Beutewaffen in der Wehrmacht

  • Guten Tag,
    Franz Kosar schreibt unter Artillerie des 20. Jahrhunderts -Leichte Feldgeschütze-
    Sowjetunion:
    Feldkanone76,2 mm M36 in der Anmerkung: Beutegeschütze im Deutschen Reich als PAK abgeändert.
    Ebenso zur Feldkanone 76,2 M 39 (USW) die gleiche Anmerkung.
    Zur Feldkanone 76,2 M42 folgende Anmerkung: Kombination von Feldkanone
    und PAK. Nach dem II. Weltkrieg bei allen Ostblockstaaten eingeführt.
    Kosar beschreibt 10 76,2 mm Feldkanonen der Sowjetunion.
    Gruß Paule

  • Tag allerseits,


    ist, wo "der Führer" drauf steht, auch "der Führer" drin?


    Da man diese Formulierungen wie "Der Führer hat befohlen" oder "Der Führer hat angeordnet"
    relativ oft liest, bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass es nur eine Art und Weise ist, die strikte
    Einhaltung bzw. Priorität zu fordern.


    Ist es sicher das wirklich Adolf Hitler diese ganzen Dinge entschieden hat?


    Hitler war der geborene Erbsenzähler!


    Wenig bekannt : Hitler kümmerte sich bei den Auftritten in Nürnberg um alles selber. Bauten, Choreographie und um (scheinbare) Kleinigkeiten wie die Größe der Fahnen. Da war er in seinem Element.


    Er mischte überall mit und befasste sich auch mit banalen Kleinigkeiten, vor allem im Krieg, was Ausrüstung und Bewaffnung betraf.
    Ein militärischer Führer war er ohnehin nicht und so befasste er sich auch tagtäglich mit Kleinkram. Er war der Typ Chef, der auch
    fortwährend durchregierte.


    Damit scheint wohl klar zu sein, dass sich vielfach Hitler persönlich mit seinen Erlassen beschäftigte, so wie das Erbsenzähler eben tun!



    Gruß
    Bert

    Edited 3 times, last by Jahrgang39 ().

  • Hallo Tobias,


    die Detailliebe und das umfassende technische Wissen des Führers in Bezug auf Waffen ist durch unendlich viele Zeugenaussagen und Dokumente überliefert. In dieser Hinsicht konnte der "kleine Grabengefreite" mühelos Fachleute bloßstellen oder unter den Tisch reden.
    Wenn man einmal Auszüge aus dessen protokollierten Tischgesprächen gelesen hat, besteht kein Zweifel an dieser höchstpersönlichen Anordnung.


    Gruß
    Udo

  • Hollo,
    es ist noch immer die Frage offen, wird vorgelegt, oder muß jede Kleinigkeit vorgelegt werden?
    Gruß Paule
    Würde "er" es denn bemerken, wenn ein Genaral die Sache allein entschieden hat?
    Wahrscheinlich hätte aber einer der Herren gepetzt!!!
    Nach dem Motto Führer ich weis was.
    Ist es eigentlich bekannt, ob es Soldaten / Mitarbeiter gab, die Hitler im Dienst duzten?

  • Hallo Paule,


    wie wir festgestellt haben, war die Änderung der Bezeichnung nicht kriegsentscheidend.


    darum geht es hier aber ebenso wenig wie um die Frage ob Hitler im Dienst von jemanden gedutzt wurde und wer ihm welche Unterlagen vorlegte.


    Wie du es in deinem anderen Post schon richtig erwaehnt hattest und ich es auch bereits angefuehrt habe,waren die erbeuteten russischen Artillerie-Feldkanonen im Kaliber 7,62cm erst durch den deutschen Umbau zu reinen Panzerabwehrkanonen (wie Pak 36(r)) geworden.
    Die russische 76mm Kanone 42(SIS-3) war ebenso eine Feldkanone,welche als Mehrzweckwaffe auch sehr gut zur Panzerabwehr geeignet war.


    Als reine russischen Panzerabwehrkanonen galten lediglich die Kanonen im Kaliber 45mm und 57mm!


    Daher ist es doch wohl nur mehr als logisch ,dass erbeutetes Geraet auch unter der korrekten Bezeichnung gefuehrt werden sollte.



    Gruss Chris

  • Hallo,



    werden Beute-Panzer aus den Beute-Panzer-Kompanien in den KTB bei den Angaben der einsatzbereiten Panzer (unter Punkt 6)) mitgezählt?

    Ich kann da keine Hinweise zu finden.


    Hier mal zwei Beispiele aus dem KTB der AA Narwa:



    14.04.1944 4.) Eingetroffen: Pz.Beute-Kp.285


    Hier die Panzerlage der Tage vor und nach der Eingliederung. Demnach wäre max. anzunehmen, daß die Komp. 5Stk. Sturmgeschütze mitbrachte.


    12.04.1944 6.) 6 Pz.VI, 3 Pz.V, 9 Pz.IV, 33 St.Gesch., 10 Sf.

    13.04.1944 6.) 6 Pz.VI, 3 Pz.V, 11 Pz.IV, 34 St.Gesch., 10 Sf.

    14.04.1944 6.) 7 Pz.VI, 2 Pz.V, 12 Pz.IV, 39 St.Gesch., 10 Sf.

    15.04.1944 6.) 8 Pz.VI, 2 Pz.V, 12 Pz.IV, 39 St.Gesch., 9 Sf.

    16.04.1944 6.) 6 Pz.VI, 3 Pz.V, 11 Pz.IV, 34 St.Gesch., 10 Sf.



    22.02.1944 4.) Ausgeschieden: Beute-Pz.Kp.207


    Hier die Panzerlage der Tage vor und nach der Ausgliederung. Ich gehe davon aus, daß Panzer V und VI nicht Bestandteile einer Beute-Komp. sind (Pz IV schon möglich). Mir fehlt aber einfach ein Hinweis auf andere Panzer als IV, V, VI, wie z.B. T34.


    20.02.1944 6) 23 Pz.VI, 13 Pz.V, 11 Pz.IV, 20 Stu.Gesch., 7 Sf.

    21.02.1944 6) 26 Pz.VI, 13 Pz.V, 8 Pz.IV, 19 Stu.Gesch., 7 Sf.

    22.02.1944 6) 19 Pz.VI, 13 Pz.V, 8 Pz.IV, 21 Stu.Gesch., 7 Sf.

    23.02.1944 6) 20 Pz.VI, 13 Pz.V, 7 Pz.IV, 24 Stu.Gesch., 6 Sf.

    24.02.1944 6) 24 Pz.VI, 13 Pz.V, 9 Pz.IV, 27 Stu.Gesch., 7 Sf.

    25.02.1944 6) 22 Pz.VI, 14 Pz.V, 8 Pz.IV, 25 Stu.Gesch., 6 Sf.


    Grüße

    george

  • Hallo George,

    die Beute Panzer der Kompanien 207 und 285 sind in diesen Berichten der Panzerlage sicher nicht bzw. nicht richtig erfasst. Es müssten sonst T26 (207) oder T34 (285) dort auftauchen. Es tauchen ja aber auch keine Typen wie Pz. III, Pz. II, Schützenpanzer, Spähwagen, etc. auf. Das liegt wohl einfach daran, dass nur Panzer mit "Kampfkraft" gegen sowj. Panzer für die Panzerlage von Bedeutung waren. Alles andere war ja schön und gut aber für Abwehr- und Angriffsoperationen nur nachgeordnet interessant.

    Die Beute Panzer Kompanien wurden in der Regel auch nur für Sicherungsaufgaben eingesetzt.

    In den Meldevordrucken zur Panzerlage sind auch oft gar keine Spalten für Beute Panzer vorgesehen. Pz. IV hatten die Beute-Panzer-Kompanien sicher nicht!

    Es könnte aber sein, das im Vordruck zur Meldung, die keine Spalte für T34 hatte, diese z.B. in der Spalte "Pz. IV" eingetragen wurden und in der Überschrift Pz.IV durch T34 ersetzt. Beim Zusammenfassen der Meldungen gingen solch kleine Details oft verloren.

    Beste Grüße

    Werner

  • Guten Morgen Werner,


    vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Im Nachhinein kann ich alles logisch nachvollziehen. Bin von T34 Tanks ausgegangen, der ja schon Kampfkraft hätte.


    Beim googlen gestern wurde erwähnt, daß die Rote Armee auch deutsche Beute-Panzer eingesetzt hat. Bilder findet man dazu, aber sind Berichte von Fronteinsätzen bekannt?


    Grüße

    george

  • Hallo George,

    deutsche Berichte von Begegnungen mit ehemals deutschen Panzern im Einsatz auf russ. Seite kenne ich nicht.

    Die Russen entwickelten auf dem Fahrgestell erbeuteter Panzer III ein Sturmgeschütz SU 76i mit 76mm Kanone. Davon wurden ca. 200 Stück produziert und gelangten auch in den Fronteinsatz. Es gibt sogar davon Fotos von erbeuteten Stücken wieder auf deutscher Seite im Einsatz.

    Beste Grüße

    Werner