Lastensegler 'Goliath

  • Hallo Freunde,


    in ein Kriegstagebuch habe ich gelesen das beim 8. Fliegerkorps im Russland Feldzug ein Lastensegler eingesetzt war und zwar mit die Name 'Goliath. Er bekam diese Name weil er durch zwei Flugzeugen zugleich aufgezogen werden sollte. Die war, wie ich lese, sehr zwierig weil beide Flugzeugen sollten genau dieselbe Geschwindigkeit haben. Deswegen war diese 'Goliath' nur ganz kurz eingesetzt, vielleicht nur ein oder zwei mal. Kennt jemand von euch dieses Flugzeug?? Ein Bild wäre nicht schlecht.


    Jede Info ist wilkommen.


    Gruss Fritz.

    Dankend und mit ein freundlichen Gruss,


    Der Fritz.

  • Kann es sich um die Me321 "Gigant" handeln?


    http://www.waffenhq.de/flugzeuge/me321.html


    "Da die Junkers Ju 90 einen voll beladenen Giganten nicht zufriedenstellend schleppen konnte, entwickelte man den Troika-Schlepp. Bei dieser Schleppmethode wird der „Gigant“ von drei Zerstörern Messerschmitt Bf 110 C über drei 120 Meter lange Stahltrossen (Durchmesser 10 mm) gestartet."

  • Quote

    Original von imation
    edit: ah, zu spät.


    Kein Problem, der gleiche Gedanke. Was zeigt, dass den KTBs auch nicht immer zu vertrauen ist.



    Btw:
    fritz: Welche Ausschnitte liegen Dir denn denn aus dem KTB des VIII. Fliegerkorps vor? Das würde mich sehr interessieren.


    Grüße
    Thomas

  • Hallo Fritz,



    Deine Geschichte macht auf mich einen, mit Verlaub, etwas suspekten Eindruck.


    Der, meines Wissens, einzige Lastensegler, der den Suggestivnamen "Goliath" trug, war die Go 242. Dieser Lastensegler war allerdings ohne weiteres durch ein einzelnes Flugzeug zu schleppen und wurde an allen Fronten eingesetzt, wo sich dieser Kampfzonentransporter, vor allem in Nachschubeinsätzen, ausgezeichnet bewährte.


    Die Me 321 dagegen wurde im sogenannten Troika-Schlepp von Bf 110 gezogen, soweit keine Ju 90 oder He 111 Z zur Verfügung standen. Des Weiteren wurden auch die Giganten, zumindest vereinzelt, bis 1944 für Nachschubflüge eingesetzt.


    Ich wüßte damit nicht, welcher Flugzeugtyp zu den von dir genannten Informationen passen könnte.



    Alle Angaben nach Golla, "Fallschrimtruppe" bzw. WA-42.





    MfG

    Whoever saves one life, saves the world entire.
    Talmud Jeruschalmi

  • Hallo Rote-Kapelle,


    Ich citiere aus das handgeschriebenes Tagebuch eines Angehörigen der 2. Kompanie von einen Luftwaffenbaubattalions des 8. Fliegerkorps:


    Ich muss mit hundert Russen zum Flugplatz!!
    Auf dem Flugplatz kommen Lastensegler an! Wir hatten schon im Jahre vorher einen "Goliath". Dieser musste von 2 HE 111 gezogen werden. Jeder start war ein risico, denn wenn die eine Maschine etwas schneller war, wurde ungleich angezogen und konnte es zu Katastrophen kommen.............Viele Flugzeugunglücke dürften darauf zurück zu führen sein. Es war nicht das richtige und trotzdem wir diese lastensegler noch sehr gut hätten brauchen können, habe ich sie niemals mehr im Einsatz gesehen.


    Er war auf ein Flugplatz bei ein Dorf genannt: Obliskaja.


    Mit ein freundlichen Gruss,


    Fritz.

    Dankend und mit ein freundlichen Gruss,


    Der Fritz.

  • Hi!


    fritz: Das Flugzeug/Lastensegler das gemeint ist, ist definitiv die Me 321 "Gigant".


    http://www.whq-forum.de/cms/248.0.html


    Hier zusehen in dem schon genannten Troika-Schleppverfahren mit 3 Bf110.


    Von der Me321 sind insgesamt 200 Stück in Obertraubling und Leipheim gefertigt worden für das Unternehemen Seelöwe. Nachdem die Landung "verschoben" wurde, gingen im Juli 1941 3 Staffeln an die verschiedenen Abschnitte der Ostfront, wo sie aufgebraucht wurden. Es sollen auch einige für die Versorgung bzw. Entsatzversuche von Stalingrad verwendet worden sein. Ein damals viel benutzter Absprunghafen war Morowskaja UND Obliskaja.


    Mfg
    Chris


    Quelle: Nowarra

    Edited once, last by Chris ().

  • Hallo,


    ich finde dieses Flugzeug sehr spektakulär, es wurde ja später motorisiert und flog selbstständig. Der für die Motoren zuständige Ingenieur hielt sich während des Fluges in den Tragflächen auf.


    Noch schlimmer als technische Probleme dürften für die Gigant Begegnungen mit feindlichen Flugzeugen gewesen sein, welchen sie nahezu wehrlos ausgesetzt war.

    Gruß:


    Nimbus

  • Hi!


    nimbus: Solche Riesenvögel waren gegen Jäger genauso verwundbar wie Bomber; nicht mehr und nicht weniger. Allerdings hatte die Me 323 eine recht ansehnliche Abwehrbewaffnung:


    Quote

    Zur Abwehrbewaffnung zählten fünf MG-Stände mit aufschiessenden Gasdruckladern vom Typ MG 15, Kaliber 7,92 mm. In die Plexiglasfenster waren Gummimanschetten eingearbeitet, die acht bis zehn MG 34 aufnehmen konnten. Damit waren Infanterieverbände in der Lage, ihren Untersatz wirkungsvoll gegen Angriffe zu verteidigen.


    Zusätzlich gab es auch noch eine Art Luftflakkreuzer :D


    Quote

    Als die ersten Flakkreuzer der USAAC über Europa erschienen, nahm auch Messerschmitt die Arbeiten an einem solchen Projekt auf. Mit der Messerschmitt Me 323 E-2/WT (Waffenträger) gelang die Synthese aus einer 323 und elf 20 mm Maschinenkanonen MG 151/20 zuzüglich vier weiteren MG 131. Mit ihren 17 Mann Besatzung flog die E-2/WT ohne Nutzlast ausschliesslich Geleiteinsätze für grössere Me 323-Flotten. Zur passiven Sicherheit war die Maschine teilgepanzert ausgelegt: Mehrlagig geschichtete 20 mm Stahlbleche und 90 mm Panzerglasscheiben schützten die Besatzung dieses fliegenden Schützengrabens.


    Quelle: Waffenhq.de



    Mfg
    Chris

  • Hallo Chris,


    herzlichen dank, hervoragende arbeit.


    Fritz.

    Dankend und mit ein freundlichen Gruss,


    Der Fritz.

  • Chris: Bei einer Fluggeschwindigkeit von 170 kmh hatte die Gigant sicher weniger Chancen, als andere Bomber.


    Wieso kommst Du eigentlich auf Bomber? Die Gigant war keiner.


    " nimbus: Solche Riesenvögel waren gegen Jäger genauso verwundbar wie Bomber; nicht mehr und nicht weniger. Allerdings hatte die Me 323 eine recht ansehnliche Abwehrbewaffnung:"


    "Der sogenannte Waffenträger auf Basis der E-2, von dem vielleicht eine Handvoll entstanden..." Klassiker der Luftfahrt


    fritz: Schau doch mal ins luftarchiv.de - dort findest Du interessante Fotos von der Gigant!

    Gruß:


    Nimbus

  • Hi!


    Quote

    Original von nimbus0


    Noch schlimmer als technische Probleme dürften für die Gigant Begegnungen mit feindlichen Flugzeugen gewesen sein, welchen sie nahezu wehrlos ausgesetzt war.


    Das war im Bezug auf Deine Äußerung gedacht. Bomber waren genauso schutzlos gegen eine Staffel Jäger und da macht die Geschwindigkeit nicht viel aus.


    * Sarkasmus an* Und der Gigant war kein Bomber? Dachte der sollte feindliche Städte mit 8,8cm Flaks bewerfen!? *Sarkasmus aus* Natürlich war der Gigant kein Bomber, ich hab Ihn bloß was den Kampf gegen Jäger angeht mit einem verglichen.


    Im übrigen setze ich gerne meine Antwort nocheinmal rein:


    Quote

    Zur Abwehrbewaffnung zählten fünf MG-Stände mit aufschiessenden Gasdruckladern vom Typ MG 15, Kaliber 7,92 mm. In die Plexiglasfenster waren Gummimanschetten eingearbeitet, die acht bis zehn MG 34 aufnehmen konnten. Damit waren Infanterieverbände in der Lage, ihren Untersatz wirkungsvoll gegen Angriffe zu verteidigen.


    d.h. das die Standardversion schon 5 MG-Stände hatte + 8-10 MG's wenn Infantrie an Bord war.


    Mfg
    Chris

  • Hallo,


    Chris


    Ich verstehe nicht wie man das Abwehrverhalten bzw. die Widerstandsfähigkeit eines Transportflugzeugs mit der eines Bombers vergleichen kann.



    Die Me 323 war langsam und ungeachtet ihrer Abwehrbewaffnung mit dem Verlust der Luftherrschaft unbrauchbar geworden. Zudem war die Abwehrbewaffnung der Me 323 schwächer, als z.B. die einer B-17, und daher überhaupt nicht in der Lage auch nur eingeschränkt die großen Unzulänglichkeiten dieses Flugzeugs in adäquater Art und Weise zu kompensieren.


    Wie hilflos die "Giganten" auch mit starkem Jagdschutz waren, lässt sich anhand der Versorgungsoperationen nach Nordafrika leicht nachvollziehen.


    Die Verluste standen in keinem Verhältnis zum Ergebnis.


    Schon aufgrund ihrer Größe, aber auch wegen ihrer schwachen Motorisierung waren die Flugeigenschaften bei Ausweichmanövern ganz und gar unzureichend.


    Standardbomber der Luftwaffe, wie die Ju 88, besaßen daher schon ganz grundsätzlich ein deutlich verbessertes Abwehrpotenzial.



    fritz


    Wie ich vermutet habe, handelt es sich bei diesem "KTB" um ein privates Schriftstück eines Angehörigen einer "nicht fliegenden Einheit". Daher muß man natürlich Angaben daraus entsprechend einordnen, weshalb ich letztendlich ebenfalls zu einer Me 321 tendiere, wobei die Angaben selbstverständlich keinen Aufschluß über die Suggestivbezeichnung, wie die weitere Einsatzverwendung, dieses Flugzeugtyps geben können und auch die Frage nach dem tatsächlich gesuchten Flugzeug nicht zu 100% geklärt werden kann.



    Edit: Beitrag bearbeitet.


    MfG

    Whoever saves one life, saves the world entire.
    Talmud Jeruschalmi

  • Hi!


    @Rote Kapelle:


    Quote

    Ich verstehe nicht wie man das Abwehrverhalten bzw. die Widerstandsfähigkeit eines Transportflugzeugs mit der eines Bombers vergleichen kann.


    Von der Anzahl der MG-Stände war sie besser bewaffnet als so mancher Deutscher Bomber. Außerdem muss man es ja mit irgendwas vergleichen was die Chancen gegen Jäger angeht. Es ging mir schlicht darum das die Me323 nicht wehrlos gegen Bomber war.


    Quote

    Die Me 323 war langsam und ungeachtet ihrer Abwehrbewaffnung mit dem Verlust der Luftherrschaft unbrauchbar geworden. Zudem war die Abwehrbewaffnung der Me 323 schwächer, als z.B. die einer B-17, und daher überhaupt nicht in der Lage auch nur eingeschränkt die großen Unzulänglichkeiten dieses Flugzeugs in adäquater Art und Weise zu kompensieren.


    Wenn man die Mg's bei Infantristenbeförderung hinzuzieht, war sie sogar höher als bei einer B-17. Grundsätzlich aber stärker als bei so manchem Deutschen Bomber.


    Solche Flugzeuge hatten alle gegen Jäger sehr wenig Chancen. Egal ob Alliierte oder Deutsche.


    Quote

    Wie hilflos die "Giganten" auch mit starkem Jagdschutz waren, lässt sich anhand der Versorgungsoperationen nach Nordafrika leicht nachvollziehen.


    Ja ich kenne die "Geschichte" auch wo der Verband überm Mittelmeer abgefangen wurde. Dasselbe wäre aber auch passiert wenn ein Verband C-47 von Deutschen Jägern erwischt worden wäre.


    Quote

    Schon aufgrund ihrer Größe, aber auch wegen ihrer schwachen Motorisierung waren die Flugeigenschaften bei Ausweichmanövern ganz und gar unzureichend.


    Stimmt, da hast du vollkommen recht.


    Quote

    Standardbomber der Luftwaffe, wie die Ju 88, besaßen daher schon ganz grundsätzlich ein deutlich verbessertes Abwehrpotenzial.


    Bei einem zusammenstoß mit einer Staffel Jäger geb ich der Ju88 nicht VIEL mehr Chancen. Bessere aber schlußendlich würde sie genauso abgeschossen werden.


    Mfg
    Chris

  • Im Buch "Waffen und Geheimwaffen des deutsches Heeres 1933 - 1945" von Fritz Hahn ist ein Bild von einer Me-323 über dem Mittelmeer, die unter Beschuß ist.

  • Hallo Chris,



    Das Abwehrpotenzial eines Flugzeugs setzt sich letztendlich aus konzeptionellen und - davon abgeleiteten - konstruktiven Merkmalen zusammen. Daher müsste ein diesbezüglicher Vergleich zwischen einem Transport- und Bombenflugzeug eigentlich eine erkennbare Absurdität sein.



    Quote

    Außerdem muss man es ja mit irgendwas vergleichen was die Chancen gegen Jäger angeht.


    Ja, hierzu ist aber logischerweise eine kategoriale Äquivalenz von Nöten, die es bei dir nicht gibt.



    Quote

    Wenn man die Mg's bei Infantristenbeförderung hinzuzieht, war sie sogar höher als bei einer B-17.


    Quantitativ vielleicht, die Anordnung bzw. das Kaliber war aber mit den in der B-17 zur Anwendung gelangten Waffen nicht vergleichbar. Die Wirkung dieser Improvisation blieb daher auch stark begrenzt.


    Quote

    Dasselbe wäre aber auch passiert wenn ein Verband C-47 von Deutschen Jägern erwischt worden wäre.


    Von C-47 Transportflugzeugen ist, wenn du den Themenverlauf verfolgst, bislang niemand ausgegangen. Ich bin lediglich deiner undifferenzierten Darstellung entgegengetreten, die nachvollziehbare Vergleichskriterien vermissen lässt.



    Quote

    Bei einem zusammenstoß mit einer Staffel Jäger geb ich der Ju88 nicht VIEL mehr Chancen. Bessere aber schlußendlich würde sie genauso abgeschossen werden.



    Grundsätzlich konnten Ju 88, in entsprechenden Versionen, lange Zeit ohne Jagdschutz operieren und gerieten wesentlich weniger häufig in Verlust, als Großraumtransportflugzeuge mit Jagdschutz.




    MfG

    Whoever saves one life, saves the world entire.
    Talmud Jeruschalmi

  • Hallo zusammen,


    sicherlich habt Ihr Recht hinsichtlich der '323' usw.
    Aber um was ging es denn hier eigentlich?

    Quote

    Ich muss mit hundert Russen zum Flugplatz!!
    Auf dem Flugplatz kommen Lastensegler an!

    Welchen Typs die erwarteten Lastensegler sind, wird überhaupt nicht erwähnt, nur dass früher, nämlich ein Jahr zuvor, 1 Goliath dort gewesen sei:

    Quote

    Wir hatten schon im Jahre vorher einen "Goliath". Dieser musste von 2 HE 111 gezogen werden. Jeder start war ein risico…


    Gruß & Horrido
    P; TAK


    Zahlendreher beseitigt

    Wer verurteilt kann irren – wer verzeiht irrt nie.

    Edited once, last by *AK* ().

  • Hallo,


    nach langer Zeit "Funkstille" hier im Thread noch mal ein Presse-Bildbericht aus der Fertigung der Me 323 und ergänzend der Eintrag zum Typenverzeichnis im LdW. Leider wird in den Bildbeschreibungen der Standort der Flugzeugwerft nicht genannt: http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Waffen/Me323.htm

    Quellen: LdW u. Völkischer Beobachter, Ausg. Wien Nr.183 vom 1.Juli 1944, Seite 8


    Gruß, J.H.

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    • Me 323.pdf

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    Nett kann ich auch - bringt nur nix!



  • Hallo,

    ich habe bei You tube dazu folgendes Video gefunden:

    M 321 Lastensegler Erstflug in Leipheim am 25.02.1941


    Es lässt sich leider nicht verlinken, bzw. ich weiss nicht wie es geht.


    Gruss





    Harald A.

    Neuruppin


    Man darf die Mehrheit nicht mit der Wahrheit verwechseln.

    -Jean Cocteau-