Informationen zu Stab III./ Polizei-Regiment 13

  • Hallo,


    kann mir jemand nähere Informationen zu dieser Einheit und deren Aufgabe im Jahre 1944 zukommen lassen?


    Stab III./ Polizei-Regiment 13


    Danke!


    edeoppa

  • Hallo,


    das SS-Polizei-Regiment 13 wurde im März/Juni 1944 von Russland in die Ostmark verlegt, in den Bereich des Befehlshabers der Ordnungspolizei (BdO) Salzburg, Wehrkreis XVIII, zur Partisanenbekämpfung. Ab April 1944 war das III. Bataillon (ehemals Polizeibataillon 301 aus Bochum) in der Untersteiermark eingesetzt. Danach folgten Einsätze in der Oberkrain bei Laibach.


    Wie war der Name des Hauptmanns?


    Viele Grüsse Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Hallo Daniel,


    vielen Dank für die Antwort. Du hast meinen Feldpostnummer- Thread gelesen, richtig?


    Der Name ist Reinhard Münzer. Er war unter seinen Leuten als "Der schwarze Hauptmann" bekannt. Warum auch immer. Vermutlich der pechschwarzen Haare wegen.


    Wie beschrieben fiel er am 17.10.44 in der Nähe eines Ortes Namens St. Andre´.
    Sein Batallionskommandor, der auch den Feldbrief mit der Todesnachricht gezeichnet hat, hieß Major Herrlich.


    Beste Grüße,


    edeoppa

    Edited once, last by edeoppa ().

  • Hallo,


    ja, ich habe den interessanten Thread verfolgt.
    Ich dachte, bei einem Hauptmann stehen die Chancen mittlerweile recht gut, etwas herauszufinden.


    Leider konnte ich zu deinem Großvater in meinen Unterlagen auf die Schnelle nichts finden, bleibe aber am Ball.


    Major d.SchP. Paul Herrlich (PV Oberhausen) wurde mit Wirkung vom 3. August 1944 Kommandeur des III./SS-Pol.Rgt. 13. Er löste Major d.SchP. Herrmann Dahm (PV Rostock) ab.


    Viele Grüsse Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Hallo zusammen,


    als Ergänzung


    Am 17.Oktober 1944 wurde beim Spitzbauer-Hof, einem Bauernhof, der in einer bewaldeten Schlucht zwischen Lamm und Pölling, nur 3 km von St. Andrä entfernt, wo sich ein starker Stützpunkt der SS-Polizei – eine Kompanie des SS-Pol.Rgt 13 – die Partisaneneinheit, die am Abend des 16.Oktober 1944 das Glimmerbergwerk St. Leonhard – Wölfnitz angegriffen und zerstört hatte, zerschlagen.
    Es handelte sich bei diesen Partisanen um keine der dort ständig eingesetzt gewesenen Einheiten, sondern anscheinend um eine „russische“, speziell für diesen Auftrag erst kurze Zeit zuvor in diesen Raum abgestellte, mit englischen und amerikanischen Maschinenpistolen erstklassig bewaffnete Truppe, über die es auch in den Unterlagen der Partisanen der OF kaum Hinweise gibt. Es soll sich um einen Stamm von etwa 20 Mann gehandelt haben, die sich dann im Raum St. Andrä zunächst durch Befreiung von russischen Zwangsarbeitern verstärkte, so am 13.Oktober 1944 u.a. bei der Befreiung eines Kriegsgefangenenlagers bei St. Philippen.
    An diesem 13.Oktober sollen diese Partisanen auch St. Andrä selber angegriffen haben, wobei sie u.a. 4 Angehörige der SS-Pol.Rgt 13 sowie 1 Kosaken-SS-Obersturmführer erschossen.


    Das Glimmerbergwerk – Glimmer war ein wichtiges Isolationsmaterial – war eines von nur zwei dieser Art im Deutschen Reich. Bei dem Angriff am Abend des 16.Oktober 1944 fielen von der Wache mit 10 Kosaken, 4 Polizisten und 3 Werkschutzmännern zwei Kosaken, einer wurde verwundet und verbrannte lebend in einem der sieben in Flammen aufgegangenen Gebäuden des Werkes, darunter ein Magazin mit Ersatzteilen und Vorräten. Der Materialschaden betrug nach Schätzungen 400 000 Reichsmark, die Produktion lag trotz aller Bemühungen drei Monate still.
    Die Partisanen, die sich u.a. erneut durch beim Bergwerk befreite russische Zwangsarbeiter verstärkt hatten, zogen sich nach Überfall dann auf den Spitzbauer-Hof zurück und blieben dort, bis sie anscheinend am Nachmittag des 17.Oktober 1944 durch die SS-Polizei angegriffen wurden.
    Bereits zu Beginn des Gefechtes fielen viele Partisanen, trotzdem wehrten sich die Anderen aus den Gebäuden des Hofes hartnäckig. Es kam schließlich zum Kampf „bis aufs Messer“, bei denen noch eine zusätzliche Zahl von Kämpfern, in erster Linie der befreiten Arbeiter, niedergekämpft wurde.
    Dem Rest gelang die Flucht in einen Graben unterhalb des Hauses und von dort in den bewaldeten Berghang auf der gegenüberliegenden Seite, darunter auch die überlebenden Zivilisten des Hofes.
    Im Kampf fielen 3 Polizisten, darunter ein Offizier, 4 wurden verletzt. Bei dem Gefecht starben auch 6 Zivilisten.
    Die Verluste der russischen Einheit werden unterschiedlich überliefert, am wahrscheinlichsten ist die Annahme, dass die Gruppe zum Schluss etwa 55 Personen zählte und 28 davon gefallen sind. Unter den Gefallenen befanden sich größtenteils die Neumobilisierten, die sich offenbar beim deutschen Angriff nicht zurecht fanden und auf dem Hof ziellos hin- und herrennend getötet wurden. 2 Gefangene wurden von der Polizei nach Unterdrauburg/Dravograd gebracht, wo sie angeblich gehängt wurden.


    Die überlebende „russische“ Partisanentruppe, anscheinend 40 – 50 Mann, stieß bei dem Versuch, sich wieder nach Süden über die Drau abzusetzen, am 20.Oktober 1944 um halb 3 Uhr in der Früh in Rabensteingreuth bei Lavamünd auf ein Einsatzkommando der Gestapo-Außenstelle Unterdrauburg. Laut dem ersten Bericht sollen 16 Partisanen, darunter eine Frau, gefallen sein; am nächsten Tag wurden 2 weitere Gefallene registriert, also insgesamt 18.
    Vier Russen, die von der Truppe befreit worden waren und die den Marsch nach Süden mitgemacht hatten, meldeten sich am 27.Oktober 1944 am Gendarmerieposten Gutenstein/Ravne na Koroskem.
    (Marjan Linasi, Die Kärtner Partisanen. Der antifaschistische Widerstand im zweisprachigen Kärnten unter Berücksichtigung des slowenischen und jugoslawischen Widerstandes, Hermagoras Verlag, 1. deutsche Auflage 2013, S. 238 – 242)


    Zu Reinhard Münzer siehe auch
    http://www.online-ofb.de/famre…nachname=M%FCNZER&lang=de


    Ist das der selbe Mann???



    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Roland,

    ein, wenn auch sehr spätes Dankeschön für Deine Recherche- Unterstützung.


    Beste Grüße,

    edeoppa

  • Hallo,


    diese Gefecht war am 17.Oktober 1944 beim Spitzbauer-Hof, einem Bauernhof, zwischen Lamm und Pölling, nur 3 km von St. Andrä entfernt.

    St. Andrä ist auf zweisprachige Kärnten, nicht in Steiermark.

    link: https://de.wikipedia.org/wiki/Sankt_Andr%C3%A4_(K%C3%A4rnten)


    Reinhard Münzer ist auch bei Volksbund (VdK) gelistet, aber als Muenzer:


    Nachname: Muenzer

    Vorname: Reinhard

    Dienstgrad: Polizei-Hauptmann

    Geburtsdatum: 03.12.1909

    Geburtsort: Leisnitz

    Todes-/Vermisstendatum: 17.10.1944

    Todes-/Vermisstenort: b. Spitzbauer/Stmk.


    Reinhard Muenzer ruht auf der Kriegsgräberstätte in Klagenfurt-Annabichl. Endgrablage: Gruppe R Block 17A Reihe 17 Grab 6




    Alle Daten stimmt. Todesort ist richtig: Spitzbauer- Hof, nur Stmk. ist falsch. Richtig ist Kärnten.


    Grüsse

    Darko

    The trouble with facts is that there are so many of them. Samuel McChord Crothers