BRABAG u. Oberschlesische Hydrierwerke AG

  • Hallo,


    ich hoffe wir haben hier einige Spezies zum Thema Unternehmen der
    Treibstoffherstellung.


    Hintergrund ist folgender:


    Ich bin im Besitz von Kopien von drei Dokumenten der genannten Unternehmen, für
    die mein Urgroßvater gearbeitet hat.


    - Ein Werksausweis der Oberschlesischen Hydrierwerke AG, Werk Blechhammer, wurde
    am 27. Juli 1944 ausgestellt.


    - Ein Schriftstück mit den Personalien meines Urgroßvaters, ebenfalls von der
    Oberschlesischen Hydrierwerke AG, leider ohne Datumsangabe, wurde für den "Bau
    1525" in Blechhammer ausgestellt. Letzteres scheinbar eine Art Zutrittsberechtigung.


    - Ein Bunkerausweis für den Bunker "Nilperd I", von der BRABAG, Werk Magdeburg,
    wurde bereits am 15. November 1944 ausgestellt.


    Mein Anliegen ist es nun natürlich zu klären bzw. nachzuvollziehen, warum mein
    Urgroßvater nach nur ca. 3 1/2 Monaten Betrieb und Standort wechselte. Dabei ist
    mir natürlich bewusst das die die banalsten Gründe haben kann.


    Meine Fragen sind deshalb folgende:


    - Onkel "google" sagte mir das Werk Blechhammer wurde regelmäßig und sehr intensiv
    von westalliierten Bomberverbänden bombardiert. Ist bekannt ob das Werk
    Blechhammer seine Produktion nach dem 27. Juli 44 einstellte, oder zumindest
    drosselte, sodass Personal von dort vielleicht an die BRAMAG abgesteuert wurde?


    - Ist allgemein bekannt ob Personal zwischen BRABAG und Oberschlesische
    Hydrierwerke AG ausgetauscht wurde?


    - War die Personalfluktuation bei Hydrierwerken hoch, sodass die geringe Zeitspanne
    zwischen Oberschlesische Hydierwerke AG und BRABAG gar kein so großes Kuriosum
    ist wie ich momentan denke?


    Anbei die genannten Dokumente, vielleicht liest ja noch einer eine interessante
    Information daraus, die mir bisher nicht aufgefallen ist. Ich fürchte jedoch das nicht viel
    aus den Dokumenten herauszuholen ist.


    Gruß und Dank
    Tobias

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    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

    Edited 4 times, last by Tobias Giebel ().

  • Hallo, Tobias,


    da Dein Ur Opa Installateur von Beruf war, nehme ich an, dass er "gesprungen" ist, um durch Bombenangriffe, entstandene Schäden zu reparieren.
    Die Hydrierwerke waren wichtige Produzenten von synthetischem Treibstoff
    für den Bedarf der Wehrmacht.
    Deswegen wurden Reparaturen so schnell, wie möglich, ausgeführt.
    Und wenn nicht genug Personal vorhanden war, wurde es woanders abgezogen.


    Die Hydrierwerke im Chemiedreieck Magdeburg-Halle-Merseburg, wurden ab ca. 1943 regelmässig bombardiert, die im Bereich Heydebreck, Cosel, Blechhammer, ab Sommer 1944.



    Edit: Blechhammer wurde von Juli '44 bis Dezember '44, 16 mal von der 15. USSAF angegriffen; Magdeburg von Mai '44 bis März '45, 14 mal von der 8. USSAF (nur Hydrierwerke)



    Quelle: Chronik der 8.USAAF 1941 - 1945

    Gruß
    Gerd (der aus Bielefeld)

    Edited once, last by Gerd Wolf ().

  • Hallo Gerd,


    danke für deine Antwort.


    Dieser banale Grund ist mir auch in den Sinn gekommen, wahrscheinlich war es einfach
    so. Angeblich gab es ein Foto in Uniform von ihm, WASt-Anfrage ist gestellt, ich bin mal
    gespannt.


    Gruß
    Tobias

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    Kristian Eivind Espedal

  • Hallo,


    die Antwort von der WASt ist Anfang Dezember bei mir eingetroffen.


    Nach seiner Grundausbildung in der 6./Nachrichten-Ersatz-Abteilung 13 war er vom
    30.08.1940 bis zum 11.11.1943 bei Landesschützenformationen. Erst in der 2./
    Landesschützen-Bataillon 712 später dann in der 5./Landesschützen-Bataillon 701
    (2./712 wurde zu 5./701, was wunderschön ins Gesamtbild passt).


    Vom 12.11.1943 bis zum 03.12.1943 war er in der Stammkompanie des Grenadier-
    Ersatz-Bataillon 84. Von dort "entlassen nach Eichborn".


    Meine Frage:


    Was ist Eichborn? Im Forum sowie bei "google" findet man Eichborn nur in Verbindung
    mit dem gleichnamigen Verlag. Ist oder war dies ein Ort? Ein Lager auf einem
    Truppenübungsplatz?


    Ich würde diese letzte Angabe in der WASt-Auskunft gern verstehen.


    Dank im Voraus
    Tobias

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    Kristian Eivind Espedal

    Edited 3 times, last by Tobias Giebel ().

  • Hallo Tobias,


    müßte ein Ort sein, der ggf, falsch wiedergegeben wurde. Wo hat er denn gelebt?


    Grüße


    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Thilo,


    einen Ort Eichborn kann ich mit besten Willen nicht finden.


    Wohnort war Wittingen in Niedersachsen.


    Gruß
    Tobias

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    Kristian Eivind Espedal

    Edited 2 times, last by Tobias Giebel ().

  • Hallo Thilo,


    ich danke dir vielmals für deine Hilfe und dein Bemühen!


    Einen Zusammenhang kann ich leider nicht erkennen, denn seine Ausweise geben nur
    Auskunft über Standorte in Magdeburg und Blechhammer.


    Soweit ich gesehen habe war Eichborn damals eher ein größerer Gutshof mit 95
    Einwohnern. Würde das als Meldung an die WASt überhaupt so stehen? Wurde da nicht
    der nächst größere Ort oder die Kreisstadt als Entlassung genannt?


    Gruß
    Tobias

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    Kristian Eivind Espedal

  • Hallo, Tobias,


    Standort des Grenadier-Ersatz-Bataillon 84 war Cosel in Oberschlesien. Wenn sich dieses Eichborn weit weg befunden hätte, dann hätte man sicher zumindest die Provinz o.ä. angegeben. so wie es ist würde ich davon auszugehen, daß sich der Ort nicht allzu weit weg befindet (Fahrstrecke Cosel-Eichborn gut 100km)


    Grüße


    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Uwe,


    ich weiß nicht woher die von Dir verlinkte Site ihre Infos hat, aber meine stammen vom Messtischblatt 4975 Schönwalde von 1938. Vergl. auch mit google maps.


    Chudobas gibt es mehrere.


    Hier das richtige:


    http://pl.wikipedia.org/wiki/Chudoba_(gmina_Byczyna)


    Grüße


    Thilo

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  • Hallo Thilo, ok,


    hier gibt es den Ort auch nicht


    http://www.kartenmeister.com/p…ges/Oberschlesien1937.jpg


    möglw. ist er einfach zu klein, um auf einer "richtigen Landkarte" zu erscheinen. (oder war nicht eigenständig und gehörte zu Bischdorf)


    Den Ort, wo meines Vaters Familie Haus & Hof hatte, gibt es übrigens auch nicht, weder auf der Karte Niederschlesiens noch in der Liste der Orte.... Schweretau....


    Uwe

  • Hallo Uwe,


    Schweretau, Amtsbezirk Kawallen, Kreis Trebnitz.


    Gibt es noch, scheint aber keinen eigenen Ortsnamen mehr zu haben:


    51.3029943N 16.9822347E


    Unten auf "Primärquelle" MTB 4667 Prausnitz.


    Frohes Neues


    Thilo

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  • Hallo Uwe,


    gerne geschehen, ein schön stimmungsvolles Bild, wäre eine prima Gemäldevorlage.


    Grüße


    Thilo

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  • Hallo Tobias !


    Könnte Eichborn ein Tarnname für ein Treibstofflager sein ?


    Hier in meiner Gegend (= Hitzacker) gab es die WIFO HELLBERG.


    Wobei Hellberg ebenfalls ein Tarnname war.


    Ich habe vor kurzem ein Buch über die WIFO in Hitzacker gelesen, verfasst von einem ehemaligem Mitarbeiter, und der schreibt von vielen kurzfristigen, befristeten Versetzungen in andere Tanklager. Sogar bis zu den Ölfeldern nach Rumanien ( bei Ploesti).


    mfg Bert

  • Hallo Margarete, Hallo Bert,


    ich werde wohl nochmal in Berlin anrufen und hoffen dass man mir dieses uminöse "Eichborn" näher erläutert.


    Sobald bzw. sofern es neue Erkenntnisse gibt melde ich mich.


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

    Edited once, last by Tobias Giebel ().

  • Hallo,


    habe heute bei meiner, übrigens sehr netten und hilfsbereiten, Sachberarbeiterin angerufen.
    Leider konnte sie mir keinerlei klärende Angaben machen. Klar ist nur, dass definitiv Eichborn in
    den Unterlagen der WASt steht, eine Verwechselung mit der eigenen Anschrift also auszuschließen
    ist.


    Da, wie ja auch schon von Thilo angesprochen, das hier im Thread gefundene Eichborn nicht
    wirklich weit von Cosel entfernt liegt und aus Mangel an alternativen Eichborns, wird es sich wohl
    tatsächlich um das schlesische Eichborn handeln. Warum, wieso, weshalb wird wohl leider ein Geheimnis
    bleiben.


    Ich bedanke mich nochmals recht herzlich bei allen Helfern und Helferinnen!


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

    Edited 3 times, last by Tobias Giebel ().

  • Hallo Tobias,


    käme "Cherchez la femme" als Grund für Eichborn in Frage?


    Grüße


    Thilo

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