Sturz aus 5500 Metern und überlebt - der Fall Alkemade

  • Hallo zusammen !


    In einem alte, vor kurzem geschenkt bekommenen Buches namens "Geheime Kommandosache" habe ich ab Seite 326 eine unglaubliche Geschichte gelesen.


    Und zwar handelt es sich um den Sturz von Nicholas S. Alkemade aus 5500 Meter Höhe, welchen dieser überlebte !
    Flight Sergeant Alkemade war Heckschütze der Lancaster DS664 (115. Squadron RAF), welche bei einem Feindflug in der Nacht vom 23./24.03.1944 auf Berlin bei Schmallenberg durch eine deutsche Ju 88 in Brand geschossen wurde.
    Der Pilot welcher die Maschine nicht mehr lange halten konnte, gab der Besatung den Befehl auszusteigen.
    Als Alkemade nach seinem in einem anderen Abteil liegenden Fallschirm greifen wollte, bemerkte dieser, dass sein Schirm bereits brannte.
    Da er in dieser Situation den Tod durch den Sturz in die Tiefe vor dem Verbrennen vorzog, drehte er seinen Waffenstand und ließ sich rücklings heraus fallen.
    Als er hinab sah und unter seinen Füßen die Sterne sah, dachte er sich noch, "muß mit dem Kopf nach unten fallen" und verlor dabei wahrscheinlich das Bewußtsein.


    Nachdem er wieder zu sich kam, bemerkte er über sich eine Lücke in dichtem Fichtengezweig.
    Außerdem hatte er den Anschein, dass er in einem hohen, mit Schnee dick zugedeckten Wall von Gesträuch lag.
    Ihm war bitter kalt, seine Schläfen hämmerten und sein Rücken schmerzte fürchterlich.


    Alkemade wurde anschließend von der deutschen Bevölkerung gefunden, gefangen genommen und in ein Lazarett verbracht.
    Dort wurde er gefragt, wo sein Fallschirm abgebliegen war, aber die Antwort, dass er keinen getragen hatte, wurde ihm nicht geglaubt.
    Nach 3 Wochen wurde Alkemade in das Stalag Luft bei Frankfurt überführt und erneut über den fehlenden Fallschirm befragt.


    Nachdem dieser angab, dass er noch in der abgestürzten Maschine liegen muß und dessen Position darin beschrieb, sowie darauf hinwieß, dass sein Gurtzeug unbenutzt war, glaubte man ihm zunächst und fand später dann auch die Reste seines Schirmes im Wrack seiner Maschine.
    Diese war ca. 20 Kilometer an seinem Auffindeort aufgeschlagen und in den Trümmern konnten vier tote Besatzungsmitglieder gefunden werden.
    Lediglich der Navigator und der Funker hatten mit ihm den Absturz noch überlebt.


    Die Deutschen machten ihr Ermittlungsergebis in dem Lager vor der gesamten Belegschaft kund, sodaß Alkemade anschließend mit Glückwünschen und Geschenken überhäuft wurde.


    Zudem erhielt er ein Schriftstück mit folgendem, gekürzten Inhalt:


    "Dulag, Luft 25.04.1944
    Die deutsche Dienststellen haben die Angaben des Sgt. Algemade, RAF Stammrollennummer 1431 537 überprüft und bestätigen, dass sie in allen Punkten den Tatsachen entsprechen, nämlich: dass er aus 5500 Meter Höhe ohne Fallschirm abgesprungen und ihne erste Verletzungen auf dem Boden angelangt ist.
    Sein Fallschrimpaket hatte in Flugzeug Feuer gefangen, Alkemade ist zwischen Fichten in tiefem Schnee geladnet.
    Diese Bestätigung wird unterschriftlich beglaubigt durch Hptm. H.J. Moore, dienstältester britischer Offizeier, F.Sgt. R.R. Lamb und F.S.gt. T.A. Jones."


    Alkemade arbeitete nach dem Krieg in der chemischen Industrie und verstarb am 22.06.1987.


    Was haltet Ihr von diesem Bericht ?
    Gab es in der (militärischen) Luftfahrt noch mehr solcher Leute, die Stürze aus enormer Höhe überlebten ?
    Alkemade gab an, die Ju 88 in die Backbordmaschine getroffen zu haben, welche ebenfalls zu brennen / rauchen begann, sodaß der Nachtjäger seinen Angriff abbrach.
    Ist vielleicht die Einheit oder der Name der Besatzung bekannt ?
    Oder gibt es vielleicht noch andere, tiefgehendere Berichte über diesen Sonderfall ?


    Würde mich sehr über Eure Beiträge freuen.


    Rheinmetall


    Hier die Quelle von Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Nicholas_Alkemade

    "Die Sehnsucht nach der Heimat wächst mit dem Quadrat der Entfernung."
    (In Memorie of Jürgen Oesten † 05.08.2010)

  • Hallo Rheinmetall,


    Ein Fall aus dem zivilen Bereich wurde publiziert.
    Soweit mir bekannt, überlebte eine tschechische Stewardess den Absturz ihrer Passagiermaschine in den 60er oder 70 Jahren aus einer Höhe von 10 000m, indem sie ohnmächtig, sich in dem etwas langsamer der Erde entgegen trudelnden Heckteil der Maschine befand.


    MfG Ludwig

    Never let go!

  • Hallo Leute,


    mal ein bisschen Nachrechnen: Die Grenzfallgeschwindigkeit (nach ca. 7 sek. freiem Fall nimmt die Geschwindigkeit nicht mehr zu) liegt bei idealem, bremsendem Fall (typische Fallschirmsprunghaltung) bei ca. 200 km /h - bei dem schlechtest möglichen Fall (senkrecht, Beine/Arme angewinkelt) bei ca. 500 km/h.


    WENN og. Person nun, wie beschrieben, mit dem Kopf voran oder chaotisch verwirbelt gefallen ist - so kann man einen Durchschnittswert von ca. 350 km/h ansetzten.


    Bei einem Aufprall mit 350 km/h reichen aber ein paar Meter Schnee und ein paar Baumzweige sicherlich nicht aus um "unbeschadet" aufzutreffen.


    Gruß

  • Hallo,
    in den siebziger Jahren überlebte ein finnischer Fallschirmspringer den Sturz aus etwa 1000 Metern, er fiel auf einen grossen Heuhaufen, Fuss verstaucht war alles. Ich glaube, in Readers Digest war in den fünfziger Jahren ein Bericht zu einem amerikanischen Jagdflieger, der auch ohne Fallschirm im Pazifik aussteigen musste. Er überlebte mit zahlreichen Lnochenbrüchen.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo
    Theoretisch ist das Überleben eines Sturzes aus solchen Höhen natürlich unmöglich.Ausnahmen sind aber wohl möglich,hier noch eine:
    September 1942 bei Murmansk,Major Sergej Georgijewitsch Kursenkow,Ausstieg aus nach Flaktreffer brennender Maschine.Nach 2000m freiem Fall zerriß der beschädigte Fallschirm beim Öffnen.Der Pilot schlug auf einem steilen Abhang auf und rutschte diesen vom Schnee abgebremst,hinunter.Neben Splitterverletzungen hatte er ein Trauma der Inneren Organe.Entgegen der Voraussage der Ärzte hat er überlebt,blieb aber fluguntauglich.
    mfg karat

  • Hallo,
    da fällt mir noch so ein Fall ein, geschehen Anfang der sechziger Jahre an der LL/LTS: Hauptschirm Fahne, Reserveschirm Fahne, Aufschlag im Sumpf und mit x Knochenbrüchen überlebt.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo Zusammen;


    Es hat einige Fälle gegeben die einen solchen Fall überlebt haben sollen, aber ich vermute in diesem Fall waren es keine 5500m. Der wäre wie bereits oben im Thread beschrieben viel zu schnell gewesen.
    Mich wundern auch etwas die Höhenangaben: Für US/Engl.-Flieger sind Höhenangaben in Meter ungewöhnlich, daher tippe ich auf eher 5500 Fuß, das sind dann 1650 Meter. Desweiteren dürfte sich die Höhenangabe auf NN bezgen haben und nicht auf über Grund. Schmallenberg liegt zwischen 400-700m über NN. Damit wäre das dann ein Fall aus 950 bis 1250m Höhe.
    Das klingt für mich plausibler.
    Da dort auch immer ziemliche Schneehöhen u.a. durch Verwehungen vorliegen, könnte man das ggf. überleben.


    Ausprobieren möchte ich das aber nicht !


    Viele Grüße
    G.