Leuthen-Bewegung März 1945

  • Moin und schönen Herrentag,


    kann mir jemand etwas über die Leuthen-Bewegung im März 1945 sagen. Insbesondere geht es mir dabei um das G.E.A. Bataillon 88. Laut LdW wurde dieses Bat. in der "Leuthen-Bewegung" im Rahmen des Gren-Ausb.-Reg. 519 mobil gemacht und bekam als Bereitstellungsraum Langenselboldt zugewiesen, wohin es im Fußmarsch verlegen sollte.


    Mein Vater war zu dieser Zeit im Bat.88 in Fulda. Er erzählte mir, dass das Bat. an die Ostfront verlegt wurde. Zu seinem Glück, war er zu dieser Zeit im Latzarett. Er erfuhr, dass das Bat. dort vernichtet wurde. Er selbst kam nach seinem Lazarettaufenthalt zur Uffz. Schule im hessischen Hundsrück und von dort zur Kampfgruppe 116 und wurde im Raum Gelnhausen eingesetzt.

    mfg
    Thomas

  • Hallo Thomas,


    unter dem Kennwort "Leuthen" versteht man den Einsatz von A.u.E.-Truppenteilen als Kampftruppen im März 1945.


    Der Grenadier-Ersatz-Bataillon in Fulda lag in der Konstantin-Kaserne am heutigen Galasiniring.


    Quote

    Er selbst kam nach seinem Lazarettaufenthalt zur Uffz. Schule im hessischen Hundsrück


    Wo liegt denn der?


    Grüße


    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Thilo,


    danke für Deine Anwort.


    Leider kann ich Dir keine weiteren Angaben zum Standort der Uffz-Schule geben. Mein Vater weis es leider auch nicht, welche Ortschaft in der Nähe liegt. Er spricht immer nur, "im Hundsrück". Er war auch nur 3 Tage dort und dann wurde die Schule an die Front verlegt. Zu seinen dortigen Vorgesetzten kann ich auch leider nichts sagen.

    mfg
    Thomas

  • Hallo Thilo und Thomas !


    Bei der Unteroffiziersschule müsste es sich um die HUS 9 gehandelt haben. Diese befand sich 1945 in Mengerskirchen,
    10 km NW Weilburg. Das liegt am Rand des Taunus, den man evtl. auch als den "hessischen Hunsrück" bezeichnen könnte ;) !


    Thomas :
    Die Kampfgruppe der HUS 9 müsste eine Stärke von 12 Offz., 522 Uffz. und 54 Mann. gehabt haben. [Quelle: NARA T78 R431]
    Mich würde sehr interessieren, ob es noch genauere Informationen zum Einsatzort Deines Vaters gibt.
    Auch jedes kleine Detail wäre sehr interessant :) !


    Beste Grüsse,


    Uwe

    Seltsam, die Infanterie ! Sie fährt nicht, sie reitet nicht und unser himmlischer Vater bewegt sie doch...

  • Hallo erstmal,


    nach Erzählung meines Vaters war er gerademal 3 Tage auf der Uffz-Schule. Von hieraus wurden sie bei Nacht und Nebel nach Gelnhausen (ostwärts Frankfurt am Main) gebracht. Dort kam er zu einer Kampfgruppe und die Kompanie wurde zur Brückensicherung eingeteilt.
    Als die Front näher kam, zogen sie sich zurück und er spricht davon, dass sie eingekesselt wurden. Sie zogen durch mehrere Ortschaften. Die Ortsnamen sind meinem Vater jedoch nicht mehr bekannt.
    Einen Tag nach seinem 18. Geburtstag kam er in Pfaffenhausen in Gefangenschaft.


    Ich habe seinen Werdegang von der WAST. Dort ist die Nummer der Kampfgruppe aufgeführt. Ich melde mich dann nochmal.

    mfg
    Thomas

    Edited once, last by Thomas123 ().

  • Hallo Thomas !


    Das wäre wirklich nett, wenn Du Dich nochmal mit den exakten Angaben aus der WASt-Auskunft melden würdest :) .
    Ich habe schon versucht mit der Angabe Gelnhausen etwas herauszufinden. Aber da kommen, je nach Karte die man benutzt,
    trotzdem noch eine ganze Reihe von Einheiten in Frage, die auch in verschiedene Richtungen abgedrängt wurden.
    Pfaffenhausen ist daher schonmal ein erster Hinweis. Danke !


    Beste Grüsse,


    Uwe

    Seltsam, die Infanterie ! Sie fährt nicht, sie reitet nicht und unser himmlischer Vater bewegt sie doch...

  • Hallo Uwe,


    also, mein Vater wurde in Fulda beim G.E.u.A.B. 88 ausgebildet, dort in der 2. Kompanie. Eingezogen wurde er am 17.10.44.
    Wie oben schon gesagt, wurde er dann zur Uffz.-Schule versetzt und kam dann nach 3 Tagen zur Front. Laut WAST-Auskunft gehörte er zur Kampfgruppe 116.
    Aus welchen Einheiten die Kampfgruppe zusammen gestellt war, ist nicht mehr bekannt.


    Ich vermute, dass die Kampfgruppe zur 9.Pz.Div. gehörte.


    Er wurde am 02.04.44 zum Gefreiten befördert. Ich bin zwar im Besitz seines Soldbuches, aber leider ist die Unterschrift darin nicht mehr leserlich.

    mfg
    Thomas

  • Quote

    Original von Thomas123
    Eingezogen wurde er am 17.10.44.
    Er wurde am 02.04.44 zum Gefreiten befördert. Ich bin zwar im Besitz seines Soldbuches, aber leider ist die Unterschrift darin nicht mehr leserlich.


    Hallo,
    mit den Daten kann etwas nicht stimmen. Sechs Monate vor der Einberufung schon Gefreiter?
    Ich würde das Soldbuch mit den entsprechenden Seiten hier einstellen.
    In Norwegen funktionierte die Wehrmacht noch einige Monate ziemlich normal weiter. Da wurden noch munter Eintragungen in die Wehrpässe eingetragen. In Soldbücher wohl eher weniger.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

    Edited once, last by Rainer ().

  • Hallo Rainer,


    Wer lesen kann, ist deutlich im Vorteil...und da bist Du im Vorteil :D.


    Natürlich war die Beförderung am 02.04.45.

    mfg
    Thomas

  • Quote

    Original von Rainer
    . . . In Norwegen funktionierte die Wehrmacht noch einige Monate ziemlich normal weiter. Da wurden noch munter Eintragungen in die Wehrpässe eingetragen. In Soldbücher wohl eher weniger . . .


    Hallo Rainer,


    woher hast Du denn diese Erkenntnis ?
    "Normalerweise" hatte der Eintrag im Soldbuch absoluten Vorrang, denn das war das Ausweispapier
    des Soldaten! Beförderungen u.ä. wurden zeitnah vermerkt (sonst wäre der Soldat u.U. mit "falschen" Dienstgradabzeichen herumgelaufen und hätte das nicht belegen können.).
    Die (gleichlautenden) Eintragungen im Wehrpass wurden immer dann nachvollzogen, wenn
    der Spieß (und sein Schreibstubenpersonal) dazu die Zeit hatte.


    Das galt immer und überall (nicht nur in NORWEGEN); aber man ist immer wieder erstaunt
    wie der militärische Bürokratismus bis in die letzten Kriegstage noch funktionierte.


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)


  • Hallo,
    in Norwegen funktionierte die Wehrmachtnach der Kapitulation noch einige Monate normal weiter. Offiziere konnten ihre Privatpistolen behalten, etc. In dem aus der Familie stammenden Soldbuch ist eine Eintragung(Verleihung Lapplandschild), im Wehrpass sind mindestens vier, mit und ohne Dienstsiegel.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo in die Runde,


    Ich vermute, dass die Kampfgruppe zur 9.Pz.Div. gehörte.


    Die Masse der 9. PzDiv geriet nordwestlich von Mengerskirchen in der Ruhrkessel ... glaube hier nicht an den gemachten Zusammenhang.


    Die Uffz Schule Mengerskirchen war auf mehrere Ortschaften um Mengerskirchen verteilt, meine da mal was in der Ortschronik von Nenderoth gelesen zu haben.


    Falls nach 5 Jahren noch von Interesse, schaue ich gerne mal nach.



    Grüße


    Claudio

  • Hi
    Ich möchte nur darauf hinweisen das Reste der 9. und 116.Pz.Div. im April 1945 auch im Harz zu finden waren.
    Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Hallo Thomas 123!
    Wahrscheinlich werden deine Fragen mit meinen Antworten nicht richtig beantwortet,
    vielleicht kann ich dir aber ein paar Anhaltspunkte für die weiter Recherche geben.


    Hier erstmal einen kurzen link zum "Hessischen Hunsrück", also zum Kellerwald:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Hunsr%C3%BCck_(Kellerwald)


    Langenselbold, so die richtige Schreibweise, ist ja ziemlich bekannt.
    ... und nicht ganz so weit entfernt befindet sich der "Büdinger Wald".
    Hier sollte man mal unter der 6. SS-Gebirgsdiv. Nord googlen.
    Die waren noch eine ganze Zeit lang dort aktiv.
    Ansonsten zogen sich viele Einheiten über den Vogelsberg bis in den Thüringer Wald zurück.
    Diesem "Rückzug" schlossen sich auch viele Parteibonzen an.


    Herzliche Grüße,
    Dirk