22. Infanteriedivision Kreta

  • Hallo!
    Im Rahmen der Ahnenforschung verfolge ich die Spuren meines Onkels Max Wagener. Er war als Schirrmeister in der 22. ID bei Rethymnon stationiert.
    Auf dem Rückzug durch Jugoslawien muss er Titos Partisanen in die Hände gefallen sein. Er gilt als vermisst. Letztes Lebenszeichen aus Kroatien (15. März 1945).
    Wer weiß, um welche Einheit es sich bei diesem Foto handelt (Aufklärungseinheit?) u. wann sie abgezogen wurde.
    Ich stelle ein weiteres Foto ein (1943). Mein Onkel als Torwart einer Fußballmannschaft. Weiß jemand mehr darüber? Ort? Datum? Einheiten?
    Grüße Ludwig

  • Hallo..
    hier ist das angekündigte Fußball-Foto. Es stammt vom Juni 1943.
    Soviel ich weiß, gab es Fußball-Meisterschaften der auf Kreta stationierten Einheiten. Mein Onkel trägt den Knieverband.
    Wer spielt hier wohl gegen wen...?

  • Hallo



    ich habe die beiden Themen der besseren Übersicht wegen zusammengelegt.

    mit freundlichen Grüssen


    Uli

  • Hallo Ludwig,


    Das Wappen mit dem Schlüssel auf dem ersten Photo zeigt dass es sich um die Beobachtungsabteilung 22 handelt. Sie war allerdings nur bis 28.10.1939 der 22.ID unterstellt, nach Kreta kam sie also nicht.
    Onkel Max wurde, nehme ich an, in eine andere Einheit der 22.ten Inf.Div. versetzt. Der Standort Rethymnon genügt nicht, da waren mehrere Truppen stationiert die auch oft den Ort wechselten. Man braucht mindenstens seine Fp.Nr. um weiter zu kommen.
    Fussbal wurde auf Kreta oft gespielt, von sportlichen Veranstaltungen wird in den Kriegstagebüchern der Division berichtet.


    Grüsse
    Byron

    Edited once, last by byron ().

  • Hallo Ludwig-


    also wenn das Wappen im Hintergrund zur Einheit auf dem Bild gehört (was ich mal ganz schwer annehme) handelt es sich m. E. um das Flakregiment 26. Das Wappen mit den rot-weißen Längsstreifen gehört erstmal zur 22. Infanteriedivision, wobei das Flakregiment zusätzlich den Schlüssel im Wappen trug ... Es kann aber sein, dass wie Byron schreibt (absoluter Experte für den Einsatz der 22. ID auf Kreta), es sich auch um die Beobachtungsabteilung handelte ... Wie gesagt ich wäre für das Flakregiment 26 ...


    Mein Opa kämpfte als Angehöriger des 744. PiBat. (Heerestruppenteil) mit dem 16. IR bzw. dem 47. IR vor Sewastopol 1941/1942.


    Zum Fußballspiel und den jeweiligen Mannschaften kann ich leider nichts sagen ...


    Mit harzl. Gruß
    Denys


    Hier findest du eine Menge zur 22. ID: http://www.historic.de/

    Suche Infos zum 744.PiBat. (41/42) der 25. PzDiv. (87. PzPiBat) (43/44) und 21. PzDiv (45), 62. ID bzw. 57.ID 41/42 (164 IR) sowie zur 168. (43) und 376. ID (44)

    Edited 3 times, last by Denys ().

  • Hallo zusammen,


    Flakregiment 26 würde ich ausschließen, da ich Soldaten des Heeres zu erkennen glaube.


    Das Gebäude ist typisch für Griechenland. Das Fenster über der Tür mit innen angebrachten Gitterstäben und die viereckigen Abflussrohre, die nur bis zur Mitte der Wand reichen. Soche Gebäude finder man auf Kreta heute noch. Somit würde die Beobachtungsabteilung 22 aber auch ausscheiden.


    Ich würde eher in Richtung Divisionsnachschubfüher tendieren.


    Guß Andreas

  • Hallo Andreas, ich musste ja lachen...


    also es ist wirklich nicht üblich dass die Abflussrohre auf Kreta bis zur Mitte der Erdgeschosswand reichen. Das macht man nur um Wasser zu sammeln und stellt ein Fass drunter. Sie wurden in diesem Fall, wie ersichtlich, weggenommen, Spuren sind ja erhalten geblieben. Und das Fenster über die Tür mit dem Gitter findet man auch woanders.
    Das Bild stammt nicht aus Kreta, sonst würde das Wappen mit dem Schlüssel nicht da stehen.


    Byron

  • Quote

    Original von Ludwig Stark
    Wer weiß, um welche Einheit es sich bei diesem Foto handelt (Aufklärungseinheit?) u. wann sie abgezogen wurde.


    Hallo Ludwig,


    vielleicht wendest Du Dich mit dem Gruppenbild mal an Thorsten Schnaars, er betreibt die Seite zur 22. Inf.-Div. und kann sicherlich helfen:


    http://www.historic.de/Home/home.html


    Liegen Dir schon ein militärischer Werdegang von der WASt und Informationen des Suchdienstes des DRK zu Deinem Onkel vor? Sind Dir seine Personenstammdaten (Geburtsdatum, -Ort usw.) bekannt?


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo zusammen ...


    Quote

    Original von byron
    Hallo Andreas, ich musste ja lachen...


    also es ist wirklich nicht üblich dass die Abflussrohre auf Kreta bis zur Mitte der Erdgeschosswand reichen. Das macht man nur um Wasser zu sammeln und stellt ein Fass drunter. Sie wurden in diesem Fall, wie ersichtlich, weggenommen, Spuren sind ja erhalten geblieben. (...)
    Das Bild stammt nicht aus Kreta, sonst würde das Wappen mit dem Schlüssel nicht da stehen.


    Byron


    Hallo Byron -
    jetzt mußte ich auch schmunzeln ... also m.E. handelt es sich um keine "Abflussrohre" (Fallrohre von Dachentwässerungen) ... das wäre die ersten Fallrohre in 4-eckiger Ausführung die ich so überhaupt schon mal gesehen habe. Hierbei handelt es sich vielmehr um einfache Metallummantelungen auf Fassaden in denen in der Regel elektr. Leitungen geführt worden (z. B. für Antennen, etc.). Das durch diese Rohre in aller Regel auch Wasser die Fassaden runterlief, bedeutet nicht das man da gleich Wasserfässer unterstellen konnte ...
    Ich würde das Bild durchaus einen südl. Einsatzraum Rumänien/Krim zuordnen - da ich noch nie auf Kreta war können wir ja mal deine Einschätzung so stehen lassen :D


    Mit harzl. Gruß
    Denys

    Suche Infos zum 744.PiBat. (41/42) der 25. PzDiv. (87. PzPiBat) (43/44) und 21. PzDiv (45), 62. ID bzw. 57.ID 41/42 (164 IR) sowie zur 168. (43) und 376. ID (44)

  • Grüss Dich Denis,


    Du täuscht Dich leider, es handelt sich um Wasser-Abflussrohre, die gab es überall in Griechenland und man kann sie bis heute bei alten Häusern antreffen.
    Die runden Rohre waren schon immer solider aber teurer, die jenigen mit einem rechteckigen Querschnit aus Weissblech, von kleinen Werkstätten hergestellt, um vieles Preisgünstiger und somit bevorzugt. Wegen meines Berufes habe ich eine genaue Kentniss der Bauelemente von früher und heute.


    Byron

  • Hallo Denys,


    und das Schmunzeln geht weiter. Rechteckige Kabelführungen für Stomleitungen und Antennen (Antennen wo für?), beidseitig der Haustür angeordnet, welche gleichzeitig noch deutlich sichtbar der Dachentwässerung dienten - alle Achtung für den technischen Fortschritt im damaligen Rumänien bzw. der Krim! Da ist mir die Erklärung von Byron doch wesentlich plausibler. Dem Wasser ist rechteckig oder runder Querschnitt ohnehin egal.


    Die bisher bekannten Fakten: ID 22/Bremer Schlüssel, Rethymnon/Kreta, Rückzug der Heeresgruppe E durch Jugoslawien/Partisanenkämpfe.... passen doch nahtlos zusammen. Jetzt müssen die Spezialisten der ID 22 n u r noch die unterstellte Einheit finden.


    Mfg L


    edit: Byron war schneller.

    Never let go!

    Edited once, last by Ludwig11 ().

  • Hallo Byron -


    dann nehm ich alles zurück =)


    Gruß
    Denys

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    Edited once, last by Denys ().

  • Kein Problem Denys,


    besuche mal Kreta, wer einmal da ist, vergisst es nie.


    Byron

    Files

    • Kreter.jpg

      (78.65 kB, downloaded 411 times, last: )

    Edited once, last by byron ().

  • Quote

    Original von byron
    Du täuscht Dich leider, es handelt sich um Wasser-Abflussrohre, die gab es überall in Griechenland und man kann sie bis heute bei alten Häusern antreffen.
    Die runden Rohre waren schon immer solider aber teurer, die jenigen mit einem rechteckigen Querschnit aus Weissblech, von kleinen Werkstätten hergestellt, um vieles Preisgünstiger und somit bevorzugt.


    Hallo,
    viereckige Wasserabflussrohre gibt es auch in Belgien, sei es neu oder auch alt. An der Basilika in Brüssel wurden bis in eine Höhe von 12 Metern vor ein paar Jahren die viereckigen Kupferfallrohre entwendet.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo Rainer,


    Ich glaube dass viereckige Querschnitte auch in anderen Ländern verwendet wurden und werden, die passen sich auch praktisch an der Wand.
    Das Kupferstehlen nimmt leider auch in unserem Land zu, hoher Preis und Armut sind die Gründe.


    Byron

  • Hallo Byron,
    kleiner Exkurs: in Belgien werden fast täglich Signalkabel der Eisenbahn geklaut, es gibt dann muntere Verspätungen. Es kam auch schon vor, dass Kabeldiebe das Klauen mit dem Leben bezahlten, da sie mit falschem Werkzeug das "falsche" Kabel durchschneiden wollten.
    In Deutschland wird Kabelklau auch immer beliebter.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Lieber byron und die anderen!
    Zunächst vielen Dank für die Ratschläge und Ideen bzgl. der Einheit u. des Stationierungsortes meines Onkels. Ich stelle noch weitere Fotos ins Netz, die belegen, dass er um Rhetymnon stationiert war. Vermutlich bei der Beobachtungsabteilung der 22.ID:
    eine Aufnahme des Ida-Gebirges aus der Gegend um Rhethymnon, eine Art "Wachablösung", eine Badeszene mit Kameraden am Meer sowie den "Heldenfriedhof von Rhethymnon" (so auf der Rückseite betitelt).
    Ich hoffe, ich bekomme die Fotos in den Blog. Das letzte Lebenszeichen von Max Wagener ist ein Brief vom 15.3.1945 aus Kroatien (Ort unbek.) Vermutlich fiel er Titos Partisanen in die Hände.

  • Die Fotos meines Beitrags vom 24.4. müssen noch erklärt werden:
    links: Blick auf das Ida-Gebirge auf Kreta vom Standort Rhetymnon aus (Beobachtungsabteilung desr 22.ID)
    mitte: "Wachablösung"; links der Spieß, rechts mein vermisster Onkel Max Wagener (Schirrmeister)
    rechts: Kameraden am Meer (links Max Wagener, die übrigen unbekannt)
    Alle Aufnahmen von 1943

  • Hallo Johann Heinrich,
    danke für die Tipps. Die Wast ist bereits angeschrieben.
    Gruß Ludwig
    Inschrift im Kreuz auf obigem Foto übrigens:
    I. Fallschirmjägerregiment 2
    20-30
    Mai 1941