Heiratserlaubnis

  • Hallo,


    in dem Wehrmachtsgesetz, das hier (Kriterien der Wehrpflicht 1935) erwähnt wurde, steht, daß ein Angehöriger der Wehrmacht die Erlaubnis seines Vorgesetzten braucht, wenn er heiraten wollte. Mußte diese Erlaubnis explizit schriftlich vorliegen, oder reichte es z. B. wenn sein Vorgesetzter ihm den Heiratsurlaub genehmigte?
    Einer meiner Onkel hat während des Krieges geheiratet, die Urkunden, die er für den "Ariernachweis" brauchte, liegen mir vor, vollständig, soweit ich es beurteilen kann, aber eine Genehmigung von der "Wehrmacht" gibt es nicht.


    Gruß
    Monika


    Link von Lexikon- zu Forum-dW aktualisiert; kkn

  • Hallo


    Es gab einen Heiratserlaubnisschein aber auch in den Vorschriften steht nicht ob der jetzt vorliegen musste. Aber ich nehme an wenn es einen Schein gab musste dieser auch vorgewiesen werden.


    \Christoph

  • Hallo,


    "Auszug der
    Heiratsordnung
    Verordnung über das Heiraten der Angehörigen der Wehrmacht.
    vom 1.4. 1936 - H. Dv. 3/6 Abschnitt III


    8. Über die erteilte Heiratserlaubnis ist dem Antragsteller zur Vorlage bei dem Standesbeamten eine Bescheinigung auzuhändigen.
    Beglaubigte Abschrift ist dem Wehrmacht-Geistliche zu übersenden.


    Ausführungsbestimmungen:


    7. Falls ein anderer Geistlicher - auch der Pfarrer der Braut - die Trauung vollziehen soll, so ist mindestens 14 Tage zuvor bei dem zuständigen Wehrmacht - oder Zivilgeistliche der Erlaubnisschein (Dimissoriale), der unent-
    geltlich ausgestellt wird, zu erbitten. Wenn dieser Erlaubnisschein aus besonderen Gründen nicht gewährt wird, hat der zuständige Geistliche statt desselben unentgeltlich zu bescheinigen, daß die Erlaubnis nachgesucht worden ist."


    Quelle: Heeresverwaltungs-Taschenbuch Jahrgang 1942/43


    MfG Lemmy

  • Hallöle,


    hier ein paar zusammengefasste Informationen zum Thema "Heiraten in der Wehrmacht".


    Einiges wurde ja oben schon genannt. Auch zu den beigefügten Seiten lassen sich noch zusätzliche Informationen im Hinblick auf Abstammungsnachweise, Darlehen, Führungszeugnisse, Heiratsdarlehen etc. gelegentlich einstellen.


    http://imageshack.us[/IMG]


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    [Blocked Image: http://img218.imageshack.us/im…tsordnungderwhseitjf5.jpg]


    [Blocked Image: http://img502.imageshack.us/im…tsordnungderwhseitiv1.jpg]


    und eine Musterbescheinigung:


    [Blocked Image: http://img239.imageshack.us/im…tsordnungderwhseitvk2.jpg]


    (Quelle: Handbuch für HFw der Kriegsmarine zugleich Handbuch für Disziplinarvorgesetzte vom 03.01.1943.)


    Gruß
    AcdC

  • Hallo,


    danke für Eure Antworten.


    Hätte ich mir eigentlich denken können, daß auch dies ausführlich gesetzlich geregelt war ...
    Schließlich gab es sogar eine Käseverordnung (hieß wirklich so :D ), über die ich kürzlich durch Zufall gestolpert bin.


    Gruß
    Monika

  • ... OT "verlorene Scans" ...


    (Quelle: Handbuch für HFw der Kriegsmarine zugleich Handbuch für Disziplinarvorgesetzte vom 03.01.1943.)


    Hi allseits,


    falls jemand aushelfen könnte - würde gern nachlesen.


    Grüße, Kordula

  • Hallo zusammen
    Ich habe nur eine Frage: Wo kann ich eine Heiratsgenehmigung finden? In Zeitraum 1940-42, in Frankreich, ein Offizier eine Beziehung mit einer Französin gehabt hat.
    Er hat eine Heiratserlaubnis gemacht, um der Frau zu heiraten.
    Der Soldat war in Royan stationniert.

    Kann jemand mich informieren?


    Grüß aus Frankreich
    Georges
    PS: Deutsch ist nicht meine Mutter Sprache!!

  • Hallo,


    hier mal ein Auszug zu den Vorgaben für Eheschließungen bei Offizieren der Wehrmacht aus dem Jahr 1937:


    XII. Heiratsbestimmungen für den Offizier
    Alle Angehörigen der Wehrmacht bedürfen auf Grund des Wehrgesetzes zur Heirat der Erlaubnis ihrer Vorgesetzten.
    Die Genehmigung wird nicht vor Vollendung des 25.Lebensjahres oder des 6.Dienstjahres erteilt.
    Die Heiratserlaubnis muß schriftlich bei dem für die Genehmigung zuständigen Vorgesetzten (dies ist der Kommandeur
    des Regiments bzw. selbständigen Verbandes; bei Behörden oder höheren Stäben der nächste Disziplinarvorgesetzte)
    beantragt werden. Voraussetzung für die Heiratserlaubnis ist, daß
    a) die Braut deutschblütig oder artverwandten Blutes ist,
    b) die Braut einen einwandfreien Ruf genießt, selbst achtbar und staatstreu ist und einer
    achtbaren und staatstreuen Familie angehört
    c) der Antragsteller und die Braut schuldenfrei sind
    d) die Führung des Haushaltes geldlich gesichert ist
    e) die Voraussetzungen der Gesetzes zum Schutz der Erbgesundheit des deutschen Volkes (Ehegesundheitsgesetz vom 18.10.1935)
    erfüllt sind
    f) ist die Braut geschieden, so ist das Scheidungsurteil nebst Gründen beizufügen
    Der Vorgesetzte ist verpflichtet, die Angaben des Antragstellers nachzuprüfen. Wird die Heiratserlaubnis nicht erteilt, so werden dem Antragsteller
    die Gründe schriftlich bekannt gegeben. Wird die Heiratserlaubnis erteilt, so wird dem Antragsteller zur Vorlage bei dem Standesbeamten
    eine Bescheinigung ausgehändigt.
    Bei allen Offizieren trifft die endgültige Entscheidung über die Erteilung der Heiratserlaubnis der Oberbefehlshaber des Heeres.
    Offiziere haben vor Veröffentlichung ihrer Verlobung die Zustimmung ihres zuständigen Vorgesetzten einzuholen
    (Kommandeur des Regiments bzw. selbständigen Verbandes, bei Behörden und höheren Stäben des nächsten Disziplinarvorgesetzten).
    Quelle: Wie werde ich Offizier im Heere, Autor Hptm. Hans Martin, Offizier im Reichskriegsministerium, Berlin 1937


    Informationen zu einem Heiratsgesuch wirst Du also am ehesten beim zuständigen Truppenteil bzw. in den Personalunterlagen des Offiziers finden - möglicherweise sind diese im Bundesarchiv/Militärarchiv in Freiburg archiviert. Eventuell liegt auch beim Standesamt des Geburts- oder letzten Wohnortes des Offiziers ein Eintrag im Register für Eheschließungen vor. Wurde denn tatsächlich eine Eheschließung mit der Französin vollzogen oder blieb es bei der Antragsstellung?


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

    Edited 4 times, last by Johann Heinrich ().

  • Guten Morgen,
    diesen beiden wurde der "Segen" der Wehrmacht wohl schon erteilt, denn der Text spricht von "Braut", also der Verlobten. Um verlobt zu sein, sollte man die Genehmigung der Wehrmacht eingeholt haben. Da aber die goldenen Ringe als Zeichen einer legitimen Verbindung noch fehlten, gab es anscheinend die Legitimation schwarz auf weiß. Kann jemand die Nummer der Luftwaffendienststelle anhand der Feldpostnummern (?) auflösen, bitte?
    Grüße,
    JR
    Bescheinigung_Soldat_Frau_Copy.jpg

    Edited 2 times, last by IR75 ().

  • Hallo JR,


    4. Staffel Nachtjagdgeschwader 2
    war im Dezember 1944/ Januar 1945 in Vechta stationiert.


    Gruß


    Reinhard

  • Hallo Reinhard,
    sehr nett, vielen Dank. Dann wird sich der Uffz wohl tagsüber mit seiner Braut getroffen haben. ;-)
    JR

  • Guten Tag,

    hier noch einige Formblätter zur Heiratserlaubnis in der Werhrmacht.

    Gruß Paule