Unsere Mütter, unsere Väter

  • Hallo Markus
    Er war das, was er schon im Juni 41 sagte,
    der Krieg bringt nur das Schlechte in uns Zutage.


    Ich hatte reichlich Kontakt ab Mitte der 80iger zu Ehemaligen, das passt schon.
    Wie gesehen nicht auf alle Soldaten, aber so sollte es rüber kommen.


    Gruss Micha  8)

    Suche Informationen zum Ritterkreuzträger Oberst Helmut v. Lilienhoff - Zwowitzki Kdr. II./ IR 439 - Kdr. GR 439

  • Hallo Xenos, hallo Coronex,
    das war kein Wolf, es war im Film schlichtweg "nur" ein wolfsähnlicher Hund, den das Filmteam für diese Szene nutzte. Aber das ist für die Handlung sicherlich unbedeutend.


    Der "Wolf" im Film zeigt meiner Ansicht nach eine ganz primäre Aussage: Der Wolf begutachtet erst einmal Friedhelm aus seinem natürlichen neugierigen Instinkt heraus, aber das ist bei Wölfen eher selten, dass sie so nah von sich aus an Menschen heran gehen. Sie haben eine natürliche Scheu vor dem Mensch an sich. Wie das allerdings zu Kriegszeiten gewesen ist, kann ich so nicht beurteilen.
    Der Wolf provoziert Friedhelm, indem er seine Zähne zeigt (normal beim Wolfsverhalten) und ihm damit klar machen will, dass er hier im Wald der Boss ist, aber das für ihn "Andere" respekiert und dann doch auf Grund fehlender Reaktion seiner Wege trottet. Und Friedhelm lässt sich nicht provozieren, denn wenn er nur eine Regung von sich gegeben hätte wäre das für den Wolf als Angriff verstanden worden und diesen kann Friedhelm sich zu diesem Zeitpunkt (noch) nicht leisten.
    Also: Provokation und Reaktion bedingen den Ausgang der Handlung.


    Gruß Michel

    Michel


    Mit einer geballten Faust kann man keinen Händedruck wechseln. Mark Twain

    Edited once, last by michel ().

  • Hallo,


    ich habe die Szene mit dem Wolf anders interpretiert. Der Wolf ansich ist als Rudeltier bekannt. Friedhelm traf auf ein Tiert, welches offenbar allein durch die Wälder zog. Für mich spielte die Begegnung zwischen Friedhelm und dem Wolf auf den sprichwörtlichen "einsamen Wolf" an. Der "einsame Wolf" war hier in meinen Augen als Allegorie auf Friedhelm gedacht, welcher ebenfalls nicht mehr Teil einer Gesellschaft ist, sondern sich in diesem Falle durch das Kriegserlebniss in seinem Wesen von ihr entfernt hat.


    Grüße,
    Christian

  • Hallo,


    seit jeher wurde der Wolf als bösartiger Schädling angesehen und der Aberglaube will, das die Begegnung mit einem Wolf ein verhängnissvolles Omen sei. Ganz einfach. Was sich im Fall von Friedhelm ja auch bestätigte...


    Gruss

    Suche alles zur : 2.SS-Pz.Div."Das Reich" 3./"DF" 10./"DF" 11./"D"

    Edited 2 times, last by pitt ().

  • Hallo,


    es etwas, was mich - neben vielen anderen Dingen - am Film gestört hat und letztendlich auch gefehlt hat, um ihn zu dem Fernsehfilm über die Generation der "Mütter und Väter" zu machen. Ich kann beim bestehn Willen nicht verstehen, wie man die zentralen Kathegorien Bombenkrieg, Kriegsgefangenschaft und Heimkehr so einfach auslassen konnte. Alle drei gehörten zur Erfahrung und Einordnung des Krieges ebenso dazu, wie die dargestellten Schützengraben- und Lazarettszenen.


    Grüße,
    Christian

  • Moin moin,



    so, auch ich habe mir alle 3 Teile angeschaut. Die ersten beiden, nachdem ich die ersten Beiträge hier verfolgt habe.
    Ich bin, wie viele hier auch der Meinung, dass es alles in Allem ein recht guter Film war.
    Zu den Kritiken, wie die immerwiederkehrende Lazaretteinstellung oder Gespensterdivisionen brauch ich auch nix mehr sagen. Wurde alles schon gesagt und für Richtig befunden.


    Erschreckend fand ich die Berichterstattung von Schülern, die den Film in der Schule gesehn haben und ihre Kommentare dazu. Das sie Krieg ablehnen und sich dagegen weigern Kinder zu erschießen, eher in Widerstand gehen würden und sich anders Verhalten hätten etc.....
    Ich behaupte mal das diese Jugendlichen sich bis zu diesem Dato kaum mit dem 2 WK beschäfftigt hatten.Der Stoff in der Schule darüber ist auch mehr als dürftig. Ich für meinen Teil war der einzige 14 Jährige, der vor dem Geschitsunterricht privates Interesse an diesem Thema hatte. Hinzu kommt noch, dass ich noch einen Großvater ( Mg Träger in der Wehrmacht) hatte, mit denen ich über die Zeit in Rußland sprechen konnte. Ein Zitat aus dieser Unterhaltung; " Als wir mal wieder auf Spähtrupp waren, hatten wir ein paar Russen aufgegriffen." Als ich fragte, was den mit denen dann geschah sagte er nur:" Die haben wir der SS übergeben und nichts weiter, für uns war die Sache erledigt."
    Ich konnte mir nur wenig darunter vorstellen mit meinen damaligen 14 Jahren.
    Was ich damit sagen will ist, dass ich es ein wenig anmahßend finde, die Soldaten über einen Kam zu scheren, indem man sagt ICH hätte nicht auf Kinder geschossen. Meiner Meinung nach, haben die Jugendliche nicht viel vom Film verstanden. Der Charakter Friedhelm zeigt es doch mehr als deutlich, was der Krieg aus einem Menschen machen kann, ob er das wollte oder nicht/ die Masse gar keine Wahl hatten.


    Naja, dennoch habe 2 Fragen zu Details im Film:
    Als friedhelm mit seiner Verwundung in der Kneipe saß, kamen 2 16 Jährige zu ihm und haben ihn angesprochen. Durften damals 16jährige überhaupt in eine Kneipe????


    Das 2.: Fast jeder Soldat hat sein Halstuch/ Dreiecktuch um den Hals getragen. Ich könnte mir das einbilden, aber ich habe kaum, oder noch nie in einem Film / Doku/ oder Bildern WH Soldaten mit diesem Tuch gesehn.



    so das wars :)


    Ich danke


    Gruß rene

  • Hallo,


    bei der Schalte zwischen den verschiedenen Schauplätzen ist mir aufgefallen, dass einerseits noch gekäpft wird, andererseits kehrt Viktor zurück nach Berlin und prangert den Ostubaf im beisein von einem amerikanischen Offizier an! Naja... geht eigentlich nicht!


    Mich hat auch die Darstellung von Strafbat 500 gestört. Eigentlich wäre der Feldwebel bei der ersten Kampfhandlung "fällig" gewesen, und zwar mit einer Kugel von den eigenen Leute im Rücken. Die Szene mit den Tee trinkenden Ömchen mit ihren Alten, wo ringum die Welt untergeht... Der zum brutalsten Mörder im Film gewordener Friedhelm zeigt auf einmal seelische Zerwürfnisse... Und die Darstellung des polnischen Antisemitismus im Vergleich zum deutschen ist für mich in dieser Form Fragwürdig!


    Überhaupt, es gehört schon viel an Selbstüberschätzung dazu zu versuchen, eine derart umfassende Thematik in drei Teilen abzuhandeln! Das ist einfach utopisch und von vorn herein zum Scheitern verurteilt! Ich habe keine Zweifell daran, dass bei irgendelchen Preisverleihungen das ganze Unternehmen mit vorn dabei sein wird - beste Regie, Kamera, Schauspieler etc. Ich hab aber schon wesentlich besseres gesehen und von dem hier gesehenen einfach enttäuscht!

    Gruß Viktor

  • Hallo Christian,
    es gehören noch viel mehr Themen in eine Gesamt-"Rückschau" bezüglich unserer europäischen Geschichte. Denn mit der Kapitulation hörte der Krieg nicht einfach auf, sondern hat sich mit seelischen Nachwirkungen Betroffener in die Familien eingebrannt, Familien zerstört oder traumatisch geprägt. Der Krieg war und ist immer noch in den Erlebnissen,Träumen, Ängsten und Verhalten der damaligen Generation präsent. Flucht und Vertreibung, Kriegsgefangenschaft, ...alles in einem, diesen Dreiteiler zu verfrachten wäre m. E. zuviel an Dichte an Informationen und Geschehnissen. Einen Film über das ganze Ausmaß des Krieges zu erwarten wäre einfach mit allen Themen nur eine weitere Überfrachtung.


    Dafür haben wir jetzt aber in der nachfolgenden Diskussionen die Möglichkeit daran zu erinnern. Und das will der Film bzw. wollten die Filmemacher sicherlich auch anregen....


    Hallo Viktor,
    Du schreibst:

    Quote

    Und die Darstellung des polnischen Antisemitismus im Vergleich zum deutschen ist für mich in dieser Form Fragwürdig!


    Beschäftige Dich am besten intensiver mit dem Thema, dann wirst Du feststellen, dass es niemals nur ein "Schwarz-Weiss" in dieser Frage gibt. Ich empfehle Dir da das Buch von Jan T. Gross: "Nachbarn" , welches Dir den Zeitgeist der europäischen Gesellschaft widerspiegelt, nicht nur den offenen polnischen Antisemitismus.


    Gruß Michel

    Michel


    Mit einer geballten Faust kann man keinen Händedruck wechseln. Mark Twain

    Edited 2 times, last by michel ().

  • Quote

    Original von derrene
    Erschreckend fand ich die Berichterstattung von Schülern, die den Film in der Schule gesehn haben und ihre Kommentare dazu. Das sie Krieg ablehnen und sich dagegen weigern Kinder zu erschießen, eher in Widerstand gehen würden und sich anders Verhalten hätten etc.....
    Ich behaupte mal das diese Jugendlichen sich bis zu diesem Dato kaum mit dem 2 WK beschäfftigt hatten.Der Stoff in der Schule darüber ist auch mehr als dürftig. Ich für meinen Teil war der einzige 14 Jährige, der vor dem Geschitsunterricht privates Interesse an diesem Thema hatte. Hinzu kommt noch, dass ich noch einen Großvater ( Mg Träger in der Wehrmacht) hatte, mit denen ich über die Zeit in Rußland sprechen konnte. Ein Zitat aus dieser Unterhaltung; " Als wir mal wieder auf Spähtrupp waren, hatten wir ein paar Russen aufgegriffen." Als ich fragte, was den mit denen dann geschah sagte er nur:" Die haben wir der SS übergeben und nichts weiter, für uns war die Sache erledigt."
    Ich konnte mir nur wenig darunter vorstellen mit meinen damaligen 14 Jahren.
    Was ich damit sagen will ist, dass ich es ein wenig anmahßend finde, die Soldaten über einen Kam zu scheren, indem man sagt ICH hätte nicht auf Kinder geschossen. Meiner Meinung nach, haben die Jugendliche nicht viel vom Film verstanden.


    Mahlzeit,


    das sehe ich allerdings genau so. Ich habe jetzt länger darüber nachgedacht und ich denke schon, dass ich mitgemacht hätte (wenn ich nicht einen Nervenzusammenbruch erlitten hätte). Man muss ja auch bedenken unter welchen Umständen dies Generation erzogen wurde. Letztendlich will man ja nur überleben und passt sich dementsprechend an. Aber eigentlich finde ich, dass wir uns kaum ein Urteil darüber erlauben dürfen.


    Quote

    Der "Wolf" im Film zeigt meiner Ansicht nach eine ganz primäre Aussage: Der Wolf begutachtet erst einmal Friedhelm aus seinem natürlichen neugierigen Instinkt heraus, aber das ist bei Wölfen eher selten, dass sie so nah von sich aus an Menschen heran gehen. Sie haben eine natürliche Scheu vor dem Mensch an sich. Wie das allerdings zu Kriegszeiten gewesen ist, kann ich so nicht beurteilen. Der Wolf provoziert Friedhelm, indem er seine Zähne zeigt (normal beim Wolfsverhalten) und ihm damit klar machen will, dass er hier im Wald der Boss ist, aber das für ihn "Andere" respekiert und dann doch auf Grund fehlender Reaktion seiner Wege trottet. Und Friedhelm lässt sich nicht provozieren, denn wenn er nur eine Regung von sich gegeben hätte wäre das für den Wolf als Angriff verstanden worden und diesen kann Friedhelm sich zu diesem Zeitpunkt (noch) nicht leisten. Also: Provokation und Reaktion bedingen den Ausgang der Handlung.


    Hallo Michel,


    ich denke das passt alles. :D


    Grüße,


    Philipp

  • Quote

    Original von michel
    Beschäftige Dich am besten intensiver mit dem Thema, dann wirst Du feststellen, dass es niemals nur ein "Schwarz-Weiss" in dieser Frage gibt. Ich empfehle Dir da das Buch von Jan T. Gross: "Nachbarn" , welches Dir den Zeitgeist der europäischen Gesellschaft widerspiegelt, nicht nur den offenen polnischen Antisemitismus.


    Hallo Michel,


    vlt hab ich mich nicht deutlich ausgedrückt. Es geht mir nicht darum, ob es polnischen oder russischen Antisemitismus gegeben hat, oder gar heute noch gibt. Diese Frage ist unbestritten und nach wie vor aktuell.


    In diesem Film wird aber ein latenter polnischer Antisemitismus suggeriert, dagegen die Vernichtung von über 6 millionen Juden durch die Deutsche nicht einmal beiläufig erwähnt. Angesichts des Ausmasses der Verbrechen an Juden im DR ist allein die Erwähnung des europäischen Antisemitismus unter diesem Gesichtspunkt fragwürdig!

    Gruß Viktor

  • Hallo,


    Quote

    dagegen die Vernichtung von über 6 millionen Juden durch die Deutsche nicht einmal beiläufig erwähnt


    ach so, dann waren die Menschen in dem Zug die die Banditen überfallen haben
    Touristen? Und der jüdische Hauptcharakter hat von der SS einen kostenlosen
    Sommercamp aufenthalt bekommen?


    Quote

    Angesichts des Ausmasses der Verbrechen an Juden im DR ist allein die Erwähnung des europäischen Antisemitismus unter diesem Gesichtspunkt fragwürdig!


    Ich weiß nicht ob man dazu noch was sagen muss.


    Sprachlos! 8o


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

    Edited once, last by Tobias Giebel ().

  • Quote

    Original von Tobias Giebel


    Ich weiß nicht ob man dazu noch was sagen muss.
    Sprachlos! 8o


    Hallo Tobias,


    ich kann nur rätseln, was Dich so sprachlos macht, wäre besser, hättest Du Dich klarer ausgedrückt!


    Mir geht es darum, dass den Antisemitismus seit dem früher Mittelalter überall und bei allen Völkern gegeben hat und auch heute gibt. Keiner ist aber auf die Idee gekommen das ganze Volk auszurotten, ausser eben in Deutschland! Wieso sprachlos? Verstehe ich nicht!
    Natürlich hat es in Polen und auch in Russland Pogrome und auch Judenmorde gegeben und nicht zu knapp, aber nicht als Staatsdoktrin und nicht in dem Ausmaß. Daher ist für mich jede Art Gleichsetzung des deutschen Antisemitismus und dessen Auswirkungen mit den übrigen einfach unerhört!

    Gruß Viktor

  • Hallo Viktor,


    auf Polen bezogen:


    Und deshalb sollte man das Ganze lieber verhamlosen oder besser gar nicht erwähnen?


    Auf die Sowjetunion bezogen:


    Einen qualitativen Unterschied in Sachen Grausamkeit und Massenmord kann ich pers.
    zwischen dem deutschen KZ-System und dem sowjetischen Gulag-System nicht
    erkennen. Beides abartig und pervers!


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

    Edited once, last by Tobias Giebel ().

  • Hallo,


    aus meiner Sicht wurde der politisch-korrekte Bildungsauftrag voll erfüllt.


    Die 5 Protagonisten haben erwartungsgemäßig geballt alles entweder selbst mitgemacht oder zumindest erlebt, was man zu so einem Thema den Deutschen im allgemeinen anlastet.


    Selbst das allerletzte Klischee wurde noch abgearbeitet, die sowj. Seite nimmt natürlich die Krankenschwester für den Aufbau eines neuen Deutschlands, bei den Amis sitzt ungeschoren der olle Nazi und macht quasi weiter seinen Job. Das hätte die DDR-DEFA nicht besser hinbekommen.


    Wirklich überraschend für mich eigentlich nur, daß so deutlich der Haß der Polen nicht nur auf Deutsche sondern vor allem auf Sowjets und Juden gezeigt wurde, zumal das ja eigentlich mit der Handlung nicht unmittelbar zu tun hatte und man daher auch nicht unbedingt hätte unterbringen müssen, jedenfalls nicht in der Deutlichkeit.


    Und die Lazarettszene bei der Einnahme durch die Sowjets. Ich hätte nicht gedacht, daß unsere sowj. "Befreier" da doch noch mal kurz so realistisch
    gezeigt werden.


    Wobei man in diesem Film zur "Generation unserer Väter und Mütter" natürlich nicht mehr gezeigt oder wenigstens angedeutet hat, daß mit der Kapitulation der WH und dem Ende der Kampfhandlungen für Millionen Deutsche der eigentliche Exodus erst noch begann. Verfolgung, Vertreibung, Vergewaltigung, Raub, Plünderung, Zerstörung, Zigtausendfacher Mord und völlige Rechtlosigkeit einer ganzen Nation, nachdem man der Bevölkerung den Schutz genommen hat, nachdem die WH die Waffen gestreckt hatte.


    Aber dieses Thema gehört offensichtlich dann doch nicht mehr zu unseren Vätern und unseren Müttern und sollte daher dann auch nicht vermittelt werden. Die Behandlung von Schuld war schließlich der Bildungsauftrag, nicht der objektive Blick auf Wahrheit und Realität, das hätte nur gestört und irritiert. Stattdessen dann ein kurzes Stelldichein und Prosit im sonnigen Berlin.


    Nun ja, man wird jetzt reihenweise die Schulklassen in diesen Film karren, so wie damals in die WH-Ausstellung. Stattdessen sollte man den jungen Leuten lieber das Buch "Echolot" des nun nicht der Nähe zur NS-Ideologie verdächtigen Historikers und Schriftstellers Walter Kempowski zur Pflichtlektüre in den Schulen machen.


    Durch die Wiedergabe damaliger offizieller Zeitungsartikel, privater, amtlicher und milit. Berichte sowie vieler Briefe und Tagebuchteinträge von Zivilisten und Soldaten beider Seiten wäre hier ein objektives und ein sehr dichtes, plastisches Bild des Rußlandfeldzuges möglich, als das, was dieser Film z. B. im Teil 1 und insg. zum Thema darstellt.

    Edited 2 times, last by Hoth ().

  • Moin!


    Zuerst: Ich finde es äußerst lobenswert einen Film zu machen, der versucht einen Teil der Erlebnisse meiner Elterngeneration darzustellen - mit allen Stärken und Schwächen, die ein Film haben muss, der ein sehr breites Publikum ansprechen will und hoffentlich auch erreicht hat! Über Einzelheiten der Darstellung können wir nun lange hin und her diskutieren; meines Erachtens eine sinn- und sehr freudlose Diskussion.


    Viel wichtiger ist doch, was kann so ein Film an Nachdenken und Reflektieren bei uns auslösen - wenn wir es wollen, und zulassen? Leider hat bisher keiner der Mitdiskutierenden den Versuch unternommen, mal eigene Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit der Elterngeneration (bei einigen vielleicht schon die Großelterngeneration?) zu schildern. Bei all den vorherigen Beiträgen wurde nur einige Male von Gesprächen mit Eltern/Großeltern geschrieben, und dem Wissen, dass man daraus abgeleitet hätte. Aber leider nie etwas Konkretes. Also mach ich doch mal den Anfang:


    Ich, Jahrgang 1951, glaubte mich 1970/71 freiwillig zur Bundeswehr melden zu sollen. Dazu brauchte ich die Unterschrift meines Vaters (ich wurde noch mit 21 volljährig). Bis zu diesem Zeitpunkt kannte ich an Kriegerlebnissen meines Vaters nur einige mehr oder weniger humorvolle Anekdoten, die hauptsächlich in gelöster Stimmung (meistens im Urlaub) erzählt wurden. Mein Vater lehnte meinen Wunsch ab. Es gab ein heftiges (vorsichtig formuliert) Gespräch in deren Verlauf mein Vater mir erstmals Einzelheiten aus seiner Zeit als Soldat erzählte: Mein Vater, Jahrgang 1921, meldete sich als absolut überzeugter Nationalsozialist 1939 freiwillig zur Fliegertruppe (für 12 Jahre), und wurde nach Beendigung der Lehre am 15.10.1940 einberufen. Nach Grund- und Fachausbildung kam er als Flugmotorenschlosser zur 4. FBK II./KG 54. Vom 16.07 bis 01.10.1941 lagen Teile der II./54 auf dem Flugplatz Berditschew (Ost). Und dort wurde er Augenzeuge von Massenerschießungen an Männern, Frauen und Kindern - Juden wie er erfuhr. Dieses Erlebnis hat bei meinem Vater den Beginn eines langen Umdenkens ausgelöst (seine Darstellung, nicht meine!). Mitte der 50er Jahre hat mein Vater Anfragen, ob er nicht beim Aufbau der Luftwaffe als an "Düsentriebwerken" ausgebildeter und eingesetzter Techniker helfen wolle, sprich wieder Soldat werden, abgelehnt. Dies alles erfuhr ich nach diesem ersten (nicht sehr erfreulichen!) Gespräch in vielen weiteren Unterhaltungen (fast immer unter vier Augen). Und auch mit meiner Mutter (Jahrgang 1925) hatte ich dann etliche (aber nicht so ausführliche) Gespräche über ihre Erlebnisse im Krieg; hierbei ging es hauptsächlich um die Frage; was hast Du von Judenverfolgungen in Frankfurt mitbekommen.


    Ich will diese Gespräche mit meinen Eltern nicht verallgemeinern. Sie haben ihre ganz persönlichen Erlebnisse gehabt und ihre Erfahrungen in den Kriegsjahren gemacht. Jeder einzelne Mensch, der wie auch immer den Krieg erlebte, hat seine ganz eigenen Erfahrungen gemacht, und jeder hat seine ganz eigenen Schlüsse daraus gezogen. Aber ganz sicher hat fast jeder etwas erlebt. Und ich hoffe sehr, dass möglichst viele von uns die Chance hatten, oder auch noch haben mit ihren Eltern oder Großeltern darüber zu reden.


    Nun ist es aber ausführlich genug geworden - meine alte Hundedame steht schon hinter mir. Madame will raus!


    Viele Grüße


    Frank


    P.S. Im übrigen, ich bekam damals doch noch die Unterschrift meines Vaters, und ging dann ab Oktober 1972 für ein paar Jahre zum Trachtenverein.

  • Quote

    Original von Viktor7



    Mir geht es darum, dass den Antisemitismus seit dem früher Mittelalter


    hallo!
    Das stimmt nicht. Soll jetzt nicht oberlehrerhaft klingen, aber bitte einmal mit den Begrifflichkeiten beschäftigen. Stichwort: Antijudaismus

    Glück Auf!
    "Basil"


    "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)

  • Moin


    Quote

    Original von Hoth
    Hallo,


    aus meiner Sicht wurde der politisch-korrekte Bildungsauftrag voll erfüllt.


    Na, dann ist ja eigentlich alles gut!



    Quote

    Original von Hoth
    ... Wobei man in diesem Film zur "Generation unserer Väter und Mütter" natürlich nicht mehr gezeigt oder wenigstens angedeutet hat, daß mit der Kapitulation der WH und dem Ende der Kampfhandlungen für Millionen Deutsche der eigentliche Exodus erst noch begann. Verfolgung, Vertreibung, Vergewaltigung, Raub, Plünderung, Zerstörung, Zigtausendfacher Mord und völlige Rechtlosigkeit einer ganzen Nation, nachdem man der Bevölkerung den Schutz genommen hat, nachdem die WH die Waffen gestreckt hatte. ...


    Dir ist aber schon bewußt, dass der Film nicht die gesammte Chronik des 2. WK auflisten wollte! Du hast noch den gesammten Luft- und Seekrieg vergessen. Nicht zu vergessen den Frankreich-, Norwegen- und Afrikafeldzug! Wieviel Teile würdest du dann daraus machen?




    Quote

    Original von Hoth
    ... Durch die Wiedergabe damaliger offizieller Zeitungsartikel, privater, amtlicher und milit. Berichte sowie vieler Briefe und Tagebuchteinträge von Zivilisten und Soldaten beider Seiten wäre hier ein objektives und ein sehr dichtes, plastisches Bild des Rußlandfeldzuges möglich, als das, was dieser Film z. B. im Teil 1 und insg. zum Thema darstellt.


    Aha, seit wann geben Zeugenaussagen ein objektives Bild wieder?


    Gruß
    Andreas

  • Hallo!
    Aus Sicht des Historikers Ulrich Herbert fehlt der Hitlerkult, gerade bei den 5en.... 1920 geboren.... und 1941 war Hitler auf dem Höhepunkt seiner Macht, und auch sein Ansehen war am höchsten.
    Hier mal ein Link dazu:
    http://www.taz.de/!113239/


    @ Xenos
    Dont feed the trolls ;)

    Glück Auf!
    "Basil"


    "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)

  • Lieber Basil,


    da hatte die TAZ - und der zitierte Historiker - doch wohl recht, der Adi H. war 1941 wohl auf dem Höhepunkt seines "Ansehens" und seiner "Beliebtheit" bei den deutschen Volksgenossen. Und die TAZ als absolut linke Zeitung kommt mit solchen "Darstellungen" kaum in den Verdacht, "rechtslastig" zu sein.


    Hätte dies BILD so geschrieben - mein Gott, dann wäre die Hölle los....


    Beste bayerische Grüße
    Bert

    Edited once, last by Jahrgang39 ().