Polizei-Freiwilligen-Regiment 2 Kroatien

  • Servus Dieter,


    Ich habe noch eine Notiz (leider ohne Datum), wonach ein Hauptmann d. Gend. Grylka Batl.-Kdr. des Pol.-Freiw.-Batl. 2 "Kroatien" war.
    Hast Du über ihn weitere Angaben?


    Otto Grylka ........... geb. 31.03.1903 in Wien - gest. Oktober 1974 in Wien
    SS-Sturmbannführer und Major d. Gendarmerie, Blutordensträger


    NSDAP : Eintritt 11.12.1931 - Bezirksgruppe "Gersthof II" ( Polizeiorganisation d. Wiener NSDAP -Hitlerbewegung ) Pg.Nr. 687.775
    SS : Eintritt 01.11.1937 SS-Nr. 310.490 SS-Ustuf. 25.07.1938 / Ostuf.09.11.1938 / Hstuf. 09.11.1939 / Stubaf. 30.01.1945 --- kein aktiver SS-Dienst ( Fhr. in d.Stammabt. Donau bzw. Süd )


    Polizei :
    1925 Eintritt in die Wiener Polize ( Sicherheitswache ) 1931 Beförderung zum Oberwachmann


    25.07.1934 aktive Teilnahme am Juliputsch - Besetzung der RAVAG - Verhaftung
    20.09.1934 - Verurteilung durch MGH-Wien nach §58c STG zu lebenslängl. schweren Kerker
    18.02.1938 - bedingt entlassen


    März 1938 Wiederaufnahme in den Polizeidienst - ( Krb. im SD d. Oa.Donau u. Praktikant in Berlin )
    01.09.1938 - Am RPT zum Olt. d. Schutzpolizei ernannt
    02.11.1938 - 30.03.1939 Polizeioffiziersschule Fürstenfeldbruck
    04.1939 - 09.1939 PV-Wien Abschnitt Kalksburg
    09.1939-02.1940 Polizeieinsatz in Krakau ( Ordnungsdienst u. Adjutant d. Kdr. )
    02.1940 zurück nach Wien - Adjutant d. Kdr. im Abschnitt V u. Luftschutzoffizier
    03.1940-06.1940 Kompaniechef im Pol.Ausb.Bataillon Mödling
    06.1940 auf eigenen Wunsch Versetzung zur Gendarmerie - Einschulung in München - anschließend b. Kdr. d. Gend. in Saarbrücken ( bis Herbst 1942 )
    Herbst 1942 - 05.1943 b. Kdr. d. Gend. in Niederdonau
    05.1943 - 08.1944 Gendarmerie-Hauptmannschaftsführer in Bjelowar
    Ab 08.1944 Kdr. Pol.Frw.Bataillon 2 Kroatien mit Standort in Klanitz ( Klanjec )
    05.1945 Rückmarsch bis Unterdrauburg - dort in engl Kriegsgefangenschaft
    Nach Entlassung nach Wien - Aufenthalt mit gefälschten Papieren unter dem Namen Otto Schermann
    16.03.1946 Verhaftung durch Beamte der Wirtschaftspolizei anl. einer Zugkontrolle
    24.05.1947 Verurteilung durch das Volksgericht am LG Wien wg. §§ 10,11 VG zu 3 Jahren Haft und Vermögensverfall


    Liebe Grüße
    Niki

    ...VIRIBUS UNITIS...

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  • Hallo Niki,


    ganz herzlichen Dank für diese umfassende Biographie.
    Gibt es Informationen, welche Funktion er von 1940 - 1942 beim Kdr. d. Gend. Saarbrücken wahrgenommen hat?


    Es grüßt Dich
    Dieter

  • Servus Dieter,


    Gibt es Informationen, welche Funktion er von 1940 - 1942 beim Kdr. d. Gend. Saarbrücken wahrgenommen hat?


    diesbezüglich sind leider keine detaillierteren Angaben in seinen Personal- und Strafakten zu finden.
    Vielleicht kannst Du daraus irgendetwas ableiten :
    Im Schriftverkehr mit dem Wiener Gaupersonalamt der NSDAP ( Herbst-Winter 1940/41 ) gibt Grylka an er sei "dienstlich in die Westmark versetzt" mit Anschrift "Kaiserslautern Haspelstraße 8" / "Wohnsitz jedoch Wien"


    Ergänzungen / Korrekturen :
    01.09.1925 Eintritt in die Wiener Polize ( Sicherheitswache ) 1931 Beförderung zum Oberwachmann


    03.11.1938 - 06.04.1939 Polizeioffiziersschule Fürstenfeldbruck


    09.1939-02.1940 Polizeieinsatz im besetzten Polen
    zunächst in Krakau ( Ordnungsdienst u. Adjutant d. Kdr. )
    letzter Dienstort : Antonienhütte/Oberschlesien 36.Polizeirevier, Adolf-Hitler-Straße 108


    05.1945 Rückmarsch bis Unterdrauburg - gerät am 16.05.1945 in engl Kriegsgefangenschaft
    01.1945 Flucht aus dem britischen InternierungsLager Camp Wolfsberg - Aufenthalt in Wien mit gefälschten Papieren unter dem Namen Otto Schermann


    Liebe Grüße
    Niki

    ...VIRIBUS UNITIS...


  • Hallo,


    das Erste lässt darauf schließen, dass er etatmäßig versetzt wurde unter Beibehaltung der aktuellen Verwendung und ohne Anordnung des Umzugs zur neuen Dienststelle.


    Auf gut deutsch, Planstelle anderswo, Einsatzort im Protektorat bleibt - Grund war meistens eine Beförderung, für die man ihn irgendwo unterbringen musste.
    War bei der Polizei nicht unüblich.



    Gruß aus München
    Marcus

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  • Bisher waren mir nur die Personalakten zum Pol.-Batl. 252 im Hessischen Staatsarchiv Wiesbaden bekannt. Dies dürften dann nur die Akten von Angehörigen der PV Wiesbaden sein.
    Dass auch im Frankfurter Stadtarchiv Personalakten zum PB 252 existieren ist neu und interessant.


    Hallo Dieter,

    so allgemein gültig wollte ich das nicht formulieren.

    1944 wurden zumindest einige Polizei-Sanitäter in die Polizei-Sanitäts-Ersatzabteilung überführt, welche als Standort Berlin hatte. In diesem Zusammenhang gingen auch die Personalakten vollständig von Wiesbaden nach Berlin.

    Nach dem Ende des Krieges verblieben die Akten zunächst in Berlin und wurden dann vom Bundesarchiv in den 50’er Jahren an die PV Frankfurt zurück gegeben. Diese Rückgabe umfasste Personalakten und andere personenbezogene Dokumente. Die Liste liegt mir geschwärzt vor, ist aber im Bundesarchiv vorhanden.

    Die PV Frankfurt war seinerzeit eine städtische Behörde. Demzufolge gingen die Aktenbestände auch ins städtische Archiv und nicht ins Staatsarchiv wie heute üblich. Heute ist das Polizeipräsidium eine Landesbehörde.

    Im Stadtarchiv in Frankfurt müssten sich daher noch mehr Personalakten befinden. Möglicherweise ist das auch in anderen städtischen Archiven der Fall. Eine Anfrage könnte sich daher grundsätzlich lohnen.

    Viele Grüße
    Kai