Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe

  • Guten Tag,
    im Anhang ein Nachweis (Quelle : BArchB) für den 3.2.1939 :


    "Das Ahnenerbe
    Abt. für mittlere und neuere Geschichte


    Reichsgeschäftsführer SS-Stubaf. Sievers


    Dienststelle : Berlin-Dahlem, Pücklerstraße 16"


    siehe auch : https://de.wikipedia.org/wiki/…chaft_Deutsches_Ahnenerbe
    und zu Wolfram Sievers : https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfram_Sievers


    Beste Grüße, westermann

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    • Ahnenerbe1.jpg

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    Gruß, westermann

  • Guten Tag,
    in einer SS-Führer-Akte fanden sich zufällig ganz interessante Hinweise zum Ahnenerbe, welche ich hier dokumentieren möchte (Quelle: BArchB). Aber zuerst einmal Angaben zur Person des betreffenden SS-Führers :


    Herbert Menz (siehe auch hier zur Person : http://books.google.de/books?id=_eKFGOdrH0IC&pg=PA63&lpg=PA63&dq=%22herbert+menz%22+ss&source=bl&ots=IZThYpK6UO&sig=2I1L2nP-wu2jGTc7l_dTN-aGjKM&hl=de&sa=X&ei=LxtBU_m5JcertAalrIDoCw&ved=0CEMQ6AEwBA#v=onepage&q=%22herbert menz%22 ss&f=false )
    geb. 4.5.1905 in Marienwerder/Westpreußen
    Vater :
    Kreisbürodirektor
    Ausbildung :
    1911-1924 Vorschule
    Gymnasium bis Abitur
    Studium der Rechtswissenschaft und Volkswissenschaft in München, Freiburg, Königsberg, Breslau
    Beruf :
    Schriftleiter
    Tätigkeiten :
    Oktober 1931 Beendigung Studium nach nicht bestandenem Referendarexamen;
    danach freier Mitarbeiter bei der „Ostpreußischen Zeitung“ in Königsberg;
    Mai 1932-Mai 1933 in Breslau als Schrift-und Werbeleiter bei der „Deutschen Reihe“
    1932 Geschäftsführer „Kampfbund für deutsche Kultur“, „Bund deutscher Osten“ und „Schlesische Gesellschaft für deutsche Kultur“
    1934-1936 bei SS-Oberabschnitt Südost in Breslau als Abteilungsleiter
    1936 : beim SD in Breslau
    Februar 1936 : Kommandierung zu SD-Hauptamt z.b.V. Stabskanzlei Berlin
    1.4.1936 : Referent bei der Reichsschrifttumskammer (Überwachung des Buchmarktes und der Büchereien); Adjutant von SS-Oberführer Hanns Johst, dem Präsidenten der Reichsschrifttumskammer
    1.3.1938 : Mitarbeiter in der Reichsgeschäftsführung des Ahnenerbe-Stiftung-Verlages
    15.5.1938 : Führer im persönlichen Stab RFSS
    11.1938 : Werbeleiter bei der SS-Porzellanmanufaktur Allach
    9.11.1941 : Führer im persönlichen Stab RFSS
    Wohnanschriften :
    Breslau 5, Zimmerstraße 21, (1934)
    Berlin W30, Viktoria-Luise-Platz 4
    Berlin W35, Woyrisch Str. 31 II (1936)
    Berlin-Charlottenburg 4, Wilmersdorferstr. 92
    Salzburg, Franziskanergasse 2 (1938)
    Mitgliedschaften :
    NSDAP.-Nr. 1.414.045 (1.8.1932)
    SS-Nr. 188.037(1.6.1933)
    SS-Dienstgrad :
    SS-Hscha. (2.1936)
    SS-Ustuf. (20.4.1936)
    SS-Ostuf. (13.9.1936)
    SS-Hstuf. (30.1.1939)
    SS-Stubaf. (9.11.1941)
    Religion :
    evangelisch
    Ehefrau :
    Gräfin zu Pfeil und Klein-Ellguth; Vater war ein Onkel von Udo v. Woyrsch
    Bürgen der Ehefrau :
    Udo v. Woyrsch : http://www.forum-der-wehrmacht…?postID=305345#post305345 ; http://de.wikipedia.org/wiki/Udo_von_Woyrsch
    Josef Schönwälder, MdR. : http://www.forum-der-wehrmacht…?postID=321493#post321493 ; http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Sch%C3%B6nw%C3%A4lder


    An Dokumenten finden sich :


    a) Schreiben vom Ahnenerbe an RSK ca. 1938 zum Thema Welteislehre : Anschrift Ahnenerbe e.V. – Berlin O 27, Raupachstr.9; es war intern bekannt, daß die WEL u.a. von Hitler, Himmler, Göring, Schirach „stark beachtet wird“; Dr. Scultetus als Lektor zum Thema


    b) Schreiben von Menz an Wolfram Sievers ( http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfram_Sievers ) aus Salzburg v. 17.5.1938 (schlechte Qualität, deswegen nicht im Anhang) : in Leipzig Gespräche mit Hr. Tulke, dem Vorsteher des Deutschen Börsenvereines zwecks Aufnahme des Ahnenerbe-Stiftung Verlages in die Reichsschrifttumskammer; in Verlegerkreisen wird der Verlag mit Skepsis betrachtet; Burg Ranna (bzw. Oberranna in der Wachau) : evtl. Einzug der Ehefrauen Menz und Sievers in Burg Ranna; Verwendung eines PkW Steyr-Wagen 9303 aus dem Besitz von Laurent Deglise


    c) Antwortschreiben von Sievers an Menz vom 20.5.1938 : Verwendung der Burg Ranna für das Ahnenerbe noch unklar;


    d) Schreiben Menz an Sievers vom 27.6.1938 (Qualität schlecht, deswegen nicht im Anhang) : „Die Klopstockgesellschaft ist ein ganz reaktionärer Verein.“; Menz will am 1.7.1938 wieder nach Berlin zurück;


    e) Schreiben Sievers an Menz vom 27.6.1938 : Sievers will am 12.7./13.7. nach Salzburg; am 4.7.1938 Übernahme des Nordland-Verlages Magdeburg durch das Ahnenerbe


    Hier weitere Informationen zu : Burg Ranna und Laurent Deleglise : http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Oberranna ; http://www.burg-oberranna.at/


    Über Anmerkungen und Ergänzungen würde ich mich sehr freuen. Wurde Ranna vom Ahnenerbe genutzt ?

  • Servus,
    im Anhang ein Dokument zum Themenbereich "Ahnenerbe" (Quelle: BArchB). Hierbei handelt es sich um ein Schreiben von Dr. Hans Brand an Wolfram Sievers. Die "Forschungsstätte für Karst-und Höhlenforschung" in Pottenstein war vermutlich in der Forschungsgemeinschaft Ahnenerbe organisiert. Hier wurde die Thematik der Erforschung von Höhlen im Deutschen Reich bereits von Peter erwähnt : klick.

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    Gruß, westermann

  • Servus Westermann,


    jedenfalls wird bei Kater die Burg Ranna mit keinem Wort erwähnt.
    Auf Seite 83.f habe ich aber etwas interessantes entdeckt, das mit der Fragestellung in einem direkten zusammenhang stehen dürfte :

    Quote

    Doch wieder wurde die ganze Planung des "Ahnenerbes", diesmal für den Bereich Ostmark, aus finanziellen Gründen erschüttert.
    Noch im Mai stand Himmler für die Errichtung der neuen "Außenstelle Südost" ein Betrag von 250.000 RM zur Verfügung, der vermutlich aus dem Vermögen des aufzulösenden "Salzburger Universitätsvereins" herrührte.
    Im Juli hieß es, das "Ahnenerbe" habe den Betrag laut einer "persönlichen und deshalb nicht zu erörternden Entscheidung des Führers" wieder abgeben müssen - und zwar auf Kardinal Innitzers Intervention hin an die katholischen instanzen Salzburgs.


    Sievers_an_Menz_1.jpgSievers_an_Menz_2.jpg



    In Verbindung mit den beiden Schreiben von Sievers an Menz kann man m.E. davon ausgehen, dass es zu keine Übernahme der Burg Ranna durch das "Ahnenerbe".
    Die "persönlichen und deshalb nicht zu erörternden Entscheidung des Führers" dürfte wohl in direktem Zuammenhang mit der Rolle Innitzers bei der Volksabstimmung im April stehen.


    Liebe Grüße
    Niki

    ...VIRIBUS UNITIS...

  • Servus Niki,
    die Dissertation von Michael Hans Kater stammt aus dem Jahr 1966. Die Arbeit habe ich gelesen. Unter diesem Bewußtsein dachte ich mir, daß Splitterfunde aus Personalakten Kater nicht unbedingt vorlagen und hier eine interessante Ergänzung liefern könnten, was Dein Beitrag ja dann auch beweist.
    Mit den besten Wünschen an die Donau!

    Gruß, westermann

  • Servus Westermann,


    vielen Dank für die Splitterfunde.
    Ein willkommener Anlass das Buch wieder mal aus dem Regal zu holen und eine Möglichkeit die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.


    Liebe Grüße
    Niki

    ...VIRIBUS UNITIS...

  • Hallo,


    im Anhang noch ein kurzer Presseausschnitt zur Zusammenlegung der "Zentralstelle für Runen und Sinnbilderkunde" der Forschungs- und Lehrgemeinschaft "Das Ahnenerbe" an den neuen Standort in Göttingen. Als Abteilungsleiter der Abteilung "Sinnbilder" wird dort der Ostubaf K. Th. Weigel genannt.
    Quelle: Südostdeutsche Tageszeitung, Ausgabe Banat Nr. 188 vom 19.August 1943, Seite 6


    Gruß, J.H.

  • Hallo zusammen,


    im Anhang habe ich einmal 3 weitere Dokumente zum Themenbereich "Ahnenerbe" (Quelle: BArchB).



    Hallo Nikki,


    ist Dir Michael H. Katers Standardwerk "Das "Ahnenerbe" der SS, 1935-1945: ein Beitrag zur Kulturpolitik des Dritten Reiches" bekannt ?


    gibt es in dem von dir erwaehnten Buch auch Hinweise auf irgendwelche archäologischen Funde ,welche evtl. heute auch noch von Bedeutung sind?


    Laut diesem Bericht soll Himmler beispielsweise 1935 altgermanische Runenzeichen in einem Pfälzer Steinbruch besichtigt haben. http://germanhistorydocs.ghi-d…b_image.cfm?image_id=1910
    Ueber diese speziellen Runen habe ich allerdings nichts weiteres gehoert oder gelesen.




    Gruss Chris

  • Servus Chris,


    gibt es in dem von dir erwaehnten Buch auch Hinweise auf irgendwelche archäologischen Funde ,welche evtl. heute auch noch von Bedeutung sind?


    spezielle Einzelstücke, die als Sensationsfund gewertet wurden, sind im Buch nicht erwähnt.


    Da das Ahnenerbe nach und nach die Oberhoheit über die gesamte Boden- und Höhlenforschung in Deutschland erlangte, war es für fast alle Ausgrabungen in der NS-Zeit verantwortlich.
    Wieviel Prozent der vor 1945 gemachten Funde aus der Zeit ab 1934 stammt, müsste man in den Museen für Früh- und Urgeschichte erfragen.


    Bis heute von Bedeutung sind z.B. die Ausgrabungen in Haithabu, die im September 1939 kriegsbedingt eingestellt wurden.
    In diesem aktuellen Artikel mutiert SS-Obersturmbannführer Prof. Dr. Herbert Jankuhn ( SS-Nr. 294.689 ) offenbar zu einem "finnischen Forscher" .
    https://www.welt.de/regionales…sgrabung-in-Haithabu.html ?(


    Dieser Bericht über die Ausgrabungen desAhnenerbe in Südmähren und der Ukraine ist lesenswert :
    https://www.zfo-online.de/inde…rticle/download/3672/3672


    Liebe Grüße
    Niki


    ...VIRIBUS UNITIS...

    Edited once, last by knaff ().

  • Hallo zusammen,


    Hallo Nikki,


    vielen Dank fuer den Link zu dem Bericht über die Ausgrabungen des Ahnenerbes in Südmähren und der Ukraine!




    Im Anhang habe ich noch einen Bericht ueber die Forschungs- und Lehrgemeinschaft "Das Ahnenerbe" aus der Zeitschrift "Germanien" von 1939 sowie einen weiteren Bericht ueber die Jahrestagung des Ahnenerbes 1939 in Kiel aus der "FM Zeitschrift".




    Gruss Chris

  • Servus Chris,


    weitere interessante Informationen zum Themenkomplex Ahnenerbe ( zu einem wohlfeilen Preis ) : Der SS-Standort Waischenfeld, 1934 - 1945 / Hilfswerklager und Ahnenerbe


    Hier befand sich von 1934 bis 1938 ein Lager der SS-Sammelstelle, in dem aus Österreich geflüchtete SS-Männer kaserniert waren.
    Luftkriegsbedingt wurde dieser Standort 1943 vom Ahnenerbe adaptiert.


    Liebe Grüße
    Niki

    ...VIRIBUS UNITIS...

    Edited 2 times, last by knaff ().

  • Hallo,


    verfügt jemand über oben genanntes Werk: "Graben für Germanien" ? Mich würde eine Ortsnennung interessieren.


    Beste Grüße


    OB

  • Hallo zusammen,


    im Anhang habe ich noch einen Ausschnitt aus der Zeitschrift "Germanien - Offizieles Organ des Ahnenerbes E.V." Heft 4 von 1937 ueber Berufungen und Ernennungen inhalb des Ahnenerbes.




    Hallo Felix,


    verfügt jemand über oben genanntes Werk: "Graben für Germanien" ? Mich würde eine Ortsnennung interessieren.


    ich besitze zwar nicht dieses Buch aber zu welchem Ort suchst du denn Informationen?



    Gruss Chris