Kämpfe nach dem 8.Mai 1945?

  • hallo,


    im Auftrag von einem Freund soll ich hier folgende Frage stellen:


    Zitat: Ich frage mich schon einige Zeit, ob es nach der Kapitulation noch Kriegsaktivitäten deutscher Soldaten gab (die natürlich zu dem Zeitpunkt noch nicht gefangen genommen waren). Weiß da jemand genaueres?
    ....



    Bin für jede Info dankbar.


    Gab es nicht nach der Kapitulation noch Aktivität auf See ?


    Lg,
    geri

  • Hallo geri,


    ich erinnere mich gelesen zu haben, dass v.a. die sich durch Jugoslawien, Slowakei & Tschechien zurückziehenden Einheiten sich der Partisanen und des Pöbels erwehren mußten. Einige Einheiten (Waffen-SS) versuchten im geschlossenem Verband und noch unter Waffen die Heimat zu erreichen. Bei diesen soll es gar zu Schußwechseln gekommen sein.


    MfG - Uwe

  • Aus "Jäger/Gejagte" von Jochen Brennecke. 8. unveränderte Auflage, S.442


    Auch U2511 kapituliert. Korvettenkapitän A.Schnee übergibt sein Boot vom Typ XXI in Bergen den Engländern. Schnee ist der einzige Kommandant,der mit einem der neuen großen Elektroboote noch vor der Kapitulation zur Feindfahrt auslief. Wenige Stunden nach der von Dönitz befohlenen Waffenruhe sichtet er einen britischen Kreuzer, dem er sich vermöge seiner hohen Unterwasserfahrt so vorsetzen kann, dass der Kreuzer mit absoluter Sicherheit versenkt worden wäre. Die gegnerische Abwehr ortet das Boot nicht.
    Aber Schnee gehorcht dem Befehl von Dönitz.
    Der erste und der einzige scharfe Torpedoschuß aus einem großen Elektroboot, der den Beweis erbracht hätte, dass die Hoffnungen in diese Typen voll und ganz berechtigt gewesen sind, bleibt im Rohr.
    Das oft so launenhaft verspielte Schicksal will es, dass Schnee später auf dem gleichen britischen Kreuzer über seine Erfahrungen mit dem Typ XXI gefragt wird. Die Briten sind nicht schlecht erstaunt, als sie erfahren, dass es nur eines einzigen Befehls von ihm bedurft hätte, und dieses Verhör wäre illusorisch geworden.



    Keine Kampfhandlung,aber in meinen Augen dennoch eine interessante Episode.



    Mfg
    Das Eisenschwein

    No poor damn bastard ever won a war by dying for his country. He won the war by making the other poor damn bastard die for his country.
    George S. Patton

  • Auch ich weiß von einem "Zeitzeugen" (Vater), daß noch 14 Tage nach der Kapitulation in der "Tschechei" bei dem Versuch sich nach Westdeutschland durchzuschlagen, Kampfhandlungen stattgefunden haben, und zwar mit "tschechischen Partisanen". Es war aber nur eine kleine Gruppe deutscher Soldaten (6 Mann) bewaffnet mit Handfeuerwaffen (Karabiner). Der Versuch endete dann in polnischer Gefangenschaft!

  • Hallo, aus eigener Erfahrung kann ich mitteilen, dass wir am 10. und 11. Mai 1945 noch Kämpfe mit Partisanen in der Tschechoslovakei, Nähe Pilsen, ausgetragen haben. Diese hatten die von den Deutschen angelegten Panzersperren geschlossen, um uns am Rückzug Richtung Österreich zu hindern. Die Sperren wurden von ihnen mit MG und Granatwerfern verteidigt.
    Mit der PAK kämpften wir sie nieder. Wir waren eine Gruppe von ca. 200 Fahrzeugen unter Führung eines Generals, der auf den Befehl von Gfsch. Schörner handelte.
    Froller

    froller

  • Auf der Suche im Internet - übrigens noch immer nach der Kampfgruppe Jeckeln! - bin ich in einem norwegischen Forum auf komische Hinweise zu Kämpfen nach '45 gestossen.


    Nur so aus Neugierde:
    (grobe eigene Übersetzung)


    "Am Ende des Krieges ergaben sich ca. 4.500 Soldaten der 19. Waffen SS. Div. nicht mit den anderen deutschen Einheiten. sondern gingen in die Wälder und begannen einen Partisanenkrieg gegen die sowjetischen Truppen. Dieser Kampf dauerte bis ca. 1956. Sie wurden in dieser Zeit von Zivilisten unterstützt. Scheinbar waren auch einige deutsche Soldaten darunter.


    Etwas später behauptet einer sogar:


    "Der Ritterkreuzträger und ehemalige SS-Unterscharführer Alfred Riekstins erst im Sommer 1959 in der Nähe von Frauenburg, Lettland getötet wurde".


    Mindestens der letzte Teil erscheint wie ein heroisches Märchen ewig Gestriger. Der erste Teil ist zwar auch etwas seltsam, klingt aber im Groben vorstellbar.


    Weiß jemand etwas über solche Geschichten?


    Gruß
    Jörg

    Meinen herzlichen Gruß,
    Jörg


    Ich suche Informationen zu: Landesschützen-Bataillon 681 - Infanterie-Regiment 538 - Grenadier-Regiment 537 - Füsilier-Bataillon 258 -
    le Flak-Abteilung 81 - Transportgruppe Todt - Transport-Korps Speer

  • Die 19. W.GrenDiv.d.SS bestand aus Letten.
    Als die Kapitulation des Kurlandkessel bekannt gegeben wurde, sind ein Teil der Angehörigen in den Untergrund gegangen. Die Masse dieser Widerstandsbewegung ist bis 1951 aktiv gewesen, danach sind immer weniger Aktivitäten nachweisbar.


    Riekstins soll illegal über Schweden nach Lettland gekommen sein. Einer Festnahme durch den NKWD widersetzte er sich und eröffnete das Feuer, am Laufe dieses "Gefechts" wurde er erschossen.


    Widerstandsbewegungen dieser Art sind in vielen Republiken der Sowjetunion feststellbar (Estlan, Ukraine), haben aber als aktive Bewegung "mit der Waffe in der Hand" die 50iger Jahre nicht überlebt.

    Suche alles zu Esten in Polizei, Wehrmacht & Waffen-SS

  • Weiß eigentlich jemand wie lange es noch nach 1945 kämpfende Gruppen (Wehrwölfe) in Deutschland gab?

    Bärwolf

  • Hallo Ultima,


    das klingt echt komisch.


    Gibt es irgendwo Informationen zu seinen Beweggründen? Waren es wohlmöglich noch mehr?


    Auf lettischen Seiten wird übrigens auch von Widerstand bis 1956 gesprochen.


    Wo kann man zu dieser Geschichte noch mehr Quellen finden?


    Gruß
    Jörg

    Meinen herzlichen Gruß,
    Jörg


    Ich suche Informationen zu: Landesschützen-Bataillon 681 - Infanterie-Regiment 538 - Grenadier-Regiment 537 - Füsilier-Bataillon 258 -
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  • Im Kriegsmuseum in Riga, das ich neulich besuchte, gibt es hierzu interessante Hinweise. Auch dort wird von Widerstand bis 1956 gesprochen.

    Bärwolf

  • hi,
    ich kenn mich zwar ned so genau aus in dem Thema, aber ich denke ich hab schon mal was gehört das auf dem Balkan noch eine gewisse SS-Division "Handschar" noch nach der Kapitulation weitergekämpft hat. Wie lange allerdings entzieht sich meiner Kentniss
    gruß
    tom

    "Man muß sich bemühen, die Mehrheit der Stimmen auf seiner Seite zu haben: Also beleidigt mir die Dummköpfe nicht!" Alexander Sergejewitsch Puschkin

  • Sorry für die Zwischenbemerkung - ich habs geschnallt - der Herr Riekstins war Lette!


    Ich dachte schon.

    Meinen herzlichen Gruß,
    Jörg


    Ich suche Informationen zu: Landesschützen-Bataillon 681 - Infanterie-Regiment 538 - Grenadier-Regiment 537 - Füsilier-Bataillon 258 -
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  • Ratschbum das glaube ich nicht wirklich...


    Sowohl für Estland als auch Lettland wird das Ende des Widerstandes mit 1956 abgegeben. Als wichtigster Grund für das Ende wird die Niederschlagung des ungarischen Aufstandes genannt, durch das nicht tätig werden des Westens hatte man keine Hoffnung mehr Hilfe von dort zu erhalten um die Unabhängigkeit von der SU zu erreichen...


    Zu Riekstins: sein korekter Name: Alfreds Riekstins, geb. 1913 in Tukkums, Lettland. Gestorben am 11.09.1952

    Suche alles zu Esten in Polizei, Wehrmacht & Waffen-SS

    Edited once, last by Ultima ().

  • Hallo,


    ich habe mal gehört, (von einem der einen kennt, der einen kennt usw.) das auf Rügen, in einigen unzugänglichen Gebieten noch geringe SS-Kräfte partisanenartig Wiederstand geleistet hätten, nach der Kapitulation.


    Ob und inwieweit das stimmen kann, enzieht sich meinem Wissen.....



    liebe Grüsse


    Hans

  • Naja, "partisanenmäßige Kämpfe in dortigen "unzugänglichen Gebieten auf Rügen" wohl "eher" nicht! ;) So viele Anführungszeichen gibt es ja gar nicht..., aber schöne Story, hatte "Der Landser" wohl auch noch nicht und Du selbst warst wohl auch noch nicht auf der schönen Urlaubsinsel! ;)


    Interessant dagegen wäre ob z. B. die in der Tschechei trotz der offiziellen Kapitulation stattgefundenen Kämpfe der sich nach Westen rettenden dt. Einheiten und Tötungen von Gefangenen durch Freischärler noch im weitesten Sinne unter "Kriegsrecht" oder schon unter die Morde an Deutschen nach Kriegsende fallen.

    Edited 3 times, last by Hoth ().

  • Hallo,


    was hat mir das gefehlt, gut wieder hier zu sein bei Hoth. :D



    Wie ich sagte "Hören-Sagen" 3.Klasse, ich kann´s weder bestätigen noch wiederlegen, und nein, ich war noch nicht da. ;)



    liebe Grüsse


    Hans

  • Hallo,
    gehört zwar nicht direkt zum Thema, aber stelle die Frage dennoch mal:
    Seinerzeit im Netz gelesen, (leider finde ich die Seite nicht wieder :(!), daß es nach der Kapitulation im Februar 43 in Stalingrad, noch bis in den März/April 43 zu Kampfhandlungen gekommen sein soll.
    Hat jemand mehr Infos ?
    Grüße ;)

  • Zu der ursprünglichen Frage - ich weiß von meimem Vater, der bei der LAH war, daß sie irgendwo im Osten (ich bin mir fast sicher, daß er sagte - in Russland) mit russischem Material und russichen Waffen noch eine Woche nach Kriegsende kämpften und sogar Dörfer zurückeroberten. (ich vermute fast, daß die Dörfer hier nur ein paar kaputte Hütten am A*** der Welt waren)
    Eigener Nachschub gab es ja schon lange nicht mehr. Durch Fehlinformation über die "Wunderwaffen" waren sie vom letztendlichen Sieg überzeugt.


    Leider nur sehr vage info´s.

    Si vis pacem parabellum