1.40 - 2./MG-Btl 14
    • ab 21.1.40 + 9.4.40 - 1./MG-Ersatz-Btl 14 (Krotoschin)
    • ab 10.4.40 - 4./MG-Kompanie Ersatz-Bataillon 80 (Hohensalza)
    • lt. Meldung vom 4.9.40 + 3.7.44 - 8./FJR 2 ( :) )

    Meine anfängliche Vermutung hat sich nun also bestätigt. Macht auch soweit Sinn. Ausbildung im MG-Btl und spätere Verwendung in der MG-Kompanie des II./FJR2


    Das eigentliche Eintrittsdatum ist leider nicht mehr vorhanden, allerdings ist der o.g. ärztliche Untersuchungsbogen auf Juli '39 datiert.


    Dienstgrade:

    • Juni 1941 - Feldwebel
    • 9.9.1943 - Stabsfeldwebel

    Dazu muss ich sagen, dass meine Großmutter sich immer geärgert hat, wenn es um den letzten Dienstgrad ihres Mannes ging. Er soll nämlich '44 noch zum Kriegsoffizier ernannt worden sein, was im Nachhinein ganz andere Rentenansprüche zur Folge gehabt hätte. Allerdings ist diese Beförderung nicht mehr erfasst worden. Meinen Großvater hat das '44 wahrscheinlich weniger gejuckt.


    Kriegsgefangenschaft:

    • Ort der Gefangennahme: Brest/Frankreich
    • Tag der Gefangennahme: 18.9.1944
    • letzter Truppenteil: 8.Kompanie Fallschirm-Panzer-Regiment 2


    Dieser Truppenteil sagt mir jetzt ehrlich gesagt gar nix. In den Monaten/Jahren des Wartens auf die WASt Auskunft habe ich auch einiges gelesen, aber ein Fallschirmpanzerregiment 2 ist mir nicht untergekommen. Ist das so korrekt, oder gehört das 'Panzer' da einfach nicht hin?


    Verwundung:

    • 20.6.41 Feldlazarett Fallschirm-Sanitätsabteilung XI. Fliegerkorps Chania/Kreta, Grund des Aufenthalts unbekannt
    • Abgang 5.7.41 zum Kriegslazarett 2/602 Elleniko, 11.7.41 dienstfähig zur Truppe
    • 7.11.41 Luftwaffenlazarett Braunschweig wegen Erkrankung, 11.11.41 dienstfähig zur Truppe
    • 4.1.42 Kriegslazarett 925 Alexandria, Erfrierungen 2.Grades, 15.1.42 dienstfähig zur Truppe
    • 20.2.42 Feldlazarett 673 Stalino wegen Erkrankung, 29.3.42 dienstfähig zur Truppe
    • 21.5.42 bei Lipowik, Infanteriegeschoss linke Schulter
    • 9.9.43 bei Chiesaccia bei Rom, Artilleriegeschoss-Splitter linker Oberarm

    Diese letzte Verwundung wäre ihm später fast noch zum Verhängnis geworden. Bei seiner Gefangennahme wurden alle Soldaten auf SS-Tätowierungen hin untersucht. Als man bei ihm die Narbe sah, gingen die Amerikaner davon aus, dass es sich bei ihm um einen Angehörigen der SS handele, der seine Tätowierung entfernt hätte und wollten ihn erschießen. Nur durch das Eingreifen seiner Kameraden konnte dies verhindert werden.


    Was ich auch noch weiß ist, dass ihn entweder bei der Mückenplage im Frühjahr 42, oder 43 in Italien irgendein Sauvieh gestochen hat, und er noch Jahre nach dem Krieg mit Fieberschüben zu kämpfen hatte.


    Daten zu Fronturlauben hat mir die WASt leider keine geschickt. Mein Vater ist jedoch im Oktober 43 auf die Welt gekommen, daher vermute ich jetzt einfach mal, dass Opa Anfang 43 Urlaub hatte


    Das war's. Wie bereits erwähnt, hatte ich ja schon einige Indizien, die auf seinen militärischen Werdegang hinwiesen. Dies jetzt schwarz auf weiß bestätigt zu sehen freut mich natürlich umso mehr. An dieser Stelle nochmals ein Dankeschön an alle, die mich bisher bei meinen Recherchen unterstützt haben. Natürlich auch an die Mitarbeiter der WASt. Ein besonderer Dank an daflocki007!


    Die gängige Literatur zu Opa's Einheit ist mir bekannt. Was mich natürlich brennend interessieren würde, sind KTB seiner Einheit.
    Womit ich auch noch so meine Schwierigkeiten habe, sind die entsprechenden NARA Unterlagen zu seiner Einheit. Vielleicht kann mir mal ein Experte mitteilen, in welchen Rollen ich da suchen muss und ob es da überhaupt Unterlagen gibt. Ich habe bereits versucht die entsprechenden Rollen zur 2. Fallschirmjäger Division oder zur 7. Fliegerdivision zu identifizieren, aber ich glaube da gibt's nicht viel zu holen.


    Zu guter Letzt


    Opa 39 1.jpg


    Mein Großvater im Jahr 1939


    Opa 44 1.jpg


    Mein Großvater 1944 (vermutlich um den 18.9.1944)


    Schade, dass ich nie die Gelegenheit hatte dich kennenzulernen!

    Edited once, last by HansK ().

  • Guten Abend Hans,


    hier mal die Orte in Italien der 2.FJD
    http://194.242.233.149/ortdb/ortdb.php?Suche=2 FJD&Seite=1&Suchbereich=alle&Modus=trunkiert&Zeilen=10
    und hier das 2.FJR
    http://194.242.233.149/ortdb/o…=10&submit=Daten+absenden
    Bei der Erkrankung mit der Fliege,dürfte es sich m.E. um das Wolhynische Fieber handeln,eine Malariaähnliche Erkrankung,viele Soldaten haben sich das in Russland geholt.


    Servus Eumex

    Edited once, last by Eumex ().

  • Hallo Eumex,


    ja, das passt. Mein Vater hatte mir erzählt, dass die Symptome auf Malaria hingedeutet hätten. Dieses kleine Indiz hat bei mir in der Folge für einige Verwirrung gesorgt. Malaria in Russland? Wenn schon dann höchstens in Italien. Oder aber in Afrika. Aber die 8./FJR2 war nie in Afrika...Vielleicht war er dann mit der Fallschirmjäger Brigade Ramcke in Afrika???
    Das wäre damit auch geklärt. Kein Malaria. Wolhynisches Fieber!


    Grüße

  • hallo hans, ich fand Deinen Entrag erst jetzt, hoffentlich bist Du noch im Forum, denn ich glaube, daß evtl. mein Opa auf dem Gruppenfoto ist, unten rechts. Er war auch im ll./2, wenn er auch laut Wast im März zur 9./2, also lll. Batl. und im Juni zur 5. FJD ging. Leider ist er zu verschwommen zu sehen, ich hätte gern das Foto in Original-Auflösung, beim Zoomen wirds nur unscharf.


    Ach und mein Opa war zur selben Zeit im selben Lazarett in Stalino (673,motoris.)auch wegen Erkrankung, ohne nähere Anagaben. Ich las im Buch über Erich Lepkowski (von Kurowski), dass jener- auch im ll./2- an Magen-Darm-Katharr mit Fieber erkrankte, der neben Erfrierungen und Läuseplage damals dort grassierte.


    Grüße von Kathrin,


    Falls Hans sich nicht meldet, wer kann helfen?